Nr.SS * trlc^ehd S-Nch mV Ausnahme des bsmi-ag» Di« „Ättßttter SrnntUeRblätta* werd«, dem »Anzeiger' viermal wöchentlich betgelegt, das „Kretsblott füi bei Kreb Sletzei" zweimal wöchentlich. Die .^aadroirtschaftttche!» Lett- frage!" erscheinen monatlich zweimal. 159. Jahrgang Dienstag, 16. Februar 1909 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejsen RotattonSbruck «mb Verlag btt vrühNch« UnwersuätS • Buch- und Ererndruckeret. 8L Lange, Dreßen. Reixrktton, Exvebition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition uni) Verlag: bl. RedaktionrL^liL. Tel,-AdruAnzeigerGießen. Deutscher Reichstag. 207. Sitzung. Montag, den 15. Februar. Am Tische des BunbeSratS: v. Bethmann.Hollweg, Dernburg. Präsident Graf Stolberg vwffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Min. mit der Mitteilung vom oentionsvorlage; jetzt soll es antinational sein, dagegen zu stimmen! Auch wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Ware, aber wir sehen dazu die Notwendigkeit der Subvention nicht ein. Daß statt alle acht, alle vier.Wochen ein Schiff die deutsche Flagge zeigt, davon hängt das deutsche Ansehen nicht äb. Nationale Politik soll man bezüglich der deutschen Arbeiter, der deutschen Seeleute treiben. Wir fordern daher eine Resolution, daß bei der Ausreise aus deutschen Häfen die Schiffe mit weißen Mannschaften bemannt fein sollen. Abg. GanS Edler v. Putlitz (Kons.): Wir stimmen der Vorlage zu im Interesse der deutschen Flagge m der Südsee und im Interesse unserer Kolonien. Abg. Lattmann (Wirtsch. Vg.) zieht mit Rücksicht auf die Erklärung der Regierung fernen Antrag zurück. Abg. Hormann (Fr. 3p.)' betont noch einmal das nationale Jntereffe an der Sache. Abg. Erzberger (Ztr.): Wir werden für die Vorlage stimmen, nachdem in der Kom- »nfsion unsere Bedenken aus der ersten Lesung, bete, die Deckungsfrage durch den Abstrich beim Etat von Neu- Guinea und den Karolinen beseitigt find. Die Resolution der Sozialdemokraten lehnen wir ab, im Jntereffe der Gesundheit der weißen Mannschaft. Soll man etwa die weißen Maschinisten in Port Said ausschiffen und dort Farbige einstellen? Zu wünschen ist, daß auf dem Lloyd möglichst mir deutsche Produkte geführt werden. Abg. Dr. Arning (Natl.): Auch wir stimmen der Vorlage zu, nicht allein im Interesse der Kolonien, sondern zum großen Teil auch deshalb, um unsere Flagge in der Südsee ungeminbert zu erhalten. Mir ist gesagt worden, daß im selben Augenblick, wo der Lloyd den'fetzigen Betrieb einstellt, eine javanische Linie eingerichtet wird. Gerade im gegenwärtigen Moment müssen wir das verhüten, denn es würde i ni fernen Osten unser Ansehen dadurch zweifellos Einbuße leiden. Mit dem Abstrich bei Neu-Guinea sind wir einverstanden, bedauern aber die Einführung des Ausfuhrzolles auf Kopra. Abg. Dr. Hahn (Kons.): Ich freue mich, daß die Vorlage zur Annahme gelangt. Daß der Lloyd nur deutsche Produkte führt, wünsche natürlich auch ich. Wäre ick ein Schwabe wie Herr Erzberger, so würde ich sagen: Fahr' mi ni t über mci A eckerle, fahr' m i n11 über mei Wies'. Staatssekretär Dcrnbnrg wiederholt seine Erklärung aus der Budgetkommission, daß der Lloyd sich verpflichtet hat, die Fracht auf Kopra nicht höher als 20 Mark zu bemessen; darin liegt ein Ausgleich für den Zoll. Die Subventionsvorlage wird in zweiter Lesung angenommen; die Resolution der Sozialdemokraten wird abgelehnt. Der Etat beS Reichstags. Aög. Kaemps (Fr. Vp.) bespricht bie jetzige Art der Berichterstattung über bic' Kommiss lonSfitzungcn. Eine zuverlässige Bericht, crstattung ist heute gar nicht möglich. ES kann keine Rede davon sein, daß überhaupt über die Kommissionsberatungen nicht berichtet wird, denn in der letzten Zeit ist die Tätigkeit der Kommissionen immer wichtiger geworden. Die Entscheidung über die bedeutendsten Gesetze fällt in den Kouunisfioncn. Ich möchte daher im Jntereffe der Abgeordneten und im Interesse weiter Volkskreise die Geschästsordnungskommisfion bitten, dafür zu sorgen, daß für eine authentische Berichterstattung über die KommissionSarbeiten Sorge getragen wird. (Beifall.) Abg. Graf Oppersdorfs (Zentr.) regt an, eine Geschichte des Deutschen Reichstags herauszugeben. Abg. Baffermanu (Natl.): Die Einrichtung einer offiziellen Berichterstattung aus der Kommiss:on hat viele Schwierigkeiten. ES mag ja Vorkommen, daß hie und da Interessentenkreise zu spät von Kommissionsbeschlüffen Kenntnis erhalten, und die Beschwerde knüpft sich in der Hauptsache an die Vorgänge bei der Verabschiedung des Abschnitts der Gewerbenovelle über die Frauenarbeit. Aber im großen und ganzen teilt doch die Preffe sämtliche Beschlüsse mit. (Sehr richtig!) Die Hauptbeschwerde beruht wohl darauf, daß das Publikum die Masse der Kommissionen gar,nicht mehr in sich aufnehmen kann. Es tagen sv diele Kommissionen nebeneinander, daß Preffe und Publikum gar nicht folgen können. (Sehr richtig!) Trotzdem sind wir dafür, daß die Geschäftsovdnungskommission die Frage einer offiziellen Berichterstattung prüft — aber dann mich für das Plenum. (Sehr richtig!) Dann muß ganze Arbeit gemacht werden. Die Herausgabe einer Geschichte des Reichstages halten auch wir für nützlich. Abg. Freiherr v. Hertling (Zentr.): Wir alle sind wohl davon überzeugt, daß die Berichterstattung aus dem Reichstag zurzeit — ich will nicht sagen, im argen liegt — aber recht unvollkommen ist. Früher war eS viel bester, da wurde nämlich aus den Kommissionen so gut wie gar nicht berichtet, weil damals kein Jnlcrestc daran war, den einen oder anderen Redner als maßgebend in den Vordergrund zu schieben. (>2ehr gut!) Man sollte erwägen, ob eS nicht bester wäre, die Berichterstattung aus der Kommission ganz zu beseitigen. Eine Reform der Plenarberichterstattung läßt sich, meine ich, ohne jede finanzielle Belastung machen. Der „Reichsanzeiger" bringt ja täglich einen offiziellen Bericht über die Verhandlungen des Reichstags. Dieser Bericht könnte doch hier im Reichstag von dazu bestellten Beamten hergestellt und wahrend der Sitzung halbstündlich oder stündlich verteilt werden, so daß auch die später kommenden Abgeordneten erfahren, was geredet worden ist. Dann würde auch vom Parteistandpunkt abgesehen werden. Wir haben doch alle großes Interesse daran, daß die hier gesprochenen Worte so in die Öffentlichkeit hinauskommen, wie sie gesprochen sind und nicht vom Parteistandpunkt zugeschnitten. „Ein geistreicher Mann hat hier kürzlich gesagt, wer wissen wolle, was hier verhandelt werde, müsse eine ganze Reihe von Zeitungen zugleich lesen: für die konservativen Redner die „Kreuzzeitung", für die nationalliberalen etwa die „Nationalzeitung", für die Reden meiner Freunde die „Germania" usw. Da ist es doch viel zweckmäßiger, wenn von feiten des Reichstages selbst ein kurzer, durchweg objektiver B c r i ch t hergestellt wird. Das wollte ich zur Erwägung geben. ES wird sich Gelegenheit finden, darauf zurückzukommen. Abg. Dr. Stengel (Fr. Vp.): Auch wir stimmen der Anregung zu. Dann aber ein an« öereö. Im vorigen Jahre habe ich angeregt, unsere Druck- 1 ach en in lateinischer Schrift herzustellen. (Heiterkeit.) Das hat sehr wenig freundliches Entgegenkommen gefunden. i Heiterkeit.) Aber damit Sie wißen, daß man in weiten Kreisen des Volkes, namentlich in denen, die an dieser Frage am wesentlichsten interessiert und sachverständig sind, diese Frage für in « hält, teile ich mit, daß eine große Petition von den Volksschullehrern und eine vom Verein für Altschrift eingegangen qt und den Reichstag nächstens beschäftigen wird. Abg. Geck (Soz.): Es geht nicht an, bie Kommis sionsverh am dlun -- 5 u schweigen. Das würde bei allen Parteien bald Widerspruch finden, besonders bei politisch so wichtigen Kommis- ficnen wie die für die Fincmzrform, wo jeden Tag die Außenwelt auf das gespannteste die Ergebnisse der Kommissionsberatung erwartet. Ich möchte die Redaktionskommission des Reichstages sehen, die einen durch und durch objektiven Bericht her st eilt! Der Redner dankt namens des werblichen Personals im Reichstage für die Beschaffung von Waschmaschinen, die auf seine vorjährige Anregung erfolgt ist, äußert Wunsche für die Heizung des Reichstags und macht sodann darauf aufmerksam, daß die Reichstagsrestauration in puncto Wein sehr viel zu wünschen übrig läßt. Vielleicht könnte durch eine Regie des Reichstags, eine W e i n k o m m i s s i o n, für das edle Naß etwas bester gesorgt werden. Unter allen möglichen romantischen Namen wird der Wein den Parlamentariern aufgetischt. Wenn man deur Restaurateur auch nicht vorschreiben kann, welche Sorten er führen soll, eine schonende Belehrung wäre vielleicht angebracht. Abg. Dr. Arendt (Np.) stimmt dem Vorredner zu mit dem Ausdruck des Dankes an das gesamte Personal und das Bureau des Reichstags für ihre f r c un dliche D i en stw i l l i g k efi t den Abgeordneten gegenüber. Es ist ionberbar, daß der Vorredner die nötige Objektivität zutraut, Küche und Keller in eigener Regie zu verwalten, aber nickt die Fähigkeit zur Herstellung objektiver Paria- mentsberichte. Wir können Herrn Freiherrn von Hertling für seine Anregung nur dankbar sein. Es wäre ein außerordentliches Verdienst, nicht nur um uns selbst, sondern auch um die öffentliche Meinung, wenn es gelänge, objektive Parlamenisberichte herzustellen. Die jetzigen Parlamentsberichte fragen mehr zur Verdunkelung als zur Klärung bei, durch die tendenziöse und parteiische Art, in der die einzelnen Parteien ihre Redner behandeln. Ich bin überzeugt, daß, wenn es gelänge, objektive Parlamentsberichte herzustellen, die Preye selbst das größte Jnter- effc daran hat, diese richtigen Berichte auch aufzunehmen, weil daS Publikum diejenigen Zeitungen sehr schnell heraussinden und bevorzugen würde. Ebenso schließe ich mich den Klagen über dieKommissionSberichtean. Auch hier liegt ein Interesse des Landes vor, denn die Kommisfionsverhandlungen leiden unter den Zeitungsberichten. Das ganze Wesen der Kommissionsverhandlungen ist auf Vertraulichkeit gerichtet, sonsi könnten ja die Verhandlungen im Plenum stattfinden. Darüoer Zeitungsberichte herauszugeben, ist an sich ein Widerspruch. Wenigstens werden seit einiger Zeit wieder die Namen der Redner nicht genannt; eS ist bedauerlich, daß die sozialdemokratische Preffe sich davon ausschließt. Für die Orientierung ber öffentlichen Meinung genügt es vollkommen, wenn die Beschlüsse der Kommissionen in die Presse kommen. Was zu den Beschlüffen geführt hat, welche Anträge Vorlagen und abgelehnt wurden, was in der Kommission geredet, was von den bkegierungSvertreteru mitgeteilt ist, hat für die Öffentlichkeit keine Bedeutung. DaS davon für sie Bedeutung hat, kann im Plenum gesagt werden. Wir wisten aus der Kommission, wie behindert die Regierungs- Vertreter mit ihren Mitteilungen durch die ZeitungsberWe sind, wie schwer es ist, zu unterscheiden, ob etwas vertraulich ist oder nicht. Wir wisten, zu welchen unangenehmen LLonsequenzen das schon geführt hat. Dem Grafen Oppersdorf danke auch ich für die Anregung. Abg. Graf Westarp (Kons.)': Auch wir stehen der Anregung des Grafen Qppersdof wohlwollend gegenüber. Ein einwandfreies, wissenschaftlich durchgearbeitetes Material, zugleich auch über die parlamentarische Praxis und Gebräuche tut not. Am besten wird daS von der GefchäftsordnungSkommistion in die Wege geleitet Was die Berichte an langt, so stehen auch meine politischen Freunde im wesentlichen auf dem Standpunkt des greif)errn v. Herbling. Wenn die Jnterestenten Stellung nehmen wollen zu den Kom- missionSbeschlüsten, so muß es ihnen genügen, wenn ihnen die De- schlöffe bekannt werden. In die Kommisfionsverhandlimg soll die Sonne des Journalismus nickt hineinscheinen. Ebenso halten auch wir eine objektive Berichterstattung aus dem Plenum für erwünscht. Allerdings glaube ich, wird die Herstellung eines solchen Berichtes große Schwierigkeiten machen. Es handelt sich doch immer um eine abgekürzte Berichterstattung, und jeder Redner wird darauf sehen, daß gerade seine Rede etwas ausführlicher behandelt wird, und ebenso jede Partei, weil gerade sie sich für die maßgebende halt Aber diese Schwierigkeiten soll, ten uns nicht ab halten, dieses außerordentlich wünschenAverte Unternehmen zu versuchen. Abg. Schcbour (Soz.)t AuS der reichen Fülle seiner parlamentarische« Erfahrung hat Graf Westarp (Heiterkeit) uns hier gute Lehren gegeben, wie wir arbeiten sollten. Den Ausführungen des Wg. Kaernvs stimmen wir zu, lehnen aber die weit darüber hinauSgehenden Vor- schlüge des Frhrn. v. Hertling ab. In den Kommissionen darf keine Geheimniskrämerei getrieben werden. DaS $beal des gänzlich objektiven offiziellen Berichts ist nicht zu verwirklichen, denn so obsektv ist niemand. (Heiterkeit) Aber wenn das auch der Fall wäre, keine Zeitung würde diesen objektiven Bericht a u f n e Tj m e n, denn jede Zeitung hat besondere Bedürfnisse. (Sehr richtig!) Die Verschiedenheit der Berichte ist eine notwendige Folge unseres Partei - lebens. (Sehr richtig! links.) Der Abg. Arendt verkennt da? Wesen des Parlaments völlig, wenn er sagt, die KommistionS- verhandlungen seien ihrer Ncmir nach geheim. Die Kommiffionen werden nur eingesetzt, weil wir im Plenum nicht die Zeit haben, alle Gesetzentwürfe eingehend zu besprechen. Jeder Wgeordnete muß in der Kommission mit genau derselben Verantwortlichkeit wie im Plenum, auftreten. Gegen jeden Versuch einer Bureau- kratisiernng des Parlaments haben wir die größten Bedenken. (Bffall.) Abg. Licbcrmaim v. Sonnenberg '(Wlrisch. Vg.): Mich haben diese Ausführungen nicht überzeugt. Berichte über die KommistionSsitzungen sind nicht notwendig. Wenn wir in der Finanzkommistion arbeiten könnten, ohne daß Berichte in die Zeitungen kämen, würde wahrscheinlich eine viel Vernunft igere Finanzreform herauskommen. Die Einrichtung einer offiziellen Berichterstattung ist gar nicht so schwierig. In Oesterreich geht es ganz gut, in Frankreich auch. In mancher Beziehung könnten wir vom Abgeordnetenhaus lernen, so den Aus- bang der 92änÄe die Heberzeug-ng gewonixn. *e% die Beruhterfiattung aut den Morr., enffioaen durchaus nicht sor^erlich ijt Präsident @raf Stortrre: Tie angeregten fragen werden eingebend und sorgfältig geprüft unö soweit erforderlich der GeschäftsordnungStommiss.on übermittelt werden. Der Etat de« R-ichrtageS wird genehmigt. Ter Etat bei ReichSeisenbahnamtS. Dazu liegt eine Resolution der Vudgetkommission dar. bie eine Verbilligung der Berwaltungskasten forderr. Wg. Graf Criefe C9?afL): Die Resolution hat allgemeine Zustimmung gefunden. Er ist merkwürdig. ba% man nicht eine solche Resolution zum g a n « 4« b Etat ei »gebracht bat An Schreibwerk kann noch trel gr. spart werden, ebenso am Bureaupersonal, an Revisionen uld. Einc anderweitige Organisation wollen wir nicht. Air wünschen einc Erhaltung b*6 R - ichßf ifer-^ahnamtel all selb st ä n dg e 3 e • Hörde. Kür die neue Verkehrsordnung. die e.ch ohnehin schon im (9ctv nilffab erledigt. Der BcrwaltungS- apparat kann noch gut vereinfacht werden. Unser Beamtenpersonal must besser -^-genutzt werden. Mil Er. staunen haben trnc erfahren, dast im Reichsciscnbahnaml die Bc. amten nur sechs oder sieben Stunden beschäftigt werden. Wir müssen die achtstündige Arbeitszeit erlangen. Meine letzte Rede über l ieses Thema hat mir eine Reihe von unflätigen Zuschriften ans Beaiutenkreisen eingetragen. «Hört! bört! । Zch Kitte nicht gedacht, dast ein so schmutziger Geist, wenn auch nur m einem kleinen Teile der Beamten, herrscht. Ich will dem Hause keine Blutenlese von Liesen Zuschriften geben, um cs nicht 411 beleidigen. Man hat mich als Srzschwcinchund hingestellt, der den Beamten das Leben sauer macken wolle. (Hört! hört!) Em anderer schreibt: Der Bureaukrat tut seine Pflicht von 'J bis S -- mehr tut er nicht, lHeiterkeit.) Gegenüber diesen Ge- meuchelten war es erfreulich, dast mir Geschäftsleute und Handwerker dollkemnren xnftimmten. Und wie geht el benn u n 4? Ach arbeite täqluf^ mehr als 8 Stunden, und den aru .eren Abg? ordneten v.rd es auch nicht besser gehen. 7lnch ein '.litt Leamter hat m.r vollkommen. jugeihmmt Er teilte mir isgar mit. dast cie Beamten iatsäckl ch ttrgl ch nur 3 Stunden arbeiten. «Hört! hört!) Er schilderte mir die Tätigkeit d.-sar Jeamten. Statt um «# llhr L tunen die meisten erst um 10 Uhr inS Bureau. Tann unterhält man sich darüber, tr:c eS am -her im Steter teer 1- trr Gesellschaft gewesen war. Man liest die Zestung, belpr.cht die L-orgänge im Parlament und in der BudgetkommissiLn, verhandelt über Gehaltsverhältnisse, bti e> so lang «am 11 Uhr geworden ist. Dann greift man zum Früh- stucksbrot. studiert die Zeitung weiter und fängt dann um 12 Uhr zu arbeiten an. Um y»3 Uhr denkt man schon wieder an« Heimchen. So werden die u Stunden Kingedracht. Zch will nicht etwa .-hauvten. Latz alle Beamten in dieser Weise die Zett vertrödelN, dass alle Beamten sich eine solche Schlamperei und privilegierte Faulenzerei zuschulden kommen lassen. Aber iclrft. wenn es nur wenige find, so ist es schon bedauerlich. Mit :em System der Hilfsarbeiter sollte gründlich einmal auf- .'räumt werden. Tie Zahl der Beamten ist erschreckend gestiegen. In 10 Jahren werden wir so weit sein, dast auf jeden vierten Einwohner ein Beamter kommt. Denn die Beamten in Vororten wohnen, so haben sie dort billigere Preise zu zahlen, obgleich fie den hoben Dohnungsgeldzuschuß der Grosssteckt be- * mimen. Eie dürften sich daher dach nicht erlauben, zu spät ins -1‘ureau zu kommen. Dir hoffen, Last der Präsident des Reichs- fenbaf>r:cintc6 un» die Zusage gibt, daß alle Beamten acht 3turu den beschäftigt werden. Präsident des ReichSeisonbahnamtS Sckmlzer Ich danke den Borreünern für ihre Anerkennung der Tätigteü de» ReichSeisendahnamtS. LaZ Sm: hat immer noch strategische Arbeiten verschiedener Art zu erledigen Es ist mö,)lich gewejen, den Reichszuschuss für den sr r a t e g i s ch e r. 2 a hn b a u um rrufc als 2 Millionen zu ermäßigen, ohne dass die I n t e r e s s e n der Landesverteidigung gefährdet worden sind. Tie Bureanzeit b er Beamten kann nicht schematisch geregelt werden. Meine Beamten kommen ihren Pflichten in jeder Beziehung nach. Werden die Beamten in den ct> ligatorischen 6 bis 7 Stunden nickt fertig, so nehmen fie entweder geeignete Arbeiten mit nach Hause oder kommen am Abend inS Bureau. Die mir unterstellten Beamten arbeiten gerade bevtoegen eifrig unb dienstfreudig, weil ich ihnen eine gewisse Freiheit lasse, wie fie sich die Arbeitszeit einrichten wollen. Abg. Wetzel (Statt.): ^ckon bei der Schaffung des Reichscisenbahnamtek ist von den politischen Freunden meiner engeren Heimat die Befürchtung ausgesprochen worden, dass auch biefe» Amt nicht ote Möglichkeit schaffen werde, die Uedcrmacht des grossen EiscnbaKnstaateo Preussen zu überwinden. Diese Befürchtungen find vollauf bestätigt worden, und all denen hat die Entwicklung unrecht gegeben, die dachten, da« Amt werde dem bestehenden Eisenbahn- v a r t i f u l a r i« m u $ entgegen arbeiten und die Bestrebungen auf Vereinheitlichung de- deutschen Eisenbahnwesens fördern. Aber ein Gute« hat die Schaffung des Reichoelsenvahnamte« doch im Gefolge gehabt, nämlich dass un« Gelegenheit gegeben ist, all- jährlich bei der Beratung de« Etat« hier unseren Klagen Ausdruck zu geben. Wir haben das auch regelmässig getan. Leider hat sich m den letzten Jahren die Entwicklung zu einer Konzentration be« deutschen Eisenbahnwesen« eher ungünstiger al« günstiger gestaltet. Ich glaube, dass eß da« Beste fern wird, btejcr Entwicklung ruhig ihren Lauf zu lassen und in sie nicht emzugreifeu. 1902 lagen bie Verhältnisse viel aussichtsreicher. I» Heidelberg tagte eine fachmännische Konferenz zur vteranrng einer Zentralisation des deutschen Eisenbahnwesen«, die sich betin au»sprach, dass eine Deremizung sämtlicher Betriebsmittel anzu- rrreben sei. Cetber wurde t.nc erfreuliche Entwicklung 19C5 unterbrochen, es trat ein völliger Umschwung cm. unb em gewisser Skeptizismus bemächtigte sich der beteiligten Kreise. Im preussischen Abgeorbnetenbause äusserte der Munster erhebliche staatsrechtliche unb etatrechtliche Bedenken gegen die Vorschläge der Heidelberger Konferenz, und eine neue Konferenz wurde zu- femmenberufen. Tas Resultat dieser Konferenz war so ergednts- lcs. dass man diese Kanfcren, mit Recht die Bremskonferenz genannt hat Es kam bann ein Vertrag zwischen verschiedenen i)ertraltung«mftarjen zustande, em Uedcrcin kommen. betreffend d:c Bildung eincZ deutschen Etaatddahn wagenverbau des. Ten mürttrnibergifdien Landftändeir wurde in den letzten Tagen eine Denkschrift zugestellt, bie mir leider noch nicht zu .'stcht gekommen ist. Aber auch der Inhalt der 16 Paragraphen beS Vertrages lässt da» Urteil zu, dass die kritische Haltung, bw ich und meine Parteigenossen aul dem Süden in früheren Jahren gegenüber einem solchen Hebere.lammen einnabmen, bock : drt berechtigt ist- Es ist doch mehr daran, al» es auf den ersten Anblick scheint. Denn e» drängt geradezu z u weiterem Ausbau. Die frete Verwendung der Güterwagen im Verkehr wird gefördert, der Betrieb und die Abfertigung vereiniackt unb erleich» trti. Die .ausländischen Sagen* brauchen nicht mehr nach bä- stimmten Benützung^fristen zur Heimat ziirückgc ck-ckr zx werden. E« wird nickt mehr nach dem Heimatschetn. nach der Landesfarbe gefragt, Ter Leerraum wird gang ausserordentlich bertivacr*. werden- Ta- unabfchdare Krnrrolllv- rcn. Requirieren, Aufschreiben an den Grenzkrationen wird auf* hören. D-eviel Personal, wieviel Seif, wieviel Geld wird dadurch gespart! Ist ein Wagen reparaturbedürftig, braucht er ritt mehr nach dem Unterstützungswobnsitz gefrag: und er dorthin zurückgeschickt zu werden. Da« muss hinaus laufen auf die Bildung einer Äerkftärteagemein schäft und einer MaterialbeschaffungSaemelnschaft. Tac ist jetzr besonder» notwendig, wo die Rente der Eisenbahn nicht nur in Württemberg, sondern allgemein bedenklich finit. Lurch eine möglichst erweiterte Eisenbahngemeuischaft werden gute Früchte gewonnen werden, die p a r t 1 k u I a r i st i s ch e n Gesichtspunkte loetben abgeckwächt werden. ver- trauenSiolle Zusammenarbeiten zwis.hen den einzelnen Verwaltungen wir) dazu beitragen, die engherzige Konkurrenz- sucht der einzelnen Verwaltungen' aus der Seit zu schaifen. Der Konkurrenzkampf hat fetzt oft unangenehme Formen angenommen. Das bedauern wir. wir hoffen aber auf Abhilfe. Sic Soffen, dass der neue Gedanke der Ei senbahngcmeinschaft sich Bahn brecheli wird im Interesse de« Ganzen. Ich will mdn 3U optimistisch sein, aber da« grosse Ideal triro erreicht werden Wen, löir auch manche Erfahrungen erst durchkosten müssen. Auch die wü r t te in be rgi sch e Regierung steht auf diesem Standpunkt, und der Ministerpräsident hat dieselben Erwartunge» ausgesprochen. Auch unsere Regierung wünscht, dass alle trennenden Momente in dieser Frage beseitig werden nn Interesse beS nationalen Gedanken«. Wir vertrauen auf da- bundesfreundliche Entgegenkommen der anderen Staaten. Die StammeSeigentümIichkeiten haben uns nicht gehindert, mit be» Bayern zusammen das Deutsche Reich zv machen. Sic werd« uns auch nicht hmdern. die Eiseiibahngemeinschafi zu schaffen. (Beifall.) ' Das .Haus vertagt fick Dienstag 2 Uhr: RcichAcif«. bahnamt. Armenunterstützung, Doppelbesteuerui^. Schluss 6% Uhr. 2. Zlchnng 2. Kl 220. Kerl. Prenss. Lotterie. O'-huDr toi» 18. Febmar 190». TormlHaa^ Itar die Gewinne Aber 9* Mart rind den betreffenden Nummern in Klammern belgefOzt (Ohna Gewlhr.) (Nachdruck verboten.) »1 U Ud V IO* MO Iw n UO 40 » 2120 200 TWO] 4» Ul 48 8« 940 3026 104 190 444 51 87 4 739 610 170 4087 184 •* 3»S 94 435 M 882 880 5001 132 297 415 * [9001 808 87 748 978 6279 501 63 [3001 793 fvG 984 7SU 441 564 784 8188 »7 43* 42 561 666 705 077 9066 223 93 1O062 1 1410 565 707 ?6 13176 (ZOO) 931 429 32 *6 623 1 4.'48 640 709 811 151“'. 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