Die heutige Nummer umfajt 10^ Seiten. ivöfW I) -L E3K23 — Pas fions spiele zu Oberammer gau 1910. Am 12. Oktober hat in Oberammergau die endgültige ÄÄchl, - Pu ccin tu eiie Puccinihat Der Spielleiter und Darsteller jur die nächstjährigen Pas-1 ist entzückt, denn |ein Lieb«ing->me.,ter Puccini Yak Die Schulleitung: Traber. «trieb igasse 3 n. 5 wyxAtu^ tfilA-Q annfieim /löbel Arbeit [eil Preisen isiep = an die Schul v'/. M ums des Stiern. Handwerker. und Kunstschloßm lurse rcppen-Turmbauuj.s November. reformularien werbe« rtcilt die Schullcitun; Der Leiter: rchitekt Höhn, ßh. Hauptlehrcr. irvrüsung wird älter- 'agc in der wolski, befinden wird. Fest steht ferner — und das läßt auf eine ernstliche Verstimmung zwischen Wien und Petersburg schließen — daß der Zar auf seiner Reise nach Italien das österreichisch-ungarische Staatsgebiet vermeiden wird, obwohl man sich in Wien alle Muhe gegeben hat, eine Begegnung zwischen ihm und Kaiser Franz Joseph bei dieser Gelegenheit herbeizuführen. Er wird von Livadia bis Odessa über See fahren und dann entweder über Warschau, Frankfurt, Genf oder über Breslau- München die Steife nach Italien fortsetzen. Diese äußeren Umstände zeigen zur Genüge, daß dieser Jtaliensahrt des Zaren, wenn es sich dabei zunächst auch nur um einen Gegenbesuch handelt, eine ganz hervorragende politische Bedeutung zukommt, die in einer weiteren Verschärfung des Gegensatzes zwischen Italien und Rußland einerseits, sowie Oesterreich-Ungarn andererseits gipfelt oder doch den bisher vorhandenen Gegensatz zum mindesten recht deutlich unterstreicht. Rom, 16. Okt. Wie die „Tribuna" mitteilt, schlug die italienische Regierung als für die Zusammenkunft zwischen dem König und dem Kaiser von Rußland geeignete Oertlichteiten, Racconigi, Baja und Bari vor. Russischer- eits behielt man sich die Entscheidung bis zum Mittwoch vor. Rom, 16. Okt. Nach Depeschen hiesiger Blätter aus Turin scheint es sich zu bestätigen, daß der Kaiser von Rußland in Begleitung Iswolskis und des italienischen Botschafters St. Petersburg am 23. Oktober verlassen und die italienischen Majestäten auf Schloß Racconigi besuchen wird. Nach der „Tribuna" hat Racconigi große Aussicht, der Scl/auplatz der Begegnung zu sein, dagegen ei es nickst völlig ausgeschlossen, daß sie sich cm einem anderen Orte verwirkliche. Den Behörden wird der Tag jer Begegnung am Mittwoch, dem Tage, an dem der Kaiser in Odessa eintreffen wird, bekannt sein. jcker>llaI fflg kunstL^1 Ok und V«ld> iab-rei»^ „ michinl , . . Si'** . Ebe»11 Gretzener staditheater. Der fidele Bauer. Operette von Bikto r Leon. Musik von Leo Fall. Viktor Leon hat sich seine Arbeit diesmal sehr leicht gemacht L'Arronges Mein Leopold, und Anzengrubers Viertes Gebot haben ilnn den Grundgedanken lechen müssen und er hat es dann fertig gebracht, mit Hilfe des tollsten Zeuges eine Operette daraus zu machen. Was dann der „Humor "nicht tut, das tut das bischen Rührseligkeit, das Der Verfasser vielleicht als Moral seiner Geschichte be- rachtet Tie Musik Leo Falls ist stellenweise recht nett, nur manchmal ciwas zu schwer für eine Operette. Niedlich ist das Lied vom Heinerle, das hon Lore Scholz und der kl. Sieucrwald ganz allerliebst vorgebracht wurde und wiederholt werden mußte. Der fidele Bauer wurde von Hermann Norden mit liebenswürdiger Schalkheit, der Lindoberer von Kurt Gühne mit humorvoller .'lltklugheit dargestellt, während die beiden Gäste den Erwartungen nicht ganz entsprachen, dllbert M a h l au schien 'benso wie Lucie Görgi die Stimme nicht voll entfalten r>u tömreii, fanden aber recht lebhafte Anerkennung. Das Lied von den Treten mußte Lucie Görki in Gemeinschaft mit Herm. N orden uno Kurt Gühne wiederholen. Sehr anerkennenswert war Paul Urban als Obrigkeir, der anscheinend aus Preußen nach Oberwang versetzt worden war. Edgar P a u l p war ein stattlicherVinzenz. Von den übrigen sind noch Franzi Koch und Rudolf Goll zu ertoatynen. Ausgezeichnet luar die Einrichtung und die Ausstattung der von u. Norden geleiteten Aufführung, namentttch die »Armes, die tadellos dargestellt wurde. Der Chor war in Anbetracht der Verhältnisse recht gut und die Kapelle wurde unter H. Weinacks Leitung ebenfalls ihrer Ausgabe vollkommen gerecht. Alles in allem ein außerordentlicher Er- iolg, der einer besseren Sache inert gewesen wäre. N. einen Protest gegen die Hinrichtung Ferrers, Die sie als enien- ustizmvr bezeichnen. Sie fordern alle glcitibenl'enben Landsleute auf, sich einer einmütigen Kundgebung anzuschließcn, die mit den Namensunterschriften aller daran Teilnehmenden nach Madrid übermittelt werden soll. Berlin, 16. Okt. In der Protestversammlung der demokratischen Bereinigung, die gestern abend aus Anlaß der Hinrichtung Ferrers stcttlfand, wurde auch beschlossen, an den Bürgermeister Nathan in Rom ein Sympathietelegramm und an die beiden Töchter Ferrers ein Beileidstelegramm zu senden. Einige hundert Teilnehmer der Werscrmmlung zogen nach Schluß der Vcr- ammlung nach der Regentenstraße, wo die spanische Botschaft liegt, doch machten sie Kehrt, als die dort aufgestellte Schutzmannschaft sie dazu ausfordertc. Es gc- chah mit dem Rufe: Nieder mit Spanien, hoch Ferrer, Abzug Alfons. Es wurden einige Verhaftungen vorgenommen. . « . Die Sozialdemokratie veranstaltet morgen mittag drei Protestversammlungen gegen die Hinrichtung Ferrers. Aus Rom wird gemeldet: Nach einer Meldung aus Pisa ist dort im Verlaufe einer Ferrerdemvnstration die berühmte Kirche von Sankt Paul vollständig eingeäschert worden. Mehrere andere Kirchen wurden schwer beschädigt Madrid, 17. Okt. Im Verlaufe der Senatssitzung griff der Demokrat Diaz Moren die Politik der Regierung an. Diese Erllärung rief Lärmszenen hervor. Der Minister des Aeußern erwiderte, kein guter Patriot dürfe den Märchen glauben schenken, die im Ausland die Ansicht erweckt hätten, daß man in Spanien jemanden wegen seiner Ideen verurtelle. Das sei ganz und gar unrichtig. M ad rid, 17. Okt. In der Kammer antwortete Maura auf Anfragen: „Es scheint, daß die ausländischen Protestkundgebungen uns das Recht absprechen, den Urheber der Wirren von Barcelona zu besttafen. Die spanische Re- Regierung ist ruhig und wartet. Die Akten Ferrer werdender Kammer unterbrettet. Die Regierungspartei spendete dem Ministerpräsidenten lebhaften Beifall. Die Sitzung wurde geschlossen. _—, Sogar die Gesetzgebungsmaschine soll wegen Ferrer in Bewegung gesetzt werden: Aus Ofenvest wird der „Neuen freien Presse" ge- meldet: Der Abgeordnete Stephan Pili sh meldete rm Mgeordnetenhause einen Antrag an, nach welchem die ungarische Regierung angewiesen werden soll, die Initiative zu einem internationalen Vertrag zu ergreifen, der einen internationalen Begnadigungs-Senat für solche Fälle einsetzen würden, in denen politische Verbrecher zum Tode verurteilt werden. Diesem Senat soll das Recht zustehen, die über Verurteilte bei> bängte Todesstrafe tn lebenslängliche Kerkerstrafe zu verwandeln. Tas besondere Begnadianngsrecht der Souveräne soll bis zur Einsetzung dieses Gnadensenats nicht beein- tvächttgt werden. Paris, 16. Okt. An die Spitze des heutigen Demonstration szug es schritten der Präsident und mel>- rere Mitglieder des Pariser Gemeinderats sowie einige sozialistische deputierte; auch Herve nahm daran teil. Als der Zug sich auf der Place dela Concorde aufgelöst hatte, wurde im Tuleriengarten ein Priester von einer Schar Demonstranten mißhandelt. Es wurden auch Revolver sch ässe auf ihn abgegeben, die aber ihr Ziel verfehlten und einen Polizeinspektor verwundeten. Sieben Personen wurden verhaftet. Aus fionsspiele stattgefunden. Die Aufführungen finden an folgenden Tagen statt: 11., 16., 22. und 29. Mar, 5., 12., 16., 19., 24., 26. und 29. Juni, 3., 10., 17., 20., 24., 27. und 31. Juli, 3., 5., 10., 14 17, 21 24 28 und 31. August, 4., 8., 11., 18. und 25. September. Die Spiele beginnen jedesmal morgens 8 Uhr und dauern bis nachmittags 6 Uhr. (Mittagspause 2 Stunden.) — Ein Riesenprogramm an theattalischen und musikalischen Veranstaltungen Ijat der Ausschuß für die römischen I ub iläu m s f e st e im Jahre 1911 zusam- mengestellt. „Der „Corriere della Sera" teilt die Grundige dieses Programms mit. Der Leitgedanke ist, die Geschichte des ganzen italienischen Theaters und der italienischen Musik in ihren Hauptformen und Hauptperwden zur Anschauung zu bringen. Doch beginnt man zunächst mit antiken Vorstellungen. Dazu \xno ausgewahlt die ,Eumeniden" des Euripides, die ,Lysistrata" des Arrstv- phmies sowie eine noch nicht näher bestimmte Komodie des Plautus. Der Schauplatz dieser Vorstellungen wird der Palatin sein. Dort wird mit Erlaubnis des Unterrichtsministers ein nur zu diesem Zwecke besttmmtes Theater errichtet das sich, soweit irgend möglich, stteng an dre antiken Vorbilder anschließen soll. Es folgt als zwette Gruppe der Veranstaltungen die Theatertunst der italienischen Renay- sance Sie soll vertreten sein durch die Vorstellung ^einer Komödie des Aresttno und einer der Anunta vom Gozzi, von dem ein Stück in Aussicht genommen ist, und Gowoni bilden den Uebergaug zur neueren Zeit. Von Gol- doni will man einen ganzen Zyklus geben, darunter acht noch imbekannte Stücke. Flavio Audö, der alte Partner der ^use soll die Darstellung der mod. Stücke leiten. Eine große Reihe von italienisckien Dramatikern ist aufgefordert worden, für die Festeszeit Stücke zu liefern. Die Düse will einige Sondervornellungen geben. Verschiedene Tialekttheater sollen das künstlerische Sonderleben der einzelnen italienischen Stämme zur Anschauung bringen. In eben ]o großen Zügen ist das Opernprogwamm aufgebaut. — Puccinisneueste Schöpfung. Ganz Italien in allen Die Italienfahrt öe$ Zaren, Die Begegnung des Zaren mit dem Körrig öon ^toHen, die, wenn sich die Erregung der italiem chen Arbeiter, schaß über die Hinrichtung Ferrers beruhigt hat, zetzt endlich zustande kommen soll, Hut eine längere Vorge)chichte, die der interessanten Momente nicht entbehrt. Plante doch Kar Nikolaus schon im Oktober 1903 einen Besuch in Rom, um bic Visite König Victor Emanuels III. am russischen Hofe vom Vorjahre zu erwidern. Dieser Besuch ist damals unterblieben, well der derzeitige russische Botschafter in Rom Nelidow, die Keckheit hatte,, von dem Mrnister- präsidenten Zanardelli Garantien für die Sicherheit des zaren vor Bedrohungen und Beschimpfungen durch italienische Sozialisten zu verlangen. In den nächsten Jahren schien eine Begegnung zwischen den beiden Monarchen deshalb ausqeß iossen, weil sich Rußland immer mehr an 0OJ in Italien wegen seiner Balkanpolittk beargwöhnte OesterreichUnaarn anschloß, eine Schwenkung, die schlleß- lick. in bem Abkommen von Mürzsteg chren Abschluß fand, sich aber augenblicklich in das Gegenteil verkehrte, als Tefterreich-Ungarn im .Herbst vorigen Jahres nut dem u.-ojeft der Orientbahnen herausrückte und bald daraus feine Zhand auf Bosnien und die Herzegowina legte. Das l cht geschickt düpierte Rußland und das in seinen Balkan Interessen gesck-ädigte Italien reichten sich damals über Oesterreich-Ungarn hinweg und unter der Aegide Frank- cichs und Englands die Hand zur Versöhnung und schufen Damit eine neue Basis für die B^ggenung ihrer Monarchen. „ , Eine solche wurde dann auch sofort im Oktober vorigen Wahres im Anschluß an die österreichischen Eisenbahnpro icfl-e auf dem Balkan, und zwar in Venedig, in Aussicht umommen und ist seitt)er nicht mehr von der Tagesordnung verschwunden, wenn sie auch wegen der Neu- aühenie der Zarin und der kriegerischen Aussichten im Frühjahr dieses Jahres immer wieder verschoben werden mußte. Auch jetzt ist sie nur mit Mübe zustande gekommen, ocnn einmal besteht der schlechte Gesundheitszustand der prrin noch fort, sodann sind Drohungen der sozialistischen und anarchiftisck-en Presse in Italien nicht gerade dazu an getan, den Besuch des Zaren in Rom als besonders angenehm erscheinen zu lasten, und stchließlüh bßt. ’jebpn bev » och unerlcdigteii Dardanettenfrage die Unmöglicykett, dem vern>cmdten Hofe von Athen unter den jetzigen griechischen Verhältnissen einen Besuch abzustatten, den Zaren genöligt. Ech auf settien Besuch m Konstantinopel zu verzichten. Und ticrabc int Anschluß au diesen war die Reise des Zaren (ach Italien eigentlich beabsichtigt, weil sich dadurch nicht -jtur das ö st erreicht s ch-ungaris che Staatsgebiet vermeiden Keß, lonoern auch die Seereise eine größere Sicherheit vor 'Attentaten in sich schloß. Der Termin für die Reise des Zaren und der Ort, wo Ine Nionarchenbegegnung stattsinden soll, sind bisher nichi offiziell bekannt gegeben, weil man davon eine Bedrohung r>es Zaren durch sozialisttsche ober anarchistische Komplott: nirdjtet. Es scheint aber, daß der Zar seine Reise von Livadia aus zwischen dem 18. und 23. Oktober anzutreten gebeizt, nachdem er noch den G.'bnrtstag des Thronfolgers im Kreise seiner Familie gefeiert. Ebenso unsicher ist auch ler Ort der Zusammenkunft. Es werden hier Racconigi und Aajä genannt, doch ist es auef) nicht ausgeschlossen, daß die Begegnung in Rom oder an noch einem anderen Ort Ilattfindet. Fest steht nur, daß der Zar allein, d. h. ohne seine Gemahlin, reift, und daß sich in seinem glänzenden «befolge auch der russisck)L Minister des Auswärugen, Js Blättern von Turin bis Palermo, von Venedig bis Florenz verkündigen lassen, daß er soeben die letzte Hand an eine neue Oper legt. Diese soll den Titel führen „La Fancuilla del Westt' (Die Tochter des Westens) und im wilden Westen Amerikas spielen. So sehr die Italiener sich über die angekündigte Neuschöpsung des Meisters der „Bohöme", „Tos- ca" und „Madame Butterfly" freuen, sind sie doch ärgerlich darüber, daß sie die Ehre der Premiere nicht im eigenen Lande haben werden. „La Fanciulla del West" wird nämlich in der kommenden Stagione im Metropolitan Opera House zu Newyork zum ersten Mal aurgeführt werden und gttxtr unter Mitwirkung von Caruso unö Scotti und unter Puccims eigener Leitung. Außer dieser das italienische Stativnalgesühl kränkenden Tatsache wird noch eine andere bedauert. „Warum," so fragt ein neapolitanisches Blatt, „sucht der Maestro seine Stoffe nicht im eigenen Lande? Madame Butterfly spielt in Japan, die Fanciulla del West in Amerika; es gibt noch genug italienische Motive, deren er sich nicht zu schämen brauchte!!!" —Kopenhagen, 17. Ort. Das grönländische Handelsschiff „Godthaab", das Cook von Uperniytk nach Egeder- nttnbe gebracht hctt, ist hier cmgelommen. Wie „Politiken" erfährt, erklärte der Kapitän des Sckstffes, er habe bei Northstarbay von Esttmos Berichte über Cooks Nordpol fahrt erhalten. Danach habe Cook den Pol erreicht. Am Tage vor Erreichung des Pols sei er, nachdem er Observationen und Berechnungen angestellt hatte, den Eskimos um den Hals gefallen und habe geweint und gelacht und gesagt, morgen sind wir da. Berichte verschiedener Eskimos sind Darin gleichlautend. — Kleine Kunstchronik. Die Uraufführung von Wildenbruchs nachgelassenem Schauspiel „Der deutsche König" wird Ende dieses Monats im tönigl. Schauspielhause zu Berlin stattfinden. — Am Sonntag wurde auf der Burgruine Hoheneuffen die Gedenktafel für den Dichter Eduard Paulus eingeweiht. Die Leiherebe hielt ber Vorstanb bes Schillermuseums, Gey. Hosrat Gün tt er. Ferrer und ke!n Ende. So läppisch bas Treiben ber internationalen Freiheits- tollheit ist, so muß man boch die zahlreichen iirachspiele des Ferrer-Prozesses registtieren, benn bie spanische Regierung will eine Aktensammlung darüber veröffentlichen und beweisen, daß das Todesurteil kein Justtzmord war. Demgemäß verlief die Llussprache in der spanischen Kammer und im Senat ruhig. Vielleicht wird, wenn die fpantfae Regierung alle Ergebnisse der Untersuchung veröffentlicht, bet Lärm im Auslände später in der Geschichte umsomehr ber Lächerlichkeit anyeimfallen. Was bringt man da nicht altes fertig! Straßen erhalten den Namen des „Märtyrers", Denkmäler wurden ihm zum Andenken errichtet -und — Kirchen zu seiner Ehre abgebrannt! Was wir ertoarteten, ist cingetroffen: Tie Protestbewegung überschwemmt das Land, und zwar haben nicht nur demo- lrattscke und sozialdemorrattsche Versammlungen in Deutschland stattgefunden, sondern auch schöngeistige Ideologen von gut klingendem Namen haben sich für berechtigt und befugt gehalten, eine Sache anzufasfen, von der fie nichts verstehen. Ahnt Gerhart Hauptmann garnicht, daß durch die Aufforderung zu papierenen Kundgebungen über ,-inc unaufgeklärte ausländische Angelegenheit )etn Name cm Ruhm nichts gewinnen kann? Windmühlen zu stürmen sollten wir lieber den heißblüttgen Romanen überlassen. Das polittsche Ferrer-Unkraut, das nach bewußter Absicht einiger Demokraten das deutsche politifche Leben überwuchern soll, kann man nicht schnell genug ausiaten Wir gaben an ähnlichem Unkraut ohnehin genug in Deutschland. Im „Berliner Tageblatt" veröffentlichen Gerhart Hauptmann,' Ernst Hackel, Max Liebermann, Richard ! B e h nel, Lu jo Brentano imb Julius Meier-Graefe urr- ?:besondere ixt beiderlei t, gen Tarife, ergeben ES fall Dtrfitcfit iv-rcirn, eine Verständigung über diese ^toirw durch mnnDii
xii beut eine i*rmnbier6riflabe und zwei .stoinpagnien de-, '- । jz-. rix. aiihnv- T ä b r t« verlassen und den Rück- mand) nald« frmt ’tünifaiu« anoctretrn Schmuggel an der holländischen Grenze. Die .Norddeutsche allgemeine Zeitung* schreibt: In den TagcSblätlern wird die Nachricht verbreitet, cö hätte infolge bei neuen Steuergesetzgebung der Schmuggel an der holländischen Grenze, besonders in Tabak und Kaffee, derart überhand genommen, daß sich die Notwendigkeit ergeben habe, die Zahl der Zollbeamten erheblich zu verstärken. Tirie Verstärkungen hätten aber io wenig wie besondere In- ftiuftioncn die Zunahme des Schmuggels verhindern können, sodaß die preußische Regierung sich veranlaßt sähe, 150 neue Zollämter an der holländischen Grenze zu errichten. Diese Nachricht ist in jeher Beziehung unzutreffend. Eine erhebliche Zunahme dek Schmuggels au der holländischen Grenze ist nicht bemerkt worden: es hat sich daher weder eine Verstärkung de« Drenzschutzperfonalü als notwendig erwiesen, noch ist beabsichtigt, die Zahl der Zollämter zu vermehren. arbeitet, bienung müssen. -r. Strafoenfämpfe in Oesterreich. Prag, 17. Oktober. Anläßlich bei Eröffnung des HochschulsemesterS wurde heute von den hiesigen deutschen Studenten der erste Bummel abgehalten. bei dem sich die Vorgänge des vorigen Jahres, Bedrängung und tätliche Tlibbanblung der beutjcheu Studenten am Graben wiederholten. Eine in großer Zahl aufgebotene Wachtmannschast nahm mehrere Veuniftungen vor. DaS deutsche Haus war durch mehrfachen Wachtkordon abgesperrt: ernstere Zwischenfälle ereigneten sich nicht. Die Kundgebungen gegen die Studenten endeten, al« btc zum Protest gegen die Hinrichtung FerrerS emberufene Versammlung polizeilich aufgelöst worden war und d,c Teil- nehrner un Verein mit bcu Demonstranten vom Graben und WenzelSplatz für Ferrer Kundgebungen veranstalteten. Die Polizei zerstreute schließlich die Menge und sperrte die 6irafitzri.egsteilnehincr eiugeweiht: in der Festpredigt gedachte Pfarrer Schulte der HeId^'nlaten der Veteranen hn Feldzug 1870/71 und ihrer Verdienste um das Vaterland. Nachmittags wurde eine Feier in der Xum- imllc adgi halten, zu der sicli auch Veteranen aus den Nackü'arvereiuen eiugenmden hatten, z. B. aus (Vießen, Allendorf u. a. Orten Ein Vertreter des Prafidiurns der ixifsia und des Bezirks waren anwesend. X Ettingshausen, 16. Okt. Letzten SamStag nachmittag gegen Uhr schnitten die Kinder deS Arbeiters F. Löffler m der Scheune Futter. DaS 10jährige Mädchen geriet hierbei infolge Unvorsichtigkeit in die Häckselmaschine und erlitt eine tiefe Schnittwunde am Handgelenk. Von der Hebamme wurde fofort ein Rotverband angelegt, bis der telephonisch herbeigerujenc Arzt erschien, der die Wunde zu- sammennähte und einen richtigen Verband anlegte. + Nidda, 17. Oktober. Nachdem in einer Anzahl Nachbargemeinden die Feldbereinigung durchgeführt ist nnb währenb sie m anbeten in her Durchführung begriffen ist, gebt man auch hier nut gleicher Absicht um. Eine 9ln- ;ahl Grundbesitzer bat jich schon dafür entschieden; die Be- tzotdc sieht der Sache sympathisch gegenüber. Wenn auch die Sache bei uns wegen her sehr verschiedenen Güte des Bodens schwieriger sein dürfte als an anderen Orten, so ist an der endlichen Durchführung dennoch nicht zu zweifeln. — Die seitherige naße Witterung ist der Landwirtschaft sehr hinderlich gewesen. Noch sind Kottoßeln emzutun und viel Saat zu bestellen, «tzrüneß Futter ist überreichlich vorhanden. 0 Orleshausen bei Büdingen, 16. Oktober. Vor einigen Tauen wurde her neu gewählte Bürgermeister bestätigt. Heute wählte man ohne Gegenkandidat Herrn Karl Wemel zum Beigeordneten. Sem Vorgänger bekleidete das Amt viele Jahre und legte dasselbe vorgerückten Alters wegen nieder. Dk I Offen b ach u. M, 17. Ch Ein» eigenartige Dnellaffäre macht hier Du-ht Au i>den Di btriige Jioncb jnkc*- i>- luanlondrienntffiai nunwlbui und bei t hrm starken »i’iicu -rl>t Uc> . \tntvunirung Eine gait;r dal >*nn aud» Sdv.f-entriavf ■- rn gegen Im Hause des ~ CuMchWahrt. Ter Schluß her Frankfurter Luftfchiffahrtali-ftelluug. Frankfurt a M., 17. Oft. Aus' Anlaß her beule zu Ende gehenden internationalen Luftjchiffahrt-Ausstcllung fand heute mittag in der großen Halle des Bierrestairrants eine akademische Feier statt. OK* beim rat Dr. Gans gedachte der 3dmnerigfritcn, unter denen die Ausstellung zustande kam, und Danhe allen Behörden. Danach entwarf der Vorsitzende de» Deutschen Lustflottenvereins Generallcutnant z. D. v. Nieder rin Bild der Ausstellung, ihrer Leistungen und Darbietungen. Nach Bekanntgabe der Preise danfte Bürgermeister Grimm der Ausstellung und ihren Unternehmern. Zum Schluffe würdigte General v. Eichhorn die Bedeutung der Ausstellung und brachte das Hoch auf den Kaffer aus. Devtsche Lnstschiffmanovet. Köln, 17. Oft Wie letzt feftftebt, werden die Lustschiff- monötxr bet Köln am 25. Oktober beginnen und etwa vier Wochen Dauern. Beteiligt sind: „Zeppelin 2", Parseval 3" und das „Groß'sche Luftschiff „M 2". In den nächsten Tagen treffen noch zwei »tomvagnien Lustschiffer auS Berlin hier ein. Auch die Metzer Luftschisferabteilung wird einen Offizier und nntn Zngenieur enffenden. Die Manöver werden in Vergleichs-, Aus- bistmngS- und llebnngsfabrten bestehen. Ein erfolgreicher dentscher Flieger. Berlin, 18. Oft Auf dem F l u g f el de b e i Bork gelang es gestern dem Ingenieur Grade, gleich beim ersten Flug die Bedingungen des Lanzpreiscs zu erfüllen Da aber als Ort der Sürftragung das Flugfeld FobanniStal be- '^en ir - nde al getrieben, landete J ebne wkiieren Uuiall m der Nähe von Wien. Y j An» Stabt nnd Cati\ Gießen. 18 Oktober 1909. Von der Ltraßcnbann. Nxtckwcin Ende September die gesamte Schienenanlogc fertig gestellt Ivar und man mit der Legung be# ^aht- orabt, begonnen hat. ist tu bei vergangenen Woche an her Lahn ileißig an her Wagenhalle uitö den v>ufahrt- pfeifen au ihr gearbeitet ivorden, io baß spätestens'tnorgen die Zufttdrgleisc fertig gestellt und die Raume N'r Wagen balle unter T-ach sein werden, damit man den in dieser Woche ein l a u s c n d e u Probe wagen dorthin bringen kann Die Wageitdnlle hnt eine Breite von 21 Meter und eine Longe von Meter Äußer einer geräumigen .Halle, iu der auf vier ''steifen 16 bi-.* 18 Wagen untergebracht werben können eutlidll bas ('iebäube r,»eiter eine große Reparakurwcrkstätte, je einen Raunt für eine Sckmiiede. Lackte,,'tet und Schreinerei, sowie für die AnkerwUkelei Tic in diesen Raumen befchäfiigteu Haiidwerker werden außer den .’trbciten für die Straßen bahn auch solche für bas In der RLbe her Waaeubaile tusttndliche Elektririläts- werk machen Mau beabsichftgt, die Handwerker auch für den Fährdienst auszubilden. um zu icbcr Jeit Reserve falir,; Anr i'Uiib.mitq zu haben ,viir die Maienal-La- perunfl ist ent gerat'miger Wiler, ein Raum un Erdgc- schvß und ein foldycr eine Treppe hoch vorhanden, weiter fhtb zwei Anfenthaltsräumr für die in fr t Haffe beid)äi tiflten 'Arbc'.t nnb für da Fabtpcrsoual, cut Bureau für den Werkmeister "nd Miojcti und i.’gjtbrmtnt vorhanden ik»i der ..alle ist für d, ,v geheilte Wunde von solchem Schneiden herrührt, angetroffen, so soll diese Tatsache als Augenscheinbeweis einer Zuwiderhandlung gegen die vorstehende Bestimmung gelten. — Warum ist ein solch vernünstigcs Gesetz im deutschen Vaterlande unmöglich? * „Ladies smokers". Während die deutschen Da- men, soweit sie überlstiupt Lust am Rauchen haben, sich ast durchweg damit begnügen, zu Hause oder in Gesell- chasten sich eine Zigarette anzuzünden, macht die Rauchlust bei den Damen Englands und Amerikas geradezu reißende Fortschritte. In den großen Städten der Vereinigten Staaten ist es allmählich Sitte geworden, als Zeichen besonderer Gunst schon den Backfischen Zigaretten- Etuis zu verehren; diese, mit Halb- oder Ganzedelsteinen eingelegt, werden an feinen silbernen Ketten getragen. Aber nicht nur Zigaretten werden jenseits des Ozeans von den Damen konsumiert, sondern miet) Zigarren, leichte und schwere, und — die Pfeife. Es ist soweit gekommen, daß die Herren gar keine Entschuldigung mehr haben, sich ins Rauchzimmer zurückzuzieh en. In England, dem gelobten Lande der Suffragetres, ist das öffentliche Rauchen der Damen überhaupt schon offiziell anerkannt: kürzlich hat eine englische Eisenbahngesellschaft, die London and North Western Railway, in jedem Waggon erster Klasse eine Raucherabteilung für Damen eingerichtet, für „ladies smokers". Termine vergeben. Alsfeld, den 14. Oktober 1909. Ter Großh. Kreisbauinspektor. Hietzener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hegen am Dienstag bem 19. Oktober: Nach trüber Nacht und strichweise Siegen wieder trocken und Aufheiterung. ________________ Grrgrncr!-DN6hLmeldttngen. Ferrer-llundgebungen in England. London, 17. Ott. Der Trafalgar Square war heute der Schauplatz einer großen Proteftkundgebung, bei der die Hinrichtung Ferrers von Abgeordneten und sozialistischen Partei- führern in heftigen Reden verurteilt und König Alfons als blutiger Mörder (!) bezeichnet winde. Ein großes Polizeiaufgebot war zur Stelle; die Ruhe wurde nicht gestört. * London, 18. Oft. Nach der Protestversammlung im Trafalgar Sauare zogen etwa 10 000 Demonstranten nach der spanischen Botschaft, wobei es zu Zusammenstößen mit Polizei- mannfchasten kam, die die Straßen in dem Umkreis der spanischen Botschaft absperrten. Die Polizei bemächtigte sich aller von den Demonstranten mitgeführten Banner, vernichtete sie und suchte den Mob durch wiederholtes energisches Vorgehen zu zerstreuen. Die Demonstranten zogen infolgedessen nad) dem römisch-katholischen Dom, vor dem sie die ^Kundgebungen fortsetzten, bis sie von der Polizei, die inzwischen Verstärkung erhalten hatte, auseinandergetrieben wurden. ten. Seife wurde heute t Aula der Uni. ImtSjdjr 1909/10, 1 Amt eingeführt körpers und bet rn sang ein unter T5 Pros. Jenner stattete der seit- Bogt einen Be hr. Er erwähnte xrschiedenen In- letzten Jchre W denselben Rechter "tudieren tonnen, urg in die Reihe 2000 Studenten Rektor die $v- Anschluß Hirnir and, die Siege Zeier mit einem rtanSstellung. 5 der heute zu Ende tellung fand Henle urants eine afa= Gans gedachte dn zustande kam, uti er Vorsitzende bti D. v. Rieber und Darbietungen, -meister Grimr. u Schlüsse nmrdlgte tellung und brachte wen die LuftlW ;en und etwa öier " Parseval 3" und chst-" Tagens in hier eni M Offizier g n Berglers nicht kommen." Kleine Tageschronikc Der Arbeiter Petersen aus Kammerseld bei Neumünster, im März 1908 seine Schwiegermutter ermordete, wurde am Samstag in Kiel hingerichtet. Am selben Tage wurde in Königsberg der Müllergeselle Karl S ch e l l e r, der im Frühjahr 1908 den Fleischermeister Girnus aus Popelken ermordet, beraubt und sein Haus in Brand gesteckt hat, hin gerichtet. Die S t r e t k u n r u h e n , die sich in'olge des nun schon seit vielen Wochen währenden Slreits in der Zellutoidwarenjabrik Gebrüder Wolff in Nürnberg täglich wiederholen, haben heute irüh zu einem neuen blutigen Zusammen st o ß geführt, bei dem mit Messern und Revolvern gefämpit wurde. Mehrere Personen wurden zumteil lebensgefährlich verletzt. Das königliche Schloß Freienwalde ist an den Sohn des Geheimrats Rathenau, Ingenieur Dr. Walter Rat Henau aus Berlin, einschließlich der Einrichtung für 262 000 Mk. verkauft worden. Der Park soll dem Publikum zugänglich ge- macht werden. . .. In Messina wurden am Samstag vier starke E r d st o ß e vev- spstrl, die große Erregung unter der Bevölkerung hervorriesen, jedoch keinen Schaden anrichteten. Sell Donnerstag wütet ein heftiger Regensturm über England, der allerlei Unglücksfälle verursacht hat. Es iverden zahlreiche Sckstffsunfälle berichtet. So mußte der deutsche Schoner „Nordstern" von der Mannschaft verlassen und den Wellen preisgegebcn werden. Die Schifsbrüchigen wurden nach Crail gebracht. Der „Nordstern" strandete. Die englische atlantische Flotte, die bei Belfast vor Anker lag, mußte m her offenen See Schutz fudxen. zu ucrtauieiL UtiOOl TiMMj Bruck'kraße 8, Süsser Apfelmost täglich frisch von der Kelter. bautet Lirter, „Ceniral", ivie die Aufschrift lautet. * Sie Pariser Ratten. Aus Paris schreibt man: Die Alarmnachrichten einer fürchterlichen Rattenplage in Südfranlreich haben die Pariser Stadtväter so in Schrecken versetzt, daß sie auch ihrerseits zu Maßregeln gegriffen haben, um der Vermehrung der Pariser Ratten Einhalt zu tun und einen Krieg gegen sie zu eröffnen. Es wurde ein städtischer Rattenfänger ernannt, der tagsüber durch die Kloaken der Stadt streift und in der Nacht den häßlichen Vierfüßlern auf den Straßen nachjagt. Wer je in Paris eine Nacht durchbummelte und gegen 2 oder 3 Uhr morgens über die großen Boulevards strich, wird sich gewiß erinnern, daß er Hunderte dieser schwarzen kleinen Ungeheuer über die dunllen Straßen jagen sah. Der Pariser Rattenfänger hat die Zahl der Pariser Ratten auf 20 Millionen geschätzt. Wie weit diese Schätzung zutrifft, ist natürlich schwer festzustellen. Gewiß aber ist, daß tatsächlich Millionen von Ratten Paris bevölkern, die sich während des Tages größtenteils in der unterirdischen Stadt, den Abzugstänälen, an den Seinekais und Kellern aufhaltcn und in dem Tuntel der sttacht aus ihren Verstecken emporsteigen und in den Straßen nach Abfällen aller Art suchen. Es hat sich erwiesen, daß die Ratten das Pariser Wasser vergüten und vielfach Typhusbazillen verbrellen. Tie häufigen'totalen Typhusepidemien in Paris sind zum großen Tell durch die Ratten verursacht worden. Es ist daher wirtlich an der Zeit, daß die Pariser Stadtverwaltung endlich energisch gegen diese Plage vorgeht. Ter Pariser Rattenfänger hat übrigens bei seinen ersten Streifzugen die Entdeckung gemacht, daß die Ratten auch fähig sind, Diebereien auszuüben, indem er in einem großen unterirdischen Rattennest ein ganzes Wäsch-Kager entdeckte: Heck- den, Unterhosen, Strümpfe, die alle halb zerfressen waren. Tiefe Tatlache wird hoffentlich nicht Tieben zu neuen Ausreden dienen. ♦ Professor «bei der Prüfung zum Studenten): „Und sagen Sie mir, wie lange dauert gewöbnlicb hie Ebbe?" — Student: „Vom zweiten bis letzten des Rlonats!" * Qtatte: „Plein Kollege ist der unersättlichste Mensch, den ick kenne, alles, was er sieht, will er gleich haben." — Gattin: „So? Könntest du ihm ii'.cht unsere Tochter vorstellen?" * Herr (zum Geldverleiher): „Sie fagen, die Auskunft über mich sei nicht gut ausgefallen? Daraus dürfen Sie nicht viel geben . . ." — Geldverleiber: „Ich gebe eben gar nichts darauf!" * Tante: „Du besuchst mich wohl nur dann, wenn du Geld brauchst?" — Neffe: „Aber, liebe Tante, öfter kann ich doch Wer die Holzfällungsarbeiten für 1910 im Lützellindener Markwald (in Hessen) aussühren will, wolle seine Forderung schriftlich und verschlossen bis spätestens den 28. Oktober ds. Js., vormittags 10 Uhr, hierhin einreichen. Bedingungen können hier eingesehen werden. Groß -Rechtenbach, den 16. Oktober 1909. Der Bürgermeister. Bls/io I, V.: Boris;, Beigeordneter._________• e b e t b ° * A, SS? srtiSä 6rt0?öd V w SST» ,[ Karol»' M . / Grünstadt (Pfalz) Ms 17. Oktober 1909. ridigt. Die Er kr ankungen an Kinderlähmung in Westdeutschland. Professor Dr. grause aus Bonn, der .1 b^r Beobachtung der Kinderlähmungscpck>ernte ut den wesich, u Industriegebieten und speziell mit der Erforschung,thre_> r reg er 5 beauittagi ist, hat dem preutz. Ministerium letzt seinen ,. l erstattet. Professor Krause Halle ansangltcl; Venuck^ ge- ackt nut der liebe r t ra g un g von verschiedenen Kor- v , teilen verstorbener Kinder entnommenen Substanzen ans ,,cu und Kaninchen. Tiefe Ve-ciuche waren,von temem Erfolge gleitet. Erst als man meiischliche Gehirniubstattzeu aus Ver- ichstiere übertrug, traten Erlraittungen der Änere ein. Die ?kitcrimVrungen ergaben zweifelsfrei eme Krankheit, die der ,it jctiäbmung entspricht. Weiterhin wurde die ^nrubattonssriit i iirgcüdlt. Tanach muß als sicher gelten, Mß_ die Krankl^ll ren Sitz im Gehirn hat, ähnlich wie die Genickstarre, ^n Zu- :iit sollen die Untersuchungen in der Weise fortgesetzt werden, . !>, die Hälfte der Versuchstiere zur Beobachtung an das -berliner rfiitut für Jnselliouskrantheiten gesandt wird, während die andere x alitc von Prosessor Dr. Krause in Hagen, dem Herd der Er- . an tun gen, beobachtet wird. - B allonleitung mi11elst elektrischer W e l len. ic Lösung des schwierigen Problems, einen Ballon durchs drahtlose i muirhing zu Leuten, sck-eint dem amerikanischen ^tgenicur •>; Mark O. Anthony gelungen zu sein. Er hat kürzlllh^unwell -andY-Hook vor Übertretern einer europäischen Maäst -üxmon- if.at’.o'ncn dieser Art ausgefuhrt, wobei durch 'entsprellend ver- cnLU Wellen ein kleiner Ballon (10 Meter) auf eine Entfernung non etwa zwei Kilometer über das Meer hindirigiert und alsdann nich dem Ausgangspunkt zuräckgelenll wurde. Tw Nutzen sola-er L n [barfeit für den "Nachrichtendienst, das Rettungswcfen an Küsten nub viele andere Gelegenheiten liegt auf der Hand, wenn auch ge.- werden! mutz, daß von einem so einfachen Versuch bis r iicllung komplizierter, zuverlässig brauchbarer Apparate von auf len, UWOt n er n0?K,Qlt nnt in 2 lontt < KL ’n 3tttnät||( 1 b" «n Se h. ' ""'n lei. ’ 8um i>Quemben s$otl* ausge. lt P,, ,nbs .?'■ < 'sfi"k| R. Sdjlierbai und zwar 1 Ql,§ Rodheim ton den Finnen Qu§ Kreisiniffeln Zwei weitere 1ÖQU und Fron- •^tin ist Fräulein sbildungsjahr zu Statt Karten! jRecha Loeb Ludwig Freyberger Verlobte der betrerfenben Funktionäre ab, Majestät," antwortete Carnegie. „Uebrigens," fügte er hinzu, „Viajestät sollten einmal nach Amerika hinüberkomnien, der Empfang wäre siäwrlich ein jubelnder." Dor Kaiser cnviderte, daß ihn eine solche Reise sehr interessieren würde; aber er könne nicht so well und so lang sich ent fernen — man brauche ibn. Darauf bat Carnegie um die Erlaubnis, eine Anekdote erzählen zu dürfen, seine Majestät dürfe aber nicht böse werden. „Nur zu!" „Bei uns zu Lande war ein großer Fabrikbesitzer, der sich mit der Leitung der (Äeschaste furchtbar plagte, alles bewachte, alles selbst anordnete und sich gar keine Ruhe gönnte. Sein Tirektor redete ihm so lange zu, eine Erholungsreise übers Meer zu mackien, bis er nachgab. Als er, erfrischt, wieder heimtehrte, rief er dem Direktor fteudig zu: „Sie machen sich gar keinen Begriff, wie erlöst ich aufatmete, als ich die Fabrik hinter mir hatte." „Ach, und wir er ft, Herr!" Ter Kaiser lachte. __________________' Fischer._____________________ Das städtische Krankenhaus ^Liesdadcu gebraucht mr die ,’,cit vorn 15. November d. Js. bis 31. X-ttoocr 1910 ca. Ztr. Lpeisekarlosscln u.id 100 Ztr. Salatkartostcin. M . . Da die AnftaltSteUer sehr ficiu lind, rann dkL arf nur 1 in Lieferungen von 15u vis 20) Ztr. eriolgen. ^ncUui inn u uäteirens am 30. Oktober d.Js. bei der Berwaltnug OCy städtischen tranienhauses eingereicht werden. , 1 10 Lieferimgövedingungeti sind hier zu haoen.^ «z^rwatter. »«& r|te 6 Lid« ,n'Lw '1 „Seit Jahren litt ich an lästigem i GesichtsauSichlag und Lslt» | r a & Fnüia Liittiehsr ArbeitspleFd schwersten Schlages sofort zu verkamen. 'Näheres in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 15774 —Zn dem flimatiid’en Luftluron Braunfcio a. ^aljn ist schön ge le9euco Hotel mit Terrasse und Ä- Ar großem itiarteu umständehalver sofort btUifl su verlause Schrtftl. Anfragen unter 5775 an den Gießener Anzeiger ervei. Bekanntmachung. In das 5mudelsregister Abt. A. wurde bezüglich der 'irma iSölncf Eonsumanstalt Gebrüder Berdux, Greller ;ec"; ischmarkt eingetragen: Tie Firma ist in „Gebrüder berdux" geändert. c Gießen, den 13. Oktober 1909. B18/10 GroßyerzoglicheS Amtsgericht. Darmstädter Werkstätten für Handwerkskunst Feldbergstr. 36 Darmstadt Feldbergstr. 36. ____________s*--SS----gediegen, bequem, von durchdachter Zweckmässigkeit und billig sind. Verarbeitung nur bester Materialien. Maschinenbetrieb zur exakten Ausarbeitung des Holzes; sorgfältiger, handwerksmässiger Zusammenbau auch der einfachsten Stücke, Einzelanfertigung bei verständnisvollem Eingehen auf besondere Wünsche. Besichtigung des gesamten Etablissements: ~ Werkstätten und Ausstellungsräume, ohne jede Verbindlichkeit erbeten. Vermischtes. • Ter Rückgang der deutschen Presse in Amerika. Während die deutsche Bevölkerung ui den Ver. Staaten immer stärker im Zunehmen begriffen ist, muß für ie dortige deutsche Presse ein ständiger Rückgang f^stgestellt werden. Viele deutsche Blätter mußten in den letzten Zähren k;r Ersck>einen einstellen, weil sie mit den großen eng- ichen Leitungen nicht mehr wetteiiern konnten. Im Buhre ^9G bestanden noch 787 deutsche Zeitungen; diese Zahl -nk bis zum Jahre 1902 auf 743; zurzeit erschien nur 715 deutsche Blätter; der Rückgang innerhalb 1- Zähren -trägt also 72 und ist um so schlimmer zu beurteilen, -s ja, wie gesagt, die deutsche Bevölkerung gerade in .ucr Zeit bedeutend zugenommen hat. Die mersten deutfcyen innigen erscheinen im Staate Disconfin, nämlich^ 94. . folgt Illinois mit 82, Newyork mll 80, mi.^ 7^ nnttern. In Pennsylvanien erscheinen 50, : Iowa 40. Am kleinsten ift die Zahl in Utah, Rhode, "’-f nh Delaware Georgien und Montana, wo nur ie ::'n v.Uttt krauslommt. d«r Ges-mt-ahl kommen M • lütter taglia; einmal heraus, 42 erscheinen wöchentlich ocimal, 512 einmal in der Woche 19 kommen alle 14 age 6 alle 3 Wochen und 56 un Monat einmal heraus. ' * xie Kirche und der Weinhandel. Unsere lleingesetzgebung arbeitet unaufhörlich daran, dem fünfer , i einem unverfälschten Tropfen -u verhelfen und ihn vor L„-n Teufelstünsten der „Gallisierung und wie sie sonst och i>cnßen mögen, zu schützen. Das neue Weingefetz hat i mud; der ^Streckung", der falschen Bezettelung, enge Gren- m aeiebt. Ein großes Interesse an einem reellen Wein- ‘anbei hat nun vor allem die katholische Kirche, denn der ''benbmai L.'.uein muß durchaus reiner Rebenfaft sein. Ja, 'er Wein ist nicht einmal tonsekrierbar, wenn er aus un- cifen und sauren Trauben gepreßt ist. (Si vrnum sit de iui-3 accrbis seu non maturis express um, non eonficitur reramentum.) Die Weihe hat also bei solchen Weinen keine llrning. ^Te deseetibus in celebratione Miss. m. IV.) Auch llnstlich behandelte Weine sind keine maleria^consecrabllis, in weihbarer Stoff und vielfach werden deshalb die Lie- llanten oes Meßweines auf Lieferung remer Ware ver- Bartsiechte 5!ach Anwendung von Zucker'S Patent-Medizinal-Lcifc bin icu seit ’/♦ Jahren geheilt. M. m Tudwener." ü Stck. 50 Pj. (15% iö' u. 1.50 Pt. (35% iß, stärkste Form». Dazugehörige - Ercmc 75 Bfg. u. 2 M., ferner Seife (mild), 50 Pf. u. 1.5.) M. Echt in der lluiverfttätö-, .Cnaci- u. Hirich Apotbcrc, bei uaifl. Stoll, C. Seibel u. W.Kilbll'.ücc. Zs. Kartoffeln für Winterbedarf liefert billigst frei ins Haus. 15760 Herrn. Katz IV., Noro-Änlage 13. Vergebung m Die Lieferung von Sammelsteinen und von Basalt- Aeiuschlag frei Verwendungsstellc, sowie die An- luhr der Bruchsteine zur Unterhaltung der Kreisstraßen illL- öie Jahre 1910, 1911 und 1912 soll durch Ichriltnche Angebote vergeben werden. Tie Angebote sind bei unterzeichneter Stelle sowie bei den zuständigen Kr^chstraßen- meistern uuo v.reisstraßenwärtern zu erl-alten. ^>re musten Ks zum Eröfsnungstermiue, Dienstag den 1b. November Ifb. IahrcL, vormittags 9 Uhr, bei bem Untcrjeidjatcien kingereicht werden. . . .. Angebote auf die Lieferung von Kjeinsckllag, die von Fuhrunternehmern gemacht werden, müssen den Bezug'-'ort Basaliwert oder Sreinbruch- enthalten. Das Zerschlagen der Sreuie iv'.rd in einem spateren Butteibirne und andere billig zu ueitauiciu u7*.)87j SellerSrveg 8111. links. 08008, Eni ia,l neues andsitz Carnegies, die sie in „Ucber Land und Meer" ver- chiem'icht: „x3d; befragte Carnegie um feine Erlebnisse in Kiel, ; it) er, wie ich mutzte, im verstossenen Sommer mit Kaiser Bilhelm II. zuiainmengetroffcu. Er erzählte, daß der Verkehr int dem Monarchen ein außerordentlich ungezwungener sei, datz 1 r Kay'er selbst voll guter Laune und Witz sei und bei anderen --in Spaß verstehe. „Sie, als amerikanischer Demokrat," hatte r- bemeilt, „müssen eigemlich auf Kaiser und Könige nicht gut ■ i jpnd;cii fein?" .LTas hängt ganz von dcm pei^söulicl)en Wesen Bekarrntmachmig. <«(m Mittwoch dem 20. d. Mts. ist das Kabel ht der Orailllliricr S.ianc, von Friedrichstraße an, und in der Hos- i mnnstraße von '< Ubr vormirtagö ms 3 Uhr uachrnittags aus- rci'tultet und die Stromlieferuna uitterbrocyeu was wir den ,7"..ictienden Kom'uuientcu biermit zur Kenntnis dringen. Gießen, den 16. Oktober 1909. Elektrizitätswerk und Straßenbahn der Stadt Gießen. Italic. d>'i» ist heute nachmittag 41/, Uhr sanft entschlafen Die trauernden Kinder Stuttgart, den 15. Oktober 1909 6777 Giessen finden in der Stille statt. Giessen ('Kaplaneigasse 7), 18. Oktober 1909. Die Beerdigung findet Mittwoch, 20. d. Mts., nachm. 3 Uhr, von der 07997 (*inf. mäbl. 3. iobbt 2'. r h. Crainfeld, den 17. Oktober 1909. 5771 Gießen, 18. Oktober 1909. 5778 548U; 2d)dnc 1 Lrevve. 5769 Jhnfer-ÄÜee 31 IMßkr Sikliätriitr Äoalenfaafi« ls qefucbt -tord Anlage 1311 ttucrbau» zum Allein bewohnen 4 Zimmer m 3ubebot. on ! November au vermieten ist cm itboncr X Bureau geeignet Die Beerdigung findet am 19. d. Mts., nachm. 2 Uhr, in Crainfeld statt. nach lSrnn berg werb. an, Baaacichan füilbclm _ oben, auch au ver foiort zu Die Einäscherung in Stuttgart und die Bestattung 8u verkaufen i vollständige verte«. Waschtisch, Loia. <»» n» OTVXi E»n mdbL iuitifle» 4» oerm 'Blodltr 14 im । ÄUUUJIUI »iuderwädchcn per foiort ev loche, nach Wetzlar urletbi OAenen an Neg Ba. mrrieex Parow. Wetzlar ,3773 zu v Balier. LudwigSplatz 8. 4x23 5-3inimcvroo6nung au ver mieten. 9.Weinert,Neuenweg 0. t schon möblierte wimmer (föebn u. 2d>lüi.ummrr) mit separatem (Eingang, m»Glichtt parterre, gesucht. Schn':!. Angebote m. PrerSana. unter . 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Uhr- l ^ach der Mittwoch vorftellMß bili ein OvimbuS in der '.'»nlflfle. der (ooteiteno ' .10 lldr noch der Babu fahrt. von der Reise zurticL Mf-mr WohnxuiR befindet »ich ,"“Plockstrasse4n Luche uir meine Tochter vom 1 Lande, die em. Lochkur,uS durch gemacht bat Lteuunq m guter tremilie Es wird auf strenge elterliche Behandlung gesehen Schi t Angebote unter 5788 an den ''kehener Anzeiger erbet. Mebr. Mädchen, im tkochen u Vduetirbett bewandt fuch Stelle. 08000, irrou Herr, Sonnen,tr. 6. i „Sie Rkfomutisli eines tnufe^fllhs", sowie daS wettere diese Woche außerordentlich wundervolle Programm gelangt noch biS zum Donnerstag abend zur Vorführung. Misch tepeSrieii nxTöen cnnlL 5<6nftL Angeb. unter «»«10 an den '»>eL Anzem. perfekte Büglerin nimmt xunoen an in u. au her dem Haufe. 8u ertragen yieecutoeg 31 III. »rtnfria ,ud)l DCX L November, nioUull evtl. loäter. Stellunfl als 5lon,oninu oder Lerkäuierin. Lchriftl. Angebote unter iCW i an den (äiesener Anzeiger erbet. Mrnvdl. 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Meldung Tienb- tag den 19. oormit:ago 10 Uhr, Friebrichstrafee 14 3 Zr Lanffrau 'ar einige PoramtagS- ftunben gefucht 07990 Prof. Walde. Wildelmitr. 41 II. schule in Köln