Erstes Blatt 159. Jahrgang Freitag 18. Juni 1909 Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. 0 S lichc t cinlrelcn- A i> •* Die UanzIerreSe im Spiegel der presse I Die Monarchenbegegnung in den finnischen Schären. Am gestrigen Donnerstag hat an der sinnländischen Küste die Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren Nikolaus stattgcfunden. Die „Hohenzollem" mit- dem Kaiser an Bord und die deutschen Begleitschiffe trafen gestern vormittag um 9.45 Uhr bei dem Ankerplatz des russischen Geschwaders, aus der sogenannten Standart Reede ein, wo i>ie russische Kaisers acht „Standart" und das übrige russische Geschwader seit drei Tagen ankerte. Es ist ein abgelegener Erdentvinkel, fünf Stunden von der nächsten Telegraphen- talion entfernt. Rings umher viele Hunderte grüner Eilande. Als das deutsche Geschwader eintraf, tauschten die beiderseitgen Kriegsschiffe den Salut aus. Kaiser Niko ilans begab sich sofort an Bord der „Hohenzollem" unb Web dort eine halbe Stunde. Unmittelbar, nachdem Kaiser Äkolaus an Bord des „Standart" Kurückgekehrt war, erwiderte Kaiser Wilhelm den Besuch. Bei der Ankunft auf Ider „Hohenzollem" wurde Kaiser Nikolaus mit der Kaiser- »lchrnne empfangen. Als Kaiser Wilhelm zum Gegenbesuch »ailf dem „Standart" erschien, spielte die Musik die Wacht ein Rhein. Um 1 Uhr fand Frühstück auf der „Standart" »statt. Der Kaiser verblieb aus der „Standart" bis 5.30 Uhr i achmittags und nahm dort auch den Tee. beralismus zu revidieren. Niemals sei stüher in Deutschland dem Liberalismus die Regierungsfähigkeit zugesprochen morden. Die französischen Blätter enchalten sich vorläufig noch jeden Kommentars zur Bülow-Rede. Ter Berliner Korrespondent des Petit Parisien will von einer Persönlichkeit aus der nächsten Umgebung des Kanzlers erfahren haben, baß Bülow heute mehr als je entschlossen sei, dem Kaiser seine Demission zu unterbreiten, falls es ihm nicÄ gelingt, vom Reichstage die Zustimmung zur Erbanfallsteuer, wie er sie formuliert hat, zu erlangen. Tie englischen politischen Kreise betrachten Bulows Rede als unbefriedigend. Vielfach wird angenommen, sie sei Bülows Schwanengesmrg, weil sie die Lage nicht klärt. Bettesss seines Versuchs, die Liberalen mit den Konservativen auszusöhnen, sagt die Times, die interessanteste Frage ist, welchen Preis die Konservativen dafür verlangen werden. „Kronenraub und Nationalitätenschwindel" bezeichneten und noch im Spiegelsaal von Versailles sich mit dem deutschen Kaisertum nicht auszusöhnen vermochten. Ist das ein Schwanengesang? Alle Welt war gespannt, als Fürst Bülow darüber zu sprechen begann, ob er bleibt oder geht. Er bleibt, um die Finanzreform durchzusetzen. Er bleibt so lange, wie es der Kaiser will und sein» Ueberzeugung zuläßt. Er geht, wenn er die Ansicht "gewinnt, das; ein anderer leichter zum Ziel gelangt, oder wenn die Verhältnisse eine Entwickelung nehmen, die er nicht mitmachen kann und will. Man wußte nicht recht, was man aus diesem Schluß schließen sollte. Heißt es mm wirklich: „Klar zum Gefecht!", zieht Fürst Bülow in einen frischen, fröhlichen Kampf, ist er bereit, den Reichstag aufzulöscn, wozu ihm Derr Bassennann beherzt riet? Oder will er sich mir noch als später Bahnbrecher des Liberalismus einen guten Abgang sichern? Vielleicht denkt Fürst Bülow selbst: das wird sich zeigen, wenn der Reichstag aufgehört bat, zu reden, und die Abstimmungen erfolgt sind. Bis dahin bleibt mancherlei ungewiß für das Volk wie für den leitenden Staats- Nr. 140 Der Siehener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Sietzener-familienblätter; ziveunal wöchentl.Ureis- blöit siirden Krds Sieben (Dienstag und Freitag) -, zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitfragen ? rnsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. yettcra" ,n Teiles Deutsches Ae^ch. Zur diesjährigen Nordlandreise des Kaisers werden, wie die National-Ztg. hört, wiederum eine Anzahl Gelehrter und Künstler Einladungen erhalten, doch soll die Zahl der Gäste des Kaisers auf der Hohenzollern diesmal eine beschränkte fein. In gut unterrichteten Kreisen erhält sich ferner die Ansicht, daß anläßlich der bevorstehenden Reise eine Begegnung des Kaisers mit dem König Haakon geplant wird. Doch sollen definitive Beschlüsse nach dieser Richtung noch nicht gefaßt worden fein. Im Bundesrat wurde dem Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen Deutschland und dem Freistaat Venezuela Zustimmung erteilt. Eulenburg. Wie ein Gerichtsberichterstatter meldet, wurde der Beginn der Schwurgerichtsverhandlung gegen den Fürsten Eulenburg auf den 7. Juli festgesetzt. Die beiden vorhergehenden Tage sind zur Verhandlung gegen Geheimrat Hamann bestimmt. Jn der Disziplinarsache gegen den früheren Bürgermeister von Husum, Schücking, hat das Oberverwaltungsgericht, wie das B. T. hört, den Termin für die neue Verhandlung in die Zeit zwischen dem 15. September und 1. Ok (ober in Aussicht genommen. Die Königin von Schweden ist gestern abend 9.23 Uhr zum Besuche ihres Regiments in Stettin eingetroffen Zum Empfange am Bahnhof war Prinz Adalbert von Preußen erschienen. Der Prinz begrüßte die Königin in Vertretung des Kaiiers und überreichte ihr einen Strauß weißer Rosen mit blauer Schleife. Protest gegen die Parfümsteuer. Eine große Anzahl von Verbänden der Friseur-, Parfümerie- nnd Drogistenbranche hatte für Mittwoch abend zu einer großen Protestversainmlung gegen die geplante Steuer auf Parfüms und Toilettesecken nach der Philharmonie in Berlin eingeladen. Der Vorsitzende des Verbandes deutscher Parfümeriefabriken Kommerzienrat Lohse eröffnete die Versammlung. Nachdem eine große Zahl von Rednern aus der Branche gesprochen, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die heute in der Philharmonie versammelten Vertreter von Jnnungsoerbänden, Innungen, Vereinen und Zentralverbänden, die über 100 000 Interessenten der Parfümerie- und Cei'enbranche, sowie des kaufmännischen und gewerblichen Mittelstandes vertreten, erheben einstimmig Protest gegen die von der Finanzkommission geplante Varfümeriestener, welche zu 80 Proz. Artikel umfaßt, die ihrer hygienischen Bedeutm g wegen zum großen Teil als Bedarfsartikel auzufehen sind. Cie erblicken hierin den sicheren ivirlfchafliichen Rum der beteiligten weitesten Schichten des Mittelstandes. Mehr als 160 000 Kleingewerbetreibende, von denen noch nicht einmal die Hälfte über ein Einkommen von mehr als 2000 Mk. verfügt, würden von der Steuer vernichtend getroffen werden. Angesichts solcher Verhältnisse bedeutet die bei Annahme des Gesetzes erforderliche 'Jiucl;- besteuerung des Warenlagers zugleich mit dem aus mindestens 40 Proz. zu veranschlagenden Rückgang des Konsums eine unerhörte noch nicht dagewesene Ueberlastung der beteiligten Kreise des Mittelstandes. Die Versammlung protestiert einstimmig gegen derartige Maßnahmen, welche die schwächsten Schultern heranziehen, um die Starken und Stärksten zu schonen. Der gesamte deutsche Mittelstand wird einmütig von derartigen Parteigruppen abrücken, ivelche die Unterstützung des Mittelstandes bei den Wahlen jetzt nur dazu ausnutzen wollen, um ihre Sonderinteressen zur (.Geltung zu bringen.", „ipfliü eincM11 Bezugspreis: monatlich 75 Pf., vierteljährlich Akk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „Vermischtes" K. Neurath; für „Stadt u. Land" und„Gerichts- Optimisten annehmen, daß die Entrevue in den sinnst r.dischen Schären tiefere Spuren hinterlassen wird." Tie Stimmung der Engländer spiegelt sich im sttvßen und ganzen in einem Artikel des „Standard" wieder, l-L?rin es heißt, es sei zu begrüßen, daß Kaiser Wilhelm ran den politischen Fehler wieder gut machen wolle, den .. r: seinerzeit mit dec schroffen Botschaft nach Petersburg Mi der bosnischen Frage begangen habe. Es gebe kein ^s,Dümmeres Verkennen der britischen Politik und der Ge- ^i ianung der Engländer, als anzunehmen, daß England Zwie- nacht zwischen Deutschland und stkußland säen wolle. Im «genteil, Großbritannien freue sich über die Annäherung, •im die Harmonie zwischen Berlin und Petersburg erhönc e Friedensgeioäbr. Tripelallianz und Tripelentente er- ii^ten einander als Friedensbürgschaften. Große Besorg- is äußert der „Standard" bezüglich Kretas, doch hält das Aatt unbeschadet der traditionellen griechenfreundlichen buütung Englands einen Wechsel in der Souveränität jetzt jiic inopportun. Es fei zu hoffen, baß die Kaiserbegegnung iie ungerechtfertigten Hoffnungen auf Ermutigung eines ciiechischen Abenteuers energisch zerstreuen werde. Man nüffe wünschen, daß die Balkanfrage nicht wieder ange- htiitten werde, und ein Zusammenarbeiten der beiden üiser in dieser Richtung werde sicherlich die Unterstützung elf er Großmächte finden. ht — , i für die EiiW rns and Stärk«1 jtwendige Besin- h solche e Verdauung d ken. K*D^er iesbalb regel® iessen. 1 ?llcn n gjr ®9 aus f fcSfc Politische Sagesfchan. Die Kotierungssteuer. Mit einer Starrköpfigkeit ohne gleichen scheinen Konservative und Zentrum an der Kotterungssteuer festhalten zu wollen. Bon oft gut unterrichteter Seite wird dem „B. T." gemeldet: Die Konservativen und Zenttum halten an der Kotierungssteuer fest. Sie sind nur bereit, gewissen, das Ausland berücksichtigenden Erleichterungen zuzustimmen. Damit die Finanzreform nicht ohne Kotierungssteuer zustande komme, wollen Konservattve und Zenttum für die Finanzreform ein dRantelgesetz schaffen, um darin die Annahme der Kotierungssteuer ausdrücklich zu sichern. Für den Fall, daß die verbündeten Regierungen sich mit der Kotierungssteuer in der veränderten Form einverstanden erklären, dürfte bei den Konservativen wie beim Zenttum die Neigung wachsen, für die ErbanfaUsteuer zu stimmen. wnecyrern. crr tyat ferner betont, datz die notwendige Summe von 500 Millionen Mark aufgebracht werden müsse. Diese Ziele der Reichssinanzreform fönnen und werden erreicht werden. Die Konservativen insonderheit werden es sich angelegen sein lassen, nach Kräften hierbei mitzuwirken, und sie hoffen und ermatten, daß eine starke Mehrheit für die Verabschiedung der Reform sich schließlich noch xusammenfinden wird. Die temperameittvolle Deutsche Tageszeitung ist weniger zurückhaltend: Die Erklärung Bülows, daß er auf der Mitwirkung der Liberalen bei,bei Gesetzgebung bestehen müsse, könne, so sagt das Blatt, mißverständlich ausgefaßt werden und fei durch die Fehler der Liberalen „gegenstandslos" geworden. Nach dieser mehr als kühnen Behauptung wehrt sich das Blatt dagegen, daß >ie Ministerstürzerei treibe, sagt dem Fürsten Bülow viel Freundliches und redet ihm schließlich gut zu, die Finauzreform auf der Grundlage zu nrachen, die ihm von Konservativen und Zenttum so hochherzig angeboten sei. Die eigentliche Bedeutung des Artikels liegt aber in folgenden Auslassungen, die eine deutliche Bedrohung der Konservativen enthalten. . Wit beanspruchen ebensowenig wie Fürst Bülow ein Mandat als Ratgeber der konservativen Partei. Aber das glauben wir unumwunden aussprechen zu sollen: Wenn die Konservativen nach allem ehrlichen und loyalen Widerstand« in der Frage der Erbschastssttuer, nach allem ihrem Entgegenkommen durch ein volles halbes Jahr mühseligster Arbeit, und zugleich nach dem, was sie, um alle Anfeindungen un- betünunei-t, positiv geleistet haben: wenn sie nach alledem nur um der Linken willen von ihrer in den feierlichsten Erklärungen festgelegten Ueberzeugung in einer wichtigen Steuerfrage abgehen würden — dann würden sie nicht nur in der Parlamentsärena ihr Ansehen als zuverlässige, klarblickende und überzeugte Politiker aufs Spiel setzen, sondern .auch einen großen Teil ihres Kredits in weiten Kreisen der Bevölkerung verlieren, die in ihnen bisher die geborenen Vertreter ihrer Interessen und Nöte saheir. Lrff’ UU"|L.[ fitu 'f Es scheint sich allgemein die Ansicht festi'etzen zu wollen, daß ;e Rede Bülows zur Klärung der Situation vorerst noch wenig igetragen habe. Bezeichnend ist da vor allem die abwartende aCung eines Teiles der konservativen Presse. Die Kreuz - eutung schreibt: Wir haben seinerzeit der Erbschaftssteuer nur zugestimmt unter in Vorbehalt, daß ©begatten und Kinder fteigelassen werden L!l«n. Das war auch der Regierung bekannt. Das jetzt be- chmde Dilemma hätte also bei größerer Vorsicht vermieden ritten können. Doch wozu Rekriminationeii? Jetzt kommt es ET«cuf an, zu einem günstigen Ergebnisse der Reichsfinanzreform i _ . . _______ ______ tk fonnnen. Der Reichskanzler hat erklärt, daß er sich nicht mann. 9hir daß er keine Finanzreform ohne Erbanfallsteuer und »tshließen werde, dem Bundesrate Steuern zu empfehlen, die1 keine Politik zur „Ausschaltung" des Liberalismus machen will. Ausland. Monarchenbegegnung. In Wiener unterrichteten Kreisen wird die Meldung von einer im Hochsommer bevorstehenden Begegnung des Kaisers Franz Josef mit dem Zaren nicht in Abrede gestellt aber auch nicht bestätigt. Es zirkulieren Gerüchte, wo- nach die Zusammenkunft Ende August stattfinden soll. Als Ort sei auf Wunsch des Zaren Triest in Aussicht genommen. r serbische Anleihe in Paris. Zwischen der erbt,men Regierung und einer Pariser Finauzgruppe soll angeblich eine Einigung über den Abschluß einer 150 Millionen-Anleibe zustande gekommen sein. m VrJ!fe«.auf einen englischen Vizekonsul Nach Privatmeldungen aus Smyrna wurde der englische V i z e k o n f u l tn Aivali von einem Pöbelhaufen angegriffen xem energischen Eingreifen des Sekretärs des britischen Konsulat^ ge ang es, den Vizekonsul vor ernsten Angriffen zu schützen. Das gesamte Konsularkorps hat bet dem Gouverneur energischen Protest erhoben. . Mehmed Pascha Ein Vertrauter Abdul Hamids und einer bei; ennlutzreichsten Würdenträger des alten Regimes, wurde vorn Kriegsgericht z u in Tode verurteilt. Das Urteil wrnde bura) kaiserliches Jrade bestätigt. A u s P e r si e n. Ein Telegramm aus Jspahan meldet, daß fh«ften, Tischreden, Wünsche und Geschenke — mag es so Mit er gehen. Der Rest ist vorläufig im besten Falle unnütz." in „Radieal" meint: „Die Zusammenkunft wird die letzten tzsurren unangenehmer Tage auslöschen, weiter nichts." In Italien legt man der Begegnung in den Schären -vsofern hohen Wert bei, als sie zweifellos dazu dienen dnde, manche Verstimmungen zwischen Berlin und Peters- Ena zu beheben und manche Reibungsflächen abzuschleifen, r-hr, das heißt konkrete Eraebnisse, erwartet man nicht, dch hält man schon die Milderung der bisherigen Spmi- fnrg für wertvoll. Ein Artikel des „Messaggero" weist • atff bie zunehmende Schwäche der englisch-russischen Entente ^inal bezüglich Persiens hin. Rußland werde zwar der !I5anz mit Frankreich und der Entente mit England treu leiben, aber dennoch eine Annäherung an Deutschland und ttrch Deutschland auch eine solche an Oesterreich suchen. Irrum sei die Begegnung zwischen dem Zaren und dem küäfer im Friedensinteresse zu begrüßen. Die gesamte Presse des Auslandes bespricht die Mo- »1 orchenbegegnung, von der man ganz einstimmig keine Neu- kßgruppierung der Mächte erwartet. Die Stimmung in >Anßland weiß der deutsche St. Petersburger „Herold" Wsehr gut wiederzugeben. „Rußland fühlt sich, so schreibt Möas Blatt, durch seine gegenwärtige internationale Stel- M!ing im höchsten Grade unbefriedigt, und die russische Ge- Wstllschaft weiß infolge dessen nichts Besseres zu tun, als Wchr Gefühl an dem deutschen Sündenbock auszulassen. In Wl. itenden politischen Kreisen Rußlands nimmt man die Ge- I ähren der wachsenden politischen „Mißverständnisse" nicht ■io leicht. Ein anschaulicher Beleg für ihre Meinung ist yp e Monarchenzusammenkunft in den finnländischen Schären. ■ liefe ist als ein erfreulicher Versuch zu betrachten, gute ■ Beziehungen zu Deutschland aufrecht zu erhalten. Daß ■ iber die russisck)e Gesellschaft diese Aufgabe der Regierung ■ i l erleichtern und zu fordern geneigt wäre, iann nicht ? Haupt et werden. Unter diesen Berhältnifsen können nur Wenig Freude werden die Agrarier an den Freikonservativen erleben, die sie schon als feste Bundesgenossen in ihrer Regalions- yolitif betrachtet hatten. Nachstehende Erklärungen der P o st scheinen die Behauptung zu unterstützen, daß die Freikonservativen vielleicht mit einigen wenigen Ausnahmen für die Erbanfallsteuer eintreten werden. Nun hat Fürst 'Bülow gesprochen, und Beifall erklang, als er gestern seine Rede schloß. Dieser Beifall war nicht sehr lebhaft und gewiß nicht allgemein, war doch die ganze Rede nicht auf äußeren Erfolg gestimmt. Ihre Bedeutung zu würdigen, wird den nächsten Tagen Vorbehalten bleiben müssen, wenn sich zeigen wird, welchen bleibenden Eindruck sie auf die Mitglieder des Reichstags gemacht hat, die zunächst recht nachdenklich geworden waren. Das scheint ein günstiges Zeichen iäv die Taktik und die Politik dcS Reichskanzlers. Wir wissen längst, daß er nicht in Kürassier- stiefeln einhergeht, nicht einhergehen will, darum kamen auch 'die zu kurz, die auf dramatische Wendungen, scharfe Absagen oder sonstiges 'Belebendes einer Sitzung gerechnet hatten. Und doch hat der Reichskanzler alle Parteien „aufgemuntert". Darüber tonnte niemand int Zweifel sein, daß die Tage der Abreckmuugi gekommen waren, als sich Fürst Bülow erhob, um sofort mit einem mächtigen Ausfall „aufs Ganze" bvrzugehen. Klar und bestimmt übernahm mit der gestrigen Rede Fürst Bülow seine Führerrolle. Jedem einzelnen sagte er offen und ohne mit der Wimper zu zucken, wohin er sich verlaufen hätte und wo sein Platz sein muß, jeder Fraktion zeigte er ihre Irrtümer: und taktischen Fehler und seine eigene, Stellung. Mag man stehen, wo man will: Die Art, wie Fürst Bülow vor der Abrechnung ein großes Airfräurnen vornahm, dürfte ihm einen großen Teil des etwas verfallenen Ansehens wieder errungen haben. So, wie er gestern, pflegt feilt Ministerpräsident zu sprechen, dem. es an ernstem Willen und moralischer Kraft, an Ueberzeugung zu seiner guten Sache und an Zustimmung seiner Mitarbeiter und seines kaiserlichen Herrn fehlt, wenn auch im Augenblick manche Wendung verkannt und unter oder überschätzt worden sein mag, so wird dieser Eindruck schließlich der bleibende fein. Die Germania sieht hingegen in der Rede Bülows einen „neuen Affront gegen das Zentrum". Das Organ der Nationalliberalen, die Nativnalzeitung, schreibt: Noch steht Fürst Bülow auf der Kommandobrücke. Scharf mtd sicher Hangen seine Worte, das Getöse um ihn her übertönend. RtthiZ ging der Blick über die Gegner hin, aus deren Augen er die Kampfftimmung lesen konnte. Aeußerlich das Bild eines Mannes, der den kommenden Ereignissen gegenüber gewappnet scheint. Es war für den Kanzler ein Tag der Abrechnung mit dem Zentrum und mit den Konservativen. Wie er gleich zu Beginn seiner Rede sagte, er wollte sein Verhältnis zu den großen bürgerlichen Parteien klarlegen. Natürlich mußte er sich dabei mit der Ovvosition auseiuaiidersetzen, die ihm seit Wochen und Monaten zähen Widerstand leistet. Der Angriff auf das Zentrum war gut durcligeführt und endete mit 'einem unbestreitbaren Erfolg des Reichskanzlers. In dieser Partei wird man selbst das Gefühl gehabt haben, daß jedes Geschoß traf, das Fürst Bülow versandte. In der freisinnigen Vo f sischen Zeitung heißt es: Der Reichskanzler will den Liberalismus nicht aussckMlten, der Reichskanzler kann gehen. So schien die Stimmung der Konservativen, von Herrn Erzberger und seinen Freunden nicht erst zu reden. Fürst Bülow verdarb es "mit der Rechten vollends, indem er ehrlich hervorhob, daß 'die nationale Idee in liberalen Kreisen geboren ist, und stark betonte, den liberalen Geist aus der Gesetzgebung bannen, wäre ein historisches Unrecht, ein politischer Fehler. Es wäre ihm leicht geworden, "die Beispiele aus der Geschichte beizubringen, die Belege für die Kurzsichtigkeit und Engherzigkeit: nicht nur einzelner Minister, sondern auch der Konservativen^ in alter Zeit, wie sie die deutsche Einheft als revolutionären^ verbrecherischen Aberwitz verfolgten, den nationalen Gedanken als lchener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen blä oorrSttogTTue" Rotationsdruck und Verlag der vrLhllchen Univ.-Such- und Steindruckerei 8. Lange. 8edakti«n, Expedition und Crnderei; Schuiftratze 7. teal": 'ür d-n ' ________________ c r- u Anzeigemeu: y. -Leck. ;GETR.ta \lineralwasstrh ssei).__ ieferl billigst die Er? Jniversitils-BuilKii Mterei, Gießet ipanM und Verkehr erschweren inib die wirtschaftliche Lage ver- Tie Wiener Zeitung schreibt bei Besprechung der Rede Er hat ferner betont, daß die notwendige Suinme von Ides Fürsten Bülow: Man werde nach dieser Rede überall in Stadt ' “ * 'und Land daran denken müssen, seine Ansichten über den Li- Die französische Presse betrachtet die Monarchen- icgegnung verhältnismäßig ruhig. „Ihre Tragweite ist sehr kcschränkt," sagt der „Figaro", „und die Dinge werden tichher genau so bleiben, wie sic vorher gewesen." Die ,/Lirore" sagt: „Alle Welt will sich erhalten und ruhig mn, warum sollen die beiden Kaiser nicht das gleiche -eZ-ürfuis haben wie alle Welt? Empfänge, Sondergesaudt- '^'aniNilu^I nach « w di-i-, s.*;| uni, 'Glichen ^über Mennigung h’il und cmgc-4 ! '.bedruck, * Antrag bW.r llerpctiüguK, I nrcht nut qtop < rchtsunsichtthki!^ • . ^Mitteilungen tr । lono, ednutij, l£r sntercjmw A relslaimner • 'IfswirtjM Tn Abnahme einer . ibt Remscheid ozcntige AnlcL; ; zwischen eins »kündbaren ieneüe i he der Stabt t peije und Trank. len auf dem Festplay für 3n bcm Dekanat Grün □ Grünberg, 17. Ium. ' Mül Sf n. Ter Tircftor be? Zoologisch, u ? bürg statt Öicr wurde ein Krieger verein gegründet, dem bis jetzt 20 Mitglieder findet. nm chet Xt n X $? n n n u 3um j a m in tun« cmtflic iut) dahingehend. de Gestern abend gegen 11 Uhr wurde dH 1t it und Veri nrolr< Äononm Alexander Ä a r ft vom An Hegt J rabcnbiebftabl ux 4 8 o di en strengen»! m die irvatc Klasse deS 3olbotenftanbe» Ter itoar. doch erachtete ibn das Gericht aut "V ■ Mainz, 17. Juni. Kommerzienrat Opel i Tas Konzert des Gesangvereins „Frohsinn Sonntag auf der Terrasse statt. L. Friedberg, 17. Juni. Seit heute if erhöhten Mehl- und Getreidepreise der Laib diesem Jahre r i n e m a t o g r a v b i f dt c Bor i ü b r u n gen i m F ri ien l'in hoh« i i 1 der Gouverneur von Euba, ist zur Hur hier abgestiegen. Wendigkeit betont, in bestimmten Fallen das Ertragsmoment mit .lieran,Anziehen. Auch die Frage des ^chuldenab^ugs bei der Grundsteuer nnirhe eingehend besprochen Im Ausschuß ist man mit '.lusnähme de-Z Abg. Ulrich jebod) zu.'m- lieh einmutig für das Verbot des Schuldenabzugs, und auch die Regierung hat sich bekanntlich dafür erklärt, weil heu Gemeinden durch die Zulassung des SchuldenabtzngS ein zu großer Steuerauöfall entstehen wurde. Nach Ansicht der Regierung, die in der heutigen Ausschußsitzung durch die Sxrrcn Geheimräte Becker und Best und Oberfinan; rat Tr (6101 fing vertreten nxir, wurden durch den Schuldcnabzua gerade die BcvölkerungSklassen ohne Grund-- il sie zur Deckung des sperre wegen Tollwut ist rechtsungültig, wenn auS dem Wortlaute der Anordnung nicht hervorgeht, daß ein tollwutkranker ober -verdächtiger £>unb frei herumgelauken ist. In der Begründung heißt eß: Stach Z 38 des Re chSvieh'euchenaei'etzeS kann die Festlegung der in dem ge'ährdeten Bezirke vor- hanbenen Hunde nur angeordnet werden, wenn ein loul- kranker oder -verdächtiger Hund frei hernmgela 'en tfl. T> Erfüllung dieser Voraussetzung muß auS dem Wortlaute bei Anordnung heroorgehen. Lich, 18. Juni. Nächsten Sonntag den 20. I. MtS findet zur Freude von Jung und Alt nach sünfiähiiger Pause wieder ein Jugendtest statt. Em Fettzug wird nach drin Gottesdienst am Rathaus aufgetlellt und bewegt sich, von Musik begleitet, nach dem Feüplatz Harddera. Jwei WiNc sowie daS rechte Bein übeifahren. Ter l^crletzte nach Anlegung eine» NotvcrbandeS in die chirurgische gebracht. Man hofft, daß der Verunglückte mit dem daoonkonimt. 1 Der erste Echraubenbamvfer auf der Lahn bei •• Tic Hundesperre ist zurzeit über Starken du r * sowohl, al- auch über Hessen-Nassau verhängt. Ei Urteil deS KammergenchtS destunnit über die Sperre Ein kreiypolsteiliche Anordnung für die Verhängung der Hunde Seltfrreü besuchen moxchte, vergessen annngeuI lien. baß! bei I paHatnctifariicbcs aus Bcnen. der weiten Kammer hat sich gestern und heute wiederum mit der G e m e i n d e st e u e r r e f o r m bcfdiap i ißt. .In der gestrigen Sitzung wurde noch einmal hie Be flcucning nach oent gemcuicn Kerl und dem Ertrag er örtert und dabei von Derfrftkbenen Abgeordneten die Not ongehöicn. 4 Bad-Nauhcim, 17. Juni, burtstags des Königs von Schweden gestern abend ein Festkonzert qjif der Terrasse Heute abend gab's neben dem Konzert zum erstenmal in Gießen wird heute nachmittag am KieSlagcrplotz der Gebt. Mahl oberhalb der Klärbecken-Anlage seinen Anker auSwerfen. Der Dampfer, Eigentum der Gebr. Kahl, soll als Schlepp» dampser für KieSkähne dienen. Da« Fahrzeug hot einen Tiefgang von 0,80 Meter und bietet auf Deck etwa 30 Per- ionen Na mn. •• Besitzwechsel. DaS Anwesen deS Wirts Franz Wigandt, 9teuenweg, ging bei der gestrigen Bersteigerimg vor dem LrtSgencht für daS Höchstgebot von 46 000 Mk. in Nn Besitz dcS BletzgermeisterS M. Keßler über. Schramm, der den größt'n Teil feiner ein Alter > oder Okitriinnsbeun bcftimmt er txlaimt. bap auch du Kinder des nei n. Mainz, 17. Ium. Auf dem großen Sande bei Mainz werden feit einiger Zeit mit einem Gle itf lie«-- Vermche uorgenommen, die durch ihre günstigen Ergeb das allgemeine Interesse erregen. TaS Modell, nut diese Versuche vorgenommen werben, gleicht :n feinem dem Körner eines Vogels und besitzt ungefähr 6 Ciia meter Tragflächen. Diese verteilen sich ans cm Ober- Unterdeck, vor denen die Höhen- und Trefensteuenin.i gebracht ist. DaS Hinterteil wird durch einen ewo Körper gebildet, der sich nach hinten üeroüogt und an l Leiten rechts und links RegelungSstächeu angebracht die em ungleiches Gleiten in der Lust verhüten sollen Tu Seitensteuerung ist am Hinterteil befestigt und beucht au» einer senkrechten und au6 einer wagrechten Fläche. Die H.. suche werden vorläufig noch mit einer Schnur oorgeno.nn.cn. die bei einem Winde von neun Sckimdenmetern gegen b__ 56jäh :.,c Tagelöhner Heinrich N ück auS EppertShaus der bei einem Mrtzgemiei'ter in BonameS bebien let war. n gestern bei BonameS auS der Nidda geländct loocbce. Es liegt Selbstmord vor. X Cfienbad) 17 Juni In ber bcutiaen Sitzuum 5faoayftotDnrtem><(i nmlunct ga? Bnrgennemer T; T...» Hnutrni» von der Stinunq bc> verstorbenen $ u-rri 5 i vorwari. daß derleib ochuldenabzug gerade btc Bcvoiri besitz erheblich geschädigt i»erben, mei .»hi lalH durch höhere Eintommensteuer herang>?zogen werben mußten In ber heutigen Sitzung legten auch die 'ffbgg. Tr Weber unb Brauer den angekündigten Antrag auf ilt zu berücksichtigen, daß abweichend vom Voriahrc m bin yjlat 1909 bac> Pfingstfest fiel. Die Zahl der Werktage war um einen geringer als im Mai 1908. ** Der B r i g a d e k o m in a n d e u r v Francois ist mit seinem Adjutmtten Hauptmann v. .Har ui er hier ein getroffen nnd im Hotel G > oßherzog abgestiegen. •• Ernennung. Gencbtsschieiber-Aipirant Thomas von Gießen wurde durch Erlaß des NeichSkanzlerS vom 11. Ium l. IS. als Sekretär dem Konsulat m London überwiesen. ** TaS A b o n u c in e n t t on ; r r t in Steins Worten war imflcntcm gut besucht, da der (ioruetvirtuoie V. 9 ü m ni c l, her von irnber Inn hier iu>d» bestens bekannt ist, ein gern \v« hortet Süuftlcr ist fiie Kümmel sein Instrument beherrscht, ist mritbin befcimt. und es erübrigt iut) deshalb, oui seine oudi geilem wieder ausgezeichneten Leistungen cuuuachen, die (tut niischen B» iiall kinbcit. Auch der übrige Spielplan wurde lehr trendig niimcnomnicn. ivas bei unserer Kapelle ia auch weiter fein Wunder ist. •• Für Gesangvereine. Em vierstimmiger Männerchor s,Trieb mich, ganz beim Lieb zu sein*), von dem Präsidenten der.Vogelsberger Sängervereinigiing' Lehrer W. Schaab-Gedern, wurde auf dem 4. BnndeSfest der ,^ängeroerciniginig* in Gedern am letzten Sonntag als Mafienchor vorgetragen und mit großem Beifall auf» An» StaOt und Land. Gießen, 18. Juni 1909. •* TageSkakender. Vortrag - Prof. Tr. Sommer: Aus den Balkanlänberii. Steins Warten 8> L. Uhr. Kolosseum: Konzert 7i/3 Uhr baltnir Knoblauch wurde beute von ber tzroi Tt V. o r i di e 11 , begib nach England, um in Cambridge als Vertreter der .'•■iigen llnivcriirat an der T ar luin-Webrn (feier teilj»* nehmen. ( Marburg, 17. Juni. Auf dem bcuiMn 2 ri) mein cm ar f t, der mit x70 Schweinen befahlen iwr behaupteten sich die seitherigen hohen Preise. ,Ferkel konc 35 bis 40 Mk., Läufer 80 bis 90 Mk. und grünett S'.» 110 bis 120 Mark per Paar ( Marburg 17 Juni. 3u dem am L. 4 uub 5. Juli hier itnttfiiibenbcii hessischen Want ttr ■ i ft > die dis setzt unerreichte Zahl von I Mustern eg. n engnr tr worden Mit dem Bau tn:r Festhalle ist betritt begönne« worden g. Gladenbach, 17. Juni Tie Fniw> lltgei Fcucrwchre u des Kreises ."»-denkopf irirtit a« 1 Augustsoniitag hier ihren Bezirks-Aeuern^.'hrtag I« Verhandlungen iwrben im Val'.brachtschen Sa i!. cbgebaUrt» woran sich eine größere Hebung her hiesigen Äehr auichlntzt. Allmählich kommt and) im greife Biedenkop bat loschivesen immer mehr in Fluß. Tn- . rst 'vreirffc Feuerivehr wurde in Bo11enhoru 1903 gegrunheh VW io(gtc die zu Nodhrim a. b. Bieber unb nun bestehen MM 10 Wehren im Bezirk Frankfurt o. 9)1., 18. Juni. Luftball on-Ä«u- fahrt im oo l ogtschen Garten. Als BoltäufEM Luftfahrten mit lenkbaren und nicht bmfborcn v /ndt*1 ii ährend der I. L.-A. veranstaltet die 21 Ilion drS Jool s chen Gartens am konnnenden Sonntag, dein tty 11 ’ 3 5,1 ••• Luftballons, die von Fräulein Kä tchen Paulus Herrn Doerr aus Wiesbaden geführt iverdcn foUrr. i< "lituahme von Gälten m beschiankter Anzahl m oi ct dsbn Hüsielsheim hat dem Mainzer Ruderoercin em Tramieibost gefliftet, das gestern abend in Betrieb genommen wurde. Aus dem Kreise Vetzlar, 17. Ium Zu der heute in Leipzig eröffneten 23. DanderauSsteklung d r Tm- scheu Laudivirt|chaft. gesellschaft Iwt aud) die ? c r d buch, g e s e 11 j d) a f t des Kreises A? etzlar für ba«' Bogeisb.igrr Ninb seck>s Tiere entsandt, und zwar zwei Bullen ine vier Mühe. Ter benachbarte st reis Biedenkopf bat nrj- Bogelsberger Tiere zur Ausstellung abgefdndt i Warburg, 17. Ium Tie Jahresverssf»^- l u n g der historischen Kommission für »essen nd findet am nächsten Samstag in der Universitä' zu Um- Caröarflffob X>V. CI bi oueqeiprocfc n habe, mit 8(K) Mann nach Teh«ran io maschirren, um die Ausiührung der Berfasi'ung bur:b r n I- <.it- 3 -abm-tt zu erjroinqen. . n, k-roktonische Wirrcn 9iad> Meldunqcn auS Eaio- blriicn haben die Srrbrniammt Mulev »ekir »um rultan V x.. f I a m ’ c r t T»e Berber i'onne verschieden'- andere Stämme jolteii beabsichtiaen. »tc Truoven Mulco HafidS aniugreifen o t t a u i Ansichtskarten in Amerita 4.tt Scnok nahm den Abänderung 'nirag zur ToriibilL nach welcher ber Zoll aus Aiuichtskarien :ntt. Ter Großherzog hat hierzu der ,.H a r m o n ic* einen Ehrenpreis gennbmet. In allen Ktasfen sind vom sest- g ’ccnben Verein höbe i^elbprcife auSgeictzt. So betragen in der 1. Stadtklasse b r 1 Preis ' Mk, ber Preis 9X) Mk., der 3. Preis JiiO Mk In der 1. Landklasse der Berücksichtigung des Ertragsmoments vor. Darnach soll bei Ermittelung des Wertes von Grundstücken, die voraus sichtlich dmierud und ausschließlich landwirtschaftlicheii jmcdim bienen und bereit 'fiert sich lebiglich nod) ihrer Eigeiisd>ast als fruchttragende Grundstücke bemißt, ein M i tief roeirt zwischen gemeinem Wert und Ertragswert ziigrunde gelegt werben, wenn biefe beiden Werte erheb lick, Douernanher alüveichen. Der Mittelwert, der sich aus den beiden Hälfte» von Ertragswert unb gemeinem Wert ,»fammensetzeu mH, darf jeborf) nicht unter Zweidrittel bes meinen 'fiert' herabsinken i der diesen 'fiert um ein Fimstel rbiTftciqcn. Tie Regierung behielt sich eine nähere Stel- lungnahme zu diesem Antrag vor. ebenso bezüglick) der Än- ngung des Mg. 'Brauer auf Freilassung ber lanb* wirtschaftlichen Oekonomiegebäude non ber Grundsteuer, halte au gestern die Frage angeregt, ob nicht vielleicht die Eiiikonirnensteuev, die nach bei neuen Vorlage nur zur Halste der Staatssteuer ver anlagt nfird, etwas höher bemessen werden könnte, um heu (Gemeinden einen gewissen Ersatz für bie Beibehaltung des Schutbeuahzugsverbotes zu gewähren. Auch über bic Gewerbe st euer, bie Besteuerung ber Zkonsumvereine mit offenem Laden, bie Warenhaus- unb Filialsteuer wurde eingehend debattiert. — Die FoNsetzung der tifcratung soll am nächsten Mitt wo ck) erfolgen. foliKiainie nnb der Schutzmann schatt (träte verurteilt Ter Angcktaaic batte fr q. brach», m welchem rr hem v^rheiratete« »re« -num e vafl ei«. X Hanau. 17. Juni Als 'i? o l i a <* i b 11 < rat in Hanau ist Lanhrak ,vrh’ Lauer von m Otlivclcr in AnZsicht genommen 'ck llldiq. einem Kameraden im Schlaf aus dem 30 Psa eniivendet -u hoben — Ter bei der em birr.'nbe Matroic Beter Roßdadn poii « t bciclu’t an'onns Mai in Urlaub und beteil Aückiodrlarte iu ^mviana nahm, den bortrnni Helm. -Dal rr sich äraertc, 4 ÄIomc I Bcamteiib.lerd»7una trug 'dm 10 za 'N. B Tarmstadt. 17. Ium 1. Preis 4 doch nut rcdH ui rrh-ilten Be -ericht hatte den Angeklagten seinerzeit freigesprochen, weil angeblich der Wahrheitsbeweis erbracht sei und ihn: der Schuh des § 193 zugebilligt wurde. Infolge der von der Staatsanwalt- schäft eingelegten Berufung erfolgte das heutige Urteil der Straf lummer. R. B. Darmstadt, 17. 3utii. Das Schwurgericht »erhandelte in ,einer heutigeit nicht össentliri^en Sitzung gegen sten 21 Jahre alten, ans Böhmen stammenden und hier ‘in Stellung befindlichen Kellner Otto^Schusier tvegcn Notzuchtversnchs Der Angeklagte beging die zeit am 16. März d. I ans dem Wege vach Ebcrstadt, wo er ein auf dem Heimweg befindliches Mädchen vergewaltigen suchte. Ein des Weges kommender Mann vcr- aitelte seine Absicht und nahm ihn fest. Betr. des Notzucht^ uersiichs nmrde Schusser sreigesprochen und wegen tätlicher Be Ilndrgung zu 6 Monaten Gefängnis, abzüglich 3 Monaten Untersuchungshaft, verurteilt. Tie Verhandlung dauerte bis **/23 Uhr. Berlin, 17. Juni. Die Verhandlungen gegen den Sekretär der deutschen Gesandtschaft in San di a g o, Bectert, der der Ernrordung des Gesandtschafts-Por- tners, sowie der Brand,tistung usw. beschuldigt wird, hat, wie die Vos,. 3tg. hort, mit der Verurteilung des Angeklagten zum 3 ob e geendet. Bechert stellte auch während der Verhandlung jede Schuld rn Abrede, luurbe aber durch die vorliegenden Indizien hr htnrnchend uberstihrt erachtet. Das Urteil wird jedoch ver- niutlich an Bechert nicht vollstreckt, sondern ans dem Gnaden- ivege in lebenslänglichen Kerker umgewaudelt werden. Kiel, 18. Juni. s)iad) viertägiger Verhandlung wurde gestern das Urteil des Kriegsgerichts gegen die Angeklagten vom Kreuzer Danzig gesprochen. Kapitän- leutnanl Habenichts erhielt wegen Misjbrauchs der Dienslgewalt iciid ungenügender Beaufsichtigung von Untergebenen einen sechstägigen Kammer-Arrest. Der Maschinist Milde wurde wegen Miß- biau0)5 der Dienstgewalt zu drei Tagen mildem Arrest ver- »itnlt. Die übrigen Angeklagten wurden hauptsächlich wegen liRilitarlschen Diebstahls bestraft, begangen durch Ansertigenlasscn >'»n Baus- und Ziergeräten aus eigenmächtig mitgenommenem, der Marine gehörigem Metall durch Untergebene. Der Ober-- Ingenieur Nvggensack wurde zu 4 Monaten Gefängnis und Dienst entlassung, der Maschinist Roggah zu 4 Monaten Gefängnis und Degradation, die übrigen 6 Deckosfiziere zu gelindem Arrest von Tagen bis 6 Wochen verurteilt. Paris, 17. Juni. Die Prinzessin Sagan, neb. Gould, wurde von der letzten Instanz zur Zah- laiig von 200 000 Fr. verurteilt für den Perlen- schnruck, bcu ihr früherer Gatte, der Graf Castello, br bellte als die Ehe noch nicht geschieden war.___________________ Sport F e l d b e r g f e st. Am nächsten Sonntag findet das Feld- le.rgsest statt, das in diesem Jahre einen besonders zahlreichen Gesuch aus Tnrnerkreisen erwarten läßt, da größere turnerische Wettkämpfe innerhalb der Deutschen Turnerschaft nirgends staii- i'nden. Als Wettübungen Hub Freihochsprung, Weitsprung, Stein slcrsjen. Laufen über 100 Meter imb eine Pflichtsreiübnng gewählt eorben. Tie Wertung geschieht an 17 verschiedenen Uebungs- ol ätzen von etwa 60 Kampfrichtern nach der Deutschen Wetturn- irbnung. Beim Hochspmng zählen je 5 Zentimeter über 1,20 steter, beim Weitsprung und Steinstoßen je 10 Zentimeter über I Meter 1 Punkt. Beim Lausen zählt jede V .. Sekunde, die wein !PT als 16 Sek. gebraucht wird 1 Punkt (12 Sek. - 20 Punkte. 11(10 Wettnrner sind bis jetzt gemeldet, darunter fo(ri)e aus Eß- iliitgen, Stuttgart, Würzburg, Siegen, Mannheim, Ulm, Neuß, Münster usw. Sie treten morgens 6'/,. Uhr am Brunhildisselsen t 17 Riegen an. Es folgen allgemeine Freiübungen und dann i. *' Wetturnen Von 12 Uhr mittags ob fechten zahlreiche Spiel- .iblcilungen Wettspiele aus und um 1 Uhr singt die Gaiisänger- mhoit des Main-Taunusgaus, die aus 18 Gesangsriegen besteht, .-ivei Massenchöre und zwar: „Das Deutsche Lied" von Kalliwoda iiiib „Das Turnerlied" von W. Kleinschmidt. - Prinz H e i n r i cb Fahr t. Gestern vormittag von 11 Uhr ab sind die an der heute zu Ende gehenden Fahrt letl- ii lMenden Automobile in der Münchener Vorstadt Giesing iiirgetroffen, von wo ans sie nach dem Forstenrieder Park zur schnelligkeitsprüfung fuhren. An der Spitze der Wagen bewegte it) derjenige der Oberleitung und der des Prinzen .Heinrich von lr eußen. Tie Strecke für die Schnelligkeitsprüfung ist 5' _> Klm. hng. Längs dieser Strecke hatte sich eine große Bvltsmenge ein- ° i linden, dlach der Schnelligkeitsprüfung fuhren die Automobile liMd) dem Münchener Ausstellungsplatz, wo sie zunächst unterbracht werden. - Bon den zur Fahrt angemeldeten 113 Fahr- i lagen haben 92 das Ziel in München erreich t. Sämtliche Lagen und Insassen befanden sich in äußerst guter Verfassung. Ilie Schnelligkeitsprüfung im Forstenrieder Park, die abends 5 Uhr ii Ende erreichte, verlies ohne jeden Unfall. Die besten Er- c leitijse erzielten: Monson > O pc lji 2 Min. 46,4, K ommerzien - jiii : Opel (Opel1 2 Min. 53 Sek., Nenmaier iBenz) 2 Min. Sek., Willy Pögc iMercedes 3 Min. 10,6 eef., Graf Mr.'rander Kolowrat (Lanrin) 3 Min. 36,4 Sek., Gitschow -Mer- Icrg ksi 3 .Min. 26 Sek. Todes-Anzeige. Allen Verwandten und Bekannten die schmerz- H liche Nachricht, daß gestern nach kurzen), schwerem U Leiden unser unvergeßlicher Sohn und Brllder | Hans Weber H im Alter von 16 Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Joh. Weber. B Gießen, Schützenstr. 18, den 18. Juni 1909. B Die Beerdigung findet Samstag nachm. 3 Uhr von B der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 04544 Danksagung. Für die wohltuenden Beweise herzlichster Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagt innigen Dank Familie L. Löwenstein. Ruttershausen, den 18. Juni 1909. 3508 Eiastien:: Fliepclräte ifferiert in großer Answahl zu billigst. " Emil Pistor Nacht. Marktstrasse 11. K iel. 18. Juni. Bei der gestrigen Segel-Wettfahrt um den französischen Eintonner-Pokal siegte die deutsche Jacht „W i n d s v i e l 1 2" zum dritten Male und gewann damit den Pokal. Tie französische Jacht „Trilby" passierte als zweite, die dänische Jacht „Albatros" als dritte das Ziel: die schwedische Jacht „Elga" belegte den letzten Preis. Reichsgerichtsbrief. Nachdruck verboten. I. S. Leipzig, Juni 1909. Aussteuer s argen. Auf Grund des § 1620 B. G.-B., welcher den Vater tzur Gewährung einer angentesseneu Aussteuer im Falle der Verheiratung einer Tochter verpflichtet, hatten zwei verlobte Töchter des Privatmannes W. in Blasewitz Klage gegen ihren wegen Ehebruchs geschiedenen Vater aut Auszahlung von je 5000 Mark erhoben. Die eine Klägerin ist mit einem Architekten, die andere mit einem Obermonteur verlobt. Das Landgericht Dresden hielt eine angemessene Aussteuer in Höhe von je 2500 Mark für begründet, das Oberlaa des- g e r i ch t Dresden erhöhte diese ans je 3000 Mark. Die vom Beklagten gegen das oberlandesgerichtliche Urteil eingelegte Revision hatte keinen Erfolg und wurde vom 4. Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes zu r ück g cwiesen. In seinen Entscheid u n g s g r ü n d e n legt der erkennende Senat dar, daß der Aussteueranspruch allerdings erst init der Verheiratung zur Entstehung gelange, jedoch kann auch Klage ans künftige Leistung erhoben werden, wenn den Umständen nach die Besorgnis gerechtfertigt ist, daß sich der Schuldner der rechtzeitigen Leistung entziehen werde. Im vorliegenden Falle habe das Obcrlandcs- gericht in llebercinftimmung mit dem Landgericht angenommen, daß diese Besorgnis gerechtfertigt sei. Denn der Bellagte habe sich der Unterhaltspflicht seiner aus der ''geschiedenen Ehe stammenden und mit ihm entfremdeten Töchter fortgesetzt zu entziehen gesucht. Diese Ausführungen des Vorderrichters seien nicht zu beanstanden. Richtig sei es allerdings, daß die Aussteuer in den natürlich beweglichen Sachen und nicht in Geld zu verstehen fet. Allein der im t? 242 B. G.-B. ausgesprochene allgemeine Grundsatz, daß die Leistung so zu bewirken sei, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte cs fordern, gelte auch für die Erfüllung der gesetzlichen Aussteuerpflicht (Juristische Wochenschrift 1906 S. 458 Nr. 11 und Rcichsgcrichtscntsch. vom 11- Februar 1909 IV. 271/08). Was die Verlobten der Klägerinnen anlangt, so habe das Berufungsgericht mit Recht berücksichtigt, daß beide junge Techniker seien und als solche eine Fachausbildung genossen hätten, die ihnen das Einrücken in leitende Stellen oder die selbständige Ausübung eines Gewerbes ermögliche. Kleine Tagcschronik. ßjeftern wurde auf dem Ausstellungsplatz Leipzig-Eutritzsch in Anwesenheit des Königs v. Sachsen die 23. WanderanS- st e l l n n g d e r d e n t s ch e n l a n d w i r t s ch a i t l i ch e n G e s e l l- sch a ft durch den Vorsitzenden der Gesellschaft, den Prinzen Johann Georg von Sachsen eröffnet. Gestern ist das Empfangsgebäude und der Güterschuppen auf Bahnhof Lauten bürg abgebrannt. Citerarifcbes» — D i c F o r t s ch r i 11 c d e s deutschen Schiffbaues. Im Verlage von SDobbing u. Co., Berlin S. W., ist soeben ein Werk: Die Fortschritte des deutschen Schiffbaues unter besonderer Berücksichtigung der Entwickelung der Flotte des Norddeutschen Lloyd in Bremen erschienen. Die Anregung zu der Herausgabe dieses Werkes hat die im verflossenen Jahre in Berlin abgehaltene deutsche Schiffbau-Ausstellung gegeben, deren vollendet schönes Bild bewiesen hat, in wie hohem Maße sich der deutsche Schissbau und die ihm verwandten Industriezweige entwickelt haben. Welchen Einfluß aber eine große Schiffahrtsgesellschaft auf die Entwickelung dieser Industrien ausüben kann, ist in dem jetzt erschienenen Werke in Wort und Bild veranschaulicht worden. Nicht allein die Werft- arbcit an den neuesten Ozeandampfern sowie deren Jnnenans- ftattung ist beschrieben worden, ionbmi auch die Entwickelung der mannigsachen für den Schiffbau und den Reedereibetrieb in Betracht kommenden Industrien, die ihre Technik immer weiter verbessert und den Schiffswerften so immer neue Fortschritte ermöglicht haben. Weiterhin ist in dem Werke dargelegt, tzvie durch das ständige Anwachsen der Schisssgrößen und Geschivindig- teiten die Hafen-Einrichtungen, die Lösch und Lade-Gelegenheiteit, die Tockanlagen sich vervollkommnen mußten: kurz, es ist ge zeigt worden, welch großer technischer Hilfsmittel eine moderne Großreederei wie der Norddeutsche Lloyd in Bremen bedarf und in welch umfangreichem Maße sie verwendet werden. Das umfangreiche Werk ist nebeneinanderstehend in deutscher und eng lischer Sprache gedruckt. — Paul Hage: Armin, Germaniens Befreier. Verlag von Peter Hobbing m Darmstadt 1909. In dieser Lebensbeschreibung wendet sich der Vcrsasser in erster Linie an die deutsche Jugend: ihr will er, ohne die verwerflichen Eigenschaften der Vorfahren zu übersehen oder zu verschweigen, einen Spiegel urgermanijchen Heldentums vor Augen halten. In die iithaltliA) wie stilistisch gleich gute, aus wissenschaftlicher Grundlage beruhende Darstellung sind frei erfundene Episoden verwoben, die dem Zeitgeist angepaßt sind und in anziehender Weise die leider nur spärlich vorhandenen Quellen sinngemäß ergänzen. Unterhaltend und belehrend zugleich gibt das Merkchen nicht nur treffende Charakteristiken der redend und handelnd eingeführteu Hauptpersonen Armin, Tusnelda, Segcstes, Varus', sondern auch zuverlässige Belehrungen über altgermanische staatliche Einrichtungen, über religiöse Gebräuche, über Rechtsprechung, Bewaffnung, Kleidung, Lebensweise u. dgl. m., und zwar alles in solch sesselnder Form, daß ein denkender Schüler das Schriftchen kaum ans der .Hand legen wird, ohne es zu Ende gelesen zu haben. Gesunde Vaterlandsliebe durchweht das Ganze. In unaufdringlicher, schlichter Art sucht der Verfasser dem Leser zum Bewußtsein zu bringen, daß Einheit und Einigkeit stark machen und deutsche Manneszucht befähigen, den Kampf mit jedwedem Feinde aufzunehmen. An uns aber ist cs, derer in dankbarer Ehrfurcht zu gedenken, die unser Volk in schweren Zeiten durch Kampf zum Sieg geführt haben. Ter größten einer ist Arminius: Zur 1900jährigen Gedenkfeier seines Befreiungssieges über die Römer hat Hage von ihm ein Lebensbild entworfen, dem in jeder Haus- und Schülerbücherei ein Ehrenplatz zukommt. ck. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 18. Juni. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 10 Wagen Heu und 1 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Mk. 4.80.—5.30, Stroh Alk. 3.00—0.00. Alles je 50 Kg. Tie Zufuhr kam ans den Kreisen Gießen, Friedberg und Dieburg. fc. Wiesbaden, 17. Juni. Heu- und Stroh markt. Angefahren waren heute 16 Wagen mi t Hen und Stroh. Alan notierte: Heu (altes) 10.00 -10.40, neues 5.60—0.00 Mk., Stroh (Richtstroh) 7.00-7.60 Alk. Alles für 100 Kilo. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag dem 19. Juni: Teilweise heiter und trocken. Nachts kühl, am Tage warm. Nördliche Winde. Griginal-Drahtmel-ungen. Münster, 18. Juni. (Amtlich.) Um 6 Uhr heute früh hat der D-Zug 128 Berlin-Vlissingcu bei Dülmen ein Fuhrwerk mit 3 Personen überfahren. Die Insassen wurden getötet. S u 11 g n r t, 17. Juni. Ter 3 5. Kongreß für innere Missio n findet vorn 4.—7. Oktober int Anschluß an das Bundesfest des Süddeutschen Jüitglingsbundes statt. B r e m c n , 18. Juni. Tie heute hier angefomntenen eng- l i s ch e n G e i st l i ch eit wurden von dem Bürgermeister M arkns und einer großen Anzahl Handelsherren in der Empfangshalle des Norddeutschen Lloyd empfangen. Reval, 18. Juni. In seinem Trinksvruch dankte der Kaiser für den liebenswürdigen Empfang an Bord des Stauda r d, der ihm ein neuer Beweis für die herzlichen Beziehungen zwischen den beiden Fürsten und ihren Häusern sei. Ich trinke auf das Wohl Euerer Majestät, Ihrer Majestät der Kaiserin und der ganzen kaiserlichen Familie und ebenso auf das Gedeihen des russischen Reiches! Reval, 18. Juni. Bei der gestrigen Abendtafel brachte der Zar folgenden Trinkspruch aus: „Ich freue mich, Eure Majestät willkommen heißen ztt können in Erwiderung der Gastfreundschaft, die mir vor zwei Jahren in Swine- münde erwiesen wurde und die mir unvergeßlich Meinen wird. Ich freue mich der traditionellen Beziehnngen herzlicher Freundschaft, die nicht nur zwischen unseren beiden Häusern, sondern auch der Allgemeinheit herrschen. Ich trinke auf die Gesundheit Eurer Majestät, Ihrer Masestät der Kaiserin, das Wohlergehen der ganzen kaiserlichen Familie und auf die Wohlfahrt des Deutschen Reiches." Paris, 18. Juni. Tie Lenker der Kraftomnibusse verwahrten sich in einer heute nacht abgehalteneu Vea'sammliing gegen die schlechte Behandlung und drohten mit dem Ausstand. Paris, 18. Juni. Ter Schuster Wilhelm Voigt wurde, einer Meldung aus Nane y zufolge, dort in deutscher O s f i z i e r sn n i f o r m , aber mit einem F ö r st e r Hut, aus der Ausstellung festgenommen. Nach Feststellung seiner Personalien mußte er Zivilkleider anlegen und wurde dann entlassen. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 spar- M MschchVereill II Sencrn. Bilanz am 31. Dezember 1908. Aktiva. An ausgeliehenen Kapitalien: a) gegen Obligationen b) gegen Bürgschaft c) Güterkaufgeld Wertpapiere nach dem Kurse vom 31. 12. 1908' Kassenvorrat Ausstände Mobilien nach 5 % Abschreibung 392 923.69 36 767.58 113 346.66 9 935.86 12 752.07 19 500.37 49.16 Passiva. JfC Aufgenommenc Kapitalien 552 270.80 Bankguthaben 52.50 Stammguthaben der Mitglieder 17 531.51 Reservefonds Ende 1908 3 829.59 Betriebsrücklage Ende 1908 6 242.96 Reingewinn 1908 5 348.03 585 275.39 585 275.39 Mitgliederstand Ende 1907 ........ 76 Zugang 1908 ............ 3 1 Abgang 1908 ............ 1 Stand Ende 1908 ........... 78 Der Vorstand: Wilh. Otto II., Direktor. JoHs. Stroh, Kontrolleur. Hch. Ad. Lindenstruth III., Rechner. General - Versammlung in der Wohnung des Rechners Samstag den 26. Juni 1909, mittags 1 Uhr. Tages-Ordnung: 1. Vorlage des Revisionsberichts 1908. 2. Vorlage und Ab hör der Rechnung 1908. 3. Ergänzungswahlen. 4. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinns. 5. Verschiedenes. 3498! Wilhelm Bell off II., Vorsitzender. Wiener gesucht. Zur Bedieniuig der städtischen Wage am Neustädter Tor wird zum alsbaldigen (Sintritt ein Wiener gesucht. Mil der Stelle ist eine monatliche Vergütung von 45 Mk. verbunden. Geeignete Bewerber wollen ihre Meldung unter Angabe ihrer näheren Verhältnisse binnen 8 Tagen hierher einreichen. Gießen, 16. Juni 1909. b>”/6 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Keller. Bekanntmachung. Dem Gr. Gerichtsvollzieher Geißler zu Gießen ist weiterer Urlaub bis zum 15. September d. Js. unter Beibehaltung seines seitherigen Vertreters, des Gerichtsvollzieher - Aspiranten Drodt dahier, erteilt worden. 3499 Gießen, den 17. Juni 1909. Der Präsident Gr. Landgerichts der Provinz Oberhessen. I. B.: B ü ckl n g. Julius Schulze Kreuzplatz Kreuzplatz. (C%) Strümpfe und Zöchen Sporthemden, Sportstrümpfe, Sweater, Handschuhe, Herren-Wäsche etc. etc. empfiehlt zu billigsten Preisen zomer-WerMer Makkohemden mit farbigen Einsätzen, poröse Hemden, Hosen und Jacken, :: farbige und weisse Oberhemden :: ter Weisse Damen-Wäsche Weisse Kinder- u. Erstlings-Wäsche Weisse Herren-Oberhemden Behandlung (2855 hlMelle Wäsche. Gard Inen-App retur. A. Goldschmidt Schulslr Giessen Schulstr. 6 Bringe SamStag in der Schulftr. Diese Wäsche ist auf Tischen ausgelegt. eingeladen. c Parkett- OSE Bohnermasse ■ Fl Roth In Glessen. Verlag von 3* t) " Mehr als 226 000 Stück geliefert; in allen Konstruktionen erhältlich . für Parkett, Linoleum, Gestrichene Boden. durch C. Koch Burlaburg Spexialitil: Feine Stärke Wäsche Vcrkcbrskarte. = — Hogen Ten mit über 100 Abbildungen. == Preis: flexibel gebunden VN. 2.—. Es laden freundlichst ein: 9606 Vorstand. Ter Festwirt Joh. 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NB. t>ür gute 2veilen und Getränke sowie gute SkulU iN brfcM Gorge getragen_____— Männer-Turnverein. Unsere Mitglieder werden gebete» ßch s» bem Turnfest iu Steinberg am Sonntag den 20. Juni recht sahlrnh au beteiligen AbendS S Uhr: Famlllrnabead in rhelleukeller, sowie Emoiang der Heldse^ turner. Kinematograpli Vahnbofstraße 54 gegenüber C>otf( Großberzog. «an; neue» Programm. Zittle Tick, humoristisch, „ (v.ettorciic Wasscrialle in den AWeu, Naturautnadmr. Die junge Arau deg SutbibäeOlere, lvannendeA Drama. y.chaf*konf will »Ich da« Leben nehmen. bunwüT. 4 B u in in c 11 i e d, Tonbild, (neueftet 2a 'N, MotorbootSrennen, aktuell, Motorradler, dumorthiich. Finsternis, crareiscnde- Drama Mein §Nki ilt tot, dmnori'r L WM Harten zu Franttrl am Mail. Sonntag, 20. Inni während de» ganzen Tage» GintrittsvreiA BO Big. Binder G 9t Äauatium mit den Revtllienhäulern S> Mg. Nachmiuag und abend Milit&r-Konicrt der ÄawC- 81. Infanterie Regiment». Nachmittag 6 Uhr (bei günstiger Witterung^ 'S- Wettfahrt vou 2 Luftballons 5 geführt von jZräulein Aätchen Paulus und Herrn Doerr. Anfang der iZüllung um 1 Uhr. Mitnahme von PafsgM»» Vorher J Ä Aufsteigen von Tierftgnren. ' Wieseck. 2am»tag, 19. btS DienStag, 22. Tleei findet m meine« Grosses Preiskegeln hau. Alle» Nähere he ge« W«* 04540_____________________________ M llh Derfeld-___ Rödgen. Rödgen. Ivutttag den 20. u Montag den 21. Aum feiert der hiesige Gesangvere.n Eoucorvt« ie« 25jahriges Stiftungsfest, 3a»otag den 10. 3uni abend»: Eröffnung bH durch Zaekelzug der hiesigen Dereme durch den nach dem ^eslplatz. Derselbe liegt 8 TI muten vom Bahnhof Rödgen tixluvr- Für Vergnügungen aller Art, gute Spesen imd *• sicher Bier auS dec berühmten Brauerei Tr