^Soifer^.) W- M ZMZ^Z Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag '^O.Teptemver ittOtt Reöaftion, LrpedMan und vruckcrei: Schulstratze 7. bis vo°rnstttaA"'s"uh? Botationsbrud unb Verlag ber vrühl'schen Univ.-Vuch- nnb Steinbrnderet B. Lange. Nr. 220 Ter Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich OießenerZamlliendlätter; zweimal wöchentl.XreiL- blatt färben Kreis 6itfctH ^Dienstag und Freitag); zweimal monatl. £anb-- wirtschastliche seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige« retzener Anzeigers «hi " d a m /<▲. < < NN polinschen Teil: Auqr,st General-Anzeiger für Oberheffen MM Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten. tiöDd) den 22, uackmitlags z ui» 1 aus der Lämmer« r Anneroder Leg! t icmnattt statt. un Berkaus fommen: massige Laaner-Zi< te und Lämmer. Der Vorstand »les,. Ziegenzucht ^Gelehrte unb Künstler. Die Eröffnungsrede des Kaisers. Die Eröffnung der neuen Schackgalerie .lJ,uri)e Don. r&aif er in Gegenwart des Prinzregenten mu folgenoer rAed e vollzogen: , So„ Der alte Gedonsche Bau ist allmählich dem oahn d. ZZU örauEchS «Sllto liessen und Umgegtr: | ^ir machen hiermit un'üi. I derdarausausmerksaer^ I WerDHi Montag den 20. 2cr I mrgenommen werden rc: outag, 20., Dieuöttz • irittwoch, 22. Lcvl. Bleichstraßc: ontag, 27,^010,.. ' litt'iDod), 29. «cvt.11 ■ Lahuhofstraft , «tag, 4., TicnStar, Mittwoch, 6. Lklodci - Afterwcg xtzmal von 6’i.-8 Uhr --I r Die Mitglieds^ irlen sind unbedmgi M en. —--1 3eit erlegen, und die schöne Sammlung des Grasen Schack hat in neue Räume übergeführt werden müssen. In Har-I monischer Umgebung und in günstiger Beleuchtung wird sie sich nunmehr den Besuchern zeigen können. Möge der Münchener, dem sie ans Herz gewachsen ist, sowie der Fremde, der in den Mauern der gastlichen Kunststadt weilt, Freude und Erhebung in der Galerie empfinden. Die Sammlung sei aber zugleicn dem Besucher ein Maßstab für die Beurteilung der jetzigen Kunst. Sie zeigt, daß der Künstler die schöne Aufgabe hat, nicht nur die Vorkommnisse des täglichen Lebens in zum Teil drasti scher, sensationeller und abstoßender Form zur Darstellung zu bringen, sondern vielmehr unter dem Einfluß der Aesthettk nrit reinem Sinn in vornehmer Auffassung, die Flamme des Ideals in der Brust, seine Zeitgenossen über die Misere des alltäglick)cn Lebens emporzuheben und das Schönheitsgefühl des Volkes zu pflegen und zu stärken. Ich baute Ew. Königlichen Hoheit für Ihr Hr- scheinen am heutigen Tage uno bitte Ew. Königliche Hoheit nunmehr, die Galerie für eröffnet zu erklären." Der Prinzregent erwiderte auf die Ansprache des Kaisers: Der hochherzigen Entschließung, die kostbare Gemäldesammlung des Grafen Schack in München zu belassen, haben Ew. Majestät einen weiteren Alt kaiserlicher Magnifizenz hinzugefügt. Rach den Anordnungen Ew. Majestät ist der Sammlung ein neues Heim erstanden, dessen Räume wir soeben mit Bewunderung betreten und das die Kunstschätze der Schack-Galerie in bisher ungekannter Schönheit zur Geltung bringt. Ew. Majestät sind aber auch noch persönlich nach den Anstrengungen des Manövers hierhergeeilt, um die Galerie der Oesscntlichkeil zu übergeben. Indem ich mit Freuden der gütigen Aufforderung Ew. Majestät folge, erlläre ich die Schack- Galerie hiermit für eröffnet. München, 18. Sept. Der Kaiser besuchte nachmittags die lsier anwesenden Fürstlichkeiten. Abends fand int Hofballsaale der Residenz eine großeHoftafel statt, zu welcher sämtliche Prinzen und Prinzessinnen des könig liehen Hauses, Prinz Ernst August von Braunschweig, Prinz Ernst von Sachsen-Meiningen, Fürst zu Fürstenberg, der Reichskanzler v. Bethmann Hollwcg, Staatssekretär Frhr. v. Schön, der preußische Gesandte mit Gemahlin, sowie die übrigen Mitglieder der Gesandtschaft, ferner sämtliche Staatsminister, die Generalität, die baheriscben Gesandten Graf Lerchenseld und v. TucheÜ, die beiden Bürgermeister, die Vorstände des Gemeindekollegiums, mehrere Ministerial- beamte, Professoren und Künstler und zahlreiche andere h)äste geladen waren. Der Kaiser führte die Prinzessin Ludwig, der Prinzregent die Prinzessin Leopold. Ein Trinkspruch des Prinzregenten. Im Verlaufe der Tafel brachte der Prinzregent folgenden Trinkspruch aus: „Es gereicht mir zu doppelter Freude, Euere Majestät heute als meinen Gast herzlich willkommen zu heißen, nachdem ich mir leider versagen mußte, bei den großen Manövern, an welchen auch die bayerische Armee Anteil genommen hat. Euere Majestät persönlich zu begrüßen. Mit hoher Genugtuung hat es mich erfüllt, aus dem Munde Euerer Majestät zu vernehmen, daß die bayerischen Truppen hierbei ihre Tüchtigkeit und Sck)lagfertigkeit aufs neue bewährt haben. Meinem Dank und meiner Freude über den Besuch Euerer Majestät gebe ich Ausdruck, indem ich meine Gäste anffordere, einzustimmen in den Rus: Seine Majestät der deutsche Kaiser und König von Preußen, mein teuerer Freund, lebe hoch!" Die Antwort des Kaisers. Der Kaiser antwortete mit folgenden Worten: „Euerer Königlichen Hoheit herzliche Worte haben mick) tief gerührt Zugleich drängt es nrich, meiner Freude Ausdruck zu geben über die Teilnahme der stolzen bayerischen Armee an den diesjährigen Manövern unter der bewährten Führung Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Leopold. Es hat mich hoch erfreut so zahlreiche bayerische Prinzen, vor allem Ihre Königliche Hoheiten die Prinzen Ludwig und Rupprecht im Manövergelände begrüßen zu können und zugleich von neuem zu sehen, wie die bayerischen Truppen sich auch im Frieden ihrer ruhmreichen Vergangenheit würdig zeigen. Indem ich Eure Königliche Hoheit von Herzen beglückwünsche, erhebe ich mein Glas auf die Gesundheit Euerer Königlichen Hoheit und das Blühen und Gedeihen des dem ganzen deutschen Reiche so teueren erlauchten Hauses Wittelsbach." r München, 18. Sept. Der Kaiser hat heute abend die Reise nach Altenburg angetreten. Ter Prinzregent gab dem Kaiser das Geleite zum Bahnhof. Außerdem waren zur Verabschiedung erschienen u. a. sämtliche Prinzen des königlichen Hauses, der Reichskanzler r Bethmann Hollweg, der Staatssekretär v. Schön und der vreußische Gesandte v. Schlözer. München, 18. Sept. Der Reichskanzler stattete heute nachmittag dem Vorsitzenden im Ministerrate Frhrn. v. Podewils einen längeren Besuch ab. Vormittags sanden zwischen beiden Staatsmännern, auch zwischen dem Staatssekretär Frhrn. v. Schön und Frhrn. von Podewils Konferenzen statt. Der Kaiser in Altenburg. Altenburg, 19. Sept. Ter Kaiser ist heute früh S Uhr 25 Mcinuten aus München hier eingetroffen. Einige Minuten später kam die Kaiserin an. Herzog Ernst II. und die Herzogin waren zur Begrüßung auf dem Bahnhöfe anwesend. Unter brausendem Jubel der Bevölkerung wurde _ic Fahrt zum Schlosse angetreten. Das Wetter war äußerst .eanertsch, dann ausklärend. Tie Fürstlichkeiten begaben sich durch die über und über geschmückte Stadt zum hochtragenden, stattlichen allen Schlosse, wo die Maiestären Wob- | nung nahmen. Die Einwohner Altenburgs, verstärkt durch Der Kaiser auf Reisen. Der Kaiser steht wieder ganz int Mittelpunkte der öffentlichen Aufmerksamkeit, und seine Reden und Kundgebungen ‘fönen wieder die Zeitungsspalten. Er war in München zur 'Eröffnung der neuen Schackgalerie und hat im Altenburger .Lande sich über die Hurrarufe der Bevölkerung gefreut. Unb das amtliche Wolsfsche Bureau übermittelt alle Einzel -beiten der Begrüßungen mit einer Wichtigkeit, die einer ernsteren Sache würdig wäre. Daß der Kaiser nach München kam, war wohl nid)t zu vermeiden, aber die sich häufenden Reisen und AeußtÄichkellen rufen.die allen Bedenken ivach. Die Ueberschwänglichkell der Reden und Handschreiben, die sämtlich zur Veröffentlichung bestimmt sind, darf das deutsche Volk nicht zerstreuen. Gibt es gegenwärtig nichts Wichtigeres in der Welt? Vor ein paar Tagen hat ein Berliner Blatt mit Recht die Ansicht vertrete^, daß man mit der Ernennung neuer Feldmarschalle etwas sparsamer imtgehen könnte. In der Tat, in früheren Zeiten waren alle diese bösischen Auszeichnungen und Äeußerlichkeiten auf das Notwendigste beschränkt. Das Berliner Auswärtige Amt ist wieder völlig verwaist. Der Kaiser, der Kanzler und der Staatssekretär sind auf Reisen, die alte „Polittk im llmherziehen"! Konnte nicht wenigstens Herr v. Schön im 'Ansivärtigen Amte bleiben, wo doch immer wichtige Dinge erledigt werden müssen? Der Reichskanzler erfüllt rine wichtige Mission. Er ist nach Wien gereist, um sich ruber unser Verhältnis äu Oesterreich genau z-u informieren. Die Wiener Presse schlägt zum Willkomm einen iHeraus herzlichen Ton an, und das beiderseitige Verhältnis ist ohne Frage seit der letzten Balkankrise inniger geworden. Jetzt müssen die positiven Vorteile, die Deutschland davon Tiat, acnmi geprüft und im Rahmen der.gesamten auswär chgen Politik auch in Men etwas mehr in den Vordergrund gestellt werden.' Daß Oesterreich bei den noch imme’r uw ruhigen Verhältnissen im Orient für die nächste Zell sehr auf den Beistand des starken Nachbars angewiesen ist, ist sick)er. Aber Deutschland darf nicht nur der Aushelfer fein, und der Schwerpunkt soll nicht in Men, sondern, gemäß dem Stärke- Verhältnis, in Berlin liegen. Dann werden auch die großen Lasten, die wir für die Unterhaltung der in den ALanövem Glieder,glänzend bewährten Lehrmacht tragen müssen, ni^t Lergeblrch sein. Der Kaiser in München. Am 14. April 1894 verstarb in Rom im hohen Alter Don fast achtzig Jahren völlig erblindet Adolf Friedrich «Kraf v. Schack, der bekannte Dichter und Schriftsteller, Der Gründer der größten und wertvollsten privaten Gemäldegalerie Deutsckstands. Diese Sammlung vermachte er testamentarisch Kaiser Wilhelm II., was bei einem Monn, fcer über vierzig Jahre mit der Stadt München völlig ver- »«ichsen gewesen war, ein überraschender Entschluß war. Aber Schack war in seinen letzten Jahren mit dem Regenten von Bayern wegen der Umänderung von Ordens- |a±utcu in Mißhelligkeiten geraten und hatte es der Mün ebener Stadtverwaltung, der er ursprünglich die Galerie augedacht batte, verübelt, als diese wegen des Terrains tör die Sammlung Schwierigkeiten machte, und so wurde ler Kaiser Besitzer. Nichts hätte näher gelegen, als daß 1 mm die reidjen Schätze nach Berlin gekommen wären, und Die Hauptstadt des Deutschen Reiches würde um eine wahr- fcaft einzige Sehenswürdigkeit bereichert worden sein. Es tuar eine sehr große Generosität des Kaisers, als er beschloß, das Erbe in Münck)en zu belassen, eine Gesälllgkeit Sowohl gegen das befreundete Haus Mttelsbach wie gegen üe SIE, die den Verlust schwer empfunden hätte. Für Len Kaiser ergab sich aus diesem Entschluß noch bte Un- Leauemlichkell, das Palais Sckwck in der Brienner Straße «mkaufen zu müssen. Aber die alten Räume waren unzu -reichend und feucht, und der Gedanke tauchte auf, bte Galerie -mit dem Neubau der preußischen Gesandtschaft zu vereinigen. Heute geht nun die Einweihung des vollendeten Werkes in Gegenwart des Kaisers vor sich. An der Prinz- leaenten-Straße, lli dem schönsten Delle des neuen Münchens, -ist der imposante Palast errichtet worden, und zwar von Den bekannten Architetten Heilmann und Llltmann, die Zahlreiche bedeutende Bauten im letzten Jahrzehnt dort | «usgeführt haben. , . . , _ München, 18. Sept. Um 1 Uhr fand rn der preuß. Gesandtschaft bei dem Gesandten v. Schlözer größere i; Frühstückstafel statt. Der Kaiser begab sich zuvor dort hin und empfing an der Treppe den Pr i nz r e g e n t e n. ' Er geleitete ihn nach herzlicher BegruMng in die Fen - - räume der preußischen Gesandtschaft. An der huseftenwrmw 1 gedeckten Tafel nahmen der Kaiser und der Prmzregein ine Dttttelplätze ein. Rechts vom Prinzregenten sag ö-rau j ö. Schlözer, links vom Kaiser Prinz Äidwig, «s folgten bann die übrigen Prinzen, die Herzoge, d'UC|i von Fürsten -berg usw. Dem Kaiser und dem Prinzregenten gegenüber saßen Ministerpräsident v. Podewils und ber Jv€td)s>tanolei -s. Bethmann-Hollweg: außerdem nahmen an der täfel teil: die obersten Hoschargen, die zur Ferer etngi ^offenen auswärtigen Gäste, das Gefolge des Ellers, Obcr Bürgermeister Dr. v. Borscht, der Er bauer ber (Shackg aler . *ßrof. Llltmann u. a. Nack) der Frsthsttickstafel begaben nch der Kaiser, der Prinzregent und bte übrigen Fürstin ■eiten in den unmittelbar an die Festraume der preußischen Gesandtschaft anstoßenden L e n b a d; s a a l neuen Schw - galerie. Dort hatten sich eingcfuiü- t jamiltcbe ba-sergeh Minister, das diplomatische Korps, ber Erzbizchvf, R^ichsrate L.L kKÄM ÄMgluLi^ WM El bU>L MM Fran?ais«j $t(«! "uti 1 — "^privat ,, I arlScHlT sd -Kak den gewalllgen Zustrom aus der Umgegend, der zum Teil zu Fuß und zu Wagen, zum Teil in 92 Extra^ügen herbei geeilt war, begrüßten die Fürstlichkeiten stürmisch. Während des Frühstücks sangen auf dem Schloßhof über tausend Schulkinder, die Mädchen imt Blumen kränzen in dem Haar, patriottsche Lieber. Um 10 Uhr nahmen bie Fürstlickikeiten an dem Gottesdienst in ber Sck)loßkirche teil unb begaben sich um 11 Uhr 30 Min. unter dem Jubel der Bevölkerung zum MarktplaK. Bor bem Rathaus unb am Markt war ein prächtiger Baldachin er richtet, unter dem nach ber Begrüßung durch bie Stadl Vertretung die Majestäten, ber Herzog unb bie Herzogin Platz nahmen. Der geräumige Marktplatz war schlvar?, von Menschen, Fenster unb Dächer waren besetzt. Zmiädist hielt ber Kaiser die Parade über den Landes- und Kriegerverbanb Sachsen-Altenburg ab, der in einer Störte von 132 Vereinen mit Fahnen und Musik in drei Tressen auf bem Marktplatz Aufstellung genommen hatte. Der Kaiser fuhr die Fronten ab, begrüßte die alten Soldaten unb nahm den Parademarsch ab, ber vortrefflich ausge führt wurde. Es folgte ein Huldigungszug ber Bauern schäft des Ostkreises des Herzogtums. Zunächst trat eine Deputation von Bauern unb Bäuerinnen vor die Majestäten Der Sprecher, ein alter Bauer, mit langem, schwarzem Rock, hielt eine Ansprache, unb eine Bäuerin begrüßte die Kaiserin. Eine zweite Bäuerin überreichte Blumen. Die Bäuerinnen waren in ihrer eigenartigen Lanbestracht, mit sehr kurzen Röcken, auf bem Kopf teils ein glatt anliegcu des schwarzes Tuch, teils eine mit Hormet, unb eine hohe, mit Blumen und vielen echten Goldmünzen geschmückte Mutze. Der Kaiser und die Kaiserin reidjten den Genannten die Hand und dankten für die Ovation. Dann begann ber Fe stzug. Dieser wurde eröffnet durch Vorreiter auf prächtigen, derben Bauernpferben Altenburger Schlages. Die Bauern selbst trugen weiße ober schwarze lange Röcke ober ganz kurze Jacken (Spencer), und darüber Schärpen in deutschen und altenburgischen Farben. Nun kamen bau er» liche Trompeterkorps zu Pferde. Tie Fahnenttäger waren beritten und der Festausschuß in Wagen. Sodann folgte ein bäuerlicher Hochzeitszug, voran ein Leiter wagen mit Musikanten, Fahnenträger und Hochzeitsbitter zu Pferde, und bie Freundinnen der Braut in einer langen Reihe blumengeschmückter Wagen und Kutschen, ferner Wagen mit Blumen werfenden mindern und Brautjungfern. Besonders reich geschmückt war bas Brautpaar, ein junges Paar, das in der Tat in den nächsten Tagen getraut werden soll. Der Brautführer war zu Pferde, die Eltewi des Brautpaares folgten im Kamm er wag en mit der Ausstattung, unter der sich ein wundervolles alles Riesenbettgestell, ein Spinnrad und eine Wiege befand, sodann Verwandte und Gäste, in weiterer langer Wagenreihe zum Schluß die Freunde des Brautpaares und etwa 100 Burschen zu Pferde. Um 1 Uhr fand Familientafel im Schlosse statt. Trinksprüche. Altenburg, 19. Sept. Heute abend 7 Uhr fand im herzoglichen Schloß Galatafel statt, bei der der Herzog Ernst folgenden Trinkspruch ausbrachte: Der Besuch, mit dem Eure Kaiserliche Majestät gemeinsam mit Ihrer Majestät der Kaiserin uns ehren, erfüllt die Herzogin und mich mit innigster Freude. Ich bitte, den Ausdruck tiefster Daulbarkell zu Füßen legen zu dürfen. Wir erkennen darin ein Fortbestel)en Der gütigen Gesinnung, mit der Eure Majestäten in früheren Jahren uns beglückt haben. Von neunzehn Jahren genoß Altenburg zum erftenmale bie hohe Auszeichnung, den Schirmherrn des Reiches in seinen Riauern zu empfangen, heute wie damals tönt heller Jubel ihm entgegen, gehoben noch durch die Anwesenheit Eurer Majestät Erlauchten Gemahlin. „Treu und beständig" lautet ber Wahlspmch meines Hauses. Freudigen Herzens darf ich in dieser festlichen Stunde bezeugen, baß mit nur meine Altenburger in unwandelbarer Treue zu Kaiser unb Reich stehen, voll Dank für den Segen friedlicher Zeit, voll erprobter Treue in ernsten Tagen. Mit bem aus tiefstem Herzen kommenden Wunsch, daß Gottes Segen auf Eurer Majestät und Ihrer Regierung, auf Ihrer Majestät der Kaiserin und dem Kaiserlichen Hause ruhen möge, erhebe ich mein Glas mit dem Rufe: Seine Majestät der Kaiser, Ihre Majestät bie Kaiserin hurra, hurra hurra! Altenburg, 19. Sept. Der Kaiser erwiderte auf den Trinkspruch des Herzogs mit folgendem Toast: ,/Don ganzem Herzen danken bie Kaiserin und Ich Eurer Hoheit für die freundlichen Begrüßungsworte und den uns bereiteten liebenswürdig en Empfang. Aufrichtig freuen wir uns, daß es uns vergönnt ist, Eure Hoheit und die Herzogin in der Hauptstadt chres Landes begrüßen und den Gefühlen herzlicher Freundschaft und Zuneigung Ausdruck geben zu können. Die kerndeutsche Gesinnung des altenburgischen Volkes, welche Eure Ho!>eit mir soeben bezeugt haben, ist mir wohl bekannt. Die herzerhebenden Eindrücke, die ich bei meinem ersten Besuche Altenburgs empfangen habe, sind mir in frischer Erinnerung. Heute hat mich bie festliche Stimmung unb der Helle Jubel ber freudig bewegten Menge von neuem erkennen lassen, daß bie Liebe zu Kaiser und Reich den Altenburgern tief im Herzen sitzt. Was Altenburgs Söhne einst in blutigem Kampfe haben erringen heften, sind feine Bürger heute bestrebt, in friedlicher Arbeit zu erhallen. So bildet Altenburg ein Hort deutscher Treue, ein Vorbild deutschen Fleißes und deutscher Tüchtigkell. Die Kaiserin vereinigt sich mit Mir in den innigsten Wünschen für Eure Hoheit, die Herzogin und bas schöne altenburgische Land. Möge es unter ber segensreichen Regierung seines Erlauchten Fürsten auch wellerhin blühen und gedeihen. Eure Hoheiten, ber Herzog und die Herzogin Hurra, hurra, urra!" H Altenburg, 19. Sept. Der Kaiser begibt sich heute abend 10 Ubr 5 "? in ' Hainichen, wo die Ankunft ino.'ien früh V U6c 80 Mm erfolgen tvtrb Von borl qe • nti otr ftaijer fid> in das M a n öve r g e I Ln d e ;u den sächsischen Armeekorps beheben. Ter itoifer wird am Nnchuuttog in 'lReif;•!> Bei »eiere und btn «roßher,»- Bee Bebe». München. 18 Sept Ter Prinzregent hat tn einem Armeebefehl an den Krieasminifter seine Txxtubt darüber ausgesprochen, bah die Leistungen der baycrrschen Armee wahrend des Kaisermanövers da» unemgesdirankre Lob des deutschen staifer» gefunden haben Ter Äatfer richtete an den Prinzen Leopold von Bayern folgendes Handschreiben: „Es hat mir -ur besonderen Freude gereicht, mälnenb der dic-lahrigen groben Herbstübungen den Lberbefehl über die rote Partei in tne Hande Euerer königlichen Hoheit, des in Ihieg und Frieden bew«ihrten führet» legen zu können und zugleich einem Teil meiner Truppen dabei Gelegenheit zu bieten, Schulter an Schulter mit Bayern» Söhnen unter dem Befehl Euerer königlichen Hoheit zu fechten. Euere königliche .Hoheit haben die mit der 11' rtg de» Cb qr»'teilte Aui> b it und bin ich herrlichst erst liehe Hoheit zu diesem Erfolge auf» wärmste be glückwu tischen zu können " Ter Prrnzregent sprach in ßrimen Leopold seinen iiHirniii n Iauk und Karlsruhe, IS. Sept lti B > Tie „Karlsr. Ztg " veröffentlicht folgende» Handschreiben de» Kaisers an den Gros;Herzog von Baden: „Durchlauchtigster Fürst. freundlich geliebter »etter Eurer Königlichen Hoheit tn Gott ruhen den Herrn Balers, meines gel« bien Lhetms. haben die Indischen . nr Manöver abgehalten In ■ belgesugten Crbre ent nehmen, welche ich'oei der heutigen Beendigung der .Herbst tucelorps gerichtet habe Zu meiner lebhaften Freute weih ich, welch rege.» Interesse Euere s o n i g - liche .Hoheit an der Ausbildung Ihrem landesvuter nden truppen nehmen und dadurch an der Erl altung und Förderung der Schlag sertigkeit be» II Armeekorps mit sorgen Euerer nönig ■ 1' ' meinen herzlicl ft n Dank ivi bcrholcn für ou- ;as lieben Hause gefunben haben, sowie für die un» au» allen Kreisen der Bevollerung der badischen Lande tn Sonder heil der Stadt )larl>ruhe dargebrachten ivohltuendeii Kundgebungen. Auch ist es mir eine lebhafte Freude ge- । oer Parade am 11 September die Groscherzogtums »ufamm Tausende von Mitgliedern der Gauverb.inde de» unter hcn Hoheit steh.nden da disch.-n Militarv : re uh en KrteaSvrkeranen des in Parade stehenden Arntre korpS begrünen zu köitnen Dabei habe ich iu liebevoller Erinnerung des verewigten G r o ß h e r z o g s königliche Roheit gedenken mü)fen, dessen warmes Herz alle jirit besonder.» feinen alten Soldaten gehört hat Euerer Königlichen Hol eit würde ich ganz besonders dankbar fein, wenn dieselbe meine warm empfundenen Gefühle zur allgemeinen Kenntnis in Ihren Landen bringen und hierbei meiner lebhaften Genugtuung Ausdruck verleihen möchte über die entgegenkommende Aufnahme der .zu den Herbftübuiigen in großer Ja hl zufammengezogenen Truppen Ich verbleibe mit der Versicherung wahrer Hod-ncl tung und Freuntsdmfl Euerer königlichen Hoheit freundivtlliger Vetter und Bruder aez Wilhelm R. Mergentheim, den 17. September — —- -» - — -> — Der Hcid}sfan51er in Wien. Wien, 10. 3cpt Ter Rtiv-skanzlcr von Bethmann- H oll weg tft um 7 11 br 10 Minin, n abends aus München lommnib. birr cinfletriffctt Er wurde auf dem Weftb.idak."e vom 'tolhiiaittc vatt Iid)trit der fünfte bcutidx 'Hatte fanp.n Kaiser Irani Joie' bat alle iirne Bor- «länger a kaniU ;r . durch (cm Bei trau n aus leieichnrr. i nd b« erwartet, wo» die Reu-skrnUer vsr i>« ersüllt hatte» xie per- ivnlrche Hit etne» Manne», der er» Amr rerwalirt. «»B • *en tem Teutidkn Rache und der önerrcickwch'N»- aamdien Monarchie TeSbslh bat man tbm, al» er vom inneren Natbsdrenn m» Kanzleramt und zur Latnna der öubere» Polrt k beru^n wurde, in Leürrrach-Ungarn bereitwillig VorschuS an Vertrauen gewahrt, und m der kurzen Zar. welche iarher verfloilen iÄ, bat Herr v Bethmann Hollwea berat» manche» von pnrm f'ox-A-v , abiunattrn vermocht So dt (an B fuch in Wien test noch heiler vorbereitet, al» er f» f hier in einer Umgebung finden, die ihn in Herzlichkeit und Bnmpatbie au’nelimen wild." Tas „R tue Wiener Tcgeb l " schreibt: ..Ter Kurs von Bethmann Hoilwcg ift der Äur» von Bern- baid Bulow ES ift eine Politik der Nibelungentreue Deutschland» gegenüber Ceftenftdi-Unqarn v B tdmann Hall- weg. ein b-mufiter intellektueller Erb. dieses Gedanke», wird in Wien die benlidiftc und sreundi'chastltchfti' Aufnahme finden um deSieniqrn Willen, der tbn 'endet, um der Nation willen, in deren Angelegenheiten er fährt, und ganz q^win auch um seiner selbst willen. Da» „Teutfcbe Bolksdlatt" sagt Bei der Innigkeit der frennbidiahlicben Beziehungen der beiden verbündeten Herri'rter. sonne bet der starken Interessengemeinschaft der beiden Reiche ift dieser Besuch etwas ganz Natürliches Gerade in dieser 3elbftverftänbhd>lcü liegt aber auch eine vokitische Bedeutung, denn er kündet die unwandelbare Wenigkeit des segen-vollen Bündmise», das das Deutsche Reich mit CefteneidteUngarn verknüpft." can-wirlschoftliche Kreisfdiau in Srieöberg. Friedberg, 18. September Die Kreis schau zu Friedberg, veranstaltet von dem Landnnrtfchaftskammer-A'isschuü von Lberbesfen. wurde am Samstag vormittag 10 Uhr eröffnet. Unter den zahlreich erschienenen Gästen bemcrftni mir Provinrialdirekror G?- lc im erat Dr Brewert^ießen. Landtag-abg Morell, 1 Bor filzender de» LandirirkfchaftSkammerausfdnlsses. Landtags- abg. Breidenbach. Landiagsabg. Bälr. Reichstag a g Grif Oriola. Geh. Regierungsrat Fey-Friedberg und Bürgermeister Stadl-Friedberg. Landtagsabg. Morell beqrützte im Namen de» Land- n irtfchafts-AatSfchusseS die Erfchienenen. dankte alle«, speziell den staatlichen und städtischen Behörden, für ihre tatkräftige Unterstützung und fdilieftl mit einem Hoch auf bat Landes- Herrn Im Namen des M reife» sprach Geh. Regierungsrat Fey, die Wünsche der Stadt Friedberg übermittelte Bürgermeister Stahl. Nachdem die Ausstellung durch Herrn Morell für eröffnet erklärt wurde, schloß sich ein Rundgang der Beteiligten an. Dieser bot soviel reichhaltige Eindrücke. ban man nur bie Hauptsachen m großen Zügen er- nähten kann. Zahlreich beschickt finb btc Gruppen Pserde. Rindvieh. Ziegen. Schweine unb <*eflüflcl, deren Prämiierung deute morgen skattfindet Prachtvolle Grein- vlore sind in allen .Idkeilungen vertreten unb machen ber Wetterauer Landwirtschaft alle Ehre In ber ehemaligen Binbewalbfchen Fabrik ist vor allen Dingen die sehr reichlich beschickte AckerbauauSstellung untcraebradit. Hier findet man Winterweizen unb -Roggen. Gerfte, Hafer. Hulfenfruchte, über 400 Sorten Kartoffeln. Futterrüben. Grunfulterge- trad)fe ufiv.: ebenso ist der G^nnüfebau. der für btc Sciieiau große Bebeutung bat, zahlreich vertreten Ein schönes Arrangement in obtaen Artikeln bilbet em Zimmer, aus- fieftellt vom Verein ehemaliger Friedberaer Landminfihafts- dnller. Ader aud» btc Obftau.Etellung läßt bett Kreis Fried- lerg auf bem Gebiete be» CbftbaueJ int besten Lichte er scheinen. Nicht allem eine große Anzahl einzelner Sorten Mod>-. Sirtfdxift»- unb Tafelobst reizen zum Anbeißen, sondern auch £bft- und Gemüsekonserven. Gerate für Baum- pflege und fokhc für Odsiverwcrtung stehen zur Bcr'iiauyg. Tie landtmNfdZaiiliche Maschinen- unb (Senileau»ftellung macht einen imposanten Eindruck: man könnte sie die Lctp- iger tm ficmeren Maßstäbe nennen E» finb fowvbl famt- liche Gerate und Maschinen, vom einfachen Pflug unb Egge bi» zur modernen Trefchtnafctyine mit allem Zubehör, die der Landwirt »um Betrieb nötig hat. vertreten Außer be« einheimischen Finnen finden «nr solche aus bem Heffen- Idnbe unb dem größeren Vaterlande Tie meisten Errungenschaften auf dem 'Gebiete der landwirrsch Mafchrnentcchnik find zu feben Noch lobend zu erwähnen in bic Abteilung litidwirtfd-aitlicher Hilfestoffe. (lieber den Verlauf der ’äiu- fteüung folgt Bericht.) f rienenufc. Tie Prämierung hatte 'Gierrdcö Ergehn »: Gruppe 1 Vier >e 1 x? Veückvumn- tionncwth db Mk, L Wäh ?hiter-tttd>- fön • iX) Mk, 3. ib Xthr* 'nnrerteidi v b V 70 M? 4 Äert Vmdm-nn-Grvb-Karbc» 3o Mk. 5. Loren» Müller IV tau« *3) Mk 6 Hch Cnt* X-myi Vcngnttam JU Mk 7 S M - *dfet **nnni 30 Mk. 3 Hcrn.r«» Äv^erecr-Sncte:*- t-iw :*) Mk 9 Fr. ÄefrCUtbtn 30 Mk. 1<> WÄH Hecht!- Cfertm 2 • Mk.. II Itnocen» lltndktttoBXnbam 3D Mk : 2 Titeln BotteN ichclShctw 10 Mk. j. Treu! 11 «^rtehd ü 100 ST >oj Ha fiel Heck. Aaccinnunq 10 Mk Weifcl Ml affe II Eber unter ! 40 Mk. Fr ftoch-Ho! •utfrumnn Nicter- mtler 12 Monat. 1 Brei» 40 Ak. Fr Höufer -Richer Msr». Fr tert »r.^e'.Steim 2»«» “\T . «d oä.>. N eter We iei 60 Mk. JV W'lb Schi'er-Re chrlste « 5» Ml Zoh Ana Heinz -N Kbrr-Sofel 30 Ml. Ja Wb Mltvrfl SciKl 30 SH . Tilgt» .iaurrteid). Dan W Tidbaite-Beienhcm .Rias f c VH MUmr Bammluuqcn 2 100 Mk P Höin, r Xl-Nieder-Wetftt. Bezirk Buhbach. flttrcfrnnung: Melbach Gruppe III. 576 Mk an Prämiier, Klaffe I Etei über 12 Monat. I Brei» 60 Mk Fr Leibvlb Munz^»ter». ? Anerkennungen |t 40 Mk M Tilzvs 11 Fauerbach 1 Wohndad) ft la f f e VIII Große -amnilon tm 1 k' >» Bezirk Inedterg. 2. 176 Ak Bezirk L'ldczm. 3. I 4.» Ak Fr Mocb-Vflfirlteif. 2. Fr Leipolb-Münzenl 16 Äk Fr Häuirr 111 Nieder-Wetfcl it laf fr III 3ai 12 Monat., I 4.'» Ak Fr VnvolO. 2 Fr Vnpotb. lod heck. 3. Fr HäuftrMicdcc Acitl. Anerkennungen P Nieder-Leisel. I. fl Bill Niedcr-Wciicl Mlalfe IV ft 7uckm-'nn-Burahof bet An _ ____ IKultnftuttÄ mit im lauteten Zasre 4 ’a.Fohle» d. benburqrT La ge » o trhc 1. Breie k 130 Ml M Vcüdmann- '.onnenhof. Wild Faber-Kirche 2 dm» W Ma:? Krd Tilge» II -Feuersv b dH . Anerk-nvim.ie» n«W ft VruTmann-Burrte" L» Y?«Urr ß 4ar.?nUeL Ernf: Hch .ftumtf lanienbctn u»» Si'.d Ä -d> *<:-1 • ?>ne tieftc VI : CltentmTxr Wage»checde. Gedeckte etur» 1. Brn» 60 Mk Frs Fendch^rndcl. 2 Preis 40 M? S.ii Hch Fenckch-c.'irietel. 3 Jt.n# J> Ak Cito R.<» ?. 14* flnctlnnnma 10 Ak C Hen'rl-Ckarbe» Haffe VII burger 3zähri.r< Fohlen: 1. 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Staatsregurrung Ministerial- rat Dr. Usmger und Oberregierungsrat Dr. Wagner 2 arm Habt. Weiter waren anwesend ber Vorsitzende ber Handwerkskammer Gewerberat Falk-Mainz und Svndikus Engel-Tarmsiadt. '.'lußer- dem sah man unter den zahlreichen Gästen MTeioamtmann Hohn- Oppenheim und Bürgermeister Ehrisl-Wörrstadl sowie Geheime rat Dr. Becker-Tarmstadt. Ministerialrat Tr. U s i n g e r überbrachte die Begrüßung und Wünsche der Regierung. Bürgermeister Christ und Gewerberat Falk wünschten den Verhandlungen ebenfalls guten Verlauf. T-er Vorsitzende berichtete über die Tätig feit des abgelaufenen Jahres und wies daraus hin, daß der Ausbau der kunstgewerblichen Gruppe des Landesgewerbevereins einen weiteren Umiang angenommen hat und daß auch in letzter Zeit mit dem Deufichen Lvceum-Klub Unterhandlungen geführt wurden betreffs einer Ausstellung von neuzeitlichen Volks und Hauskunstbestrebungen, die im Warenhause Wertheim zu Berlin Gelegenheit ju einer Ausstellung gaben. Im iveiteren wurde berichtet, daß zurzeit das Gewerbemuseum unter der Leitung von Tr. Kienzle einer Umarbeitung unterzogen werde Ter Vor sitzende schloß seine Mitteilungen über den Tätigkeitsbericht mit Danfesworten an die Regierung für die Unterstützung im vergangenen Benchtsjahre und forderte die Versainrnlung aus, dem Fördererber Kunst, S. K. H. dem Großherzog:einZ-sack-es Hoch aus^ zubringen, was von der Versammlung mit lebh. Bcisall ausgcnom men wurde. Bei dem nächsten Punkt der Tagesordnung referierte Stadw. Götz-Darmstadt über die Gewerbesteuer nach dem Entwurf des Gemeindesteuergesetzes und äußerte seine An sicht dahiugehmd, daß das neue Gesetz m seinem Eittwurse dem Handwerkerstände angepaßt sei. Gewerberat Falk- Mainz wünscht den Begriff „Gewerbe^' vom steuerlichen Standpunkle etwas weiter gefaßt als ihn die Gewerbeordnung be-r-euzt im Interesse einer gerechteren Verteilung der Steuern. Weiber wünscht der 91 ebner die Besteuerung der Warenhäuser obligatorisch zu machen Geheimorat Tr. Becker führte aus, daß das Handwerk über den Gesetzentwurf sich nicht beklagen könnte. Als weiterer Punkt wurde noch behandelt die Verlegung des Handwerker- Sonntagsunterrichts auf Wochentage. Tie Ausfüh rungen des Vorsitzenden gingen dahin, daß heute kein Beschluß gefaßt werden sollte, und es den Gewerbe vereinen anheim gc geben werden solle, dieses Thema nackpnals eingehend in den Wintermonaten in ihren Vereinen durcknuberaten und in der nächsten Dersamntlung sich eingehend hierüber zu äußern. Samt liche an der Diskussion teilneltmenden Redner spraü>eii sich ent schieden gegen eine Verlegung des Somttagsunterrich'.s aus Werktag« aus. Stadtv. R 0 ck e l - Tarmstadt, der 2. Vorsitzeitde der Handwerkskanimer, brachte folgende Resolution ein: „Die heutige Generalversammlung lehnt zurzeit die Verlegung des Handwerker-Sonntagsunterrichtes au) den Werktag auf das Entschiedenste ab." Diese Resolution wurde mit überwältigender Majorität angenommen. Als Versammlungsort für das Jahr 1911 wurde Grü nberg bestimmt. Landesverband der deutschen Zlottenoeremr. Oppenheim, 19. Sept. Der Landesverband für das Großherzogtum Hessen des Deutschen Flottenvereins hielt heute im Kasino Lands krön zu Oppenheim seine diesjah-rige Hauptversammlung ab, die trotz des heftigen Regenwettcrs sehr zahlreich besucht war. Die Verhandlungen wurden um 11 Uhr von bem ersten Vorsitzenden, Herrn Tr. W. Marck, eröffnet. Der Redner wies auch darauf hiu, daß Großherzog Ernst Ludwig den Bestrebungen des Vereins stets das vollste Interesse entgegenbringe und schloß mit einem dreimaligen Hoch auf Kaiser und Großherzog, lieber den ersten Punkt der Tagesordnung, den Jahresbericht, referierte der zweite Vorsitzende, Generalleutnant z. D. Kortvan, der die gedruckt vorliegenden interessanten Einzelheiten illustrierte. Es wird darin betont, das; die tiefen MemungSverschiedcn heiten, die im vorigen Jahre den Wechsel im Präsidium hcrvorriefen, innerhalb des Landesverbandes glücklicher weise nur ganz vereinzelt auftraten, daß aber die >)('ot= Wendigkeit ber Stellungnahme zu ihnen bie Beteiligten in außergewöhnlichem Maße in Anspruch nahm. Ter Vor- sitzenbc trat mit gleichgesinnten Vertretern anberec Verbände wiederholt über bie event. Maßnahmen zur Schlichtung bes Streites zusammen und ben Bemühungen bieser Herren sei es nicht zum wenigsten zu danken, baß ber Flottenverein auch unter bem neuen Präsibium den alten, bewährten Kurs beibehält. Der M i t g li e der sta n d ist e t w a s z u r ü ck g e g a n g e n , so in Grebenhain unb Mainz, er war aber erfreulich stark im Znnehmen in Alzey, Wöll stein, Kelsterbach, Vilbel, Hüttcnfelb uslv. Es würbe von ber Versammlung eine Entschließung beschlossen, in ber es für wünschenswert erklärt wird, daß sich in jebem Kreise bie Ortsgruppen unb „Kleinen Stellen" zu einer Kreis- gruppe zusammenfchließen. Die Zahl ber Einzelmitglieber betrug 1908 in Hessen 10 109, wovon auf Starkenburg 4x10, auf O berhessen 3540 unb auf Rh ein Hessen 1759 kommen; die Zahl ber körperschaftlichen Mitglieber belief sich auf 132 mit 18619 Mitgliedern, bazu kommen 136 Gruppen unb 44 Kleine Stellen. Für den wegen anberrceitiger Arbeits Überhäufung zurückgetretenen zweiten Vorsitzenden Oberst Becker, dem für feine lange, verdienstvolle Tätigkeit wärmster ,Tank ausgesprochen wird, ist Generalleutnant Exz. Korman cingctrcten. lieber Punkt 9 deS Jahresberichts, Schul- und Gesell- schaftsfahrten, referierte der Schatzmeister, Hauptmann Vellmar, der die Ausführung und die vorbereitenden Schritte näher darlegte und die Gruppen um tätigere Mithilfe dabei erfud)te. Im Anschluß daran wurde infolge einer Anregung der Kreisgruppe Main; die Berechtigung der Gruppen zur Ausführung von GesellfchaftSfahrten naher erörtert. An den Lehrerfahrten föimcii statt 6 in Zukunft 8 Lehrer teilnehmen. — 91 ad) dem vom Schatzmeister er statteten Re^nschaftSbericht betrug die Einnahme 16 084 Mark und es blieb Ende 1908 eine lleberzahlnng von 521 Mark; der Voranschlag für 1909 weist eine Einnahme von 14 350 Mk. und eine Ausgabe von 14600 Mk. auf, so daß eine lleberzahlung von 2o0 Mk. zu erwarten ist. Nack) einem gemeinsamen 'Mittagessen hielt Oberrealschulbirektor Dr. Lahm (WormS) noch einen sehr anregenden Vortrag über bie Kieler Hauptversammlung. Tem Großherzog würbe ein BegrüßungStelegranrm geschickt. Vermischtes. *Chauteanbrianbnndsein Affe. Einige vergnügliche Anekdoten aus bem Leben Chateaubrianbs werden in den Rouvelles erzählt. Der Dichter hatte eine besondere Vorliebe für Tiere; so hielt er sich eine Zeit lang in seinem Arbeitszimmer einen jungen Pavian und sorgte mit rührender Liebe für diesen Zimmergenossen. Aber der Affe spielte seinem Herrn doch einmal einen bösen Streich. Es war in der Zeit, da Chateaubriand dmnit beschäftigt war, die Zdandfchriften seines verstorbenen Freundes Fon- taneS durchzusehen, die er zum Druck geben wollte. Ter Tichter harte die Manuskripte wohl geordnet auf seinem Schreibtisch liegen lassen; als er nach Hause kam, zeigte es sich, daß der Asse seine Kette zerrissen und frei war. Cl>aleaubriand beruhigte feinen Pavian mit einer Liebkosung und setzte sich dann an seinen Schreibtisch: aber die Papiere Fontanes waren verschwunden. 9J?it wachsender Besorgnis beginnt Chateaubriand zu suchen und schließlich entdeckt er sie auch: sie liegen im fetorbe des Affen, in bejammernswertem Zustand. Der Pavian hatte seine Zett damit auSgefiiNt, bie sorglich georbneten Bogen Siuck um Stück zu zerreißen. Dabei ahmte er getreu seinen .ixrrn nach; er hatte jeben Bogen genau in vier Stücke zerrissen, so daß mit einem reichlichen Änswanb von Gcbulb die Manuskripte sck)ließlich wieder ycrgcstellt unb gerettet roerben konnten. 8lber Chateaubriand» war mißtrauisch genwrden unb inspizierte seine Schubladen. Ihn erwartete die eigenartige Entdeckung, sic alle ausnahmslos leer zu finden; der Affe hatte sich je^ock) nick)t mit den Briefsck^aftcn und Papieren begnügt, sondern auch Chateaubrianbs Orben unb Ehre»*- zeÄen beiseitegeschasft. Im Hause begann ein ausgeregtes Suchen, aber alle 9?achforsck)ungen blieben sruchtlos, Papiere unb Ehrenzeick)en waren vcrsckMunben. Erst nach fünf ober sechs Tagen fand ber Diener dnrch einen ZufaN bie entwenbcten Gegenstände, die der Affe in einen verborgenen Winkel getragen und hier anidyeüienb mit Liebe sorgsam aufgestapelt hatte. Chateaubriand entscküoß sich cnblid), den indiskreten Zimmergejellen zu entlassen; er ersetzte ihn durch eine prachtvolle Katze, die oft gemächlid) schnurrend stundenlang aus seinem Schreibtisch saß. Um sie zu ergötzen, fertigte der Dichter aus Karton eine Marionette an, die an einem Baude befestigt war und so bewegt werdeir konnte. Mit ihr vertrieb er seiner Katze die Langeweile. * Ein Haus in elf Stunden erbaut hat ein junger amerikanischer Architekt W. C. Carl in St. Louis. An1 seinem Hochzeitstage wollte er mit diesem raschen Hausbau seiner jungen Frau eine Ueberraschung bereden. Noch am Morgen um 6 Uhr war kein Stein und kein Brett auf dem Platze, wo der Bau sich erheben sollte. Puntt sieben fuhren bie Wagen an, bie alles Material herbei- .nleppten, Sanbstein, Badpeine, Pfosten unb Bretter. Die Llrbeitsverteilung war vorher bis ins Einzelne organisiert. Die Teile bes Gerüstes zurechtgelegt und abgepaßt, die Fenstcrftillungen fertig, so baß alles nur auf bem soliden siciuerncn Untergrund aufgebaut werben mußte, ber sofort in Angriff genommen würbe. Rach anberthalb Stunben lvar bad Funbarnent fertig. Rasch erstanb bann bas Holzgerüst, bie Mauern würben verkleidet, und während mittags um zwölf die Dachdecker ihre Arbeit begannen, arbeiteten bereits im in nein die Schreiner und die Elektrotechniker. Während die Sd>reiner noch am Treppenhause beschäftigt waren, kamen bereits die Maler, um die holzbekleideten Wände der Außenseite in Grün und Weiß zu tünchen. Punkt 6 Uhr legten alle Arbeiter ihr Gerät beiseite und verließen den Platz: die kleine Villa stand völlig gebrauchsfertig. Sie besteht aus einem Baderaum, einer Empfangshalle und zwei Hellen geräumigen Zimmern. Kaum ivaren die Arbeiter verschwunden, so fuhren die Ältöbelwagen vor und eine Stunde später empfing daS junge Ehepaar int fertig eingerichteten Hause seine Freunde zu einem festlichen EinweihungScjsen. Bei der Errichtung des Hauses wurden, so wird im Wide World Magazine berichtet, 75 000 R^gel verwendet, 11000 Fuß Ballholz, 12000' Dachschindeln oc- festigt, die Wände mit 6000 Holzleisten verschalt. Außer ocn Maurern waren 25 Tischler am Werke, 12 Dachdecker, ein Elektrotechniker. Ter aus Backstein errichtete Schornstein wurde von vier Arbeitern in 4 Stunden 45 Minuten fertiggestellt. * Im Gamsgebirg. „Hären Se mal, mei kutester .Herr Ekonom, gehn denn bei Eich de Leite nid) mehr in den sck)eencn achten Nalionalgoskieme?" — ,.Mir Hamm kons mehr. Mir Hamms olle an die Freinden verläfst." Meteorologische Beovachtrrugen der Station Gieße». September 1909 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der rtiü 'Absolute sieuchligleil 'Relative Feuchtigkeit 2 >0 A Windstärke Weller 19. 2“ 746,4 13,0 10,6 96 W 4 Regen 19. 9* 745,4 130 10,9 98 sw 4 Bed. Himmel 20. 7’* 746,8 12,3 10,1 96 NW 2 Bed. Hunmel 4 höchste emperc itur tu 1 18.- -19. September — -4- 13,3'6. Niedrigste , H 18- -19. H 4- 10,3'0. Gieheneö wettertzienft. Voraussichtliche Witterimg für .heheu am Dienstag bem 21. September: Zeilwene heiter. Nur im Dlorben noch vereinzelt 'Regenschauer. 9lad)i§ kühl, nm Tage etwas wärmer wie heule. GriginaL-Drahtmeldttirgen. Die Fahrt des Zeppelin III. Düsseldorf, 20. Sept. Z. 3 wird um die Mittagsstunde von hier direkt nach Essen fahren und bei geeigneten WitLerungsverhältni,len eine Rundfahrt in das Industriegebiet unternehmen. Arn Abend wird der Ballon nach Essen znrücktehreii. • Essen, 20. Sept. Aus Anlaß der heutigen Ankunft des ,5. IIP hat der Oberbürgermeister bie Schließung sämtlicher Schulen verfügt. Der Betrieb ber Krupp'schen Werke ruht von 10 bis 12 Uhr. Berlin, 20. Sept. Ter Reichsbankdiskont würbe ü011 31/2 auf 4 Proz. unb ber Lombardzins- fuß von 4 1/2 auf 5 Pr 0z. erhöht. Berlin, 20. Sept. Ter türkische Generalissimus Mahmud Schewket Pasd)a, ber vorgestern hier eingetroffen ist, hatte im Laufe bes gestrigen Tages eine längere Unter» rebung mit bem hiesigen türkischen Botschafter. Heute abenb wirb er nach Essen weiter reisen, um Schießversuchen auf bem Kruppschen Werke beizuwohnen. Petersburg, 20. Sept. Tie „Nowoje Wremja" meldet, es seien Nachrichten aus Papan eingetroffen, nach benen bort ein neuer ürieg mit Rußlanb bas Tagesgespräch bilbe. Tie japanische Streitmacht werbe anbauernb vermehrt unb besonbers bas Verpflegungswesen aiisgestal- tet. Während bie größten Aufmerksamteiten ber Armee zugewenbet werben, werbe ber Ausbau ber Flotte vernachlässigt. Es sollen bereits Dutzenbe von Luftschifsen im geheimen fertiggestellt fein. Es geht in Tokio das Gerücht, Her Krieg solle im Jahre 1910 zum Ausbruch kommen. New York, 20. Sept. P eary läßt dementieren, daß cr beabfichttge, nach dem Südpol zu geben. Seine Gattin habe ihn veranlaßt, von diesem Plane Abstand zu nehmen. Seit mehr als 40 Jahren iit in Hunderllain'enden von Fällen die vorzügliche Verdaulichkeit und Nährwirkung des Neslle'schen Kinder- mehles, das die Kinder so gern nehmen, gründlich ervrobt worden, /immer gleichmäßig und gebrauchSierNg, slers bekömmlich, nie wuerrid oder sich zersetzend, bringt das ReMe-Mebl den Säugling durch die schwierige Periode des Sommers glücklich hindurch. »sV, VIS / TKA RTFN in Jc^er beliebigen Schriftart und Kartonsorte, ■■ ■ - sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die Brühl'sehe Univ.-Druckerei. tf/eltesAm f Mehr eie 22$ 000 Sttdc geliefert le eilte Koaetrektioeee •rblltllch nr«, Scteihi treffen tlglich eint Neuheiten Int !o"„ Perl- ii. 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