Dienstag 1(5« Februar 1909 Der Siebener erscheint tägliri, Sonntag?. — Beilagen: (Dienstag und Freitag); zweimal monatL Landwirtschaftliche Zeitsragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Bezugspreis: monailirb 75 Pi., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— vicrtel- jährl. ausscht. Bestellg. Zellenpreis: lokal 15PH arlswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für beit politischen Teil: E. Anderson; s. Feuilleton und , Vermischtes ilimahme non »njelgen "" ” R" vr ^eanÄbLeerid)^ bis DoratttaJ,n™utS ««tativnrdruck und Verlag der BrShrschen Unlv.-Vnch. Md Steinörutferci R. Sangt »edattian, Expedition und Druckerei: Lchulftrahe I. viermal wöchentlich SiehenerKamilienblätter; zweimal wochentl.Urelrr blatt finden Urris Stehen Nr. 39 // ? Erstes Blatt 159. Jahrgang Anzeiger av>— ;ff), außer vW /Md» ÄÄ Beilagen: r"" v ^4» MA V irtzener Anzeige General-Anzeiger für Oberhessen Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. Vie Aufgaben der Reichzfinanzreform. lleber die Reichsfinanzreform, die z. Zt. alle politischen Kreise des deutschen Volkes in so hohem Maße beschäftigen, ist in kurzer Zeit schon eine sehr stattliche Literatur veröffentlicht worden. Daß über diese Frage aber noch immer Neues zu sagen ist, zeigt eine Untersuchung des Marburger Professors Dr. Koeppe im neuesten Hefte der „Annalen deS Deutschen Reiches".*) Die Ursache der heutigen Finanznot erblickt Koeppe in dem System der Ueberweisungen und Dtatrikularbei- träge; dieses führte zu der verhängnisvollen Anleihewirt-- schaft und damit zur Anhäufung der jetzigen enormen Schuldenlast. Es ist ferner Schuld an der sich immer unangenehmer geltend machenden Verknüpfung der Finanzen des Reichs und der Einzelstaaten. Ohne eine organische Abgrenzung zwischen den Reichs- und Landesfinanzen hält Koeppe eine dauernde Gesundung des Rcichsfinanzwesens nicht für möglich. Er begrüßt deshalb die beabsichtigte Begrenzung der Ueberweisungen und Matriknlarbeiträge und die Abschaffung der Stundung ungedeckter Matrikularbeiträge. Diese sollten überhaupt nur für den Notfall bestehen bleiben. Auch deren Veredelung würde zu nichts anderem führen, als daß die Einzelstaaten sich vielleicht auf einem noch empfindlicheren Wege, als wie dies eine erweiterte Reichserbschaftssteuer hm soll, neue Einnahmequellen erschließen müssen. Bei der notwendigen Eröffnung neuer Einnahmequellen erwartet Koeppe vom Reichstag die Berücksichtigung sozialpolitischer Momente. Der bisherigen auf Hebung der arbeitenden Klassen gerichteten Politik dürfe nicht durch eine die Erfolge dieser Politik in Frage stellende Finanzpolitik entgegengewirkt werden. Die Finanzpolitik müsse darauf gerichtet sein, den großen Gegensatz zwischen Arbeit und Wermögensbesitz nicht zu verschärfen, sondern zu vermindern. Die neuen Steuern dürfen deshalb nicht allein durch die Erhöhung der indirekten Abgaben herein- gebracht werden; eine. Besteuerung des DermögenSbesitzes ist unumgänglich; allerdings darf auch von diesem nicht die Leistung des gesamten öOO Millionenbedarfs verlangt werden. Eine Störung der im allgemeinen Interesse notwendigen und bisher erfreulichen Bermögensentwickelung wäre die Folge. Berechtigt sei nur der Widerstand gegen die von der Regierung gewählte Form der Vermögens- Besteuerung Die Nachlaßsteuer mit der Wehrsteuer sei zu verwerfen. Die 98 Millionen, die der Besitz tragen solle, müßten durch die Ausdehnung der Reichserbschaftssteuer auf Abkömmlinge und Ehegatten und durch Erhöhung der i-- * 1909. N. 1. München, I. Schweizer Verlag (Arthur Sellier). Gretzener »taöttbcakr. Der Hüttcnbefitzer. Von Georges Ohnet. Auf Anstellung gastspicltc vorgestern Erna G ü! d e n e r von Hannover als Claire in Ohnets allmählich ungenießbar werdendem Hüttenbesitzer. Obschon die Künstlerin stark e rücktet war, führte sie ihre Rolle derartig durch, daß man mit einer Verpflichtung an unsere Bühne wohl einverstanden sein kann, obschon wir durch ihre augenblickliche Vorgängerin an sehr gut ausge- «arbeitete Leistungen gewöhnt sind. Eine hübsche Bühnenerschei- raing, natürliär« Sprache und ungekünsteltem- Spiel sind ihre großen Vorzüge, und wenn man das jedenfalls durch die vorher iangekündigte Unpäßlickckcit bedingte Fehlen eines1 starken Temperamentes abrechnct, darf man an der Künstlerin in der etwaigen Folge wohl große Ansprüche stellen. An Sielte des' rrkauften Erich Weingartner spielte Direktor Steingoetter den .Hüttenbesitzer imb gestaltete namentlich im zweiten Auszug eine recht glückliche Erscheinung. Auch die übrigen Mitwirkcndcn standen aus einer erfreulichen Höhe der Darbietung, so daß die ganze Aufführung, die von Direktor Steingoetter gut und zweckentsprechend geleitet wurde, eine recht beachtenswerte Leistung von vornehmer künstlerischer Wirkung gewesen ist. Bei einer Wiederholung wäre aber darauf hinzn- wirken, "daß das Hoch hinter der Bühne etwas weniger dürftig aussiele, wenn auch der Spielleiter aus der Bühne beschäftigt ist. Grete Höcker war eine wirkungsvolle, warmherzige Marquise, iüore Scholz an sich allerliebst, avcr doch nicht ganz Baronin, soweit es sich um die großen gesellschaftlichen Auftritte handelt. Unmutig und voll Frische war Dorle Maifarth alsSuzanne. Rocht fesch uttd von ausgesuchtem, sehr geschmackvollem Aussehen war Iv Hoven als lebensprühende Athenais, doch hätte sie dos feurig-kokette Wesen noch etwas schärfer betonen dürfen. Der Mvulinet Max Kronerts war erfreulicherweise auf einen vornehmeren Ton gestimmt als man gewöhnlich sieht: Zindols Goll hätte als Herzog etwas lebendiger sein dürfen, und auch in jber Maske etwas weniger verlebt, obwohl ja Spick und Aussehen ßn gutem Einklang sueinander standen. Clemens Roden als liebevoller Oktave ließ ebensowenig zu wünschen üvrig wie Kars Polck als Baron. , Karl Neurath. — D i eFr a n l s ur t e r T h e a t e r gegen denBühnen - tocrem. Wie uns ans Frankfurt a. 9JL gemeldet wird, hat der Autsichtsrat der donigen neuen Theater - Aktiengesellschaft es in seiner gestrigen Sitzung abgelehnl, den gegen die Bühnengenosfen- schalt gerichteten Beschlüssen des AühnenvereinS feine Zuslinunung *i11 geben. Im gleichen Sinne stimmte auch der in der Sitzung anwesende Magrslralskommtssar. Die Frankfurter Bühnen sind für die Verwandten der aufsteigenden Linie und Seitenver- verwandten geltenden Steuerprozentsätze aufgebracht werden. Der Leistungsfähigkeit der Steuererträger werde dadurch am besten Rechnung getragen. Die notwendige Schonung der unteren Steuerstufen könne durch entsprechende Steigerung in den hohen und höchsten Steuerstufen ausgeglichen werden. Eine Bekämpfung des Ausbaus der Erbschaftssteuer aus grundsätzlichen Gesichtspunkten komme post fefhim; die Reichsgesetzgebung habe die Berechtigung der Besteuerung der Ehegatten und Kinder prinzipiell schon anerkannt dadurch, daß sie den Einzelstaaten das Recht zu deren Besteuerung und zur Erhebung von Zuschlägen verlieh. Was für die Einzelswaten Recht, könne für das Reich nicht Unrecht sein. Eine Reichsvermögenssteuer verwirft Koeppe vor allem aus den gleichen Gründen, die gegen eine Reichseinkommensteuer sprechen. Die einzig richtige und am wenigsten drückende Reichsvermögenssteuer sei, so meint Koeppe, eine ausgebildete Reichserbschaftssteuer, lieber deren vorhandene Mängel müsse man fisch mit Rücksicht auf die Notlage des Reichs wegsetzen. Der inhaltsreiche Aufsatz schließt mit den Worten: „Die Lösung der Reichssinanzreformfrage wird dadurch außerordentlich erschwert, daß diese als Kampfplatz für das mehr oder weniger leidenschaftliche Begehren wirtschaftlicher Sonderinteressen und allgemein-politischer Bestrebungen herhalten muß, die nicht oder doch nicht ausschließlich auf die Sache selbst, sondern wesentlich auf das einseitige Geschäfts- oder Parteiinteresse abzielen. Und doch verlangt die Lösung gerade dieses ebenso weitumfassenden wie heiklen Problems vollste Hingebung an die Aufgabe und eine rein sachliche Behandlung, die sich bei jeder Beurteilung und vor allem bei jeder einzelnen Entscheidung nur vom (Gesichtspunkte des Gesamtwohls leiten läßt." Die Ausführungen Koeppes werden sicherlich manches zur Klärung der augenblicklichen Situation beitragen. politsfd^c Tagesschau. Der neue türkische Großvezier. Hüsfein Hilnn Pascha, W neue, ganz mtffcr jungtür- k'schem Einflüsse stehende Großvezier, ist auf der Insel Mytilene geboren. Er war zuerst in der Verwaltung seiner heimatlichen Insel tätig, wurde dann Generalsekretär des Vilajets Smprna und später Generalsekretär in Sstrien. ?cach einer kurzen Tätigkett in Messina und Kerek bei Jerusalem, wurde er zum Gouverneur von Adaua und ein Jahr später zum Gouverneur von Demen ernannt. Fünf Jahre darauf erhielt er den verantwortungsvollen Posten eines Generalinspekteurs in Diazedouien. Daß Hilmi Pascha, der jetzt im 52. Lebensjahre steht, sich in Mazedonien vollauf bewahrt hat, ist aus der Geschichte der letzten Iahree vollauf bekannt. Im Kabinett Kiamie war er Minister des Innern. Alle Kenner Hilnri Paschas rühmen also die ersten deutschen Theater, die gegen die organisationsieind- liche Haltung des Tirektnrenverbaudes Stellling genommen haben. Man dari gespannt sein, ob andere Direktionen diesem Beispiel bald folgen werden. — Frank Wedekind bat auf eine Einladung des Dresdener (Goethe-Bundes mit folgendem Brief geantwortet, den die Münch. Ztg. letzt im Wortlaut mit teilt: Sehr geehrter Herr! - Sie beehren miet» mit der Anfrage, ob ich an dein vom Goethe- Bund in Dresden veranstalteten Vortragsabend nicht einige Lieder zur Guitare vortragen könne, toas Sie fteudig begrüßen würden. So sehr mich Ihr Vorschlag fteut und ehrt, und so gern ich ihn befolgen würde, glaube ich doch im Hirrblick auf die unüberwindlichen Hindernisse, die das Bekannttverden meiner ernsten Slr- beiten unmöglich machen, davon abshehen zu müssen. Sollte sich die Dresdener Iensurbehörde bereit finden, „Die Büchse der Pandora" oder „Totentanz" für öffentliche Aufführungen frei zu geben, dann würde ich mich nicht einen Augenblick besinnen, vor den Mitgliedern des Goeche-Bundes auch als Bänkelsänger zu erscheinen. Wie die Dinge aber tatsächlich liegen, hätte ich einem solchen Unterfangen bet den maßgebenden Persönlichkeiten nur eine um so geringere Einschätzung als Mensch und als Sck>riftsteller zu verdanken. Tie grauenvolle Humorlosigkeit unserer Zeit schaltet die Vorstellung völlig aus, daß sich jemand, der sein Leben der Bewältigung ernster, ethisck-er und künstlerischer Aufgaben widmet, gebenbei mit dem Vortrag von Schwänken abgibt Deshalb kam ich zu dem Entschluß, meine Guitare nicht mehr zur Hand zu nehmen, so lange oie Behörden den Ausführungen meiner DrMuen noch Hindernisse in den Weg legen. In vorzüglicher Hochachtung J-hr ergebener Frank Wedekind. — Vom FritzReuter-Denk mali nStavenhagen. Die Enthüllung des Fritz Reuter-Denkmals soll am 100. Geburtstage des Dichters, am 7. dcovember 1910, ftattfinben. Von dem Plane, diese Feier sorgen der ungünstigen Jahreszeit in den Juli 1911, auf den TodeSgedenktag, zu verlegen, wurde Abstand genommen. Zur Ausführung pes Denkmals soll ein allgemeines öffentliches Preisausschreiben für alle Künstler deutscher Reichsangehörigkeck erlassen werden. Die Kosten für das Denkmal sollen höchstens 50 000 Mk. betragen. Das Denkmal wird vor dem Rathause auf deur BLarktplatz errichtet werden. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft Dr. Ernst Haeckel m Jena vollendet heute das 75. Lebensjahr. — Der Cheimter Professor Futurs Thomson in Kopenhagen ist gestorben.— Im Petersburger Schachklub begann gestern der Internationale S ch a ch k o n g r e ß, zu dem u. a. Lasker, Spiel mann und Kohn aus Deutschland ringe« troffen sind. ihn als einen der liebenswürdigsten und fähigsten Staatsmänner der Türkei. Deutscher Ueieh. Der Kaiser hörte gestern vormittag im Schlöffe den Vortrag des Cheis des Zivilkabmetls. D i e A r b e i t s l o s e n in Berlin. Tas Resultat der am 12. 11. Februar von der potithch und gewerkschaftlich organisierten Arbcilerichaft veranstalteten Llrbeitsloienzählung ergab 10300 Arbeitslose in GrochBertin. Die E i n i ü h r u n g d e r S ch i s f a l, r t s a b g a b e n. Nachdem das preumiche Slaalsniintslerium den Entwurf, betreffend btc, authentische Auslegung des Art. 64 der ReichSveriasinng genehmigt hat, ist er deni Buudesiate angegangen. Es handelt sich um die Beseitigung der oerfassungsrechllichen Bedenken gegen die Einführung der Scyisfahrtsabgaben. T o d e s i a l l. Ter Zentrunisabgeordnete Wattendorf, Mitglied des Reichs- und Landtages, ist in Ibbenbüren gestorben. Ausland. Die russischen Terroristen werden in den einzelnen Ländern zu einer immer schlimmeren Larrdplage. Ein in Gent verhafteter Russe, angeblich des Olamens Sokoloff, der vermutlich mit dem von der Brüjseler Polizei gesuchten Anarchisten Seiliger identisch ist, bat auf die ihn begleitenden Polizisteii mehre« Revvlverschüsfe abgegeben. Ein Polizeikommissär und ein Kriminalbeamter wurden töt!ich verletzt. Ein Gro ßsürft in Ungnade. Wie auS Petersburg gemeldet wird, ist der Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch Chef deS Petersburger Militärbezirks, oer als das Haupt der reuktivnären Partei in Mßland gilt, bei dem Zaren in Ungnade gefallen. Der Zar weigerte sich ziveimnl, den Großfürsten ^u empfangen, und gab ihm zu verstehen, daß er seine Demission geben möge. Man glaubt, daß der Fürst dem nächst eine Reise ins Ausland antreten werde. Das Repräsentantenhaus der Bereinigten Staaten, bat einen Geietzeniwurf angenommen, oemzufolge die Territorien Arizona und N c n m e x i i o zu Staaten erklärt werden. Aus Stafct und Lun-. Gießen, 16. Februar 19Q9. * * Lageskalender für Dienstag, 16. Febr.: Stadt- theater: .Rokoko". Anfang 8 Uhr. Konzerrverein. 2. Jubiläumskonzert ziun 90jährigen Stiftungsfest des Ak. Gejaugvereins: 6£/4 Uhr in der Stadttirchc. * • * In Audienz, empfangen wurde von Sr. 5ügl. Hoh. dem Großherzog am SamStag u. a. Obergärtner Köhn von Gießen. • * Ordensangelegenheit. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Malirerpoller PH. Joh. Seid III. zu Harheim die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom König von Preußen verliehenen Allgemeinen Ehrenzeichens erteilt. ** Erledigt sind Eine mit einem evaug. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Soulheim. Mit der Stelle kann Organistendienft verbunden werden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Partenheim. Mit der Stelle ist die 5)älfte des Organiftendienstes verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gc- meindeschule zu D a n ii e n r o d. Mit der Stelle ist Organisten- und Lettvrdienst verbunden. Eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Dieburg. ** Ruhestandsversetzung. S, K. H. der Groß- hei^og haben den Kanzleiinspektor bei der Hcmptstaatskassc, Kanzleirat Joh. Alb o h n zu Darmstadt, auf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gefundhett unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt und ans diesem Anlaß ihm das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großumttgen mit der Krone verliehen. — Die Stelle ist erledigt. (Die Stelle ist den Mlitäranwartern Vorbehalten. Es können daher mir Meldungen von solchen bei ihrer Wiederbesetzung Berücksichtigung ftnden.) ** Die Zahl der Fcr nspr e ch ansch lstsse im Groß- Herzogtum Hessen ist,nach der Tarrnft. Zig. auch im Kalenderjahre 1908 erheblich gestiegen. Am 31. Dezember 1908 waren — einschließlich der sog. Nebenstelle n — 14 601 Fcrnsprechstcllcn vor- Ixntben (gegen 13137 am 31. Dezember 1907'. Davon entfallen 10 227 Sprechstelleu oder 70 Prozent auf die 5 größten Städte des Landes, und zwar auf Mainz 3814 (1907 : 3282), Darmstadt 2464 (1907: 2299 , Offenbach 1778 1907: 1672 , Worms 1272 (1907: 1141; und Gießen 899 (1907: 788;. Bingen und Bad- Nauheim haben über 400, Bensheim und Friedberg Über 200, Alzey über 100, die übrigen Ortsfcrnsprechnetze unter 100 Sprech- stellen. Die Beteiligung an den Netzen mit weniger als 100 Sprechstellen ist sehr verschieden. Sv haben z. B. Büdingen, Ober-Hessen, 77, dps gleich große Groß-llmstadt aber nur 34, Groß-Gerau 96, Sprendlingen, Kr. Ofsenbach, nur 31, Jugenheim, Bergstraße, 56, Homberg, Oberhessen, aber nur 9 Sprechstellen. Don kleineren Orten mit reger Beteiligung sind hcrvor- zuhebQi: Nieder-Wöllstadt mit 34, Reinheim mit 61, Stockheim mit 33, Großkarben mit 36, Dionsheim mit 31 Fernsprech- stellen. (ritte im Verhältnis zu ihrer Größe und Bedeutung auffallend geringe Zahl an Fernsprech stellen weisen aus: Bü>- lis (13), Homberg, Oberhessen (9), Dtomrob (6), Schlitz (11) und Westhofen (7j. Zur Herstellung der Gesprächsverbindungen bestehen in 10< Orten des Großherzogtums Bermittelungsämter, deren Anschlußbereich sich auch auf die Ortschaften und Einzel- ttieberlasiungen der näheren Uingebuiuj des Ortes erstreckt. -- Insgesamt entfällt auf jeden 83. Einwohner (oder auf 0,527 qkm) eine Sprechstelle. Es gewahrt einen interessanten Ucbcr- Blid, wie die Tichtjgkeit öes Fernsprechnetzes auf ine eiiizelnen Gegenden des Grvßherzogmms verteilt ist. An der Spitze steht — aus. nahckiegenden.Gründen —. Bad-Nauheim. Hier entlaßt f(£zm cas* ?6 S.:«robncr 1 '5t>refhft:!Tf Dann loirnncx Mainz mt: 37, Terror ot mit 38, <^trBen unb tiorm5 mit 40, Cnrn* Inrti mtt la, Tmebberfl nrit 59 ufw 2ir gröberen etSxt H eiben afio roefentlidi un:-i bcm Durchschnitt von 83. Io den -Lanbst^ r n torimi n* UN* 120 lnrm»bnrt eine Smechllrlle, bod# bleiben einige Crt^ne^ ganz ertrMid» noch bah-ntet zurück. Sir nnflünitigitm Imrdy'rfmitt^ablrit ergeben f:d) für Romrod •40#;, Schliv 46i nno Homberg, Tberheffen, wo fogar erst auf '«Den 475. (hü Duixttr ein** i .teilt entfällt — Im abschlägerei. Am Sonntag abend kam eS aus LCroolb« Garten zwischen jungen Leuten zu einer Schlägerei. (Emer davon will von drei anderen ohne Grund überfallen roorben sei. Die Sache wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Steinberg bei (Hießen. I » Febr. Der Turnverein „Ctu t H r i l" feierte am Sonntag fein Wi ntervcrgn ü ßf n tu seinem Vere,n>ivkal „Znm grünen Baum“ ba^ voll- ständig 'efeßt ivar Nach einer Begrüßungsansprache de- 1. Bonigenden Loui> Schäfer, begannen die humo nirifdicn und theatralischen Bon rage, die sehr gut angeführt wurden Neichen Beifall >anö der von i Domen au», tieiührte steigen md das von ihnen dargestellte übende »ilb: „Eine Fischergrnppe". Gegen 2 Ubr mar dar) Bro- gramm zu Ende und eS ging ;nm gemütlichen Teil über, ?on dem man sich bann erst am frühen Morgen trennte. ----- Hausen bet Gießen, 15. Febr. Gestern fand basier in bem geräumigen Saale von Wallbott em sehr besuchter Familienabenb beS Evang. Bunb eS statt, in :ent Pfarrai'i'tent Hanstetn von G ehen einen mtercffanlen ^ichtbilderoortrag über Sübwesl-A'cika hielt. Schüler ber 1. Klaffe trugen entsprechende Gedichte vor. — Auch in Garbe»teich wird am nächsten Sonntag ein gleicher Vortrag gehalten, wobei die dortigen zwei Gesangvereine ihre Mitwirkung zugesagt haben. (9L) Ödenhaufen iRabenau, 15. Febr. Nachdem vor 14 Tagen hier eine Versammlung einberufen war bebufd C'/rünbung eines Krieger Vereins und 27 Mann ihren Beitritt schriftlich erklärten, tagte am Sonntag abermals eine Versammlung, in der zur Gründung des Vereins geschritten wurde. Ter Verein zählt 30 ordentliche Mitglieder und hat seinen Beitritt zum Bezirk Grünberg, sowie zum Hassiaverbände erklärt. Bezirkspräsident Ranft von Grünberg leitete die Versammlung. Als erster Vorsitzender wurde Bahn Hofsaufseher Weber, als Stellvertreter Gutspachter Seuermann gewählt. Nachdem der geschäftliche Teil erledigt war, hielt Herr Ranft eine Ansprache an die neuen Kameraden, die mit einem dreifachen Hoch auf S M. den Kaiser und S. L H. den Großherzog schloß, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten. Der Vorsitzende dankte im Namen des Vereins Herrn Ranft für seine Mühe und brachte ein Hoch auf ihn aub. = Londorf, 15. Febr. Der Gesangverein Frohsinn veranstaltete gestern abend fein Wintervergnügen in Gestalt eines Konzertes, das als durchaus gelungen zu bezeichnen war. Die Chöre waren eine anerkennenswerte Leistung, nich die Toppelquartette und Duette verfehlten ihre Wirkung nicht. Ter erprobte Verein unter feinem rührigen Dirigenten, Lehrer Trinkhaue, hat gezeigt, daß er vorwärts gekommen ist. ---- Hörnsheim, 15. Febr. Unter starker Beteiligung feierte der Turnverein sein Winterfest. Für Unterhaltung war bestens gesorgt, die vorgetragenen Couplets wurden gut auSgesührt unb ernteten großen Beifall. Konzert unb Tanzmusik bilbeten ben Schluß beS Festes. ? Tra iö-Horloff, 15. Febr. In einem von ber Gewerkschaft .Friedrich" erbauten Miethause brach gestern abenb gegen 11 Uhr im 2. Stockwerk auf noch nicht aufgeklärte Weise Feuer auS. Die Mieter ber Wohnung, in der das Feuer zum AuSbruch kam, drei junge Leute, waren am Abend auswärts. Man bemerkte ben Branb erst, als fchon bie Flammen zum Dache herauSschlugen. Sofort wurde die hies. Feuerwehr alarmiert und ihr gelang es bald daS Feuer zu löschen. Während der obere Stock und Speicher- räume vollständig auebrannten, haben die Wohnungen im ersten Stock, die aufgeräumt worden waren, nur durch das Wasser gelitten. Ein kleiner Hund, der von den Mietern in der Wohnung eingeschloffen war, fand in dem Qualm feinen Tod. [J Muschenheim, 14. Febr. Am Donnerstag sand im Rathaussaale eine Versammlung des DolkSbildungS- Vereins statt, in der Pfarrer Köhler über die Luft- fchlffahrt sprach; insbes. entwarf der Redner ein lebensvolles Bild deS Grasen Zeppelrn. Für seinen Vortrag erntete der Redner am Schluffe reichen Beifall und Lehrer Giinther sprach ihm den Dank für seine Ausführungen au5. — Der Gemeinderat beschloß auf Antrag deS Lehrers (S. die Er- iichtnng einer Eisbahn; sie wird auf die Wiesen in der Nähe be» Brunnens für bie Wasserleitung kommen. O Laubach, 1b. Febr. Einen seltenen Kunstgenuß bot der Aerkehrüverein gestern abenb in ber Aufführung bes Rhem-Mainischen VerbanbStheaterS bem Publikum aus hiesiger Stabt, sowie aus umlicgcnbcn Ortschaften, bie bc- sonberö gut vertreten waren. Gespielt würbe ,DerKon igS - Icutnant* von Gutzkow. Tie Dlitroufenben boten vor- treffliches Mienen- und Zusammenspiel, besonders sind die Darsteller beS Königsleutnants und deS Rats Goethe sowie Die der Seekatz und des jungen Dichters (dargestellt durch eine Dame- hecoorzuheben. Der Saal war gefüllt bis zum letzten Platz, den Fortbildungsschülern waren ermäßigte Preise gewährt worden; auch die gräflichen Herrschaften wohnten ber Vorstellung bei. (9L) Höckerüdorf, 15. Febr. Unsere Gemeinde hat beschlossen, im Laufe d. A ein neues SchulhauS zu bauen, da fich das alte als zu klein erwiesen hat. lieber den Platz ist man noch nicht ganz einig. w. Stromberg, 15 Febr. Das bei cuian WernlMidlrr in Bmgcn bedien stete Lauoniädchen S Sonncr von hier gab vor drei AUmaten ihrem britieu Kinde das Leben und durch- schnitt dem kleinen Wesen sofort nach ber Geburt den Hals Ten Leichnam begrub das Mädchen im Keller. Heute wurde Verbrechen aufgcderkl, doch entzog sich das> Mädchen seiner Ver Haftung durch Flucht ? Stob beim a. b. Bieber, 15. Febr Der Gewerbe - verein Halle für angehende vandioerker unb Geschünsleutr einen Buchführungskursiis ins Leben gerufen, zu bau fich 13 Teil- nebrnrr nrhmbeu batten Kursusleiter sowie auch 3nttrcfieniai sprachen sich zum Schlufse nur lobend über ben Erfolg des KlnfuS aus — Die gewerbliche Zeichenschuir mit mehr als 10 Schüler soll auf Wunsch des 3entralnorftanbe4 mit Beginn des neuen Schuliobrer in zwei Klassen gtitill werden — AuS der Rhön, 15. Febr. Der Händler Sixtus Hahn, der auf dem Kreuzberg in der Nähe des bekannten Masters wohnte, war spur abends nach dem Kreuzberg marschiert und trug einen schwer gepackten Rucksack auf dem Rucken. Oben angelangt und mir noch wenrge Schritte von feinem Hause entfernt, verließen ihn bei ber großen .Kälte die .'kralle. Er fank in den mehrere Fuß tiefen Schnee unb nntrbe am nächsten Morgen erfroren aufgeftuidcu. ** Kleine ÜJt i 11 e u u n g c n au» 5>ciien unb ben Nachbarstaaten. Beim Rodeln am Fuä,sianz creig nrtr sich ein iötlichcr Unfall. Ihn junger Mann bradi da- Genick und nxir sofort tor. Hi« weircre 'Zerfoorn erliitrn Beinbrüche — Ter 36icbrig: Fuhrmann Barl Grimmel cu-j Marburg, der griKnt müt-tg zur Verbnßiiug cinrr Strafe tn. Frankfurter Holizei-efängnis gebracht nniroe, har füt) tv:: an feinem Taschentuch erhängt wlinScrn und Reifee. ** V. H. C. Am Sonntag hielt der Vogelsberger Hohcnklub, Zlveigvervrn Netzen, seine 11. Bern ns Wanderung 1908,00. ab. Are fast alle vorhergegangenen, erfreute sich auch diese Wanderung wiederum des schönsten Setter* unb einer regen Beteiligung; sogar eine Rodlcrabtellung war anwesend, ohne jedoch ernstlich m Tätigkeit zu rre;cn. Ter Himmel hatte feine freundlichste Miene ausgesetzt, goldener Sonnenschein durchflutete die verschneite Winterlandschast und der grimme Nordvst, der nod) tags zuvor sich so empfindlich bemerkbar gemacht hatte, hielt seine Sonntagsruhe Der Weg führte von der Labnbrücko über Gleiberg, Krofdorf und Fellingshausen nach bem Dünsberg. Bot auch stellenweise ber Ausflug durch den im Walde liegenden 3ebner ferne Schwierigkeilm, so ließen sich bie Wanderer dadurch nicht zurückichrecken. Wacker und unverdrossen er glomm die stattliche Schar bet Teilnehmer, 36 an der Zahl, in ca. '. stündigem Anstieg den tüpfel des Berges, woieldst der biedere Turmwarr für die nötige Heizung unb Stärkung sowie wärnienden Mokka und sogar Ktcppcl gesorgt hatte Die Aussicht von» Turm war allertnngs ziemlich begrenzt, doch gerade die nähere Umgebung des Dünsberges, die schneebedeckten Wälder und Felder, Dörfer und Gehöfte gewährten dem Auge des Beschauers einen reizvollen Anblick Nach reiflich ernstündigem 'Aufenthalt erfolgte ber Abstieg uno zwar, um die Wanderung würdig zu beschließen, nach dem idyllischen Dünsbachtal, lvelcher Weg der steilste ist Doch mit Humor unb unter großem Gaudium aller Teilnehmer wurden auch diese Fährnisfe überwunden, ba5 schöne Tälchen sowie daS anschließende Biebertal durchwandert und in Dieder, teilweise auch erst am Adendsrern die Wanderung befdjlofieiL — Tie „Ritter von der Gemütlichkeit" ließen eS sich jedoch nicht nehmen, in Sachsenhausen bei Gang und Scherz noch einen Schluß trank zu „verhaften". <ßerid?t»faaL Kriegsgericht. Zn der eiten Kaserne tagte ant Montag vormittag das Kriegsgericht der 25 Division AIS Infiagr- Vertreter anuiene KriegSgerichkSrat £ Genauer. Der Gerichtskvi bestand aus dem Krirgsgeriäusrai Koch als Herhanblluigsleiter, dem 'Major v Wunsch als BorfiSenden, bem Hauptmann von ftamrcfr, KricgsgerichtSrat Hest unb Cbfrlrumanl r Pen- al< Beisiper. 3m ersten verhandelien Fall handelte eS sich um Fahnenflucht Ter Me-gerburfche .’oernt. Kin; er au« bem Fürstentum Birkenfeld war im Juli 1907 als Rekrut in St Wendel ausgemusteri, er ivar für bao 7u Ins.-Regt bestimmt und hatte einen Urlaubspaß bis zu feiner Einberufung erhalten. Tiefe konnte aber nicht erfolgen, weil Kuuzer ,ich auf die Wander- id^aft begeben hatte. Er ist ui der Verkmblung geständig, fid| im '.'llislande bcnimgcuifben zu haben. Er bat an' dem Wege bahin eine Anzahl (4annionni berührt, er will aber im Ttangc des Wanderns an eine Meldefrist iiidjt gebuht haben, feinen Ur laubspaß hätte er verloren. Auf feinem Bummel kam ocr Mann wieder nach Teutschland, er will Dcrgclieni Arbeit gkfudu Hoven sei er nach Mainz gekommen unb meu es ihm uit Dein Aller- notwendigstcp gemangelt Irat, habe er kurz cntfcblciien, twrt eutc große Lpiegelschcibc un Werte von 100 Mark zertrümmert, lebig lieh zu bau Zweck, um Ldbach unb .Kost zu befcntuun. Kriege gnichtsrat Obemmer beantragte ipegm Fahnenflucht eine Ge- iängniSstrafe von 7 Monaten unb Versetzung in bie 2 Klaffe 0«S Solbatenstandes Der Gcrichtshi" erkannte unter (tuinr* ztehung ber Strafe wegen 2xuhbefd>äbinuiig auf eine Gesamt ftcarc von 9 Monaten unb verletzte ben .ihntier tu bie 9. zt laste des •Stilbatenftdiibecx — Weiter wurbc gegen ben Hillzhoboin>-n Unterviiizier Berwlb Klober vvu bet LeibkouwagNic des UH Fnf.-RegtS. wegen Sullichkeitsverdred-ens vethanbeu Als ver. leidiger war Fustizrat Metz erschienen. Die Verhandlung, zu der 9 Zalgen geladen loarai, wurde unter Ausschluß bet Ceiiaitlid) teil geführt Klöber wurde zu 1 Fahr Gefängnis verurteilt, es wurde ferner seine Degradation ansgesprvlhen und er außerdem iu die 2. Klasse des Solbatenstonbcs versetzt Au» ber öffentlichen Begründung des Urteils ging beroor, baß ber Ck richtshoi ttvtz des Leugiiens beS Angellogten Oie lledetzengung von feiner Schuld erlangt habe Poisbam, 13. Febr. Der zwanzigjährig' GlasardeUer Albert König pms Rietz Neuenborf wurde heule vom Schwurgericht Potsdam iVv Raubmords htiuloig gciDrodxn unb zum Tobe verurteilt. Köllig haue am 9. Januar beu Arbeiter August Fibel Varn tut Fagen 42 des Forsttcoiers Lieye crnwtoei unb beraubt. —------------- Vermischte*. ♦ König Eduards Schlagfertiglcit Die Schlagfertigkeit König Eduards unb feine Llugheit spiegelt sich auch tn der großen Zahl der Lnckdvten, die man fid) von dem königlichen Gaste erzählt Hier nur ein paar Beispiele: Der König war einst Gast bei einem Lord und wurde nach der Mahl.zeil mit feinem Gefolge tn den Billardsaal geführt. Da stunden auf kleinen Tischen einige Listen mit Zigarren, unb bar Lonig wollte sich eben be- bienen, aL ein Millionär zubringlich an üjn hcrantral unb ihm seine Zigarrentasche hinhicll mit den Lorten: „Nehmen Sie nur diese, Majestät — sie sind wett besser." — ^Werter Herr," erwiderte der König mit vornehmer Kälte, „wenn dar» Essen meines Gastgebers für mich gut genug war, so werden es auch feine Zigarren sein." — Eine schneidig- Abfertigung erfuhr einst ein Edelmann, bem König Eduard als Prinz von Wales fdjt gnädig gesinnt war. Der Herr glaubte bald ein förmliches Recht auf diese Freundlichkeit zu besitzen und verstieg sich endlich zu der Wette, er werbe sich nächsten:.' vom Prinzen bebienen lassen. So geschah es, daß der junge Edellierr nach einer '.stiochlzeit tm Rauchzimmer fich an den Prinzen mit der kühnen Aufforderung wandte: „Lales, klingeln Sie doch mal, »ch muß etwa trinken." Die Galle waren fall sprachlos bei dieser Zumutung Der Prinz aber erhob sich lächelnd vom Dl atz unb setzte die Llingelschnur in Bewegung. Unb als ein Diener leeretntrcü, erklärte ber Prinz ntü ruhiger Bestimmtheit : „Lieser Herr will nad) Hause fahren, bitte, bringen Sie ihn zu feinem Wagen " • Heldenmut eines deutfcheu Mat rosen. Uebet bie wackere Tat eine» Siegerlander» kommen Meldungen aus Buenos Aires. Em englischer Tamvfcr war in der Höbe von Periiambiico in schweren Sturm geraten, und eine ungeheure Stnezivelle riß bie labbrige Dochte» de Kapitäns über Bord in bic losende See. Die ausgesetzte Rettungsbarkc wurde vom Sturm zerschlagen. Ta Iprang der Obermatrose Kcßler aas Riederfchelben ins Meer. Er erreichte das Kind nach übermenschlicher Anstrengung und hielt c5 solange über Wasser, bi Rettung gebracf)| werden kennte, .kcßler imixbc in» Hospital ge- 1(1)0111, von wo er. noch Langet jchwcrer Kranlhcu nun* mehr genesen, in feine Heirngt zurückbcsördert werden wud. bleicht und die Wäsche 101.75 °/0 zur Zeichnung auf. Wir nehmen bereits von heute ab Anmeldungen entgegen. Bank für Handel und Jndustrie Niederlassung Giessen (Darmstädter Bank) 4°|. Oldenburgische Staatsanleihe von 1909 von Nominal Mark 16000000.-- unkündbar bis 1. März 1919. Unsere Bank hat in Gemeinschaft mit anderen Banken und Bankfirmen Nominal Mark 16000000.— 4°/0 Oldenburger Staatsanleihe übernommen und legt dieselben am Montag den 22. Februar 1909 zum Course von nachdem ihm der englische Generalkonsul das Ehrenzeichen der Seeleute für Rettung aus Lebensgefahr überreicht, und er außerdem von der Familie des Kapitäns reich beschenkt worden ist. Kleine Tageschronik. In B erlitt fanden geft.'rn hier neue Mesfcratten - täte statt. Der Sätet entkam wieder. Tie wachsende Zahl der Messerattentate bat bett Polizeipräsidenten veranlaßt, die Belohnung auf Ergreifung des Täters von 1000 aus 3000 Mk. zu erhöhen. Ter Reckmungssührer Schmit-, von der Arenberger Bergwerksgesellschait wurde ivegen Unters ch la oungcn von 90 000 Mark verhaktet. Aus dem Ucberschweutmunasgebiete der Elbe liegen folgende Meldungen vor: Tie Stadt Werben steht drei Meter unter Wasser. Ter LrtBobbruu ist vollständig überschwemmt. In Iden ist zahlreiches Vieh ertrunken. In Hchr- deck, das vom Wasser gänzlich eingeschlossen ist, konnte nichts gerettet werden. Tausende von Rindern, Pferden und Schweinen sind fortgetrieben worden, ganze Heuschober uiit) Strohdiemen sieht man schwimmen. Bei Ost holz wird ein Teichbruch befürchtet. Auf der Strecke Allen sh ein — Lyck ereignete sich in der verflossenen Nacht bei Buppon ein schweres Eisenbahn- unglück. Ter 10,19 Uhr abends auS Puppou fällige Persvnen- zug stieß mit einem Güterzuge zusammen. Drei Personen wurden schwer verletzt, der Postwagen und ein Wagen 4. Klasse zertrümmert. Tas Ho ch w a s s e r riß gestern den Damm bei W e h l g a st an der Dosse ein. Ein Sch leus enw ärte r ertrank. Viele Bewohner haben nur das Leben retten können. Heute mittag wurden die Pioniere telegravbisch nach der Altmark abgerufen, weit dort viele Menschen in Lebensgefahr sind. Der belgische Dampfer „21 ustralia' ist am Freitag in der Nähe von Gibraltar von einem unbekannten Segelschiff ange- rannt worden und gesunken; das Segelschiff ist ebenfalls gesunken. Bei dem Zusammenstoß sollen 30 Personen er« trunken sein. Zehn Mann der „Australia' sind von dem deutschen Dampfer „Liberia" ausgenommen worben. Ter in -Santiago de Chile verhaftete Legationskanzlist Beckert gab im Verhör an, er habe den Gesan dtscha fts- diener in Notwehr getötet. fyanöeL — Die Reichsbank hat ihren Diskont heute von 4% auf 31 /, % herabgesetzt. München, 15. F-ebr. Die bahcrifche Regierung hat heute nachmittag eine 4 pro’.cntige bis 1918 unkündbare Staatsanleihe von 60 Mil livnen Mark, und zwar 40 Mil- 1 innen Mark Eisenbahnanleihe und 20 Millionen Mark allgemeine Staatsanleihe, ent das seitherige Bayern-Konsortium zum Kurse von 101,80 begeben. Die Anleihe wird demnächst zur Zeichnung aufgelegt. Märkte. — Kartoffelmarkt-Bericht vom 15. Februar 1909. Friedberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 2.20—2.30, Magnum bonum 2.35—2.50, weiße runde 2.20—2.30, Gelbfleischige, rote, 2.85 bis 2.50, weiße 0.00—0.00. Frankfurt a. 9)1: Rote Sorte Mk. 2.10—0.00, Magnum bonum 2.40-0.00, weiße runde 2.10- 0.00, Gelbfleischige, blaue,2.25 -0.00, weiße 2.60. Wiesbaden: Magnum bonum 2.50, weiße runde 2.b0, Gelbfleischige rote 0.00. Dian n- heim: Diagnum bonum Mk. 2.40—2.50, weiße runde 0.00, Gelb- fletschi'e blaue 0.00 bis 0.00, weiße 3.25—3.50. Köln: Rote Daber 0.00, Magnum bonum 2.85 - 2.90, weiße runde 2.25-2.45, Gelbfleischige blaue 2.75—0 00, rote 3.30—0.00, weiße 0.00-O.OO' Dortmund: Rote Daber 0.00- 0 00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Diagnum bonum 2.90—0.00, weiße runde 0.00—0.00, Gelbfleischige blaue 0.00—0.00, rote 3.50—0.00, weiße 4.00—OOu Krefeld: Rote Daber .. k. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00 - 0.00, Magnum bonum 0.00—0.00, weiße runde 0 00—0 00, Gelbfl. blaue 0.00—0.00, rote 0.00—0 00. Saffig Plaidt: Rote Daber 3.00—0.00, andere rote Sorten 0.00-0.00, Magnum bonum 2.80—0.00, weiße runde 2.60-0 00. Gelbfleischige, blaue 0.00 bis 0.00, rote 0.00—0.00, weiße 0.00—0.00. Saarlouis: Rote Daber 0.00-0.00, andere rote Sorten 0.00—0 00, Magnum bonum 0.00—0.00, weiße runde 0.00—0.00. Gelbfleischige, blaue 0.00 bis 0 00, rote 0.00—0.00, weiße 0.00—0 00. Frankenthal (Pfalz): Rote Sorten 2.25—0.00, Magnum bonum 2.40—0.00, weiße runde 2.15—0.00, Gelbfleischige blaue 3.00—0.00, rote 3.00-0.00, weiße 3.00—0.00. Kempen: Rote Daber 0.00 - 0.00, andere rote Sorten 3.20—0.00, Magnum bonum 0.00 — 0.00, weiße runde 0.00- 0.00, Gelbfleischige blaue 0.00.—0.00, rote 0.00—0.00, weiße 0.00 - 0.00. München: Diagnum bonum 2.35, weiße runde 0.00. Gelbfleischige blaue 0.00—0.00, rote 0.00—0.00, weiße 2.30—0.00 Regensburg: Rote Sorten 0.00—0.00, Diagnum bonum 0.00. 0.00-0.00. (Alles Der 50 Kgr.) Spielylan der vereinigten Srantiurter Stadttheater. (Opernhaus. Mittwoch, 17. Febr., abds. halb 8 Uhr: „Ter tapfere Soldat." Donnerstag den 18. Febr.*): .Tiefstand." Freitag den 19. Febr. geschlossen. Samstag den 20. Febr.: ,La Boheme." Sonntag den 21. Febr., nachmittags halb 4 Uhr: .Ein Walzertraunr.' Abends halb 8 Uhr: .Elektra." Diontag den 22. Febr., abends halb 8 Uhr: „Prima°Ballerma 6 Dienstag den 23. Febr.: .Ter tapfere Soldat.' Mittwoch den 24. Febr.: 5. Abonnement-Konzert. Schauspielhaus. Samstag, 20. Febr.: „Tie Wetterfahne.' Sonntag den 21. Febr., nachmittags halb 4 Uhr: „Tie Liebe wacht.' Abends 7 Uhr: ,Ter Sieb." Montag den 22. Febr.: .Johannisseuer.' Dienstag den 23. Febr.: .Die gelbe Ge'ahr." Diitlwoch den 24. Febr., uachm. halb 3 Uhr: „Wilhelm Teil' Abend; 7 Uhr: .Die Dame mit den Lilien." Donnerstag den 25. Febr., abends halb 8 Uhr: ,Em Sommernachtstraum.' Freitag den 26. Febr., abends halb 8 Uhr- „Moral." •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abend? um 7 Uhr. Verlobte: Fräulein Auguste Thöne nut Herrn Heinrich Duchardt in Alsfeld. Gestorbene: Frau Paula Bergmaiin, geb. Schlag, in Hirzenhain. — Herr Ludwig Pilgrim in Alsfeld. — Frau Margarete Wolf, geb. Fritzel, in Bad Nauheim. — Herr Heinrich Nungesser in Darmstadt. — Frau Joh. Siegfried Witwe, geb. Tietz, m Wetzlar. — Frail Bcnha Kurz, geb. Jüttner, in Wetzlar. — Herr Lorenz Reinhard in Wetzlar. — Herr Johann Georg Keiner in Ehringshaufen. — Frau Johanna Braun Witwe, geb. Windschus, in Marburg. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch den 17. Februar: Teilweise heiler. Geringer Schnee. Nachts Frost. Nördliche Winde. Griginal-Drahtmeloungen. Laibach, 16. Febr. Gestern vormittag und nachmittag verzeichneten sämtliche Instrumente der hiesigen ErdSch i e l. 1031 Die Lieferung der für Gr. Landgericht und Gr. Staatsanwaltschaft Gießen im Etatsjahr 1909 erforderlichen Schreibmaterialien und Buchbinderarbeiten sollen auf dem Wege der Submission vergeben werden und können daher Angebote, sowie Muster der Materialien, verschlossen bis zum Eröffnungstermin: Montag den 15. März 1909, vorm. 10 Uhr auf der Gerichtsschreiberei Gr. Landgerichts, Zimmer Nr. 33, kostenlos niedergelegt werden. Bezüglich der Beschaffenheit der Schreib-- und Conceptpapiere wird auf die Bekanntmachung Gr. Staatsministcriums vom 17. Januar 1907 (Reg.-Blatt Nr. 7 von 1907) betreffend Erlaß von Bestimmungen über Verwendung von Papter bei den Gr. Staatsbehörden verwiesen. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A des Erlasses sämtlicher Ministerien vom 16. Juni 1893 enthaltenen Bedingungen, die, wie auch der Buchbindertarif, dahier einzusehen und kostenlos erhältlich sind. Die Zuschlags- frist beträgt 10 Tage. <3 r ü n b e r g, 15. Februar 1909. Großherzogliclie Obersürsterei Gründer«. I. B.: Keil, Großh. Forst-AsststeM. Gießen, den 15. Februar 1909. Gerichtsschreiberei Großh. Landgerichts: Br. Schmuttermaiei. Holzversteigerung. Montag, den 22. Februar lfd. Js., werden aus den Dist^ riften Hoherod, und Lange Buchen bet J-orstwartet Reinhardsham an Ort und Stelle ooriteigert: Lchcitcr Rm.: Buche 711, Hainbuche 5, Eiche 27, .Kiefer 3. Knüppel Rm.: Buche 117, Eiche 18, Erle 1. Gewöhnlich Reisig Rm.: Buche 648, Eiche 70. Stöcke Rm.: Buche 142 (hierunter 2Rni. brenntlein), Eiche 14. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Distrikt Hoherod bei Nr. 456 des Brennholzes. Nur.die blau unterstrichenen Nummern kommen zur Berjteigerung. Bei der am 19. Febrmrr im Laugsdorfer Gcmcinde- wald ftattsindenden Holzvcrsteigerung kommt folgendes Stammholz zum Ausgebot: 2 Buchen-Stämme I. Klaffe — 2.35 Fstm., 1 Lärchen- Stamm II. Klaffe — 2.06 Fstm., 4 Lärchen-Stämme IV. und V. Klaffe — 2.88 Fstm., 2 Fichten-Stämme II. Klasse ----- 5.91 Fstm., 6 Fichten-Stämme III. Klaffe — 9.25 Fstm., 3 Kiefern-Stämme III. Klaffe — 3.95 Fstm. Zusammenkunft morgens 91/, Uhr, Bahnübergang am Weg nach Nonnenroth. bebenwarte starke Nahbeben. Ter Herd des Bebens wird' auf eine Entfernung von 800 Kilometer geschätzt. Pari , 16. Febr. Ter Londoner Korrespondent des Echo de Paris berichtet aus angcbliai zuverlässiger Quelle, daß die Beziehungen Oesterreichs und Ru ßIandS in ein c r n ft c 5 Stadium getreten seien. Iswolski und Aehrenthal hätten gewissermaßen alle Fühlung miteinander verloren und die Staatsleilcr verkehrten mir noch pro forma miteinander. Frankreich und England seien nachdrücklich bemüht, neue. Verhandlungen zwischen Wien und Peters- bürg zu vermitteln. Paris, IG. Febr. Wie bav Echo aus Konstantinopel meldet, erfolgte das Verbleiben des Kriegsministers Nazim Pascha in feinem Amte trotz des Wider st an des des Sultans. Mexiko, 16. Febr. In Aeapuleo ist das Theater abgebrannt, wobei 300 Personen umgekommen sind. gebt Kindern in iiWUU der Entwicklung von Zeit zu Zeit aC/W Erhältlich in Apotheken, Droge- M B Bf BI tien il s. w. das Vr Kilo 3 Mark. ™ B Bekanntmachung. Die Holzversieigerung vom 12. lfd. Mts. in der Forstwartei Baumgarten ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine durch die betr. Zahlstellen von Montag, den 22. lfd. Mts. ab. Ucbcrwetfung und erfter Fahrtag am gleichen Tage. Großherzogliche Oberförfterei Schiffenberg. B“,, Trautwein. Schreibmaterialien. Angebote mit Proben zur Lieferung für 1909 sind bis 25. Februar, Landgraf-Philipp-Platz, einzureichen. Gießen, den 15. Februar 1909. d1*,; Großherzogliches Gendarnteriedisirikts-Kommando. Schmidt. -- sowie Dominos in großer Auswahl Neuheiten «ruf Lager. 332 Verleib ^Anstalt in Frack- n. Gesell,chasts Ar,zügen Meng» i loo. Mand Cali teer ohne Reiben und BQreten! Garantiert unschädlich! Grösste Schonung! Kein Nachgelben der Wäschei Beqaemste MmeMe Jos. Mülles« Limburg Seifen-Q. chem.-tcchn. Fabrik. sem _ ® ■ MW Brennholz- s«d Lnholz-BerAeizer»- tat IRafAenheimer Markwald, Freitag, de» 10. Febr. 37,7 • Kirschbaum-Scheiter, 1,2 Rm Fichtcn-Scheiter, 12.5 Rm. Ki^ern-Scheüer. 58 Rm. wichen- und Buchen-ttnupvel, <66 5bn. Äiefern-flniippel 9 Nm. Auchen-Ne'rn, 122 Rm. jRtffem-LPrei'<* HflfhfPHrfptf Beste Verarbeit. 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Ilttvoch-Abm-rorslelM Schauspiel in 4 Auszügen von Henrik Obfcrt. Aus den- Xonreni'djcit von itihltli. Vanne. Anfang? Uhr. tnbe aeg. > , Uhr ^tach der Mtitwoch-Voritrllung halt em Cmmbu^ in der ?iib Anlaae. her fpdtctfmo *;«1O Uhr nach bei Bahn fahrt. TrprrrTM