Donnerstag 13. Juli 1909 Erstes Blatt 159. Jahrgang röi Die heutige Nummer umfc&t 10 Seiten. Sol), hat dieses politisch unbcschrie- »**/, LLU.L UHL> UL ULK UU LLUILIUC UHU ~ .«"V - v /- • •-i ■ ' konstitutionellen Reichsgedankens etnirat. Ein Aiann I in das preu gfiche Haudelsministemum,, nach dem rn der weitem Horizont, von tiefem Verständnis für alle | letzten Zeit mit ersichtlich^: .Geflifienheit betont worden ÜLs Mn (Dienstag und Freuag); aioeimal monntl. Landwirtschaftliche oeitfragen ernsprech - Anschlüße: liir die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 "ldrefse für Depeschen: Bundesstaat au^uräumen. Vor allem fehlt in ihm die ehrliche Durchführung des iai der Verfassung gewährleisteten Prinzrps der Gleichberechtigung aller Staatsbürger. Davon tonn aber keine 9Rebe fari, so lange z. B. die wichtigen Verwaltungsämter eine fast ausschließliche Domäne der Konservativen sind ob dadurch von vornherein dieser Partei auch in politischer Richtung eine Art Vormachtstellung eingeräumt ist. Alle diese Ursachen wirkten zusammen, um Bülows Sturz herbeizuführen und namentlich die Liberalen haben alle Ursache, seinen Rücktritt zu bedauern. Auch abgesehen davon, daß ec modernen und liberalen Ideen weniger abgeneigt war, als es bei preußischen M-inistern _ im allgemeinen der Fall zu sein pflegt, wird ihm der fortschrittlich gesinnte Teil des deutschen Volkes eines nicht vergessen: die mannhafte Art, wie er in den Novembertagenl des vergangenen Jahres der persönlichen Politik des Kaisers gegen Lbertrat und für die aufrichtige und restlose Durchführung wichtige Ressort erhalten, gleichfalls ein . benes Blatt-, und man hat wohl nicht ohne Grund diese Wahl getroffen, um nicht von vornherein das Mißtrauen der Parteien hervorzurufen. Er gilt als aufgeklärte Persönlichkeit ohne jede reaktionäre Gesinnung, und man kann ihm daher ohne Vorurteil gegenüberstehen. erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Der Wechsel im Reichskanzleramt. Berlin, 14. Juli. Der „Reichsanzeiger" gibt >e nachgesuchte Entlassung des Fürsten v. B nlow Hinter Verleihung des Schwarzen Adlcrordens mit Brillanten bekannt. Ferner die Ernennung des bisherigen Staatssekretärs des Innern v. B cthmann- o l l w e g zum R e i ch s k a n z lfe r nnd zum Präsidenten -es Staatsminifterium» und Ministers des Auswärtigen. Ferner die Ernennung des Staats- ntinister» v. Delbrück zum Staatssekretär des Innern. ES folgt dann ferner die Ernennung ! rS Staatssekretärs Sydow zum Handelsminifter. Die Ernennung des Unterstaatssekretärs des Innern Mermuth zum Staatssekretär des Reichsfchatzamts. ferner die nachgesuchte Entlassung des Kultus- minifterS Holle und die Ernennung des Ober- präsidenten von Brandenburg, von Trott zu Solz ,um Kultusminister und schließlich die Ernennung >eS Unterstaatssekretärs in der Reichskanzlei von Lübell zum Oberpräfidenten von Brandenburg. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage enthalten). ^"Konzert von der Rektor C. Kran»?/ ; °K’Ouartett’b* rnsolisten Sää —— _Kiptritt ist äfeid 3 Ren). mit schönem Laden: ien Zugang, in schönster •. n Marktplatz, welches sich I spater womöglich verlaus! , Heck IV., Msfe» rrwicsenweg. Zchatzsekretär ist rwar nicht direkt aus bent Amte ^geschieden, er hat, zumal, er bereits nebenamtlich ireußischer Minister ohne Portefeuille war, mir ein anderes Ressort erhalten, aber dieser Wechsel zeigt, daß man ihm nach den Vorgängen bei der Finanzreform nicht mehr die notwendige Autorität zutraute und einen Ersatz im Interesse der parlamentarischen Arbeiten für vorteilhafter hielt. Dem Handelsressort steht Herr Sydow im übrigen Keineswegs :ern, da er als früherer Unterstaatssekretär im Reichs- Postamt die Bedürfnisse von Handel und Verkehr ziemlich kennt. Freilich wird man ihm wegen seiner Amtsführung im Reichsschatzamt in den Kreisen des Handels und der Industrie vorerst mit einigem Mißtrauen begegnen, welches er hoffentlich zerstreuen wird. In das Reichsschatzamt zieht eine politisch nicht belastete Persönlichkeit, Unterstaatssekretär Wermuth, der sich als ein tüchtiger Fachbeamter bisher bewahrt und namentlich auch in den Kommissionsberatun- gen seinen Mann gestanden hat. Gleichzeitig ist auch die eit langem vakante Stelle des preußischen Kultusministers besetzt worden, der bisherige Oberpräsident der Provinz Brandenburg, Herr von Trott zu Solz, hat dieses *äerMWI,*"r -rausse. ' SiehenrrKamilienblätter; xiDeimalroöd)entLKreiSi ilaltfüröenKteis$te6tn offeriere: Stände n: chst-fse E 28 55 -Teppiche wtMulä«^«W »-Läufer n ’ 10 K«^ eMe. *S:;«sä Den neuen Reichskanzler kannte man schon in den letzten Tagen, wenngleich man bei der Natur unseres Kaisers trotz allem einen völligen Außenseiter nicht für gänzlich ausgeschlossen hielt. Die Wahl Bethmann-Hollwegs dürfte allenthalben ein sympathisches Echo finden, denn wenn er auch konservative Grundanschauungen hegt, so ist er doch kein eingeschworener Parieimann, sondern er wird voraussichtlich im großen und ganzen — selbstverständlich unter Berücksichtigung der neuen Konstellation — in den Bahnen der Bülowschen Politik fortfahren, da er in vieler Beziehung die Anschauungen seines Vorgängers teilt Ob er freilich ein ebenso geschickter Taktiker sein wird, und ob ihm eine solche Überredungskunst wie dem Fürsten Bülow e.igen ist, wird er erst zu erweisen haben. Daß man als Nachfolger keinen Diplomaten genommen hat, deutet darauf hin, daß das Schwergewicht unserer Politik auf innerpolitischem Gebiete liegt; die auswärtige Politik glaubt man wohl auch beim Staatssekretär v. Schön gut aufgehoben. Das Staatssekretariat des Innern übernimmt, wie gemeldet, der seitherige Handelsminifter Delbrück, der sich als Verwaltungsbeamter bisher bewährt hat und schon als Oberbürgermeister von Danzig das Vertrauen des Kaisers genoß. Man wird aber abwarten müssen, ob er auf sozialpolitischem Gebiete den Fußtapfen Posadowskys nnd Bethmanns folgen wird. Seine Wahl bietet keine üeberraschung, da er unter den kommenden Männern schon mehrfach genannt worden war, zumeist allerdings für den Losten des preußischen Kultusministers. Auffällig ist dagegen der Einzug des bisherigen Schatzsekretars Sydow * Reichskanzler Theobald v. Bethmann-Hollweg! war bisher Stellvertreter des Reichskanzlers. Er ist also kein Neuling in dem schweren Amte. Seit 1905 gehört er zu unseren führenden Staatsmännern. Zuerst war er Nachfolger des preußischen Ministers des Innern von Sammer ftein, leitete nach Podbielskis Entlassung eine Zeitlang zugleich das Landwirtschaftsministerium und wurde im Jahre 1907 als Nachfolger Posadowskys Staatssekretär des Innern. Die Erbschaft des letzteren hat er so verwaltet, daß ihm als „Testamentsvollstrecker" der Beifall fast aller Parteien zuteil wurde. Dabei hat er auch viel neues angeregt und geschaffen. Im einzelnen sei über ihn und seine Familie mitgeteilt: Dia Bethmanns sind ein altes Goslarer Geschlecht, das,in der alten Käiserstadt bereits 1416 erscheint und int sechzehnten Jahrhundert zu den ratsfähigen Geschlechtern gehört. Konrad Bethmann, geboren 1652 zu Goslar, gestorben 1701, war Münzmeister des Fürsten von Nassau- des Deutschen Ordens und des Kurfürsten von Mainz. Tie vier Kinder seines Sohnes Simon Moritz kamen iiacnl bent frühen Tobe ihres Paters zu ihrem Oheim Jakob Adami Bethmann in Frankfurt a. M., der ihnen eine sorgfältige Erziehung angedeihen ließ. Nach dem Tode des Oheims führten zwei dieser Kinder, Johann Philipp und Simon Moritz, das Geschäft ihres Oheims fort. Die Firma „Gebrüder Bethmann" besteht heute noch. Simon Nioritz Bethmann, der 1826 starb, wurde 1808 vom Kaiser von Oesterreich in den Adelstand erhoben. Von seinen drei, Schwestern heiratete die eine, Susanne Elisabeth, im Jähre 1780 beit Ässociö der Gebrüder Bethmann, Johann Jakob Hollweg, der Namen und Wappen der Familie Bethmann annahm und auf diese Weise der Stifter der Familie Bethmann- Hollweg wurde. Die Hollwegs stammen aus Hessen, und zwar aus Gießen. Der älteste bekannte Ahnherr des Geschlechts ist Johann Hollweg, der um die zweite Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts lebte und ein hochgeachteter Bürger Gießens war. Der Vater des Reichskanzlers ist der zweite Sohn des Ministers, Felix v. Bethmann-Hollweg. Er erwarb die Herrschaft Hohen-iFinow im Kreise Ober- barnim; seine Gattin, die Mutter des Reichskanzlers, war eine Schweizerin, ein Fräulein Isabella v. Rougemont, deren Familie aus dem Kanton Weitcnburg stammt. Die Rougemonts sind die Nachkommen des Bankiers und preußi- schen Agenten in Paris, Dionysius Rougemont, der von Friedrich dem Großen 1784 geadelt wurde. Der jetzige Reichskanzler stammt also, tote man sieht, sowohl von mütterlicher tote von väterlicher Seite von Käufleuten ab. Er ist seit dem Jahre 1889 mit Fräulein Martha v. Pfuel verheiratet, Tochter des Ritterschaftsdirektors Gustav v. Pfuel auf Wilkendorf aus dessen erster Ehe mit der Gräfin Isa Reventlow. Der obengenannte Großvater des Reichskanzlers, Kultusminister Moritz August v. Bethmann-Holl- weg, durch den der Name seines Geschlechts der Geschichte angehört, war seit dem Jähre 1852 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Er schloß sich zuerst der äußersten Rechten an, gründete aber bald eine eigene Fraktion und ein eigenes «Organ, das „Preußische Wochenblatt". Der Wahlspruch der Familie ist das Wort Josuas: Ich aber und mein Haus wollen bent Herrn dienen. Nr. 163 Ter Gietzener Än;ei-er „Zum Abschiebnehmen just bas rechte Wetter. . . Trüb und schwer, wie in diesen Tagen der Himmel über I Deutschland lastet, sieht es auch in der inneren Politik ß ans. Zu der Erbitterung, die die rücksichtlose Jnteressen- S p olitik einer skrupellosen Mehrheit hervorgerufen hat, und Ui den bangen Sorgen, wie die neuen Steuerlasten auf mc Lebenshaltung der Bevölkerung, auf Handel und Wandel uncfcn werden, gesellt sich jetzt noch die Frage, ob es den - i men Männern besser als den Scheidenden gelingen wird, > osten inne hatte, war ein agrarischer Reichskanzler u nb es ist fein übler Treppenwitz der Weltgeschichte, daß ■ er, der sich diesen Titel einst als Grabinschrift gewünscht i b atte, der rücksichtslosen selbstsüchtigen Politik der a/Mr-konservcitiven Kreise zum Opfer fiel, als er He von ihm als Staatsnotwendigkeit erkannte Heranziehung d.r Liberalen zur Mitbestimmung der Reichspolitik durch- fiihren wollte. Daß sich die Konservativen zum Sturze oes liberaler Ideen verdächtigen Staatsmannes ultramon- taner Hilfe bedienten, paßt trefflich zu den Gründen, , He sie zu dem für eine sog. Regierungspartei sehr ungewöhnlichen Schritt bewogen. Fürst Bülow wollte das nicht H ausschließlich nationalen Erwägungen nachlebende Zentrum Hals ausschlaggebende Partei ausschalten und dafür die konservativ-liberale Blockpolitik treten lassen. Daß dieser i lLihne Versuch scheitern mußte, lag auf der Hand, aber haft sie schon so bald scheiterte, ist zum großen Teil der saft bis zur Schwäche sich entwickelnden Liebenswürdigkeit || d«s Fürsten gegen seine konservativen Freunde zuzuschreiben. Ij (fr hatte, trotzdem er aus den Kreisen der Agrarkonservativen Z stammte, nicht allzuviel mit ihnen gemein. Sein großer 1 Fehler war, daß er gegen die Konservativen nichü regieren 4 loollte und ihnen mehr Sinn für die Staatsnotwendigkeiten und das Allgemeinwohl zurechnete, als sie in Wirklichkeit besitzen. So lange Fürst Bülow die wirtschaftlichen und poli- chchen Forderungen der Konservativen unterstützte, duldeten ii ihn. Als er aber dazu überging, dem Liberalismus gewisse Konzessionen zu machen, wie es in der Block- Ha geschehen ist, da wurden sie mißtrauisch. Und als er ii) gar entschloß, die Axt an die Wurzel des preußischen Wahlrechts zu legen, wenn auch nur durch Ankündigung einer recht bescheidenen Reform, da war er dem Tode ge- imbt Das fehlte noch, daß man einem Reichskanzler und O!inisterpräsidenten Heeresfolge leistete, der sich vermaß, M den Grundlagen der politischen Macht des Ostelbier- Nlms rütteln zu wollen. Ein moderner Staatsmann, wie Fürst Bülow, der während seiner diplomatischen Laufbahn die Zustände m anderen zivilisierten Ländern aus eigener Anschauung kennen gelernt hat und weiß, daß nur ein gesundes konstitutionelles Leben die Wohlfahrt eines Volkes dauernd begründen kann, hätte von vornherein ungeachtet aller Widerstände den ernstlichen Versuch machen sollen, mit den rückständigen Institutionen in dem führenden Der Kaiser hat an den Fürsten v. Bülow folgendes Handschreiben gerichtet: „Mein lieber Fürst! Aus Ihrem erneuten Gesuche habe ich zu meinem schmerzlichsten Bedauern ersehen, daß Sie entschlossen sind, von Ihren verantwortungsvollen Aemtern als Reichskanzler, Präsident des Staatsministeriums und Minister der auswärtigen Angelegenheiten zurückzutreten. So schwer es mir fällt, auf Ihre bewährte Kraft bei der Leitung der Reichsgeschäfte zu verzichten und das Band vertrauensvollen Zusammenwirkens, das mich so viele Jahre mit Ihnen verbunden hat, zu lösen, habe ich doch in Würdigung der gewichtigen Gründe Ihres Entschlusses geglaubt, Ihrem dringenden Wunsche mich nicht länger verschließen zu dürfen. Ich habe daher Ihrem Anträge entsprochen und Ihnen die erbetene Entlassung gewährt. Es ist mir aber ein Bedürfnis des Herzens, Ihnen bei dieser Gelegenheit für die Hingebung und Äufopferung, mit denen Sie in den verschiedensten Aemtern und Stellungen Ihrer ehrenvollen und segensreichen Dienstlaufbahn meinen Vorfahren, mir und dem Vaterlande so hervorragende Dienste geleistet haben, meinen wärmsten Tank auszusprechen. Gott der Herr schenke Ihnen nach einem so taten- und arbeitsreichen Leben noch viele Jahre ungetrübten Glückes. Indem ich Ihnen als äußeres Zeichen meiner dankbaren Anerkennung und Zuneigung den hohen Orden vom Schwarzen Adler mit Brillanten verleihe und die Insignien desselben hierneben zugehen lasse, verbleibe ich Ihr Ihnen stets wohlgeneigter dankbarer Kaiser und König Wilhelm I. R." Zwischen dem deutschen Kaiser und dem Pnnz- rcgenten von Bayern hat aus Anlaß des Kanzler- wechsels ein Austausch folgender Telegramme stattgefunden. Das Telegramm des Kaisers lautet: „Euerer Königlichen Hoheit gestatte ich mir mitzuteilen, daß der Reichskanzler Fürst v. Bülow zu meinem lebhaften Bedauern erneut um seine Entlassung eingekommen ist. Ich habe seinem Wunsche entsprochen und beit Staatssekretär des Innern, Staatsminister v. Bethmann-Hollweg, zu seinem Nachfolger ernannt. Wilhelm.'" Der Prinzregent antwortete: „Euerer Majestät danke ich herzlichst für die gütige Mitteilung über den Rücktritt des Fürsten v. Bülow und die Ernennung seines Nachfolgers. Auch ich bedauere das Ausscheiden des Fürsten aus seinem Amte lebhaft und begleite die Wahl des neuen Kanzlers mit den besten Wünschen für das Wohl des Reiches." Wie aus Wien gemeldet wird, wird Kaiser Franz Josef dem Reichskanzler Fürsten v. Bülow anläßlich des Rücktritts sein Porträt, das von einem bekannten Wiener Maler ausgeführt wurde, zum Geschenk machen. Das Bildnis des Kaisers soll schon in den nächsten Tagen nach Berlin zur Uebergabe an den Fürsten gesendet werden. Der neue Reichskanzler findet in der Presse eine günstige Beutteilung. Rechts und links wird er als hochgebildeter Marrn, von großer Arbeitskraft, gedankenreicher Tiefe und Klarheit der Rede gettihmt. Weiter wird betont, daß durch die Ernennung: Bethmanns das Staatssekretariat des Aeußern eine erhöhte Geltung erhalten werde. Von den übrigen Ernennmigen interessiert besonders die des bisherigen Schatzsekretärs Sydow zum Handelsminifter, die von den liberalen Blättern mit Skepsis ausgenommen nnrd. Die Kreuzz eit n ng (kons.) schreibt: In dem Augenblick, da sich die Meinung festsetzen will, Fürst Bülow sei einer von ihm perhorreszietten Mehrheitsbildung gewichen, würden wir es für geradezu gefährlich halten, wenn mit der Ernennung seines 9lady» folgere der Ansicht Vorschub geleiftet würde, als bahne sich üt Deutschland das parlamentarische Regierungssystem an. Den bisherigen Staatssekretär von Bethmann-Hollweg kann keine Patter- und keine Parteigruppe für sich reklamieren und schon dieser- Umstand läßt uns seine Ernennung willkommen heißen. Die Poft (freit i schreibt: Daß Herr von Bethmann-Hollweg/ der Nachfolger des Fürsten Bülow geworden ist, zeigt, daß zurzeit der Schwerpuntt der Reichspolitik auf dem Gebrete ber inneren? Politik liegt. Der neue Kanzler darf seiner politische^ wie seiner^ ^•Konzert ron d6t 11 jöfTA-TOe «c-ugspreis: ’W KCW JäSyv monatlich 7bPst viertel- Gwtzener Anzeiger yj Verantwortlich ** für den politischen Teilt General-Anzeiger für Oberheffen MW la nähme von Anzeigen ’ ’ ’ ’ 'S Bonm-agTTubr AotationrdrrrS und Verlag der vrühl'schen Utttv.-Vuch- und zieindruckerei R. Lange. Redaktton, Lxpeditton und Druckerei: Schuistrahe 7. A.,zeigenteü: H Beck. kulturellen Fragen und polittschen Staatsnvtwendigkeiteu, war, baß für Herrn Sybow keilierlei Grunb zum Rücktritt ist mit bent Fürsten Bülow aus ber Reichspolitik aus-ivorliege. Der Schatzsekretär ist ^war nichtsbircH aus bciit geschieben unb wir können nur wünschen, baß sein Nach-,n/ folger etwas von seinem Geiste auch fernerhin erkennen lassen möge. Dies wünschen wir bor allem auf dem Gebiet ber auswärtigen Politik. Auch auf diefem Gebiet ist ja bie Aera Bülow von Plötzlichkeiten unb Schwächen nicht freizuspreck)en, aber im allgemeinen gelang c5 seiner Geschicklichkeit, bie Stellung Deutschlanbs im Rate ber Völler zu bewahren unb erst in biesem Jahr war eö ihm Vorbehalten, burch bas rückhaltlose Eintteten für Oesterreichs Jinteressen ber Welt zu zeigen, wie stark bas beutsche Reich sein kann, wenn eS nur will. Trotz aller Fttebensliebe verstand es Fürst Bülow, energisch unseren Widersachern entgegenzutreten, und selbst die Jntriguen König Eduards haben es nicht zu Wege gebracht, die Isolierung und De- nnitigitng Deutschlands durchzuführen. Kanzler des deutschen Reiches zu sein ist unter dem letiigen Kaiser kein leichtes Amt, doch willig trug er diese Bürde und wurde den Anforderungen seiner Stellung in hohem Maße gerecht. Wenn er jetzt zucücktritt, weil er ein Bleiben mit feiner Ueberzeugung nicht für vereinbar hält, so kann dies den Manu nur ehren und die Tätigkeit des vierten Reichskanzlers, bie in ber beutschen Geschichte keine Episobe bildete, wirb unvergessen bleiben! Weltanschauung nach dem Trüritcn Bülow an die Seite gestellt werden Tie Deutsche Tageszeitung d L lieht der Am's führunq des neuen KanUcrs mit voller Unbefangenheit entgegen 11 nb gibt fidi der Zuvc' chr hm. Daß er auch in Fragen, Die seinen Blicken bisher fern lagen, ie ri-htiacn Wege zu einer ge deihlicben Leitung der Reichs Politik finden wird Tie Tägliche Rundschau inport schreibt: Ter Stern des Herrn Bethmann Hol'.weg idwtnt nichts ungünstig, er ist mit keiner Tarlei verroanot eher v, r-d:wägert. Seine Geschästssührung Wird sich aus mittlerer Linie bewegen. Tic Germania ’.enlr mhn ans: ^rne angenehme Erb schäft ist es nicht, die mir ft Bülow seinem Nachfolger hinterlassen hat. Möge dieser wenigstens t-miicht haben, baß wie au dem Gebiete der auswärtigen Politik der Friede mit Ehren fn im Innern der konfessionelle Früoc das höchste Gut ifL Dir wollen dem neuen Rcid>skanUcr nicht mit Mißtrauen, sondern mit Vertrauen gcqenübertreten und die Vergangenheit der Block-Acre, vergangen sein lassen Von den mancherlei Herren, die als Han biboten für das Kanzleramt genannt sind, ift Herr von Bethmann derienige, dem man am ruhigsten Deutschlands Zukunft anoer trauen kann. Die „F r e is. Z t g " meint: Tie Persönlichkeit des neuen Reims kanzlers, seine umia'icnbc Bildung und weltmännische Sieben: Würdigkeit darf auf Sumytatbien auch im liberalen Lager rechnen aber für die Stellung der Liberalen zum neuen Kurs können Der sönliche SnmDathicn nicht entscheidend fein, sie bestimmt sich allein nach den Taten des leitenden Staatsmanns. Tie liberalen Par inen werden, davon sind wir überzeugt, ohne Mißtrauen unb Voreingenommenheit, aber mit kühler Ruhe unb kritistber Zurück Haltung die Regierung-Handlungen des neuen Kurses prüfen unb danach ihre Haltung einrichten. Tic Bossische Zeitung bereis.) schreibt: Zum criten Mal seit Begründung des Reiches tritt an die Smtzc der gesamten Verwaltung ein Mann, dessen Hanpttätigkeit bisher auf dem Ge biete der inneren Politik gelegen hat Wir können darin einen Nachteil nicht erblicken. Im Ganzen deuten die vollzogenen Personenwechsel keinen Zug nach rechts an. Tas Berliner Tageblatt ncubcm führt auS: Van dem tnvischen Zuge des vreußischen Junkers trägt Herr von Beth mann so gut wie nichts an sich. Daß ihm seine Aufgabe nicht leicht werden wird, ift nad) der letzten Wendung im Reiche an zunchmen. In einer Besprechung mit dem Chefredakteur de: Hamburger Korrcsvondenten erklärte Fürst Bülow, er Ijabc sich zum Rück tritt entschlossen, weil durch die Haltung der konservativen Partei eine politische Konstellation herbeigeführt worden sei, die unter Trennung aller liberalen Parteien die konservativen zum lüngften Bunde mit dem Zentrum unb den Polen führten, wodurch wieder das Zentrum zur ausschlaggebenden Partei gemacht wurde. Ter Er folg dieser Haltung der Konservativen imö der dadurch herbeigeführten Konstellation hätten sein Verbleiben im Amte unmöglich^ gemacht. In Wiener diplvmatisdfeit Kreisen beurteilt man, wie die „Neue Freie Presse" erfährt, den neuen deutschen Ncicliskanzler als einen besonnenen klugen Staatsmann, der fick) in die aus wartigen Geschäfte kid)t hiueiniinden und im Innern den ver schiedenen Parteien ohne Vorurteil entgegentreten wird. Eine Politik, die seinen Ansichten nicht entspricht, werde er gewiß nicht führen, er habe den Vorzug, ein guter Redner zu sein. Au? -em (Orient. Saloniki, 11. Juli. Nachdem die Polizei in Konstan tinopel einen griechischen Geheimbund entdeckt hat, wurden gestern hier bei zahlreidwn griechischen Geschäftsleuten Haussuchungen vor genommen, Waffen unb kompromittierende Schriftstücke beschlag nahmt und 20 Personen verhaftet Konstantinopel, 14. Juli Nach Jemen, wo neuerdings eine aufftänbige Bewegung ausgebrochen ist, wurde eine Maschinen gewehrabteilung in Marsch gesetzt. K o n st a n t i n o p e l , 11. Juli. Wie die Turguie unter Vor behalt meldet, iniirbe der Psorte eine Anleihe von 30 Millionen Pfund zur Kapitalisierung des ägnptischen Tributs angeboten, wovon 10 Millionen in zehn Jahresraten zu zahlen wären. * Nach den letzten Meldungen aus Teheran dauern die Straftenkä mpse fort. Tic .Konstitutionalisten beherrschen die ganze Stadt mit Ausnahme eines kleinen Teiles rund um den Palast des Schahs. Es gelang den Konstitutionalisten, den Garten Siadioio zu besetzen, wo sie nun von einer Kosaken-Abteilung bc schossen werden. Ter Schal) verschanzt sich in Sultanatabad Mit dem Prinzen Maib es Saltaneh Hal and, Prinz Izz cd Toulch in der rnssisdien Gesandtschaft Zuflucht geiudft. Salar es Tauleh nahm in Gulhak Aufenthalt. Ter Sipabdar unb Sardar Assad haben dem Beamten der russischen Gesandtsdmft, der zur Er laiigung der Sicherheit für die ruififdten Untertanen nad) Teheran hineingefchickt war. erklärt, dast Die resultatlose Vermittlung der russischen und englischen t'füanbtidioil iie bewogen habe, in Teheran zu erscheinen, um die Erfüllung ihrer Forderungen zu erlangen Tod) feien sie in jedem Halle i : 1 itrrc W isungen entgegen äunehmen. Tic beiden Nationailstenführer versicherten ferner, dast iveder den russischen Untertanen, den anderen Ausländern, nod> den russischen Oftizieren der Kosakenbrigade oder bereit Familien Gefahr drohe und dast sie persönlich die Verantwortung für etwaige Zwischenfälle übernahmen. Aus den Straften weisen Plakate aus den friedlichen Zweck des Erscheinens der Revolutionäre hin, die keine aggressiven Schritte gegen die in ihren Kasernen befestigten Kosaken beabsichtigten, cs sei denn, dast die Kosaken sie zu solchen Schritten nötigten. Tic Kosaken, sowie Freiwillige, die für den Schah kämpfen, besetzten weitere Straftenzüge. .Kari) Westen und Süden gewinnen sic Boden, Haupf ächlid» burd) ihre Geschütze. Tas Telegraphenamt der inboenropäisdren >rabelgcfellid)ait, in dessen Nahe gekämpft wird, verrammelte seine Fenster mit Kisten voll Saab. Zwei Linien der Gesellschaft find schon zerstört Tic Nationalisten, die die Hauser der bekanntesten Anhänger des Schahs plündern, hehandeln die sonstigen Einwohner als Freunde. Ter S lpahdat unb Sardar Ast'ad haben an den englischen unb russischen GcsdftiftSträger in Guthak folgende Botsdwft ge richtet: 7 rotz der Taliadu', baft die ruimdie Flagge über dem Hause des Obersten LiacHow wehi, sehen sich die Nationalisten gezwungen, aut das Haus zu feuern, ba Kosaken unter dem Tod) des Hauses Stellung genommen haben poliiifdH* C(hK$fdian« Marokkanisches. Die Nachricht von beut Einzüge deS Noghi in Fez ist von den Kabalen nach (Senta gebracht worben. Die Kabalen bestätigen, dast fie die Ltachricht von einem Epezialkourier erhalten haben. Ein heftiger Kampf habe in den Straften von Fez ftattgefunben. Der Sultan muftte sich in baS Innere seines Palastes flüchten. Der Nachricht fehlt bis jetzt jede offizielle Bestätigung. Scheit Rbib, bet Führer her ausständigen Beni MterS, ist gefangen genommen unb nach Fez gebracht loorben, wo er eine Basto - nabe erhielt. ES heißt, er sei baran geworben. Aus den Kopf Mulay el STebirS ift von sultanfreunblichcr Seite ein Preis gefetzt worben. Trotzdem nimmt ferne Anhängerschaft unter ben HiainaS unb Zemmurem ständig zu. Pcutfcbcs Ncicb. Der König von Preu neu luit an den Staats- utinillvr £r. Holle folgendes Handschreiben gerichtet: „Mein lieber Staatsminister Tr Holle' Nachdem ich Ihnen durch Erlas; vorn heutigen Tage die nucoerholi »ad «gesuchte Dienstentlassuug ui Gnaden erteilt habe, kann ich es mir nickt versagen, Ihnen für die treuen, aufopferungsvollen Dienste, ivelcke Sie in allen Ihnen anoertrauien Aemtern mir unb dem Barerlanbc geleistet hoben, meinen wärmsten Taut auszusprechen unb damit herzliche Wunsche für weitere Kräftigung Ihrer, durck die Bürde des per antworrungsvollen Am : angegriffenen Gesundheit zu verbinden. Als Zeichen meiner Anerkennung und meines Wohlwollens verl.nhe ick Janen den Roten Ädleroroen erster tilafjc mit Eichenlaub, dessen 3ri)ignien hierbei folgen. Ick verbleibe Ihr wohlgeneigter König S^ühclm R." Auf Veranlassung des Lomitö der Society pb i- (antropiqne bc France waren am Mittwoch reichc Mitglieder der Berliner französischen Kolonie in der sranzöjiscken Botsckxift versammelt, wobei der Borsck?-f:srat Zaron de Bcrckheim an seine Landsleute eine Ansprache hielt. Er bezeichnete darin die internationale Lage als relativ gut unb insbesondere auch die beutfd»-fraiKo)i)d)cn Beziehungen infolge des Uebereinkommens über Marokko, durch das bestehenDe Tifferenzen beseitigt wurden, als noch weiter gebefit rr. Infolgedessen scheine der Boden für eine glückliche (jntnndelung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Teutsdstanb unb Frankreick) vortresslick vorbereitet. Redner schloß mit dem Wunjck, dast dre Kolonie aus dieser Gunst der Verhältnisse nach Möglicklcit 'Jhiftcn ziehen werde Wie es heißt, beabsichtigt der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, Freiherr v. Wan gen he im-Klein- Spiegel, von der Leitung des Bundes zurückzu- treten. An feine Stelle soll der Rittergutsbesitzer AuS dem Winkel-Logau berufen werden. In der nur Mitgliedern zugänglichen Versammlung des Konservativen Vereins zu T r e s d e n nnirde nur mit Nriche eine schroffe Erklärung gegen die preußischen Konservativen wegen ihrer Stellung zur Reichsfinanzreform verhindert. Man gibt sich all" Mühe, eine weitere Verschärfung der ztvischen den preußischen unb sächsischen Konservativen betDorgctretcnen Gegensätze zu vermindern. Es ivird dem Korrespondenten initgeteüt, daß die Absicht besteht, in einer Ende dieses Monats stattfindenden Landes- Dcrfammlung eine völlige Trennung von den preußischen - onservative» zu beant:agen________________________________ 21udlaitö. Die anläßlich des französischen National- festes veranstaltete Truppenschau war von prächtigem Wetter begünstigt. Präsident Fälliges traf in Begleitung des Ministerpräsidenten Elemenceau um 8 Uhr auf dem Longchcunp ein, ido ihn der KriegSminister erwartete. Ter Präsident schritt die Front der Truppen ab und bestieg die Ehrentribüne. Während des Vorbeimcnfd)cs der Truppen scheute das Pferd des Kriegsrninisters in dem Augenblick, als dieser vor dem Präsidenten salutieren wollte. Er wurde aus dein Sattel geworfen, blieb aber unverletzt und stieg wieder zu Pferde. Wahrend des Itorbcimaridic* kreuzten die lenkbaren Luftschiffe „Rcpubliguc" und „Ville bc Paris" über dem Paradeplatz, wobei sie von der Menge mit lebhaften Zurufen begrüßt wurden. Admiral Lord Beresford wies in einer Rede, die er bei einem Bankette her Londoner Handelskammer hielt, nachdrücNicki auf die Notwendigkeit hin, schleunigst loci- tere Schiffsbaugelege nyeiten zu schaffen, da Eng land zurzeit jährlich mir sieben große Schiffe mit entsprechender Armierung, Deutschland aber zehn fertigstellen könne. Tas Militär Projekt der belgischen Regie rung wurde von den Kommissionen mit 81 gegen 64 Stimmen abgelchnt. Ter Boijcktag des Abgeordneten Bertrand bezüglid) der Llbschasfung der Stellvertretung in der Armee wurde angenommen. Mehrere Kiatholilen haben hierbei mit den Liberalen und Sozialisten gestimmt. Ter argentinische Minister des Aenßeren erhielt von dem Gesandten in La Paz ein Telegramm, in dem dieser auzcigt, er werde La Paz nicht verlassen, dw die Regierung von Bolivia erklärt haoe, daß |ie Argentinien (> t* u ug tuun g geben kveroe.________________________________ 2hi5 5taOt und £anb. Gießen, 15. Juli 1909. ** Tancskalender. 5. Abonnementskonzert in Stcind Garten 8 Uhr Am Ludmigsbrunnen: Hcrmannid,lacht 4 Uhr. ♦ ♦* Erledigte Lehrerftelle n. I? eine mit einem evang. Lehrer zu bcsetzende Lehrerftelle an den Gemeinde schulen zu M ü h l h ci m und Fauerbach p. d. . am 11 uitb 12. Juli hat alle befriebigt. Am Tage vor dem Fest unb am Tage nachher regnete es, nur die beiden Festtag' brnd>- ten ttockencs Welter, wenn and» keinen lieben lüft an Sonuenscheiii. Ttr Festzug am Sonntag batte etwa >0 Teilnehmer, über 2ixx) Personen besucht en den FcstplaD 3(J0 Sänger von nah und auch vo- teilt fern zeigten ^od was sie rönnen Die äußerst rege ^Beteiligung beweist, weH starkes Interesse für die gute Sack- ocr "> langveruue befiehl; und fi ■ wurde für alle belohn, durch den fdtönrn, Dnnnonifdicit Verlaus des Festes. Audi der FesUmn unb die Budenhesitzer toamt mit dein «ergebiils zufrieden. 7er ziveitc Tag brachte ein Iugcudfeft, das den Muibcrn hellt Freude bereitete, die nncbvt ausledend auf die Erwadisenen wirkte. Tic Teilnehmer werden wohl iiod) manchmal gerne au d urch kleinere uHmmissronen vorbereitet, zu den außer Mitglieder« der S?anbcT4tanimmt auch cntfpredienbc Fadileute uigewifit wurden. Sic nahm ferner teil an der ixröffnungf bc .vcum arbeitausstellnng in Frankfurt a. TL, an der Voflversamm* lung des Hess Handclskammertages in Main.z, als auch am DeutfdKii Handclstag in Berlin, ebenso folgte sie einer Einladung zum Besuche der LandesauSstellunq für a» gewandte Kunst in Tarmftabt. Ferner sandte fie ihre Ber- ireter zu den Sitzungen des Eifenbahnrates in FranksW^ als auch zu den Provinnalkonferen^n der Lehrer r a b ft ä 11 e und förderte eine Unmenge von Urnen mit Sämtuckgegenftänden aus Bronze intb verkohlten Minheim auf die Dauer von 60 Jahren erhalten. M ainz, 14. Juli. Die ungünstige Konjunktur macht H hier sehr bemerkbar, die Waggonfabrik Gaste! sieht Q genötigt, einen Arbcitsmodus einzuführen, der bisher hier ich nicht bestand. Es fäfit nämlich der Montag als . mitstag bis auf weiteres ganz aus, und wird jede Woche 15. Juli Sängerfl sangvereins am 11. m Tage vor dem Fest ut die beiden Festtage bn: ich keinen Uebersluß c Sonntag hatte etwa y befudjicn ben Festple 'i recht fern zeigten dm Beteiligung beweist, Ivel iache der HeMgvrW, lohnt durch den schäre Auch der Fcstlvitt ub Ergebnis zufrieden. A st, das den hindern HL ckcnd aus die krwachsm nohl noch manchmal gni Soeben erschien der W :(immer Friedberg-» c 1908. Ans ihm E? nir den hiesigen W Niedergangs zubez?ch° Ende Mai erschwerte M ansangs « nis für Korn unb M IZittelernte, f“r J Ter Mort klagt tm* her Äusftlhr, depen W KSÄ« SW ums eifl •jie zu k°B° " u , Amerika sur " h - nut . J .jjen zu» licnt S8ra* c'M“ *n,Äciie, > 'W«Vrtt atit®» it u"d Seren sägsäs S'tS1"»1» V-ssS" “’H * ii 1 $ ciiiiqe fti ? Anheim Bc«n Monfo, "il "id)t ,* 9*1. 'Wit JMii. 9 «it Ä* « ®Qn ''""S «, "«"Haltung tlat| C ebene V re^nen w| 6(5 M •-«‘SS l. mit Aempflasler. V [je weitere daran! iirfltrü ?n’° ^rqeU WM bi« Ende Anqi' Straße gespL -lch muß über Anneie • Vei dein am 10., y ncn ^ubiläiims-Wkl‘ n-Verbandes erhich? Karis'-Heuchelheim umi mincn den 18., im Rmc ien den 29. Preis. li. Tie Vorbereitungen f R unseres Turnverein! :er auch die beiden Gieße«' zugesagt. Als Fesiplr n. ■ Termin für unser bitt ich 15. August sesigch OrrginaL-Drahtmeldungen. Metz, 15. Juli. An dem gestrigen Aufstieg des „Zeppelin" beteiligten sich der Ehef des 16. Armeekorps, General von Prittwitz und fiiaffron, der Ehef des Gencral- stabs 11. a. Fahrt und Landung gingen glatt von statten. Paris, 15. Juli. Die gesamte Presse beschäftigt sich mit dem deutschen Kanzlerwechsel und steht dem neuen Kanzler sympathisch 'gegenüber. Sie glaubt, daß er der geeignete Mann für die überaus schwierige Nachfolgerschaft Bülows sei. Man glaubt, daß sich der Kaiser nun wieder mehr mit der auswärtigen Politik beschäftigen werde. Teheran, 14. Juli. 6.45 Uhr nachmittags. 200 Selaehori sind von Sultanabad kommend in die Stadt ein» gedrungen. Sie greifen das Parlament an; dort wird jetzt heftig gekämpft. Von den 5)ügcln, nördlich von Teheran, feuern 'in längeren Zwischenräumen Creuzot-E^eschütze auf das Parlament. Die Freiwilligen des Schahs beginnen die Plünderung von Häusern der Armenier. Die fremden Flaggen werden nicht mehr geachtet. Mehrere Häuser von Europäern sind gleichfalls ausgeraubt worden. Die Nationalisten planen einen entscheidenden Angriff Heute abend wollen sie versuchen, die Kosaken-, kaserne und das Haus Liaehoffs in die Luft zu sprengen. Tie deutsche Schule ist in ernster Gefahr. Gerüchtweise verlautet, es seien 2000 Bachtiarcn vor den Südtoren an- märlte. K.F rantfurt a. M., 15. Juli. (Telcgr. Orig. - Bericht des „Gieß. Anz.".) Llmtliche Notierungen der heutigen Vtehntarkt- preile. Zum Verkaufe standen: 47 Ochsen, 00 aus Oesterreich, 00 Bullen/O aus Oesterreich, 121 Kühe, Fersen, Stiere und Binder, 971 Kälber, 73 Schafe und Hammel, 952 Schweine, 3 Ziegen, 1 Ziegenlamm, 0 Schcülämmer. — Bezahlt wurden Jur 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Dualität 76—80 Mk., 9 Qualität 70—73 Mk., 3. Qualität 60—64 Mk.; Bullen: L Qual. 64-66, 2. Qual. 50—61; Kühe 1. Qualität 72-74 Mk., 2 Qual. 60-62 Mk., 3. Qual. 46-48 Mk„ 4. Qual. 00-00 Mk., 5 Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlnchl- qew.: Kälber 1. Qual. 92-94 Big.; Lcbendgcw. 52—55 Pfg., 2 Qual.78—85Pfg.,Lebendgew.44-50Pfg., Schlachtgew. 62—70Psg., Lebendqew. .36-40 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 78 bis 80 Pfg., 2. Qual. 70—74 Pfg. Schweine: 1. Qual, o—00 Pf., Lebendgewicht 58,5-00,0 Pf., 2. Qual. 74-00 P'., Lebendgewicht 57,5-58,0 Pfg., 3. Qual. 67—73 Pfg., Lebendgeivicht 00-00 Pig. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, fein Ueberftanb. Spielplan der veremigten Zrankfutter §tadtthea!er. Gvernhaus. Donnerstag den 15. Juli, abends 7 Uhr: Erste Vorstellung nach den Ferien : „Mignon." Freitag den 16. Juli, abenbo TL, Ubv: Ter laviere Soldat." Samstag den 17. Juli, abends < Uhr: „Tosco." Sonntag den 18. Juli, abends 6'/, Uhr: „Lohengrui. Montag den 19. Juli, abends 7-/, Uhr: „Prima-Ballerina." Dienstag den 20. Juli, abends 7 Uhr: „Mcmon." Mittwoch den 21. Juli, abends 77, Uhr: „Toscaj fälle erneutes Hochwasser cingctreten. In Ratibor ist ber 1 Strom seit gestern von 369 auf 549 Zentimeter gestiegen, ^ric ( Weichsel ist in ber letzten Nacht im österrcichifä>-schlesgchcn Grenzgebiet über die Ufer getreten. Der Verkehr zwischen den 1 preußischen unb östcrreichifckven Lanbestecken wird durch Kähne aufrecht erhalten. Auch aus Tirol Laufen fortgesetzt Hiobs posten über Wettersckvden und bwhende Hochivasfergesahr cm. Auf den Bergen liegt meterhoher Neuschnee. In ctrelitz im Böhmerwald ist infolge des Regenwetters em Wohnhaus ■iwaort uiiiervu -"---r: Icing eftütst. Eine Familie von 5 -Personen ivurbe vor- ach vieler Bemühung gelang ev,, einen Willfährigen '"j -^üttet Ein & i ti b nnrri>e getötet, zwei andere lebens >ii Posten auszumachen in der Person emev G^emetnderate^. ' unb cm ^ürb kamen mit leichten inlichllich der geringen Arbeiten m der kleinen G.-mc,nde Ösuugtn k.Mn. 1 die Besoldung ja auch alv Nebcneinnahme genugeiid. * Eine Statistik derDeutscheu in Rutzland ver- König 14. Juli. Die Luisensta hlquelle ul in öffentlicht die „Jdees moderiies". Sie gibt ein anschauliches -löndiaeui Verkauf an Dr. med. Zimper von hier Über- Bild von ber Widerstandskraft jener Bollwerke deutscher Kultur, lsandigem Verraus an v o v gewaltigen runi'chen Reiches m hartem Zban pse ?gangen. Selbst m Hesten m es maji oeinnni, o«b oje Päter hüten unb verteidigen. In erster Lime stehen unsenstahlquelle einen so hohen Eisengehalt besitzt, daß sie bic ba(ti|-d)cn Provinzen, wo die Deutschen treu an ihrer att?r den deutschen Stahlquellen an erster Stelle steht. Be- Muttersprache hängen, ihre eigenen Schulen und ihre eigene,Presse ieS-r8 knfr. ihr Gehalt an Mangan und ihr Gehalt an geschaffen haben: die Zahl ber Deutschen beträgt h^cr -.29 0. 4, LLWLm übertrifft den Stahlbrunnen mmi.ten einer i Homburg unb in Schmalbach, sowie bie Moritzquelle tn I -n A^tschurgan, wo rund 550 000 Deutsckw in 54 festge- ||lec. schlossenen Kolonien leben. Fügt man zu diesen Zahlen noch Nieber-Namstadt, 14. Juli. AuS dem Geschäfts- die Summe der Deutschen an die im ganzen russischen Reiche rckt des kiesicicu Spar- und D°rl°hnSk->N°n. verstreut leben, so !°mmt man auf tue Endzahl von rund 1500000 rein?, ®. m. b. $>., entnehmen wir. dost der Jahres- auf dem Totenbett ge- i fast im Jahre 1908 336 789 Mk. betragen hat. S)erL^a^en ()at/ toie mis Newpork berichtet wirb, der berühmte • imeminn erreichte bie Höhe von 1539 Mk. Aus dem amerikanische Astronom Professor Simon Ne wo om b, besten wurden oersch,-denen WohtsahrtS- ^d,Ktm d^Krersen iirichtungen und Llnstalten Zuwendungen bewilligt. trot seiner 72 Jahre einen Ausstieg auf bas Matterlwrn aus. Groß-Steinheim, 14. Juli. Die Hanauer Newoomb erhantte bereits int vergangenen Herbst in ttcastenbabn-Aktiengesellschaft hat vom Großh. Ministerium Harvard. Vor vier Wochen war sein Gesundheitszustand w tröst- * St0n5eli.cn jum Sau und Betrieb .einet W=nU braßen bahn von Hanau nach Groß-Stemheun und Klem- „„^^endbar sei, bestand er darauf, auf einer Matratze^ nach ’ ‘' ~ Wasinngton geschosst m werden,, wo er fbfott eine graphm engagierte und ihnen m aller Ecke ba» Werk diktierte, dessen Abschluß sein £cben krönen sollte, leine große Arbeit über den Mond. Es ivar ihm vergönnt, bic Genugtuung zu erleben, noch wenige Tage vor seinem Tobe den letzten Bogen dem Drucker übergeben zu können. , . . , .. * Der abgefeimte Noah. Aus O^whork wird berichtet. Eine eigenartige Diskussion hat sich jetzt in ber Geiellichast der Schiffsbauarchitekten unb Marineingenrenre voii Detrock abgespielt, hart platzten bic Meinungen aufeinander über die wichtige n nnicrcs Berufes und ber größte Ingenieur von uns allen. Zudem hat iein Schist, der Menschheit den größten Dienst cttviesen, selbst ^ewepS ij otte vor Manila nicht ausgenommen." Aber die Schar ber Gegner ließ sich nicht umstimmen. Man wies darauf hin, daß Noah nach vierzigtägiger Fahrt sein Fahrzeug habe auflausen lasten und seine Söhne hätten allen Seeleuten ent übles Benmel gegeben, als sic nach ber Landung grob unb ungezogen wurden, und Frank Jeffrey meinte: „Wenn wir Noah zum Ehrenmitglied er- uenit'cn, so müssen wir auch Jonas aufnehmen, denn er war der erste, der ein Unterseeboot mit Erfolg lenkte. Nach lunger yt" „ m , cm chilsinnen besuchten Versammlung gründete sich tm An- * Dckc Sonne als Triebkraft von Motoren, .ter liblufi an einen Vortrag von Frau Johanna Waescher kühne Gedanke, die rastlose Wärmeabgabe der Sonne an bie ■i. Kassel eine Ortsgruppe des Verbandes deutscher Erde durch Hilfe simirclcher Apparate in motoniche Mast nm zu- tindels-Gehilfinnen wandeln, ist bcrciK oft von der techntichen Wstiewchait aui- itwett i.i stttsiunen. - gegriffen worden. Schon int Altertum beschäftigte sich Archimedc^ -----mit ähnlichen Problemen. In neuen Zeiten hat der Franke ! Mouchot eine Sonnenmaschine konstrtnert, in der eine große An- Gestern nachmittag sand bei schönem Wetter und zahlreichem -cthl von Spiegeln bei einer Flächenaust^hnung von 30 ^,uabrat= 'stnich die erste Z i e l f a h r t mit Automobilverfolgung, veranstaltet Yetern so angeordnet sind, dast iie die Sonneitftralsten aus einen bixiit Frankfurter Verein für Lustschifiahrt in Verbindung mit dem gemeinsamen Mittelpunkt werfen, der dann eine w grotze Vttze iiiüntiurter Automobilklub statt. Es nahmen elb Ballons teil, entwickelt, dast er einen Motor voit einer Ptcrdekrast Ee dt. ^tach einem Bericht des Kaiserlichen Botschafters in Rom Se^ Mouchots Experimenten, so wird in T. P. s Lveettt) ^an^ ld.1 das italienische Kriegs Ministerium bcfd)hiieiN. gcfüljrt, hat man in der Lösung dlcier Frage bedeutiame <)0tt= ULt Anteiliiahnle an der Ausstelliing acht Offiziere der Plomer- schritte gemacht, aber der Tag ist freilich noch ferii, da ieo^ stmgade zu entsenden, die dort Freifahrten unternehmen ivetben. ^aitb soviel „Sonnenmotorc" besitzen wird, als vo land 4omi>- -------------_j_______ ___ ' ■ ■ ■■ mühlen. Die größte Sonnenmaschme steht in Kalifornien im Betriebe, in South Pasadena, und bient als ^umpapparat um V .. D . , aus 'der Tiefe eines Brunnens Waster zu Bewasterungszwccken * D i e H 0 ch w a s s c r g e f a h r ist burch die neuerdmgs wieder emvorzuheben Der Apparat hat die Forni einer rieiigen Ellipse, l i ibergegüugciicii Regenfälle bebemenb vergrößert worden, und ^^.^n kleintttr Durchmesser elf Meter beträgt. In der Flaclie s.ettlentveisc haben die über die Ufer gehenden Flüsse schon bc-- {n sinnreicher Aiwrdming nicht weniger als 1/88 kleine iCÄditlirti.-it Sckwden angerichtet. Die Nebenflüsse des Rheins, Spiegel angebracht, bic alle Sonnenstrahlen auf einen bestimmten tt-7 Nahe unb der Saar sind über bic Ufer getreten. Die M0 selI SRimft konzentrieren, an dem sich ein Kessel befindet mit 800 in den lefttn Tagen derart gestiegen, daß m Metz das Frauen-Fassiingsgehalt. Ein Rohr leitet dann den cntwickcltM I«d weggerissen und das Männerbad derart überflutet würbe, I ^ampf zu dem 'Motor über, der zehn Pferdekräftc entwickelt. Das 1.1« es unterging. Menschenleben sind nicht zu beklagen. hffiaficr aus dem Brunnen wird dabei mit einer Schnelligknt ckiluerntc ist vernichtet. -- Die Ruhr führt Hochwasser und über-I^n 11000 Litern in der Minute emporgepumpt. Der ganze flutet die User. In Germersheim ist cm Kutscher mit zwei Apparat ist wie ein Teleskop eingerichtet, so daß er verstellbar ist 5B (erben durch bic ausgetretenen Wasser in den Rhein gcibutt unb bCT Sonne in ihrem Stande folgen kann, lo-rbeu. Es gelang, den Mann zu retten, bie ^erbe ertranken. «feilte ^aaeschronik. ,'läc Maas verursacht eöensalMl grofin IkebtnEchtvemmungen. In Ai i ch el b ach bei Alzeiiau wurde der ledige Ban 1 f ) Die Heuernte ist total vernichtet. Alle G-treidcfelder^stehen|Johann^Gtzel^von.dem Schneid^esellen^^^b^^erbastet. Amtlicher Teil. offeriert 3661 4 Zimmer ES lobet ergeben ft ein Direktion Alber» Navv»OM. 'Lwaftß 191)9 3 Zimmer 4016 Tie trauernden Hinterbliebenen 06264, ttiniciibflrt). 10151 Äaifer-Btiee 27. ■ - Wohnungseinrichtungen ' in jeder Preislage i Verschiedene u vermieten. (3845 midl, Bahnbofstrahe 37. wird Wochen reichen. v-i, 7 Zimmer Lonntaa den 18. b. 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Gmroentnmaen hiergegen sind bei Mcidung des Ausschlusses innerhalb der Onenlegungssrist bet Grosth. Bürgermeisterei Inheiden schriftlich einzureichen. Friedberg, den 14. Huli 1909 Ter Eroscherzogliche ^clobereinizungskommissär: Schnittspehn, Er. hhcr^ogl. jlTeidamtmann. Neue Frühkartoffel gelbe Perle von Erfurt la. Weiterauer Ware, pro Ztr. 4'/, 3)1 f. inkl. Sack nb Station Echzell,versendet unterNachnahme Ludwig Cr-rb, 18912 (Echzell (in der Wetterau'. Kartoffel > Berfand - Geschäft. ,>ern'vrecher Nr. 21 (Amt Reschel-Hefm-Wetterau). Prima nette ital. und Malta Kartoffeln Matjes- und Boll-Herinae frisch cinflctroh'cn, billigst 3^4 bei Ang. Wallenfels Marktvlav 17 • Telcvbon 20L Niitglied des Rabattsparverein». Visitenkarten liefert rasch and billiget Rrühreche Uatv-üruckerei