Nr. 113 VlerLeS MatL 159. Jahrgang Samstag, 13 Mai 1909 Arlchekst KgN- mfi Au-nahmr de« Vonntaz», tAt ZamfNendkStter- werden dem »Anzeiger^ dermal wöchentlich betgelept, da» „Kretebtatt ftii de» Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Du ^ktmöwittschafttlche» Lett- frage«" «scheinen monatlich zwernuU. General-Anzeiger für RotattonrdrnS «n> Verlag «et Sr«dNchai UmocrsnälS • Birch» and CtetnörudexeL Ä Longe. Ließen. Nedaktton. Crpebttion and Drucferet^ Kchat» strahe 7. 6ipet>iho* and Verlag. LqK 5L ateöartioiue^ 118. Tel.-Abr^AnzeigerKud«. Deutscher Reichstag. 257. Sitzung. Freitag, den 14. Mai. . Am Tische der Bundesrats: v. Vethmami-Holkweg, vn.’cn= stein. Tas Haus ist sehr stark besetzt. Präsident Graf Stolberg eröffnet di« Sitzung um 2 Uhr 15 Minuten. Zweite Lesung des Baukgesehes. Die Weiterberatung beginnt mit den nameutlichenAb. st i m m u n g e n über d:e Anträge Raab (Wirtsch. Vgg.). Der erste Antrag, der den Anteilseignern der R e i ch s b a n k von dem nach Abzug der 3^>prozentigen Prä. zipualdividende verbleibenden Rest des Reingewinns nur 15 Prozent statt der vorgesehenen 25 Prozent gewähren will, wird mit 177 gegen 142 Stimmen bei einer Enthaltung gegen Konservative, Reichspartei, Wirtschaftliche Vereinigung, Polen und Sozialdemokraten a b g c l e h n r. Ter zweite Antrag, der als Gesarntdividende höchstens S Prozent zulassen will, wird ebenfalls abgelehnt, und zwar mit 249 gegen 74 Stimmen. Dafür stimmten nur die Wirtschaftliche Vereinigung, die Sozialdemokraten und einige Mitglie- der der Reichspartei unter Führung des Abgeordneten Dr. A r e n dt. Der Artikel 1 über die Verteilung des Reingewinns der 8kiM6anI wird unverändert angenommen. Durch den Artikel L mir. daSKontingentdersteuer» freien Noten der Neil' >anf auf 550 Millionen Mark er. höht. Ein zweiter Absatz erh t dieses Kontingent an den Q u a r- talsterminen um tociti _• 200 Millionen, also insgesamt auf 750 Millionen Mark. Abg. Dr. Arendt (Rp.): Dieser ffrtrM enthält die einzige Veränderung, die eine wirtschaftliche Bedeutung hat. Die Erhöhung des Kontingents auf 550 Millionen liegt im wirtschaftlichen Interesse. Wir stimmen ihr zu, aber nicht dem zweiten Absätze, der eine überflüssige, steuerpolitisch nicht zu rechtfertigende Maßnahme wäre. Abg. Dr. Weber (Natl.) bittet mn nnderänderte Annahme der Boi läge. Sonst würde die Diskontpolitik der Reichsbank schweren Schwankuwzen unterworfen. Reichsbankpräsident Havenstetn tritt ebenfalls dem Abgeordneten Arendt entgegen. Abg. Raab (Wirtsch. Bgg.) Mießt sich dem Abg. Arendt an. Der Artikel 2 wird unverändert angenommen. Artikel 8 enthält die Bestimmungen, daß die Noten der Rerchsöcmk gesetzliches Zahlungsmittel sind. Abg. Dr. Arendt (Rp.): Durch diesen Artikel wird nur der bisherige Strauch gesetzlich feftgelegt. Abg. von Strombeck (Ztr.)' will dem Artikel folgende Fassung geben: Tie Noten der Reichsbank sind gesetzliches Zahlungsmittel. Eine Verpflichtung zur An. nähme von Banknoten bei Zählungen, welche gesetzlich in gemünztem Geld« zu leisten sind, findet nicht statt und kann auch für Staatskassen duich LandeSgeseh nicht begründet werden. Zahlungen der Reichsbauptbank zu Berlin sind auf Verlangen des Empfangsberechtigten in deutschen Goldmünzen zu leisten. Jnwie. weit die Reichshauptbankstellen und die sonstigen Reichsbanksteven Zahlungen in deutschen Goldmünzen zu leisten haben, bestimmt der B u n d e 8 r a t. Durch dem bürgerlichen Recht unterliegende Rechtsgeschäfte kann die Verpflichtung zur Zahlung einer Geldschuld in deutschen Goldmünzen begründet werden. Abg. Orte! (Natl.) bittet um Ablehnung des Antrages. Aba. Dove (Fr. Dp.) tritt für unveränderte Annahme der Vorlage ein. Abg. v. Gtrombeck (Zentr.) zieht seinen Antrag zurück. Der Artikel 3 wird unverändert angenommen, ebenso der Rest der Vorlage. Damit ist die zweite Lesung des Bankgesetzes erledigt. Abg. Dr. Fatzbender (Zentr.) empfiehlt eine Resolution der Kommission auf Vorlegung eines Gesetzentwurfs zur Bekämpfung der Gefahren, die dem Publikum durch Banken und Bankiers erwachsen, die zur Anlage von Depositen oder Spargeldern durch öffentliche oder schriftliche Aufforderungen aber durch Agenten anreizen. Die Resolution wird angenommen. Zweite Lesung des BiehseuchengesetzeS. ES folgt die zweite Lesung der Novelle zum Gesetz Über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen. Dis Kommisiion hat nicht weniger a!S drei Lesungen der Novelle borgenommen und dabei ihre eigenen Beschlüsse mehrfach umgestoßen. § 1 bestimmt, daß als V i eh im Sinne des Gesetzes alle nutzbaren Haustiere, einschließlich der Hunde, der Katzen und des Geflügels gelten. Schlachtvieh ist Vieh, von dem anzu- nehmen ist, daß es behufs Verwendung deS Fleisches 4um Genuese für Menschen alsbald geschlachtet werden soll. Abg. Lehmann-Jena (Natl.): Leider hat man bei der Vorberatung das Laienelement gar nicht berücksichtigt. Die Leute im Volke würden die Härten weniger empfinden, wenn sie wüßten, daß daS Gesetz durch ihr eigenes Fleisch und Blut gemacht worden ist. (Heiterkeit.) Ich hätte der Regierung die Dummheit nicht zugetraut, daß sie der Gerberei die Existenz erschwert. (Heiterkeit.) Kaufen Sie sich doch einmal eine Kuh außerhalb des Parlaments, dann werden Sie besser Bescheid wissen. (Heiterkeit.) Seiber sollen auch bei der Ausführung beß Gesetzes Sachverständige nicht gehört toorben fein. Staatssekrteär 6. Bethmaun-Hvklwea: Der Zweck des Gesetzes ist doch, bei Viehseuchen schneller unb energischer als bisher eingreifen zu können. Ein solches Eingreifen aber wurde durch Sachverständigenkommissionen verzögert werden. Deshalb find sie für die verbündeten Regierungen unannehmbar. Die Kommisiion ist in vieler Beziehung über bie Regierungsvorlage hinausgegangen unb eine Reihe von Ein- schränkungen vor allem für den Hanbel beschlossen, um die Verschleppung von Seuchen zu verhindern. Die verbündeten Regierungen stimmen den Kommissionsbefchlüssen zu. Abg. Scheidemann (Soz.): Zweifel!^ ist das Gesetz von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Aber es bient nicht nur der Bekämpfirug der Vieh- seuchen, sondern auch der Fcrnhaltung der den Agrarier« unangenehmen ausländischen Konkurrenz. ES enthält geradezu geweiNgefährlick)e Bestimmungen. Das Gesetz bezieht sich auch auf jedes Haustier, so daß jeder Mensch, der einen Vogel hat, unter das Gesetz fällt. (Heiterkeit.) Der Bund der Landwirte wird gewiß von dem Entwurf befriedigt sein. Redner empfiehlt schließlich zur Deckung der Kosten des Gesetzes die Einführung einer cckligatorischen ViehverfichrrunK. Abg. Frhr. v. Pfette« (Ztr.): Der Abg. Scheioemann hat maßlos übertrieben. (Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Wenn die vom Abg. Scheidemann als «gemeingefährlich" bezeichneten Bestimmungen nicht in das Gesetz hineinkommen, so hat das Gesetz für uns gar keinen Wert. Wir lehnen es ab, bas Ausland besser zu stellen als das Inland. (Abg. Scheide mann ruft: Ich auch!) Dann war Ihre Rede aber sehr unlogisch. Im allgemeinen sind wir mit der Fassung der Kommission einverstanden, wenn wir auch gegen einzelne Be- itimmungen schwere Bedenken haben. Abg. Dr. Hahn (Kons.): Unsere Viehzucht hat sich dauernd gehoben. Vor allem die Rinderzucht hat zugenommen. Wenn wir heute etwas weniger Schafe haben als früher, so haben wir heute dafür mehr Rind- vieh. (Große Heiterkeit.) Diesen ivertvollsten Zweig der Land- wirtschaft will das Gesetz gegen die Einschleppung von Seuchen schützen. Wenn gegen die Seuchen im Inland scharf vor- gegangen wird, dann kann der Landwirt auch verlangen, daß dieselbe Schärfe gegen das Ausland Anwendung finbet. Diesem Grundgedanken dienen die „gemeingefährlichen" Bestimmungen des Gesetzes, die unbedingt notwendig sind. (Beifall rechts.) Preußischer LandwirtschaftSminister v. Arnim-Criewen: Ein scharfer Kampf gegen bie Viehseuchen ist unbedingt notwendig, und die heutige Unsicherheit ist geradezu unhaltbar. Die deutsche Viehzucht hat enorme Verluste durch die Einschleppung von Viehseuchen erlitten. Es ist deshalb erfreulich, daß die Kommission zu einer Einigung gekommen ist, die, wie ich hoffe, zu einer befriedigenden Lösung führen wird. Was die Aufbringung der erforderlich en Mittel anlangt, so kann ich namens aller verbündeten Regierungen die Erklärung abgeben, daß sie das bestehende Aufbringungsverfahren nirgends zuungunsten der Tierhalter abändern werden, auch wenn erheb- liche Mehrkosten in Betracht kommen. (Beifall.) Gegen Laieukommissionen habe auch ich schwerwiegende Bedenken. Wer wollte die Kosten dieser Kommissionen tragen? Und sollen sie bei jeder Beschwerde in Funktion treten? Das würde doch unbedingt eine Verzögerung zur Folge haben. Dagegen sind wir jederzeit bereit, uns mit Sachverständigen in Verbindung zu setzen. (Beifall.) Abg. Dr. Struve (Fr. Vg.): Ich bin diesem Gesetze gegenüber weder so optimistisch, wie Herr Lehmann, noch so pessimistisch wie Herr Scheidemann. ES wird alles auf die Art der Ausführung ankommen. Es wäre vielleicht gut, auch die Ausführung zu einer Reick,ssache zu machen. Denn man kann mit der Praxis gar nicht vorsichtig genug fein. Kcincsfall darf das Gesetz eine künstliche Grenzsperre schaffen. Es muß ein wirkliches Seuchengesctz sein. Freilich bedarf die Vorlage noch mancher Verbesierungen. Bedauerlich ist eS, daß einzelne Landräte sogar das Seuchengescß dazu benutzen, um politische Versammlungen unmöglich zu machen. Sie haben sogar schon freisin. nige Versammlungen rn einem Orte untersagt, weil in einem Gehöfts eines Nachbarortes die Maul- und Klauenseuche herrschte. (Hört, hört!) Einer solchen Willkür muß ein Ziel gesetzt werden. Die sozialdemokratischen Ueberlreibungen mißbilligen auch wir. Auch wir freuen uns unserer blühenden Schweinezucht. (Heiterkeit.) @r freu lieb ist, daß Herr Hahn das Lob des Herrn von Ham- merstein gesungen hat, ber einmal von der „demagogischen Agitation deS Bundes der Landwirte- sprach. (Unruhe recksts.) Hoffentlich nimmt jetzt die Haltung des Bundes auch in anderer Beziehung sanftere und urbaner« Formen an. Das wird der Erledigung der parlamentarischen Geschäfte dienlich fein. (Unruhe rechts.) Ter Bund hat nicht die Gesundheft deS Viehs gefördert. Er hat nur die Futtermittel verteuert. (Widerspruch rechts, Beifall liukS.) Preußischer LandwirtschaftSminister von Ur trimer ktoew spricht sich nochmals gegen Laien-Kommissione« au». Die Beschwerden würden zahllos werden. Und wie sollen die Komm-issto« nen zusammengesetzt werden? Es ergeben sich da sehr _ dreie Schwierigkeiten, bie nicht ohne weiteres beseitigt ioeeben können» Oft würden di? Kommissionen auch zu nachsichtig sein. Aber gegen di« ©eudjen müsse scharf vorgegangen werben, nicht schüchtern. Die Aktionsfähigkeit der Behörden dürfe nickt beschnitten werden. Die Behörden haben sich in der Bekämpfung der ans Rußland, Belgien, Frankreich und Holland einarschlepptcn Maul- unb Klauenseuche durchaus bewährt. (Beifall.) Abg. Erzberger (Zentr.): WaS hot der Bund bei Landwirte mit dem Biehscuchengesetz zu tun? Wollen Sie ihn unter das Gesetz stellen? (Gelächter.) Werin im Auslande di« Viehseuchen so energisch bekämpft mürben, trsie bei uns, bann könnten wir das Gesetz bedeutend ber- einsacken. Natürlich müssen auch die^Erzeugnisse des ausländischen Viehs unter das Gesetz fallen. Sonst nutzen uns, alle Maßnahmen nichts. Am einfachsten wäre eß, das ganze Gesetz in zwei Paragraphen zusammenzufassen und zwar derart: § 1. Tie Polizei kann tun, was sie will! § 2. Der Stadt zahlt den Schaden, den die Polizei anricktet. (Heiterkeit.) Das würde auch der einfache Marin verstehen, während das vorliegende Gesetz nicht klar genug gefaßt ist. Die Kosten sollten auf die Einzelstaaten verteilt werden. Lanbwirtschaftsminifier v. Arnim: Es geht keinesfalls an, den Bundesstaaten einfach die sämtlichen Kosten aukuerlegen. Eine derartige Bestimmung würde das Gesetz für die Regierung unannehmbar machen. Auch die preußische Regierung hat sich bereits gegen eine derartige Regelung ausgesprochen. Abg. Dr. Roesicke (Kons.): Tie Worte des Herrn Erzberger waren uns allen aus bet Seele gesprochen. (Zuruf links: Der neue Block! > Weshalb sollen wir hier mit dem Zentrum nidjt Zusammengehen? Daran ist doch nichts Unmoralisches. (Heiterkeit.) Wir Landwirte sind gewiß maßvoll und besckeiden. (Zuruf b. d. Soz.: Tas merkt ein Pferd! — Heiterten.) Wir wollen die Lasten des Gesetzes auf uns nehmen, um das Gesetz als ganzes nicht zu gefährden. Aber die Kosten müssen die Einzelstaaten tragen. Dr. Struve sprach von der politischen Maul- und Älauenseucke. (Heiterkeit.) Er ist ja Arzt und muß so etwas kennen. Aber wir haben in der Kommission nur streng sachlich verhandelt, unb Sie (nach links) haben erst die Politik bin .'ingetragen. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Sonnabend 11 Uhr. Schluß 7 Uhr. Die lrimmelle Jugend im Strasprszeh. «D-m Bundesrat ist der Entwurf einer Strasprozeßordmmg rua-oonaen der für die Notwendigkeit eines besonderen Schutzes M kriminell gewordeneil Jugend im Strafrecht und im mseT^intritt Man hat erkannt, daß verhüten leichter ist als E mb sucht deshalb der Kriminalität der äugend durch anstatt gleich das letzte Suchtmittel, bic auch der bedingte Strafaufschub entsprungen, der allerdings bie gehegien Mnungen nur Mlweist oriniif fmt Nach Ausweis der Reichsstatisttk vom 1. April IHU© Sn in Deutschland in den letzten acht Jahren durch)chntttl.lch mw 80 VE Hundert aller erledigten Fälle nut bedingtem Ettas- äSSÄÄÄ 1882 betrug die Zahl der Beurteilten m Deutschland insgesamt 315 849 im «statee 1904: 0O0 158 unb 1906. 524 118. AngEs soläler Tatsachen kamt die bebmgte Straiauchetzung mir als erster Schritt auf einem neuen Lvege betrachtet werben, der Zunächst nur die Richtung, nicht bie Gewinnung dev Ziest 0 selbst verbürgt. Der eigentliche Wert der bedingten ^trckaussttzmtg besteht in der Durchbrechung des Lcgalitatsprinzips au) dem Gebiete der Strafvollstreckung. Aus dieser MZ^u^r^Dr Becker soeben erschienene Broschüre des Landgerichh-direktorv 4.x. Seda in Dresden über den „Schutz der krimmctt geworden.n Jugend im Sttasrecht unb Strafprozeß" (Verlag von Hahn u Jaemch, Dresden. Ter Verfasser erinnert daran, dan bcun Er atz unb ter Beratung des Strafgesetzbuches 1870 sonderbarer Weist dein 6tz- danken nicht näher getreten worden sei, dan die L-trafmundigkeit in der Zeit vom 12. bis 18. Lebensjahr auch noch an untere Vor- aussetznngen geknüpft werden müsse, als mir an dic Entwicklung des Intellekts. Daß körperliche und sittliche EnUvicklung und Un reife bei der Jugend generell dic Bedeutung eines ^trasaus- schließungsgrundes erlangen könne, erschien noch vor raum zwei Menschenaltern als ein durckxtus abwegiger Gedanke. Und doch beruhte hierauf im gewissen Sinne schon b:c Ausnahme dc§ 8 173 Absatz 4 des Strafgesetzbuches, wonach bei der Blutichanoe Verwandte unb Verschwägerte absteigender Linie ittciu)^ bleiben, 1 wenn sie das 18. Lebensjahr nicht vollendet haben. Die Straf-, gefetzsebung stand eben noch überall in dem Banne der Vergeltungstheorie, die auch dem Jugendlichen gegenüber Anwendung zu begeben schien, „wenn er zu erkennen imstande gewesen war, daß seine Pflicht die Unterlassung der strafbaren Handlung fordere und er durch Begehung ber letzteren sich einer Kriminalsrrafe ausseüe" Erst da, wo dieses Unterscheidungsvermögen gefehlt bat, erwächst für den Richter nach 8 56, 2 des Str. G. B. die Pflicht, zu prüfen, ob nicht irgendwelche sonstige Erziehungsdefekte bie strafrechtliche Entgleisung hcrbeigeführt haben unb bereu Wieberholung befürchten lassen. Der Schwerpunkt ber beabsichtigten Neuorbnung liegt zweifellos in ber Beseitigung bes Legalitätsprinzips bei ber Strafverfolgung. Die kriminelle Strafe sollte Jngenblichen gegenüber nur bann angestrebt werben, wenn alle sonst zur Verfügung stehcnben Er- ziehungsmaßregeln wirkungslos geblieben sind. Zu allererst i)t bie Einleitung öffentlicher Erziehungsmaßregeln erforberlid), womit sich bie Vormundfckmftsbelwrbe zu befassen hat. Der Beurteilung des Vormundschaftsrichters unterliegt zunächst der objektive Schiildbeweis; daneben hat er das subjektive Versämldcn des Jugendlichen im Sinne der Sttafbarkeitseiusicht festzustellen, die auch für ihn Voraussetzung für den Schuldjvruch ist. Nach § 369 des Entwurfs soll in allen Sachen, die in erster Instanz vor dem Laiidgericht zu verhandeln sind, dein Jugendlichen ein Verteidiger zur Seite stehen; der Verteidiger braucht allerdings kein Rechtsanwalt zu fein. Der Verteidiger hat nach 8 147 des Entwurfs grundsätzlich das Recht der Aktencinsicht; sein mündlicher Verkehr mit dem Beschuldigten ist vollständig freigegeben. Dic Stellung des Jugeiidlichen im Strafprozeß darf durch pro- zessuale Versäumnisse der ihm zum Schutz beigegebenen Personen nicht beeinträchtigt werden. Der als „Jugendrichter" amtierende Amtsrichter sollte übrigens, wenn eben tunlich, zugleich mit Vor- mundfchaussachen befaßt fein, um das gegenseitige Jneinander- greisen dieser und jener Tätigkeit auch persönlich zu gewährleiiten. Jedenfalls aber hat in allen Fallen, wo eigentliche „Jugendgerichte" gebildet werden, eine besondere Auswahl der schössen und Hilfsschöffen zu erfolgen. Die Wahl ist vor allem aus Lehrer und Lehrherren, Mitglieder von Fürsorgevereinen ober auf fonstige Personen zu richten, bie auf bem Gebiete ber Jugenderziehung besondere Erfahrung besitzen. Daß Vvlksschullehrer auch für diesen Schüffendienst, unb zwar „mit Rücksicht auf bic Interessen ber Schnlverwaltiiiig" nicht gewählt werden dürfen, ist in ber Novelle bebauerlicherweise beibehaitcn worben. Desgleichen hat bie Novelle an bie Frau auch bei bieser Art bes Schösfendienstes (eiter noch nicht gebucht, obschon ihre Zuziehung zum wenigsten bei weiblichen Angeklagten im Sinne ber ganzen Einrichtung nur zu empfehlen wäre. Indessen beseitigen weber bie Jugenbgerichtc noch bie sonstigen Anorbnungen nnb Kpmpetenzverschiebungen bie Gefahren, die mit bem Prinzip ber Deffentlichfeit aller Verhanblungen gerade für ben Jugendlichen verbunden sind. 8 172 der Novelle zum G. V. G. bestimmt beshatb, daß jedes Strafgericht bei einer Verhanblung gegen Jugenbliche unbeschränkt unb nach freiem Ermessen bie Oesfcntlichkeit ganz oder für einen Teil ber Verhanblung ausschließen kann; bas Gericht kann sogar bie Oessenttichleit für bie Urteilsbegrünbung ausschließen. Lanbgerichtsbirektor Dr. Becker empfiehlt, noch einen Schritt weiter zu gehen unb ben Ausschluß ber Leffentlichkeit auch schon bet Verkünbung ter Urteilsformel zuzulassen. Nicht minbcr wichttg wie ber Ausschluß ber Oefsent- lichkeit bürste aber bie Bestimmung sein, baß bie gegen ben Jugenb- (ichcn erkannte gerickstliche ©träfe nicht ober bodj, nur in teiiinunten Fällen in bas Strafregister mit ausgenommen werten bars. Wenn man bie gesamten vorgejchlagenen Aenberungen bes Entwurfs in ihrem gegebenen Zusammenhänge überblickt, so wird man zugestehen müssen, daß die Gesetzesvorlage in wirksamer Weise bem Gebanken bie Bahn geebnet hat, kriminellen Fehlgängen ber Jugenb mehr durch Erziehungsmaßregeln als durch Strafe zu begegnen. Welchen Aenberungen ber Entwurf beshalb auch im einzelnen noch unterworfen werben mag, ber in ihm (etenbig geworbene Jugenbschutz bebeutet einen guten Schritt vorwärts unb bürste nickt zuletzt von bem Richterstante, ber von bem Zwange, bem er bisher bei Behandlung der kriminell gewordenen J-ugend unterworfen war, gern befreit sein möchte. Landwirtschaft. th. Schotten, 13. Mai. Bei der gestrigen vom Landwirt- schastskammer-Aussckuß veranstalteten Bezirkstierschau ivnrden außer zablreichen 9lnerfennungen folgende Preise zu- tannt. Für Klasse I, Bullen bis zu 2 Jahr alt: Bürgermeister Sckleunig - Feldk- ücken 1.^ Preis, Jp. Tenbel VII.^Rüdingshain -. Preis, Zoh. Appel IX.-Stckenhausen 3. Preis, K. Klein-Eichen-- rod Ehrenpreis der Stadl Scholten. Klasse II, Bullen, 2 Jahre und älter, sorungsähig: Geinetnde Sichenhanien 1. Preis, Gemeinde Wingershausen 2. Preis, den (»emeüiben Bnsenborn unb Wohnield je einen 3. Preis. Klasse III, Kalbinnen, erkennbar trächtig: Bürger- meifier Tenbel-Rübingshain 1. Preis, Karl Rahm 3. Preis, y. Höfsmmm I.-Betzenrob 2. Preis, Gg. Will). Keil-Rüdingshain, Heinrich Tambmann IV. daselbst, Konr. Adolph-Herchenham, Wilh, Strauch I.°Busenborn und Wilh. Schnubt-Allenhain je einen d. üiei-j. mailt IV, nuyc, eilcmivai uaajtifl oO'jchenrod und 3<>h. Schmidt III. je einen 3. Dreis Rlof'e V., Rü . tiädnta oder in Milch mit 3 und mehr Halbem : Th' Müller-Rubin iSham Ehrenpreis der Stabt-Schotten, v. Alt-Herchenhain 1. Preis, Rone Wolf IL und dch. Strauch boielbft je einen 2. Preis, 3ob. Schuchhard V.-fBufenbom, Willi. Schnubl-Altenhain für die Rübe Liess I. und Lief« n., R. Rahn bofclbfl und St. odineiber-L'arbeit- doch je einen 3. Preis. Rlaflc VI., Ruh nut mindestens unmittelbaren Nachkommen ober mit solchen in unmittelbarer Gene- ration-folge — Großmutter, Mutier und Enkel fFamilien): Rarl Rahn III.-Altenhain 1. Preis, Wilh 3fhmibt dafelbi't 2. Preis, Th. Adam-Eschenrod 3 Preis. Rlasfe VLL, flleine Sammlungen von Landwirten im Besitz von mentger als 20 Stück Rindvieh, mindestens 6 Stück über 1 Zabr alte iveibl. Tiere, darunter höchstens 3 Rühe : R. Rahn III -Altenhain 1. PieiS, Tb. 2lbiim- Eschenrod 2. Preis, Th. TellariuS-Schotten 3 Preis. Rlasfe VIII, Große Sammlungen: Bez. Schotten 1. Preis, Bez. Eschenrod 2. Preis, Bez. Sellnrod 3. Preis, 6. Fischer-Hoi Zwiespalten 3. Preis. Es wurden im ganzen 2700 Mk. Preise au-bezahlt, darunter 400 Mk., welche in Ehrenpreisen bestanden, darunter 860 Mk. der Stadt Schotten, lieber 2000 Mk. hatte die Land- wirlschaktskammer gegeben. vermlschteA. • Ein gewissenhafter Schneider Die europäischen Handwerker können bei ihren chinesischen Kvllcgen manche Anregungen zu vorbildlicher Gewissenhafttgreit in den kleinen Dingen des Berufes schöpfen. B.sw. i eu freilich wird das Allzuviel gefährlich und die l^cnauigkeit der chinesischen Schneider hat schon manchem Europäer unan genehme Ueberraschungen bereitet. Zn Nos LoisirS wird davon ein amüsantes Beispiel erzählt. Ein Offizier der indischen Armee unternahm an Bord des „Pitt" eine Erholungsreise, bei der er auch Ranton berührte Er benutzte die Gelegenheit, um bet einem wackeren chinesischen Mei ier der Schneiderkunst ein Dutzend Beinkleider aus dem berühmten Nankingslosf zu bestellen. Aber der Meister war gewissenhaft: er erklärte, ohne ein genaues Musterexemplar des verlangten Beinkleides könne er nicht arbeiten. Ter Offizier durchsuchte feine Hoffer und fand schließlich ein altes Beinkleid, das er ohnehin nicht mehr benutzen wollte, da es am Knie beschädigt und mit einem Flicken versehen war Ter chinesische Schneider machte sich an die Arbeit und mit einer Pünktlichkeit, die mau in Europa in ähnlichen Fällen nicht immer genießt, wurden die bestellten Sachen zur vereinbarten Stunde am Schisse abgeliefert. Die Arbeit war mit der größten Sorgfalt vollendet, Schnilt und Form glichen genau der des Originals und der Chinese war auf die gelungene Leistung m»t Recht stolz. Als der Offizier tun Die )O>onen ttanting-tfcinflcibec naher amatz. mußte er freilich die Gewissenhaftigkeit des wackeren Minters u gleich bewundern und beklagen Jedes B.inNeid zeigte am linken Knie einen Flicken Die Flicken waren zwar von acnau derselben Form, ja von genau demselben Ziere wie ber des Modells, sogar die Nadelstiche stimmten bis in die kleinsten Einzelheiten überein, aber der Empfänger mußte sich einigermaßen Gewalt antun. um der Sorgfalt und der liebevollen Genauigkeit des Schneiders ko gerecht au n-crden, wie dieser es erwartete Der Offizier mußte schließlich gute Miene zum bösen Spiel machen, beschloß die roien als Kuriosität aufzubewahren und belohnte Die Gewissenhaftigkeit des Schneiders mit einem besonderen Trinkgeld * Durchschaut. „Mein lieber Freund. Tu mutzt mir einen «Gefallen tun und mir zwanzig '.Warf leihen 3d) habe unglücklicherweise meine Vörie zu £>auie liegen lassen" — „Tas Geld kann ich Dir leider nicht geben, will T,r aber sagen, rote Tu die zwanzig Mark bekommen kannst " — „O, das ist wirklich reizend von Tiri" — .Hier sind zehn Pfennige, nun fahre »dm eil mit ber Elektrischen nach yauic und hole Dir Trine Born " * Ganz rote Mama. Mutter „Pfui, Elly, Tu bif£grausam gegen die Kaye, laß sie in Ruh'!" — Kleine Gilt): „Sie hat die Prügel verdient, Mutter; ich hab' ihr aber auch getagt, daß ich die Schläge mehr fühle als sie." Märkte. Gießen, lö. Mai. Marti bericht. Auf heutigem Wochen- uiaikle kostete Butter vr. Pfd. 1.20—1.30 Mk., Hühnereier 1 St. 6-7 Pfg., Räfe pr. St. 6—R Pf., Kasematte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen v. P'd. 00—00 Pfg. Ciiden o. Pfd. 00— 00 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80- 1,00 Pik., kühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Halme pr. Stück 0^0—1,80 Mk., 6tziuse vr. Pfd. 60—70 Pf., Enten pr. Stück 1,80 biL 2,20 Mk., Ochfeusleisch pr. Pfd. 76—84 Pfg., Kuh und Rindfleisch pr. Pfund 70—80 Pfg^ Schweiuefleifch vr. Pfund 70—90 Pfg., Echiveiuesleisch, gesalzen, pr. Pfd. 94 Psg.. Oalbfleück) vr. Pfd. 70—80 Pfg., vnmmclfledd) pr. Pfd. 60—80 Pfg. Roriofldn vr. 100 Rg. 7.00—7.50 TlL, Ziviebeln ver Pfd. 0,15—0,00 Mk., Tlüd) per Liter 20 Pfg., Weißkraut vor Stück 00 - 00 Pig.. per Zentner Mk. 0.00—O.Oo. — Aevfel per Ztr. 0—00 Mk., Birnen per Ztr. 00-00 Pik. Nüsse 100 Stück 50—00 Psg., ver Ztr. 0—00 Alk. Marktzeit von 7—1 Nhr. fc. Wiesbaden, 14. Mai. Biehmarkl. Zum Verkauf standen: 20 Ochsen, 68 Rühe, 272 Schweine, 183 Kälber e.dlcbicr ZeUdccken zu Feathdikdlei. * Vertreter an allen Flauen gesucht. 7. Ziehung 8. Kl. 220 Kgl. Preuss. Lotterie. Zlrhonr vom 14. Mel vormlllaae. Nar die Gewinne Uber 240 Mark elnd den betreffenden Nummern in Klimmen) betxefOrt. (Ohne Gewehr? (Nnchdrurk verboten.) 23 310 481 »1 63 [5001 734 ( 8000] 520 68 [3000 ) 950 89 10OU 141 10 290 617 2185 8!i 78 614 .31 79 804 3106 18 89 303 56 • 672 86 TS9 4001 '16 (500 ) 807 468 610 83 -41 5204 .17 .'75 801 10 17 603* 104 612 906 28 7 0 [lOOOf 7348 430 ?1! 97 974 87 8270 [600) 93 393 635 838 919 9150 273 8 29 50 477 884 fl« 1O3P, 52 86 419 26 610 21 [3000] 81 986 11029 (10081 114 [500] 45 8» 446 85 541 664 733 49 88 17 848 ‘2010 26 75 16? 3*7 [ .00) 407 121 [3006] 83 944 84 1 3059 171 211 34 8*0 957 1 4 89 871 15,94 13000 ) 4.18 597 614 981 16095 377 417 41 96 678 699 810 24 40 17413 34 19 79 11000 ) 503 79.. 857 87 1 8160 210 15 445 »4 93 678 458 87 719 877 1 900 7 61 646 714 947 20 14 J45 275 517 66? 708 7< 97 951 68 2 1 094 596 603 749 75 "7 22114 513 686 V* 23070 347 [ 500 ) 665 95.1 24.1 C. 518 863 25112 79 209 71 0? 676 657 94! 15«) 71 26'01 306 893 41.' 78 80 [ 500] 90 874 1)27 86 27153 TO 05 478 74 515 [ 1000 ) 9» 11000 ) 747 9Ü0 28«! 111 850 2ÜJ-'O 70! 581 909 1300) 43 3OU10 JO) 171 !O4 450 570 80 687 799 3 1 037 7! 659 32"'.. 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Während Malzkaffee nur geringe Spuren von Protein und ähnlichen im Getreide befindlichen Nährstoffen enthält, besitzt Kosyr, wie wissenschaftlich nachgewiesen, beträchtliche Mengen von Pepton, Nähr- u. Eisensalzen, so dass sein Genuss kräftigend und :: blutbildend wirkt. Kaffee - Ersätzen und Zusätzen steht das :: neue diätetische Kaffeemittel TZ" 66 (Pepton-Nährsalz- " Getreide - Kaffee) Amtlicher Teil. b16/5 1186 M. 230 M. empfiehlt <2722 670 M. 222 TL 1286 M. Uhr Emil Schmoll, „Hesüscher Hof". Telephon 83. Gießen, den 11. Mai 1909. Großherzogliches Amtsgericht. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Keller. 10% Uhr Los I u. II Brechen der Stücksteine, oeranschl. zu Los III Basaltgruslieserung, veranschlagt zu Los IV u. V Erd- und ChaussierungSarbeiten, veranschlagt zu 2. Durch öffentliches Ausgebot nachm. 1 Los VI u. VII Anfahren der Stücksteine, veranschlagt zu Los VIII u. IX Anfahren von Basaltgrus, veranschlagt zu jchlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 10. Mai 1909. Großh. Kulturinspektiou Gießen. H. Steinbach. Die Verdingungsunterlagen liegen aus Großh. Bürger- ineistcrei Utphe zur Einsicht offen, wohin auch die Angebote in Prozenten des Voranschlags zu den Losen I bis V verschlossen und postfrei einzusenden sind. Die Eröffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Zu- Prima naturreinen Apfelwein Peckllgilllg mit khWssiekVBlll'beittü, MiitttilillieserNgeg VS Fnhrleiftngeil. Für die Feldbereinigung Utphe sollen Montag den 17. dS. Mts. nachstehende Arbeiten, und Lieferungen in einzelnen Losen vergeben werden: 1. Auf dem Wege schriftlichen Angebotes vorm. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Wasserleitungsarbeiben wird die Ortsdurchfahrt Dausen im Zuge der Kreisstraße Gießen—Garbenteich vom 14. d. Mts. bis auf weiteres für Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gietzen, 13. Mai 1909. Großherzogliches \ .risamt Gießen. _____________ I. B.: Welcker. Kclranntmachung. Wegen Vornahme von Umbauarbeiten an der Wieseck- brucke rn der Frankfurter Straße wird der östliche Bürger- sterg von heute an für jeglichen Verkehr gesperrt. Gießen, den 12. Mai 1909. Wegen Vornahme von Straßenarbeiten wird die Vwrtt- straße von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhr- und Aadfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 14. Mai 1909. Die unterm 21. April 1909 angeordnete Sperre des 'Schiffenberger Weges zwischen Sicher- und Bergstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 12. Mai 1909. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. —- ___ Reinhart. .Habe pro Woche noch einige Zentner Käsemattk obzugeben. (2659 Damvnuolkcrei Wolzbauseu (Str. Biedenkopf). Bekanntmachung. In das Handelsregister Abi. A. wurde eingetragen: a) neu: 1. Die Firma Jean Weisel zu Gießen. Inhaber ist dec Minecalwasierhändler Jean Weisel. Der Ehefrau Elisabeth geb. Dörr ist Prokura erteilt. 2. Die Firma Fritz Rumps zu Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Fritz Rumpf zu Gießen. Der Ehefrau Margarete geb. Scheuer ist Prokura erteilt, b) bezüglich der Firmen: 1. Gebr. Kaufmann zu Gießen: Die Prokura der Ludwig Hanau Ehefvau Rosa geb. Stork ist durch deren Tod erloschen. 2. Jakob Grünewald in Gießen: Die Prokura der Jakob Grünewald Ehefrau Helene geb. Bamberger ist durch deren Tod erloschen. 3. Die Firma M. Löwenstein zu Wieseck ist erloschen. 4. Die Firma Gebr. Zutt zu Gießen ist erloschen. Fleischverdingung. Ain 2. Juni 1909, vormittags 10 Uhr, wird im Geschäfts-" zimmer bei Verwaltung — Kaserne I — der Bedarf an Fleischund Wurstwaren für die hiesigen Truppen vom 1. Juli bis Ende Dezember 1909 verdungen. Die Lieferungsbedingungen liegen im genannten Geschäftszimmer auf und können auch gegen Bezahlung der Selbstkosten bezogen werden. Die nach Ziffer 17 der Bedingungen aufzustellenden Angebote find spätestens zu dem obengenannten Zeitpunkte mit der Aufschrift .'Angebote aus Lieferung von Fleisch - und Wurst waren" versehen im Geschäftszimmer veriiegelt abzugeben. D15/s) Garnison-Verwaltung Gießen. Bekanntmachung. Betr.: Die Unfall und Krankenversicherung der in land-und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen. Nach den Bestimmungen des obigen Gesetzes sind die Beiträge zur land' und soistivirtschastlichen Berusögenossenschast von öeu- jenigen zu erheben, welchen die filterten Reinerträge bei der Veranlagung zu den Gemeindeumlagen in Ansatz zu bringen sind. Nach § 8 der Verordnung vom 31. Mai 1902 (Reg.-Bl. Nr. 32) ist ein Beitrag nicht zu erheben von: a. Grund',flicken, welche zu einem land- und forstwirtschaftlichen Betriebe überhaupt nicht gehören, b. allen Gebäuden nebst zugehörigen Hofreiten, c. Grundstücken von Betrieben, deren Sitz außerhalb des Landes gelegen ist, d. steuerpflichtigen Grundstücken, deren land- und forstivrrtschast- liche Benutzung dauernd eingestellt ist, sei es, daß jede Nutzung ausgehört hat, sei es, daß an Stelle der land- und sorstwirt- schastlichen eine gewerbliche Benutzung getreten ist (z. B. Verwandlung eines Ackers in einen Steinoruch, Bebarmng eines Grundstücks), e. den mit einem gewerblichen Betrieb verbundenen Grundstücken, wenn die Versicherung gemäß § 28 des Gewerbeunsallver iicherungsgesetzes zufolge Statuts bei einer gewerblichen Be- rufsgenossenschaft zu erfolgen hat. Sotveit sich das die Befreiung rechtfertigende Verhältnis der amtlichen Slcnntitiö entzieht, bleibt es den Beitragspflichtigen überlassen, die Befreiung bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemarkung, in welcher das Grundstück gelegen ist, längstens bis 1. Juli d. Js. bei Meldung der Nichtberüdsichtigunq zu beantragen. Gießen, den 3. Mai 1909. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Weicker. Bekanntmachung betreffend: Die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und writwirttchattlichen Betrieben beschäftigten Personen. nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 10. Mai 1909. Bekanntmachung. . Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntms, daß die ♦vriebböfe vom 16. Mai 1909 bis 1». August 1909 von morgens 6 bis abends 9 Ubr geöffnet find. Die Schließung des Friedhofes wird durch Läuten der Fried- hofsgloäe angezeigt. Bei Beginn des Läutens muß der Friedhof wiort verlassen lucrben. Eine Vtertelsfunde nach dem Läuten weihen die Friedhofstore geschlossen. Gießen, den 15. Mai 1909. (B15/s Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Str aszeubanar beiten. Die zur Korrektur der Kreisstraße Lollar-D^ntbriitgcu erforderlichen 9lrbeiten nnb Lieferungen, alS: Erd- u. Chaussierungsarbeiten, veranschlagt zu 370.— Mk. Steinlieferungen, veranschlagt zu 460.50 Mk. Kiesliescrungen, veranschlagt zu 40.— Alk. sollen am 25. Mai l. Js., vormittags 10 Uhr, in dem Amtszimmer des Unterzeichneten, Landgraf-Philippsplatz 9k. 3, vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen daselbst Zimmer Rr. 22 offen und sind Angebote verschlossen bis zu genanntem Termin einzureichen. Gießen, den 14. Mai 1909. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreise-S Gießen. v"/z I. V.: Kalbfleisch. in Möbelhändlers Hermann Behandlung [2855 Gießen, den 15. Mai 1909. Lentzfelder, KrciSstraßenmeisier. FranMer Mmp- und Holzwaren - Industrie Merkle & Neflin, Frankfurt a./Main 57 Dlä.', Gemarkung Gießen: [B8/s Donnerstag den 27. Mai 1909, uachnuttags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericku die vor dem Namen des Will).Wagner III. in Gießen stehende Parzelle der Robert Hasse Inh.; Otto Täubert Schanzenstrasse 6 Telephon 326 [«e liefert zu Engrospreisen bis zu 'I» billiger als die üblichen Ladenpreise erstklassige Spezialitäten frachtfrei, direkt nur an Private. Es lohnt sich, Sie sparen t^eld, wenn Sie heute noch unfern neuesten Prachtkatalog verlangen, enthaltend die modernsten Erzeugnisse der Branche. — Begeisterte Weiterempfehlung. Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Bruteier Roter — Rhode — Island [vorziigl. Winterleger) u. rehfarb. ind. Lanfentcu gibt ab 12152 Frau C. 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Mai 1909, mittags 12 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Rechtsanwalt Dr. Spohr zu Gießen wird ztim Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 5. Juni 1909 bei dem Gerichte anzunielden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltting des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubiger- ausschtisses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkürsordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Montag den 14. Juni 1909, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte — Zimmer Nr. 18 — Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 5. Ium 1909 Anzeige zu machen, b16/. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Kartoffeln Speise- u.Salatkartoffcln, sowie Snatkartoffeln frühe und späte [2407 großer Auswahl empfiehlt I. Hankel Neuen Bäue 7. Telephon 012. ;N Basihen u. kluuzbiWlll wird angenommen Herren- und Damen-Wäfchc. SdwnendfteBehandlung. Solide Preise. Nasen- bleidie wird garantiert. Alle Wäsche wird auf Wunsch ausgebessert. 03271 Wäscherei Iran Woldt Ebelstraße 9. Coegn^c deutsch und französisch -— ärztlich empfohlen - zu haben bei [490 I? Anlinf* Bahnhofstrasse L . OLUULl Ecke Wolkengasse Veröffentlichung. Wir bringen hiermit gut allgemeinen Kenntnis, daß Herr Wilhelm Lein, Gießen, Walltorstraße Rr. 19 sich nicht mehr in unseren Diensten befindet. 03647 Mohr & Äugelnrann, General-Agentur. Gras-Versteigerung. Die Versteigerung der Grasernte an den Zubehörungen der Kreisstraßen im VI. Baubezirk findet an folgenden Tagen statt: Mittwoch den 26. Mai l. I. Straffe Gießen—Lollar, Anfang bei Kllotneterstein Nr. 2 vormittags 8 Uhr. Lollar—Kirchberg—Sichertshausen, Anfang bei Lollar vormittags 10 Uhr. Lollar—Fciedelhausen, Anfang an der Hauptstraße vormittags 11 Ubr. Odenhausen—Staufenberg, Anfang bei der Lahnbrücke mittags 12 Uhr. Mainzlar—Staufenberg—Lollar, Anfang bei Mainzlar nachmittags 2 Uhr. Kirchberg—Ruttershausen—Odenhausen, Anfang bei Kirchberg nachurittags 3 Uhr. Donucrstag den 27. Mai l. I. Lollar—Daubringen, Anfang bei Lollar vorm. 9 Uhr. Daubcingen—Mainzlar—TreiS a. Lda., Anfang bei Daubringen vormittags 91/, Uhr. Daubringen—Gießen, Anfang bei Daubringen nachmittags 1 Uhr. Wißmar—Gießen, Anfang an der Landesgrenze nachmittags 3 Uhr. Freitag den 28. Mai l. I. Gießen—Rödgen, Anfang am Exerzierplatz vorm. 8 Uhr. Rödgen—Trohe—Wieseck bis zur Gemarkungsgrenze, Anfang bei Rödgen vormittags 9 Uhr. Rödgen—Großen - Buseck, Anfang bei Rödgen vormittags 10 Uhr. Großen-Buseck—Beuern, Anfang bei Großen-Buseck vormittags 11 Uhr. Großen-Buseck—Reiskirchen, Anfang bei Großen-Buseck nachmittags 2 Uhr. Samstag den 29. Mai l. I. Wieseck—Trohe, bis zur Gemarkungsgrenze Trohe, Anfang bei Wieseck vormittags 9 Uhr. Wieseck—Altcn-Buseck, Anfang am Heegwald, vormittags 10 Uhr. Alten-Buseck—Großen-Buseck, Anfang bei Alten-Buseck vormittags 11 Uhr. Alten-Buseck—Daubringen, Anfang bei Alten-Buseck nachmittags 2 Uhr. WeMe Wäsche. Spezialität: fadmslall Sebra Licbigstr. 63 garantiert bei dauernder Die Mannschaften der Pfiichtfeuerwehr des Jahres 1908 haben Montag den 17. Mai ds. Js., abends 8 Uhr pünktlich, am Turmhaus am Brand anzutreten. b”/s Siegen, den 12. Mai 1909. Kommando. 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Dazu find verfügbar, nachdem die bevorrechtiglen Vläu. diger bereits Befriediaung ge. funben haben, 57 00 Mk., zu be» rücksichligen sind 37 997,66 Mk. nicht bevorrechtigte Forderungen. En DerzeichniS der zu beulcfhd)!iflcnben Forderungen kann auf der Verichrsschreiber.! Vrohb. Amtsgerichts Wiegen emqefehen werden. Wie Öen. den 15. Mai 1909. Der Konkurs Verwalter Frau Emil Beil Witwe, Gießen, Hammftrasre Nr. 8. p. p. Ich bringe hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß ich die unter der Firma «eines verstorbenen Watten Emil Beil bestehende Bau- und WlöWreinerei, Glaserei mit «nasch.Betrieb itlbiliidt« mit VilStt-HMbmumWil uni) LmlM mtDeränbevt unter meinem Hamen weiter führe und bitte, das der alten Firma bewiesene Wohlwollen auf mich zu übertragen. Die Leitung bleibt wie seither in den Händen meiner Söhne Albert und Einst. Hochachtungsvoll oe Ma»oeeeo®aa«oeaeeocaeeeeaeaeeeee E? Total-Ausverkauf V wegen vollständiger Geschäftsaufgabe Miete tai werta zu jedem amWmn freise irML Aeusserst günstige G-elegenheit für Brautleute. ^L. iOcctez*, Seltersweg. - , 7 <'■ - i V e m b f r a e r, NcktSanwakt. Nindsmiihle • Leihgestern Für Wirte! Donnerstag de» 20. Mai (tlimmeltuhrttag) i« Saal und im freien. — Tanzen frei WP Ki Seipp. NroHed Crdieittiön eltfini* und C'nnbbtmeb Ein iyuiiiit(6ier Atstael 2V7> kiin ZioUwcrcttchcr schokolnd. Aun'inai sind »tcu*;yer: |u verfaulen ori« Nruacr. «km Vinbvu. »tatrhaus un Douiichen eubr Liehigshöhe Monntai den 16. Mai zur Eröffnung der 5ommer-5aison Grosses Konzert (Militär-Musik) 3 L-k^führt von der ganzen Kap.-Ile dra Inr.-R<-o. VoÜMedu 4- Unffartsche Rhapsodie. Re IndH 5. OuvertUTR z-Op. Tannblu.Msr, Warner. 8 Kuiu-rtf Potauna, > rh-<- 7. Espar.a-Walxer. W-Aldttufel. 8. Grofle Fantasie a. L rdamm* rtnff. Warner, ü Czardaa a- d. Op Der OeUt de« Woj« .»xion. Großmann. 10. SchataenUeaeJ. Walzer. Großmann. 11. Maiblumcben - GavoUe. KranAc. 12. Tötf! Töff! Potpourri. Moren x. Der Spielplan besteht aus AtuzOxvn der Frankfurter und W iwbaden er Fe>« • Konzerte, wozu un^re Kapelle am SO und 21. Mai in Frankfurt. 22. und 23. Mal tu Wiesbaden ehffaffiert Ut NB. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert tu den geöffneten beiden SAlen statt. 'ZM8 Hotel Schütz. Harfen Nonataf. ebenda 8 Uhr Grosses Familien-Xonzcrt von Hiiffllcdern der hieei!• =s S?traratuvee ts meiner ^.-rritätte prompt und billigst.