Nr. 193 Zweites Blatt Mittwoch 18. August 1909 erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. lle für foi.ni •ansaise Kandel des 3% 62.00 ni 119.50 slag 239.30 ÄS'!? Berliner Börse, 18. August. Anfangskurse. Canada E. B. 159. Jahrgang 196.30 183.20 21.69 94.09 144.60 Harpener Bergwerk Laurahütte . . . Lombarden E. B. , Nordd. Lloyd , , Türkenlose . . • ihre Giftstoffe nicht Mißtrauen säen und die Freude am Weintrinken überhaupt verekeln. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . • Tendenz: fest. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Esehweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paket! Harpener Bergwerk. . . Laurahütte ...... Nordd. Lloyd..... Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank • • • Deutsche Bank . . . , Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit . • Dresdner Bank . , , . Kreditaktien . . , , Baltimore- und Ohle- Eisenbahn . . . • . Gotthardbahn ■ . • • • Lombard. Eisenbahn. . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince • Henri- Eisenbahn . Ansprüchen m L 184.00 134.70 246.75 74.00 157.70 21.60 158.75 128.50 Tiirkenlose..... 4°/0 Griech.Monopol-.4nl. 4°/0 äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner . . . 4*/,% Chinesen . . • Aktien! Bochum Guss . . . • Buderus E. W. . • • Tendenz: fest 116.75 128.10 200.00 187.80 124.10 196.20 183.00 93.80 101.25 175.20 135.00 246.70 149.00 189.20 158.10 204.70 en Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. do. Konsola . do. • Hessen . . Oberhessen Die „Lietzener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Lietzen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Ausland. Ter Pap st hat eine Anzahl deutscher Katholiken, die ver- iebenen Tiözösen angeboren, empfangen. Ter König von Portugal wird in der zweiten Hälfte s November Landon besuchen. Er wird vier Tage in Paris bleiben. In Barcelona ist der Belagerungszustand gestern auf- hoben worden. ' Tie Pforte gestattete den russischen Kaiserjachten „Standard" ld „Polarstern" die Durchfahrt durch die Dardanellen. Heber den deutschen Einfluß in Persien hatte von dort in seine Heimat zurückgekehrtc russische Cber|t Liakow rige Bemerkungen gemacht, die den Anschein erwecket!, als ob ttckschland in Persien neuerdings besondere Pläne verfolge. Ties ^spricht nicht den Tatsachen. Weder in der Banksrage noch -gen des vielleicht in Teheran bestehenden Wunsches nach Ent- irdung deutscher Instrukteure ist von der deutschen Regierung gendwelche Initiative ergriffen worden. ___________________ Verantwortlich für Feuilleton und Vermischtes: I. V.: Ernst Anderson. Redaktion, Expedition und Truckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: egä) 51. Redaklion:S^A112. Tel.-Adr.:2lnzeigerGießen. Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank ihr and Industrie, Glessen. Frankfurter Morse, 18. August, 1.15 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. feig? SS ,ngen lägl'E .. 3% Portugiesen „ 4*/3°/o rass. Staatsanl. 1905 41/,°/0 Japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1908 Itttr totht nn möflL Dom & ye.n in der Gelti iei>en. ÄnzeiM | sä’* 8l/.°/o 372°/o 4°/0 Oesterr. Goldrente Zeiten" immer mehr überhand nehmenden Feste, geklagt. Auch wird beklagt, daß an Winterabenden nebst den Burschen auch junge Mädchen die Wirtshäuser besuchen, was auf die Pflichterfüllung der Eltern ein schlechtes Licht werfe. Für christliche Liebestätigkeit wurden aufgebracht 6642 Ml. 15 Prozent der Kinder aps Mischehen werden evangelisch erzogen, das kirchliche Bereinsleben ist im Wachsen begriffen; die Fürsorge für die Kranken wird immer mehr gefördert. Tie Fürsorge für die konfirmierte Jugend schlummert noch. Roch ist zu erwähnen, daß bezüglich des Kirchenbesuchs Heuchelheim i. d. Wetterau, bezüglich des Abendmahlsgenusses und der christlichen Liebestätigkeit Langd die erste Stelle einnehmen. Allerdings ist in Icpterer Beziehung nicht außer Acht zu lassen, daß an größeren Orten größere Anforderungen in anderer Beziehung an die Gemeinden herantreten, von freuen, kleinere Orte nichts merken. Nachdem die verschiedenen Vertrauensmänner über Erziehungswesen, äußere und innere Mission, Gustav Adolf-V. rein, Eoangel. Bund referiert hatten, trug Pfarrer Brill-Ober-Widdersheim ein längeres Referat über das Thema vor: Was kann geschehen und was geschieht von den kirchlichen Gemeindeorganen zur Darbietung guten Lesestoffs? Tie Schundliteratur und ihr schädlicher Einfluß wurden beleuchtet und als Mittel zur Besserung Gründung und Unterstützung von Volks- und Schülerbibliotheken empfohlen. Bei den Wahlen zur Landessynode wurden Pfarrer Brill und Oberamtsrichter Römheld als Abgeordnete, Pfarrer Werner-Nidda und Beigeordneter W. Braun II.-Nidda als Stellvertreter gewählt. Humen 5(?a?emein‘ i, "Aleilung, ' 3|qL NaA 1 %®UyilL ' Gerichtssaal. [] Marburg, 17. Aug. Ter sogen. „Arbeiter" Fuß ans Erdhaufen bei Gladenbach, ein Mann mit einem umfangreichen Sündenregister, war vom Schöffengericht wegen Bettelns und Arbeitsscheu zu einer Gefängnisstrafe unb zur Ucbcriveijung an die Landespolizei verurteilt worden. Gegen die letztere Verfügung legte Fuß Berufung ein und begründete diese in dec heutigen Sitzung der Ferienkammer damit, daß er im Jahre 1908 weder gebettelt, noch sich umhergetrieben halte. Tiese Schutzbehauplung ließ sich hören, deshalb luurbe der Angeklagte auch gefragt, wo er denn gewesen sei. „Im Zuchthause," war die Antwort, „wo tch wegen einer Kleinigkeit ein Jährchen zu verbüßen hatte." Selbstredend blieb es bei der erkannten Strafe. — Zwei Wirte ans der Gladenbacher Gegend wurden wegen unerlaubten Glücksspiels zu je 10 Alk. Geldstrafe verurteilt. Sie hatten sog. Schieß-Auto- in a t e n in ihren Lokalen ausgestellt. 3 */,% Eeichsanleiha 3°/. WA Vermischtes. ' Eine Ballonfahrt nach Rußland. Nach mehrtägiger Gefangenschaft in Rußland sind die Insassen des Ballons „Tschudi", Tr. Wilhelm Brinckmann und Oskar Aleßter über Ratto- witz und Breslau nach Berlin zurückgekehrt. Tie beiden Luftschtffer wurden, wie wir ausführlich berichteten, bei ihrer Landung an der russischen Grenze mit Geivehrfeuer begrüßt und baim drei Tage in Rußland festgehalten. Meßter berichtet folgendes über seine abenteuerliche Fahrt: Ter dem Berliner Verein für Luftschiffahrt ge- tjörenbe Ballon .Tschudi" stieg am vorigen Mittwoch nachmittag 2 Uhr aus. Führer war Tr. W. Brinckmann. Als Begleiter nahm Fabrikbesitzer Oskar Meßter an der Luftreise teil. Tie Fahrt ging glatt in südsüdöstlicher Richtung vor sich. Es bestand die Absicht, in südöstlicher Richtung die ruisische Grenze entlang zu fahren, ohne sie zu überstiegen. Lius diese Weise hoffte mau Galizien zu erreichen. Als die Lustschiffer Beuchen hinter sich hatten und nur noch 6 bis 8 Kilometer von der rtissischen Grenze entfernt waren, sprang der Wind um und trieb den Ballon in östlicher Richtung direkt nach der russischen Grenze. ÜDIit Rücksicht aus die mitgeführten photographischen Apparate sollte aber ein Berühren der riissischen Grenze unter allen Umständen vermieden werden; es wurden daher Vorbereitungen zum Landen getroffen. Tas ließ sich aber nicht sofort ermöglichen, da soeben ein Fabrikort überflogen wurde, dessen Hütten und Schornsteine dem Ballon gefährlich werden konnten. Kaum aber war der letzte Schornstein überflogen, als Tr. Brinckmann in einer Höhe von 350 Bieter das Ventil zog, etwa noch 200 Meter von der russischen Grenze entfernt. Obgleich sich also die Insassen noch auf deutschem Boden befanden, erhielten sie doch unvermutet von rechts und links Gewehrieuer. Unglücklicherweise kam auch noch ein starker Windstoß, der den Ballon noch förmlich über die Grenze hinübertrieb. Jetzt kamen von allen Seiten Grenzsoldaten angestürmt und erklärten die Luftschiffer für verhaftet. Es war 4 Uhr früh am Donnerstag, und volle 5 Stunden, bis 9 Uhr, mußten die beiden Luftschiffer im Freien unter dec Bewachung der Soldaten verbringen, bis ein Rittmeister erschien, der sich ihrer in liebenswürdiger Weise annahm. Ec führte sie nach seiner Wohnung und sorgte für Frühstück und Mittagessen, nicht zu vergessen den „iffimtfi". Nachmittags 5 Uhr fuhr em Wagen vor, in dem der Rittmeister mit seinen beiden unfreiwilligen Gästen Platz nahm. Tie Fahrt ging nach Sosnowice. Ter Wagen wurde von bewaffneten Kosaken eskortiert. In Sosnowice hatten die Teutschen dann bei dem Polizeimeister ein langes Verhör zu bestehen. Am Tonners- tag abend 9 Uhr wurden sie dann nach einem Hotel entlassen mit der Weisung, nicht abzureisen. Im übrigen war ihnen jede Bewegung in der Stadt erlaubt worden. Ihr Gepäck, vor allem auch die photographischen Apparate und Aufnahmen, waren einstweilen von der Polizei zurückbehalten worden. Freitag und Samstag verlebten sie in Ungewißheit über die Tauer ihrer Gefangenschaft, und erst Samstag nacht kurz vor 12 Uhr erhielten sie ihre volle Freiheit wieder. Das deutsche Auswärtige Amt hatte, wie ihnen gesagt würde, m Petersburg ihre Freilassung erwirkt. Wohlbehalten sind sie nun gestern abend zurückgekehrt. Ob die angefertigten „Films" bei der Konfiszierung nicht unbrauchbar geworden sind, wird noch sestzustellen sein. Ter offizielle Fahrtbericht wird vom Führer des Ballons Tr. Brinckmann erstattet werden. * Wein anstelle des Bieres. Eine „Maffeninvasion in die Gefilde des Gambrinus" plant man m der Weinbrcmche gelegentlich der Bieroerteuerung. Im „Weinblatt" wird ausgesührt, wenn das Lagerbier am Ort bis zu 25 Psg. das halbe Liter koste, werde mancher für denselben Preis einen Viertelliter guten offenen Wein oorziehen, und damit rolle sich wieder eine der wichtigsten Fragen der Winzer auf, die „Temokratisierung des Weingenunes", die übrigens schon früher vernicht wurde, ohne daß ein Erfolg erzielt worden nm re. Es läßt sich nicht leugnen, daß momentan die Bedingungen dafür so günstig wie möglich liegen, denn es scheint, angesichts der Extrapreiserhöhungen, die an vielen Orten von den Brauereien iveitTiber den Steuerzuschlag hinaus beschlossen werden, wolle man sich in den Bierlrinkerkreisen nicht mit dem üblichen Räsonieren mit folgendem Weitertrinken zufrieden geben. Nach dem genannten Vorschläge sollen in den Großstädten an den Straßenecken Weinstuben errichtet werden, nicht zu elegant, und zu 25, höchstens 30 Pfg. soll ein guter offener Wem ausgeschänkt werden, Den die Winzer nut geringeren Gingen oder die Wmzergenoffen- schaften zu liefern hätten. Unseres Erachtens ist es nicht unwahrscheinlich, daß dieses Vorhaben gelingt. Eine Hauptvorbedingung ist nur, daß die wett verbreitete Zunft der Weinpantscher durch 99.45 95.85 93.80 145.00 47.80 88.50 65.90 99.40 politifetye Tagesschau. Coburg. Im Reichstagswahlkreise Coburg ist es bekanntlich zu keiner Zeitlichen Aktion der Liberalen gekommen. Das ist bedauer- I — so schreibt die „Ratl. Storr." —, aber die Nationollibc tn vermögen es leider nicht zu ändern. Die haben -— cs wird yief) sein, die einzelnen Vorgänge iwchmalS ins Gedächtnis rufen — die anfängliche Kandidatur Quarck allein und von ul aus aufgestellt und ohne irgend welchen Zusammenhang mit htzm Bund der Landwirte. Ter Versuch, sich dann mit dem T teifinn in Verbindung zu setzen, scheiterte daran, daß von der anderen Seite Etikettcsragen vorgeschoben würden. Die National i terälen ließen sich dadurch noch nicht entmutigen; sie r hten sch um weitere Verhandlungen; Herr Tr. Quarck erklä sich i t loyaler Weise sogar bereit für den Fall, daß seine Person ein IS; indernis der Einigkeit wäre, zurückzutreten und auch von der fltvliner Zentrale wurde, wie wir zu wissen glauben, im Sinne Dir Einmütigkeit gewirkt. Die Antwort auf alle diese Bemühungen war in Coburg die Aufstellung einer einseitigen frei» •innigen Kandidatur. Daß die Nationalliberalen nunmehr keinen sisrund hatten, den Verzicht des Herrn Negierungsrats Quarck ; t’)iine6mcn, versteht sich am Rande. Es wird so aber auch wohl ■Har, daß es nicht an den Nationalliberalen gelegen hat, wenn irr Reichstagswahlkreise Coburg ein gemeinsames Vorgehen der Parteien der Linken nicht möglich geworden ist. Zur Verhütung der Brechdurchfälle und Sornnrerdiarrhöcn eignet sich am besten die Ernährung der Säuglinge mit „Sl u f c f e". Tte darin enthaltenen Eiweihstoffe bilden für die MranHjeitserreßcr einen sehr ungünstigen Nährboden, wodurch das Auftreten von Brech- durchtällen hinlangehalten wird. Ter Milch zugefetzt, macht es dieselbe leichter verdanttch u. steigert derenRahrgehatt in hohem Masse. MW ' Ausstattung Gießener General-Anzeiger für Oberhessen Die Steuerabwälzung. Ein Teil der neuen Steuern ist nunmehr in Kraft getreten ib es läßt sich nicht leugnen, daß der Unmut in der Bevöl- ictung wegen dieser neuen Lasten im Wachsen begriffen ist. Wird sie Bevölkerung auch nicht unerwartet getroffen, so ist es doch ine bekannte Erscheinung, daß geraume Zeit vergeht, ehe man ich mit den neuen Dingen abfindet. Als die Reichsfinanzreform ..die Wege geleitet wurde, war man allgemein von der lleber- eugung durchdrungen, daß zwecks Zustopfung des riesigen Loches m Reichssäckel neue Lasten übernommen werden müßten und llbst bei der Linken war man im Gegensatz zur früheren Heilung auch bereit, indirekte Steuern zu bewilligen: nun diese er da sind, schimpft alle Welt. Leugnen läßt sich allerdings idbt, daß der Ausgang der Finanzreform vielfach Verstimmung u^uckgelassen hat, weil Objekte betroffen werden, die zum täg- icn Konsum gehören und deren Verteuerung, wenn sie an für sich auch im einzelnen gar nicht so sehr ins Gewicht ailen wögen, doch mit Unlust ausgenommen werdest. Was am meisten verbittert, ist der Umstand, daß die neuen eibrauchssteuern nicht von den Produzenten getragen werden, itDcrn daß diese alles und noch mehr auf die Konsumenten ab? Mälzen gedenken. Man hat auch mit diesem Umstand rechnen iünen, in den Reden der Regierungsvertreter war ausdrücklich uf diese Notwendigkeit hingewiesen worden. Auch die Abwälzung n sich selbst würde vielleicht nicht solchen Unwillen erregen, da iqfe nur eine natürliche Folge ist, wenn nicht verschiedentlich te Produzenten die Gelegenheit benutzen würden, das Publikum c.d) Kräften zu schröpfen, bei denen auch die Vermittlungsoer- iufer gleichfalls auf ihre Kosten zu kommen suchen. Bei den verschiedenen Steuern, die bereits in Kraft getreten iiifc, muß man die Wahrnehmung machen, daß die Preise der ;aren weit über das Maß erhöht worden sind, als durch die ieuern bedingt ist. Nun ist es ja billig, wenn ein gewisser herer Zuschlag vorgenommen wird, daß Produzenten und Ver- mfer einen Teil der neuen Steuerbeträge tragen müssen, aber einzelnen Erwerbsgruppen geht man eben bedauerlicherweise icl weiter, als notwendig ist. So ist nun ein ganz unverhältnis- äßig großer Zuschlag eingetretch, der in der Bevölkerung den bhaftesten Unwillen Hervorrufen muß. Verschiedentlich ist es on zu einem Bierkrieg gekommen, und es steht außer Frage, ß der Bierkonsum wesentlich Nachlassen wird. So sehr dies ch aus gesundheitlichen Gründen gut sein mag, so bleibt an- rerseits eine vollkommene wirtschaftliche Schädigung nicht aus, il hierdurch der Erwerb Tausender nicht unbeträchtlich be- nitten wird. Die Veranlasser eines derartigen Vorgehens sind el beraten, denn es wird sich an ihnen selbst sehr bald rächen. Auch ben sie den Parteien, welche diese Steuern bewilligten und gen die sie sich jetzt auf das schärfste wenden, eine bequeme lasse, die Vorwürfe wegen der Verteuerung zurückzuweisen, da lese in der Lage sind, nachzurechnen, daß sie an der enormen ceiserhöhung gar nicht schuld sind, sondern die Produzenten Verkaussvermittler. Tas Publikum tut recht daran, wenn sich gegen ein derartiges Verfahren energisch wendet unb eS 'die zu wünschen, daß dieser Widerstand von Erfolg wäre, was derdies im Interesse der Erzeuger und Vermittler selber liegen üide. ________________________________________________ 4‘/s% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . 4° 0 Italien. Rente . . 3°/0 Portugiesen Serie I 2Cird>c unö Schule. x Nidda, 17. Aug. Heute tagte hier die Synode Dekanats Nidda unter dem Vorsitz des Dekans kislyer zn Eichclsdors. Statt des in früheren Jahren sLtlfindcnden Gottesdienstes, der von dcr^ Gemeinde sehr .shrvach besucht wurde, eröffnete man die Synode im Rat- ^ussaale mit einer Andacht, gehalten vom Pfarrer. Term Fischer gedachte der seit der letzten Synode ver- I^rbenen Mitglieder. Aus dem Jahresbericht ist hervorzu- .hchen, daß verstorben sind Stadtrechncr Mantel-'Ridda, »irchenvorsteher Semn-Fauerbach, Heinrich Wolf I.-Ranstadt. .!ie 20 Pfarreien (mit 36 Gemeinden) zählten 18043 Evan- Nische. Ehen wurden geschlossen 150 evangelische und s Mischehen, alle wurden kirchlich eingesegnet. Geboren tirröen 436 Kinder, evangelisch getauft 431, darunter U uneheliche. Konfirmiert wurden 333 Kinder, tira)lich ti-rdigt 244 Personen. Von der Landeskirche getrennt leben Personen; ein Uebertritt zur evangelischen Kirche fand IE. Ter Kirchenbesuch ergibt bei Erwachsenen 29,32 Pro- But, bei Kindern 31,66 Prozent an je einem der drei Zähl- MZ«. Der Abendmahlsgenuß betragt 131,83 Prozent. Beglich der Sonnlagsheiligring wird wiederholt über die iefcce der Kirchen, veranlaßt durch die. trotz „schlechter Kuverts mit Firma l\U s Vi liiH fl ii druckerci,Gießen,Schulstr.Z 95.50 86.20 95.35 86.20 94.25 93.00 100.05 99.20 95.45 I« WÄ it Heinrich Si, Aliceslrchl ASklstz Stil Kreuzplal, 11 3jähr. Zchuljunzä eil gesucht } rogcric, 2du? chcn nitmowtnji MollkMff! iB.Sicnitmübdw -levbansirabe ll k MWM RodheiM Str. MKW ofott o. fvattUfi d, uffnädchen o.M: -11 Uhr v.LlLrk! wjSteD&anitra! av. Mädcheu griä ilkeitrahe 22 Pt. Gingescrn-t. «Für Form und Inhalt aller unter dieser Slubril stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum, gegenüber keinerlei Verantwortung.) TieWosrls chcn Reiseführer. Von Jakob Feick in Büttelborn. Ms ich vor anderthalb Wochen im Gießener Anzeiger Nr. 183 die Verkehrsdebatte der Stadtväter und den Besci-lutz derselben auf Subvention des Woerlscheu Verlages las, war ich nicht wenig erstaunt, daß die Gießener Verleger nicht auch bedacht wurden, da es borh mehrere Führer gibt, welche von diesen herausgegcben. worden sind. Meist Staunen ward aber noch gesteigert, als ich in dem Eingesandt Nr'. 183 las, daß der Rothsck)e Führer nur in einem einzigen Exemplar von dem Stadtrat ang-Lmft wurde. Wenn man ein Fremdling in Gießen ist, so ist unsereinchn ein Werk, wie das stkothsche, unentbehrlich. Wie man nun im Gießener Stadtrat den Woerlschen Führer empfehlen und sogar unterstützen kann, dies zu ergründen, ist einem Kenner unmöglich. Kennen die Herren die Woerlfchen Führer überhaupt? Oder haben sie vielleicht einmal einen Woerlschen Führer nachgeprüft ? Es scheint nicht der Fall zu sein. Welche Ungeheuerlichkeiten! sich z. B. in dem Woerlschen Lderrwald-Fübrer finden, welcher mir gerade zur dand ist, mögen folgende Einzelheiten bartun. Seite 18 lesen wir: „Tie Gründung der Stadt Darmstadt erfolgte im 5. Iahrhundcr t." Ties ist die reinste Aufschneiderei. Tatsächlich kommt es erst im 12. Jahrhundert zum erstenmal urkundlich vor, also 700 Jahre später. Weiter sagt Woerl, vom alten Katzenelnbogeuer schloß in Tarmftadt stünden nod) heute einige Baulichkeiten. Tas ist der reinste Ult. Wo stehen sie denn? — Darmstadt besäße auch eine „Burg- meifterei", sagt Woerl. Wie soll man das verstehen? Weiter gibt Woerl an, die Ludwigssäule sei 5 0 Meter hoch. Tatsächlich sind es nur 39 Meter. Tas Veteranendenkmal ist schon seit Jahren von seinem ursprünglichen Standott entfernt und in den löerrngarten versetzt. Trotzdem behauptet Woerl kühn und keck, es staitde auf dem Marienplatz. Seite 37 lesen wir, das goldene Kreuz auf .Heiligenoerg sei 5 Zentimeter hoch. Wie nett! Seite 39 ist zu lesen: „c i n e Za hnraddahn auf den Melibokus fei im Bau begriffen". Ter reinste Schwindel. Tavei behauptet Woerl, vom Melibokuslurm könne man bis Straßburg sehen. Von uns Einheimischen hat das noch keiner fertiggebracht. Toch genug! Woerls Führer sind voller Fehler, so daß man sie niemandem empfehlen kann. Wenn man über die Unbefangenheit eines Verlags schon staunen muß, der solche Führer in die Welt schickt, so muß man nod) mehr staunen über die Sorglosigkeit einer Stadtverwaltung, welche solche Mack^werke mich noch mit Geld unterstützen kann. FasniLien-Nachviehten. Verlobte: Fräulein Else Küchel mit Herrn Arnold Lappe, beide in Butzbach. G e st o r b e n e: Frau Marie Schwalm, geb. Weder, in Friedberg. — Herr Heinrich Ludwig Schüler II. in Nidda. — Herr Adolf Freundlieb in Alsfeld. — Frau Elisabetha Frank, geb. Lein, in Ehringshausen. — Frau Lina 'Merck, geb. Moller, in Darmstadl. — Fräulein Ottilie Vorwerg in Wetzlar. — Herr Karl Ferber in Blatzbach. — Herr Heinrich Feller in Ehringshausen. — Frau Katharina Heil Witwe, geb. Brüfsing, in Marburg. 11 j. OUC‘ - tf. Set zu oerg AuEL luf.n-lb rt ober viM August 1909 . ).iai?nga.r o0‘ i'w _A9jaiuawps_ der Lust Slbfolute Feuchtigleit 9ieloüve Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 17. 2*6 743,1 23,6 14,2 66 W 4 Sonnenschein 17. 9" 743,8 19,0 14,4 88 SE 2 KlarerHimmel 18. 7» 742,5 18,2 14,0 90 still still Bcw. Himmel Höchste Niedri Temp äste natur am If „ 1( .-17. ,.-17. Augiff t = - - 24,1 °C. - 16,3 0 0. T otal Ausverkauf 9ie zahllosen Vergiftungen -xW* w G. Gompertz Seltersweg 35 Seltersweg 35 4373 brauch meines (*»D i* 7- brt MÖBEL jn. oa orci Telephon 246. Bleichutrnuue 7. 0 ■ Ucberall erhultltch tn rot-gdb-rotrn Paketen. XonserVcn-Gläser „Normal“ verlegt habe. 11534 asb ft Tflrbbon Wr. 36R. Neue Kartoffeln 16*i e 511: Dang; & WlederMehi, 41 tfrrieliltf zu verlangen .fti il-k Germania - Gasherde C*, Ludwig Kröll, Plockstr. L. Peters, Rechtsanwalt. Lr* bt; Einmachzucker ®*ter I dl es. bad Sie 10 Pfund Mk. 2.20 4129 •175 Jakob Maternus 7 ** Heinrich Hochstätter 4 T r Stadtbekannt! 1 bei 1 Orixi Le h Mutter Idi bitt', bring' Kailer-Otfo mit! ■ne H t ff btf Heinrich Kessler i. Ita. Kehler L Merkel. Bad Neuenahr ta Beluden, HUpt>tr.4<). I Range*. Elegant mobl. Zimmer von M. 1.00 nn, auch auf Tage. lb-’, W t» bf «erl i. flräiti|O|9=üi!its. (Manu gleicht Mk. 1.50 Halbe »laiche Mk. 1.50 Ter beste Beweis fmb die Anerkenunugen von leiten meiner Abnehmer. Bitte bei Pb. ISayfarth & Co., Frankfurt a. M. Nm« Fabrik Bit 43000 qm Arbertwras* ertaat H09 ? Ch tnjf einem To taLAua verkauf und bietet sich die günstigste Gelegenheit zum billigen Einkauf. 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