Donnerstag 17. Juni 19VS Erstes Blatt ISS. Jahrgang Nr. 13 Der Gietzener S erscheint täglich, Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerKamilienblälter; zweiinal wöchentl.Xreir- blait für den Kreis Siehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. d monatlich 75 Pi., viertel- IUrB' I v | V l vl V ▼ 2S“S V ga Verantwortlich m fr e o- . xf für den politischen Teil: Geimal-AiWger für Ooerheffen WW Rofßtionsbrud und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zlerndruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulftratze 7. tflenteTl6Ved. Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten. StimmungzdUö aus dem Reichstage. Berlin, 16. Fimi-i Ein dichtes Spalier von Neugierigen an der den Abgeordneten »orbehaltenen Zugangsmorte des Reichshauses und das Gedränge der im glücklichen Besitz von Einlaßkarten Beftndlichen an den mderen Eingängen kündeten schon draußen den großen Tag. Die Kontrolle ist heute ganz besonders scharf, aber als eine halbe Stunde vor Beginn der Sitzung die Tribünen und Logen geöffnet verden, sind sie auch im Nu überfüllt. Das Bild der Tribünen deutet nicht aus die große Entscheidungsschlacht, die unmittelbar 'devorsteht, die emftefte, vor die der Reichstag vielleicht jemals gestellt ist: hell, leuchten von allen Plätzen die weißen und farbenprächtigen Kostüme der Damenwelt in das iöeU des Riesenraumes, nie draußen die lebendige Frühlingspracht des Tiergartens, und nie vor einer großen Premiere geht surrend und summend das braune des Zuschauerkranzes. In der Diplomatenloge und aus der ^ournalistentribüne, von dec en Brüstung ein Photographcnapparat aiuf den noch leeren Platz des Kanzlers starrt, hat das Ausland «llc seine Vertreter mobil gemacht, begierig aus die Feststellung, eb ein gesunder, nationaler Sinn Opfer sul bringen bereit sei, oder tb starres Festhacken an eigensinnigen und eigensüchtigen Plänen LaS deutsche Volk auf die Dauer in feindliche Lager spalten soll. Langsam füllt sich der Saal mit den Reichsboten. Sie nehmen ihre Plätze ein wie die Truppen, die in die angewiesenen Stellungen i inrücken Eine dichte Schar von Baindßsratsvertretern besetzt die Estrade, und in geschlossener Reihe halten die Staatssekretäre lntt> Minister ihren Einzug: voran Herr von Rheinbaben in nmgem Gospräch mit dem Schatzsekretär, gefolgt von dem be- slheidenen Herrn Havenstein. Immer von neuem recken sich die 8>älse der Tribünenbesucher, denn Fürst Bülow läßt aus sich i oarten. Er erscheint mit dem Klange der Präsidentenglocke — strahlenden Antlitzes, rechts und links bis zu' seinem Platze Hände- tcücke tauschend, und besonders herzlich ist die Begrüßung des S)cmt Sydow, dem er mit liebenswürdigem Lächeln und abwehrender Geste Bedenken zu zerstreuen scheint. Und mit einem Schlage Lagert sich breite Stille über das Haus. Eine Minute lang, während der Erösfnungssormalien und Kursen geschäftlichen Mitteilungen — der Schriftsuhrer erzählt oiwos voit einem Privatbeleidigungsverfahren und eine sekundenlange Heiterkeit pflanzt sich durch die Bänke — mustert der Kanzler den gefüllten Saal, und mit einem immerklichen Nicken terloeilt sein Blick auf der Hofloge, wo Prinz August Wilhelm mit seiner jungen Gemahlin soeben Platz genommen hat. Und- harnt erhält er das Stichwort des Präsidenten: der Herr Reichs- Ikuizler hat das Wort. Leicht und plaudernd fast ist sein Vortrag. Sn seiner gewohnten Stellung, den Rock mit den glänzenden Am- j hlägen zurückgeschlagen und die D-aumen in den Armlöchern her Weste, beginnt er, sein Verhältnis zu den bürgerlichen Parteien su erörtern, von Zeit zu Zeit eine lässige Handbewegung itach her Stelle des Hauses machend, mit der er sich gerade beschäftigt, träum hat er einige Sätze gesprochen, so bricht das Zentrum tu Lachsalven aus und die Sozialdemokraten sekundieren. Der Retchs- Itnzler erklärt, es sei ihm nie eingefallen, die Zentrumspartet cruszuschalt n. unb auch mit der äußersten Linken würde er so gerne üit Frieden leben, wenn sie nur von ihrer Art lassen könnte. Immer non neuem erschallt ein höhnisches Gelächter von den Bänken ft?r Linken, deren Insassen ein ganz anderes Verhalten zeigen als Ü.mst bei den Auseinandersetzungen der beiden Blockjahre, -JÜ schon die Gewißheit des Sieges über Kanzler und Blockpolitik, erber nur die Teilnahme der grobschlächtigen Herren aus dem Süden, die in dichten Scharen herbeigeeilt sind und des weiteren Abwartens müde find'? Sic spielen im Chor heute ohne Gage mit und reagieren mit Kundgebungen prompt auch auf jebe Bemerkung, die direkt gar nicht ihnen, sondern ihren neuen Bundes- iK'nosseii auf der rechten Seite des Hauses gelten. Fürst Bülow Mßt sich durch ihr Gelächter nicht beirren. Mit verächtlicher Vebärde spricht er von den Verleumdungen, an' die er gewöhnt sei, und als er mit erhobener Stimme betont, daß man es gewagt »abe, feine Bündnistreue gegenüber Oesterreich-Ungarn, ja sogar Inne Treue zum Kaiser - und Königshause anzuzwetseln, da vermummte auch das meckernde Gelächter des Herrn Erzberger und Gras Oppersdorf, der noch soeben vergnügt zu der Rechten herüber» berufen hatte, sitzt schweigend da. Von der linken Seite ertönt Sie erste Zustimmung, als der Kanzler die Feststellung macht. Laß das Zentrum sogar den persönlichen Verkehr mit ihm ab- °«brochcm habe und den Herren unter Hinweis aus England eine fteine Vorlesung über gesellschaftlichen Takt halt: ob sich hieraus fite Worte bezogen, die in diesem Augenblick Dr Lpahn feinem neuen Fra kl io ns ko liegen dem Herzog von Arenberg zuraunte? Ihm und gut, erklärte Fürst Bülow, er denke nicht daran, bay Zentrum zu boykottieren. Und vom Aentnim wandte er lieb klann nach rechts und zugleich auch nach links, -—em Ton wurde . leFisch, als er den Block erwähnte. Der echte alte Bulow aber -iar es, der mm nach rechts und nach lrnls Lob und Tadel zugleich usteilte: aber nach rechts überwog weitaus der Tadel, wobei -tr mit einem kurzen Wort bei der Reichspartei eine Ausnahme - nachte Sehr von oben herab behandelte er die staatsmännischen Eigenschaften der Konservativen, die sich mit ihrer^Stellungnaljme regen die C'rbsckiaftssieuer festgelegt und ,ich nicht die Klugheit os Zentrums zum Muster genommen hätten Laut klang der Seifall auf der Linken, als der 'Kanzler mit Nachdruck erklärte, ne verbündeten Regierungen hielten einmütig :n der E r b s ch a ft s st eue r s e st. Immer pointierter wurden ne jMitbeuhmgen des Kanzlers, als er die Konservativen an einen agrariidjen Leichensteiu erinnerte und dann sprach er über •'ein Gehen ober Bleiben. Was er darüber sagte, hatte inan von hm schon früher gehört: Gr werde bleiben, so lange Seine Majestät )er Kaiser glaube, daß seine Mitwirkung ersprießlich und nötig ei und so lange er dieses selbst vor sich verantworten könne, über, fügte er hinzu, er werde gehen, wenn er ein Hindernis am : Zustandekommen der Finanzreform sein sollte, und — baö klang ehr elegisch — einen besseren Kanzler würbe die Rechte nicht Inhalten. , . _. t Es war nur zum Teil das, was man auf der Linken von •'ziefer Rede erwartet hatte: immerhin war der Be-saft stark ;mb m ihn mischte sich aitü) Znstimnuuig von einzelnen Bänken mf der Rechten, aus der Gegend der Reichbparlci und der wiit- Hafklichen Vereinigung. Der Schatzsekretär, der nunmehr in i,ie Steuervorlageii bineinftieg, hatte nicht mehr das Ohr des Hauses. Aber man horchte doch auf, als er im Zusammenhang •nit seiner Kritik der Erdrosselungssteuer gegen die Großmühlen :md des Kohtenausftiyrzol'lS die seste Absicht der Regierung aus sprach, eine Gesetzgebung auszuschließen, die zum schaden von ffxrndel und Gewerbe ausschlageii müßte und in runden netten 'Lorten siet, im Namen de- Regierung auf dck Seite des Hansa- Ilundes itellte. ... Noch zu Beginn der Siebe des Staat ^kretärs hatte man, Die Absicht gehabt, heute nicht mehr in ne Besprechung der Regierungsreden ein^utreten. Aber da Herr Svdow es mit her I Zeit des Hauses gnädig gemacht hatte, entschloß man sich doch, Herrn B a f f e r m a n n sofort zu Wort kommen zu lassen. Wohl noch in feiner politischen Situation feit der Spaltung der großen liberalen Partei sind die verschiedenen Gruppen des bürgerlicher. Liberalismus so einig tmb Hand in Hand gegangen wie jetzt seit den tUmyien um die Finanzreform. Und von der Genieinbürgschasr zwisüxn Siationaniberakn und ^reifinnigen zeugte jedes Won des natimiaHiberalen Parteiführers. Einundeinhalb Stunden lang sprach er, aber die Länge seiner Ausführungen tat, ihrer Wirk iamfeit keinen Abbruch. Mit kurzen prägnanten Sätzen gab ei dem einmütigen Entschluß seiner Fraktion Ausdruck, die Finanz reform zu erledigen, wenn eS in einer Art ermöglicht würd' die für liberale Anschauungen annehmbar fei. Dem Vorwurf des Doltriil'.irismus, den Fürst Bülow leise andeutend der Linken glaubte machen zu können, lehnte Herr Bassermann mit gutem Rechte ab, denn gerade seine Partei habe immer auf dem Stand punkt gestanden, daß man im politifd)en Leben nur durch Kompro misse weiter komme. Schars betonte er, daß 'der Exodus bv*. Linken die einmütige Billigung seiner Fraktion gefunden habe. Eingehender erörterte er dann die Frage der Erbanfallsteuer und der .\lvttCTung§fteuer, die erstere eine conditio sine qua non für die Zustimmung zur Finanzreform und desgleichen die Ablehnung der letzteren' und dann peitschte er im letzten und wirksamsten Te,i seiner Siede'das Zentrum und die Rechte zu wütendem Geheul auf untermischt mit verlegenem Gelächter, als er den Kanzler aufsorderte, die Konsequenzen aus der Lage zu ziehen und den Reichstag auszulösen, gestützt aus die breite und 'starke Gefolgschaft des liberalen Bürgertums, der in der neuen Hansa vor einigten Erwerbs- .ujib sozialen Schichten. Morgen wird der konservative Gras Westrap den Reigen der Redner eröffnen. Die zweite Lesung des Besoldungsgesetzes in der Vudgetkommisslon. Die Bubgetkommission trat am Mittwoch vormittag von neuem zusammen zur zweiten Lesung des Besoldungsqc-- setzeö. Es liegt in einer umfangreichen Drucksache ein Antrag des Referenten Dr. Troefcher (Kons.) vor, der eine Reihe von Abänderungen gegenüber den Beschlüssen erster Lesung enthält. Von wesentlicher Bedeutung ist die Bestimmung über die Anrechnung der Dienstzeit der Militäran- toärteT. Nach dem Beschlüsse erster Lesung sollte die Anrechnung erfolgen für die Militäranwärter, die acht I-ahre und baniber im Heere oder in der Marine gedient haben, bis zum vierten Jahre, soweit die Dienstzeft und die nack)-» folgende Zivildienstzeit zwölf Fahre übersteigt, mindestens jedoch mit einem Jahre. Nach dem nunmehrigen Anträge Droescher erfolgt die Anreckmung nicht schon nach dem achten, sondern erst nach dem neunten Milit-ärdienstjahre und demgemäß nur bis zu drei Jahren. Es entspricht dies der preußischen Regelung. Von konservativer Seite wird dieser Antrag empfohlen, mit bei Begründung, daß damit die gleichmäßige Regelung für das ganze Reich gesichert werde. Die Natioiialliberalen treten dagegen für die Aufrechterhaltung des Beschlusses erster Lesung ein. Vom Zentrum wird die Regierung nm eine Erklärung ersucht, ob eine gemeinsame Regelung in allen Bundesstaaten in Aussicht genommen sei. Tas sei die Hauptsache. Unterstaatsserretar Twele erklärt hierzu, das Reichsschatzamt sei mit den einzelnen Regierungen noch nicht in Verbindung getreten. Sobald der Reichstag einen Beschluß gefaßt habe, werde sofort diese Beratung erfolgen. Er hoffe, daß eine einheitliche Regelung erzielt werde. Mit Mcksicht auf diese Erklärung wird der Antrag Troefcher mit großer Mehrheit angenommen. Nach H 12 in der Fassung der Anträge Droescher Tann eine Dienstalterszulage versagt werden, wenn gegen das dienstliche ober außerdienstliche Verhalten des Beamten eine erhebliche Ausstellung vorliegt. Von sozialdemokratischer Seite werden Bedenken gegen diese F-assung erhoben und der Zusatz verlangt: Skeligiöses und politisches Verhalten gibt feinen Gen Abgeordnetenhause kritisierte Kramarz die Zusammensetzung des Kabinetts und griff insbesondere die Minister von Hohenburger und Schreiner an, die F-einde des Slawentums seien. Redner warf den Polen antislawische Politik vor und wies darauf hin, daß die Tscheck-en die Polen stets unterstützt hätten. Die Tschechen seien stark genug, sich selbst zu wehren, sie verlangen aber von den holen, daß sie keine antislawische Politik treiben. Redner sprach schließlich die Ueberzeugung aus, daß sich in Böhmi n keine Partei finden werde, die um eines Portefeuilles willen geneigt wäre, in eine Kombination einzutreten, welche zu Gunsten einer einzigen Nation regieren wollte. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wies Glombinski den Vorwurf, daß die Polen antislawische Politik trieben, zurück und forderte die Regierung und oie sämtliÄen Parteien auf, namentlich durch Herstellung einer Verständigung zwischen deutschen und Tsck)echcn, eine Grundlage für_bie Schaffung einer Arbeitsmajorität, im Interesse des Staates, sowie des Parlaments selbst, zu schassen. * Aus Bulgarien. Ter bulgarische Minister des Aeußeren erhielt vpn alten oiplomatischen Kanzleien eine Verständigung über die grundsätzliche Zustimmung zur Aufheb>'.ng der Kapitu.ackonerechte, ebenso die Zustimmung der Erhebung der bulgarischen dip'.r-- matischen Agenturen zu Gesandtschaften. --- Tie bulga^sche Regierung teilte der russischen mit, daß sie nach erzielter Verständigung zwischen der Pforte und der Orienibahn- qesellschast ihr früheres Veto gegen die Durchführung der Bulgarien betreffenden Bestimmungen des rnsfisch-türlischen Protokolls zurückziehe. Tie Durchführung des b:'.lgarhch- türkischen Protokolls und somit auch die Abführung der darin vorgesehenen Entschädigungssumme an die Türkei beginnt sofort noch Eingang der Entlastunb Bulgariens von den Ansprüchen der Örtentbahngesellschafi, was demiiächst erwartet wird. Deutsches Aeich. Tas Münzgesetz. Ter „Reichsanzeiger" veröfientlicht das Münzgesetz vom 1. Juni 1909, sowie eine Bekannomachung betr. die Äussührungsbestimmungen zu den bisherigen Münz- gesetzen Dom 9, Juni 1909. In der Hamburger Bürgerschaftssitzung wurde der Köhlbrandvertrag zwischen Hamburg und Preußen nach dem Vorschläge des Ausschusses einstimmig angenommen. Tie Kommission des Reichstages zur Vorbereitung des Gesetzentwurses betreffend die zollwidrigc Verwen- öuna derGerste nahm mit 9 gegen 3 Stimmen den Entwurf in erster Leinng, unter gleichzeitiger Annahme Derschiedencr Anträge des Abgeordneten Speck (Zentr.) an, die bezwecken, baß alle aus bem Auslanb eingehenbe Gerste, aus bie der Zollsatz von 1,30 Mark für ben Doppelzentner in Anwenbung kommt, durch Färben kenntlich zu machen ist, wenn nicht der Nachweis erbracht wird, daß sic zur Bereitung Don1 Malz ungeeignet i|t ober baß sie hierzu nicht verwenbet wirb. Ausland. Zur Lage in Ungarn. Nach einer Blättermelbung betraute ber Kö n i g ben ehemaligen Finauzminister L n k a c s bamii, mit ben Parteiführern Verhandlungen behufs Bildung eines Uebergangskabinetts cinzuleiten. Kreta. Das Reuteischc Bureau teilt mit, daß seine Meldung, es sollten gegenwärtig leine internationalen Truppen-Abteilungen von Kreta zurückgezogen werden, auf einem Mißverständnis beruhe. Es habe festgestellt werden sollen, daß alle internationalen Truppen zurückgezogen würden. Russische Dreadnoughts. Auf der Baltischen Werft und der neuen Admiralitätswerft in St. Petersburg fand gestern die Kiellegung von vier gepanzerten Linienschiffen des Dreadnought- typs statt, die ben 'Namen „Petropawlowsk", „Sewastopol", „Sangub" uni) „Poltawa" führen werben. Jebes der Schiffe wirb 23 000 Tons Gehalt haben, 180 Meter lang unb 27 Meter breit fein bei 8*/2 Meter Tiefgang. Der Kiellegung wohnte der Präsident der französischen Marrnel'.ga bei. Taft und bie T rust s. Um bie Gesetzgebung zu beschleunigen, beschloß Präsident Tast, sofort eine Sonderbotschast an ben Kongreß zu richten, roorin er seine Zustimmung erfiärt zur Besteuerung ber Nettoeinkünste ber Trusts unb zu einer Versa ssungsänderung, die eine Bundessteuer auf Privateinkomnien gestatten wird. Die Sonderbotfchast des Präsidenten Tast an Den Kongreß empfiehlt eine Steuer von zwei Prozent auf die Reineinnahmen der Kortwrarioiieu, sowie eine Versaffungsäude- nuig, durch welck>e der Stegievung der Vereinigten Staaten bas Recht gegeben wird, eine Einkommensteuer zu erheben, ohne dieselbe auf Grund ber ermittelten Bevölkerungsziffer auf bie einzelnen Staaten verteilen zu müssen. Die Botsckxfft schätzt ben Ertrag bei- Steuer auf bie Reineinnahmen ber Korporationen auf 25 Millionen Dollars und sie sieht in dieser Steuer einen großen Schritt vorwärts in der Kontrolle der Korporationen., wodurch in Zukunft ein Mißbrauch ihrer Macht verhindert werden könne. Ronftanimopel und über Rnnranien zurück. Die Lichtbilder '^ogelibtrgn. 8 Friedberg. 159 68 Rühe, 6 füllte 13 il 12 9 7 Körungen jur das t>erbbud) wurden: Sinimentaler. sieben. . Laulerdach Schotten__ Sunnna und von £>errn Profesior Sonuner selbst Qufgenommen. Ter Vortrag wird besonder» die interessanten Äoloniialiont» und Kulturarbeiten in Dalmatien. Bosnien und der Herztgowrna behandeln. — Evong. Arbeiterverein. Gelegentlich de» cm Sonntag in Butzbach stattnudenden 18 Verbandst,tte» bei Mittelrh. Verbands Evang. Arbeiterveremc. verbunden mit Fahnenweihe des Butzbacher Verein», wird d,e lyransi- abteilung deS hiesigen Vereins an dem geplanten Massen« chor: r6m feste Burg ist unser ®ott*. der von den Gemischten Chören dec einzelnen VerbandSoereine vorgetrogen >vird. teilnehmen. Weiter wird dort der von der vv7>a Geil'tl. Musikaufführung in guter Erinnerung :chende 8stimmige Chor auS „Jakob und ieine Söhne*. „Hör un»* von Mchul von dem Gemischten Chor deS hiesigen Verein» zum Dortrag gebracht iverden. Ter Frauenchor de» Verein» wird die Festteilnehmer mit der Aufführung eine» R. ien» erfreuen. Außer dem Vorstand sowie der GesangSabtrilung ivird der Verein dilrch erne größere Anzahl seiner Mitglieder vertreten sein. •• Ter Hilfsverein für die Geisteskranke» in Hessen hält am 19. Juli seine 9. Geueralversammlunq in der großen Aula ab Den Vorsitz ivird Medizinalrat Tr. Bieberbach führen. ♦* Zkolosse n m. Am Samdtag beginnt da ' schon er« gezeigte Gastspiel bet- Mannheimer Intimen Theams. ki* über einen sehr witzigen und abwechslung-vollen Sr'.> uian verfügt R ö i n n a e n. Bei den in diesem Fiiihjohre bunbqf'uhrtrn 121 236 Der Streit der Liberalen in der Zinanzfominijsion der Reichstages und das spekulative Gioßsiivikal, war das Thema eines Bortraqe», bei Hamburg Altonaer ihcschiN v,। im G ntralfcl tar Hen " t ngsi n an • Haii bürg, gestern abend tu immlung b c n t i d) sozialen Partei im ..Einhorn" hielt. Bemerkens- ui rt an dieser Versaminlunii war zunächst die geringe Beteiligung > Leutsch-sozialen 6» waren ihrer etwa 20 an wesend, während die übrigen Anwesenden, etwa 1*> Personen, sich bnmniüdilnb ans Anlmngern des Freisinns'zusammenseplen Ten ersten leil seines Vortrages behandelte Herr Henningsen nur kurz. Er io, darauf hin, dost dieselben Liberalen, die in : nzkommission wegen angeblirbci Verletzung dei Ä schäfts ordnung gestreikt haben, früher selbst ähnlich qehondelk hätten, wie letzt die Maioiit.it der Kommission. Sie hätten einige Mo^ nate iiinor selbst aus dem Standpunkte gestanden, daß die Sub- kommisiion das Recht habe, selbständig Gesetze auszuarbeckcu Tr. Breitsrheid habe ausdrnckltdi darauf btnqewiesen. bah die Lide ^inanzkommission auSgeschieden seien, als die Börse befahl kam ; 1 treik in der Z ommission sei aiio nicht au» dem iMctühle verlebten Rechtes heraus entstanden, sondern weil di' Börse und das Grostkapital geschützt werden sollten. Redner behandelte nun in ausführlicher Breite das Großkapital, das sich dagegen wehre, zu den Steuerlasten des Reiches herangezogen zu werden Die Teutfdi sozialen verlangten mit gutem Rechte, da st duienigen , die Hohe Dividenden beziehen, auch entsprechend zu den Lasten des Reiches hermigezogen würden oic verlanglen terner die Sthdiiiing von Ausfuhrzöllen, msbeionbere den Mehlen und Malizoll Heutzutage würden die deutschen Bodenschätze v.-ilchleudert In Frankreich verkaufe man deutsche Mohle für 6 Mk. ui Deutschland würben 12 Mk gefordert Mofv gelle für 8 Mk nach Österreich und werde in Deutschland lür Ui Mk verkauft Hierdurch würben bie bcutidien Mehlen konsnmenten erheblich belastet und die deutsche Eisenindustrie er leibe eine schwere Konkurrenz England habe ben Kohlenausfuhr zoll eingesuhrt. um seine Staatseinnahmen zu erhöhen, eben'o Chile den Salvclcrwll, e-hne nach der Meinung des Auslandes ui ,ragen Auch bei einem deutschen Kohlen und Maliausiudr zoll werde das Ausland nicht zu Repressalien greifen. Redner ging sodann mit die l^erHiimadH'iteuer ein. die von seiner Partei schon 190.» gefordert worden sei und rührte dann Beispiele an. wie hohe Gewinne bei ieriaiiiipefulatume» gemacht wurden. In "(imbiira seien 1000 Mk sür den Quadratmeter bezahlt worden, in Berlin sogar I0 00O Mk In der ,",nanzkonrmi'sion 'ci sodann bie Besteuerung der Wertpapiere beschlossen worden, die insofern segensreich wirken werde, als dann bie Wertpapiere nicht mein io mel hin und her gehandelt würben und die wüste Spekulation vermieden werbe Frankreich habe gute Ergebnisse hiermit eruclt 'Kadi weiteren Bemerkungen über das internationale Großkapital, das nie frage. w o verdiene uh mein Gelb, sondern wie oerbten.- ich es. ginn Redner auf die i bichanssteuer ein. seine Partei habe iic abgelehnt, weil diese Art der Besteuerung schon Neue,« technisch eine Unmöglichkeit sei. Wenn es aber nicht anders gehe, wolle man doch sür eine ErbanfaUsteuer emtreten, ioiern aud» nie entjDredienbe Belastung des mobilen Kapitals erfolge. Auch hir die Steuer auf Jeuerpvl,zen sei seine Hart« nur, wenn es nicht anders gehe Redner inradi sich bann gegen bie Tabak hanberole aus und forderte eine höhere Besteuerung bet teuren 3niporUtaarren und des französischen Cdinanzreform gelö t Fn bei D i - f u i f i o n mutte e» sich der Redner sagen lassen, bar er seine Ibenta einseitig und nicht eis I i" i ? l ndelt habe Prof ilrftabt. m ingelte es. dast der R.bnei - n .. . die Mobkraarouc acivrod u. uiv mit b nem Werte bn Land l.v.one ernxibTtt habe. Redner habe bannt gezeigt, daß das Ur- 2. 3. 4. 5. 6. geführte Tiere, bie ost nicht ent cuit den Ain 'eumneii eniipted*'*. zurückzniveifen, ein Beweis önlur, dost immer noch ich* viele i rechte Verständnis für die Znchibestrebimgen fehlt. Eine i*irie Tätigkeit in einzelnen -juchtveiemen Nt sehr vomivten, , "< * teilt- der llebeizeugnng Bahn zu brechen, hast nuindier fiteb i t'er iuoM em Viehhalter. aber noch kem Züchter ist. .ind.r :<:» 8*t Inne» Züchter auijuriinclii, damit sie sich niehr als seithei au de» Körungen betätigen. ■A Bcuirn, 16 Juni Ain vergangenen -curtc: beging der iGesangverein Po l n hymnia" sein l : : • Stiftungsfest. Cbivobl da» Weller b in ,"este mdit war, so ballen sich bnrti alle gclabcncii Vereine euiges«M» Um 2 Uhr nadimittags bciv-gte sich ein stattlicher iee«^ mit ungefähr 30 Vereinen durch bie geschmückten cWf1 Aach Ankunft auf dem Festplatz begruftte Burger»"«'- Walther bic tröste unb brm'.'tc ein .vod) nni ' i’’’r ’b <^oßber;og aus. Dann ergriff brr Vorsitzende des • Gnstan Walther, bas Vor' Er |orbrnc bie '•iiuibrtft auf, bas beulsche Lieb au pflegen Ec trugen nun d' einzelnen Vereine ihre Lieber vor Die Lcistnngen könnt- al» vorzüglich bezeichnet werben Ter Abend 6>at V-t b* Fugend Eine Rach feier am Montag gab bem JWi dn'rt rcoijlgclungcnen Abschluß Ernienrob, 16. Juni Eint recht geiahtItdx 5^-* stelle für Automobile unb Fohriäber wird letzt endlich aus- gemerzt. Dieser Wegpunkt befand sich an der ungetvöhniw» abschüssigen Straße von Ruppertenrob nach unteren* -«'■ an brr sogenannten ..Roten Webe" und mürbe gebildet burffl eine grabcnartigc Vertiefung aucr über bic v Mimet a» ihrer steilsten Stelle Oiar mandur Rabfahrcr ist h'a »“ Fall gefommen Die Automobile hupften stets tu h°hftR B'gen über bir zwecklose «traßenrinnc ? D r a t s - H o r l o f f, II. 3uni. Ter bicfiflf * ' fabrerverein begeht am nächsten Sonntag sein crvt- Stiftungsfest Als selb. 16 Juli Einer her a 11 c ft f n Gesang vereine ^verhesfens. brr Mannerchor „Lieber fravs. feiert vom 3 bis 3. Juli fein «Ojabrige ' Be »tedea lieber 60o Sänger aus allen Teilen Qberdesfens sind •*** mclbeL zeitig bie Kaiferlchleife erhält. . . .1 u s de m C h m t a 1, Iß. Fun, Zur rechten ‘ sind dir Rieder schlüge kneser Woche gelommen. um Setzen her Hackvflan^n zu cnnöglidieit. Wie troaf" Boden seilhcr mar. zeigte fick, bei dieser Arbeit: c*c ackerte sich noch mrir um. Dir Wi'iter- mir cemmt hat sich durch ben R^-gen trhr vorteilhaft cniwtckeU. für ben ^bfianstrtz kant bet Regen sehr gelegen. Vereinigung abgehalten Rächsten Sonntag Wingershausen das Fest des Bezirlslrirgervt bands Vogelsberg Damit tf: bas 2'jahnge läum des Vereins Wingershausen verbunden, der gu patlamc;»ia?ltd}cg cus Hcucn. der aus schütz f.-.r dis Revision der Verrvaltungsgei.-tze trat heule un:cr Vorsi) b 5 *2lü;i. Tr. Glafltng ;u einer Bc- ratunq Ajjainr’fii. iic allgemeine Anscha.:."ig bcr Mit glicLer ging dal-in, datz der Ausschuß so baio wie möglich tn bie Beratung bet bri.cn ersten großen Ennvurfe bet Zter waltungsgesrtze. der S ..^corbmntg unb bet Lanbqemcinbe- orbnmig, cintrctcn muffe, damit di'selben für bie Plenar- betanmg tm fommenben Vinter fertiagestellt werden können. Tas gejamte Beratungsmaterial bes früheren Lm'dtags über bie betben O-vietzeiitwürfe fo(( J>nbci mit herangezogen tun ben. Ta jeboch zunächst bet Finanzaus- schuu inw ocr ijtesetzgcbung Ausschuß, in benen ein groiterer Teil bcr Milglicoec beS Sonbetausfchusses ebenfalls beschäftigt ist, nod) bie Beratung ihrer Gesetzentwürfe weiter fortern woklen, so o.irfte ber Ausschutz ferne Sitzungen erst tm Frithherbst beginnen fönnen. In ber heutigen Sitzung hntrben bie Äbgg. Dr. Freust) imb Dt Glässing zu Benichterirattern für bie Stäbteorbming unb bic Äbgg Stöpler unb Uebel zu Berichterstattern für bic tianb- gemeinbeorbnung ernannt 36. veuifcher ©afhoirfstag. 8. a. 8- Kiel, den 16. Funi 1909. Unter überaus zahlreicher Beteiligung von Delegierten au- allen Teilen des Reiches trat heute im Festsaale dcv .Schloßhol" bet unter bem Ehrenvorsitz des Kieler Oberbürgermeisters und Herrenhai,SnntgliedeS Tr. stehende 86. Deulsche GastwirtSlaa zu seiner offenilid)cn Haliplvcrsamnilimg zusammen, nachdem am gestrigen Tage die Beoollmächtigtensiizung vorausgegangen war. — Hieraus erftoiietc der Generalsekretär deS Verbandes Brucknei (Berlin) das Referat über das Hauptthema der Verhandlungen : Die ReichSfinanAnot. Die Derfammlung nahm eine von ihm vorgeschlaqene R s o lution an, wonach der GastwirtSlag A»r Abwälzung de. -an- (teuer belchlietzt. daß ollen Kollegen aufgegeben wird, mu ben Brauereiei, chies Bezirks Verträge zu vereinbaren, nach welchen ein fester BierlieferiingSpreiS unb ein fester MinbestverkoiifSpreis feflnelcflt werden soll, wogegen sich die Brauereien verpslichtcu muffen, an Wirte, welche jene Beeise unterbieten, fein Bier zu liefern. Weiter empfiehlt die Rcsolutioii eine Vereinbarung, da» alle Vergünstigungen, Beihilfen, Rabatte und dergleichen ou Wirte, Händler, Kantinen ufro. unterbleiben. — Aus der Versammlung wird, nachdem diese schon ihre Zustimmung zu der Re solution Herzberg auSgesprockfen, auf daS Bedenkliche des LchliitzpoiiuS aulmeiksam gemacht. (*-S wird daher beschlossen, beide Resolutionen nochmals dem Ausschnste zu überweisen, der sie au einer Rew- lution ummbeiten soll. Tic Abstimmung darüber soll morgen ftattfiubcn. — Ter irerbandstag beschäftigte sich darauf mit dem EichgeIetz, dessen Abäudermig unter dein Gesichtspunkte der Brausteueroorlage geboten erscheint. — Ein Antrag der Zone Oft- picusten, der angenommen wurde, verlangt, dast die titcicraiiten imb »zabrikeu für die richtige Eichung der Schankgeiästc, sowie die Brauereien für die Bersandgefätze hnften sollen, ferner sprach sich der Verbandstag gegen eine Erhöhung der S t e m p e l st e u e r für L u st b a r k e, i e n aus. Ter Vorstand wurde hierbei beauftragt, nach Mitteln und Wegen zu hüben, um eine Muiisterial- vecmgung zu erlangen, die eine einheitliche Derordinmg hmsichllich ber Lustbarkeiten nm Balmsonntaq und den drei ersten Hellingen herbe-fiihrt. — Die weiteren Beratungen betrnien interne Ange- legenheiien. — An ben Kaiser winde ein Huldigirngstelegramni geschickt. — Ten Verhandlungen wohnte auch em Vertreter des sozialdemokratischen Verbandes der freien Gast- und Schankwirte bei. Ml fct StTcYöTfi ub* bie D>ük'ch.»'ozias<« richtig tei: XteTnifffl- i'ciialm seien durchaus reaktionär lebhafte# Bravo). Da»; die Deulsch-sozlaken reaktionär lind, habe auch da- Äusicheiden Köhlers bewiesen, bet ein wirklicher Bolksmann in unb rur den fit nen Mann rörge. Der Bund der Landwirte würde -''-ökr wchl auch schon weisen: während z. B. bas normale Tagesmittel des 3. Juni 18,2, deS 6. Juni 18,6 Grab Celsius betrügt, beläuft sich baß befl 11. bis 15. Juni nur auf 16,9, 17,2, 17,1, 17,0 unb 17,1 Grab, um dann erst am 28. Ium wieder den Stand beß 6. Juni zu erreichen. Glicht mit Unrecht gilt ber Juni alß der in bezug auf seine Witterling mizuveilässigsic Rlonat der warmen Jahreszeit: die Sleigung zu lang an- haltenden regnerischen Perioden trägt daran die Hauptschuld Tie Wetterlage zur Zeit der Junikälte ist, ivie die Weiterkarten der letzten Tage sehr beut(id) erkennen ließen, charakterisiert burch cm Maximum auf bem Atlantischen Ozean unb ein fast ganz Ost- und Mitteleuropa umfasiendeß DepressionS- gebiet. Durch diese Luftdruckverteilnng erhält man an bei Grenze beS barometrischen Tiefdrucks häufigen Regen und rauhe, norbweslliche biß nördliche Winde. Aus dem Militär-Wodicnblatk «Beamte ber Militär-Verwaltung.) Durch Verfügung bes ÄTicge- Ministeriums vom 8. Juni 1909: Dr M allstes (Worms', llnterapotheler bes Beurlaubtenstanbes. ;um Oberapoiheter bcförbcrl. •• Hochschul Nachrichten. Professor Dr. Chrt'lian Barth olomae in Straßburg hat einen Ruf auf den Lehr- stutz! für Sanßkrit unb indogermanische Sprachwisienschaft nach Heidelberg — an Stelle beß verstorbenen H. Oslhoff — erhalten. * Unkündbare Anstellung. 'Int 21. v Mts. wurde die unfünbbarr Änstcllung in der stessisch-preußischen ifenbahngenieinschaft verliehen: bem Labemcister Mart Steuernagel zu Gteßeu. ben Lokomotivführern Val Pflug zu Dillenburg. Konrad Walter zu Gießen, Hch L l n k m a n n zu Gießen. Lubw A f f zu Gießen. Marl Bcch tolbt zu Bibra, ben Bahnhofsauisehern Lubu». Sdiuvv zu Rieder-Roden, August Kock» zu Ober-Seemen bem Vei dienfteller 1 Klasse Josts. Bal, er zu (Hrunberg. • • lieber praktische Wege zur Jugenbfur- sorge sprach geftern abenh in Steins Girlen vor einer zahlreichen, fast ausschließlich aus Frauen bestehenden Zu Hörerschaft Frau Professor M r ü g c r au Bonn Die V^'r- trcuieiide enttvarf in großen Zügen ein Bild bes in Deutsch- lan'b bcrrfdicnben Ju.ienbelcndes unb ber Mittel feiner Bekämpfung als Zwangserziehung. Zugciibgerichtshof.' ufw. bie aber alle nicht mit bcr wunfchenswerlen unb nötigen Fürsorge für alle Minber einsetzen könnten Jährlich wuroc deren Verbreckun viel mehr auf llnbcDatbl unb Abenieurer nkämen unb bann ber Minder muffe noch viel schärfer Stellung genrunnen ivevbri Vor allem feien bic Kinber ben Fabriken temzu- uattfu wenn auch bcr Berbief.st dabei niebrigcr wäre, ba tu foldKii Betrieben die GcjunbHeit, bcionbcrv ber Mabn-en. fehr gefaT.rbet f. L Auch vor ben M ^icnnauirm )et ;ii warnen, ba bic Mädchen dorr nur ur , nügenb ober em« eilig ausgeb ldet würde i. Am besten würden bic Mädd en in einen guten Haushalt gegeben, wo fie gut behandel» unb auch in allen Zweigen des Hau halte» ansgeüilder würben Dazu sei bie Gründung eines Verein, c 'N« -e, bcr eine Bwatungsstelle für liltern ujw. schaffe unb alle» ihn ut Anfpruch Rchmenben mit Ra: unb Tai zur >>inb gehe In ber sich anschließenben Aussprache wurde dann eine Reihe von Vorschlägen gemacht. Die e*n*t noch zu bübenben Kommission übenn en werben fo'lcn. — Allbeutscher Verband. Tem Vortrag. Den morgen Freitag 8'/, Uhr Herr Prv'esior Sommer in Lte n» Carlen halten wird, liegen eigene Ei'ahningen unb Erndrucke ;n Grunde, die ber Vortragende bt: zwei Reisen auf dem Balkan erhalten hat. Die erste davon ging an der dal. niatinischen Küste entlang bi5 Cattaro: bie zwecke von Cftu* Best über Agram noch Bosnien, von ba über Ra gute an Oer albanischen Hülle entlang bi« ftoriu. über Athen nach oufflcnomnien. Jin Vergleich m ivüberen Jahren ist die nohmefleigenmg nur genug und darin bcgninbei, daß man ml von Jahr zu Jal>r Höhere an'qeiiellicn Zuchizieles immer näher zu kommen. S 1 'M Fürfornc für Kranke erforbert 12Mk. bic ueugcgr»-^' bete Wanber-fHauSbaltungsfchiUe 2200 Mk. bc» xrti- kranken Haus einen Zufdmß von 6000 Mk Die (wine -• ben muffen zur Krciskaffc 143000 Mk zahlen Born Vogelsberg. 16 Juni, ^oße Feste Diefee Jahr im Vogelsberg statt Am Sonnt-m rrorDC » Gebern bas 4 Bunbesfest ber Bsgelsderaer " 1. Im Kreise Alfeld . . 399 Kühe, 22 Bullen, Büdingen. 101 , 8 , 13 . 1 123 . 1° . 1U2U Muhe, 09'^111101, 191 Hnhe.ib^i Laubach, 16. Juni. Das Ausschußfest, dessen Genauere Bescheidung wir im vorigen Jahre brachten, fand vom 13.—15. ds. Mts. bei recht ungünstiger Witterung statt, die den Besuch von auswärts einschränkte. Den Hammel errang mit dem besten Schuß Wilh. Högel, das von der Iran Gräfin gestiftete Kleid wurde Richard Steller zuteil. Dem besten Schützen auf dem Gaben- ffmbe, Spenglermeister Friedrich Döll, wurde eine silberne Taschenuhr überreicht, die Rentner Albers aus Hamburg gestiftet hatte. Gedern, 16. Juni. Tas Ele ktrizitätswerk in Merkenfritz soll erweitert werden und die Orte Wenings, Obcrseemen und Gedern angeschlossen werden. Butzbach, 16. Juni. Bei dem Bahnbau Butzbach— Pohl^Lvns wurde ein Sträfling aus der Zellenstrafanstalt Butzbach von nachgebenden Erdmassen verschüttet. Er erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er bei der Ueber- führung nach dem Krankenhaus starb. Der junge Mann halte nur eine kurze Freiheitsstrafe zu verbüßen. # Bad Nauheim, 17. Juni. Auf dem in den Tagen vom 3.—5. Juli in Marburg stallfindenden 36. Gau-Turnfest des Gaues Hessen werden sich am Mrlsterriegenturnen, wohl unter den: Einfluß des letzten deutschen Turnfestes in Frankfurt a. M., zum e r st e n m a l im Gau drei Fechtabteilungen beteiligen. Auch der hiesige Turnverein stellt neben einer mit Stützhanteln turnenden Muslerriege eine Fechterriege, die von dem Frankfurter Fechtmeister Biernickel ausgebildet worden ist. Tie unserem Verein angehörigen ersten Sieger aus der Ober-Mörler Gaufahrt werden sich kommenden Sonntag mit guten Aussichten auch am Feldberg-Wetturnen beteiligen. Darmstadt, 16. Juni. Die Einführung des neuen Direktors der Bikto riasa)u le, Herrn Dr. Otto, erfolgte heute vormittag mit einer kleinen Feierlichkeit. Neben dem Vertreter der obersten Schulbelstirde, Geh. Rat Dr. Eisenhut h und dem Vertreter der Stadt uni) des Kuratoriums, Bürgermeister Dr. Glässing, wohrtte auch eine Anzahl von Stadtverordneten und Vertretern anderer Behörden, sowie Leitern der hiesig. Schulen der Feier bei. In dem geschmückten Turnsaal waren die Schülerinnen der oberen Klassen versammelt. Nach dem Gesang der Schülerinnen hielt Geh. diat Dr. Eisenhuth eine Ansprache, in der er den neuen Leiter der Schule willkommen hieß. Es sprachen noch Bürgermeister Dr. Glässing für die Stadt und Prof. Dr. Röll für das Lehrerkollegium, denen dann Dr. Otto seinen Dank abstattete. Mit Gesang schloß die Feier. Dr. Otto wurde am 4. Juli 1862 zu Rüddings- Hausen (Oberhessen i geboren und war seit 1897 Direktor der höheren Töchterschule in Offenbach. n. Mainz, 17. Juni. Zu Ehren des Vereins deutscher Ingenieure fand gestern in der Stadthalle ein großes Festkonzert statt. Die Terrasse, die Rheinufer und die Straßenbrücke waren hübsch beleuchtet. fc. Nierstein, 16. Juni. Im Alter von hundert Jahren starb gestern hier die Frau Eva Schneider. Bis zuletzt war sie geistig und körperlich rüstig. U Siebenfopf, 16. Ium. Bei dem Bahrrübergang bei Langenau rannte ein führerloses Gefährt aus Siegen gegen einen Äangierzug. Ein Pferd wurde getötet und der Wagen zertrümmert. A Hohensolms, 16. Juni. Auf unserer Bergeshöhe herrschte gestern ivieder einmal reges Leben. Man konnte so recht sehen, daß der weithin bekannte „Hohensolmser Woll- matft* noch immer seine Bedeutung hat. Der Vormittag gilt als Viehmarkt, zu dem an^er einigen Rindern etwa 250 Schweine aufgetrieben waren. Der Schiveinehandel ging recht flott, gute Ferkel wurden mit 60—70 Mk. und größere Einlegeschweine entsprechend höher im Paar bezahlt. Das günstige Wetter hatte eine ungeheure Menschenmenge auf die Beine gebracht. Auch für Unterhaltung rvar gebührend gesorgt. — Der Gastwirte - Verband Krofdorf und Umgegend hielt gleichzeitig eine Versammlung ab, die gut be- Iucht war. Schwurgericht. th. Gießen, 17. Juni. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den am 6. August 1872 geborenen Zimmermann I o h. Jost V. von Nieder- Roßbach wegen des Verbrechens der Urkundenfälschung and Betrugs. Tie Anklage vertrat Staatsanwalt Tr. Brill Verteidiger war Rechtsanwalt Adolph Metz. Es waren in der Verhandlung nur 4 Zeugen zu hören. Der reuig seine Tal eingestehende Angeklagte, der lungenleidend ist und Jnvalidenmiterstützung usw. erhäU, hat am Tage vor Gründonnerstag in stiodheim v. d. Höh einen Wagen Heu gelaust und verkaufte dasselbe am nächsten Tage an Spebitcux Magnus in Friedberg werter. Ter Zweck dieses Handels war für Jost, einige Mark dabei zu verdienen. Ter Angeklagte behauptete, daß rür ihn bei dem Geschäft abzüglich des Fuhrlohirs unb der Spesen nur ein Nutzen von höchstens 2 Mk. übrig blieb und um diesen Betrag zu steigern hat er den von dem Wäger der Stadt Fried- berg ausgefüllten Wiegeschein gefälscht,, er hat dadurch 2 Ztr. den mehr bezahlt bekommen, als er wirklich avgeliefert hat und ich dadurch einen Vorteil von 6 Mk. 90 Pf. zum 'Nachteil seines tfbnebmcry verschafft. Dieses Vorteils hat sich de^ Angeklagte später ’ocgebeit, indem er den erhaltenen Betrag an Spediteur Magnus mrückzahlte. Den Geschworenen wurden die Schuldftagen in der Weise vorgelegt: Ob der Angeklagte in ein und derselben Handlung eine öffentliche Urkunde gefälscht und einen Betrug verübt hat, für den Fall der Verneinung dieser Frage: Ob es sich um :tnc Privaturlundenfälschung mit Betrug handelt. Staatsanwalt Dr. Brill plädierte dahin, daß es sich im vorliegenden Fall um eine Ihrknnde handelt, die em öffentlicher Beamter, nämlich der Wieger der Stadt Friedberg, ausgestellt hat und daß sich der Angeklagte des Verbrechens der Urkunden- ülschuirg schuldig gemacht hat und daher die erste an die Geschworenen gerichtete Schuldftage zu bejahen sei. Rechtsanwalt Metz rührte demgegenüber aus, daß man dem Wieger einer Stadt, welck>e aus dem Verwiegen von Lasten ein Geschäft mache, nicht die Qualifikation eines Beamten beilegen könne, um öffentliche Urkunden ausstellen zu können. Es entspreche dies auch nicht dem Rechtsempfinden der Bevölkerung. Sicher aber sei, daß, wenn man in der Frage die Ansicht des Staatsanwalts teilen wolle, der Angeklagte nicht das Bewußtsein je^abt hatte, daß es sich um eine öffentliche Urkunde handelt, ils er die Fälschung vornahm unb schon bar um müssen die Ge- chworeneu seinen Klienten von der Anklage des Verbrechens her Urkundenfälschung fteisprechen und die ztveite an sie geächtete Schuldftage bejahen. Nach kurzer Beratung fiel der Spruch der Geschworenen im Sinne ber Ausführungen des Verteidigers. Der Gerichtshof ver- rr teilte den Angeklagten wegen einfacher^ Urtünbenfälschung mb Betrug zu einer Gefängnisstrafe von 14 Tagen. Der Staats- mivalt hatte eine sechswöchentliche Gefängnisstrafe beantragt. Gerichtssaal. R. B. D a.r m sta d l, 16. Juni. (Landgericht.) Der Privatier Engler von Frankfurt a. M. fuhr s. 3t. den General v. Liude- «uist.uach bent Griesheimer Exerzierplatz. Auf bet Griesheimer Bandstraße kam er mit seinem Automobil zu knapp an bem Fuhrwerk des Fuhrmanns Götz vorbei, so daß brr auf einer Kiste fitzende Götz mit ihr herab geworfen wurde und tödlich verunglückte, ^ic Witwe Götz strengte daraus gegen Engler Entschädigungsklage •in. Tas Gericht stellte m der heutigen Verhandlung neben dem .'.wnplverschulben des Beklagten auch eigenes Verschulden des Götz an dem Unfall fest unb verurteilte bett Beklagten zu einer Zahlung von zwei Trittei ber geforderten Rente. R. B. D a r m st a d t, 16. Juni. Tas Schwurgericht verurteilte heute den 31 Jahre alten Taglölmer Georg Kreisch- m a r von Frankfurt a. M. wegen Brandstiftung in" zwei Fällen unter mildernden Umständen zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis, abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft. Ter Angeklagte ist Gelegenheüsarbeiter und war zuletzt 5 Wochen bei einem Landwirt in Messenhausen beschäftigt, wo er wegen Lohnstreitigkeiten am 2. Mai a-ulstrat. Er betraut sich hierauf, nächtigte in einer Scheuer und steckte am anderen Morgen auf der Wanderung nach Frankfurt in den Gemarkungen Ober-Roden und Dietzenbach auf dem Felde liegende Holzvorräte im Werte von 150 Mark und 113 Mark, in Brand. Der Angeklagte war geständig unb erkannte bie Strafe an. Würzburg, 16. Juni. Die Urteilsverkündung im Prozeß ber Ansbachergruppe gegen bie Bayerische Boden- frcbitanita_lt in Würzburg wurde vorn Oberlandesgericht in Bamberg auf den 26. Juni vertagt. Bezüglich ber Entlastung und Abfindung der früheren Direktoren Sauer und Ach tarn ein Prozeßvergleich zustande, nach welchem jeder ber Beteiligten eine Abfindung von 25 000 Mark erhält. Vermischter. 'Gewissenhafte Berichter st attung. Kürzlich übernachtete der Kaiser in seinem Hofzug auf dem Bahnhof S ch w i e b u s. Zu 5 Uhr morgens war dem dortigen Bahnhofswirt die Lieferung des Kaffeefrühstücks übertragen worden. In einem Schwiebuser Blatte lieft man nun, daß dazu zu liefern hatten: Bäckermeister Tallach 60 Milchbrote, 6 Waßersemmeln, 15 Hörnchen, 15 kleine Bretzeln, 10 Mohnflechten, 6 Mannheimer, 1 Napfkuchen, Streußel- luchen für 2 Mark, 10 Salzknüppel, 20 Salzkuchen; ferner die Molkerei Stein 2 Liter Sahne und 4 Liter Milch. „Echter Burgunder". Ein fahrender Händler zog in den letzten Tagen durch die Straßen des Nordens von Berlin und verkaufte von feinem Wagen Burgunderwein für 60 Pfg. die Flasche. Kostproben wurden gratis verabreicht. Diese scheinen auch gut gemundet zu haben, denn viele Reflektanten griffen nach der Probe zu, so daß bald Dutzende von Flaschen verkauft waren. Zu Hause harrte jedoch der Käufer deS billigen Burgunderweines eine unliebsame Ueberrafdjung. Es zeigte sich nämlich, daß die heimgebrachten Flaschen nur gefärbtes Wasser enthielten. Inzwischen war aber der Schwindler über alle Berge und bie Nachforschungen nach ihm blieben erfolglos. Kleine Tageschronik. Prinz Hei nrichfahrt. Bis 6 Uhr abends sind von 95 gestarteten Wagen 93 in Salzburg angekommen. Es fehlen die Wagen 686 und 678, die die Fahrt aufgeben mußten. In Berlin ist gestern abend 7 Uhr ber Südringzug 2621 auf den aus Betriebsrücksichten vor ber Station Alexanderplatz haltenden Personenzng 2640 aufgefahren. Getötet wurde niemand, leicht verletzt nur 3 Fahrgäste. In L e i p z i g wurden einem Lehrling, ber 3000 Mark Papiergeld offen in der Hand trug, an ber Hauptpost die Scheine entrissen. Ein anderer Mann wurde festgehalten, er verweigerte jedoch jede Auskunft. Durch die Polizei wurde festgestellt, daß er und berJRäiiber anscheinend Russen sind. Mehrere Schutzhütten wurden erbrochen und ausgeraubt, darunter sämtliche Hütten im Paznanntale, sowie die Wiesbadener Hütte am Piz Bnin und die Sonklar- Hütte. Der Besuu, ber Reichstagsabgeordneten bei bem Grafen Zeppelin ist auf den 6. Juli festgesetzt worden. Ein junger Geistlicher aus Messina, der vielbewunderte Günstling des Erzbischofs, zog bei dem Erdbeben ein junges Mädchen ans den Trümmern. Jetzt sind beide nach Buenos- Aires geflüchtet, um sich'dott zu heiraten. Die Bank von Frankreich eröffnete eine Sammlung für die Opfer des Erdbebens und zeichnete 10000 Frs. an erster^ Stelle. In Belgrad spricht man von M a s s e u - Unterschlagungen von Staatsgeldern in der Staatskasse. Eine Unter» jnchungs-Kommission ist eingesetzt worden. Auch beim serbischen Konsulat in Saloniki entdeckte man einen großen Abgang von Staatsgeldern, ebenso bei dem Konsulat in U e s k u e b , wo die Unterschleife 150 000 Frs. betragen sotten. Ei n schreckliches Unwetter mit Regengüssen und Hagelschlägen hat die Felder im Küstenstrich von Barcelona verwüstet. Die Ernte ist verloren und viel Vieh umgerommen. Infolge der Überschwemmung sind Häuser eingestürzt. Auch Men- schen sind ertrunken. Handel und verkehr, Volk-Wirtschaft. — Buder us-Werke, Eisenwerke Wetzlar. In der Kundmachung über die Einführung von 2 Millionen Mart neuer Aktien dieser Gesellschaft bemerkt' die Verwaltung, die im Geschäftsberichte für 1908 ausgesprochene Erwartung, daß die Verbesserungen der Betriebsanlage ans die Selbstkosten günstig ein- wirken würben, so daß ein nennenswerter Gewinnausfall nicht eintreten werde, habe in dem bisherigen Ergebnis ihre volle Bestätigung gefunden. — Landwirtschaftliche Kreditbank Frankfurt a. M. Der unter Miiiviiknng der Reichsgenosfenschaftsbank in Tcirnistadt ausgestellte Abschluß für 1908, dessen Veröffentlichung in den nächsten Tagen bevorsteht, ergtebt, da durch verschiedene Engagements des Jn'tiluts große Abschreibungen erforderlich waren, einen ansehnlichen Verlust, so daß nach Aufzehrung sämtlicher Reserven im Betrage von 500 000 Mk. noch ein größerer Fehlbetrag entsteht, dessen Beseitigung, wie die „Frankfurter Zeitung" erfährt, durch eine Zusammenlegung der Aktien geplant ist. Das Aktien- kapital der Bank beträgt bekanntlich 2 Millionen Mark. Markte. — Laubach, 16. Juni. Der gestrige Schweine markt war schlecht befahren; infolge davon waren die Preise hoch. Für Ferkel zahlte man für das Paar 70—80 Mk., für Springer 80 bis 90 Alk. Kauflust war gering. ke.F rankfurt a. Ai., 17. Juni. (Telegr. Orig. - Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Datierungen der heutigen Viehmark t- p reife. Zunr Verkanfe standen: 30 Ochsen, 00 aus Oesterreich, 3 Bullen, 0 aus Oesterreich, 94 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 1093 Kälber, 66 Schafe und Hammel, 976 Schweine, 0 Ziege, 2 Ziegenlämmer, 2 Schaflämmer. — Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgeivicht: Ochsen: 1. Qualität 74—77 Mk., 2. Qualität 69—72 Mk., 3. Qualität 58-62 Mk.; Bullen: 1. Qual. 63—65, 2. Qual. 58—60; Kühe 1. Qualität 72—74 Mk. 2. Qual. 60—62 Mk., 3. Qual. 46—48 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 95 bis 98 Pfg., Lebendgeivicbi 57—58 Pfg., 2. Qualität 76—86 Pfg., Lebendgeivicht 45-50 Pfg., Schlachtgew. 65—70 Pfg.; Schafe : 1. Qual. Schlachtgew. 80 bis 00 Pfg., 2. Qual. 70—74 Pfg. Schweine: I. Qnal. <0—71 Pi., Lebendgeivicht 55,0—55,5 Pf., 2. Qnal. 69—70 Pf., Lebendgewicht 54,5—00,0 Pfg., 3. Qual. 64—68 Pfg., Lebendgeivicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. ke. Wiesbaden, 16. Jnni. Viehmarkt. Zum Verkauf tanden: 48 Ochsen, 94 Kühe, 422 Schiveine, 558 Kälber (darunter 328 Mastkälber, 230 Landkälber), 66 Hämmel und Schaie. Bezahlt wnrde für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: Ochfen 1. Qual. 75,00-77,00 Mk., 2. Qual. 73,00—74,00 Mk., Kühe 1. Qualität 63,00-65,00 Mk., 2. Qnal. 00,00—00,00 Mk. Bezahlt wnrde für 1 Kilogr. Schlachtgewicht: Schweine, vollfleischige, 1,36—1,38 Mk., Sauen 0,00- 0,00 Alk., Eber 0,00-0,00 Mk.; Kälber: Mastkälber 1,86—1,94 M., Landkälber 1.54—1.62 Mk.; Hämmel iuld Schaie 1,46 bis 1,52 Mk. — Rinder notierten: 00—00 Alk., Ferkel das Stuck: 00—00 Akk. Geschäft in Horu- und Kleinvieh mittelmäßig, kein Ueber-ftand. Tie Zufuhren waren aus Norddentfchland. Limburg a. d. Lahn, 15. Juni. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Alalter. Roter Weizen (nassauischer) 22,00 Mk., weißer Weizen (angebautc Fr'emdsorten) 00,00 Mk., Korn 14,85 Alk., Gerste: Fnttergersle 60,00 Alk., Branaersle 0,00 — 00 All., Hafer 9.75—0.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 8,00—0,00 Alk. kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgcmeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstaq den 19. Jnni 1909: Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbatausgang 9.40 Uhr. Israelitische Neligionsgesellschast. Gottesdienst. Sabbatfeier am 19. Juni 1909: Freitag abend 8.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Predigt. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.40 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 0.00 Uhr, abends 7.30 Uhr. Briefkasten der Ne-aktion. HR. Die berühmten Borsdorscr Aepfel sind nicht nach dem oberhejsischen, sondern nach dem böhmischen Orte genannt. Gießener Wetterdienst. voranSsichtliche Witterung für Hessen am Freitag dem 18. Juni: Heiter und trocken, warm. Nördliche Winde. Griginal-Drahtmeldungen. Straßburg, 17. Juni. Wie Freiherr ElausZoru von Bulach bekannt gibt, find die Meldungen über einen Zusammenstoß in einem hiesigen Gasthaus vollständig erfunden und entbehren jeglicher Unterlage. Wien, 17. Juni. An zuständiger Stelle ist nichts davon bekannt, daß^der König von England beabsichtige, auch in diesem Jahre dem Kaiser in Ischl einen Besuch abzustatten. Paris, 17. Juni. Echo de Paris meldet aus Rom: Es ist sicher, daß der Zar diesen Sommer eine längere Kreuzfahrt im Mittelmeer und adriatischen Meer unternimmt und während derselben König Viktor Emanuel einen Besuch abstatten wird. Die italienischen Sozialisten planen bereits jetzt die Organisierung von Kundgebungen gegen das zaristische Regime. Paris, 17. Juni. Der sozialistische Verband des Seine-Departements erhob in einer gestern angenommenen Tagesordnung Einspruch gegen den Besuch des Zaren in Cherbourg. Paris, 17. Juni. An Bord des Unterseebootes Saphir brach infolge Kurzschlusses gestern abend Feuer aus. Der Schaden ist ziemlich bedeutend. London, 17. Juni. 93 Prozent aller englischen Grubenbesitzer erklärten sich für eine Kürzung der Arbeitslöhne sowie gegen die Einführung eines Mindest- lohues von 6 Sh. Bei Durchführung dieses Beschlusses werden die Grubenarbeiter sofort in den Ausstand treten. Für morgen ist bereits nach London ein Bergarbeiter-Kongreß einberufen worden. London, 17. Juni. Daily Mail setzt einen Preis von 1000 Pfund Sterling für den Lustschiffer aus, der in einem Lenkballon zuerst den Aermel-Kanal überfliegt. Athen, 17. Juni. .Heftige Erdstöße wurden in Lemia verspürt. Der Kirchturm des Ortes ist cingestürzt, eine Anzahl Wohnhäuser beschädigt, Personen sind nicht verletzt. Tie Panik ist groß. Derankwvrttich i. V.: für Gcrichlssaal E. Anderson, für Stadt und Land: Karl Neurath. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 17. Juni, 1.15 Uhr. 81/*/e Beichsanleihe. • . 95-20 3°/o do. ... 85.95 3l/,% Konsols • • • • 95.30 3% do. .... 85.95 3-/°/, Hessen 94.40 3l/t°lo Oberhessen ... — 4°/0 Oesterr. Goldrente. . 99-80 4Vs0/» Oesterr. Silberrente. 99.50 4°/e Ungar. Goldrente . . 95.45 4e/e Italien. Rente . . —•— 3% Portugiesen Serie I . 62.60 3®/o Portugiesen , III . 63.75 41/,®/» rues. Sta&tsanl. 1905 98.75 4V,°/o Japan. Staatsanleihe 95.85 4% Conv.Türken von 1903 93.50 Türkenlose 145.60 4% Grieeh. Monopol-Anl. . 49.50 4°/o äussere Argentinier . 88.90 3°/. Mexikaner .... — 4l/i®/o Chinesen .... 99.C0 Aktien* Bochum Guss 227.80 Buderus E. W. ... . 110.80 Elektriz. Lahmeyer . , . 118.20 Elektriz. Schuckert . . . 124.99 Eschweiler Bergwerk . . 190.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 177.75 Hamburg - Amerik. PaketL 117.00 Harpener Bergwerk. . . 189.50 Laurahiitte 182.00 Nordd. Lloyd 89.60 Oberschles. Eisen-Industrie 93.00 Berliner Handelsges. . . 172.00 Darmstädter Bank . • . 132.50 Deutsche Bank .... 242.25 Deutsch-Asiat. Bank . . 152.30 Diskonto-Kommaudit . « 186.80 Dresdner Bank . . . . 153.00 Kreditaktien 200.20 Baltimore- und Ohie- Eisenbahn . . , . 116.10 Gotthardbahn .... —.— Lombard. Eisenbahn. . . 21.70 Oesterr. Staatsbahn . . . 155.00 Prince - Henri - Eisenbahn . 132,00 Tendenz: ruhig und behauptet Berliner Börse, Canada E. B. . . . ,181.20 Darmstädter Bank . . . 132.30 Deutsche Bank ...» —.— Dortmunder-Union 0. . • 62,50 Dresdner Bank .... 153.20 Tendenz: behauptet. 17. Juni. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . . 189.75 Laurahütte ..... 181.75 Lombarden E. B. , , • . 21.70 Nordd. Lloyd .... 89.60 Türkenloae ..... 145.70 Mondamin -Fruchtflammeri ist ein bevorzugtes Sommergericht. Man verwende den Saft frischer geschmorter Flüchte, das gibt einen köstlichen, zuträglichen, erfrischenden, natürlichen Fruchtflammeri. Man weiß, was man hat, wenn man die Obstsäfte selbst bereitet. Mondamin erhält den reinen Fruchtgeschmack. UebetaU erhältlich tu 60, 30 u. 15 Pfg.-Paketen. HemiMast Weim Maililjftiiitiergmrkt vormals 5ernie in Gießen. 2)ic am 1. Juli l. Js. fälligen Kupons unserer I. stelligen 4%igcn Obligationen und unserer II. stelligen 47,%men Obligationen sind bei unserer Gewertschaftstasse in Gießen, bei dem Bankhause Fatob Grünewald in Gießen, bei dem Bankhause Sa!. Oppenheimer jr. & (So. in Köln a.RH. und bei dem Baukhause Louis David in Bonn a. Rh. zahlbar. Gießen, den 15. Jnni 1909. 3497 Für den Grubenvorstand: Justizrat Grünewald, Rechtsanwalt. (Bleien, Bruchstrabe 8, beit 1«. ^>unl 1909 04623 Die Deerdiguno findet 'Somltoa den 19. Hunt natfimittaaß 4 Uhr, von der flrwelle de- neuen KriedbofS aus halt. verwandter., Dreunben und Bekannten die tratjnge Mitteilung, bnft beute morgen i) . Ubr unser mv.i.tflae- lit-üicj. nut1 ' teures unb unoeraefcHcbe» 2dbndfett, Stuber, (Snfel und Viehe Georg Christian Roth nach schwerem Leiden im 7. Leben-fahre sanft In dem Herrn entschlafen tii. Im Namen der tieftrauernben Hinterbliebenen Karl Roth. Jubiläums-Stipendium der Gietzcner Kausmauuschaft. Da- von der Gietzenrr Kauitnannjchast zur bntten Jahr, bunbedfeiet ber Gtcß-nec Universität gest'flete Stipinbium kommt am 1. Llugnst' dteses Jahres zur Verleihung. Bewerbungen sind bis zum 4. Juli an den (ingererf Senat der LanbkSuniversitat zu richten. Nähere« am schwarzen Brett. Dießen, den 16. Juni 1909. / v"/. Der Rektor der Drobherzoglichen LandeSuniversität: Strahl. Heugras Versteigerung dcsMarienstifts zu Lich. DienAlaa ben 22. Juni H>09, uovmhtafl» 8 Ubr anfangenb, soll das Heuaras von ben dem Marlenftiit Llch aebödaen etwa 100 Morn en Wiesen in den (Mentnr(iinncn Lich, Cbcr und vltcbcr- Bcssinacu an Cri und Stelle öffentlich und meistbietend versteinert werden. S4W Der Anjana ift an der Stockbrücke. Tic Sciilctflcrunfl in der (Mcmartung L^ber Besungen bc* ginnt um ll Uhr mi Sautenkor bet Abteilung Nr. 1. Vitb, ben 16. Juni 1009. Büchsenlchüv Konkurs - Ausverkauf Möbel-lager Hermann Dominicas Gictzcn, flaplausgassc 18. 94T” Ausverkauf zu sehr ermätzigten Preisen. ”^0 Be unn: Donnerstag den 17. Juni 1909, nachm. 3 Uhr. Bon da an wochentags täglich zwischen 3 und 7 Uhr des Nachmittag-, Sonntags zw. 11 u. 3 Uhr mittags. Günstige Gelegenheit. 3441 Ter KonlurSverwalter: _____________Rechtsanwalt Dr. Spohr. 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