'. IWI MAHD Erstes Blatt Mittwoch 14, Juli 1909 159. Jahrgang Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Ä1 BezugvpretZ: monatlich 75Pß, vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostArr.2.—viertel- jährl. auöjchl. Bestellg, 3 eilenpreiS: lokal 15Ps^ auSwärir 20 Pfennig, Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und Vermischtes" ll. Neurath; für,Stadt u. Land" und „Gericht-- feinste Bouiflon V Stets srisch vorrätig bei Carl Schwaab, ^■Herren- )««»«j! den vollen Beifall deS nahezu ausverkauften Hauses. Als gefräßige" Bronislava führte sich Aline Sanden von der Wiener Volksoper sehr gut bei uns ein. Das Organ ist nicht besonders groß, aber in den mittleren Lagen voll angenehmen Wohllautes und auch das Spiel ist frisch und munter. Recht nett mar auch Willy Schwind als Jan und Lore Scholz als Palmatica. Richard Helsing sicherte sich als Oberst wieder außerordentlichen Beifall und Kurt Gühne war ein famoser Enterricht. Die sächsischen Ossi- ziere wurden von Mitgliedern unseres Schauspiels gegeben, wodurch die Szenerie ungemein an Lebendigkeit gewann. Lotte Gottstein als naseweiser Körnet schnitt dabei naturgemäß am besten ab. Auch der Chor tat seine Schuldigkeit. Alfons Mourot leitete die Musik, die von der wackeren Kapelle unseres Regiments gestellt wurde, mit klug gemäßigtem Feuer und hielt die Verbindung mit Bühne in sicherer Hand, so daß auch diesmal wieder eine sehr gut gelungene Aufführung festzustellen ist. N. «R Sil-SW---^ eiiwnehlt . 0 TelevhonbU----- Nr. 162 i irtschastliche Zeitsragen - >rnsprech - Anschlüsse: i r die Redaktion 112, rlag u. Expedition 51 Dresse für Teveschenr Lnzetger Gießen. ^bnbäerg legiatstifter, Klöster und OrdenZni^derlassungen, auch Beginne und Termineien, mit Angaben über Gründung, Ordenszugehörigkeit, Patronen, Diözesen ui'w. Der Vorstand der historischen Kommission fair Hessen und Waldeck beschloß mit Rücksicht hierauf, Archiv- asiist'ent Tr. Dersch mit der Bearbeitung eines hessisch-waldeckischen Klosterlcrikons zu betrauen und in die geographischen Grenzen des Unternehmens die jetzige größt;. hessische Provinz Oberhessen ein- zubeziehen. Weiter wurde beschlossen, die Bestände der Kloster- archivc aufzunehmen und die Regesten der landschaftlich zusammengehörigen Klöster ähnlich wie die Regesten der Wcrraklöster band- weise zusammenzustellen. Archivassistent Tr. Schultze übernahm die Bearbeitung der Regesten der Stifter und Klöster in der Stadt Kassel und deren näheren Umgebung. In den Ausschuß für beide Publikationen wählte die historische Kommission ihren Vorsitzenden Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. G. Frhr. von der Ropv - Marburg, Prof. Dr. Brack mann - Marburg und Pfarrer D. Dr. Die hl-Darmstadt. — Hans Ho ff mann, der beliebte Mvellendichter, ist wis wir schon gemeldet haben, am Sonntag mittag an den Folgen einer Lungenentzündung in Weimar plötzlich gestorben^ Hoffmann war ein seiner, stiller. Poet, der in seinem Schaffen unbeirrt blieb und sich durch seine vielen, schönen Dichtungen einen großen Freundeskreis erwarb. Gelegentlich seines 60. Geburtstages am 27. Juli vorigen Jahres brachten wir in unseren Familienblättern eine eingehende Würdigung des Dichters, so daß. wir uns heute mit einem kurzen Ueberblick begnügen dürfen. In seinen Romanen, von denen „Iwan der Sckneckliche" und „Der eiserne Rittmeister"' die besten waren, noch mehr aber üt seinen Adovellenbänden „Das Gymnasium &n Stolpenburg", „Geschichten aus Hinterpommern", „Unter blauem Himmel", wurde eine geistreiche Erzählerkunst vom glücklichsten Humor belebt. Der aus Pommern gebürtige Dichter hatte germanisttsche Studien getrieben, war als Lehrer nach dem Süden gegangen und hatte sich später in Berlin, dann in Wernigerode als freier Schriftsteller niedergelassen. Professor Dr. Hoffmann war Generalsekretär der „Deutschen Schillersttftung", um die er sich mannigfache Verdienste erwarb. Auch der Naturschilderer ht ihm soll nicht vergessen sein — verdanken wir ihm doch ein wundervolles Werk über den von ihm am meisten geliebten Harz. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft.: Die 50 jährige Doktorfeier begeht am 16. Juli der Geheime Medizinalrat Dr. meb. Bernhard Fränkel, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals- und Nasenkrankheiten an der Berliner Universität. **3*5^ Adler-«60, — Die historische Kommission für Hessen und Waldeck teilt in ihrem Jahresberichte über das „Urkunüenbuch der Wetterauer Reichsstädte" mit, daß Prof. Tr. Wrese-Mar- burg die Archive in Büdingen und Lich erledigt und sodann den Druck des ersten Bandes des Wetzlarer Urkundenbuches, begonnen hat. Oberlehrer Dreher in Friedberg hat die Aufarbeitung des von Dr. Foltz für den zweiten Band des Friedberger Urkundenbuckses gesammelten Materials fortgesetzt unc> daneben die Sichtung der während des letzten Jahres in den Stadtttrchturm übergeführten städtischen Archivalien vorgenommen. Sie ergab eine über Erwarten ergiebige Ausbeute. Archivassistent Dr. Dersch in Münster, der im Auftrage der historischen Kommission für Hetzen und Waldeck das Werk „Beittäge zur Vorgeschichte der Reformatwn in Hessen und Waldeck" bearbettet, hat sein Thema im Verlause ber Arbeit wesentlich weiter gefaßt, als es ursprünglich beabnco- tigt gewesen war, und will die landesherrliche Kirchenpolittk, die kirchlichen Abgaben und das kirchliche Leben des ausgehenden Mittelalters eingehender behandeln. Gelegentlich seiner Vorarbeiten für dieses Werk bat Tr. Dersch umfassende Sammlungen angelegt für die Herstellung eines Verzeichnisses sämtlicher Kol- Hotttrsche Lagesschau. Der Kanzlerwechsel ist fite heute zu erwarten. Ter Kaiser ist heute nacht ht Berlin emgetroffen und wird heute vormittag noch den scheidenden Reichskanzler empfangen. Unmittelbar darauf wird die Ernennung des Nachfolgers des Fürsten Bülow bettmntgegeben werden. In einem Artikel über den Fürsten v. Bülow sagt der „Popolo Romano", der Trinkspruch des Fürsten bei seinem Abschiedsdiner lasse seine große Gestalt glänzend hervortreten. Das Blatt weist dann besonders auf die Tätigkeit des Fürsten in der inneren Politik Deutschlands hin und gibt seiner Bewunderung Ausdruck für Bülows moderne Ideen, für seine unerschütterliche Lauterkeit, für seine Verwaltungsgrundsätze und für seine parlamentarische Geschicklichkeit. Der Artikel schließt: Wir müssen jetzt dem Manne unsere Dankbarkeit und ein warmes Wort der Ergebenheit aussprechen, der während zehn Iahten internationaler Politik es verstanden hat, Europa den Frieden zu geben und Dienste zu leisten, die seine Person mit Sympathie umstrahlen, die nicht verschwinden wird. Kein Land, mit Ausnahme Deutschlands, ist vielleicht dem Fürsten Bülow soviel Tank schuldig wie Italien, dessen wärmster, überzeugtester und aufrichtigster Freund er war. In Italien brachte er seine Ferien zu, in Rom wird« er wahrscheinlich längeren Aufenthalt nehmen; er soll uns willkommen sein. Die Sympathie der Italiener, die ihn wäh- ns Kaiserkrone et Zentner 8A) DL, Kn vorzüglich im Ge'chmaä. offeriert l» Petitionen batte man auf keiner Seite noch Fähigkeit oder Neigung. Man entledigte sich dieser Ausgabe einfach dadurch, daß man alle Berichte von der Tagesordnung absetztc, die zu einer Wortmeldung Veranlassung gegeben Hütten. Bei den Wahlprüsungen hielt man sich etwas länger aus, aber schließlich waren auch diese erledigt, und als nun die großen Lärmglocken ertönten, da strömten die Abgeordneten in den Sitzungssaal und die Schlußentsck-eidung! begann. Am Bundesratstische saß der Stellvertreter des Reichskanzlers, v. Vethmann-Dollwcg, um durch seine Anwesenheit das Gewicht der Erklärung zu verstärken, die Herr Svdow im Namen der verbündeten Regierungen verlas. Ein nochmaliges und letztes Unannehmbar. Und kurz und scharf mären die Erklärungen der Parteien. Abg. Spa hu spricht auch für die Hamecher-Gruppe seiner Fraktion; ec verkündet ihren Umfall. Die Vertreter der Beamten selber haben den Parteien erklärt, sie wollten lieber mit den geringeren Bezügen varlicbnehmen, als es auf das Schci- tcm des Besoldungsgesetzes ankommen lassen. Darum »volle auch seine Partei nicht die Verantwortung tragen. Abg. Singer erwidert, das Unannehmbar imponiere nicht mehr; die Veraitt- workung werde auf die Regierung fallen. Da Abg. Lattmann noch nicht weih, ob auch die bürgerliche Linke bem erneut von den Mehrheitsparteien emgebrachten Regierungs-Kompromiß zu- ftimmt, sucht er den Umfall der wirtschaftlichen Vereinigung durch Schimpferei und Verdächtigung zu beschönigen und erzielt den Rekord zweier Ordnungsrufe. Abg. Dr. Wiemer stellt in kurzen Worten die für seine Freunde unverändert gebllcbeno Sachlage fest. Abg. v. Oldenburg macht den Schluß, btc Nationalliberalen nehmen nicht das Wort. Man wüßte, daß sowohl die wirtschaftliche Vereinigung wie die Hamecher-Gruppe hatten festbleiben wollen, wenn ihnen in bindender Weise zu erkennen gegeben wurde, daß auch die Natioiralliberalen von der gestrigen ^tellirngnabme nicht abgehen würden; aber diese batte lebe Erklärung verweigert. In größter Spannung verfolgten! die Beamtenscharen auf Den Tribünen die namentliche Abstimmung: mit beit Freisinnigen und Sozialdemokraten halten nur einige wenige Nationalliberalen gegen das Kompromiß gestimmt; die Polen enthielten sich der Abstimmung. Und als bann das Besoldungsgesetz im ganzen zur Abstimmung kam, da fand sich teilt einziger Stimmzettel mit nein in den Urnen. Nur bic Polen hielten sich auch jetzt beiseite; das Besoldungsgesetz fand einstimmige Annahme. Und bann schloß nach ben üblichen Dankcs- worten an den Präsidenten, bie der Abg. Wassermann ntt Namen des Reichstages sprach, der Stellvertreter des Reichstags v. Bethmann-Hollweg bie Tagung, und damit eine der unerfreu- lichsten Abschnitte unserer inneren Politik. Gietzener Stadtthecrter. Der Bettelstudent. Operette in drei Akten von F. Zell und R. Genee. Musik von Karl Millöcker. Der Bettel st udent, der Millöckers Ruf in erster Linie bgründete, verfehlte auch gestern nicht seine alte Anziehungs- kalt, die ihn in den achtziger Jahren zu einem Lieblingssick gemacht hatte. Man merkt ihm sein Alter auch kaum (ii, nnb er ist doch nun schon nahezu dreißig Jahre alt. > Jahre 1881 erschien er zuerst auf der Bühne und seine .Willigen Melodien gingen über den Leierkasten hinweg ins Stalt über, in dem sie großenteils noch heute leben. »Ach, I) hab sie ja nur auf die Schulter geküßt", »Ich knüpfte aache zarte Bande", „Gesetzt den Fall" und noch andere inn man heute noch nicht eben selten hören, wie sich ja uh noch zahlreiche Melodien aus seinen immer wieder auß cm Spielplan gebrachten Gasparone und dem Armen ?Mathan erhalten haben. Von den übrigen Werken des io:i noch nicht ganz zehn Jahren gestorbenen Wiener Kapell- nesterS hat sich kaum eins gehalten. Die Aufführung, die von Richard Helsing geleitet Dincbe, war sehr gut durchgearbeitet und tadellos eingerichtet. 5er Jahrmarkt war geschmackvoll aufgebaut und auch die enijelnen Gruppen waren malerisch und farbenprächtig zu- iWmengestellt, so daß in Verbindung mit einem flotten, jijtren Spiel wieder eine wirklich gute und in jeder Beziehung MckennenSwerte Vorstellung herauskam. Von den einzelnen Darstellern ist Bruno Hildebrandt Symon an erster Stelle zu nennen. Sein bewegliches Jtpiel verband sich glücklich mit einer guten gesanglichen ASeiftung und einer angenehmen, würdigen Darstellung. Eine ihnperanientuoüe, schneidige Gegenspielerin war Franzi Groß- k^f als Laura, der die Rolle sehr gut zu liegen schien. 3iii dem netten Liedchen „Ich setz den Fall" errangen beide d£ivelftaa8en- AmFti ort" GuteVernflegyog " •• :: lose Betten. - - )er H» Gutmann, Gas-, SprrituB-a Petroleum - Kocht, i Gastische, Gas- in I Spiritus-Bügelet Bugelplättchea ett «W empfiehltingroBtr2« wähl zu billigst. PM enhandlnng, GitSSdl *1 Telephon 165. tage tretenden egoistischen Motive der Mehrheitsparteien, gesunken. Und eine Demütigung der Regierung wünscht auch der Liberale nicht. Wie sich der konservative Sinn damit ab finden soll, ist unerfindlich. Wie eine ganz kleine Rache der Regierung mutet es an, daß der Reichstag nicht, wie die meisten Atttalieder nicht nur aus persönlichen, sondern auch aus sachlichen Gründen erwarteten, vertagt, sondern geschlossen hat. Damit fallen die umfangreichen Arbeiten an der Gewerbeordnungsnovelle unter den Tisch; freilich verlautete schon früher, daß das ReickMmt des Innern an den Arbeiten feine Freude hätte und die Gewerbeordnung in Einzelgesetze aufläsen wollte. Sonst ist vor allem die Kommissionsberatung über das Arbeitskammergesetz nutzlos gewesen. Aber wir müssen zugeben: der Schluß der Session hat seine starke innere Berechtigung. Die politischen Verhältnisse sind völlig verändert; der Reichskanzler geht, der Block ist entzwer — das mußte doch äußerlich bekannt gemacht iverden. Die neue Session wird mit einer Neuwahl des Präsidiums beginnen, die den Siegern noch einiges Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Die Liberalen gehen mit gutem Gewissen und reinen Händen aus dem Handel heraus. Und sehen ihrer „Ausschaltung" getrosten Muts entgegen. Sie warten ab, wer zuerst kommt: das Zentrum, um' gegen die Konservativen, ober die Regierung, um gegen das Zentrum Hilfe erbitten. Ohne den Liberalismus ist nun einmal — das wird die nächste Session erweisen — auf die Dauer keine Politik im deutschen Reich zul machen- Der alte Block ist gescheitert, aber der neue ist noch viel unmögliche^_______________________________ Der Schluß des Reichstages. Eine letzte Sitzung noch voll äußerster Spannung — und der Blockreichstag hat ausgelitten. Um 3 Uhr nachmittags wurde er auf Grund einer am 10. Juli an Bord der Jacht Hohenzollern bei Glücksburg gegebenen Kaiserlichen Botschaft geschlossen. Fürst Bülow hat sie gegengezeichnet, der letzte Akt des verantwortlichen Kanzlers. Ter neue Kanzler beginnt mit der neuen Mehrheit eine neue Session. Darum konnte der Reichstag nicht zum dritten Biale vertagt werden, müssen wichtige Gesetzesvorlagen unter den Tisch fallen, das Arbeitstämmergcsetz, bic Gewerbenovelle, die Strafgesetznovelle u. a., und viel Fleiß und mühsame Arbeit und M'oßer Aufwand kostbarer Zeit ist unnütz vertan. Ter Eintritt in eine neue Tagung gibt der schwarzen Blockmehrheit die Möglichkeit, bei der Wahl des Präsidiums der neuen Lage Rechnung zu tragen, und auch den Parteien der Linken dürfte eine deutliche F-irmicrung und eine klare Feststellung der Verantwortlichkeiten erwünscht sein. Sechs dritte Lesungen sogenannter „Heinen Vorlagen", dazu einige Rechnungssachen, mehr als fünf Dutzend Berichte der Petitionskommission und siebzehn zum Teil sehr umstrittene Prüfungen von Mandaten mußten zuvörderst erledigt werden, ehe man an das große Schluß- und Hauptstück kam, die Entscheidung über das Besoldungsgesetz. Um 2 Uhr war man endlich so weit, nach vierstündiger hastiger, nervöser Verhandlung. Ter Freundschasts-, L>andels- und Schiffahrtsvertrag mit Venezuela wurde ohne Aegleitwort verabschiedet und in derselben Minute auch das deutsch-dänische Abkommen über den Schutz der Muster und Modelle; ebenso wenig Schwierigkeit machte die Schankgesäßnovelle und die Berichte der Reichsschuldenkommission. Beim Gesetzentwurf über die zollwidrige Verwendung der Gerste räumte an vom Zentrumsabgeordneten Speck gestellter Antrag Regierungsbedenken aus dem Wege, die in der zweiten Lesung im Hinblick auf die internattonalen Verträge geäußert waren, und die bei den Freisinnigen und Nationalliberal?n bestehenden Bedenken auf wirttchaftlichem Gebiete wurden, wenigstens in der Hauptsache, durch eine Regierungserklärung beseitigt. Eine südwestafrikanische Abrechnung fand nach kurzem Hin und Her durch einen Hammelsprung ihr Begräbnis; dur chmehrere Tagungen hindurch hatte dieses Ueberbleibsel einer vergangenen kolonialen Periode den Reichstag und seine Rechnungskommission schon beschäf- ttgt. Zu einer Vertiefung in das reichhaltige Material der -= Mk. iss iwerkfördieRejSe ourenstiefel td braun Bietzener Anzei General-Anzeiger für Oberhesse snabme von Anzeigen v i ® ' -- . , ht vornttuags^g'uh^ Rotationsdruck und Verlag der VrShl'fchen vniv.-VAch- und Steindruckerei R. Lange. RedaMon. Expedition und Druckerei: Schulftratze 7. A^eigenteu: H. Bes. Die Ergebnisse der Reichrtagstagung. Die sitzungsreichftc ^Session des deutschen Reichsta.gS sit geschlossen. MS zur'Erschöpfung der korperliäien und istiqen Kräfte haben die Erwählten des Volkes gearbeitet ’tr.b Ruhe und Erholung sich redlich verdient. Wer freilich k Flucht in die Berge oder in die Wellen unterläßt und i.Ieich in seinen Heimats- und Wahlkreis Mrückkehrt, der Tb daS sanfte Ruhekissen so bald nicht fänden. Ob mancher . Tfitiücn Arbeit, die in dem letzten Tagungsabschnitt gelastet wurde, mögen die Herren ja ein ruhiges Gewissen mb en. Sie bringen heim; die Zivilvrozeßnovelle und die iioveNe zum Strafgesetzbuch, die Gesetze über den un- Tijteren Wettbewerb und über die Sicherung der Bait- o rberungen, das neue Weingesetz, das Automobilhaftpflicht- zchetz, bic Münz- und die Bankgesetznovelle und eine solche in in Stempelsteuergesetz, das Beamtenhastpflichtgesetz, die «ÜMelle zum lViehsertchengesetz; dazu außer mehreren kleinen laatsverträgen Gesetze über den Handel mit Schlacht- i«h, über ine Einwirkung von Armenunterstützung auf fjcntliche Rechte, über die Beseitigung der Doppelbesteue- imitg, über die Behandlung zollwidrig eingeführter Gerste, lil»er bie Eichung der Schankgefäße. Mit einem heiteren läitb einem feuchten Auge werden die Beamten die ihnen l'iddjcrten Besoldungsgesetze entgegennehmen. Zwar ist icmches für sie erreicht worden uno die Summe von 117 Millionen jährlich ist keine Kleinigkeit, aber sie hatten sich : i'.iju Teil berechtigte Hoffnung auf mehr gemacht. Die größten Anstrengungen jedoch haben die Mitglieder Vw Reichstags der Aufgabe gewidmet, die alle anderen, weit K'erregte. Der Neuordnung der Reichsfinanzen. Vor ; ei Tugend haben die Götter den Schweiß gesetzt. Leider I! auch dieser Satz nicht umgekehrt. Der Aufwand von Inel Schweiß garantiert nicht ein gutes Ergebnis. Hier ist ;<(ar das Gegenteil eingetreten: btc arbeitsreichste Zession : c) Reichstags ist die trübseligste geworden. Statt einer l rmdlegenden' Reform der Finanzwirtschaft des Reichs klcn wir einen bunten Haufen neuer Steuern erhalten, he aller Voraussicht nach wiederum ben vollen Bedarf Ducht decken, sondern in kurzer Zeit neue Steuervorlagen Ä^Lären werden. Statt einer Festigung des Blocks oder ■tiUto Annäherung aller bürgerlichen Parteien anetnander Mhen mir ben erbitterten Kampf zwischen rechts und links •dib ben Triumph des Zentrums. Statt eines Ausgleichs ■bi:E wirtschaftlichen Gegensätze btc wachsende Feindschaft Maschen Stadt und Land, ja zwischen Groß- und K'lein- Djcimobesitz. Kurz, — eine tief beklagenswerte Aufwühlung c.i er wirtschaftlichen und politischen Leidenschaften. Und Msicher Ausgang war nicht nötig'. Er lag nicht in der iatur der Dinge begründet, ja, er entwickelte sich fast Mis erraschenb erst in den letzten Monaten. Die Einigung ivischen Konservativen und'Liberalen stand dicht vor der liir, als das Zentrum — das, trenn es gewollt hätte, itfjc wohl im stände gewesen wäre, sich anzuschließen — ie Konservativen durch Lock- und Schreckmittel zum Ab- :af( bewog und zum bindenden Bündnis. Das im Staats- ■htereffe Bedenklichste war dabei, daß dieser Pakt nur r.öiglich wurde durch einen Zusammenbruch der Regierungs- mnorilät Was der neue, der „schwarzblaue" Block dem ÄLltdesrat an Verleugnung der feierlichsten Erklärungen, hi Umfällen jeder Art zumutete und was er von thm virklich erzwang, das ist ohne Beispiel in der deutschen »urlamentsgeschtchte. An sich hätte ja ein Liberaler feinen tzcimd, eine Stärkung her Macht des Parlaments zu be- Üoen; aber hier ist mit der Macht das Ansehen des Reichstags nicht geftiegen, sondern, infolge der grell zu- renk des Aufstiegs seines politischen Lebens begleitete, wird ihm mit derselben Därme bei seiner Rückkehr ins Privatleben folgen. • Ter Perbaad des russischen Volkes. Neuerliche (Enthüllungen über b*m Verband des rusi"ck»eri Volkes scheinen feine» Euiiluß toekntlu' unt rqraben zu sollen Tob Dubrowin troft der qlän;. noen hn-legen bett brr Poltawa feflllchteiten im tzinrergrundc bleib: und blubcn muß, boft der Verband überhaupt nicht die von ihm beanioruchte Rolle spielt, alles dies verfett feiner Autorität in den Augen feiner nur auf ihren Vorteil bedachten Anhänger einen harten Schlag. Run mehr bat abci ancfi Der I rwch dis vor furwm vcrhok chrlten Organisation in die Hände genommen, was für den V- roano mit feinen zahlreichen Aktcucen auS dem dfcntlidienftcmb viell icht den härtesten 3thia.i bedeutet. Das Verbot der lange geduldeten und geförderten ,.Psl,'chaicn>Ziia ISwestija", die m Doldmiien von Priestern und Mönchen in maßlos aufreizendem Ton herausgegeben tverden, soll nur rin Anfang aller Maßnahmen sein, die dis enge Band zwischen der Geistlichkeit und dem Verbände zu läsen geeignet seien. Man befurchtet nämlich im heiligen 3nnob, daß die nach und nach in bunter Reihenfolge an den Tag kommenden Enthüllungen schließlich auch für die echt-russischen Geistlichen gerichtliche Rack,viele haben konnten, und möchte daher einem solchen 3kondal zuvorkommen. Tic kompromittierenden Tatsachen hageln nur so auf den Verband. Neulich hat ein Vertrauter Dittes erklärt, daß dieser vier Bände umfassende Dokumente Mine, welche in unwiderleglicher Weise alle Machenschaften des Verbandes bei der Ermordung von Herzen- stein imb Iollos und dem Attentate auf Witte aufdecken. Uebrigens wird seitens des Vorsitzenden der Petersburger Filiale das Märchen aufgetischt, daß der Tierband sein früheres Eniporblühen d m Mail er Wilhelm zu verdanken habe. Die entscheidende Rolle des Verbandes hätte erst mit dem Momente begonnen, da der deutsche Kaiser sich geäußert, daß „der Verband de.- russischen V-Kke» Rußland gerettet, wahrend alle anderen Parteien mit Einschluß der Oktobristen daS Land ins Verderben gestürzt hätten". Marokkanisches. Ein in Ceuta aus Tetuan cingctroffcncr Brief berichtet, der Rhogi habe an der Spitze zahlreicher Stämme Hez angegriffen und sei nach starkem Verluste in die Stadt einaedrungen. Die Kaufleute, deren Läden geplündert wurden, seien nach MckineS geflohen. Tas Schicksal Mulch Hafids sei unbekannt, ebenso der schließliche Ausgang des Kampfes. — Bei Tolom Bcchar an der algerisch-marokkanischen Grenze wurden drei französische Fuhrleute von marokkanischen Banden angcsallen, getötet und ihrer beträchtlichen Barschaft, die sie bei sich trugen, beraubt. Tic Plünderer schleppten auch 13 3tuck Pich als Beute mit fort. Durch Eingeborene wurde die Nachricht von dem Uebcrsall nach Colom Bechar gebracht. In ganz Süd-Oran herrscht große Aufregung über das Ereignis. M Krieg zwischen Peru und Bolivia. Die bolivianische Regierung hat es abgclehnt, den argentinischen Schiedsspruch betreffend die Grenze zwischen Peru und Bolivia anzuerkennen. In gewissen Kreisen wird dies einer .Kriegserklärung g l c i ch erachtet. Die Ruhestörungen dauern immer noch an. Die Peruaner be ginnen das Land zu verlassen. Die Gesandten Perus und Argentiniens erwarten augenblicklich die letzten Instruktionen von ihren Regierungen. Die Regierung von Peru beschloß, bei der bolivianischen Regierung wegen der An griffe auf die peruanische Gesandtschaft in La Paz niibi auf verschiedene Peruaner in Bolivieit Protest ein,zulegen. Aur dem Grient. Die gesamte türkische Presse begrüßt mit lebhafter Freude den Wiedereintritt des Frhrn v. d. Gottz in türkische Dienste „Ieni Gazetta" hebt die Dankbarkeit der ottomanischen Patrioten für die Verdienste Deutschlands unt die Reorganisation des türkischen Heeres hervor und betont die Haltlosigkeit der von der ausläitdischi'n Dresse verbreiteten Gerüchte, daß Frhr. v. d. Goltz politische Aufträge mitbringe. - „Sabah" drückt die Dankbarkeit der Ration gegenüber dem Kaiser aus, der dem verdienten tzeersührer einen Urlaub nach der Türkei gewährte Das Blatt hebt ebenfalls den Unpolitische» Charakter der Mission des Frhrn v. d (Boltz hervor und sagt, die Türkei hege den Wunsch, sich die Freundschaft Teutsch lauds ,yt erhalten; Frhr v. d Goltz habe jedoch eine rein mitt • torische Aufgabe, wie er auch früher sich von der Politik stets sern gehalten habe Wie verlautet, beschloß der Ministerrat die Einführung des deutschenDieustregleinents in der türkischen Armee Anläßlich der für den 27. Juli geplanten Räum una Kretas von den Truppen der Schutzmääste überreichten die Vertreter dieser Mächte der Pforte am Dienstag eine Note, in der u. a gesagt wird, daß die Schutzwächte den gegenwärtigen Zustand cta nicht alS endgültige Lösung der Frage bell zeitig erklären die Regierungen d 1 Vorbehalten, zu einem geeigneten Zeitpunkt mit der Türkei über bas fernere Schicksal der Insel zu verhandeln In eurer Proklamation an die Behörden Kretas ivird darauf hingewiescn, daß der Beschluß bei Mächte, ihre 2nippen ans .Kreta abznbenisen, aus bei Ueberzeugimg beruhe, daß die Trethtfndicn Behörden imstande seien, die Crtnnmg auf ber Insel aus recht ;ner halten und die Garantie iur die eichet hat der nioham mcbaiiiidiai Bevölkerung zu übernehmen. Mit der Zusicherung, daß ne sich audi in Zukunst wohlwollenb mit der Kretas rage 1 sdüreßlidi, d»iß sie fid) das Recht Vorbehalten, im Falle iwir Per. letzrmgeu der Ruhe und Ordnung Masmahmen zu ergreifen. Enttäuschung hervorgermeii. Der Minister beo Aeußem erklärte, die Regiermlg werde nut den Schutzmächten weiter verhandeln Ta Großivesier batte mit dem Kriegs und dem Marmeminister Be fpredmngvit wegen Kreta. e Der nördliche Teil Teherans ist in dar fänden der Nationalisten die bann parrcutllirren unb auoqciacbnet Crbmutg liaitcn. Eipaddar unb 3arbar Assad holten bas Medichli die Nationalisten, halb tu volle- 3tärke bas Stadtviertel amu or et feit, bas von den v 'saken bei . : die Nationalisten In brr Räbe ber englischen Gesandtschaft nnrrbe ln-iitr früh scharfes (''awbr’euer vernommen Tie Na nona listen haben ivenig Verluste ,u verzeichnen Fi'ir die Europäer besteht keine Gefahr. Tic Nationalisten nahmen ernt Telegraphen statt on weg Deutsches Gleich. Reichskanzler Fürst Bülow bat an den Staat-sekrcwr des 9tndK-ruHi vimt» N, cbcrding jvlststellung von Tarifen für Schis fadr tSabgaven. Es >.K! hinsichtlich ber Zuständigkeit in Tarissachen künftig unimdr.:ben werden zwisck n Be^ahrungsabgaben unb stmstig-n Scku''ahnsg-?bübfn. Die in der Presse auT baanntr Sühenimbdi Hasso-Naffvvia begeht qeqnnvärtig fein 70 jährige« Stö- tunkest imb gkidiciha die C nrrctbuna bei nrunt Ortd* bauiei?. Zu bnt ,3tidubfntai. die bic aairv Woche in '.Iniptril nehmen, imb wbltciä- alte Herren erngetrosten. W. Frankfurt a M., 13. Juli Ta für bic Gclraltö' erhöhung ber städtischen Beamten. Lehrer und ArbctM leine Tcckung vorhanben ist unb die Erträge au. i'crfchiv' benen Steuern imiier dem Voranschläge Zurückbleiben, be* schloß die Siabli'ervrdnetenverfammlung heute, eine Erhöhung brr Ein kommen st euer uni 19 t Hunberi unb ber Gewerbesteuer um 10 v Hundert. - Daö m Sachsenhausen wohnende Ehepaar H u m p f n e r batte scuu Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 3981 Heß. Darmstadt, 14. Juli. Hier wurde gestern in einer a .... ftorf besuchten Versammlung die Gründung eurer Orts- Tic lebten gruppe des Hansabundcs beschlossen, der sofort 200 Mit- Die Skrdtverwalttniy von Gockha sicherte sich gestern« ein Gelände Mr Anlegung einer Luftschiffhalle. Der 3. I. inMetz wurde gestern gefüllt und soll heute oder morgen euren dlufstieg unterrrehmen. Es wurde festgestellt, daß der Ballon weder durch die unfreiwillige Lan düng noch durch ein langes Festliegen in Mittel-Biberach irgendwelche Beschädigungen erlitten hat. Der Flugtechniker Latham machte gestern ber Sangatte einen Prvbeflug. Wegen einer Beschädigung, dre der Flieger Leim Landen erlitt, mußte der Flug über den Kanal wieder verschoben werden. Ein 20 jähriger amerikanischer Luftschrffer namens Goodale überquerte gestern mit seinem Lenkballon den Hudson in einer Höhe von 1500 Fuß und kehrte btntnI nach einem 10 Meilen langen Fluge nach seinem Ausstiegsplatz in New-Jersey zurück. Zwei interessante sportliche Veranstaltungen wird der Frankfurter Vereiir für Lustschiffahrt in Verbindung mit dem Frankfurter Autonrobilklub am Mittwoch, dem 14. und am Freitag, dem 16. Juli auf der Jla vorführen. Mittwoch nachmittag um 4 Uhr findet mtt sämtlichen Ballons des Vereins und der Ansstellmrg (etwa 12)^eine| Zielfahrt statt. Eine halbe Stunde vor dem Lrtart wird nach der Wetterlage ein Ziel ausgesucht, in dessen möglichster Nähe zu landen ist. Die Mitglieder werden rn Krchtwagen die Ballons begleiten und die Luftschiffer zur Ausstellung „Jla" zurückbringen. — Am Freitag dem 16. Juli wird bann der ernstere Teil von statten gehen. Es ist eine Dauerfahrt geplant, deren Start abends um 8 Uhr beginnen foll und au der wieder sämtliche Ballons beteiligt sein werden. Die Ballons sind in 4 Klassen cnt= geteilt, die unter sich konkurrieren. ---- - • I billigst bei Bmous^Albert Roth- Aagust Wallenfels Marktvlatt 17 Televbon 262 PMzer Kartoffel« garantiert gut kochend, hochfein im Geschmack, per 50 Kilo 5 Mark frei Haus emvüehlt [3968 I. Hantel, Neuen Baue 7. Telephon 612. Orignral-Drahtmel-uirgen. (Nach Schluß der Redaktion cingetrofscn.) Berlin, 14. Juli. Der „Reichsanzciger" gibt die nachgesuchte Entlassung des Fürsten v. Bülow unter Verleihung des Schwarzen Adlcrordens mit Brillanten bekannt. Ferner die Ernennung des bisherigen Staatssekretärs des Innern v. B cthmann- H 0 l w e g zum Reichskanzler und zum Präsidenten Ides Staatsministeriums und Ministers des Aus- Iwärtigen. Ferner die Ernennung des Staats- Ministers v. Delbrück zum Staatssekretär des Innern. Es folgt dann ferner die Ernennung des Staatssekretärs Sydow zum Handelsminister. Die Ernennung des Unterstaatssekrctärs dcsfJnnern IW er m u t h zum Staatssekretär des Reichsschatzamts. Ferner die nachgcsuchte Entlassung des Kultusministers Holle und die Ernennung des Oberpräsidenten von Brandenburg, von Trott zu Solz zum Kultusminister und schließlich die Ernennung !des Unterstaatssekretärs in der Reichskanzlei von Löbell zum Oberpräsidcnten von Brandenburg. * Hühnerauosn - Homiiaut entfernt sicher „Radikal", per ,3-lafdic 50 Pfg. . [38d7 German ia-Drogcrie Carl Seibel Frankfurter Str. 39. Teleph. 593. Lustschlffahrt. Zu ber Meldung auswärtiger Zeitungen, daß Gr a f Ze p p e l i n einen Plan ausarbeite, bei dem es sich um zine Verbindung von Eisenbahn und Luftschiff handle, wird gemeldet, daß es sich nicht darum handle, die Bahnhofs- fallen als Luftschiffhallen zu benutzen, sondern um eine Anregung des Kaisers, welche Maßregeln allenfalls für Nachtfahrten der Luftschiffe durch Beleuchtung der Sahnhöfe und der Bahnlinien getroffen werden konnten. Nach wie vor besteht seitens der Zcppelin-Luftschiffgesell- ichaft die Absicht, neue Luftschiffhallen zu bauen. Außerdem wird mitgeteilt, daß mit dem nunmehr fertig gestellten 3. II. keine Probefahrten mehr unternommen wer- >en. Sobald die Luftschiffhalle in Köln fertig ist, Wirch er unter Führung des Grafen Zeppelin die Fahrt nach Mn an treten. Die erste Sitzung der deutschen P 0l ar f or s ch un g 1 Zeppelin-Hergefell hat gestern in Berli n statt- •gefunben. Zur Teilnahme daran sind Graf Z e p p e l 1 n und Geheimrat Hergesell eingetroffen. Als Reichskommissar ^wohnte £bcrrcgierungbrat Lehwaldt den Verhandlungen lei. Es taiiieu im wesentlichen organisatorische Fragen zur ■ Besprechung. qlieder beitraten. £ , Freiburg i. Br., 13. Juli Der Chefredakteur H e r z 0 g von der „Badischen Presse", ber wegen Beleidigung des Frl. Olga Molitor zu einer längeren Freiheitsstrafe - verurteilt worden war, ist heute, nachdem er einen Teil feiner Strafe verbüßt Hal, aus dem Landesgefängnis entlassen worden. Ter Rest der Sttafe wurde ihm un rVucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Für ta ftlriefel empfehle 13960 alle Sorten Kohlen u. Aoks von 30 Ztr. an. Gg. Unverzagt, Kaiser-Allee 151. Eretzencr Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag dem 15. Juli: Zeitweise heiter, trocken. Wärmer. vermischtes. * Trufte nun fälle. Auf ber Grube Storch und Schöneberg im Sieger lande sind zwei Bergleute, die beim Bohren auf einen sog. alten Schuß kamen, durch Explosion schwer verletzt worden. — Auf ber Zeche „Carolus Magnus" bei G-erge-Bnrbeck entstaub in Viehagen | Feuer, durch bas z w e i B e r g l e u t e a b g e s ch n i 11 e n , würben. Tie Rettungsarbeiten wurden eifrig betrieben und es gelang, des Feuers Herr zu werden; doch wurden die eingeschlofsenen Bergleute tot aufgefunben. — Auf der 2xche „Unser Fritz" in Gelsenkirchen wurden zwei Bergleute durch heraöfallendes Gestein erschlagen. * 1l n iu e 11 c r und U eb c r s ch w e m m u n g c n. T'-' Regentage haben stellenweise schon außerordentlichen Schaden an- gerichtet, namentlich in den Gebirgsgegenden, wo durch die zu Tal gehenden Wassermassen vielfach starke Ueberichwcmmungen h-rvorgeruien werden. Im Zillertal hat das Wasser große P e r - h e c r n n g e n angcrichtet. Ter angeschwollene Alpbach ritz Brucken nxn, zerstörte die erst im Vorjahr errichteten Schutzbauten und überschwemmte Wiesen und Felder. — In der Nähe von L 0 ch a u sind mehrere Lawinen niedcrgegangen. Einige Stationen der Bregenzer Waldbalm sind überschwemmt. Ein Erdrutsch Hai Gnadenwege enassen. ben Verkehr vollständig unmöglich gemacht. In mehreren Ortschaften Vorarlbergs sind Ucbcrschwemmungen ein getreten. sy 1 ad 0 nna bi Campiblio ist gestern ein Automobil im n e c stecken geblieben. — Tas Andermatt und andere bekannte Wmter- furortc melden S ch n e e s p 0 r t w e 11 e r im ,Hochsommer, ^n den Voralpen schneit es bis herab zu 1400 Meter Lohe. Aus dem Säntis liegt der Schnee 2 Meter hoch. — Aus allen ^andesteilen Oesterreichs wird ent außerordentlich schnellesI Steigen der Flüsse gemeldet, die bereits vielsach aus den Usern getreten sind. Besonders ungünstig lauten die Berichte aus den Älpenländerii und aus Salzburg. — Auch in Italic n geht es wüst her. Infolge eines über M i l l e s i m 0 in der Lombardei niedergegangenen furchtbaren Hagelwetters lag stundenlang eine 10 Ztm. dicke Schicht Hagelkörner m den Straßen ^ie Temperatur betrug 10 Grad unter Null. Im Arosciatale ttel Schnee. Alle Hügel in der Umgebung von Beltuno waren in Weiß gehüllt. — Ein verheerender Wolkenbruch ist bei Orizaba in Mexiko niedergegangen, wobei über hundert Menschen u m g c'f 0 m m e n sind. * Grundstückspreise tut alten Rom. Großstadt und hohe Grundstückspreisc hängen untrennbar zusammen. Man klagt über den starken Wertzuwachs, den Grund und Boden ohne Jutun des Eigentümers in Berlin und anderen Großstädten erfahrt und tut wohl auch Recht daran, ihn zu besteuern, aber die Er- scheimmg selber ist in der Natur der Tinge begründet. Das zeigen auch die Verhältnisse im alten Rom, die etwa mit den heutigen Berlins zu vergleichen von Interesse ist. u.le uns erhaltenen Zahlen stammen aus den letzten Zeiten der Republik, in denen der Luxus zwar schon hoch, aber noch nicht, so hoch wie unter den Kaisern gestiegen war. ^.as -terram, aus dem bas ar das Forum anlegte, über 8000 Quadratmeter, kostete pro (Semen* Mete'' rund 2000 Mk. Ter Geviert-Meter in Berlin kostet durch- schnittlich 400 Mk. und erreicht nur selten, in bevorzugter Lage 2100 Mk und darüber. Cäsar gab damals an Grunderwerb-ckosten ' und Entschädigungen etwa 28 Millionen Mark aus, nahm also eine nrnüc Transaktion" vor. Tomitius Ahenobarbus bot für I ein Haus des Crassus vergeblich an 800 000 Mk, Masfala be-1 ' zahltt das. Haus des Antonius mtt 660000 Mk. - Ißf&firiae Tochter (die Frau ist die Stiefmutter) in tz-rV - schwer miß ha n h-lt ddß das Mädchen ; Sonntaa ous Furcht au# dem ersten Stock der Wohnung lau^pranq und lebensgcsährliche Verletzungen davontrug. e - nun gestern abend gegen 9 Uhr dar Ehepaar vom Aus- ßellunasplatzc nach seiner Wohimng zuruckkchrte wurde cs ■ ,n einer großen Menschenmenge erluartet, mck «tockschstigen -I» srußtritten bearbeitet und bis zun, Schweizerpsatz gc- Lem wo es in eine WirtschtZ flüchtete. Eener Polezee- , .'eilunq von 8 Mann unter Jnhrung eines Komm,Isars i, laug es, das Ehepaar in seine Wohnung;st brmgen. Die i| ,lizei mußte mit blanker Waste cinschreiten, da die Men- chenmenge sich wie rasend beuahur. ,nJ Ulm, 14. Juli. Das Hochwasser ber Donau steigt In weiter und hat eine Pegelhöhe von 2,50 Meter erreicht. Bei Nacht wurden die Pioniere alarmiert, da sich die Milttarbabc- anftalt losgerissen hatte. Das städtische E l e k t rizi tä tsw c r k muß seinen Wasserkrastbetrieb einstellen. Das R'ßtal steht auf weite Strecken unter Wasser. , Paris, 14. Juli. Ter Luftschisfer Ellivt gewann gestern ben Reisepreis. Er burchfnhr mit seinem Flugapparat die 47 Kilometer lange Strecke in 47, Minuten. London, 14. Juli. Oberhaus. Ter Antrag Lord Ro- bert's aus Einführung der allgemeinen Wehrpflicht tn der Territorialarmee wurde mit 123 gegen 103 Stimmen abge- lehnt, während ein Abänderungsantrag Lord Northiunberlands, der die Notwendigkeit einer starken Territorialarmee im allgemeinen anerkennt, angenommen wurde. Im Lause der Tebatte traten der Staatssekretär sür die Kolonien Earl os Crewe und Lord Landowne dem Antrag Lord Sioberts energisch entgegen, während die Lords Curzon und Milner ihn unterstützten. , . , Belfast, 14. Juli. Vorgestern abend kam es bet Gelegenheit der Jahresseier der Schlacht, in ber Jakob II. von Wilhelm von Oranien 1690 besiegt wurde, zu großen Krawalle n. Zahlreiche mit Steinen bewaffnete "Nationalisten marschierten nach dem Quartier der Orangisten und zerstörten zahlreick>e Verkmifs- ' lokale Es entspann sieh ein regelrechter Kampf zwischen der Polizei und den Nationalisten, der mehrere Stunden dauerte. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Verwundete. Melilla, 14. Juli. Tie Beschießung der Duars . | durch General Rearina dauerte gestern fast den ganzen Tag an. ■ I o[u§ Alhucemas wird berichtet: Einer großen Versammlung ' von Kabylen, die vorgestern abend in Souk stattsand, wohnte der Marabut Massian bei, der die Stämme in einen allgemeinen Sm eg gegen die Christen hineinzuziehen sucht. Tie Mehrzahl ist aber offen gegen den Krieg. Gestern sand eine neue Veriammlnng statt. Pa Paz, 14. Juli. Tie fremden Kaufleute erhoben bei der Regierung Protest gegen die Plünderungen. Tie Re- gierung verhängte über die ganze Republik den Belagerungszuftand .und proklamierte das Standrecht. Tie Gesandten von Peru und tarnte oas »aus ut» u.uu— .. r Ter Palast Argentinien haben die Hauptstadt gestern Verla,fen m der Ueber- La Claudius kam auf 2 620 000 Mk. zu stehen und berjemge ,eugiin(b daß der Präsident nicht imstande ist, sie gegen Beleidi- des Scaurus sogar auf 17 700 000 Mk. Allerdings hatte ber I gunqCn zu schützen. . .. ... Eigentümer sür seinen Bau Monolithsäulen aus schwarzem Mar- Newvork, 14. Juli. Zum Austaufchprosenor für mor von etwa 13 Meter Länge kommen lassen, deren Transport Columbia-Universität wurde Professor Runge ernannt, allein große Vorsichtsmaßregeln nötig machte und große Summen verschlang. Auch im alten Rom feierten Banfpekulation und Bauwucher Triumphe und der bekannte CrastUt, vmsuchte sogar ein Stück, das man ihm heute nicht mehr nachmachen kann, er suchte nämlich die Arbeitskräfte zu monopolifieren, indem er ^ech- niker und Handwerker aufkaufte und dann für schweres Geld wieder ivählt worden. Am Samstag nachnntic nf dem Felde uWeit k . Aptember 18o3zuGro, . vmn M Gabriel in kt°°M Mi di-.. ffäMüdlt I ieferung gestorben ■ i mit Karbolsäure vergM hier verheiratetes 'w gutem * I ieutungi* |W iqcnben k ; - f SÄ*' neu dar, I $olt crgtf wieder das jre MP® »* ju ">erd-m wee# nders W 'p i>ie * fein, (litten- ®‘ ,d qebr«®1 ff Kdner. i* Das 70 EÄg 'dA JiJ * nweilMS Koche '^ÄEhie * Märkte. fc. Frankfurt a. TL, 14. Juli. Schweinemarkt. (Orq.- Tel. des Gieß. Anz.) Zmn Verkaufe standen 1265 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweine 1. Qual. 74—00 Pfg., Lebendgewicht 58,0 bis 00,0 Pfg.; 2. Qualität 73—00 Psg., Lebendgewicht 57,5—00,0 Pfg, 3. Qual. 67—72 Pfg. Geschäft langsam, Ucberftanb unbedeutend. n Kirchhain, 13. Juli. Auf dem heute hier abgclialtcner Rindviehmarkt standen ctma 200 Kühe und Rinder zum Verkauf. Ter Handel ging flott. Ebenso auch auf dem Schweine- markt, der mit" 400 Ferkeln und Läufern befahren war. Ersten kosteten 40—60 Mk. und letztere 80-120 Mk. das Paar je nach Qualität. 13730) Prima frische rbene fs l"e Q1t SU 7 &0-. t« L°us Sl* Nre a[t Bimbach,' 5g h y * Qi, heil bein SÄf. iK. yaae- leiden i aSsi* und war L Um 10 Uhr fanbD pcn H der ziemlich j- '7'.Um2Uhr L ble °uss prachtvoG c,n stattlicher ßestzw nc*\N die drei hiesig achdem der Zug, natürki c pelzener Regimentsmusi! ’ Obstes gewonnen mord« .e'chnetes leistete, miete ekommen war, sprach de Greins, Heinäch Will, alle t Tank des Vereins aus i« in unserer Gemeinde V die sich bei diesem $ ndere Redner gedachten t- Wisers, der Veteranen, fc 'ine, der Festdanlen u. a. it logen. Vorsorglich hat die hirju igshain eine Onelle g! iesigen Wasserleitue Ndars. - Äe Herftellim c t in ödjidjtenßflaitet i li wirb in etwa, vier Woche ide August Mternehmen^ unter F^rung eines hm veiiägigen Ausflug m: 1 Frankfurt zum Besuh tlnstelle des hiesigen Bürgt» als llreis.Feuerivehrinsvck eher Vcklzhergec in M Sport. D. Mainzer Regatta des Süddeutschen Ruder- Verbandes. Tie Sonntag, 25. Juli, nachm. 3 Uhr, in Piainz ilattfiitbenbc 12. Regatta des S. R.-B. weist 9 Rennen mit folgen^ ber Besetzung aus: 1. Begrüßungs-Vierer (Mainzer Nürgerpreis): Gießener R.-Kl. „Hassia", Mainzer R.°Kl. 1903, Älainzer R.-Kl. „Fortuna", Frankiurler R.-Kl. .Allemanma, Franks. R.-G. „Borussia", Franks. Ruder-Sport-Verein „Amiettia . — 9 R io e i t e r Einer: Frankfurter R.-Sp.-V. „Amiettia , Mainzer R.-Kl. „Fortima". - 3 Anfänger-Vierer: Mainzer Ruder-Klub „Fortuna", Mainzer Ruder-Klud 1903, Gießener Ruder-Klub „Hassia". - 4 J" "i o r - V i e r er: Qießener R.-Kl. „Hassia", Mainzer R.-Kl. 1903,^Mamzer R.°Kl. A-ortuna". — 5. Erster Senior-Vierer (VerbandSwander- wreis) - Franks. R.°Sp.°V. „Amieitia", Mainzer R.-Kl. „Fortuna , Franks. R.-Kl. „Allemannia". - 6. E r munt erun gs - Vi er er: Mainzer R.°Kl. „Fortuna", Mmnzer R.-Kl. 1903, Franks. R.-G. Borussia" — 7 Kweirer Senior-Vierer: Mainzer R.- Kl. „Fortuna", Gießener R.-Kl. „Hassia",, Mainzer R^-Kl 1903, zsrankf.R.-Sp.-V. „Amieitia". - 8. Trost-Vierer: Meldungen 2 Stunde vor dem Rennen für die in Nr. 3 und 6 unterlegenen Mannschaften. - 9. Großer Achter (Goldpokal, Großherzogs- ^reis): Franks. R.-G. „Borussia", Frankf. R.-Kl. „Allemanma, Nainzer R.-Kl. ^Fortuna". — Arheitsvergebung. Innerhalb des Ortes Leihgcsicrtt sollen zur Neu- Pflasterung ca. 450 qm Straßengosfen und ca. 300 qm DCrm*CöoLn oratior en. Zuweilen begegnet man ja noch diesem seltsamen Fremdwort, das „die Geehrteren - honoratus hono- ratior —, die Angeseheneren" bedeutet; aber meist ist e» bann falsch geschrieben, selbst in Romanen — denn unstre Setzer machen gar zu gerne Honorationen (Beehnuigen) daraus, und das ist ein I S | nW auf bmtSB.se des schriftlichen Angebots vor- viel öfter als mtat es lieft? Und hört man es dann nicht gefcen werden. so oft mit einem n statt einem r? „T r e S ta n d e s Person e n Voranschlag nebst Bedingungen sind bei unterzeichneter die Vornehmen" wurden,uns nicht Süraermentcrei einzusehen, woselbst auch bis zum 24. l. M. ^s ch °n .NM dik Angebot- v-rtch,°ß-n mit b-jügtichr- Aufschrift Kamel hat een Ring durch die Nase!" — „Det wird woll verheirat ^nzureichen sind. sein, dämlich jenug sieht et ja aus!" I Leihgestern, am 13. Juli 1909. Kleine Tagcschronik. . I Großh. Bürgermeisterei. Im Laboratorium der Rapidin-Aktiengesellschaft ist Birkenwerder erfolgte gestern eine Explosion, diirch dw der Direktor St ein Hard, seine bei ihm yi Besuch wettende Braut und fein dreijähriger Neffe furchtbare Brandwunden erlitten. I onrlhi-affpi«. fum. Bei dem Direktor war die Haut fast völlig verkohlt.^ Die 3Zer- /^U3iCTfe6imfl, begangen r km .MfebrMträger dugo etübcT °°n «öl,-schein-. Der nb stellt sich nach ber Beweisaufnahme wie folgt: Bock, »'chr Eiten Jahre dient, war Pfingsten auf Urlaubm ferner . imit Wölfersheim. Am dritten Mittage m der Frühe, als n rft 17iäbrig? schwächlickst Sttiber dienstlich auf dem Bestell- , l1tn lwrr, stellte ihn der angetrunkene Urlauber darmber zur Rede, Mer feine Tienstmütze so trage, wie cm eolbat, der nn zweiten ihre biene Er äußerte dies mit ben Worten: „Du Hammel! mt deinem dreieckigen tzammelskopf wie kannst du dich unter- s. ben die Mütze so wie em öfter Mann zu tragen! Stuber, yn chtm Streit aus dem Wege gehen wollte, ließ sich dies ge- -illleii ohne ein Wort zu erwidern. Nack) Tisch, als der Briefträger im zweiten Bestellgang an einer Wirtschaft vorubergmg, bc- tiimpfte ihn mis deren offenen Tür der Angeklagte mit ben ■Tidin Worten wie am Vormittag. Stuber blieb darauf stehen ®b sagte: „Rudolf! Laß mich doch meinen Dienst tun! Worauf y-r Soldat erklärte: „Was, du willst dich gegen einen Soldaten irffm " Nun erst riß auch dem Briefträger die Geduld, er trat den ihm körperlich weit überlegenen Mann heran und bemerkte: Tn bist früher der größte Feigling in Wölfersheim gewesen undfetzl Ii'cklst du dich an mich machen." Da erhielt Ltuber 3 4 kräftige ; tjjL unb Schläge mit der geballten Faust an den ftobb jo datz Hin bic Mütze zur Erde siel und das Ange blau unterlaiisen an- gfrtvofl Der Angeklagte erklärte, er hätte sich als Soldat von t m Zivttisten den Vorimirf, daß er ftüher feiH gewe,en, Nicht Lianen lassen können. Auf Befragen des Vorfitzimden. gesteht iti ser ein, daß er an jenem Tage in feiner Heimat vom ftuhen -(Gorgen an getrunken IM Er fei aber Nicht so 6ctrunfcn ge- idta’en, daß er nicht gewußt habe, was er tiie. — Dn: Anklage- nertreter war der Ansicht, daß sich der Vorfall nicht ereignet llLlbcn würde, wenn ber Briefträger Stüber vor der Wirtfehaft -iiüt stehen geblieben wäre. Es müsse zugegeben werden, datz iiefi der Angeklagte ziemlich roh benommen habe. Strafmildernd (i»mmc die 'Angetrunkenheit des ^gefragten trt Betracht, sowie b(-r Umstand, daß dieser durch ben Vorwurf der Feigheit glneizt worben sei Leutnant Möller beantragte, auf eine Geldstrafe non 15 Mark, im Unvermögens fall 5 Tage Gefängnis, zu erfatnen. Der Gerichtshof erkannte auf 30 Mark Geldstrafe eventtiell fünf Tage Gefängnis. Ter Angeklagte erkennt bre Rechtskraft bey fiteils sofort an. Stüber hatte nur (Strafantrag wegen Korper- uerletzung, nicht aber auch wegen Beleidigung, gestellt. sc Wiesbaden, 13. Juli. Ter Metzger Heinrich Kuhn TU § Wetzlar , ein mit Zuchthaus mehrfach vorbefttafter Menfch, er auch schon wegen Geistesgestörtheit interniert geivesen ist, 1 lütte im Februar dieses Jahres dem 16 jabngm Hausdittier fiiqiift Dill von hier fünf Mark abgeschwindelt. In der Unter- M nichungshast spielte Kuhn den „wilden Mann", worauf er nach ■ „Cichberg" und später in ein hiesiges Krankenhaus jm 3 eo bad'tun g seiner geistigen Qualitäten ttansportiert wurde, ^re imi heutigen Termin vor der Strafkammer, in dem sich Kuhn | o-gen Betrugs zu verantworten hatte, geladenen zwei Sachver- ,bändigen sagten aus, daß Mhn geistesgestört ,ei, worauf die Freisprechung erfolgte. . . . ... Dresden, 13. Juli. Tas Landgericht in Bauheu verurteilte d tn Gutsbesitzer Schneider aus H a r t n a u zu drei I ahren ■’udjtbauä und fünf Jahren Ehrverlust. Er hatte einem Schneidergeftllen auf der Tor'straße in der nächtlichen Dunkelheit Schweselfäure ins Gefieht gegossen, es aber nicht auf diesen, sondern ctuf den vorausgehenden Geineindevorstand abgesehen, der ihm ein schlechtes Lenniundszeugnis ausgestellt hatte. 30 bis 40 ßrdsrbtiltr giricte». -M» Mal». sofort gesucht. ■3860 Laden etc. unter iBsälzer) 8978 06191) IRflbtfccu könn. b. tiüticln grllnbl. erlernen. 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Wir bitten die Besitzer von Pfandbriefen eto. vorgenannter Serien die betr. Talons — ev. später fällige Coupons sind ab- 3407] Schöne 3-Zimm.-WoHn. per 1. Cft. zu uerm. Grabenstrabe 8. BadnbofSerweiteruna Edriuasoauiea «xWeni. Fran^aise maitresse brevaMc donne lecon. Off. u. UGOOß an d. Expod. d. BL Dei Besuch ganzer Klassen unter Leitung der Herr» ehrer kostet der Stehplatz 20 Pfg. l. 6 im oberft. . fof. zu uerm. Slr.Ä. (3763 Kleidungen an Hotel Hettiicher voi. Butzbach i Velen». «Sm gutes, nebr. Herren Tiabr rob au famen gesucht. Schrift«, «nneb u 05228 an b. Gien Anz. Bleichstrafte 5 •ft ber 1. unb 2. Stock mit je ö 3tmi:icrn unb Zubehör, ericrer per 1. Chober, letzterer oer fofort 91 ßü ^orb-dntnfle 9i im gcntor. Zu verkaufen bin Gladschrank ein Riuhvnftbrant zwei Tifrbc 3m Lause Vlockitraire 14 ist eine 6-Zimmer-Wohnung per fof. ober später billig zu permteien. flauere* Vlockm. Ifll- 8239 1 6 Zimmer | Alieeftrakte 16 II. 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