Nr. 290 Zweites Blatt Freitag 10. Dezemder 1909 159. Jahrgang Erscheint täglich mH Ausnahme des Sonntags. es Abg. Dr. Schmitt erst nach Art. 3, bett, die Festsetzung bei •tauscht M g- 12» Ur 18. Tezembn iubfl und Inibd ebne Ende. ung für tduiske i’s Eenhorn . Freedag, s' mkNpet in Pinkd.__t Art. 2 soll auf Anttaa des 9Ibi Art. 3 beraten werden. Zu r ! den 12. V«B rtnbei die Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UniDcrfuäi» - Buch- und 6teniörudfteu 9t Lange. Dietzen. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul» strage 7. Ervedinon unb Verlag e=s^bL Redaktion:t 12. rett-AdroAnzelgerGleßen. T'e ..Otetzener Lamiliendlätter" werden dem „Anzeiger* oiermal roödienilicb beigelegt, daS „Kreisblati für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „Landwirstchaftttchen Selb fragen" erscheinen monatlich zweimal. ^mnea. alt, ■di itrasit 6 hessische Zweite Kammer. R.B. Darmstadt, 9. Dez. Am Regierungstische: Staatsminister Dr. Ewald, Geh. Staatsrat Krug v. Nidda, Ministerialrat Lorbacher, £ber- regiecungsrat Tr. Weber. Vizepräsident Korell eröffnet die Sitzung um IO1 - Uhr und teilt mit, das; nach Erledigung der heutigen Tagesordnung der toen Finanzminister das neue Budget für 1910 mit einigen einleitenden Worten vorlegen werde. Tas Haus tritt darauf in die zweite Lesung der Wahlrechtsvorlage ein. Aus Antrag des Abg. Ulrich findet zunächst eine Generaldebatte über die Verfassungsänderungen statt. Abg. Tr. Fulda (Soz.) fuhrt aus: Dor jüngst vvmKammerpräsidenten ausgesprochene Wunsch, daß in der Kammer ein dem Volks bedurft, is entsprechendes freiheitliches direktes Wahlrecht geschaffen werden möge, hat sich leider nidü erftüllt. Wäre Präsident vaas hier int Hause anwesend gewesen, so wäre gewiß ein derartiges reaktionäres Abkommen, wie es gestern hier getroffen wurde, nidjt zustande gekommen. Tie Natttnallibcralcn find, 'o lange sie die herrschende Partei waren, nicht gewillt gewesen, das direkte Wahlrecht einzuführen und auch die Wormser Zeitung, das Sprachrohr des öerrn v. Hehl, hat auch ausdrücklich ausgeführt, daß die Nntivnalliberalen ja töricht wären, wenn sie das tun wollten. Auch der StaatsMrnister hat ja noch jüngst die Kan, cS K1"deP. ' r:i>cNe| 7- Berre, Herre« M *' Schal,, Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Abg. Ulrich (Soz.) hält es für notwendig, daß bei der WahlrechlsvorlaAe Farbe bekannt wird. Beiondeis Abg. Penn- rich und Abg. Claim sollten ihren Standpunkt k.ar darlegen. Durch ihre jetzige Stellung hätten die Nationalliboralen beunefen, daß der Liberalismus bei ihnen verschwunden sei. Auch dem Bauern bund treue ec nicht, bis er ab gestimmt hab:. Die dreijährig: Staatsangehörigleit, selbst die einjährige, sei mit allen ihren Zolgen eine Bersch ledsteiu.ng bes gegeiuöärtigen Zustandes, di.- wesenllich die Lohnarbeiter treffe. Mit fernem Anträge des Plural- wahlreaches habe Abg. Tr. Waber die Agrarier feiner und der nationalliberalen Partei zusammengeleimt, wie es der beste Leirn- ftitze nidyt fertig bringe. Aber man werde auch in den Kreisen der Agrarier merfcn, daß man lster ein Stiftern einft'ihren wolle, das die Fugend im Wahltämpsc schackimatt fetze. Auck> hier wiirden die Arbeiter am meisten getroffen, da fie sehr fetten das Alter von 50 Jahren errcrditot. Tas Pluralwahlrecht sei ebenso wie der Proporz ein Sprung ins Tunkele. Die ganze Vorlage fei noch viel reaktionärer und arbeiterfeindlicher, als es zuerst idjien. Er wolle bonftat ecen, daß die Rel >rnt gegen die große Mehrheit der Wählersdmft gemacht iverde uiu, er scksticße desl-alb mit seinen früheren Worten: Fort mit dieser Vorlage in den Orkus! Abg. Brauer (Bbd.) bringt namens seiner Partei eine Erklärung zur Verlesung, worin es heißt, daß sie an ihrem in der ersten Lesung eingenommenen Standpunkt festhalten müßte. Sie würde aber auch bereit fein, für die Beibehaltung der Privilegien der fleinen Städte und für den Antrag Dr. Ciann aus Herad- etzung der Staatsangehörigkeit auf ein Jahr zu stimmen. Abg. Reinhart verliest namens feiner Partei folgende Erklärung: Nachdem die Fraktion des Bauernbundes einstimmig erklärt Hal, daß fie die Annahme des ganzen Gesetzes von der Zustimmung zu dem Pluralwahlrecht abhängig mache, nachdem der Bauernbund und das Zentrum sich für den Antrag Dr. Osann und Gen. auf Herabsetzung der Staatsangehörigkeit auf ein Jahr und für die Vermehrung der städtisdien Mandate erklärt hat, treten wir im Interesse des Zustandekommens des Gesetzes für das Pluralwahlrecht ein, obgleich die Partei an sich Gegnerin desselben ist. Wir würden, wollten wir diesen Kompromiß nicht eingehen, das Gesetz zu Fall bringen und eine Hinausschiebung der Einführung des direkten Wahlrechts auf Jahre hinaus verschulden. Abg. Dr. Osann führt aus, daß er die Drohungen des Abg. Ulrich nicht fürchte, er handle stets nach Pflicht und Gewissen. Die Grundlage des Standpunktes der Nationalliberalen fei in der Erklärung des Abg. Reinhart gegeben. Es müsse immer wieder daran erinnert werden, daß wir uns hier auf dem Boden bet Verfassung zu bewegen haben und daß das Land nicht regiert wird durch die Reden, die hier gehalten werden. Wir müßten unS vor Augen halten, daß die Reform nur geschaffen werden kann durch Uebereinstimmung der drei gesetzgebenden Faktoren, Regierung und beide Kammern, die sich gleichberechtigt gegenüber- steyen. Es sei ein billiges Vergnügen, sich hrnzustcllen und zu sagen: Wir bringen die Vorlage zu, Fall. Wenn jetzt ein Kompromiß zustande gekommen 'ei, so fei das geschehen, weil seine Partei die redliche Absicht habe, das Gesetz zustande zu bringen und weil fie nicht die Schmach auf sich nehmen wolle, daß die Einführung des direkten Wahlrechts wiederum auf lange Seit hinaus verschoben wird. In diesem Gedanken hätten sich die Mehrheitsparteien verständigt. Mit den Freisinnigen und ben Sozialdemokraten sei eine Vereinigung nicht möglich gcroeicn, da die Herren sich in keinem Punkte zum Nachbeben bereit erklären wollten. Mit solchen Politikern könne man, nicht zur Basis einer Verständigung gelangen. Bei den gemeintamen Verhandlungen hätten die Bauernbündler ihre Zustimmung zu der ganzen Vorlage von der Annahme des Pluralwahlrechts abhängig gemacht und da sich dieselben dann bereit erklärten, der Vermehrung der städtischen Mandate und der liberalen Forderung auf einjährige Staatsangehörigkeit zuzustimmen, habe seine Partei geglaubt, eine Verantwortung für das Scheitern der Vorlage nicht auf sich nehmen zu können. Der Ansicht des Abg. Gutflei'ch über das Pluralwahlrecht stimme er zu: es sei das eine bittere Pille, die man schlucken müsse. Es sei aber nicht zutreffend, daß dasselbe eine antiliberale Forderung sei, denn die National- liberalen im preußischen Abgeordnetenhause hätten dasselbe gerade bei der Wahlrechtsreform in Vorschlag gebracht. Er würde auch niemals für alle Forderungen des Pluralwahlrechts gestimmt haben, aber die eine Zusatzstimme für 50 lahnge Wähler könne man gelten lassen. Wenn Abg. Ulrich sage, er, Redner, hätte keinen Liberalismus mehr, so verfange ba5 bei ihm gar. nicht: man könne auch den Sozialdemokraten zum Vorwurf wachem das; sie zuerst gegen jede Verfassungsänderung und nachher doch für den Antrag Wolf stimmen wollten. Herr Ulrich spreche hier nur immer für die Gallerie: das Publikum sollte nur einmal in einer Ausschußsitzung zuhören, wie liebenswürdig er da sein könne (Heiterkeit). Er wolle hier mit seinem Reden nur auf die Massen wirken. Redner erklärt zum Schluß, seine Partei werde an der Vereinbarung festhalten, weil sie überzeugt fei, daß ite damit am besten die Interessen des Volkes vertrete. (Beifall.) Abg Dr Schmitt (Zentr.) gibt ebenfalls eine längere Erklärung namens feiner Partei ab. Sie haben an dem Ernst der Regierungserllärung, daß diese die letzte Vorlage in absehbarer Zeit sein werde, nicht zweifeln können und mutzte deshalb daraus bedacht fein, unter allen Umständen auf ein positives Ergebnis hinzuarbeiten. Das Zentrum habe im Interesse der Sache schwere Opfer gebracht und sah sich nun gestern zu seiner großen Enttäuschung vor die Frage gestellt, ob es an der Forderung des PluralwahlrechtS die ganze Vorlage zum Merten Male scheitern lassen sollte. Diese Verantwortung habe die Partei nicht auf sich laden wollen und sie werde deshalb für den Antrag Weber cintreten. , . . Abg Pennrich (Zentr.) erflart, er glaube seinen demokratischen Anschauungen treu zu bleiben, wenn er sich der Abstimmung enthalte. Auch die Abgg. Köhler und Bähr er» klären, daß sie sich der Abstimmung enthalten würden. Abg Ulrich (Soz.) meint, wenn die Herren Nationalliberalen mit der' Linken gegangen wären, hätte das Ministerium gezwungen werden können, von seinem Standpunkt abzugehen. Jetzt bekomme man einen noch schlechteren Zustand wie früher, deshalb werde er gegen die Vorlage stimmen. Abg Leun (Bbd.) erklärt gegenüber den Ausführungen des Abg Dr Gutfleifch. daß er nur mit Hilfe der Wahlmänner von Heuchelheim in Gießen-Land gewählt worden sei. Zu Art. 67 liegt ein Antrag auf namentliche Abstimmung vvr, der angenommen wird. Art. 67 wird darauf mit 32 gegen 11 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die Abgg.: Bähr (wild), Berthold (Soz.), Tamm (Freis.), Fulda (Soz.', Gutfleisch (Freis.), Jvutz (wild), Köhler (wild), Orb (Soz.), Raab (Soz.), Reh (Freis.), Ulrich (Soz.). Der zu Art. 75 vorliegende Antrag auf namenlliche Abstimmung wird gleichfalls unterstützt. Art. 75 wird sodann gegen die 5 Stimmen der Sozialdemokraten und die Stimme des Abg. Dähr (wild) angenommen. Das Haus trat daraus in die Einzelberatung des Gesetzentwurfs betr. die Landstande Linsemann. ue Schlauer: r ganze Pava. . neueiie Adern ch der Soriiellunj. iciters Eraw." llpeu ------- geboten erscheinen, auch mündlich kurz die Zusammensetzung des zu deckenden Fehlbetrags darzulegen. Namentlich infolge des Zurückbleibens der Stempeleinnahme um über 800 000 Mk. hinter dem Voranschlag habe die Reckmung für 1908 mit einem Fehlbetrag abgeschlossen, dessen Deckung den Voranschlag für 1910 vorweg mit rund 522 000 Mark belastet: umgekehrt hatte das Jahr 1907 noch mit einem Heberschuß von 206 000 Mark abgeschlossen. Der Voranfclstag für 1910 verschlechtere sich somit gegenüber dem Jahre 1909 um 728 000 Mark. Aber auch der Voranschlag für 1909 hatte fdjon mit einem Fehlbetrag von 1 058 382 Mark abgeschlossen, der nur aus Vermögensresten früherer Jahre ge» deckt werden konnte, da für 1910 diese Quelle so gut wie erschöpft ist, wird der neue Abschluß weiterhin um diesen Bettag erschwert. Endlich konnte im Voranschlag 1909 der Ausgleid.-sstnbs der lausenden Verwaltung noch den vollen Einnahmebetrag von 3*/> Millionen Mark gewährleisten; dadurch werden aber die in besseren Jahren ang es am mellen Mittel derart in Anspruch Qt» no minen, daß ein Restbestand um 1131000 Mk. zu rückbleibt. Allein die Summe dieser 3 Posten: Wirkung des ungünstigeren Rechnungsabschlusses 1908 mit 728 668 Mk., der Fehlbetrag für 1909 mit 1 058 382 Mk. und der unzureichende Zuschuß deS Ausgleichs sonds für 1910 mit 1 131 063 Mk. ergibt eine Verschlechterung des Ausgleichs der Einnahmen und Ausgaben im Voran schlag für 1910 um 291811 3 Mark. Diese Summe betrage, da sich der Ertrag der Einkommen- und Vermögenssteuer bei den gegenwärtigen Steuersätzen auf rund 14 373 900 Mk. beläuft, allein schon rund 20 Prozent der direkten Steuern. Tie Regierung glaubte aber weiter auch mit der Sicherstellung einer angemessenen Schuldentilgung nicht langer zögern zu dürfen und fegte deshalb einen daraus bezüglichen Geieventwurf vor, durch welchen der Hauptvoranschlag für 1910 mit weiteren 1 767 403 Mk. für Schuldentilgung belastet wird. Zur Deckung dieser Beträge schlag1 die Regierung eine Erhöhung der Einkommensteuerum30Pro»LUt und eineErhö h der Vermögenssteuer von 7c> Pfg. auf 1,10 Mk. 1000 Mark Vermögen vor. Zu dem da unb dort mrfgetretenes Vorschlag, die Ordnung bei Schulden auf belfere Zeiten zu verschieben und das Matz der unumgänglichen Steuererhöhung hu beschränken durch möglichste Sparsamkeit im Staatshaushalt und Vereinfachung der Verwaltung, bemerkt der Finanzminister: Daß schon der vorliegende Voranschlag getragen ist von dem Grundsatz möglichster Sparsamkeit und einer da und dort schon mißfällig Giessen. HenniM MboDDem.^'-- Ihr. 6^2,1^ Ml-Wir bun"ags dVoWrtiH [er-VorsteWä m Carlo8, LL ,iniiiagö i er-Vorsfl rffisschoo «HK lief*? ’-höt [W11 1(1'1* Zahl der städtischen und der ländlichen Mandate, liegt ein Antrag Brauer vor, bei Pos. 1 a ju setzen: Die ProvmrialHauptstadt Gießen (nebst Sdnffenberg und Herrnwald sowie Allein-Linden). Abg. Köhler wild) erfiart, daß in diesem Artikel der Hauvtstein deS Anstoßes liege. Er wolle keine Vermehrung der slädnschen Mandate und auch keine Vermehrung der ländlichen. Vom alten Bauernbünde ist nichts mehr übrig geblieben, hier steht (auf sich deutend) die einzige Säule davon. (Große Heidn^ feit.) Nack) einigen Ausführungen des Abg. Bähr wird die Debatte der vorgerückten Zeit wegen abgebrochen und der Präsident schließt die Sitzung. Schon hat ein Teil der Abgeordneten den Saal Der-« lassen, als der Finanzminister erscheint und den Etat vorlegt. Nachdem durch die Schelle des Präsidenten die Abgeordneten wieder zurückgckehrt sind, betont der Minister: Zur Erläuterung der Einzelheiten des Entwurfs sei auf die gedruckte, dem Voranschlag wie üblich bcigcgcbcne Denkschrift hinzuweisen. Ter ungünstige Abschluß des Voranschlags und die Notwendigkeit zum Ausgleich der. Einnahmen und Ausgaben eine starke Erhöhung der direkten Steuern in Aussicht zu nehmen, ließen cs aber vT foppmann, iirniiiii Komiker ßüiuii; Ihr. Wih und bunt:- ulesken-SchiM das Haus. Wale: auf genommenen Zurückhccktung, wird wohl die Prüfung des Hauptvoranschlags hn einzelnen bestätigen. Am offenkundigsten zeigt dies der Abschluß der 2. Hauptabteilung „Für das Vermögen", nxld'/er den Staatskrcdit im ganzen nur noch mit rund 6 494 000 Mk., darunter 4 587 000 Mark für Eisenbahnzwecke, in Anspruch nimmt, nicht ganz die Hälfte der im laufenden Voranschlag enthaltenen Verwilligungen. Weitergehende mit Nachdruck vertretene Bestrebungen auf Erzielung von Ersparnissen im Staatshaushalte lassen sich naturgemäß nicht von heute auf morgen durchführen, könnten auch in ihrer finanziellen Wirkung nur ganz allmählich zur Geltung kommen. Dabei sott nach dem Vorschlag der Regierung ohnedies zunächst zurückgestellt bleiben die auf die Dauer unumgängliche Erfüllung der weiteren Pflicht der Ausbesserung von Beamten, Lehrern, Pensionären und Witwen und Waisen. Beide Aufgaben, Schuldentilgung und Aufbesserung, der besseren Zeit vorznbehalten, entspräche nicht ihrer Dringlichkeit, eine Zurückstellung der Schuldentilgung aber hinter die Aufbesserung entspräche nicht der besonderen politischen Bedeutung, welche nach der übereinstimmenden Meinung des Slaatsministeriums einer gesicherten Schuldentilgung für das Ansehen und die Stellung des Landes zukommt. Bedenkt man endlich, daß Preußen in diesem Jahr feine Steuern um 25 Proz. erhöht hat, daß in Bayern eine Erhöhung der Staatssteuern um 20 Proz. beantragt und in Baden gleichfalls eine weitere Erhöhung der direkten Steuern angekündigt ist, so darf schon darnach die Notwendigkeit einer gleichen Maßnahme in Hessen nicht verwundern. Die Kammer nahm die Erklärung des Finanzministers, mit Schweigen entgegen. Nächste Sitzung: Freitag 10 Uhr._________________________ Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 9. Dez. Anwesend sind: Oberbürgermeister Mecum, die Beiaeordueken Keller, Georgi, Hevligenstaedt; die Staoloerordnelen: Dr. Bieimer, Brück, Tr. Ebel, Eichenauer, Faber, Gabriel, Grünewald, Habemcht, Tr. Haberkorn, Haubach, Heichelheim, Hesirich, Huhn, Jann, Jughardi, Krumm, Leib, Loder, LooS, Petri, Plank, Simon, Troß, Wallenfels, Tr. Wimmenauer und Wmn. Mitteilungen. Von den Bewohnern der Neustadt und der Schulstraße sind Eingaben eingegangen, in denen um elektrische Beleuchtung dieser Straßen gebeten wird. Stadtv. Wallenfels wünscht eine bessere Beleuchtung der Walltorstraße nördlich des Asterwegs, während Stadtv. Petri eine Verbesserung der Beleuchtung am Zusammentreffen des Neuenwegs und der Neuen Bäue anregt. Stadtv. Habenicht spricht für bessere Beleuchtung bet Bahnhofstraße an der Anatomie. Alle diese Anregungen gehen an die Deputation. Ter Vorsitzende macht auf das ausgestellte Modell deS Schlachthauses aufmerksam, das den Schlachthof zeigt, wie er sich nach Vollendung der Erweiterungsbauten bar ft eilt. Vaugesnche. Der demnächst zur Ausführung getangenbe Neubau der veterinär-medizinischen Klinik stimmt etwas hinter die Straßenfluchtlinie zu stehen, während die schon errichtete veterinär-chirurgische Klinik, die daneben ist, die Straßenfluchtlinie einhäll. Die Versammlung ist bamii einvsrstunden. Karl Hubn will Rittergaffe 23 ein Gebäude errichten, dessen Fenster nicht a Meter von der Grenze entfernt find. Ter beshckLb erforderliche Dispens wird befürwortet. Wilhelm Reufch sucht für seinen Neubau SelterSweg 77 einige Dispense nach, von denen befürwortet werden: die An- 'Icaniirermehrheit daran erinnert, daß sie ja das Heft in dcr oanb habe: sie Möge das Wahlrecht im Vorschläge der Regierung mnehmen. Er wünscht jedock) nur, daß das Wahlrede möglichst >aß> unter Dach und Fach kommt, weil er weiß, daß später dieser teuere Preis nicht mehr bezahlt werden wird. Jetzt kommt zum Durchbruch, daß wir in Hessen nur einen Sdieintiberalismus', rinen Pseudoliberalismus haben. Von Modernismus ist hier stdits zu spüren. Mvdome Bestimmungen sind nur vorhanden in Bezug auf Schutz des WahlgeheimnisteS, aber nicht mit Rück- .iidH auf die WaUberedstigung. Die dreijährige Karenzzeit _iift ine reaktionäre Bestimmung. Wenn früher ein Hesse außer Landes ging und tarn nach längerer Zeit wieder zurück, brauchte tr nicht erst wieder eine dreijährige Karenzzeit durckizumad^en: kenn ec ferne Steuern bezahlt hatte, konnte er sofort wieder wählen. .>tzt ist es so, daß der wieder Zuziehmde bei der nächsten Wahl itid/t wählen kann: unter Umstanden muß er sogar 6 Jahre karten. Nun will mm nicht nur die Verfassung ändern und die lauteten einführen, sondern auch nod) das Pluralwahlrecht ein- -führen: wir sollen also erneu dreifach'n Kaufpreis zahlen. Abg. ». Brentaiw unb die Zentrnmspartei nehmen überhaupt eine eigentümliche Stellung zu den Kanteten ein. Er sagt: . Da die Regierung die Annahme der Äautden als eine Eonbiti-o inte qua n>n bezeichnet, so müssen wir sie cmnehmen. Wenn man diesen Vrundiatz teilt, dann hört überhaupt jede parlamentarische Ver- l'ftntblung auf. Herr v. Brentano hat schon früher erklärt, daß ein fautdenfreie5 Wahlrecht nur zur Irreführung der Massen faxten wurde. Es spricht nicht als gute» Zeichen für die Partei, rifj sie dem Antrag Dr. Osann nicht zustimmte. Dieser Anttag out Herabsetzung der Staatsangehörigkeit hat auch bei den Parteifreunden des Dtttagitellers nur wenig Beifall gefunden, das ist en kläglicher Zustand in her Partei. Der Redner voiemchiert hcmn gegen den Abg. Dr. Osann und resümiert sich über die laute.'eii dahin, daß ]te eine bedeutende Verschlechterung des Wahl- i;ddS bedeuteten, da dadurch viele Wähler ihres' woh.erworbenen Steel,‘.e5 verlustig gingen. Er sage ntit dem preußischen Unter- sjfijier in Bezug aus den Mantel, wenn er nicht gerollt ist: Was mich ein Wahliecht, wenn ich nidjt wählen darf. Das gestrige »VorParlament" hab? es nicht einmal für nötig 8'halten, der Minderheit Mitteilung von ihren Verlumdtungen zu machen. Wenn Ler Bauernbund jetzt das Pluralwahlreckst als Bedingung stelle, jo sage er als Hesse, daß man sich damit vor ganz Teutichtand kämen müsse. (Ulrich ruft: Skandal!) Wir müssen uns auch «1s Pattioten schämen, wenn wir sehen, daß man in Bayern, Sahen und Württemberg ohne dieses MuraLwahlrecht gii" durch- «ckommen ist. Auch diejenigen Mitglieder des Bauernbundes MI teil es doch als einen Schlag ins Gesicht empfinden, wenn hier •für 50 jährige, auch für alle allersfchwad-en Greise zwei Lllimmen verlangt werden. Das Durchschnittsalter der Wähler betragt 136-40 Jahre und das ist Herrn Weber noch zu nmg, er will das >ichwabenaller (Ulrich ruft: das doppelte Schwabenalter! Ge- Cädzter) Man stellt sich Mit dieser Bestimmung auf das „eomger la forhme", denn es ist statistisch festgestellt, daß die Lohnarbeiter rrielfad) gar nicht über das 50. Lebensjahr hinausÄMmen. Man recke aber den Kopf m den Sand, wenn man gfaube, mit dem ^luralwa hl recht über die sog. sozialdemokratische Gefahr hinweg- .;chen zu können. Tie Wahltat des direkten Stimmrechts stehe ■ji Mißverhältnis zu den verlangten Gegenleistungen und deshalb 'tiürben seine Freunde unter Seinen Umständen dafür zu haben s ein. Abg. Tr. Gut fleisch (Freis.) beruft sich auf seine früheren Bemerkungen. Tie Kautelen der Regierung hat.er nie für gut ,"halten und fie seien nicht nötig. Den Antrag^Oscmn tonne man ^nehmen, damit verliere das Gesetz em gutes Sttrck sermr ^irte. Den Anttag des Dr. Weber, das Pluralwahlrecht betteftend, '?at bei Redner nie für ernst genommen. Das Alter kann keine »tttisdren Vorrechte bekommen. Das rn-angelnde Aller kann vergißt werden, wenn der Wähler für die Mitndjen Vorgänge fad wtige Verständnis zeigt. Tas 21 Jahr 1« etwas zu früh, a^r >om 25 Jalwe ab könne jeder 'em Wahlrecht haben. Xie Be- .-ficrung in Klassen zu teilen, j'ei aber bedauerlich: dies wirke nn vergiftend. Daß man bet Gießen verlangte, noch erntge Dörfer be.zunehmen, habe mau .dort nicht verftandm, mid ich »ffe, daß die Sache geändert wird. Gießen hcll vielleicht fetzt :ie normale Größe noch nicht erreicht, d« es ksk zwei Abgo- irbnete l-aden muß, aber diese Zeit ist "icht mehr wrn.einer rtadt, die ein gesdstossenes Ganze unh id^ ersen^ R'chte Hai, oll man kein Dorf hinzunshrnen. ^n Gießm ^chil elm fiei- -eiimite Bevölkerung, die sich jedoch von.den Banden der■ «motiatie freigefealten hat, nnd man fvllte chtt rhr nich. die Zevölterung der Dörfer verschmelzen, btc vorzu^weiie wziollemo- •rat ia» ist. Die Zifier der städtlfchen Abgeorbneten halten ^ rur iu klein. Tie Regierung ist nie mit io cks sie sich ent'chloi-, die Zahl der stadtiscl^i irößern. T est Vergrößerung haben 'ich ine stabte ^"d»ent durch hie Leistungen, auch warten fie schon lange mck Vertreter in so genügender Anzahl .zu Haden, datz .ihre Wu sche n besserem Maße auSgedrückt i«rd«i/. ''St^übSd? S- ^ar. Ter Redner bedauert »um Erste, daß es fetzt ubli* g£ wrden sei, kleinere Zusammenkünfte aller Parteien mit chuß der Linken stattfinden unb die Minorität nutzlos ^art-m zu faifen. Diese Donderoünbelei :ech und es werbe die Zeit wmmeii, wo dieimigen, die an Oer» ellen teilgenontmen haben, dies bedauern wurden. Aba. Tr. Weber (Bbd.) bettnt, daß bei der ^-oschertaEg -eslern alle Wuchd)e der Linken berüÄidrtigtnvrdQi ieiQi. Bei Sreßen habe man die umliegenden Orte bazugenommen, tt. für zwei Abgwrvnete zu Kein geweim jet. 9 chf Einführung des Pluralwahliecht-s _haft-^er _ khn allgemeinen Wahlreckst für bedenUich Halle, ^iWn'’bie Tätzstr über die älttren Wähler üoerimegen. Hier einen Mtersllajfen, um die 2^ni übrigen > ein. Ohne Debatte erfolgte die Annahme der Ueberschrift und des vurch leinen Antrag weide erreichst, datz nickst £H£ aueren | Lorlage mit allen gegen 5 Stuumew jurudgebrängt w-^^n durch die lungeren. stkMLMg ton trott Slodmtrfe öu^ilnurnwen (rrftrn mü 50 cm lu^uibiDiq, die Ctrrf(6rift8mi6i-]* Abvreisting M Hofe- imb bie nirht brrx Beslin-mungen erttsprecheTtL: Dreine her Turdjfc&tl -um Los (ILO Mtr hott 2 Mrr ffcufit be .ncortei soll Dagegen *i>te Anbringung von Balkon en vor ben Erkern werveir. Georg "Bimon mitt auf feinem Grundstück an* W.-mar« ®5> außerhalb te» Sctauunaipland ein Fachwctk-Gartendöuschen «richten Ter de-halb erforderlich- Tisvens roirb berrill g: Lach |mt bie vorgesehen Fcucrung-anlage roirb TiSvenS erteilt, wenn Iber Erbaue einen fit.-* ? unterfd reibt, bafe er baS Häuschen auf Betlan9en roitßer abbricht. Auch Heinrich Rabenau bekommt tot bo3 geplante Garten» hau- am Wismarer Weg Ti^pen^ Der Lavier i>nbl« Map Müller wttl an feinem Laufe SBabnbc1'raf- 24 Schaukästen entringen, bic l1 cm in die BtraKensluchtlinie vorspruigcn. Tic Lersammlung tft damit einverstanden Ctra^enbabn Angelegenheiten. t Die Versammlung halte kürzlich belchlo >>n, daß Linder unter 4 Jahren frei fahren sollten, nram für ue lern besonderer Blatz beansprucht würo>.. Ta- Miniilerium, daS bic Fohivreife aj genehmigen hat, teilte einige Ta"? vor 3nb-.r::. gun.g der Dahn mit. bafj in biciem Falte bte Kinder von 4 bi» 10 Jahren halben AaorpreiS zu jitilen hätten und regle erneut au, Ätuflcr bis zu 6 Zahrnn fr" 'ähren zu lassen, ba barm von- 6. Jahre ab btt Volte Fahrrr-iii gerechnet werden könne Ter Bor übende bat, ba die Seit drängte, zvgestimmt, und bte Versammlung erklärte nachträglich ihr Einverständnis. Glad'v. Iß nm regt an. ber Frage der Abonnements- und Echükerkorr n naherzutreten, ba burch deren Einführung bte Ein- nabmen sicher erhöht würben Ter Vorsitzende ist ber Ansicht, baß man vorerst davon Lbseden möge, namentlich bet Kontrolle wegen. Stadtv. Iugharbt möchte auch den Schwestern, die in ben ÄUnifcn beftfaiilgt sinb, freie Fahrt gewährt haben. Rach einer Mitteilung bes Vorsitzenden liegt diese Frage gegenwärtig der Tevuratum vor. Stabtv. Gabriel unterstützt die Anregung des Stadtv. Dinn Tic seiner Turd)fü6rung cntgcgcnftrbcnbcn Bedenken feien nicht grob, ui d eine Einnahmeiteigerung sei bei dem Dorhandcn- sein znhlreid er Beamten, Kaufleuten uiro.. bic denn bic Bahn 6e- nutzen würden, sicher zu erwarten. Ten Schutzleuten, denen man eine bestimmte Anz< >l Zahlmarken gegeben baue, solle man un eingeschränkt freie Fchrt aewähren, da lic sehr durch ihren Dienst in Anspruch genam -icn seien uno dem Vernehmen nach 8 bk 9 Stellet' gegenwärtig nicht besetzt seien Ferner wünscht bet fJVbncc Anbringung von Fangvorrichtungen an den Wagen und $BarnunnJtafrfn an Stellen, wo enge Straßen die Bahn kreuzen Der Borsitzendc meint, man solle zunächst erst einmal Erfahrungen mit der Bahn sammeln und mit allen Abänderungen dis zum Frühjahr warten Tas gleiche schlage er bezüglich der Errichtung neuer Haltestellen vor. Wenn man alle dieferhalb bei ber Burgeimeisterci rmgegangenen Wünsche berücksichtigen wolle, wer' • wohl mehr mit d"r Bohn gehalten als gefahren werden Amt, er fei der Ansicht, bas; noch einige foalüi’tcUcn errichtet werden sollten, aber ihre Einrichtung unterliege der Genehmigung cd Ministerium- und man könne doch nicht kurz nach bet Beiriebscröffnung mit neuen Anträgen kommen. Die Räumer, die zur Verhütung non Unglück-fällen an unseren Wagen Ä'rackn feien, seien ausreichend, wie ber am Samstag Dor- mene Fall beweise Tic Anbringung von Warnungstafeln an Seitenstraßen habe keinen Zweck, oa sie doch Nicht beachtet würden. Etadtv Troß fragt an, ob bic Stadl genügend gesichert fei gegen bic evtl. Nachahmung bet Fnhrmarlen. Der Borsipenoc bemerkt, wenn Nachahmungen vor- kämen, mühten iic als Betrug verfolgt werden, aber bei dem geringen Wert der einzelnen Marken werde ein berartigev Betrug hier wohl |o wenig Vorkommen, wie in ben anderen Städten. Stadtv Wallenfels ist der Ansicht, daß man erst die Rentabilität der Bahn abwarten solle, bevor man an Acnoe- lten angewiesen werden, oic baltciiellcn nicht in zu raschem Tenuw zu überfahren, damit die dort stehenden auch mitfahren könnten. Aus die Anfrage dcS Stadtv Krumm teilt bet Vorsitz en b c mit, das, die Schutzleute, wenn sie im Dienst find, gerade io wie die Beamten freie Fahrt haben Stadtv. Krumm ist cd, n'alls her Ansicht, daß man zu* nädip erst einmal die Entwickelung der Bahn abwarten solle, bevor man Aenderungcn treffe. Ta5 gelte auch von der Fort- to>nuig der Bahn nach Vororten Erwünscht sei eine bessere Kennzeichnung ber Einwurfstellen Wie ber Vorsitzende mitteilt, ist letzteres schon vorgesehen Gtabtü Tr Haberkorn spricht für Anbringung von Schutzvorrichtungen, etwa Schutzblechen, vor ben Wagen, da namentlich durch die Aufsteigtrcppen, wie sie hier im Gebrauch seien. Gefahr vorhanden sei. bemerkt dazu, ein iold:cc Schutzblech üßnne nick l so lief reichen, wie bic hier dicht vor den Rädern befindlichen Na inner, jedenfalls feien bic hier ehtgcTührten Wagen nicht gefährlicher, wie bir anderer Snstemc Stadtv. G r ü n e id a l b meint, die Wünsche bezüglich der Bahn gingen icbr weit ausernanber. 2cm einen fahre iic $u langsam. Dem anberrn zu fdmcll; mancher luünfd* mckr Haltestellen, mantfcer nentger ustv Er wünsche, bar> man alle Wünsche auf drei Monate vertage Mit bem Ausbau neuer Linien solle man abrr tttdn mehrere jähre warten Tn Bahn fei nach Wicscck und Kien Linden zu auszubaueu, felbilvcrHunbhd) nur, wenn diese Gemeinden dazu betragen jetzt schon habe sich beans- acnrllt das; bic Bahn en notwendiges Verkehrsmittel für uns sei, die das A nie den Gießens als moderne Mittelstadt gehoben Habe. Alle, die bet ihrer Errickuung müge i stolz darauf fein. Leider habe das Vublilum bt» letzt pielfadi ben schlechtesten Eindruck gemacht. namentttM bic Eltern, bic ihre Umber vo> her Bahn über die Gleise laufen lassen, und bic Leute, die ud> in den Vagen setzen und ihre Hunde grausam er weife nad laufen laifcn. Tn Vortipende bat an» den bisherigen Bctiicbsergeb niffen die Urbcneugung gcioonncn, da», der uoraeiebtnc Betrlcbs- lufdmh nickt ui der anaeiwrnmcnen Höhe erforderlich fein wird Die Ausdehnung ber Bahn auf die Vororte fei nicht nur eine BerkehrSfrage, onbern hänge auch von den Zufchüffen ab, bic die Gemeinden leisten wollten Stadtv Gabriel spricht sich nochmals für andere Fangvorrichtungen ans Stadio vubn beanstandet die wenig auffallenden Halte- strllenfck ikder Stadtv Brück unlnfdtt ben Beeed fo burtbgefiibrt, baß die Sagen ohne Verspätung an ber Bahn anlommen Stadtv .Helfrich bedauert, daß so wenig Wagen nach bei Kaferne fahren, ircnitzstenü bic letzten Fahrten solle man bis höhnt durchlaufen lassen Stadtv baden icht weist daraus bin, daß bic seither schon vorhandenen Mißstanbe bet den Vicd^ranSvorlen durch die Bahnhofstraße und die West Anlage itd) Durdi die elektrische Bahn noch Dcnnebrt haben Am Sonnta,» seien htetbureb geradezu Verkehr 5 störut.gen und groste Belainaungen des Pubktlums ent» standen Ter Vorsitzen.x habe trüber ick-an angedeutet. daß Yb* Hilfe «sol'.cn werbe, unb er ersuch um nwgliunt baldige Besserung AuSlich? acitfilier .bbtlie ungefragt Habe bei bei ttt ständig« Stelle, bic Sart>e > . aber nod) nicht »v »e:t g.diebei: Stadtv Blank mmu, da eine baldige Abdilir des Ucbel» stand es auf andere Dnie nicht zu erreich n fei. >otte inon ben Ctebmeb burch bic Bahnbofsstraßc auf bie Nachtstunden de* schranken Si.idU) Gr ü newald erkennt bic behebenden Mißstände an. cbet den vom - :adtv. Tiani borpefdüaa n n Schritt u r.-. Bci-urtJung fön:.: :v. rid’: a.i.n. ba man doch ?.• märst. im jmeresse der Stadt haben wolle und deshalb den Dichtransrort nicht beschranken dürfe. Zum großen Xnl loniuc man Dem Heftet ab helfen, wenn mar ernstwellen. bis die vovr Oberbürgermeister in Au-sicht gestellte btmulwe LLsung erfo.;;. den Dikhtransoort am Kax'schen -au- brr mrch ber anderen S ite r Dabn zu!eite Leicht:r in bie- allerdings gervei'eu. wenn man n-xbt unbLüreiilicherwet'.' bu Errichtung des Bär unb W lter- habn 'chen Laufes aenann harre, aber auch jey noch sei bu Sach. ;u machen Ter Weg fei brnt gnun. cntl. müsse man •tnr bcdncoiietfrtu an ber W ed ernd.un. Bcg Geo: ii bca es ebenfalls für nör:;. daß im Interesse unserer Submätt:: Abhilfe getrv'fcn wird, unb unterstützt ben L;or d>lag bc- Stadtv Grünemaro Tre Teouunwn sollte sich öalbigst mit ber Sache befaffen. stadtv Grünewald bittet, leinen Antrag als dringlich zu behandeln. Stadtv. Blank hat feine Anregung nur für das hier zur Verladung gelangende Dild gegeben. TaS an Sonntagen nach der Bahn zugetr»ebene Bish komme für uniert Viehmälkte nicht in Betracht. Stadtv Gabriel unterstützt die Anregung bc4 Stadtv. Grünewald. dabei bemerkend, daß er dielen Vorschlag schon früher gemacht habe. Tie vvrgeichlagene Tarriönb-rung wird trnstimmi^ gutuhcitzen Tu Tevulanon beantrag: die Anschaffung oon zwei weiteren Wagen der flekrr. chen Straßenbahn, 'amii am «bnbof immer zwei Standwagen ooröenben find. ':;tn die uc bte 12 vorhandenen Sagen b.zahlten Brei • btibeba! lacrden. hindclr es sich um eine Ausgabe von 25 00i) Mart. urch die Ausstellung der Ltandwagen wird eine bessere (rinba.-ung de- FahrplanS ermöglicht Außerdem können di Waicn von den Fahrgästen besetzt werden, wodurch mancher die Bahn mehr benutzen wird. Stadtv Winn mein!, den mit den Stanbvagen bcabücu* ligten Zn ck könne man auch dadurch erreichen, daß man bie beiden 5 •icn zu verschi denen Zeiten be'abren lasse. Tadurch ltkrmm n v"M Bah f bis tum Markt 3^< Minutenverk br unb auch die Snitc. die am Markt umsteigen wollten, hätten im allgemeinen keinen Zeitverlust. Es würden durch feinen Bor- iw.ug . -i „ an ccioatt utio die mit Dec 'L^ahn ankommenden Reisenden wurden die Bahn mehr benutzen, als dies der Fall ist, wenn nur alle 7> '- Minuten gesahr« n werden kann. Eine ähnliche Einrichtung habe sich tn Tarmstadt durchaus bewährt. Ter Vorsitzende meint, mit der Annahme dieses Vorschlages zerstöre man eine der örunblagen, auf denen unser Bahnverkehr aurgebaut sei, da man damit den Umsteigeoerkehr aus dein Markt unterbinde. Beig. Georgi tritt für die Einführung der Standwagen ein. Tamil werbe auch erreicht, baß bei Vcrspälung.n ber an- fommenbcit Eisenbahnzüge immer Wagen am Bahnhos vorhanben feien. Stadw. Gabriel befürwortet die.Anschaffung der 2 Wogen unb bittet, bei ihnen einen Versuch mit Aittornaten zu mad'*n. Weiter regt er bic Errichtung einer Wartehalle am Bahnhof an, für bic ein Geichastsrnami, ber damit eine Zigarrenverkau s stelle verbinden wolle, 3000 Mark \ fondS perdu geben »volle. Für ben Marktpiatz könne mzin leicht bic Balle des alten fiat- rauieb al- Wartehalle ein richten und ebenso in der Marburger Slrape da- Wagenbepot der LmnibnSgc'cllsckasl. Stadtv. Krumm ist ber Ansicht, wenn eine Wartehalle notwendig sei, habe sie die Stadt selbst zu bauen. Bcig Georgi trantragt. über diese- Angebot der Konsegnenzen halb« zur Tagesordnung üb«zugehen. Tiei'er Antrag wird angenommen und der Anschaffung zweier Wagen zugestimmt. Tic in der Aussprache gemachten Vorschläge. Dünsche und Deaitstandunqen werden in der Deputation weiter beraten werden. Tic Fecer bei d« Eröffnuna der Straßenbahn hat 688,57 Mark Kosten (einschließlich der Musik) verursacht, irotron von den 30 daran beteiligten Mitgliedern des Stadt- Vorstandes 248,40 Mark persönlich zu decken sind. Ter Rest von 440,17 Mark wird bewilligt. (Schluß folgt.) Kleine TngeSchroiiit. Gras Ze vvel i n, bet sich dies« Tage auf bet Jagd bei Ludwigsburg eine Erkältung zuge^ogen hatte, infolge- beu'en sich wiederum ein Abszeß am valsc bildete, nnißlc sich vorgestern einer kleinen Operation unterziehet, die gut verlief. Tao Befinden des Grafen gibt zu Besorgnissen keinen Anlaß. jm chenlifden Laboratorium in £>ei bei berg explodier tc ein GlasLolb^i. wodurch die Praltikanren Otto bo !• mann unb Fran^ Sanber schwer verletzt nmrbciL Tie Verletzten wurden in die Augenklinik gebracht. Gewaltige Schneefälle sind in Südtirol meben- gegangen unb haben ben Verkehr schwer beeinträchtigt. Mehrnr Bahnlinien mußten ihren Betrieb einstellen Auch imSalburger Lande sind riesige Sckmcemassen niehngegangcn und haben vielen Sck adeii unb Ber kehrsstörungcn angerichlet. Vvm Mond?-berge ist eine FelSwanb abgostürzt. 3n Emmerich feuerte der Referendar Kalthof im jbau#- flur des 5)vtc(S Kaisnhof mchrne Schüsse auf eine 20|äbrtge Köck.in unb verletzte sie lebensgefährlich T« Referendar wurde verhaftet Pjörnfon überstand seinen vorgestrigen 77 Geburtstag in verhältnismäßiger Friiche, wenn er auch noch keineswegs außer Gefahr i»t. Der Burecnt-Hilf-arderter Bannicke aus Boxhagen, der unter Mithilfe des Burcau-As.istenien Bolt b i Berliner Stadtspnode feit Zahten rnn 100 000 Mk. geschädigt hat, ist gestern in Boxhagen t»erhaftet worden. Bannickc wurde bereits unmittelbar nach der Aufdeckung der Untcrfdila* gungen einmal verhaftet, mangel- an Beweisen aber wieder freigelassen. Zn Rom imirbe bei einer Entdlndung Professor Manetki während einer Operation von einem Herzschlag betroffen. Ehe Hilfe kam, verblutete bte Frau, das Lind ft a r b. "1 Handel. * Psesfervreife jetzt, bet dem Herannahcn ber HauS- schlachtungen aui bem Lande, dürften folgmde Angaben interef- neren. bic bie auh rorbemlichen Vrrise für Bfeffer «klären, bte bie foniumenten »ür baS Gk.vür» bezablen müssen. Tt: Groß- banbelsvreisc für den Artikel stellen sich unverzol l c augenblicklich für ben Tovvelzentner auf 7 4 — 75 Marl gegen 56 b, S 5 7 M a r k in b« gleichen Zeit 1908. Zu bieicm Dreis kommt noch ber Zollsatz von 50 Mark für ben Tovvel- $entnet. Gegen da- Boriahr blieb bie Einfuhr von Üfcffa um 800 0 Tovpelzcnlner zurück. Tie geringere Einfuhr entfällt lediglich auf schwarzen Pfekr«. während iv " . 'Bicff« m beiden jähren in gleichgroßer Menge zur Einfuhr kam. Spidplan des Neuen Siebener rradtthealerr. Direktion Hermann Steingoetter. Freilaa den lü. teieinber. abends n Um >v. 7,e,iraa-Abonne- rneiu-»:oturflmig .Wenn dei Hinge We n dtnbt.' Vu’iIpkI in b ei .‘hduif.fn von B»öen .;«rne 2hdniioiL t^nbe lear i IO1/, llbr. 5oin#raa. II. Tfiember. nachnunags tz' , Uhr, bet . olfepiei en 2d?-ilrr-l‘or- stell.ma: -Ton Carlo«/ cubt arce.i 7 Uhr. coimiafl Den i.. Te*. uacbiniitaa« 3 . llbr, bei Bo.tSvreden: 8iab«i • BorfteUui:; i.' JRärdxn in 5 Bilder» von Karl L brose- Ende 5*, Um. Abend- 7*-, llbr. bei kleinen ilreilm .Gedildeie -’teiildien.* EnSe gegen 10 Ubr. TtenSiag bm 14. Tezember, abentze 7 Ubr. toaiifpiel ber Tarmhäc-ier Ho'overt ,2te«loii?.* 'Jii.ntbroma tn eine n Bödmet unb > An'züaen von JliiboJ Vota-i Piiiftf von Engen b'AIbert. I«t nach A liuimrrd. ,l 9« ar< e 10 U n. i’hil io.t t 1b Tc e nber. abends 7 Ubr s ii'iroa»- 5?.niue (iU-t;oifllid?c Hacbricbtcru irvungeili- r isetuemse. Sonntag den I$. Teiember. S. Aboenl. Kollekte tot die nxma lemetnöe Rockendery. O»Ne»d leist. 31 ber LiasttirH«. Vormiftad 9 , Ubr: i?mrr« U echloffer. Bornrn tags 11 Uhr: Milnörgonesd lenst. V a rrer Schwade. Nachmittag- 2*, Ubr: Kinderkirche ‘ür bie AIa::bou»ae»iechtztz Pfarrer D. Schlaffer. Abend- 5 Ubr: P'a«« Schwade. Beichte und beiL Abendmabl für bie Marku-geniemtze, wo« .eionber:- anch die konstrmiene juaend emgelaDen wird. Ä» nie.Dun i vorder bei bem Plärrer der Gemeinde eideien. AdtnL-r 8 Ubr: Bereinigung der fonfiriinertcn männliche, juqend der Mandänsgememde. Dienstag den 4. Zeinnbfr, nachm. 4 Uhr, im Mattdäutz. iaal: Fran en-Million-verein. Donnerstag Den 16. Tezbr.. abend» 8 Ubr. un Manhäullaal Bide 1 ftunde. iBUder aus dem Lebe« der ArosteL) L’mrr er D. Schloff er. 31 der Zohavoeeknch«. Vormittag- 9'. Ubr: V«o<. D. Eck. Lonn'ltags 11 Uhr: RmbettnAe 'ür die Luka»gemeinde. P'auer Bechtol»he«meL Abends 5 Uhr Plärrer An - »eld. Beichte und veil. Abendmahl *iir d e Iobannesaemeinbe, w.'z» beionbere auch Di; kovstnuieite Jugend ctttzeladen roiib. An» Meldung vorher bet dein Pfarrer erbeten. Mr nag beil 14. Tezetnver, abend- 8 Ubr, tm Lukas faale: BtdeIstunbe. Pfarrer Bechlolsbetnter. Nä 'stkintsttaen Sonntag, den 19 Tezem?er. nadunt tag» S Uhr: Ehnstvefcheriuigsieier für die Kleinkuiber-BetuahramtaU. Kaihoiiidif vXN.cmöt. »otlesblenh. Gametaa ben H Tezemder: Nachmittags um 6 Uhr und abenb# um 8 Ubr: GelegenhM zur beit. Beicht. Sonntag den 12. Tezeinber. 3. Advents-Sonntag Fest der „unbehedten Empfängnis". Vormittag- von 6' , llbr an: t-seleacniieit zur hciL Beicht. Vormittag- um 7 llbr: Tie erste betl. * .de. um 8 Ubr: Au-tetlmig der II. Ooininimton. Bormittag- um v Uhr: Hochamt mit Predigt. , um II llbr: Heil. Vefle mit Predigt. Nachmittag- um 5*/, Ubr: Christenlehre; darauf Fest-Andacht n* Segen. TonnerStag den 16. Tezemder, abends 8'/, Uhr. roirb in b«r Kirche ber zweite avologettfche Jorlcag gehalten übe 6 i e großen fi tt 11 u r in ä .1) i e. T te ganze iüemetnde. vor aße» aber alle Männer und jnnglin.ie, stutz hirrut ein elatzeu. ------ — der $;ation (stietzen. i 11«||" j ;äi !-z Ll ttciei ue ltert ratu 1‘ufl lute iqfci ttve intet ld- llllfl 1909 IIQM mv >a.lvgi Icmpe der ! -21 5 c eo 9. 2* 755.5 4-4.9 63 81 o 9 9. 9" 758 2 4-21 49 91 NNW 4 10. 767,9 -2/1 3,8 98 — still 0 vochste Temperatur am 8. bis 9. Tezemder = 4* 4.9'2. vliebiiafte , , 8. , 9. , =4- 0,3*0, 9heberid)laa: = 0.0 mm - - - -- —— - ii-—.. .-i- »W» (nri^iiiabDrnbfiiiclOuitocn, Mach Schluß der fiebahwn etngeuoifen.) fi B Darmstadt, 10 2', Uhr nad»mitkagS Bo der um 2 llbr vjcgenammnint Schtußgbstimmung übe dicWahlrechtsvvrlage wurden l e i de Gese de n t w ü r le gegen 10 Stimmen angenommen. T tewm ,:tntm:« die Freisimtigen, bie Sozialdemokraten unb bte Abg. Bähr uni D« Artikel 3 (Zusammensetzung der 2. Kammer wurde in be Fassung ber RcginuitgSvvrlaflc angenommen mit b m jufa-i. baj ber Stabt Gießctt noch bte Gemeinde Klein-Linden en- gegliedert wirb. Ter Antrag Brauer, der nod' >uchelhe » Wreseck unb Großen-Linden der clabt Gießen angltcdecn rrvijt. wurde abgclcbnt --—— —......... .......... leietonische Kursberichte de« Giessener Aoz?Her<, mp^eteik von der Dank für II»sie nw* ’-u Frankfurter Bftrae, 10. Deaember, 1.15 ühr. 3'/»*.'■» Reicbwanleihe. - . . «4 00 3*/. do. ______ . 3 4.95 3V,e/e Konsole ,.. . . ^4-00 3' //.Hessen. . 98-80 3l',eL <>berbee*terr. Goldrente . . 9t>70 41/**. Oesterr. Mlberreote. 9t^S>» l' , l’ncar Goldrents ... 95.20 V. Italien Rente . . , — 3*, Porto^iesen Serie l . 63^>5 S’/e Porta.icneu . III . 64.7J <*/»*/* ro*- StaatAaul. 99 25 41 /,*/. Japan. Staataankihe 96.50 4#/e Cour Türken von 1908 94.'X) Tdrkculose......18 .0») 4*/. liriecb. Monopil-Anl . 47.60 4*, nassere Argentinier .. '.20 , Mexikaner.....6:r‘er .leit vosoeli ännhltd) unb Mbr Irtften Fays aane Lovener PW Mineral Pa üüeu vorrilaltO-e TtfnHr *Jo ftc r »tt* -ch r Ucblta: Ter Ihr.» «st «^rtNs- < *<• dich mr fcn Schachtel. c :n allen .Isoidete» Trc enrn und kirnetciroc'-cib'-nblunani kaufen tnn». ::c unscn aber ociic man niu önrrüiuing surüd. i i” • Der Det?i’Eisfen»Verem zu Giessen Grosse Posten Schuht®aren Ein Posten Boxcalf-Herren-Stiefel Ski- und das Paar Rodel- Stiefel UnEK" Telephon 435 Telephon 435 al7 An» Abzahlung L 444, Parfümerien. [hvW, Kreuz-Drogeric Lug. Noll. Grosse Auswahl sämtlicher Haushaltungs - Artikel, prachtvolle Neuheiten in lAZXUS- ’Vereine erhalten. Rabatt waren aller -A.rt< 6582 Es glückt Ihnen immer Blockstrasse 14/16 empfiehlt billigst 07888 L 2. 3. Hansa V. <3 ' V Kragen. Manschetten, Unterzeuge Taschentücher, Krawatten j. all. Form. Ferner empfehle mein grosses Lager in warmen Herren- n. Hamen-Schuhen u. -Stiefeln. za um Mcdizinlil-Lcbcrtran Lrbcrtran - Emulsion c rk. Mk. 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