Samstag 16. Januar 1909 159. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umsaht 16 Seiten. 95d HIFI eh a-M. Ibß/i ‘ssen. s= s iS v> IG UflZat, vl •u - W. 19« i tölo. Deutsches Ueich. Die ReichstagskommissioIi für dasWelngeselz erledigte gestern den Nest des Entwurfs mit unweientlichen Ab- änderüngen. Tie zweite Lesung soll am 26. Januar erfolgen. Graf Hompesch, der, ivie berichtet, vorgestern Abend in einem 'Berliner Restaurant von einem Schlaganfall betroffen würbe, kam gestern früh gegen 5 Uhr wieder zum Bewußtsein. Das Besin oeu des greisen Parlamentariers har sich im Lause des Vormittags weiter gebessert, wenn auch die Lähmungs-Erscheinungen noch nicht geschwunden sind. 'Bei der ReichstagSersahwahl tm Wahlkreise Wittgen st ein-Slegeu-Biedenkopf wurden nach der amtlichen Zählung im ganzen 31171 Stimmen abgegeben, davon entfielen am Mumm (chrililichsozial) 13 436 Stimmen; ferner er- hielten Bogel (imlionalliberal) 7824, Ruschke sireif. Vereungutig 4182. Scharmigel (Zentrum) 3049, Gogoivsky (Soz.) 1707 und Schneider (chriitlichnational) 957 Stimmen. Die engere Wahl zwischen Miimm und Bogel wurde auf den 22. Jan, festgesetzt. Ausland. Oesterreich-Ungarn und die Türkei. Die Pforte hat den öslei-reichischen Botschafter davon verständigt, daß die Regierung alle Maßnahmen getroffen habe, damit die ösierreichlschen 'Schiffe in allen türkischen Häsen ein- und auslauien lönncn. Die Entlassung Puanschikais. Ter englische und der amerikanische Gesandte haben beim Prinzen Tichmg Borstebungen wegen der Entlassung Yuanschilais erhoben. Tie,es Borgehen enolaie unabhängig von den anderen 'Mitgliedern des diplomatischen Korps, ohne vorherige Rüchprache mit dem Wcu- wupu und ohne Uebereuistimmung nut den Weisungen der britischen und der amerikanischen Negieriing. Die Tivlomaten in Peking sind über die Frage geteilter Ansicht. Es heißt, der österreichisch - ungarische Gesandte unterstütze Die britisch - amerikanische Akt on. _____________________ ’au. -^5 SLÜ" alzer. 011 ’n Ctcßev,) mm: /nd Prosa von '-.von Liliencron, «d'^osegger, tui,n,19 Thoma, L in Musikalien, ü^)i). An der Abend- y e Ermäßigtina). Nr. 13 Der Siebener Anzeiger erscheini täglich, außer EountagS. - Beilagen: viermal wöchentlich LtehenerZanitlienblätter; »wilinalwöchentl.llieir- blall für den llcns Sieben (Dienstag undJreiiag); groennal monotl. Land- wirlschaftlicheZeilflagen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, tveneral-nnzeiger pr wperifeiieu HWH Uii die Tag. -Nummer Rotationsdruck und Verlag der Vrschl'schkn Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchnlstratze 7. Auzeigentell^'H^Beck bis vormittags 10 Uhr. _________________ _______ Aus SMSt und Land. Gießen, lü. Januar 1909. - Vom Großh. Hofe. Die Großh. Herrschaften wohnten n. d. „Dstdt. Ztg." am Donnerstag dem Vurmester- Konzert in der Turnhalle am Woogsplatz bet. Fürst und Fürstin zu SoluiS-HohensolmS-Lich, sowie Prinzessin ! Dorothea sind am Freitag vormittag nach Ltch zurückgereist. Vie verftärtte 6efd}äftsorönungsiommijiton der tieich-tagr bet die die Lmstitutiouellen Garant.eu betreffenden Anträge Über- wlesen sind, beschloß gestern zunächst den auf die Interpellationen bezüglichen Test der natlonaltioeralen und freisinnigen Anträge zu beraten. Es liegen weiter dazu auch Anträge von den Sozial- oemokraten uird vom Zentrum vor. Der nationalliberale und reif innige Antrag stimmt in oen wesentlichen Punkten überein. Der natvonallwerale will es bei der Best.mmung der Geschästs- ordimng belassen, daß. eine Besprechung der Interpellation aus Antrag von ö0 Mitgliedern zu erfolgen hat, nach dein freisinnigen Antrag sollen 30 Mitglieder ausreichen. Ferner soll nach dem freisinuigeu Antrag die Be-chiußsasiung darüber, ob und wann ber Reichstag eine Besprechung der Interpellation trornelynten. will, für den Fall des Ausbleibens einer besüunmten Erklärung des Reichskanzlers in den nächsten drei Sitzungen erfolgen. 'Rach bem nativnallweralen Antrag sollen nur Anträge, die keine Ge- sctzentivürfe enthalten, bei Be,prechung der Interpellationen zu- Ursiig sein. Nao; den Zentrumsantcägen sollen nur solche Anträge bei Besprechung von Interpellationen eingebrad)t werben dürfen, bie den Gegenstand der Fnterpellaiion unmittelbar betreffen. Interpellationen an den Reichskanzler sollen zum Umecschied von solchen an den Bundesrat auf die Dacxcsarbnung einer der drei nächsten Sitzungen gesetzt werden. Tas Zeiiirumsinitglied hob bei der Begründung des Antrages hervor, daß damit sich die Einführung von «sogenannten kurzen tatjächlicl-en Anfragen erübrigen würde. Im übrigen stellt sich das Zentrum auf den Boden der nationallloeralen und freisinnigen Anträge. Die Reicl-s- partei lehnt den Teil des freisinnigen Antrages ab, nach roekbem inneibalo eines bestimmten Zeitraumes der Reichskanzler den Dag festsetzen soll, an dem er zur Beantwortung der Interpellationen bereit ist. Ebenso daß, falls der Reichskanzler d.e Beantwortung der Interpellationen aolehnt, er die Gründe der /Ao- .ehuung L..rz anzugeben hat. Erhebliche Bedenken Hai ine Reicks pnrtei auch gegen die Stellung von Anträgen bet Besprechung von Interpellationen. Das würde eine VersüBrfung des Kontrollrechts des Parlaments bedeuten. Die wii.schnstäclfe Bereinigung ist in der Hauptsache für die Anträge der Freisinnigen, 'Rational- liberalen und des Zentrums. Eine RedaÜwnsldnumsiion soll eure einheitliche Fassung finden. . Die ferneren Sitzungen sollen in feder Woche am Dienstag und Freitag süattsinden. Die nächste Sitzung erst am Freitag. Die freisinnigen und irationaliioeralen Anträgen bauen Aussichten, Ln ihren wesentlicl>en Teilen angeiwmmeii zu werden. h“ bei w S’ä/ä ^8 b^S^UTfi. IUtv ■ i» *’***tjfc " Erledigt ist die Stelle eines Lteurraussehers bei dem Großh. Hauptsleireramt Mainz. " Das Gau turn fest des GaueS Hessen soll, wie in einer Gesamtsitzung dis Turnausschusses der zur deutschen Turnerschaft gehörenden Marburger Vereine (Turnverein, Lurngemeinde und Akademischer Turnverein) gestein abend im Turnergarten beschlossen worden ist, am 3., 4. und 5. Juli auf dem erweiterten Viehmarkiplatz m Marburg abgehalten werden. Dick den Vorbereitungen wird demnächst begonnen werden. Reife geliefert. . Die Verhandlungen zwischen der Türkei und Bulgarien sind nun freilich noch nicht so weit und so glücklich gediehen, wie die mit Oesterreich-tlngarn, aber es besteht doch feste Zuversicht, daß es auch hier zur friedlichen Verständigung lominen wird^ Was werden nun aber, so fragt man sich unwillkürlich, «Serbien und Montenegro tun, die bisher so fest darauf gerechnet hatten, im Verein mit der Türkei gegen die habsburgische Monarchie zu F-elde zu ziehen? Der erste allgemeine Eindruck in Belgrad war, wie es heißt, der großer Niedergeschlagenheit. Man nimmt jetzt an, daß Serbien und Montenegro durch irgend welche handelspolitischen Konzessionen befriedigt werden sollen. An Krieg wird Serbien nicht mehr ernsthaft beulen dürfen, seitdem der Gossudar Imperator an der Ncwa von der allslavischcn Kviegspolitll nichts wissen will. In amtlichen St. Petersburger Kreisen ist man in den letzten Tagen übrigens von einer auffallenden Liebenswürdigkeit gegen Deutschland. Nach eurem Berichte des ,Mrl. Taglst." wird in amtlichen russischen Kreisen erklärt, daß in der Tatsache der friedlichen Verständigung zwischen Oesberreich-Ungarn und der Türkei zugleich ein wesentlicher Schritt zu einer Annäherung der übrigen Großmächte und zur Festigung des europäischen Friedens zu erbiiaen sei. Von osjiziöser Seite betont man nachdrücklich die freund- s ch a f t l i ch. G e s i n n n n g e n 3i u ß l a n d s zu D e n t s ch - land und den lebhaften Wunsch, den latenten Antagonismus zwischen England und Deutschland endgültig beseitigt zu sehen. Jeder Gedanke an eine unfreundliche Haltung gegen Deutschland sei vollkommen a u s - ♦* Die Hessische Vereinigung für Volkskunde wird als zweite Veranstaltung in diesem Winter am nächsten Mittwoch, 20. Januar, einen oberhess. Vollsliederabend abhalten. Der Vorsitzende, Psarrer Schulte, Großen-Linden, wird einen Vortrag über das Volkslied in Oberhessen halten, und zur Erläuterung werden Fräul. I. Müller, Wetzlar, und Fräul. M. Klebe rger, Friedberg, eine Reihe von Liedern (14) aus allen Teilen unserer Provinz, dem Schlitzerland, dem hohen Vogelsberg, der Umgegend von Gießen, der Wetterau, singen. Die betresfenden Lieder sind sorgfältig aus- gewählt und von Mujiidireltor Prof. Trautmann für ,ehr gut befunden; er hat die Lieder musikalisch durchgearbeitet. — Pfarrer Schulte hat über dasselbe Thema vor Weihnachten zu Frankfurt im Zweigoerein des Vogelsberger Höhenklubs gesprochen. — Das Interesse gerade für diese Veranstaltung der Vereinigung ist sehr rege, wie die anerkennenden Zuschriften und mündliche Fragen beweisen. Der Besuch des Vortrags wird für jeden wenvoll sein: wer die Lieder und den Gesang unseres Volkes, unserer Bauern schon kannte, wird weitere Anregungen mitnehmen; wer seither oielleidji achtlos an ihnen vorübergegangen ist, wird Verständnis dafür gewinnen; wer bis dahin nichts von ihnen wußte, dem wird sici) der Blick in ein neues Land aujtun. Der Vortrag wird zeigen, welchen Schatz wir in diesen ein* fachen Liedern mit meist wehmütigem, aber zum Teil doch auch heiterem Inhalt und entsprechender Weise haben. Er wird zum Bewußtsein bringen, daß man sie wie alle die anderen Aeußerungen unseres Votlstums allzulange unbeachtet ließ, und die Zuhörer werden es unbegreiflich finden, daß man so spät erst auf die Schönheit dieser Lieder aufmerksam wurde, die frellich wie bescheidene Blumen nicht an der großen Straße stehen. — Auf vielfache Anfragen hin sei darauf hingewiesen, daß zu den Vortragsabenden der Vereinigung natürlich auch Nichtmitglieder freien Zutritt haben und stets gern gesehen werden. Ter Vokks-i kiederabend findet in der alten großen Aula der Uni-, versität statt und beginnt um B'-/4 Uhr. Die Texte der Lieder, welche gesungen werden sollen, sind am Vortragsabend für wenig Geld zu kaufen. ** Der „Lustige Abend" von MarcellSalzer findet am Mittwoch, 20. Januar ini Steins Saal statt, lieber Marcell 2alzer äußern sich die Feuilletons hervorragender Zeitungen folgendermaßen: „Boss. Ztg.": „M. S. entfesiekte beu stürmischen Jubel feiner Zuhörer". „N. Hamb. Ztg.": ,,M. S. ist em Vortrags künstker von Gottes Gnaden." „'Brest. Ätorg.-Ztg.": M. S.'s Vortragslunft berührt den Zuhörer wie eine Herzensoffen- varung." „Stuttgart. Schväb. Merkur": „Wer in diesen verdrießlichen Zeiten die Rtensclren so zum Lachen zu bringen versteht, wie M. S., der ist mehr wie em Tausendkünstler, der ist ein Wohltäter der Menschheit!" „Heidelb. Ztg.": „Man lachü Tränen und schämt sich der richtigen nicht. Wenn er ernstes Geriet betritt. Er ist einzig und eigenartig." „Wiesb. Gen.-Anz.": ist. als wenn der SkHzenstift von Wilhelm Busch in einem! Übermütigen Augenblick etwas Menschenähnliches hingeschnörkell hätte, das nun plötzlich zum Leben erwacht ist, so sitzt es da, vicses Fabelwesen unter den Vortragskünstlern Marcell Salzer." *• Opernoor Heilung (nicht Operettenoor|ieUung, btflifltt geliefert, eoenll. mn .'iiinmzü. auduieuc werden Eestcül. Oßert. w Ru-o/' j)olitL;chc i Gießen, 16. Januar. ; Angebliche Kaiserworte machten auch in der verflossenen Woche die Runde durch die Presse. Der Kaiser, so hieß es, baue beim Jubiläum des Gardegrenadicr- xegiments, dessen Inhaber der Kaiser Franz Josef ist, eine hochpolitische Ansvracl)e gehalten. An dieser Mitteilung war teilt wahres Wort. Der Kaiser beobachtet, getreu seinem im .Herbste gefaßten Vorsatze, die größte Zuruckhaltung in politischen Dingen; um so häßlicher wirkt es daher, daß gewisse sensationslustige Elemente den Kaiser heute eifriger denn je in den K^reis ihrer Erörterungen ziehen und von Reden des Kaisers wissen wollen, die in Wirklichkeit gar nicht gehalten worden sind. Gegrn solche Taktlosigkeiten muß endlich entschieden Front gemacht werden. Für einen auch nur halbwegs verständigen Atenschen gibt es buch wahrlich besseres zu tun, als Klatsch und Tratsch zu verbreiten. Das politische Leben, wie es sich uns täglich überraschend und neu gestaltet, gibt allein schon Stofs genug zur Unterhaltung. Wozu ist es nötig, an der Hand erfundener Meldungen immerfort den Kaiser zu kritisieren unü altes, längst Gesagtes immer wieder aufzuwärmen? Reichstag und Preußisches Abgeordnetenhaus sind nun wieder zusammengekommen, um ihre durch bie Weihnachtsserien unterbrochenen Arbeiten fortzusetzen, aber an der rechten Arbeitsireude scheint es den Reia)sboten ciiisttveilen doch iwch zu fehlen. Der Reichstag war in der ersten Sitzung nur spärlich besucht, und an sonderlich wichtigen Ausgaben fehlte es auch noch. Die großen Gesetzes- Vorlagen sind noch in den Kommissionen, und so hatte man sich im Plenum des Reichstages hauptsächlich nur mit Petitionen zu befassen. Jntere,santer gestalteten sich die ersten Sitzungen im Preußischen Abgeordneten- 'h a u s e. Der neue Etat gab zu mancherlei trüben Betrachtungen Veranlassung; der Vergleich mit den früheren fetten Jahren, wo man in Preußen nicht wußte, was man mit dem vielen Geld im Staatssäckel an fangen sollte, war gar zu devrimierend. Eine parlamentarische Debatte, wie sie nicht alle Tage vorlommt, bot die Interpellation des Zentrmns- kämpen Roer en gegen Nacktkultur. Mit diesem kunstfeindlichen Sittkick)keitsapostel war dieses Mal, wie es schien, das ganze Parlament einig in der Ablehnung der neuen Nacktiunst. Auch diejenigen Kreise, die sich durch eine ganze Weltanschauung von einem Roeren und Gen. getrennt fühlen, können sich der Einsicht nicht verschließen, baß die heutige Zeit für bie Kultur paradiesischer Nacktheit noch bei weitem nicht reif ist. Die verhältnismäßige Ruhe und Sachlichkeit, mit der das Problem im Abgeordneten- hause und in der Presse behandelt wird, wirkt nicht um ^^Wohl^das bedeutsamste politische Ereignis der letzten Tage war die friedliche Verständigung zwischen Oe st er reich-Ungarn und der Türkei. Wochenlang hallte es auf dem Balkan von wildem Kriegsgesck)rei wider. Dtan hörte nur von Rüstungen und Mobilisationen, und der allgemeine Balkaukrieg schien unvermeidlich zu sein. Und nun hat es sich gezeigt, daß eine friedliche Verständigung doch möglich war. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Man gab in Wien ein wenig nach und in Konstantinopel ebenfalls, und so ergab sich schließlich in gewissen finanziellen Erörterungen ein Mittel zur Verständigung. „Die Geburt der türkischen Veriassung, die Erstehung der ottomanischen Volksvertretung hängt," so schreibt jetzt ein Wiener Blatt, „in tausend Fäden mit der Geschichte und mit den Interessen der ganzen Welt zusammen; dem neuen Regime in der Türkei überantwortete das Geschick die Entscheidung über Krieg oder Frieden, und siehe da, die jungen Machthaber erwiesen sich den Pflichten der Verantwortung gewachsen, sie votierten dem Großwesir ihr Vertrauen, als er die friedliche Lösung der beiden Probleme, des bulgarischen und des bosnischen, teils in Sicht rückte, teils als dem Wesen nach gelöst kundgab." In der Tat, das junge türkische Parlament hat mit seiner Zustimmung zur friedlichen Lösung der schwebenden Fragen eine bewundernswerte Probe seines politischen Verjtändni,ses und seiner geschlossen. Wenn Reibungsflächen zwischen beiden Landern vorhanden seien, jo seien diese ebenso wie die zeitweilige Trübung des deutsch-englischen Verhältnisses lediglich darauf zurückzuführen, daß angeblich Fürst Bismarck dem Deutsck)en Reich die vollständige Hegemonie in Europa als Erbe zurückgelassen habe, die Tätigkeit der Großmächte aber darauf gerichtet sei, einen „Gieichgewichtszu- stano" herbeizuführen. Im übrigen steheRußlanddem Deutschen Reich mitrückhaltloserSympathie gegenüber. Das gelegentliche Hervvrkreten feindseliger Preßstimmen gegen Deutschland und Oesterreich-Ungarn habe mit dem Standpunkt der leitenden Politiker nichts zu tun. Die allslawisci)e Agitation werde in Rußland von vielleicht 500 Dcännern betrieben. Der größte Tell der Bevölkerung habe überhaupt lein Verständnis für den Be- tand und die Bedeutung der bosnisch-kierzegowinischen oder einer ähnlicl)en Frage der europäischen Politik. Derartige Friedeiksworte sind von der 9ieüa aus schon lange nicht mehr an die Yloresse Deutschland gerichtet worden. Was i't da vorgegangen, um eine solche plötzliche Wandlung u erklären, oder was geht vor? Was ists mit England, oas in der Türkei und auf dem Balkan schon sehr aktiv Mitwirken zu wollen schien? An der Themse i>ls au] einmal ganz still gcwvroen, man scheint sich nicht im ge« ringsten mehr für die snedllche Verständigung der Türkei mit der Donaumonarchie zu intere)|iereiu Merkwürdig, höchst merkwürdig!E. A. wie eS infolge eines Druckfehlers hieß) muß es in der gestrigen Notiz über die Troubadour-Aufführung am nächsten Freitag selbstverftändlich heißen. — Alten-Buseck, 15. Jan. Nächsten Sonntag abend hält der hiesige B i l d u n g s a u s s ch u ß im Saale von W. Rabenau seinen zweiten Boriragsabeno ab. AIS Redner ist Dr. med. Laubenheimer vom Hygienischen Institut Gießen gewonnen, der über daL Thema »Die Tuberkulose lind ihre Bekänipsung^ sprechen wird. AngelichtS der Tatsache, daß in unserem Ort reichlich zwei Drittel der Verstorbenen dieser Krankheit zum Opfer fallen, wird es für jeden ratsam und von Vorteil sein, sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen und dem Vorlcage, welcher auch mit Kartendemonstrationen ausgefuhrt wird, beizuwohnen. --- Schotten, 15. Jan. Auch für das Jahr 1909 sind von der Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Schotten Mittel zu einem Kuraufenthalt armer, kranker Kinder de8 Bezirks in der Kinderheilanstalt ElisabethenhauS zu Bad-Nauheim bewilligt worden. Die Sommerkur beginnt anfangs Akai. m. Rod heim a. d. Bieber, 14. Jan. Die neue Schule, anfänglich für vier Klassen und zwei Lehrerwohn- ungen vorgesehen, soll auf erneuten Beschluß der Gemeindevertretung nunmehr allen Lehrern Wohnung bieten. Trotz der regen Balitätigkeit fehlt cS hier an geeigneten Wohnungen, nm so mehr ist es zu begrüßen, daß gleichzeitig auch die Wohnungsverhältnisse der Lehrer endgültig geregelt werden. X. Atzdach, 14. Jan. Der Turnverein hielt am Samslag abend in seinem Stanunlolal, Gastwirtschaft Tasch, seine Generalversainrntung ab. Schneidermeister Schwicker, der Gründer deö Vereins, wurde wieder zum ersten Vorsitzenden, Ludwig Weller als Turnwart neu und der bisherige Kassierer Weber als solcher wiedergewähtt. Der Verein gehört dein Lahn-Dünsberg-Turnbund an, dem nunmehr auch der Turnverein Dorlar beigetreten ist. ^AuS dem Kreis Wetzlar, 14. Jan. Der Kreis« Viehoersicherungs-Verern des Kreises Wetzlar zählt» baisM Ä ?iic Mittel, nur (hv-;; Iroflcric, £t!o 2-baa!. ochprima lss17/u etieidehese ne sehr leisningsiahige mnerei notb Abnehmer. _ _ ä *>err»gSpret»r $63 monatlich 75 Ps„ viertel- tVIlVI>v11 !▼ IHvväää N £> Verantwortlich »WK für den politsichen Teil, General-Anzeiger für Oberheffen - -I 7.0 3,1 4,7 itfiroren. reines Naturprodukt i ft und war nnd nichtver - Jan »»ar Weller 1009 Handel Portugiesen J1I 110.80 228 50 61.70 146 50 uri» Zitat- X MflfiRI8 W1^rze ■ ■ ■ MUUI mit dem Kreuzstern MAGGI» nie ipanamt Küche. 4 x,‘4 °/e TQss.btaatsaul. 190a *>to/0 japan. ötaatsaulcibe 1 >o Conv. Türken von ivua £a der Beweis des nur wegen einfachen (Bericht erkannt.' mit der das erstemal vor 916 7’4 Börse, 16. Januar. 1.15 Ubr. 94.80 | Llektru. Labmeyer . . 199.70 18. 0 2,0 i 0,7 | 85.60 94.85 85.50 94.10 93.20 98 10 97.95 92.95 Januar. Anian gakuree. huipeuer Bergwerk. . Lanrauüttc . . . . i.uiu'jarden E. B. . . Sordd. Lloyd . . . . l ürkenlose . . . von Er Regen KlarerHimmel Börse, 16 . . 176.60 . . 128.1o 17.90 145 40 123.50 Cauada E. B. . Darmstädtor Bank . Deutscne Bank . . Durtmuuder-Uniou C. Dresdner Bank . Tendenz ruhig. Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . Tendenz; fest. Berliner 732.9 738.2 741,5 f io Gell mif cent Tisch bobe licflcn fcncii. 03cqeine u - nicht ui crbiingen Ivar, I rmrte Tienstalfts Veiurtennng cimrcten und das Rücksicht >iui die Jugend des Angekiagl n, Gericht stand, auf 11 Tage Gefängnis. Mangel an Reisegeld t)l kein genügender Enfic.fntdigungdgrunü, 118.60 119.40 188 50 189.(30 11260 195.00 200.00 91.SO 97.00 169.50 128.10 242 50 134 00 181.30 148.30 198.80 lürkeniuse i Uricch. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier öu/o Mexikaner . . i >i v/0 Chinesen . . . Aktien: Siur töt mit biefit "»arh-bem^ildjer — ttn taatüiin .• 8ad.cn bis- Cco’.i« Itien SBerfdljtcni: iVictcPioiogijme der Stntion Giene«. Ciiigciaiidt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Einsender dieses möchte sich die bösliche Anfrage gestatten, auS welchem Grunde ent wirklich reizendes Lattenspalter quer über den „verlängerten Afterweg" angebracht wurde. Wenn man vielleicht der Ansicht ist, daß dies zirr Verschönerung der Strafe beitragen soll, so ist das verfehlt, denn das Spalier bietet einen absolut geschmacklosen und unangenehmen Anblick und scheint noch aus uraller Zeit zu sein. E i n B e »v o h n e r d e S »Verlängerten A st e r w e g S^ Älcmc rageschroutk. Kaiser Wilhet m hat der Königin von Italien den L u i | e n o v b c n verliehen. 3u 5? o r b im wurttcmoecgischen Schwarzwald brach ein gc - f ä hr l i ü) e r B rund in der Klosterbrauerei aus, beut das ganze Olei'uuuc, Gasthof und Bcarierei, 3um Opser fiel. Das augeoauie log. 3t unter Mutte nur durch das energilche Eingreifen der Feuer wehr gerettet werden. Tie Löfckrarbetten waren durch einen hes- ttgen Llttim sehr erschwert. Füns Feuerwehrleute wurden vurch eine e i n st ü r z e n d e sJJl euer mehr oder weniger schwer verletzt. bat der Landwirt 0). 20. byn Willofs, um ein Vtädcheu, das seine Liebe verschmähte, für sich zu gewinnen. <£r hatte mit der Achter eines okifbvirteo seit einiger Zeit em Liebestvrbältnis: doch auf der letzten Kirchweihe liest sie ihre Avneiguni gegen Hi Elektriz. ächuckert . . . Eschwciler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk Uainturg-Amenk 1’akeL*. llnrpcner Bergwerk. . . Laurabütte .\ordd. Lloyd . . . . Ubeisclrles. Eisen-Industrie Berliner riaudelsges . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonlu-Kuunnaudit . . Dresdner Bank . . . . Kreuitaküen Baltimore- und Ohio- Eisenlahn Uoitoarduaba i.omuard. Etaenbabu . . üesterr. älaatsoauu . . . l nuce-beuri-hiseubabu war in einem Cafe 311 B.rd-Rauheiin bedienstet und ist nachts in ras Zimmer der Bussetldame eiitgcfficgcn, um einen auf einem j"tldi lügenden (Mcibbctrcg von 12 Mart zu eniwenten Er be- ilrüi die Wegnahme des twtöcs nicht, docl null er nicht zu diesem Zweck eingcfticgcn sein; vielmehr |ci die Haustüre verschrotten gewesen, wrsl alb er den Weg durch das Fenster genommen habe. Ter Entschiit Nn> dem Tieostaht sei ihm erst gclommen, als er (Blfi'.ir-i ;0Ä unlcrvi rta'Lurr» Nation -,e. > 3.". t JhlL Vörscn-Wochcnbcrichr. - Frankfurt a. M., 15. Jan. Tas graste politische Ereignis der Woche: Tie Annahme des Angebots der österreichisai-ungarischen Regierung durch die Türkei, wonach diese eine Varenlsch idigung von 2' » Millionen türk. Pfund für die Staatsgüter von Bosnien und der Herzegowina erhalten hat. Hal seinen Eindruck auf die Börsen niüji verfehl! Ging man üuü) niete so weil, Schwterrgk.iren nuuniehc als uoee wunden zu betrachten, so glaubte man doch die Hauptaeoingung ,üi eine frieölidK Losung der Ballanfragc erfüllt, da die" übrigen Streitpunkte von der rinzul,erufenden Konferenz der Mächte g-- schlichtet werden durften.^ Einen durchschtagcnten Erfolg hatte die veränderte politische eituatian namentftch an der Wiener Börse, wo eine äusterst leohaste und umfassende Aiiswärts- bewegung jiuit Durchbruch kam, zumal man nach den geneuerten Friedensaus!tchten mm auch au, eine baldige Unterdrückung des Boykotts glaubt rechnen zu dürfen. Deckungs- und Meinungs- kaufe verhalfen den Mur [en an der Donau zu raschen und crus-- giebigen Avanzcn, was unmittelbar auch den teutscvcn Ätftcn zustauen kam, wenn auch hier von einer auijergewolmlichen Ge- schästSbeleoting noch nicht gesprochen werden kann. Spekulation und Privatpiiblil'um haben >ich verstandlgerweise von einer Uencr- sck)ävung der politischen Ktacung serngei/alren, iiachdem die erste Teckungsbcgchr vorüber war, hat der Markt wieder abwanenoe Haltung angenommen. An Gründen hierzu hat es nicht gefehlt. Unangenehm berührte zunächst die schn'aiilende Haltung Rcw- nvrks, wo die Baissiers noch immer eine 1 vettere AuftvärtS- ce;vcgung der ihirfc unmöglich machen und der drohende Goldexport den Bemühungen der Haussepariei hinderlich im Wege steht. Dazu kam, dast auch der Londoner Markt kaum irgendwelche Anregung zu bieten vermochte. Die Maßnahme der Bank Don England, zum Schutze ihres von Paris aus dauernd gefährdeten Goldvorrats eine Erhöhung der Dislontratc vorzu zunehmen, war gewist nicht geeignet, der lUtternehinungslust Bor sckutb zu leisten. Man schenkte der Mastregel um so höher: Beachtung, als die Bersteifung der Londoner Geldverhalt' Nisse für die gcgennvirtig hier herrschende lebhafte Emchiono bcwegung wenig gelegen fommt, und weil die viel'ach zum Aus druck gebraute Enoarrnng, dast eine Tiskonlermästigung der Deut- . 146.90 . 49 00 . 86.40 . 63.30 . 98.25 Lijerrvah«-He:trtng. ** Der Bäderzug. Bürgernieister Liibke in Horn- bürg v. d. H. crtlärte m der am 12. d. Alts, in Hornburg abge» Dnlicnen Stadtverordnetcuversammümg, dast für dieses Fahr zwar die direkte Zugverbtndmig Berlin—G teste 11—B ad - Rauhciin - Hornburg—Wiesbaden - Kreuznach und so fort aurgegeben worden, doch tveidc dieser Zug, ivic ihm von mastgebcnder Leite versichert worden, int Jahre 1010 bestimmt gehen. 57 50 58.50 97 25 92.63 03.70 do. °/," Kousols do. .. ..... . nm einer Gerichtsverhandlung fernzubleiben. Dieses mustte der Händler I. M. c>us ivranlinrt n. M. erfahren. Er war wegen eines geringfügigen Vergehens gegen die Gewerveordimng vom Echoffengcricht zu einer Heilten Geldstrafe verurteilt woroen und erhob dagegen Berufung, ^tatt zur Btru|ungsverhandlnng zu erscheinen, richtete er an Die Bette gegangen waren, fielen mehrere Scküsse in ihrem Hose, ivodurch die Familie in graste Angst versetzt rourbe. Es erfolgte Anzeige und der junge Mann wurde wegen B?drvhung^und unberechtigten Schießens unter Anklage gestellt. Das Schöften- gericbt erkannte wegen Bedrohung unter Berücksichtigung der goßen Aengstigung der Familie auf 14 Tage Gefängnis, dagegen mustte er wegen des Schießens freigeivrochen werden, da er den Besitz einer Schußwaffe leugnete und ihm nicht nachzuweisen war, dast er es war, der gcfrf)oifnt batte. Der Angeklagte fockt das Urteil an, indem er angab, die Drohungen seien nicht ernst zu nehmen gewesen: er habe das Mädchen nur veranlassen wollen, das Liebesverhältnis mit ihm fortzusetzen und bat um ^'lendcrung der Strafe. Die Strafkammer erkannte zwar mit dem Sckwft'engericht an, dost eine solche Bedrohung mit einer Freiheitsstrafe von genannter Höbe eine milde sei. Sie beachte aber dabei, dast es ein Schmerzens- ausvrucb eines verschmähten Liebhabers war und daß das Verhalten des Angedagten keine ehrlose Geftnnung in sich birgt und auch kein Rohheitsdelikt in Frage steht Trotzdem neben der Bedrohung auch der Tatbestand der versuchten Nötigung gegeben ist, nahm das Gericht von Verhlngung einer Freiheitsstrafe Abstand und erkannte auf 75 Mark Geldstrafe. öH°lo Hessen..... Uberhcäsen . . . 1 0 üesterr boldrenu. 4*/e *o Üesterr. öilberrente A ?e Ungar Goldrente . . 4?o Italien. Reuu . . . 3.uo Portugiesen ticrie I Frankfnrter 3)i e/e Beichsanleihe . . ihm das Mädchen entgegnete, es sei ausgeschlossen, dast sie ein Paar werden konnten, da auck ihre Eltern gegen ihr Verhältnis wären, bemerkte er ihr: ralls es mit ihrer Bekanntschaft aus fei, werde sie das >tom, das sie ihrem Vater haben helfen säen, nicht ernten helfe, da er sie vorher noch totschicsten werde. Er fdjnmr dabei, so wahr ein Gott im Himmel sei, habe er es sich 6uge» Diese Drohungen wiederholte er noch mehrfach und zu- est auch in der Wirtschaft der Eltern des Mädchens auf der Nachkirchweihe. Auf gründ dieser letzten Drohung sahen sich die Wirtsleute vcranlastt, ihr Lokal zu schlies-.en. Als sie kaum zu ^trailamnui eine oüngaoe, in der er um Verhanolung in seiner Abwesenheit und um Freiiprechung bat. Ohne materiell auf die Sache cinzugehen, wurde die Berptung wegen ungenügender Ent ichuldigung verworfen. Unter Ausschluß der Oefsentlichkeit wurde gegen den va 11 j i c re . L. H. aus xingau wegen Sittlich- lcitsvergehens aus 184 verhandelt. Er hat zum unzüchtigen Gebrauch Diutcnöc t^egenstünde auf dem Weg des vauiierhanoels angeboten 1111D fick' in einer Wiitfchaft zu Dortelweil felji aufdringlich gezeigt, wodurch das Schamgefühl der Anweseiwen Der letzt wurde. Für dieses, vom Gericht a>s gemeingefährlich rc= zeichnete Treiben, wurde auf eine Woche Gesanguts erkannt. Wegen Pfandverschleppung wurden die Eheleute (vaoritaeuciter X). >j. aus Augersbach r.nrch das Schöfsengericht zu )c, 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Als ihnen aus Ansleheu einiger Gläubiger verschiedene 'JJuibei stücke versteigert wurden, baten sie ihren Hausherrn, die Sachen u steigern 11 no ihnen zur Benutzung zu üoerwifcu. Der Hausherr tat die- : aber halb daraus verliehen sie in Abwesenheit des Eigentümers das Dorf und nahmen die eadfen mii. D^e Angc- hdfdcn verfolgten wegen der Strafhöhe Berufung und machten geltend, dast fie vom Hausherrn gcwifsermasten ZUM Fortziehcn gezwungen ivvrdeu seien. Tie '.Kot der '.'ingc trag le» verüctfichtigcnd, änderte das OK"rid)t die Freiheitsstrafen m Geldstrafen von ie 10 Mark um im abgelaufenen Geschäftsjahr bei der Rindviehversicherung 1480 Mitglieder gegen 1518 im Vorjahre, bei der Schweine- verftcherung 2022 (1829) Mitglieder, bei der Pferdeversicherung 392 (384) Mitglieder und bei der Ziegenverficherung 335 (295). Für Cchadenfalle wurden gewährt bei Rindern (109 Fälle) 19 589,74 Mk., bei Schweinen (197 Fälle) 11 618,40 Mk., bei Pferden (28 Fälle) 11816,60 Mk. und bei Ziegen (29 Fälle) 581,28 Mk. Auch die Vieh-Lcihkasfe, die aus Krcismitteln gegründet ist und den Zweck hat, bedürftigen Landwirten zur Beschaffung des in ihrer Wirtschaft notwendigen Viehbestandes Unterstützung zu gewähren, wurde wieder rege in Anspruch genommen, indem 3945 Mk. dieser- halb auSgeltchen wurden. Infolge der außergewühnlich vielen Schadensälle in dec Rindviehabteilung mit 19 589,74 Mk. mustte dec Reservefonds in Höhe von 4000 Alk. angegriffen und daher die Versicherungsgebühren von 1 Prozent bi5 auf weiteres um V$ Prozent erhöht werden. A Waldgirmes, 14. Jan. Der Gastwirtc - verband Krofdorf-Rodheim und Umgegend hielt gestern abend hier sein Winterfest ab. Tie Witterung war sehr ungünstig und die Wege fast unpassierbar. Um so erfreulicher war e5, daß alle Räume der Gastwirt- ichaft Rabe sich b:5 auf den letzten Platz füllten. Tcr Vorsitzende, Burgwirt Riebergall, begrüßte bic Erschienenen und ferne Tochter trug unter großem Beifall einen Prolog vor, Vorstandsmitglied W. Bender- Rodheun erstattete den Jahresbericht und gedachte des verstorbenen Rtitgliedes Reichmann-Vetzberg, dessen Andenken die Versammlung in üblicher Weise ehrte. Für 25jährigen Geschäftsbetrieb ivurden Diplome überreicht an Gastwirt Rabe-Waldgiriucs und Frau Ed. Abel-jlrofdorf, wie auch dem Heinrich Brück für lang- lährige Dienste bei Gastwirt Schlierbach-Bieber eine gleiche Auszeichnung überwiesen wurde. Im 9lnmen des Verbandes Wetzlar überbrachte Gastwirt Binneckec Grüße. Zum Gelingen des schönen Festes trugen noch besonders der Glei- berger GcsangSchor, die vielen Couplets und vor allem die munteren Weisen der wohlgeschulten Rroföorfer Kapelle bei. Zum großen Leidwesen der Jugend konnte wegen Platzmangel er ft nach Mitternacht der Tanz beginnen. Lebhaftes Interesse rief die zum Schlüsse vor genommene Verlosung hervor. Eine ersolgreichc Berufung batte der Kolporteur >t. M. aus Büdingen zu verzcicknicn. Er logierte sich im letzten Sommer in einer Wirtsckjaft zu Orten- vcrg ein und verschwand dann unter Zurücklassung । einer Ei setzen und der Zea-e ans der Stadt, nadJhmi ei der Wirlsfrau gesagt hatte, er wolle nart) etniao in der Stadt besorgen. Später tarn er, um fciiie^ Sackten aoznhvlen, tvobei er angao, er werde am folgenden Tag zahlen. Das Schossengericktt verurteilte ihn wegen Betrugs zu 3 Tagen Gefängnis. Zufolge seiner Berufung stellte die Strafkammer fest, das; nur wegen des znerstgenaninen Falles Antlage erhoben und Eröffnunasbeschlust ergangen ist. Jn diesem Fall steht aber nicht fest, datz der Angetiagte von vornherein die -.'Gjichi hatte, den Wirt zu sckxidigen. Eine Schädigung dcs Wirtes war auch bis babin nicht erfolgt, da er bic Effekten des Angeklagten im Pfände hatte Dagegen bat der Angeklagte die Effekten auf betrügerische Weise erhalten, da ihm diese nur unter der Voraussetzung verabfolgt wurden, dast er am folgenden Tag bic Zeche bezahle. In diesem Falle ist aber weder Anklage erhoben morben, noch ist ein Ervfmunasbeschinst ergangen. Tas Urteil nmsttc aufgehoben werben und Freispruch ergehen. Ein nnrichtiges Mittel angewandt Teietoniscne iiursberic «te des Giesbenei Anzeigers, mitgeteüt von der Bank für und Industrie, Giessen. fc. Mainz, 14. Ian. Der Pachter des M e ch t i l d S h ä n s e r - () 0 < 9 bei (Srbenl)cim, W ü n g e r 1 d), veriorgt die Städte Wiesbaden und Alainz läglich mit ca. 2000 Liter 'Mitch. In 'Mainz wurde nun fefigeftclli, daß die Milch nicht den vorgeichiiebenen Fellgehalt für Bollmilck) — 3 Prozent, sondern nur 2,3 und 2,5 besaß Erhebungen ergaben, daß die Aiilch von Güngench ein FTl T_ 7~) — l— Möbelfabrik und kun^t- X Xie FlJ f? K g-nrerbl. B erkstütte für t inJacht und tomt mitt Wohnungs-Einrichtungen, B/tte Referenten. Man erbitte Jubilüumakatalog. Reichste Auswahl in Salon*, Wohnzimmern, Speise-, Herren- und Schlafzimmern. Individuelle intime Durcharbeitung. Teppiche, Vorhänge, Linoleum. Lieferung franko jeder Bahnstation. ~ l'elejon 373 - Voranschläge kostenlos und ohne Verbindlichkeit. 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Die Möglichkeit eines Hilferuf GvlLervortes nach dem Ausianüe ist allerdings durch den hohen Stand der ftemdcn Wechsclkurse gegeben, um der Gefahr weiterer. ©oltauAgringe vorznbcugen, ist aoer die Reich?öank jetzt mit der Rediskontierung von Schatz scheinen oorgegangen, wo mit sie bereits erreichte, dast bic große Differenz zwischen tent Brivatdisknt und ter offiziellen Rate sich etwas verringerte.' Im allgemeinen wird die weitere Gestaltung ter Geldmarklage nicht migünstig beurteilt und dies gab auch ter Börse die wesent« lichste Stütze. Gefördert imirte die feste Tendenz durch verschiedene 9(achrichtcn aus ter Industrie, die immerhin erkennen lassen, dast die An. ichen einer Jtonjunfturteiicrung sich bemerkbar machen. So wurde beiipiclnpcifc aus Rhftnland-Wcst-. salen und aus Lberschlcsien ton einen Belebung teS Geschäfts in .Halbzeug und Formeisen berichtet und auch aus ter EiektrizitätS- Jndustrie lagen Meldungen vor. die :u den besten Hoffnungen zum Wieteraufichwung der wirtt'ckafttichen Perhältnifse berechtigen. Tas Kursniveau ter Börse hat sich denn auch in ter abgelausenen Woche etwas gehoben. Im Vordergrund des Interesses standen Montan werte, auch andere Industriepapierc lagen vorwiegend fest. Banken stellten sich ebenfalls meist etwas höher, ebenso Bahnen, nur Baltimore lagen schnvckwr. Von Schiffahrtsakticn gaben Nordd. Llovd Bruchteile nach. Am Fonds markte konnten sich die 3‘. rroientigen teimischen Werte weiter befestigen, auch fremde Renten zogen meist Bruchteile an. Brivatbiskonto 2',.- Pwzent. WV V V V r «rossen, p ombierten Originaiflaschen zu G,— J (Inhalt durchschnittlich ca. 175 gr.) einzukaufen und sie dann selbst in ihr kleines MAGGI-Fläschchen Mau verlaugc auvdriicklich MAGGI5 Würze und achte ans den Plo,nbenver,chlnü abzufüllen. Io diesem Falle stellt sich das Gramm Würze auf nur etwa Pfg. ~~ * ------—------- Dabei haben Sie die Garantie der Echtheit. dem Erhöhung wenig Wahrscheinlichkeit für sich bat. Intec- ist auch Atr> I Nicht crii-a anzunehmen, dast die Reichs-Üank tem Vorgehen tei fälscht. Trotzdein erhielt G. von der Alainzer Polizei einen Strafbefehl über 20 'Mk., da feine 'Milch nach der Verkehrsordmmg nicht als Bollmilch verfault werden dürfe. Tas Schöffengericht sprach den Pächter auf seinen Einspruch hm frei, indem es sagte, daß unter Vollmilch solche Milch zu verstehen sei, der nichts von ihrem natürlichen Bestandteilen entzogen ivorden. Das treffe hier zu. Ter Amtsanwalt legte Berufung cm. Tie Stra’fammcr vertrat den Standpunkt, daß für den Mainzer Bezirk laut Milch- verrchrsordnung Vollmilch drei Prozent Fett haben in üj s e und erkannte gegen den Pachter auf eine G e l d st r a f e von einer Al a r f. Düsseldorf, 15. Jan Tas Kriegsgericht verurteilte den Sergeanten Friedrich Vorhöft vom Infanterie-Regiment Nr. 159 in Mülheim (Ruhr) wegen iortgesctzter Bl i ß h a n d I u n g Untergebener zu drei Bl o n a t e n Gefängnis. Magdeb u r g , 14. Jan. Tas Kriegsgerchf der Korn- manbantur verurteilte heute den Kanonier Wittkowski) vom 4. Fuß«Artillerie-Regiment zu b r c i fahren G e f ä n g n i s, wett er am 30. September v. I. abends auf dem Wege zur Ka- ferne in angetrunkenem Zuftatide den Berfuch gemacht Haben soll, einen Unteroffizier zu schlagen. Ter 'Jlngcflagte bestritt entschieden, einen solchen Versuch gemacht zu haben. Als Beuge kam nur der Unteroffizier in Betracht. Der Verteidiger des Angeklagten beantragte Freisprechung. Der Vertreter der Anklagebehördc hatte sogar 5 Jahr 6 Monate Wciängniö beantragt. Masi. Sc C irnctmtn de« feac* unsngf ncfimni rrtfjtl unb (BJ4tncr.:; bU x ibrhaft Kc wirb ir tanf ihrer ftu. i'i:;:fe|nng __ir) btbrutenb «rditzt. Scstit < Jtfio:i wirb ton url Höchste Temperatur am 15. Jan. bis 16. Ian. — 4- 8,2 6 C. Niedrigste , ,15. „ , 16. , = 4- 1.6 C. »‘üboti'.VantcT 1.4.1 4J. Lnt.rpDvi.ph3. Bulb. Tr 3,«>, ft in litt ürab. 6>inimt r ISV.u. »tkodoi 11." t>ienu atomallldx iRanbct- unb t&imtbu jt 2 “:i 16. | 3. B’8/, Das Kommando. 1 V,6/i) Der Vorstand. 38,7 CB5/?) 0332 gegen B16/i Dörmer. 446 iC •5 r^o-TaFkal künarisn-Wae i W LmU vl Nachzucht billig zr Weller au verkaufen. Karl Vicrtellrausen, Äl.-Linden -r 9 AllSüklklllls 16. jun. -- + 8,26 C. 16. T 1.6*C. in schöner Lage ist erb- verteilungshalb, preis 0166 wert au verkaufen. lütte. b,e/. Näheres Aiterwea 53, 1. Stock . . 110.80 zu [432 . 14650 Schulstraße. E. 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M16 . . 24 '1.50 . , 134.00 , . 181.30 . . 148.30 . . 198.80 Turnverein. Eigene Turnhalle: Steinstratze Privat-Öntemilit und Nachhilfe in den Spachen. Vorbereitung für Maturrtäts und Ergäuzungs - Prüfungen. Dr. Roese, Oberlehrer L P. Motttag, den 18. Januar 1908, abends 9 Uhr, Zusammenkunft bei Kamerad Kalbfleisch. Verteilung der MarnwrgruvpetV bilder. ‘ .......... Wascht mit Schwan Gart n in der Nähe der Stadt, möglichst a. d. Nahrungsberg, zn vacht.cn gesucht. Angebote an Prosenor ftaner, Süd-Anlage 11.____10265 Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen für die Erweiterung des städtischen Schlachthofes zu Gießen sollen Mittwoch, den 3. Februar d. Fs., vormittags 10 Nhr Holzverfteigernng. Donnerstag, den 21. d. Mts., vormi tags von 9 Uhr tot, soll im hiesigen Gemeindewald Distrikt Unter nachver- 38 Fichten-Stangen mit 1,95 Fstm. 77 Nm. Buchen-, 2 Rm. Eichen-, 2 Rm. Fichten-Scheiter 57 Nm. Buchen-, 12 Rm. Eichen-, 2 Rm. Fichten-Knüppel 22 Nm. Buchen-, 8 Rin. Eichen-, 10 Rm. Fichten-Stock 2280 Wellen Buchen, 800 Wellen Eichen, 360 Wellen Fichten-Reiser. Der Anfang ist am Elimbacher Pfad. Großen-Buseck, den 15. Januar 1909. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schmal b. 1500» Mark auf 2. Hypothek, gutes Objekt, von pünktlichen ZinSzabler gesucht. Schriftliche Angebote unter 433 an den Gieh. Anz. erbeten. 9 73 1,5 Privat- Tanz-Unterricht erteilt ungeniert [09763 zu jeder Tageszeit Th. Bänlk.', Tanzlehrer Brandgafie 3. Schühen-sDercm Groß n-Lindcn (freier, ungezwungener Verein). Ich suche für Sammelladung Abnehmer ittla. trockenem Buchenholz 25 cm lang geschnitten, den 3tr. franco Haus zu Mk. 1.20. [407 H. R-. Rautch, Löberftraße7. n. Anlangskurse. Qer Bergwerk. - lütte ■ • * ' jaen E. B. • • . Lloyd ■ • ■ • iiloie. » ' ' Eine Kaute Mist abzugeben. Neustadt 58. (0320 Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. in Pelzen, Paletots Mänteln, Jaqnets Golfjacken, Capes Coslümen Costümröcken Blousen in Seide, Wolle und Spitzen |a. 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