159. Jahrgang Dauer das deutsche Voll nicht lei.en lasse, una dem ho,f wenn das Haus über bi Kl Will 11V, lV IC | LC LTV v (_) 1 1 1 *‘0 ’ v ' -q . । ---—~~ leiihen. Denn alles andere, so meinte Herr v^Be hmann- . österreichischen Abgeordnetenhaus. Hol weg, Etlispringe ^a do rA;M(> w^nlprnnn ni!« I tfraa, Österreichische Abgeordnetenhaus hat noch im «egen Kleines Feuilleton. bem ßinlauf auch eine Anfrage fötal it an die C^cfcrmtrcgicrung betr. die Politik der slawischen Union und die Er- örterimgen der russischen Presse über eine Teilung Oesterreichs. In der Anfrage wird ein Aufsatz der ,,PeterS- burgskija Wjedomofti" wiedergegeben und gefragt, ob der Regierung der Inhalt der auf dem allslawischen Kongretz in Rußland gepflogenen Verhandlungen, an denen eine Anzahl öfter- reichlicher führender Politiker teilgenommen habe, bekannt sei und waS sie demgegenüber zu tun gedenke. sterntprech - Anschlüsse: für die Redaktion 113, Verlag u. Expedition 51 Vdielie Hir Deveschen: «nzetger Gießen. Das österreichische Mgeordnetenhaus hat noch immer seine uferlosen Verhandlungen über die tschechisch-deutschen Freitag 10. Dezember 1909 vezagovre»>. dinge eine Parteiregierung, n>ie sie seine Regierung nun und nimmer sein wolle und könne. Mit mahnenden Worten nungsfreudigen Ausblick auf die immanente K.a,t d.s „Zwangs zum Schaden", der auch die gegenwärtigen Irrungen und Wirrungen überdauern w.rdc, schloß d.r Km l r Lauter Beifall der Parteien des schnxrtzb aucn Blocks und Sck)weigen der Linsen. Es dauerte fOHnuien, bis s ch der Staa sse.re är des R^ichsjcha amtes Gehör v s.ha f n tonnte. Er hatte es leichter als Herr v Be.hmann Hollweg. Ein noch immer nicht günstiger, aber doch den Verh^.l.ni sm entsprechender Etat, da die Absicht der Sparsamkeit auch die schärfste Kritik nicht absprechen kann, diente ihm als Beweisdokument bei der Verkündung eines Finanzpro- aramms, dem man auf allen S.iten des Hauses fruüimmen konnte. Herr Wermuth bewies nicht nu» daß er den Etat in allen seinen Teilen beherrscht, er zeigte auch das Geschick, die schwierige und komplizierte Materie aus dem trockenen Zahlenwust herauszulöjen und zum Haren Verständnis auch der Laien zu bringen. Dec Eindruck seiner etnslündigen Rede war auf allen Seiten des Hauses recht gut. Politik will er — das war schon vorher bekannt geworden — das Stichwort von den Parteien abwarten. Diese Teilung seiner amtlichen Persönlichkeit war naturgemäß in der Ordnung; denn der Kanzlerwechsel ist lediglich durch innerpolitische Vorgänge herbeigeführt worden. N.in s llte man erfahren, wie weit die neue Gestaltung der Partei- verl)ältnisse und der Personenwechsel in der Regierung auch eine Aenderung der Regierungspolilik im Gefolge hat Das Leitmotiv der Kanzlerrede war nicht schwer zu erraten: ein Appell an die bürgerlichen Parteien, die Streitaxt zu begraben. Aber die Wirkung entsprach nicht vclliommen der Absicht. Ganz im Stile seines Vorgängers teilte der Kanzler seine Gaben nach rechts und nach links, und die Disposition seiner Rede brachte es mit fick, daß er zu Aanfang Sätze sprach, die der rechten Seite des Hauses wohl gefielen. Als aber dann auf den wohlorganisierten Beifall der Mehrheitsparteien die Linke mit Gegenrufen antwortete und die ungebärdigen Herren aus der so'ialdemokratischen Ecke in Aktion traten, da zeigte sich der Unterschied in der Art ;___ 4__:____jie feindselige rutsche Stimmung, die in der Presse sogar nach einer Aufteilung Oesterreich» verlangt hat, sich unterhalten wird. Wien, .9. Dc». Set der Fortsetzung des Bud g et- provisoriums iin Abgeordnetenhaus wies bet irt“ nan Minister auf dessen besondere Wichtigkeit hm - Du Ablch- icung würde insbesondere die Möglick/kcit ausschließen, Investitionen für die Staatsbahnen zu cnenuieren. Der Finanzminister verwahrte sich sodann gegen den Vorwurf, als ob er ein falsck^es Budget vorgelegt hatte, und als ob kein Defizit vorhanden wäre und die Einnahmen des ZollgefaUeS unrichtig eingesetzt wären. Ebenso protestierte er gegen den Vorwurf der Jndustriefeindlichkeit. Bezüglich der Einkommensteuer trat er für eine Gewährung von Einsicht in ine Bucher ein, eine Maßnahme, die nur bezwecke, die Mehrheit der Ehrlichen! gegen die Minderheit der Unehrlichen zu schützen Der Minister schloß mit der dringenden Bitte um rascheste Erledigung des Budgetprovisoriums und der Anleiheermäcküigung. Zhiari erinnerte daran, daß bei der Annexion der öfter- reich i s ch e S t a a t s g e d a n l e sich deutlich gezeigt habe. DaS B ü n d n i s m i t d e m D e u t s ch c u R e i ch e bilde eine Garantie des Friedens und werde für lange Zeit für die auswärtige Politik richtunggebend sein. Der Redner widerlegte dann die Behauptung daß die Deutschen in Oesterreich Interesse an einem absolutistischen Regime hätten und erklärte, sie wünschten vielmehr das Parlament und die parlamentarische Arbeit. Sie verurteilen die ungerechtfertigte Obstruktion und seien bereit, in Verhandlungen ernzutreten, wenn die Bahn für die Erledigung der dringendsten Staatsnotwendigkeiten frei sei, und wenn es sich nicht um Unterordnung der einen oder anderen, sondern um g leich- mäßige Wahrung der beiderseitigen Interessen handele. Bei beiderseitigem guten Willen könnte für die Losung des nationalen Streites eine fütMicfe Grundlage geschahen werden, welche ein Zusammengehen ermögliche. Die Deutschen seien auch zu Kompromissen bereit, sofern Ne nicht durch daS caudinische Joch hindurch gehen müssen. «Lebh. Beifall.) Die Verhandlungen wurden darauf abgebrochen. Wien, 9. Dez. Im Abgeordnetenhause befindet sich unter 15 393 M5 H 8014 353 446 6.! " ■ 5-r?3j| [1500011 8» K »70 9-0 S* $ 1 [10001 8^58» I uss>| J» 214* 1 9 461 l»»1 äl!»’ 35 ' l ° | 48*- j. 4S SU 653 1 605 -l ' S HÄM 0] 4°‘ Wort* 0 810tj iSOJ’Ä 284- ’i-Jjj 360'' W 60 9* I KM I?** i aller Art Flei für Tasseubou »ser aufzulösen. > Mäusburg 13. [0 ! 70 965 71 75 14£i 33 [5001 517 [500] 1 »1 818 15134151» SS4 153055 66 1T1 1550IS 153 36( !» - 913 44 1 56 8 158162 2’3 29 1 95 856 ll 884 161130 36 ■86 860 [10001 1 164701 95 1 ; 'M IS 167354 61 168004 18 ISO | 420 15 706 961 171M 174 [Ms 359 751 [500] 174185 » D 428 39 833 [500] « 87 399 495 1781t 777 909 75 1 «14 705 21 475 716 69 SIS 1816 327 29 64 6) Ä > 99 84-1 I1K01 । 97 [3000] 1855» 3 860 187033 [Mfll 15 689 741 18906» e 42 514 1 9119 ’» [1000! 03 193M* u 515 21 97 607 M Sn9 [10001 »6 IW 197557 110001 S * 199129 631 74i N’l J 752 931 [500] 20p I 2049 230 36’ Mr ". 204503 59 °-o l >79 868 77 8M5 20i 497 673 il3 955 2O9U6 56.." — Ein neues Rheinisches Museum. Zu den zahlreichen und bedeutsamen Pflegeftätten der KUnlt, tne am Rhein von der Schönheit und Größe alter.^ltur Zeu^is ablegm st :ine neue getreten: Tas Rheinische Probinj! >eum zu Bonn, das vor kurzem m einem bfrmen Bau der Oeffentlichleit -ugänglich gemacht wurd^ ein Bonner Provinzial-Mineum als ^ixiterinstitut des ^rwrcr Museums bereits bestanden: abercrlt dieganz bedeutende Ver. [srößerung und die völlige mnercUmgestaltung der Anstalt ha^n )i£ nun wirklich zu einer Sehenswürdigkeit Jr* wohnern und Besuchern von Bonn hohe Anr^mEft Len Grundstock der Sammlungen des?Ru]enms bildeten, wie wir einem Aufsatz von R. Reiche in dem von Dr. Biermann teram- gegebenen Cicerone entnehmen, die Kollektion von G^mu die Erben Otto Wesendonks der Stadt ^imichertmesen^ben dann die Gemäldesammlung des KunMistoms^l ^v'titutsde Universität, bann die Abteilung mittelalterlicher Kunft, d^ wicht ge Werte der rheinischen Kunstgeschichte «rEgt und m den ^ten Jahren außerordcnllich vermehrt «»^^^Gemal^mm- lung wurde noch durch Gaben der L.adt Bonn unb d^ Berliner Kaiser Friedrich-Museums vrtiwMta^lgt R^u Mirte mit einem Kostenaufwand von über ^Millwn frurO) me -cheinisckP Pwvrnrialvertraltung «u^eruhrt.er ^ist cm beö RegierungsbaumeistLr Heinrich Roetrgen, der 1 ick, nraffiicL' Weise mit dem kleineren alten Ban verbiß imd Makn.ck^ wie ästhetische Forderungen ansprech.'nd besriedi^. Erd. und Obergeschoß gehender, mit Gl-^nm gede^er Lichthof wird von SeiteTiganaen und Tm^n riEkierl, yimer denen sich die neuen Säle und Kabinette t>erumz einen bem Altbau varallelen Ducrfiu^-1 ^bmü^n werden. das Gesamtgebäude nach der ruckwarNgen^tr^s^nt achchlie^ Turch den aStcn Bau nach Acaterial intb das wohltuend einfach gehaltene Aeutz-ere de^ d^rba -- - Sandstein die Formen italienischer Renaissance m freier m^enwr Verwendung. Tie Reihenfolge der Säle rot prähistorischen Altertümern erowr^ bwtet demn mm reid« Uebersicht über die römisck>en Funde^die tai ben; Grabungen des Acuseums gemacht. wurdQi und »W römischer Kleinkunst und römischer ^r°bdenLnal«,wnM - mid /echrreich in auch die Sammlung wnmni,^ ^kulpr . - - sich die fränkischen Altertümer, besonders mteressanter Go - «n^iefet. Tie miu.etalterl.dk Stetoä (S‘lÄ foaSS Vorführung rheinischer Keramik des Mittelalters, mtt der ]og Lk. Ein internationaler Verein für medizinische Psychologie und Psychotherapie wurde, der .Münch. Medizin. Wochenschrftf zufolge, auf Anregung einiger Nervenärzte von Professor A. Forel in Salzburg gcgiündet. Maßgebend bei dieser Gründung war emer|eit3 bie Zersvlükerung der einzelnen Bestrebungen un Gebiet der Nervenkoischung, anderseits die mangelhafte 7)lnerkennung der Neurologie und Psychiatrie von seilen der Hochschule, vor allem der schwere Aiangel an psychologisch-neurologischer Bildung der A!e- diziner, em Alangel, der sich iniolgedessen auf den ganzen Aerzte- sland ausdehnl. Ein Zusummenschlntz der Kräfte soll diesen Uebeln gdhelfen. Ter Ausschuß wurde wie folgt gebildet: 1. Vorsitzender: Prof Raymond (Paris), 2. Vorsitzer: Tr. Oskar Vogt (Berlin) und Pro«. Tr. A. Forel (Pvorne), Geschäftsführer: Tr. L Frank (Zürich, Schriftführer: Tr. Seif (München) und Dr. von H a 111 n g b e r g (München), Beisitzer: Pros. Dr. Eemon (Piünchen). C. K. Sardous dramatischer Nachlaß. Aus Paris wird berichtet: Bei dem Tode SardouS vermutete man, daß der Bühnendichter ein noch unbekanntes dramatisches Weik hinterlassen habe, aber genauere Nachrichten darüber blieben aus. Jetzt wird bekannt, daß die Erben Sarbous unter seinen Papieren und Mauusk'ripten drei fertige Bühnenstücke vorgesimden hoben; sie alle sind historischen Inhalts, sie führen den Titel „Mademoisefte la Valliere', .Mlrabeau" und .Robespierre". Anßerdem fand man den Entwiirf zu einer modernen, sehr lustigen Komödie, von der der er ne Akt im Manuskript oolleudet ist. SordonS Schimeger- jobn de Fleurs ivird unter Benutzung des Sardoi''fchen Eulwuifes dieses Liistipiel gemeinsam mit iemeni Mitarbeiter (Saillauet zu Ende führen und so bald als möglich zur Aufführung bringen» lassen. — .Die französische Schauspielerin Frau Tranier hat Lei dem letzten Besuch b«5 Kaisers beim 'Fürsten Henckel von Donnersmarck auf Schloß Neudeck einen Dortraa im PlauderLon, eine sogenannte „couierence^, über die Liebe gehalten. Die französ.sche Zeitung „Gü Blas" hatte den angeblich vorgetragenen Text, der stellenmonatlich 7öPl., vierteljährlich "Dlt. 2^0. durch Abhole- u. Zweigstelle!' monatlich 65 Pf., durch die Post Bik. 8.— uiertel- jäh rL ausscht. Be uellg ZeilenpreiS: lokal 15'1)1* auswärts 20 Pfennig. Cheiredakteur: A Goetz. Verantivortlich für den Gck«al-Anze!gcr flr Gbecheften WZ L Botafionsönid nnö Verlag Ser Srühl'Ichen Unw.-Vuch- tinS SteiaSraderet R. lange. Redaktion. Erpedilion und vru-kerei- Schnlftratze 7. ^[„„,,,„716. »--e. Div Dornuiiniii)Le Ter Abg. Arendt legt inr „Tag" nochmals den Standpunkt seiner Partei bei der Wahl zum 2. Vizepräsidenten des Reichstages dar, indem er u. a. schreibt: Die liberale Presse hat die Haltung der R2ichspartei, der ich anzugehören die Ehre habe, in der Präsidentenfraaa schürf angegriffen und meinen Parteifreund, den Abgeordneten Erbprinzen v. Hohenlohe, schwer getadelt, wml er das Vi'epräsidium annahm. Hätte man, rme wir, das Vaterland über die Partei gestellt, so hätte man die Reichspartei nicht tadeln, sondern loben müssen. Wie mir nach der von uns bedauerten Wlehnung der Erbschaftsteuer nicht mit der Linken das nationale Wert dec Reichsfinanzrcform im Stich ließen, vielmehr unsere Zustimmung gaben unter Nr. 29q/9vJ Erstes Blatt Ter «iefitner 3fijdg< 1 Ä _ erscheint täglich, aii«et VI £3» LoimtagS. - Beilagen: ▼ Cy viermal wöchenilich » X® ▲ 6ie6ener$amilisale enthalten bie Gernalde-Galerie, in der rheimichc uitb westwlifchL Meister, bie Tiidierlänbcr des 15. und 16. Jahrhunderts und bie Holländer reckst gut vertreten sind. — DeramtlicheBerichtüberdieFlorabüste ist jetzt in dem Jahrbuch der Mnialich preußischen Kunst- sammlungen erschienen. Er enthalt das Urteil der Lach- öerftönbiqen der Abteilung der Bildwerke der chrntlichen Epochen und das Ergebnis der technischen Untersuchungen Das erste lautet: „Mr. Murray Marks rn London bietet eine große Wachsbüste einer jungen halbnackten Frau, vielleicht von Leonardo, an. Die Kommission stimmt dem Ankauf einstimmig bei und erklärt die Erwerbung für eine der hervorragendsten Bereicherunaen unserer Sammlungen. Bode. Goldschmidt. Justr" Es folgen dann die Gutachten des Geh. Regierungsrats Prof. Tr. Miethe und des 'Pros. Rathgen. Tie Hypothese, daß die alte Photographie nach einem Abguß der jetzigen Büste hergestellt wurde, findet durch bie Un ersuch ngG h imr tMie hes ke.n.' Betätigung, ist aber auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Ais sicher ist zu betrachten, daß Lucas die Büste teilweise bearbeitet bezw. ergänzt hat. Sodann heißt es in dem Bericht: Die Generalverwaltung der Königlichen Museen war früher der Ansicht, daß die Lucassche Photographie nut der Büste nicht identisch sei, und Hr. Geh Regierungsrat Miethe teilte diese Meinung, so lange die photogrammetrische Prüfung noch nicht erfolgt war. Ausdrücklich sei erklärt, daß sich die Generalverwalmna nunmehr seinem Gutachten voll anscbiießt." Professor Rathgen kommt zu dem Schluß, daß durch die Bestimmung chemischer Bestandtelle eine Entscheidung über die Herkunft des Wachses nicht getroffen werden könne. Die giontgenuntersuchung hat Linen Anhalt zu bestimmten Schlußfolgerungen ergeben. Auch die Unter- suchung des in der Büste gefundenen Stoffes Läßt sich zu Schuissen nicht verwenden. Was das Gemälde anbetrifft, das ein von Lueas benutztes Vorbild für die Wachsbüste se.n soll, so kommt der Referent zu dem Urteil, daß es nur ein sehr schwaches, plumpes Machwerk ist. Es ist weit junger als die Berliner 23 / im großen ganzen sogar m°dern trifft, so war die wichtigste Quelle für die Losung der Frage, der einundachtzigjährige Sohn des Bildhauers Lucas, jeder Kontrolle verschlossen. Es ist weder einem andern, noch dem Referenten und seinem Begleiter gelungen, bei ihm Zutritt zu erhalten. Die heutige Nummer umfafct 16 Seiten. Der erste große Tag im Reichstag. Aus Berlin wird uns geschrieben: Bei stark besetztem Hause und vor überfüllten Tribünen stellte sich deute Herr v. Bethmann-Hollweg als Reichskanzler vor. Freilich heute vorerst nur als Kanzler der inneren Politik. Für die Erörterung der auswärtigen Ofen pest, 9. Dez. Ministerpräsident Dr. Wekerle ist heute in Wien abermals vom König in Audienz empfangen worben. Er erstattete bem König Bericht, baß der Versuch, den Grafen Johann Zichy für bie Bildung des Kabinetts zu gewinnen- scheiterte. politische Tagesscharr. Tie Wahl des Erbprinzen von Hohenlohe zum Vizepräsidentea. zeigte sich bet Unterschied in der Art der beiden Kanzler. Fürst Mlow war auf solche Unterbrechungen vorbereitet, und die Zwischenrufe der Sozialdemokraten gehörten in das Programm seiner Rede; an bestimmten Stellen brauchte er und provozierte er sie. Er brachte bann durch eine schlagfertige Erwiderung und sarkastische Abfertigung die Lacher auf feine Seite und fuhr unbeirrt in seiner Rede fort. Vielleicht hat die Einarbeitung in sein neues Amt Herrn v. Bethmann-Hollweg ner- vöser gemacht, als es seiner Einführungsrede dienlich war. Aber auch ohne dies wat er schon als Staatssekretär nicht der Mann der leichten Gesten, und je ernster es ihm um die Wirlüng seines Appells zu tun war, umsomehr mußte ihn diese vorzeitige Ablehnung verstimmen und erregen. Er erwiderte gereizt, und so erhielten in ihrem weiteren Teile die Worte, die er nun an die Li nke zu richten batte, einen schärferen Ton, als es vermutlich in seiner Ab icht gelegen hatte. So fam es, daß, als später der Abgeordnete Dass ermann das Wort nahm, um die Stellung der Nationalliberalen zu erläutern, er diese seine Ausführungen in die Form einer Erwiderung und Abwehr gegen die Rede des Kanzlers kleiden mußte. Kaum Ä Minuten sprach Herr v. Bethmann-Hollweg. Zedes Eingehen auf einzelne Programmpunkte vermied er; auf eine Erörterung von Finanz- und Eta-sfragen ließ er ich auch nicht in großen Zügen ein. D'es überließ er einem Gehilfen im Reichsschatzamt, Herrn Wermuth, der ch schon bei Eröffnung der Sitzung neben dem Reener- nllt postiert hatte. Eindringlich, die zeitweise Dibr.erenbe Stimme bei einzelnen Sätzen mit großen Bewegungen d.r Arme unterstützend, trug der Reichs.au-ler fein Programm dem Hause vor, ein Programm der Versöhnung. Sie soll dadurch herbeigeführt und ermöglicht werden, daß Regie- mnq und Parteien sich auf die Erledigung der Gesetzesvorlagen beschränken sollen, die politische Bedeutung in dem Sinne, wie sie der Finanzreform beigewohnt hatte, nicht ■t-.-n___ ermann beschränkte dies nicht auf den von ihm vertretenen Flügel des Liberalismus. Er hob hervor, daß seine Nachbarn zur Linken unter Zurückstellung und lieber- Windung eigener programmatischer Forderungen und Anschauungen sich dazu entschlossen h-^be, an einer Frnanz- reform mitzuarbeiten, bie bie breiten Massen^des Bolkes mit Konsumsteuern schwer belaste. Sogar die Sozialdemokraten schloß er nicht vollkommen aus aus Ieinem Programm des sozialen und wirtschaftlichen Fortschritts, dem die Zukunft gehöre. Von der praktischen Mitaroeit, tu die sie durch ihren Einzug in die einzelstaatlichen und kommunalen Parlamente hineingezwungen werde, erwarte er den allmählichen Verzicht auf Utopien und Revoluttonsspielerei. Stürmischer Beifall der Linken folgte seiner Rede. Der er)te Redner des ntorigen Tages ist der Abg. Dr. Wlemer. Anträge im Reichstag. Bassermann und CJtitoffen brachen im Reichstage folgende Anträge ein: den Reich-tanzler zu ersuchen. einen Geietzentwurr einrubringen, wodurch der $ e u g n i i \ n a n g gegen die Prelle un Strai- und Dlszivlinarrcü^ auf* gehoben wird, ferner einen Gesetzentwurf über die Dermal- t u n g der (Einnahmen und Ausgaben des Reicks, forme einen Gesetzentwurf bett. (Einridrtung und Befugnis des Rechnungshofes deö Teurschen Reichs-, ferner das £fter- f c ft auf einen bestimmten Sonntag ieinufcicn, dann die verbündeten Regierungen um Vorlage eines Gesetzentwurfs zu er- fudicn, die sozialen Bestimmungen des Handels-Gesctz- buchec- auf die technischen Beamten auSzudehnen. (Einen ähnlichen Antrag brachte die DirN'chaftliche Vereini- aung ein. der jebod) ipeiiergc^t unb u. a. bie Abschaffung der .Voururrenzklausel für diese Beamten verlangt. Endlich beantragen Bafiermann unb G.-noi'fcn einen Gesetzentwurf betr. Erhöhung tefp. Abänderung der Gebühren für RechtSanwälle. Beim Reichstage ist folgender Antrag Wachborst- Fuhrmann eingegangen: „Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reickwkanzler zu ersuchen, bei der Erneuerung deS Handelsprovisoriums mit den Verein. Staaten dafür Sorge zu tragen, daß seitens brr Reichsregierun Vereinigten Staaten von n-'uem weitere 3ugeftänbniffc bezüglich der Alcifch- und Bieheinfuhr ntdH gemacht werden." der Bedingung, daß unseren SMäifthcn mSglichlr RechnunI gerragen würde, haben wir auch yienr bie Lz^profidenifchan abaelehnt mit bei Begründung, daß die Sinte daS Rech, und die Pflicht frohe, biefe zu übernehmen. Entgegen unse.n Wünschen versagte die Linke, und nun waren w.r in e uer neuen Staat. Sollten wir nun, nur um auf den schwarz- Jblauen Block" schimpfen zu urnnen, ruhig c;ite Zu ammen- setzung des Präsidiums zula sen, de den na.ün-Lrn Irucr- essen nicht entsprach? Sollten wir. weil die Stbcralcn, die ihnen obliegende Pflicht nicht erfüllt, auch unfrrerfei S diese Pflicht ab.versen? Für uns kam nicht der Strn^vunk. der Fraktion in Betrachl, sondern der nationale Standpunkt. Daß man hierfür auf ter Linken zu wenig Verständnis zrngr. rst lief bedauerlich Niemals aber hat man bei einer Prajidentenwahl bisher » en Gewühlten m'.t den ihn wählenden Parteien in Zusammenhang gebracht. Graf Ballestrem wurde auch von den Liberalen giwihlt. Nahm cx damit das Präsidium auS den Händen bet Liber.len en:- aegen? Und ändert sich etwas an der politischen S.ellung der Reichspartei oder dcö (Erbprinzen v Hohenlohe. wenn Zentrumslimmen für ihn abgegeben ro:raen? Welchen Mangel an politischer Einsicht Hai die Lin c. auch bei dieser Präiu>entschaftSrrahl, wieder bekundet. B smarck siegte b.i Königgrän und erbat fid) bann Indemnität- D.e Liberalen sind oei der Reiche:manzreform unterlegen, aber s e vor weigern den Frieden, sich selbst zum grasten Suaden. De Politik ist die Kunst deS Möglichen, und der polit sche Fortschritt beruht gan; überw.egend auf dem Komprom b Das Verhängnis deS Liberalismus ist der politische Eigensinn unb die Kunst, jede günstige Gelegenl;eit zu verpassen. Nur Mangel an guter Führung und richtiger Leitung erklärt den Niedergang einer Partei, die einst allmächtig wrr, und die nach so Biden fJlidjtungen der unentbehrliche Stusbrud deutschen Wesenö ist. Chamberlains SoDtarifplan. Birmingham, 8. Dez ..Tailh Pose', bie allgemein als von Joseph Eljanrberlain inspiriert gilt. Dero.fen licht bie Umrisse eines Tarifplanes, der ifrrer Ansicht nach von der Regierung aufgestellt rocroen dürfte, falls die Unionisten bet den Neuwahlen ans Ruber kommen sollten. *3>anad) würden nur drei Zollsätze zur Anlvendnng kommen, nämlich von 5, 10 und 15 Prozent, uno zwar 5 Prozent bet halbfertigen, 10 Prozent bei nicht ganz fertigen und lb Prozent bei ganz fertigen Waren, während Rohmaterial zollfrei bleiben soll. Für jeden Zollst sollen außerdem drei Abstufungen bestehen. Der DurchschnittSzoll würde 10 Prozent betragen und auf Länder Anwendung finden, die mit England in handelsfreundlichen Beziehungen stehen Ein niebrmercr Zoll, wahrsclgnnlich 7‘? Prozent, würde von Produtten aus den u.olonien erhoben werden und ein höherer, walwscheinlich 12i-j Prozent oder 15 Prozent, für Produkte auS anderen Ländern, die Englands Einfuhr un- bUlig ersckpveren. Nack, den jetzigen Ansichten würde der Zoll auf ausländisches (betreibe zwei Schilling per Quarter mit einem Nachlas; für aus den Kolonien kommendes Getreide betragen. Mehl würde einen höheren Zoll zu tragen haben, da auf dessen Herstellung bereits Arbeit verwandt wurde. London, 9. Dez. Der gestern veröffentlichte Taris- plan wird hier viel befprodicn. Die konservativen Blätter ignorierten gestern insgesamt das Schema; heute äußern sich nur „Dtocning Post" unb „Standard" batu, die es als interessant, aber nicht a l ö maßgebend betrachten. 2ic vermissen den Hinweis darauf, daß zur Kompensation für Zölle auf andere Lebensmittel die 'Abgaben weise redil bedenklich ist, wiedergegeben, und einige deutsche Blätter hatten ihn auch zum Abdruck gebracht. Darüber haben sich mehrere Herren und Damen verletzt gefühlt unb sich in einer Eingabe an den Fürsten Henckel gewandt. Wie jetzt festgestellt wird, sind die Mitteilungen der franzö- ftfdicn Zeitung über den Vortrag von Anfang bis zu Ende erfunden. Madame trauter hat den Vortrag früher schon vor dem englifdien Kvnigspaar gclwltcn, und der Wortlaut ist selbswernandlich vorher geprüft worden. Die Mitteilungen sind übrigens von keiner größeren Pariser Zeitung, denen wohl ber tatsächliche Wortlaut bekannt ist, wicbergcgcben worden — 3 n dem gestrigen ffo n ■. er t ber t dj t sind zwei entstellende Druckfehler untcrlauiat, indem Spalte 1 Zeile 12 iwrgciungen statt eingesungen unb Saalte 2 Zeile 3 tun unten variierenden statt Dtanirierten gedruckt war — Kleine Chronik aus Sun# und tiü 111 < n f db a f t Tie „New York Dcröfientlidu den Inhalt einer von Karmin Loose unb VeriicherunaSmaller Tunfic auaegedenen ErNürung. toonad) Cook ihnen 4000 Dollars für ihn- Mitarbeit am Bericht über feine Polärreisc von Svanevaag bi» :inu Pol zugei'agt bat. Evok iei icbod> abgcrcift, nachdem er timen rurr einen germtttn Teü bei iktc in barten Summe auet^aM* habe. — T-t ..Gvl j« MoLkwo' meldet, daß im Bennden Dolst.'i? eine uttaunütge Wenbuna etit- getreten ist Er ist von Schiafiuäu beiallcn. Kfclä’t e t Ltich. 'in Lehnsessel unb auf dem Tmxut ein und zeigt eine Abneigung argen Spa Hergänge, RettauSilüge unb Benxguna. bie er früher jo iebr liebte. - Tie graf angelegte Ausstellun..i von Meisterwerken medamm cd attischer Kann, die im Sommer 1910 m München abgehalten tv;rb. hmbiy Mißet unzähttgcn Gegenständen auS allen Zeiten nvbrr nureben;i'dxr Mut« tur auch emc ronberianunlung ..Kunst der ihiltfen an. - vHicrn mittag fand bi. (himvtbun,t bc? cvemtichen 3 n it i! u t r 4 der Technischen Hvch, wu 1 e von Hannover in An fx'ntbett der cin^n der tN-b-lrbcn und ber yr.tretrr oiNf:txtrti*n Vodi«Olden Bar. Bon den R o oe l vr e t f e >t wurde ber mi ttein.c Pwstsior C » ip a l ? Leipzig, be: wr Medrm Prost-ii^t Kv chec.^ni. Da füt Prir'ik ben Pro'es'onm Marcvnt und Braun in Stratzburg, der iür Lil ratu: irr ’ditti^drri Schn l Bella in Selma Sagcrloef »nerlarait. auf Dee. Zucker uftn ermäßigt werben sollen Die liberalen Aurter befrachten dasSr>cmaals maßgebend unbf*'fl-n, ie seien dankbar für die Veröffentlichung dieses teuren Nahrungsmi.te'.-Budgets, durch welches bie extremen lar.f* refonner von Lirmingham einen Druck auf Balfour aus- üben wollten, der jetzt fchwerlich eine Darlegung seiner Anjtchten über bie Nahrungsmittel-Besteuerung umgehen ümnie. e London, 9. De> Gestern abend hielten 10 Mitglieder der Regierung Wahlreden, von dem früheren Stab:nett der Exmintster Lpuelron. D e 2lblehnung deS B-dg tr v.r- teibigt'cn bte Lorbs Camperbown unb xeuttetn in Reben, öie jie in Rom'orb bezw. in Wellingborough hielten^ Die Bemerkung Kestevens, daß England in Innern vom Sozia- livmud und im Aeußern von Deutschland bedroht ro.ro, nratbe mit Gelächter ausgenommen, woraus Lvsteven au:- rief: „Sie werden mir nicht glauben. biS Ihnen die Deut- scheu i.;rc Bajonette in den Letb swßen,' was erneutes ^elächrer hecoorrief. Deiitfcbo Ucicb. Der Kaiser empfing Donnerstag vormittag im Neuen Palais bei Potsdam den Fürsten zur Lippe zur Meldung anläßlich seiner Stelluno a la suite des ersten E^arde- Ulanen-Regiments und hörte die Borträge des Kriegs- miiristers. des EhefS des Generalstabes uno des Chefs des Milttärkobinetls. 2ltislrtiid. Lord Robert« bot seinen Lmidsleuten in England wieder ehimnl bte bfiiildie b e ahr votgemtnt und V n f l H o 11 f n plane eniwtckelt In der .Ruyxl anited service iustitatiou* juchte er Enalanb au« seiner .de'remdeuven 91poihte', wie er er imnnte, mifjpirüiidn. ,Wa« wir zu hm hoben*, soaie er, .ist selbst on bie Arbeit zu gehen. Wir baden in England nicht viel ou« Vein Gebiete ber Flugmoschinen geleistet; doch wir Dürfen nicht rückflänbig bleiben. Diese Tlafdunm tonnen in einem tünftigen Kriege von grovein Wert k«n Wir müssen selbst eine Vloldime baue», Versuche anstellen unb vor allem einen Stab von Leuten haben, bie mit den gegenwärtig existiereuben Tlafchmer vfriram fmb*. Jöieraul hielt tonifialmaiur Baden-Bo well einen Vortrag, in dem er auefülnit, baß die Sentballon« und Aerovlane von g r v ü e in Kriea « ivert leien, wenn sie in geeigneter Weife, bo« heißt nicht einzeln. sonber>i gleich zn Vimbertcn verivendel würden. Die modernen Sriegsniethobrn 'vnrden durch die neuen Kompirnmel ziveifello« moDifijieri werben. Die Irupvenfommanbeure luüiben in Zutniii'l nicht mehr bnrch Mangel an In'ormahonen in ihren Tisooülioiien eingeenat. die Cvfiononeii beichleinngl unb bie Kriege schneller oeivonnen unb ueiloieu werbeiu Baben-Vo>vesl schloß mit den Worten: .Wir Duden nicht vergessen, baß es kbon Maschinen gibt, die ohne irgeuD eine Warnung vorn Kontinent zu im« tomineu können, unb es ist mehr al« ivahrfdiemltd). daß sie uns großen Schaben zukugen können, wenn auch auf bie Gefahr hin, leibst zuarunbe zu gehen Daher müssen wir un« zur rechten Zeit gegen solche Angrisfe schiiyen." Au» London wird gemeldet: Stürmisch verlies am Donnerstag eine Wählerversammlung in dem nabe von London Sei egen en Barkning, wo Lord Dunmore für dcn konservativen ändidatcn cintral. Die Zuhörer schrien unaufhöriich: Rieder mit den Peers! und unterbrachen den Redner mit Zwischenruscn unb L< och rufen auf Lloyd George. Auch andere Redner konnten sich kein Gehör verschaffen. Aus Paris meldet man: Zufolge bet lärmenden Protestkundgebungen der rvyalistiich nationalistischen Studentenschaft gegen die Wiederernennung d.s ProfefsorS Lnon-Caar zum Dekan der juristischen Fakultät und ber hierdurch her- vorgerujenen Raukcreicn unb Ruhestörungen hat der llnterncbta- miniftet verfugt, daß diese Fakultät bis zum 12. Januar 1910 geschlossen bleibt. • 21 us Staöt ittiö Land. Gießen. 10. Dezember 1909. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Wie nicht anders zu erwarten war, bildete gestern die neueste städtische Errungenschaft, die elektrische Straßenbahn, den HanplberatiingSgegenstand in der Sitzung der Stabtverordneken. Neben der Befriedigung über das Unternehmen selbst unb bie damit erzielten guten Einnahmen wurden selbstverfiänblich hauptsächlich Wünsche geäußert unb zwar in einem Umfange, baß beren restlose Erfüllung wohl einen längeren Zeiirauin in Anspruch nehmen wird. Neue Linien und neue Haltestellen, andere Fahrzeiten, Wartehallen, Schutzvorrlchtungen nfro. bildeten im bunten Wechsel ben Wuiischzettel unserer Stadtväter. unb bie Mahnung war wohl berechtigt, zunächst einmal bie Entwickelung der Bahn ab- jiiwarken, ehe man an größere 9lenhcrungen unb Erweiterungen deS Bahnbetrieb- beranlreten solle. Erfreulich wirkte bie Mitteilung beS Oberbürgermeisters, baß nach ben bisherigen BekriebSergebniffen ber Bahn ber vorgesehene Ziischuß au3 ber Stabtkafse jebensallS nicht in voller Höhe m Anspruch genommen werbe. — Der Ligut« oatioii ber OrnniduS -Gesellschaft stimmte bie Ber« fammlung zu. wobei ber Gesellschaft unb ihren Lettern ber gebührende Dank dafür abgestattet wurde, baß sie 15 Jahre lang dec Stabt eine billige BerkehrSyelegenhelt gestellt hatten und damit auch der elcktiischen Straßenbahn ben Weg gewiesen haben Mit ber Stadtverwaltung roirb wohl bie gefaulte Bürgerschaft sich in biefem Dank einig wissen. — Die übrigen Gegenstäube, die zur Beratung standen, halten geringere- öffentliche- Interesse, wenn sich auch bie öffentliche Sitzung bis nach 7 Uhr hinzog. Da« hessische landw. «emeindelexikon. D« UcbCTgang vorn Agrar- zum Jnbustnestaar wirb all- gen.ein aufmerksam, wenn auch mit geteilten i&npunD ungen, beobachtet. au» der einen Seite mit Freude üd r den wachienben Wohl- itaiib. auf der anderen Seite mit Besorgnis über bie zunehmende Abbanmgkeit vom Ausland biniiduheb der Versorgung mü Lebensmitteln. Die wrrtichaiilichen Veränberungen kommen am deutlichsten dadurch nun Ausdruck, daß ber gesamte D völkerunoS- zuwachs der letzten 50 Jahre von der Industrie unb Dem öanKl au'gesogen würbe, wädrrnb sich die lanbwirtscha'Liche Bevölkerung au, .ileicher Höbe hielt. S,e betrug 1. B. in Venen ,m Jahre 1^61: 338 000. tm Jahre 1907 :M2000 Personen. Die nicht- lanba'imdurtlidK Bevölkerung dagegen im gleichen Zeitraum non 471000 auf 891000 Perwnen gemegen. hat ftd) al'o nab->u verdoppelt. Damit ist irbocfi nicht ge,aat. daß bte Landwirdchafi darnieder liegt Vir b-obodurn melm-hr. daß sie überall durch inttnuDfr<- Bennrlfchanuna voran schreitet D«^ Boden liefen reichere Ermen unb der Bietzkand. besonder« fc-r Schweine; idn. ist in Zunahme begnsten Der SnilnanD der landwlrk'cda't. lichen Bevölknung ernärt sich ;um arößtrn Teil daraus, dan der LinbennidioftlKbr Boden eine gtgubenc Große DariteiU. die »ich nicht beliebig Dcrnuorm läßt Sahl enmäfein Rochive-.se iür diese (junridtinng un>ent< Lande) würben ther von der amtlichen Statimk rau nir t-.e Krei- orrüßemkicht. In einer wichen Tarüdlung werden aber t*.e Umerschicbr inner bald des s':aristrt bie ergehn-, ie bn icnbtrirt .Säijlungcn durch dte verren Reatriunzsrat fctwd u. Dr Melle, hc d e einzelnen vkmeinben bearbeucn unb unirr dem Tuck Landwirvcha'tliches Gemeindelcxilou hir da« Ceilen, veröffentlichen ließ. Ser ich über bte lanbirirrchastuch» VerhLmine »einer ixun«it3ttr.nnb-: unicrrid?:CTt will, ’uibe nsi. mehr bte Unterlagen in übroichtlither Form iuiainmaigefcflt Zur Tiritedung kommen insde,ondere: 1. Die lan?wirtschaftlich Bevölierun i 2. Der Viehstand unb Cbübau. 3 bte Seztabag bet londwirt'cha'r'.iLea Bernebe nach Großenklasien. Etz ist anzunedmen. baß da« Öcmeinbeicjiüin auch iu Lskst- forschun^en unb Ertübeftbrexbungm Anregung geben roirb. K, ber DL^eSpreise iinbct man je Däuiig kleiner. Artikel, roe.ch auf Veränderungen bet (anbrom cha i.ichen Vcrd-.l:ni' c .ine« oder de« anderen Crtti) b'nweiien es wäre »u roünich n. daß solch immerhin wertvolle Mitteilungen häutiger als ieudr eischtench daß sie rianmäiig gesammell unb einheitlich peratbcitei tourben In der Vorrede de« jjepton« bebt bte Zentraluelle cutocädld dervor. daß sie bereit sei. ixrarngc Bestrebungen in icber Sex zu unterstützen. • * Tageskalender für Prfitog, 10.. Tez. Stadt, t he al er: .Wenn der jitnoe Wei'i blüht*. Bu'aua 8 Uhr. Alldeutscher V e r d a n d. Pornao von 'Urol.Tr. 6 t r a i Deuischlai'd in der Wel'poliiik der ersten Kaiter Roms. Lute- bilDerootliihning. Adenb« 8*;« Uhr in eicur« Garten • • In Audienz empfangen würben vom Stoß- Herzog am Mittwoch u. a. der Leutnant ä la fuue der Armee Wilh Graf von Schlitz gen. v. Gortz. Kataster- qeonietet H« ineck von Friedberg und Stadtgeomete, Wiß n er von Gießen. Pfarrpersonalien. S Kgl Hochrit ber Groß. Herzog bat den evangel. Pfarrer, ÄLtdn'nrai eii Unter, uchungsaimer zu Darm stabt Cffcnbad), Gießen, Mainz und Worms. Uebcr di. Äs retiftigung, eine bei der Untersuchung beanstandete Senduox Wein. Traubenmost ober Traubenmaische zurückzuweise», entscheidet die Provinzialdirekiton der Provinz, in ber ter Zollstelle ihren Sitz hat. Die Ermächtigung, bei !,och rocrliacn Wrincn in Ilascheu bie Untcriuchung zu erlasse» wird ocit zuständigen ljessischen Zoll stellen erteilt, bei beim die Abfertigmig beantragt wird "Bei der Lai'vesoerjicherungSanllaltGraßh. Hessen sind tm Monat November 293 Rente», gesuche (278 Invaliden- unb Kiankenrent -i anträge, somit 17 AlterSrentenanträgri eingegangen. Uneiledigt wurden m t-r Monat übrrnommen 301 Rcnlengesuche, so daß 594 Gesuche ir Bearbeitung standen. ES fanden Erledigung: 257 hütet Rentenbewilligiing (235 Invaliden», 11 Kranken» unb II AlterSrentengefiiche): 43 durch Ablehnung, weil unbegrilnN: (41 Invalidenrenten» unb 2 AlkerSrenlengefuche), 13 buttt andere Weise — Zurücknahme usw. — (11 Invaliden» 2 Altersrentengesuche), zusammen 313, so baß 281 Gesuch als unerkbigt auf Dezember übernommen werbe» mußten. Ferner wurden im November 330 Anträge ou BeitrogSersiattung geflrUt, und z,var 283 infolge He a weiblicher Versicherter (H), 46 infolge TobeS oetidied« Per- fonen (I). unb 1 wegen Bezug« von UnfaUrenke (U.). U». erledigt würben in ben genannten 'Dlonat übetnommn 66 ErsialtungSanlräge, fo baß zu bearbeiten waren 396 ör- juche. Bewilligt wurden 289 Anträge (260 H., 28 L unb 1 11.), adgelehnt würben 20 Anträge (ll H., 9 I> Unerledigt blieben 87 ErflaltungSanträge (66 H., 19 E unb 2 U ), die auf ben Dezember übernommen wurden. — In welchem Umfange bie LandeS-VersicherungSansialt verfghrenSkosien für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sitz daraus, baß Ende November in den Anstalten 303 versicherte Personen untergebracht waren. •• Geroerb ever ein Auf ber MonatSversammllv» tm Gewerbehaus In eit auf Beranlafsung des VorsitzehM Baumeister Araber, einen interessanten Vertrag über b ■ Bildung eine- HandwerkerauSschufse» bu OrtSgewerbeverein. Rock» Darlegung be« ZwvS und des Ziels dieser Bestrebungen wurde b m Referent« für feine iachtelnbujeti Ausführungen der Tank der 9^ smnmlung durch Siadtv Petri ausgeiprochen Alle ü>- wefestden verrußten freudig die Anregungen und herfprtdifi fid) einen weitgehenden Erfolg, wenn unter $ mfnanflethirg alles Perfünlichen eine unparteiische Zentrale aller gewerblichen Bereinigungen im OrtSgewerbeverein gefchasscn ttnxL Nach gründlicher Aussprache einigte man sich beb n, eine Kommission die Vorberatung zu übcrlafjen und tu den nächsten zagen die «Gründung in einer allgemeinen Versammlung durchzuführen. •• Weihnacht« sendungen. Tie Reich) Pv<:r* packen, ermü-ae auf dem Sapatfjngfüofie vor dandene tttre 'flu-'dnvrnt und fiefldx»eitel müfien bekuuil n>rr unfhutl* gemalt tuet bat Tie Benutzung von Dünner .oriasttv, schwochn,' ed>aü.t*in. Zigarrenkisten usw. ist im eigenen JhuctvK der D- f en ter ui vermeiden. Tic duiitbr t der ’Bafctc muß denn'S. oollstünd.i und haltbar her gestellt lein Kann dir Aufrch: "i nuS in beuflt brr Weue auf das Paket selbst gefetzt werden, so «nFidtl sich die r." rwrnounq raipj Watte« weihen Paoer«, das der: ganzen ,Fläche n«h fest rarfaeNedt roeroen muß. A» V®®* mak'gnen find gedruckte flufkfonüd au» vorf nn Parier burier. Ivrmulare ;u Pastvaketobrelfen für kakkmuiichr 'ken ■*» verweiltet werden. Bei in Lernwand verpack:cn Sentern« Ml Ikeifch und tmTeren ('‘e^ennänte-n. die neu Uiqf.it, .leit. SliH’- arift-en, darf die L.u'ichri'k nicht aut btr UmbwEuM werden Ter Name dH BestimmungSotte« muß prti te** r: * anb Kästi gedruckt oder gricfcnrbeit fein. Ti fafnaiite» muß sämtliche Anaaben der Toftpofelabvcfk «ubalten. al^ cjH den _p-r«r.li'tw-Tmrrf. bei Rafften nur De Nachnahme, den ®cn«l der xadr. Lrar *mwe den Nmnen mtb die Sühnung hrf 7diente ». de, tlt i* t-t den Vermerk durch Eilboten ustv. cxnmt hn -*0“* DH X» Juüd der ienpalrtahrrüc dos Paket bad) dem "-nrijnx: au*iebint*.d werden fciui. Auf Paicren nach Crta: ist ötc Labnuna des lüw üngn». auf Pokeren nach l* ■ r ciMti X r»stka»rri S SC ißvo ax«ugcbai. Znr BddMcuntgMÄg ds« eben Veranstaltungen. a. Frieobc ' d b e r a, 9. Dez. Während seines Vierzig- Bestehens hat der „M u s i k v e r e i n" (nach en Für den Vertrieb Unserer erstklassigen Milchzenlrifuacn suchen wir für einige Bezirke vu 115 tnchtige Älleio-Vertreter Zschccke’s Maschinenfabrik Kaiserslautern 3M -s-K ÄS1» ; SULLA Wn, S* 5 IkUhrr.Ä 1001 in 5$ nN^llrc, '»arten. ^dvniTroi I b" ß?'la ?uitc J Maite ß äablQtonittt Höhnt der fei ■IQi Hem. rTut I Verkennung jti» '^blichen S.eri: arrverlvalter > °°ngel. MrA Ordnung. ) Finanzen bat die bei hessW ngen von Sn A-e Einsuhrjäh hungdaniiaaer.: ier zu Daimf!» i5. lieber dic i nstandete Senba he zurückzuiv^ül Provinz, in beril Itigung, bei d lchung zu erlafil n erteilt, bei bd Iairuar folgen zwei Lichtbildervortraqc. Ten ersten hält Prof. Werner-Wilmersdorf über „Michel Angelo"; den zweiten Oberlehrer Zimmer-Alsfeld über „Er do Dett-^bs tröfft <5 nHenrlich bei, wenn die Pakete frrurkiert auf- -eiiejeit, d. b. die yrc Frankierung erfvrderlicl)LN PLarken schon äom Absender ans der Po,tpaketabresie auig-rtlebt werden Die Versendung mehrerer Pakete mittels einer Postpatetadresse ist für die Zeit vom 10. bis 25. Dezember weder im inneren deutschen Perlrhe, noch im Verkehr nut dem Ansla.no — ausacnommen Argentinien — gestattet. Nach Argetttinien föraten auch in dieser Zett mehrere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Pvstpattt- adreüe versandt werden. ** Kolosseum. Die so viel und herzlich belachten Kölner Schlager: „Bis früh um sünse" und „Reserveleutnant Linsemanw' gelangen halte zum letztenmal zur Ausführung. Von morgen an kommen zwei neue Stücke zur Aufführung: „Meine Frau — d.ine Frau" und „Ter ganze Papa". — Fernsprechverkehr mit Oesterreich. Von jetzt an sind im Sprechverkehr zwischen (Liegen und Aussig in Böhmen Nochtabonnementsgespräche zulässig. Ueber die Bedingungen erteilt das Telegraphenamt aus Verlangen Auskunft. e Steinb ach, 8. Dez. Am 7. ds. Mts. fand hier eine Versammluna des neugegründeten Flottenvereins statt. Der Verein zählt zurzeit 33 Mitglieder. Um die Gründung hat sich iu erster Linie Lehrer M e i ß i n g e r verdient gemacht. Im Anschluß an die Feier bc5 Geburtstags des Großherzogs sprach er über die Bedeutung und den Zweck des deutsck)en Flottenvereins. In die Liste, die zirkulierte, trugen sich 29 Mitglieder ein, ein Beweis für den patriotisck)en Geist unsrer Gemeinde. = Allendorfn. d. Lahn, 8. Dez. Der Gemeinderat genehmigte heute den Entwurf zur Erbauung unserer Wasserleitung. Mit den Arbeiten soll alsbald begannen werden. Die Baukosten betragen nach dem Voranschlag 55 000 Mark; man hofft jedoch, daß and) hier, ähnlich wie in Lang-Göns, noch ein bedeutendes Abgebot erfolgt. ! Lauterbach, 9. Dez. Nächsten Sonntag findet in der Turnhalle des Turnvereins ein von der Volksschule veranstalteter „Elternabend" statt. Das Eintrittsgeld beträgt 20 Pfg.; auch werden auf besonderen Wunsch Karten für reservierte Platze ä 50 Pfg. abgegeben. Der Reinertrag des Abends soll zur Beschaffung eines warmen Frühstücks für arme Kinder der Volksschule dienen. —r. AlSfeld, 9. Tez. Der Bolksbildungsverein wird uns auch in diesem Winter wieher durch verschiedene Veranstaltungen erfreuen. Nock) vor Weihnachten sollen „Die K a r l s s ch ü l e r" von Laube aufgeführt werden. Im und Vulkane". Ein Theaterabend im Februar bringt „Der zerbrochene Krug" von Kleist und Bendrx „Prozeß". Außerdem spricht der Borgende des Main- Rhein-Verbandes für Volksbildung Lel/rer Bolk-^Frank- furt a. M. über „Der Odenwald, Land und Leute" Volksunterhaltungsabend). Anfangs März fvlAt ein Vortrag des Oberlehrers Como-Lauterbach über ,,<> d) Ul er" und Ende des Monats eine Theaterporstcl ung „C l a v i g o". Nolieres „Tartüffe" beschließt im April die Reihe der l§anftQ[t®roi| ■ 293 Renllil cntciiankäge, icl (eöigt.roncben int? daß 594 Geßch ■ >igimg: 25? tt Jirünfen» uni: I, weil iinbegrit' tngejuche), 13 bd (11 Invaliden' d o daß 281 Seid rnommen wc: 330 Anträge J 183 infolge M des veMeckr sallcenke (U.). W Monat übernod iten waren 396 > (260 H., 2i; tage (11 MM ge (66 H.,1N )mmen ronrbß.-l ^rungsanlial! I ernimml, ergib! »I Anstalten 30! tI ionatsversanck q des ;nKorkag>« russchuil^ legung des > rhe beut WS ber»>K «itale^'ß rein an !>ch * .\A erfaiienj^j r ölige»61“ 8*8^ sK eÄ Äd lt7>3'M EK-i en m «Äfll ■Sä W dem soeben erschienenen Nachtrag I I zur F^slschr.ft von Prof. Dr. Karl Schmidt) im ganzen 125 Konze cht e abgehatten und 479 Solisten in ihnen beschäftigt. 98 größere Chorwerke gelangten teils mit Klav'erbcglcitung, teils mit Orchester (im ganzen 22) in dieser Zeit zur Aufführung. Tiri- genten waren von 1869 bis 1899 Großh. M.lsikdire^tor Fr. Schmidt, von 1899 bis jetzt Reallehrer Fritz Usmger: Präs- deuten: t Oberl'onsistorialrat Prof. Dr. Kohler bis 1682, seitdem Kommerzienrat Kurl Trapp. Tie Zahl der Mi.- vlieder betrug am 1. Juli 1909 237, darunter 103 aktive. Ehrenmitglieder zählt der Verein 9. Nach den neuen „S. Weder ist bekanuilich Forstmann — erst die volle staatsbiiraeitlche und volitische Recke bringen. Durch diese gefetzgebenfche Vorschrift bekommt eine Einrichtung, arck die liniere gute Stabt Gießen stolz sein kann, einen neuen und erirckcheuden Inhalt. Vekanutlich treten alliährlich alle Bürger unierer Stadt, ohne Rücksicht auf Stand und Herkuml, wenn sie künftig Jahre alt geworden sind, zu einer Vereinigung zusammen, bie allmonatlich tagt und in harmloser Harmonie sich ihres Lebens freut. Tie .Fünfziger" her Zukunft werden also nach dem Tr. Weber'ichen Rezept stch gegenseitig auch dazu beglückwimschen können, daß ihre Stinune nn Staatsleben dovpell so schwer tns Gewicht fällt, wie bei der „firnpleu" Masse, die noch nicht über fünfzig Lenze verfügt. Tie Weisheit der Legislative bat es also zuwege gebracht, ber Institution der Fünfzig erfeiern oer- ' a s s u n g s m ä ß i g e Anerkennung zu verleihen. In unserer Zen der legislativen Kiirjsmliisse muß bic neueste Großtat der Zweiten hessischen Kammer geradezu als em illustrer Gebaute an« gesprochen werben. Welche wetteren Perspekliven eröffnet un5 dieses interessante Wahlrechte-kuriosum! Wie wäre es, wenn man den Sechzigern drei Stimmen, ben Siebzigern vier Stimmen und denjemgeu, die sogar bie goldene Hochzeit gefeiert haben, iiintjig Stimmen als Kriegszulage gewährte? In Preußen gibt es ja sogar Orden mit der Zahl fünfzig. Wenn sonst das Alter em An- recbi auf Denkmalschutz gewährc — und wir befinden uns ja im klassischen Lande des Denkmaljchutzes —, warum sollen nicht auch im Verwssuugsleben mit dem Lebensalter ehrwürdige und erhebende Vorrechte verbunden fein ? Gießen, den 10. Dez. 1909. Prof. Tr. M. B. Sanöcl mit Dcrfcbr, Berlin, 10. Dez. Dem B. T. zufolge kam gestern eine prinzipielle Einigung i ni Kalifynbikat auf folgender Basis zustande. Die Schmidtmannscheu Werke „Ascher-i-leben" und „Sollstedt" verpflichten sich, dem Kalisyndikat aus c-runb ihrer früher bewilligten Quoten beizutrctcii. Tas Snnbifot willigte in eine Neubildung ber amerikanischen Marktverhältnissci aus Grund der vom Aufsichtsrat modifizierten Schmidtmannschen Propositionen. Schmidtmann reist am Tienstag in Begleitung einiger Auffichtsratsmitglieber nach Amerika, um mit ben beiden in Berlin nicht vertretenen Trusts über Annahme der neuen Propositionen zu verhandeln.__________________________________ Märkte. fc. Frankfurt a. M., 10. Dez. den- und Strohmarkk. Ungefähren waren 12 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Alk. 4.60—ö.40, Stroh, Korn^Langstroh, Mk. 0.00 bis 0.00. Alles je 50 Kg. Stroh blieb unverkauft. Geschäft langsam. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und dem Kreis Hanau. Amtlicher Wetterdericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. 9i(lacmeme Wetterlage heute morgen 8 Uhr. Unter dem Einfluß hohen Druckes trat gestern langsam Aufheiterung ein, so daß sich in der Nacht in Mittelbeutsckttmb Sttahlungskätte ein- stellte. In Ostdeutschland sind starke SdpteefäHe Niedergegaugru. Das westticke Tiefdruckgebiet, das über Eitglaub starke Erwärmung und über 'Dcorroegen slürmischen Wind hervvvrusr, rückt langsam ostwärts. Es wirb uus zunackK Schitce bringen, der später ür Ziegen übergeht. Wetierausstchten in Hessen am Samstag dem 11. Dezember 1909: Schnee, in Regen übergehend, Erwärmung, frarfer Sübioefi. GriginaL-Drahtineldungen. Aus Der Zweiten Hessischen Kammer. R.-B. Darmstadt, 10. Dez. Tie heutige Sitzung begann erst um 3/*U Uhr, da vorher noch FraktionS-' dcsprechungen stattsanden. Zunächst verwahrte Abg. Brauer seine Fraktion gegen die gestrigen Vorwürfe in ber Erklärung ber Zentrnmspartet. Abg. Bähr wendet sich gegen die neuerliche Haltung der Bauernbündler. Abg. Dr. Schmidt bemerkt, mit der Etklärung der Zentrumspaitei habe man keinen Angriff auf ben Bauernbund bezweckt. Die Beratung über den Artikel 3, der die Zusammensetzung der Zweiten Kammer behandelt, wird ausgesetzt bis nach Erledigung des Artikels 6. Dieser enthält bie Voraussetzungen zur Wahlfähigkeit für bie Zweite Kammer, zu ihm ist der bauernbündlerische Antrag wegen des Pluralwahlrechts gestellt. Artikel 4 und 5 werden ohne Debatte angenommen. Bei Artikel 6 entspinnt sich eine erregte Debatte, in deren Verlauf Abg. Ulrich mehrere Ordnungsrufe erhält. Die Tribünen sind überfüllt. * Paris, 10. Dez. In Am bert begann vor dem Zuchtpolizeigericht ein Prozeß gegen einen Pfarrer, der den Schulkindern gesagt hatte, im Falle der Benutzung kirchenseindltcher Religionsbiicher würde ihnen die Firmung verweigert werden. — In einigen Orten bei Rb.eimS verweigern Schulkinder den Schulbesuch wegen der ihnen vor- geschrlebenen vom Bischof verbotenen Lehrbücher. FreismBaiser Verein. Montan ben 13. Dczcmbcr d. I., abends 9 Uhr Monats Versammlung NN Gaschos zum Einhorn. — Herr Prof. U r itabt: lieber Sic Ächten des LibcraliMS nach der AMNMiM. ' - ■- Gaste willkommen. <■•■■■ ■ r v:,'ls Miiitär-AgMer-Vkrein Wen. Weihnachtsfeier mit Verlosung findet Sonntan den 12. Dezember 1909, nachmittags 4 Ubr, aus ber Liebigsvöbc «kleiner Saal» statt, wozu ßreimbe und Gönner des Vereurs Tieuubhdiü cinlaöet 09474 Der Vorstand. Akittjiht Scfanntmad)3noen Der AM (Biegen. Arbeitsvergebungen. Die Umarbeitung von alten Lungstein-Bordsteinen, sowie bas Zurichten von alten Pflastersteinen soll Freitag ben 17. b. M., vormittags 11 V- Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Dienststimden b i uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zctt- punk: verschloßen und mit erttsprechenber Ausschrnt versehen mt uni einzureichen. — Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 9. Dezember 1909. D1O/1S Städtisches Tiesbauarnt. Braubach. • Eenhom Frrcda«. cha't»frtluren in u. ouhcr d H. fttL Barthier. Geltersw. 81. Das Stricken und Instricken ' von Strümpfen wird nui u billig besorgt. ,>rau Johanna «trirtdi. In allen Gröhen sind emgetroffen und werden verkauft (OOftRi Hot« Baue 7. Telephon Ü1L la. Hummclfleisch Unteren Mitgliedern die schmerzliche Nachricht, dab unser Kollege Wilhelm Pirr vorgestern verschieden tft Die Beerdigung findet SamStag den 1L b. Ml», nachmittags 8 Uhr, in Grohen-Linden statt. (XM81 Geräumige S-Zimmerwobnung im IIL Stock v 1. JI Haar-Uhrketten wA werden billigst angefertigt. M bei. 5d«7 H. Tichy Seltersweg 43 Crff der «oeideftr Volkeprr ie VoUfritwt Schüler-Vorstellung Don Carlos Ein dramatisches Gedicht in fluhU'im von s^rtebnch ••10» An»ang 3*, Udr. i5nd< geg.. Uä •onaiag d. 11. Trumbrr ^ochnnttagv 8*. Udr VoStpreiwl VeU«#n*e< Kinder-Vorstellung „Barfässchen“ „Die Ira M ii Hk' T^ctknncft^mdrebrn In 5 Btlde« von Carl Schröder Anfang.?", Uhr Ende geg Ubr Abends r , Udr Kleie» PreiM' UM GebiideteMenscbei Schauspiel in 3 Akten wo Bktor Vien. 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