Donnerstag 14. Oktober 1909 159. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 241 Erscheint täglich mit Ausnahme veS Sonntag». ‘ertragt. tadelloser 50 nerkannt. Ufr weifellos und drückte sich schon im Laufe drrfes Jahres durch ö Durch den Bau der Elektrischen erhöhte Bautätigkeit aus. bald die alten Häfen Braila und Galatz überflügelt haben. Der Personenverkehr geht aber selbstveritendlich über Eonstanza, das im internationalen Verkelir infolge der klugen Eisendahnvolrtik Rumäniens — wir erinnern au die Sckstrsfung der Schnellverbindungen Berlin-Constanza — eine von Jahr zu Jahr wachsende Jiolle spielt. ,r. Jetzt nach Fertigstellung des Hafens wird die rumänische Regierung wohl den langgehegten Plan tatkräftig aufnehmen, Eon- stanza durch 'eine regelrechte Linie mit einem deutschen Hafen, wahrscheinlich Emden, zu verbinden. Dotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen UniversitätS - Brich- und 6temi>rudetel R. Lange, Gießen. Die „Gtetzener ZamiNendlaNcr" werden dem. .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „ICrcisblatt für de« Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Lctt- tragen" erscheinen monatlich zweimal. politische Cagessctrcrrr. Die Großstädte des Deutschen Reichs nach der Berufszählung vom 12. Juni 1907. Das soeben erschienene Heft 1 des Bandes 207 der Statistik des Deutschen Reichs enthält die grundlegenden Ergebnisse der Bevussstatistik für die Großstädte des Reichs insgesamt und für iedc der 42 Großstädte, d. h. der Gemeinden mit 100 000 und mehr Einwohnern. Die Gesamtbevölkerung der 42 Großstädte des Reicks zusammen betrug 1907 11,79 Millionen gegenüber 7,03 Millionen bei der vorl>ergehenden Berufszählung 1895. Das ist eine Steigerung des Anteils der Großstädter an der Bevölkerung des Reichs von 13,58 vH. aus 19,11 vH. Bon den 11 792 019 Personen in den Großstädten waren 4 982 563 hauptberufliche Erwerbstätige nird 701 584 Berufslose, zusammen 5 684 147 Erwerbstätige und Berufslose, denen sich 6 107 872 Angehörige ohne eigenen Hauptberuf und häusliche Dienende im Haushalt der Selbständigen angliedern. An Berufszugehörigen (b. h. Erwerbstätigen mit den vor: ihnen ernährten Dienenden und Angehörigen) entfielen in den Großstädten insgesamt nach der neuesten Zählung 6 089 282 Personen auf Industrie einschließlich Bergbau und Baugewerbe, 3 065 381 auf Handel und Verkehr, 1 142 230 auf die Klasse der Berufslosen, 1020 898 auf die den öffentlichen und freien Berufen cinschl. Heer und Flotte zugehörigen Personen, sodann 334154 auf Lohnarbeit wechselnder Art und — als kleinste Gruppe — 140 074 auf Landwirtschaft und Gärtnerei. Werden die großstädtischen Berusszügehörigen jeder Bcrufsabteilung in Beziehung gesetzt zu den Berufszugehörigen der einzelnen Berufs- abtcilungen im Reich, so zeigt sich, daß in Großstädten ermittelt wurden 23 vH. der von der Industrie ernährten Reichsbevöl- kerung, 37 vH. der vom Handel lebenden und 42 vH. der zur Lohnarbeit wechselnder Art wie persönlicher Dienstleistung gehörenden Personen. Für die Schicht der zu den öffentlichen und freien Berufen gehörenden Personen beträgt der Anteil der Großstädte 30 vH., für die Klasse der Berufslosen 22 vH. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag; es© 5L $Rebaftton:e^ll2. Tel.-AdruAnzeigerGußen. Gerrcbtrsaal. — Wichtig e Entscheidung für Lotteriespieler. Ein Bewohner von Groß-Gerau spielte bei einem hessischen Lotterie-Einnehmer ein Viertel-Los der preußischen Klassenlotterie. Als das Los in der vierten Klasse nicht gezogen war, tauschte er cs beim Einnehmer gegen eines der 5. Klasse um. Bei der Ziehung wurde betreffende Nummer mit 3000 Mark gezogen und der Einnehmer machte dem Mann Mitteilung. Als dieser aber sein Los besichtigte, merkte er, daß er bei dem Tausch seine alte würde auch die Bahnhofsfrage gelüst sein und zwar zum Schaden des Staates, denn man würde nicht mehr den neuen entfernten Bahnhof aufsuchen. Auch das Bad Vilbel hofft auf vermehrte Frequenz. ? Wetzlar, 13. Oft. Nunmehr ist im Kreise Wetzlar für die Lehrerschaft der Wohnungszuschuß einheitlich geregelt. Während auf dem Lande eine Mietsenlschüdigung von 350 Mk. gewährt wird, kommen im Falle einer Ruhestandsoersetzung nach voller Dienstzeit sogar 580 Mk. Wohnungsgeld in Anrechnung, mithin 435 Mk. zur Auszahlung. Bisher waren diese Sätze in den einzelnen Gemeinden äußerst verschieden, es wurden nicht selten an verheiratete Lehrer nur 120 Mk. Wohnungsentschädigung gezahlt. Die gesetzlichen Nachzahlungen der Gemeinden sind iioch nicht erfolgt. s. Marburg, 13. Oft. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde ein Entwurf eines Ortsstatuts zum Schutze der Stadt Marburg gegen Verunstaltung vorgelegt. Eine Kommission wird den Entwurf genau prüfen und dann iioch einmal zur Beschlußfassung vorlegen. Srsrdt imb CcrnH. Gießen, 14. Oktober 1909. "HessischerGautagdertechnisch-industriellen Beamten. Am Sonntag, 17. d. Mts., findet zu Frankfurt a. M. der hessische Gautag des Bundes dec technisch- industriellen Beamten statt. Etwa 50 Vertreter der Ortsgruppen von Hessen und Hessen-Nassau haben ihre Teilnahme angekündigt. Auf der Tagung wird int wesentlichen die Agitation für den Bund in Hessen und Hessen-Nassau, sowie die Durchführung der kommunalpolitischen Forderungen des Bundes ztir Sprache kommen. *• lieber die Gewerbeordnungs-Novelle spricht auf Veranlassung der hiesigen OrtSgrtippe des Bundes der technisch-industriellen Beamten am nächsten Samstag abend Ingenieur F l ü g e r-Augsburg im Cafe Ebel. 4- Alsfeld, 13. Oft. Gegenwärtig findet auf Veranlassung der K'reisschulkommission wieder wie im vorigen Jahre ein Kursus für d i e Lehrer des Kreises statt, die in der Fortbildungsschule den neuen Unterrictz.s gegenstand, die landw. Raturkunde, zu lehren haben. Beschäftigte sich der Kursus im vorigen Jahre mit der Bodenkunde, so ist Gegenstand des diesjährigen die landw. Pflanzenkunde, der dann als dritter Teil im nächsten Jahre die landw. Tierkunde enthalten wird. Ter Unterricht wird von einem Fachlehrer der Ackerbauschule erteilt. Dem landw. Unterricht tu der Fortbildungsschule liegt zu Gruitde der Leitfaden des Prof. Tr. Gisevius zu Gießen. x Ob er-Ohm en, 13. Okt. Der neugewählte Bürgermeister hat jetzt seine behördliche Bestä- Provirrzial-Ausschutz der Provinz Oberhessen. L. Gießen, 13. Oktober. Das Großh. Polizeiamt Gießen hatte Antrag auf Entzieh u ng der dem Pfandleiher Johs. Hör neck erteilten K o n - zessiou gestellt. Ter Provinzial-Ausschuß setzte die Ent.chet- dung ans, weil Horneck zum heutigen Termin nicht erschienen war. Gegen den Müller Ludwig Biese nroth zu Merlau hatte das Großh. Kreisamt Alsfeld eine Verfügung erlasten, worin ihm aufgegeben ivnrde, das ihm und dem Müller Döhler gemeinsam gehörende Wehr ordnungsmäßig herznrichten. 2-cr Vertreter von Biesenroth rief hiergegen die Entscheidung des Provinzial-Ausschusses an, es wurde auch über die c-acke verhandelt, die Entscheidung aber zwecks Vornahme eines Augen- Scheins ausgesetzt. Tieser hat inzwischen ftattgeiunben. In der heutigen Verhandlung führte der Vertreter des Kreisamts aus, daß einmal der Provinzial-Ausschuß in dieser Lache unzmtandtg sei, da es sich nicht um einen Polizeibesehl handle, zum anderen Biesenroth, zur Herstellung des Wehres verpflichtet sei. Der Vertreter von Biesenroth begründete die Zuständigkctt des Provinzial- Ausschusses des näheren, rügte aber das Fehlen eines öifentlichen Interesses und behauptete weiter, daß Bieienrolh gar nicht Eigentümer des Wehres sei. Der Prooinzial-Ausschutz gab dem Recurs statt und entschied, daß der Polizeibesehl au >zuheben sci. In einer seiner letzten Sitzungen hatte der Provinzial-Aus- fdürft entschieden, daß die Gemeinde Altenburg verpflichtet sei, eine Wasserleitung von dem sogenannten Mrrichrödcr Teick zu bauen. Damals war schon ein Gegenprojekt ausgetaucht, das bezweckte, eine Leitung von dem sogen. „Homberg" zu bauen. Inzwischen bildete sich die Wassergenossergchast Altenburg-Ost mit der Absicht, das Homberg-Projekt zur Auschhrung zu bringen uiid suchte uni die Erlaubnis zur Benutzung der Kreisstraßen bei Legung der Leitung nach. Der Kreisausschuß des Kreises Als- (db verweigerte diese und so kam die Sache an den Provinzial- ^'lusschuß zur Beurteilung. Dieser wies den Rekurs der Gc- uossenschast kostenfällig ob. ----------jßi, rsiaa den 1. Noü ciiiintta!is3Ubr,weck n Amtszimmer die ® Zm-und Theodor s , Meschvebenen H lerzeichneren W® £--169 qm GrabM fd der(shaussee ., - M am Honens 29. September Lrlsgericht GieiM ^Gros^_—7 rTraübo'Ml MZOi UfN® t, frisch gebrannt ?tag den 21. Chh hmütalis 3 lUjr, n>td i Amtszimmer die k iebr. Zull in EM • ideelle Halste n» verzeichneter W« = 1775 qm AÄr o zlaiigenzahl. icn 15- Zevlember 191- , Orlsaerichl EM —r- w -okolade inMbefwO“’"1* iWM '♦ «1. tigung und Verpflichtung erhalten. Damit ist aber keinesfalls die Parteisvaltung in der Gemeinde überbrückt: sie klafft nad) wie vor weiter. Ta die seitherige Dampfdreschmaschine des Ortes nur Angehörigen der einen Partei gehörte, so haben jetzt solche der anderen Partei eine nagelneue Dampfdreschmaschine kommen lassen. (!) So wird auch das Getreide der Gemeinde getreu der Parteispaltung von zwei verschiedenen Maschinen gedroschen, hosfentlüch aber in einer Qualität. § Aus dem Vogelsberg, 13. Okt. Bei den Wand lungen, die sich aus allen Gebieten bemerkbar machen, mirb manches Alte beiseite gedrängt, ohne daß das Neue ersterem über wäre. Ja, manchmal ist rein das Gegenteil der Fall, und doch wird die Wandlung, der Mode zuliebe, vollzogen, bis dann die Einsicht das Bessere wieder aus dem Winkel holt. Eine solche Erscheinung zeigt sich bei unserer — O b st k e 11 c r e i. Ihre alte, ursprüngliche Form, wonach über die Keller ein Baum gelegt wurde, der vorn am Ende von einem mit Steinen beschwerten Brett stets unter Druck gehalten wurde, war längst den Schraubenpressen gewichen, nachdem die Keltern mit Winden die Zngkeltern abgelöst. Jetzt sieht man in den Ortschaften wieder die ganz alte Form der Obstkelter zu Ehren kommen. Ja, man läßt sogar ganz neue Keltern, auch solche von Stein, für diese Art unfertigen. L. Friedberg, 13. Okt. Tie Sanität skolonne vom Roten Kreuz hielt am Güter bahnhof eine grüße re Hebung ab. Von Gästen waren erschienen Generalarzt Tr. Lindemann aus Darmstadt, Regierungsrat D. Gaßner als Vertreter des Kreisamts, Bürgermeister Stahl und einige Aerzte. Tr. L i n- bemann sprach sich über alles Dargeootene lobenswert aus. Tie Leitung hatte Lazarett-Rendant Gramlich-Friedberg. — Geh. Oberschulrat Scheuermann, Tarmstadt, besuchte gestern das Lehrerseminar. Vilbel, 13. Okt. Der Vertrag mit der Stadt Frankfurt, die Gaslieferung und den Bau der elektrischen Bahn betreffend, ist, n. d. „Kl. Pr.", nun endgültig angenommen worden. Die Rohrlegung vom städtischen Gaswerk Heddernheim wird bald erfolgen und die Elektrische muß 1912 gebaut sein. Tie Bahnlänge wird acht Kilometer betragen. Es wird schon aus Konkurrenzrücksichten der Eisenbahn gegenüber der kürzeste Weg gewählt werden. Vermutlich mündet die Bahn vor Berkersheim und in Vilbel. Preungesheim wird wohl angeschlossen werden. Auf diesem Wege könnte und würde der Vilbeler Berg in halber Höhe genommen und alle damit in Verbindung stehenden Schwierigkeiten beseitigt. Auch bietet die Geländeerwerbung weiter keine Schwierigkeiten, da die Gebrüder Siesmayer das zur Bahn benötigte Gelände umsonst zur Verfügung stellen und weiter in der Bahnrichtuna ein Gemeindeweg liegt, der ebenfalls kostenlos für diesen Zweck benützt werden kann. Daß der Abschluß dieses Vertrages einen Wendepunkt in der Geschichte unserer Gemeinde bildet, ist Die russischen Finanzen. Petersburg, 13. Okt. Der vom Finanzministerium aufgestellte Voranschlag für das Staatsbudget von 1910 beziffert die ordentlichen Einnahmen auf 2535.8 Millionen Rubel, die ordentlichen Ausgaben auf 2510 MM. Rubel, die außerordentlichen Einnahmen auf 10 Millionen und die außerordentlichen Ausgaben auf 120 Millionen Rubel; in dem letzten Posten sind 50 Millionen Rubel für Wirtschaftsoperationen des K'riegs-Ressorts und 64.8 Millionen für Ei s en b ah n b au t e n enthalten. Die außerordentlichen Ausgaben werden gedeckt durch den Ueberschuß von 25.8 Millionen der ordentlichen Einnahmen, durch 10 Millionen Rubel an außerordentlichen Einnahmen imb durch 84.2 Millionen, die durch Kreditoperationen beschafft werden sollen. M o s k a u, 13. Olt. Der P r ä s i d e n t d e s B ö r s en- ko m i t e e s, Kestronikosf, begrüßte den Finanzminister Kokowzow bei dessen Besuch in der Börse mit einer längeren Ansprache, in der er u. a. erklärte: Die russischen Finanzen hätten eine schwere Zeit hinter sich, die durch einen unglücklichen Krieg und innere Ursachen verursacht worden sei. Dank der glücklichen Leitung durch Kokowzow sei aber die Finanzlage Rußlands beinahe wiederher g e st e l l t ; selbst die größten Pessimisten hegten keinen Zweifel an der Festigkeit der russischen Geldwährung. Dre Börsenkurse zeigten jetzt, daß der russische Kredit auf dem Weltmärkte wiederhergestellt sei und daß Rußland tu eine neue finanzielle Periode eintrete. Der Präsident aab der Hoffnung Ausdruck, daß der Finanzminister wahrend dieser Periode die Finanzen so leiten werde, daß Rußland in finanzieller und wirtschaftlicher Hinsicht keinem anderen Lande nachstehe. Der wirtschaftliche Aufschwung Rußlands sei jedoch unmöglich, wenn eine Ueberbürdung einiger Kreise der Vollstätigkeit durch Steuern eintrete; deshalb sei bei der Besteuerung äußerste Vorsicht empfehlenswert. _ Gegen Anleihen verhalte sich die öffentliche Meinung nicht mehr so bedingungslos ablehnend wie früher, jedoch sei es notwendig, daß die Anleihen ausschließlich den wirtschaftlichen Aufschwung bezweckten. Der Redner sagte dem Minister Dank für die rechtzeitige Eröffnung eines billigen Kredites während der diesjährigen überreichlichen Ernte, infolgedessen die Preise nicht übermäßig gesunken seien. Zum Schlüsse seiner Rede gab der Präsident dem Wunsche Ausdruck, daß die Reise des Finanzministers nach dem fernen Osten dazu führen möge, die russischen Gebiete Em fernen Osten mit dem übrigen Rußland durch feste wirtschaftliche Bande zu verbinden. Deutsche Kolonien. A uf Samoa hat sich ein recht bedauerlicher Vorfall ereignet. Die „Deutsche Post" berichtet darüber: Tie Pflanzer Gebrüder Schmidt erhielten in einer gleichgültigen Angelegenheit eine Vorladung vor Gericht, zerrissen sie vor den Augen des zusiellenden samoanischen Polizisten und bc= schimpften ihn. Als das Gericht daranlhin eine zweite Vorladung durch einen chinelifchen Polizisten bestellen ließ, mißhandelten die Brüder Schmidt den Polizisten mit Knüppeln, jo daß er blutüberströmt im öoipital ausgenommen werden inußte. Nunmehr wurde der Polizeiassistent Pofsin mit einer Zustellung der dritten Ladung betraut, gleichzeitig sollte er Beobachtungen anstellen, ob das Verhallen der beiden Pflanzer etwa auf plötzliche Geistesstörung zuruck- znfüyren sei. Poisiu wurde sofort nach Betreten des Halises 311m Verlassen desselben auigeforbert, worauf beide Brüder hinter ihiii herschosseii, doch traf glücklicherweise keiner der abgegebenen acht Schüsse. Beide Brüder siiid iiizwischen in Haft genommen worden, ohiie daß Unglückssälle oorgekomnien sind, und sehen ihrer Ab- urteihmg. entgegen. Die Gebr. Schmidt scheinen es als eine Beeinträchtigung ihrer nationalen Würde empfunden zu haben, daß ihnen ein farbiger Polizist eine gerichtliche Vorladung überbrachte, und im Zorn darüber den Sanioaner und Chinesen unb schließlich auch den deutschen Beamten von ihrem Hof gejagt haben. Ihr gewaltättges Verhalten ging natürlich viel, zu weit, aber auch wir glauben, daß man den farbigen Polizisten Weißen gegenüber nicht zu viel Rechte und Autorität gewähren sollte. Sport in hessischen Schulen. Schon seil langen Jahren besteht in England dre treffliche Einrichtung, den Unterricht durch Turn- und Spicl- stunden im Freien zu unterbrechen, um so eine geistig und körperlich gleichwertige Ausbildung sinnreich zu vereinen. Und daß ihnen beides nicht zum Nachteil gereicht hat, beweist die Stellung, die die Engländer heute'in der Welt einnehmen. Man darf eben die körperliche Wohlfahrt nicht über der geistigen vergessen, und sollte deshalb dieser Einrichtung die höchste Achinng zollen. Auch in Deutschland macht sich jetzt endlich eine gleiche Strömung bemerkbar, und besonders sind es Turnlehrer, die von der Trefflichkeit der Einrichtung überzeugt, ihr möglichst viel Freunde zu schaffen suchen. Und da' die Jugend einmal lieber körperlich als geistig arbeitet, finben sie überall lebhafte Zuneigung. Um dieser Sache nun tatkräftigen Vorschub zu leihen, haben die Schüler des Mainzer Real-Gymnasiums, auf Veranlassung ihres Turnlehrers Heuser, einen Wander- pr eis gestiftet, und zwar wurde der bekannte Diskuswerfer des Myron ausgewählt. Um biefen Wanderpreis, der für die besten turnerischen Leistungen bestimmt ist, wurde in diesem Jahre zum erstenmale gestritten. Der Wettkampf fand zwischen sreiwilligen Spielern der Unterprima und den beiden Obersekunden eben dieser Schule statt, und zwar an zwei Tagen. Als Wettkampf war Schlagballspiel festgesetzt und außerdem sollte bei einer Mehrheit von weniger als 10 Punkten Eilboten-Wettlaus die Entscheidung geben. Am ersten Tage konnte der Wettlauf aber Wegfällen, da die Obersekunda I. in einem glänzend geführten Spiele (82 :29) über ihre Nebenklasfe Sieger blieb. Am zweiten Tage entspann sich em zäher Kampf zwischen den einstweiligen Siegern und der Sptelmannschaft der Unterprima. Das Spiel des zweiten Tages war viel interessanter, als das des ersten, da beide Parteien mit der größten Anstrengung spielten. Doch die Ober- setünda I. blieb auch diesmal Sieger (45 :43). Allerdings mußte zum Schlüsse ein dreimaliger Eilboten-L8etre, dellte Spieler hatte. bä < )rok t^eraners erholten auch den ^xroinn ausbezahlt. veranlag: xn. Reisender der . ritiel- der 28 jährige Ildarn Äai und Funi v. 3- ag VON L'> Ml . »ein Chri habe das Reisegeld in» - Hessen im ' ichavigte dur-i Mark . 39.50 MI sftwiil XrruUt WwMkutfr Irrt —„—_ qeaen den Einnehmer (in* En tickadiq u ng s klage uicim ward« VIud» da» £ rlandeoqericht w>« währeno beim Vai an, die a ihn n. d. Nagte Vc ouMiif-’ Nun strengte dieser Hl m m aus Frirdbcrg ungierlr Briicllungen und puion seiiie ,'tirnia uni ca. ft Äugen,ranoc in Höhe v«u i^rlo jüi inft. Bon dem -r (r-iinebmei »td» a.io geirrt Halle -t#r vmnftraicr und ermittelte, dav leichsalls leinen Irrtum hi (»>. rn-txim dar Los ter Gernsheimer erhielt mag er auch Die im ’-Öntcbr eriorderUr. gelassen uno dadurch den Perlust de» ti. Li. iesbaden, 12. Ott Als » a M. machte Q!(nnai'4VHi > ii - -• ■- ....... .....- Aechnuna mH dem «läget den Votieru'veNraq abgeichlonen, in bufet Eig. nichafr ihm da» Vos verlaust und ausgehondigl, in also in ynionlidu Bertraqebt;. r.iing n i dem Älc.r nicht ,-treten, es kann diesem ihm gegenüber em cu« vertragliax? i.igzer Anspruch aui Sckaverirr'r.tz nicht erwachen '-ein. "orgiall aiiKfr Vlcht Llcrmischtc». • Hebet die sreundscha etlichen Beziehu n gen des Grafen vohenthal iu Jyürft Bismarck erzählen di.- „Han^u^i ' J«ad)ridJcjr- iclgcnoco: Ter huHidi Dcriurbcnf jüü.i Ikuii-i i i.at v'N vok..ilthal u. Bergen wat, Ivie hinreichend oekaunt m, u>i dec Urruftiung ßcv Deutschen Reiches an bis nm sjiul.chhr v:*'. iktitrier CkJ itdiugteid). cadnen m Berlin. U.r prb gi- in die,er Jril die beiten uno ircunclichsten Bezi.hungrn .um ,51hh n Brsmurck. Bei oct Beisctzuiig des LaisetS Wilhelm i,at:c iUu.ij JllUrt mm Fürsten Btsmaick geauty-Tt: „jti?enn -sie mich einmal brauchen können und glauben, bau ich -oUien oe» hilslich sein kann, so ich reiben 3tt m.r." Hurje Jcit daraus (i iid i - Bismarck den (traten Lwh.nthal, ihn zu beuchen, ia»h.iui i. an die Gorte des Könige und sagte „Dieser Momcnl iit geloinme.i, ü Kaiserin loünscht die Bcrmahlung ihrer ^ochlcr Liklotiu nut lciii aanti-n Alerander von Bulgarien durchzusützeil, cet ich uno iMttrixcji Gründen iDiberiprctftcn miiB; id) bin aber nut meinem Valent iu Ende, Vielleicht kann Ihr Honig mir 1)3;en." tvraf >7ul., nthal erwidert , bet llönig fei in Riva, erklärte aber aui das Di nigcn d.-s „iirskcn hin sich bereit, persönlich dorthin 3u reifen und oem Mumg die td>.’ pjijutragen. An demselben ■.ILmb reifte < >>t a| Hohen.Hal nach K im ao, und es gelang ihm, peu Hon: i jit b. aegen, einen Bries an cn Haiset (Stiebtuftii ui dem », wünschten iinne zu schreiben. Wad) w^ligen Lagen nwr Gras Hoienthal Mieder in Berlin, mutde am frühen Morgen pcm Fürsten Bismarck empfangen und legte ihm Jxn noch int- UiiHcgrlliii Brief des Honigs an den Hauer vor. Ta ein Passus in cim Briefe o.n Wünschttl o.v Fürsten iiid)t ganz entiprad), fragte ir. ub bei Honig es ivuhl Übelnehmen würde, wenn er go udni winde, diesen Paisus zu äribmi (*>raf Äohenthal übernahm co laichet, einen Versuch in dieser Richtung zu mad-en; er reifte nach einigen Lageti zu dem inzwischen von Riva iurüdgefebrten Honig nadi Billu Dlrehlen und erreichte eS, dast der Honig den Brief uni i 'i ctucksichiigung bet vom Fitesten Bismarck gewünfckstmi Äciiderungen noch einmal atid>ricb Tas Tcknetben gelangte noch an oem selben Tage in die Hände des Haifers Friedrich). Der Eriolg nt buainii In per mehrstündigen Unterredung, die die juuhun Friedrich am 'JiadninUag des 30. April mit dem Auiften Bismarck im Sdtfoffe Friedrid-skron in ISbatlottenburg batte, lieft uc den Veiratsplan fallen, der Midcripruch des Fürsten Bismarck i.atu o
  • Haufleulen und Fachindustnellen besteht, verwertet na mim# die auftercn Fläd)en der 2-trcia bohidiadUcm für ReNamezn'eck? uno erreicht t> dadurch, da st di. .iiindlwlzer ltoh der hohen Greuel iingcsähr -n dem alten Preise berlanit iverden U rnien. Das Unternehmen soll ieftr kapitalirästig fundiert fein. ILS hat bereits große ^nieratniauftr-ige abgeschlofien und bedeutende 3unb- hol-sahnkeii nut iimfangicidxn Aufträgen bedacht 2ic Arbeiten sind so weit gediehen, daß das neue Fabrifat demnächst in den 2D anbei kommen tann. ' iafio „I c b t e L> o s e". Aus Neivyork wird berichtet: Taft, Oh erste Bürger der Union, ist ein sparsamer Mann: selbst aui kleinen Reisen uihrt er nur einen Anzug mit sich, nämlich den. Och er trägt, und er ist nicht ivenig uolj aus bic Ersparnis an r icksoig, » Aber jept bat er and) die Schattenseiten allzu beithraiifiei ('^arbrroln* eriabr n müssen. Am Sonntag nachmittag (sine erfolgreiche Bchaudlunq der ^nnfleiitnberkulose. Tu fungcntubcrluipfr wird bekanntlich durch die Tuberkel- hauilcn verursacht Bur Entfaltung bteicr Bazillen gehört vor allem eine gcivuir Disvviit'on der Befallenen. Tie Bazülcn muhen einen günstigen Rährboden finden, sonst können sie iich nicht entwideln und es kann auch keine Ansteckung erfolgen, sobald man also den l^efomtorganismuS eines tuoerkulöfen Batienien IP zu verändern vermag, daß dik norhandeneii Tuberkelbazillen nicht mihr gedeihen können, keinen X'eb noboben mehr vorfinden, j bi 15 • h ulkten £)anb in vand ge }en Diesem tätigst erstrebten B»'l futb wir jeyt nahegekonunen Tie m e b i ä i n i i ch c 5t 11 n i ? der Universität Genua, wo an T uberkulosen ausgedehnte Persuche nut oem in leyter Zeit io viel besprochenen, von >?errn Dr. Fehrlin in Lchaffhauien ent-- deckten vistoian gemadit wurden, veröffentlicht einen Bericht übet die nut diesem Mittel gemachten Erfahrungen und schreibt u a.: „D i e prompte und außerordentliche Wirksamkeit des D»istvlans beruht auf einer gründlichen Sanierung des Blutes und der V> e n* e b e i ö f t e, wo - o t ; erkrankte Organismus schnell in einen u ft o n 0 V e r f e (i i n* i r b , in welchem dann bi e Natur e t n g r e i i r n und Oie völlige Genesung herbei t übten kann' Und aus einem andern Crt des Südens, wo sich jo viele lungenkranke hinflüchten, aus dem berühmten nennt ba Himmel । Rot er hatte mußte er sich untreinndtg in5 Bett vermacn weil bc r JS nj, n g cu^erbenert und getrocknet wurde, ^c't bette nnen brcita«r.aen Tluv'tag i:rt*rru>nnner (fine Fusttevr rührte ibn imt |..nen w» b- > durch «öestrüpp und Fesien: dazu oTmetz nocb der n. 3dtfeu ar. Sah; Begleiter verschonten nck> in der der „dick.- BiUv" aber wollte partout abnehmen — den i.yten Tagen weder luaenontmen unb benenb 4 Fuß zu geh.'N Mit zerrissenen Slechern, bis aui . -51 ____ .. .1.« X»» 'Ur.11 tfVTtt Trtl YVltri darauf, -i Fus-, zu geb*n. «*» , bte öam burdjrZBt, r~ tm endl.w der 'Brai ibenlim Sx>teL Während man aber feil en Anzna in der Mudu trocknete, blieb ihm nu.' : anderes üortg, als ins Beu zu krteckzen, zu rupen uni . •.' rrcm . Literarische-. — „Senn her junge Sein blubt'/, das neue Lust- spiel »an BiornsNTrnc Ziornion , das, wie wir gelt er n tuet- tx-ten, gleichzeitig mit einer Aufführung im ^sdcner Vortheater aucn in Frankfurt feine bcundx Urauf-fibrung encbai irrti), ist bei 3 Fifcher-Berlin in guter Ausstattung im xrud enchienm. — ei ster-Novellen neuerer Lrjähl ft w V. "Oht 5 Tuoniffni und einer Einleitung van A Senz^rnzro. Jn i'cincnbaab 3 Mk. Leipzig, Max vrifes Verlag. Bon den im tap.igrr Klassiker Berla ; .Aar vrife erscheinenden ,.-yeit in tg ;mb zu nurdwuc- pe moderne Frauenliteratu'. Novellisten wir alben Geiger, Mar Geißler, Rudolf G r 11 n i unb Benno R u t - tenaucr, Marl 3 ö i, 1 c , Älexander von Roberts, Ludwig cr von geoiegener Unterhattungsliieratur als von einem Hunit, iverk reden können. Das tut dem Verdienst einer solchen Sammlung aber keineswegs Abbruch. — Ludwig Richter, Lebenserinnerungen et ne » deutschen Malers. SelbstbiOgraphie gebft Dagebuch-Rieber- schristen und Bricien. Lerausgegeben und ergänzt von veinrich Rickster. Mit einem Bildnis Richters unb einer (rinleitung von Ferdiiianb Avenarüts. Bollsausgabe des Dürerdundes. In feinentanb 3 Mk. Leipzig, Max Kesse Berlag. — Ludwig Richter war nicht nur ein begnadeter '.Utaler, er ivuotc das, waS er mit dem Pinsel gab, auch in schriftlicher Inzälstuiig zu vermitteln, insosern er nämlich Lc^stgescoautes und Erlebtes gemütvoll unb mit Liebe roicoergab. Tie vorliegende Volksausgabe ist sehr dankenswert. Eine liebenswerte, shnwatljisdte Ersdieiming tritt uns ui dem Buch entgegen, eine christlid, gläubige Ratur, bereu Streben nach immer vollkommenerer Seelenreinheit ein ganzes Leben, eine ganze MüustlerentTviaelung erfüllt. Tie reine, fchlichte, aber lunstvolle Spradw wird man bei den Ridsterschen Lebens- eriiinnuvgen gleichfalls immer wieder bewundern müssen. ü-teteorologtfche ^eov»chtuugen der Station (Hie&eii. Oktober > 1909 Baromelei auf 0° reduziert Temperatur der Lust , Ndsolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Bjiudrlchtuug B indsiärke Wetter 13. 13. 14. 2- 9“ höchste öhebiijt 748,4 16,3 748,9 12,0 748,6 | 13,1 1 Temperatur a ie . U,1 10,1 10,3 n 12. 12. 80 97 98 bis 1 _±ii SE E still . Okto! k 4 3 still 'er = Sonnenschein Nebel Bed. Himiirel 4- 16,7'0. -t- 7J 6C. rLirehlicye Nachrichten. 3sraelUifd)c UeUgionzgememde. (Sottesöienft in der Synagoge (Süd-'Anlage^ Eamstag den 16. Oktober 190b: Dorabend 5.15 Uhr. '2)1 o r g c n 5 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. ©abbatausgang 6.20 Uhr. jsracmtiujc neltgionsgesellfchaft. Sottesdiellft. Sabbatfeier am 16. Oktober 1909: Dorabend 5.05 Uhr. Samstag Morgen 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 11 br. Sabbat-Ausgang 6.20 Uhr. 'SochengotteSdienst: 'Morgens 6.30 Uhr, abends 7.30 Uhr. Winterkurort Catania, kommt eine Nachricht, welche die in Genua erhaltenen Resultate nicht nur bestätigt, sondern noch wett glänzender charakterisiert. Das Institut für patho logische Anatomie ocr Königlichen Universität iS a t a n i a hat nämlich einen Bericht über bic mit bem vistosan gemachten Erfahrungen mit den Worten geschlossen : „N a cb a 11 c» bem gereicht es uns zum Bergnüaen, Ihnen aufrichtig zu gratulieren, datz es Ihnen gelungen ift, ein solches Heilmittel herzustellcn, welches mit leichter A nwendbar keit eine sickere unb dauernde Wirkung vereinigt, distofan bars mit ruhigem Gewissen, nach Ursache wie Wirkung, als das beste, wirksamste unb geeignetste Mittel gegen bie Lungentuberkulose bezeichnet werde n." Zahlreiche andere Untersuchungen in Krankenhäusern unb Sanatorien des T>n- und Auslaiides haben ebenfalls ergeben, daß das vistosan geradezu überraschende Resultate in Bezug auf Entfieberung, Aushebung ber katarrhalischen Erscheinungen, Hräftigung unb Belebung des Organismus unb Erhöhung bes Körpergewichtes bewirkt. In den Sanatorien von Davos, Arosa, Ley- |in, auf bem et. Gottharb-Sanatorium, ferner in Bozen, Meran, Abbazia unb in vielen Heilstätten des deutschen Reiches ist bas Histosan in täglicher Berwendung, eb r o in Hmbiripitälern unb Krankenhäusern. Die wohltuende Wirkung des vistosans madn fick sehr halb geltend Besonders merkwürdig ist, wie gut es gegen die X)ulten- Unfälle wirkt. Die Verabreichung von Eodein unb ähnlichen GriginaL-Drahtineldungen. (Nack Schluß der Redaktion eingetrofftn.' Frankfurt a. M. Tas Luftschiff oval lande!.- um 11'- Uhr in Münzen, Oderwiesevfeld int Beisein einer ungeheuren Menschenmenge. Hand«! und 117-00 3 252.80 ■berliner Hörne, 13. Oktober. Aufangikarsn. 3° , 163J0 91.80 Oy. .io UMk) 94.55 24JU 160.80 18X»u Caaad* E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Bochum Gum .. . Bayerns E. W. -. Tendenz: fest Industrie,'Glessen. Borne, 13. 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