Nr. 112 Freitag 11. Mai 1909 Blatt 159. Jahrgang Bezugspreis: monatlich 75Pf., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: total 15Ps., ansivärls 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „Vermischtes" K.Neurath; für.Stadt il Land" und.Gerichtssaal": E. £>er>; für den Airzergentcil: H. Beck. viermal wöchentlich SietzenerZamilienblätter; zioennat wöchentl.ttreir- blatt für Öen Kreis Gießen (Dienstag rmdFreitag); zweimal nwnatl. Landwirtschaftliche dcltfragen , crnsprech - Anschlüsse: iur die Redaktion 112, 2-erlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Erstes Der Gießener Anzeiger «s-ök* erscheint täglichFaußer Sonntags. - Beilagen: ijr'" * ietzenerAnzeig General-Anzeiger für Oberhessen nnahme von Anzeige» W I ö I l bä vornüttaA"^E Bofatioitsbnid und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- unb Zteinbruckerei B. Lange. Bebattion, Expedition unb Druckerei: Lchulstratze 7. Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. Dos deutsche Naiserpaar in Oesterreich. Auf die kurKe herzliche Begegnung unseres Kaiserpuares >mit dem italienischen Königspaare in Brindisi ist jetzt der Besuch des deutschen Kaiserpaares in Wien gefolgt. Unter dem Donner der Kanonen der im Hafen von Po la versammelten österreichisch-ungarischen Kriegsschiffe und des Hafenkastells fuhr Donnerstag nachmittag gegen 1 Uhr die deutsche Kaiserjacht „Hohenzolleru", gefolgt von den Begleitschiffen „Stettin" und „Slechner" in den Jnnen- l Hafen, wo sie, nachdem die Kanonenschüsse verhallt waren, von den Matrosen des österr.-ungarischen (Geschwaders mit dreifachem Hurra begrüßt tonrbe. Nachdem die „Hohen- Zollern" gegenüber dem .Kriegsarsenal verankert war/begab sich Erzherzogin Maria Josefa zur Begrüßung an Bord der kaiserlichen Jacht. Hierauf empfing der deutsche Kaiser den Marinerommandanten Grafen Montecuccoli, den Sattlyaller Prinzen Hohenlohe, den Korpslommandanten Poliorck, den Bürgermeister Bregato sowie mehrere andere höhere Beamte, Offiziere und den Ehrendienst. Der Kaiser unter- ihielt sich in liebenslvürdigsler Weise mit den ihm vorge- stellten Herren. Der Ankunft der kaiserlichen Jacht wohnte aus der Riva und dem nahen Ufergelände eine große Menschenmenge bei. Um 2 Uhr fand auf der „Hohenzollern" ein Diner statt, wozu außer der Erzherzogin Maria Josefa, der Marinekommandant, der Stadthalter, der Korpskorn- mandant und der Bezirkshauptmann eingeladen waren. Nach dem Diner stattete das Kaiserpaar der Erzherzogin einen Besuch auf der Jacht „Phantasie" ab, wo die Majestäten den Tee nahmen. Um 1/25 Uhr erfolgte die Landung des Kaiserpaares an der Elisabeth-Mole, wo eine Ehrenrom- pagnie, zahlreiche höhere Offiziere und Staatsbeamte bei dem dort haltenden Hofzuge Ausstellung genommen hatten. Die Musik spielte die deutsche Nationalhymne Nachdem sich das Kaiserpaar von der Erzherzogin und den anwesenden hohen Offizieren und Beamten verabschiedet hatte, setzte sich der Hofzug um %5 Uhr in Bewegung. Abends fand im Marinekasino zu Ehren der Offiziere der deutschen Schiffe ein geselliges Beisammensein statt. Bezeichnend für die große Herzlichkeit, mit der man in der Donaumonarchie unser Kaiserpaar empfängt, ist ein längerer Artikel der „Polit. Storr". Dort heißt es: Dem morgigen Besuche Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm bei Sr. Majestät dem Kaiser Franz Josef wohnt eine politische Bedeutung inne, welche die aller früheren Begegnungen der beiden Monarchen überragt. Jede dieser Zusammenkünfte war ein Sinnbild des Oesterreich-Ungarn mit Deutschland verknüpfenden Bündnisses. Jeder kam im Lichte der jeweiligen Weltlage ihr besonderer Sinn und ihre besondere Wichtigkeit zu. Ein unvergleichlicher Glanz liegt auf dem Maitage des vergangenen Jahres, da Kaiser Wilhelm sich mit den anderen Bundesfürsten des Deutschen Reiches in Schönbrunn vereinigte, um Kaiser Franz Josef aus Anlaß seines 60sährigen Regierungsjubilüums eine für immer denkwürdige .Huldigung darzubringen. Kein früheres Erscheinen des deutschen Kaisers in Wien hat aber hier einen so tiefen politischen Eindruck hervorbringen können toie das jetzige, das auf die Epoche einer internationalen Spannung folgte, wie sie Europa seit langem nicht beherrscht hatte. Durch die Haltung, welche Deutschland während der Ereignisse einnahm, die sich seit dem vergangenen Herbst bis zum Anbruch dieses Frühjahrs abspielten, wurde die Balkan- krisis ans einer Angelegenheit Oesterreich-Ungarns zu einem gemeinsamen Erlebnisse der Monarchie und des Deutschen Reichs, sowie zu einer höchst lehrreichen Erfahrung für die gesamte politische Welt. Verlaus und Ausgang der Krise, zu welcher sich der jüngste Abschnitt der Zeitgeschichte gestaltete, brachte die vielfach unterschätzte politische und moralische Macht Oesterrerch-Ungarus zu achtunggebietender, sinnfälliger Erscheinung und zerstörte auf das gründlichste gewisse seltsame Legenden über ihre Vitalität. Zu diesem Erfolge kam die überaus wertvolle Wirkung, daß durch das unerschütterlich treue Zusammenstehen Deutschlands mit der Monarchie auch die Lebensfülle und Energie des Bundes zwischen den beiden Reichen, den manche als ein welk gewordenes Gebilde hinstellen zu können glaubten, allenthalben in eindringlicher Weise' ins Bewußtsein gerufen wurde. Die unzertrennliche diplomatische Waffenbrüderschaft, welche das Wiener Kabinett der österreichisch-ungarischen Regierung in dem Kampfe um die bosnische Sache bewies, erhöhte noch den warmen Grad der Freundschaft, die das Bündnis der beiden Mächte erfüllt, und fand in Wien und Budapest volle Anerkennung, die in tiefempfundenen Worten yum Ausdruck gelangte. Der jetzige Besuch Kaiser Wilhelms in Wien bildet einen krönenden Abschluß dieses epochalen Abschnittes in der Geschichte der Alliance. Die lebhaften Sympathien, die sich der deutsche. Kaiser in Oesterreich-Un garn durch seine fesselnde Persönlichkeit, durch die unge wöhnliche Herzlichkeit seiner Freundschaft und die hohe Verehrung für unseren Monarchen erworben hat, erstarkt durch das unvergeßliche Ereignis der Fürstenversammlung in Schönbrunn — sie erreichten in der letzten Phase der Welt- politit ihren Höyepunkt und brachten den obersten Vertreter des deutschen Reiches unserem Gemüte noch näher. Den Empfang, der dem deutschen Kaiser und der Kaiserin Auguste Viktoria von unserem Kaiser und den Mitgliedern des Kaiserhauses bereitet wird, werden die aufrichtiger ivarrnen Willkommengrüße begleiten, die ganz Oesterreich' Ungarn den treuen Verbündeten und dem unentwegten Freunde entbietet. 256. Sitzung am 13. Mai, 2 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die am 13. November 1908 zu Berlin abgeschlwscue revidierte Berner L i t e r a r ko n v c n-- tron (innt Schutze von Werken der Literatur und Kunst). Staatssekretär v. Schoen empfiehlt die Vorlage. Abg. Junck (Natl.): Es wird für den Deutschen Reichstag eine Ehrenpflicht sein, der Konvention zuzustimmen. Sie bringt entschiedene Verbesserungen, namentlich dadurch, daß sie den Schutz des Urfoeberrcdity international gestaltet, ihn unabhängig macht von dem llrsprungslande. Wenn Artikel 13 das Urheberrecht an Werken der Tonkunst auch auf Übertragung solcher Werke auf mechanische Instrumente und auf deren öffentlichen Betrieb ausdehne, dieser Bestimmung aber in einem Absatz 3 die rückwirkende Kraft abspreche, so habe das, wie er ausdrücklich betonen müsse, nur internationale Geltung. Die Konvention behindere uns nicht, diese rückwirkende Kraft für das Inland durch unsere innere Gesetzgebung auszusprechen. Und es fei erwünscht, daß dies geschehe. Abg. Pfeiffer (Zentr.) begrüßt die neue Konvention ebenfalls mit Genugtuung. Ebenso der Abg. Müller- Meiningen (Freis. Vp^j. 9tbg. Dietz (Svz. > erkennt an, daß die revidierte Konvention einen Fortschritt gegenüber der bisherigen bedeute. Die Uebereinkunft wird in erster und zweiter Lesung ange- nomnien. Es folgt die erste Lesung des Abkommens mit den Vereinigten Staaten über den gegenseitigen geiverblichen Rechtsschutz. Abg. Junck (Natt, empfiehlt kurz das Abkommen, das wenigstens einen theoretischen Fortschritt enthalte. Es folgt das neue M ü n z g e f e tz. Das Abkommen wird sodann in erster und zweiter Lesung genehmigt. Die Annahme der Vorlage erfolgt ohne weitere Debatte in zweiter Lesung. Letzter Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite Lesung der Nove! le zum B a n k g e s e tz. Es liegt hierzu ein Antrag Raab vor, von dem nach Abzug der Präzipuatdividende (3y>) verbleibende Rest des Reingewinns der Reichsbauk den Anteilseignern nur 15 Proz. statt 25 Proz. znkomme.n zu lassen. Auch 'soll die Dividende der Anteilseigner im Höchstfälle nur 6 Proz. betragen dürfen. Wie der Präsident mitteilt, ist über diesen Antrag namentliche Abstimmung beantragt, die aber erst morgen statt finden würde. Abg. Raab (Wirtsch. $gg.) befürwortet den Antrag. Reichsbankpräsident Havenstein , bittet um Ablehnung des Anträge staab. Abg., Dvve (freit. Vgg., lehnt ebenfalls den Antrag : man dürfe die Anteileigner nicht enteignen. Abg. A h r e n D t (Rp.) tritt für den Antrag ein. Tie Anteilseigner seien bisher auf ihre Rechnung gekommen und könnten sich mit geringeren Einnahme zufrieden geben. Abg. Weber Ntl.) wendet sich gegen den Antrag, der ein untaugliches Mittel zur Lösung der Finanz reform darstelle; überdies treffe er keineswegs nur reiche Leute. Auch Abg. Fa ß b en be r (Ztr.) spricht sich gegen den Antrag Raab aus. Abg. Frank (Soz.- meint, man brauche mit den Anteile eignem der Reichsbank durchaus kein Mitleid zu haben. Abg. ft r e t h (Ks.) polemisiert gegen die Linke, deren Idealismus sich dann zeige, wenn es sich nicht um das Portemonnaie ihrer Freunds handle. Damit schließt die Diskussion. Morgen soll die namentliche Abstimmung über den Antrag Raab erfolgen; darauf Beratung des Viehseuchengesetzes. Schluß G1, i Uhr. Die Reichswettzuwachsstkuet. Eine Konferenz 'beim Reichsschatzsekretär, an der die Oberbürgermeister der großen Städte, Vertreter der Wissenschaft und eine Reihe von Kommissaren der einzelnen Bundesstaaten teilnahmen, beschäftigte sich nach einem Bericht der „Voss. Ztg." eingehend mit der Reichslvert- zuwachssteuer. Mau gelangte zu dem fast einmütigen Ergebnis, daß die Frage der Reichswerlzuwachssteucr zurzeit noch lange nicht genügend getlärt sei, um mit einer Vorlage an den Reichstag herauzutreten, daß ferner zweifellos die Erträgnisse der Steuer überaus großen Schwantungen unterliegen würden und die Steuer Bei günstigster Schätzung höchstens 12i/2 Millionen, bei optimistischerer und in besonders günstigen Jahren höchstens 20 Millionen bringen würde. parlamcfttarifdKs. DieBudgetkommission des Reichstages erledigte am Donnerstag durch einstimmige Annahme den Geieyentwurf über die Gewährung von Beihilfen an Kriegsteilnehmer und setzte daraus die Beratung der Besoldungsvorlage fort. Sodann wurde über die Zulagen für die oberen Beamten beraten . Auch hier liegt ein Kompromißantrag vor, der gegenüber der Regierungsvorlage eine andere Regelung vorschlägt. Von verschiedenen Seiten wird gegen die Aeußerungen des preußischen Finanzminisrers über die Arbeit der Budgetkommission des Reichstags Verwahrung eingelegt. Der Referent Dr. Dröscher ist bereit, diese Verwahrung im Namen der Kommission im Plenum einzulegen. Ter Kompromißantrag wird en bloc angenommen. Montag Weiterberatung über die Zulagen. Die Justizkommission des Reichstags hatte in der ersten zur Beratung der Strafgesetzbuchnovelle an- beraumten Sitzung eine Subrommissiou eingesetzt, die sich über den Umfang der Arbeiten der Kommission einigen sollte. In der Subkommission wurde eine (Einigung der Parteivertreter dahin erzielt, auch bei den § 235 (sogenannter einfacher Kinderraub, erster Teil), § 239 Absatz 1 (einfache Freiheitsberaubung), § 120 (Jcfangencnbcf reiung) und § 111 Absatz 2 des Strafgesetzbuches Strafmilderungen durch alternative Einführung von Gelds rafe n tun bei Fr.iyeits- ftrafe zu beantragen, sowie auch für Lappalienber.-gsfä 1 le in Not die schweren Rückfallssträfen zu beseitigen wie beim Diebstahl aus Not. Wenn die Regierung, wie sie in Aussicht gestellt hat, aus diese Anregung der Subkommission eingeht, so würde sich sehr rasch eine wesentliche Verbesserung unserer strafgesetzlichen Verhältnisse herbeiführen lassen. Die streilig.' Malerie der Press b.l i.igung könnte dann für sich allein später behandel: w rden, ohne daß die im Interesse der Rechtsprechung briugenb notigen Milderungen einem Aufschub unterliegen müßten. cm« Hessen. Dir w e f e ß g e b n n u s « s2l u s f d) n ö 8er Zweiten K a m m e r, ber am Tonn. ■ 'aq vormittag feine Beratungen wieder mihinhm, befcbä'tigie sich .uerit mit der Regletungsvorlage. beir. die Abänderung des Artikels 227 des Polizeisircügefetzbuches in der Fassung des Gesetzes vorn 25. Juni 1904 über das Offenhalten o e r Schaufenster :c. Der "Absatz 1 dieses Artikels ioll folgenbe Fassung erhalten : „Tas öffentliche'AussteUen oder Aushängen von Waren ist an Sonn- und Festtagen mährend der für den Haupt- gottesdienst bestimmten Zeit verboten. Dieses Verbot stiidet auf die hinter Schaufenstern und in Schaukästen ausgestellten Waren dann keine A »r w e n d u u g , menn deren Ost'enhalien während der oorqenannten Zeit burd) Örtssahnug (statutarische Anorbmmg) für zulässig erklärt worden ist. Bet Erlaß der Ortssatzimq ist nach ben Vorschriften der Städteordnung oder Landgemeindeorbnnng mit der Maßgabe zu verfahren, daß dem Besdiltitz der Gemeindevertretung (Stadtverordneten-Versammlung ober Gemeinderat) eine eimvöchige Cffenlegung des Satzungsentrotnss oorausgeben mriß." Der Ausschuß ist im allgeiireuien mit dieser Bestimmung einverstanden, ebenso mit dem weiter beratenen Gesetzentwurf, betr. die Abänderung des F i s ch e r e i g e s e tz e s. Eine endgiltige Beschlußsastung über beide Gesetzentwürfe soll jedoch erst in der iiächsten Sitzung erfolgen, nachdem die baut einzuladende Regierung über verschiedene Punkte nähere Erklärttiigeti abgegeben haben wird. Die Beratung der Wahlrechts-Vortage wurde zunächst nocl) verschoben. DeutScbes Reick. DieMecklenburgifcheVerfaffungsfrageim Reichstage. Tie Interpellation der Abgeordneten Tr. Pach- nicke, Link und ReickMgraf v. Bothmer über die mecklenburgische Versaffungsfraae wird in den nächsten Tagen im Reichstage zur Verhandlung gelangen. Rücktritt Wehners? Die „Münchener Post" teilt mit, daß die Stellung des bayrischen Knlutusminislers erschüttert sei. .Herr v. Wehner habe nur geringen Rückhalt mehr im Ministerium. Ms Nachfolger wird Frhr. von Hertling genannt. Der Rücktritt des preußischen Kultusministers D r. Holle dürfte nunmehr in kurzer Zeit erfolgen. Der Minister hat in Godesberg eine Villa gemietet, sich aber das Vorkaufsrecht Vorbehalten. Die Ucberfiebo lung des Ministers dürfte Anfangs Juni erfolgen. In der B ub g e t f omm if fi on des Preuß. Abgeordnetenhauses wurde der Antrag auf Staatsunterstützung für die durch die Hochwasserschäden im Februar Betroffenen angenommen. "Aus den eingehenden Mitteilungen der Staatsregierung ging hervor, daß diese bereits ihrerseits diese Staatsunterstühung in Aussicht genommen unb Erhebungen veranlaßt hat. Das R e i ch s s ch a tz a m t hat, wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, eine neue verbesserte Fahrtarten st euer ausgearbeitet, die gleichzeitig mit den Besitzsteuern an den Reichstag gelangen soll. Der Bundesrat genehmigte den Handelsvertrag mit Portugal, der dem Reichstage alsbald vorgelegt werden soll. Die Kommission des Abgeordnetenhauses für die Bergnovelle hat den Entwurf in der Gesamtabstimmung nach chren Beschlüssen zweiter Lesung angenommen. AusiQNd. Im Prozeß Lopuchin hat der Gerichtshof ben Angeklagten Lopuchin der Zugehorigteit zu der verbrecherischen Gemeinschaft für schuldig erklärt und ihn zu f ü n s j ä h r i g e r Zwangsarbeit verurteilt. Da Lopuchin Edesm'ann ist, wird das Urteil dem Kaiser unterbreitet. Die Verkündigung des Urteils in feiner endgültigen Form erfolgt morgen. Stössel erlitt bei ber Nachricht von der Ablehnung feines Begnadigungsgesuches durch ben Zaren einen Schlaganfall. Sein Zustand ist gefährlich- Aus ber Türkei. Jeni Gazetta bestätigt, daß von der Golz-Pascha vollständig in türkische Dienste übertreten werde. — Wie verlautet, wurde gestern im Jilbiz ein neues 'Versteck mit einer beträchtlichen Geldsumme entdeckt. Die französische Kammer hat nach bewegter Debatte eine Tagesordnung angenommen, in welcher der gegen ben Be-- amtenfircif mit 455 gegen 69 Stimmen und ber VertrauenspassuZ der Regierung mit 365 gegen 159 Stimmen votiert wurde. U- Generalversammlung der Herdbuchgesellschasten für das Vogelsberger Rind. th. Schotten, 13. Mai. Unsere gestrige Tierschau ist glänzeno verlaufen. Vom frühen Vormittag an war ber Festplatz auf der Höhe des Bockzahl stark besucht, besonders von Interessenten und ftemiern unseres bei* mischen Vogelsberger Viehes. Man war mit hohen Erwartungen besonders aus bem preußischen Zuchtgebiet, in ben Vogelsberg gekommen und man gestand zu, daß diese Erwartungen durch das, was aus ben Bezirken Schotten, Eschenrod, Ulrichstein und Selin-- rod bei der Tierschau vorgeführt wurde, (die 4 Bezirke umfassen den halben Kteis), weit übertroffen sind. Nachmittags 3 Uhr füllte sicy das luftige Festzelt mit ben Mitgliedern des Verbandes ber Herbbuchgesellschaften. Der Vorsitzende Lanbrat v. H e i m b u r g in Wiesbaden eröffnete die Generalversammlung, indem er bemerkte, daß er heute die dritte derartige Versammlirng auf Grvßherzoglich,-Hessischem Boden leite. Es stehe eine wichtige Frage heute zur Verhandlung, nämlich die Fra^e, wie machen wir ben einzigen Nachteil unserer Vogelsberger Nasse gegenüber anderen Viehschlägen gut, wie erreichen wir eine größere S chne llwü chs i g ke it unseres Höhenschlages. Er hoffe, daß die Frage eingehend erörtert werde unb werde sie als goriten Leratungsgegenstand zur Diskussion stellen. Die heutige Tierschau m dem eigentlichen Geburtsland des Vogelsberger Rindes, habe unzweideutig gezeigt^ daß dessen Zucht hier, wo es boden- Itänbig ist, mit großem Verständnis betrieben wird. Er rönne an ben hier gezeigten Leistungen konstatieren, daß man hier genau wisse, worauf es bei der Zucht ankomme und daher erkläre es sich auch, wenn man mit ber Zucht ber heimischen Vielstasse tiorangetomrnen ist. Mit den Tieren, die Ijeutc in einer großen; Zahl schöner Exemplaren vorgeführt feien, ist die Behauptung glänzend widerlegt bte Vogelsberger Zucht habe sich überlebt und sei im Zurückgehen begriffen. Die augenblickliche Strömung, Siminenthaler V^eh zu züchten, sei wohl mir vorübergehend. Das Vogelsberger Vieh Jet die Rasse, die für die Verhältnisse in unserem Gebirgslanoe paßt, die Eigenschaften besitzt, die den größten Nutzeffekt geioährleisten, und bescheidene Anforderungen an Cao es Jnd'li ih'!, I träge der Bost 'lud) er ball bk , wnders in ben er das sei, der Ch: Landesuniversität. Se. Kgl. Hoh. der Groberz og hoben den Mechaniker und 'J)laid)iniiien bei der des „flamm, erfreuen sich sei die Landroirtschafiskammer zu unterstützen bereit. Eetoramiierat Lc11higer - Darmstadt stellt fest, daß Vogelsberger Vieh im Vogelsberg schwerer Hcrausgezüclüet als im Mi'-nr Ficbenfolrf. (5ö ist dies erfreulich gegenüber Monhirrrm der Simmcntbaler Tiere. Die Ursache dieser idvinun \ hegt hm .1:, oas; im Vogel ■ WM Alba üatiert, dost der Mbr^ustand D t heute in Schotten vorg ; • i.b-i '»■< " ganz an 1 zeichnet war, wenn n- dieser Dichtung io weiter uufclet, wird es allmählich babinfonimat, binnen nicht ,u frühe ;ur 3udn tx un. nbcn darf. Bei entivredtenber ’luhudtt werd'' es gelingen, betreffs dos Körpergewichtes der roten oder Simmentaler Viel; ,u lallen und zu fühlen fei. sei doch inr bitt Landwirt die Hauptsache, roeld>c Rasse gibt mir den ab solut grössten :Hang Ter letzter Weg ist möglich, ■ 1 ist ein lang NUN. I ob r auch mit unserem Vvg berget Rind u'irb von sachverständig bi/ Salairrnft , das rot Keltenvieh aus Frankreich, h .11 Verwandte unseres heimiidwn Vicbs und bat die gleichen Eigcnfchaftrn wie linier roter ^kbirgsschlag Der Berfud), baniit iinieri Nasse zu verbessern, müsse sehr ooriidiha auf einem Zuchlviehlwi gemacht werden Als weitere Kreuzung^ schlüge Fommcn die gelben Frauken und das schlesische Rolvieb in Betracht Oekvnoiiu. rat Leit Higer hält dafür, die Zucht bürd' sich selbst zu.verbessern und aui eine höhere Leistung zu bringen t?:v weist darauf hin, >ras man durch rationelle verständige Zucht ■ iiches Notvieh eigne tu ein ' > uzmrg mit Vo w sb rger, e« ' 1 d« r. ffi )U man eint n Bi u b • i' irrem und mit groster Vorsicht gcfdwhen Landtagsabg Morell spricht gegen den Vorschlag des Vorredner . , c-5 müsse hier schnell etwas geschehen, n 1 r. simmcntHaler Bullen anzuschaii n, daher sei ein itmiaffcntoi Verndi mit einer Zdreuzuna am Platze Landwirt Rimmer Bingmühle ist ebenfalls der Ansicht, mau lolle es mit einer ürcuiung versuch n m.b er balle eine solche mit dem schlesischen Vieh eines Versuchs wert. Oekonomierat Schien le Friedberg gibt einen Siüdblicf über die Zucht des Vogelsberger Rindes. Vor 40 Jahren, als sich der Freiherr v. Nord-ck zu Nabenan der Sadje energisch annah n, gab cS überhaupt kein Vogelsberger Vieh mehr. D,e vorhandenen Tiere waren eine ^Jiiidmtaicbrafir, die heruntergekommen war. Da^ mals jubelte man dem Gedanken 311, wieder Rctn zücht einzuführen. n ' V vA . Sühmratalei Vi b ,v ui ernähren, wie dieses Lier es eriorbert und das Ende wird sein, dast d, Simmentaler im Voielstorg bet ungenügender (St- nähnma iurinf.iehai. 3d)lenfr warnt einbringlidr vor einer Mini* ;ung zwischen Vogel beiger und Simmentaler Tieren, denn das könne nicht gnt mim. brr Fehler werde iidi m der ZukunN zeigen. Dr. Lnell ist der Ansicht. man falle einen Versuch mit einer 'treujung madxn wozu die Altairs die geeignetsten Tiere tu fein 1 dwinen ör verweist darauf, dast dieje genau wie unsere BogelS^ berget. e,a.blidi wibrn'ianb-i -h g.r gegen Tuberkulose uiw. seien, oIa niandh- andere Nassen Celononuerct Spieß hält Franken Die zur Zeit in Frankfurt n. M. im Saale PereinShauses* stattfindenden Vorstellungen großen Besuches. Klmik für psychische und nervöse Krankheiten an der Landes- Universität Ernst Gotthold Hempel zu Gießen auf sein Nach- suchen cm3 dem Staatsdienst entlassen. •• Bahn Lich — Grünberg. Die Eröffnung bei neuen Bahn von Lich nach Grünberg kann nicht vor dem I 5. Juli erfolgen, da bei Grünberg und Cucdborn noch sehr viel 9lrbeit zu leisten ist; höchstens könnte die Teilstrecke Lich—Ciifcfbom früher dein Verkehr übergeben werden. Hier sind die Arbeiten fast gänzlich beendet. Dagegen must östlich der Station Ciiecfborn durch den Wiesengrund der Damm noch erweitert werden. Viel Erdboden ist auch noch m der sog. Surbach notwendig, um den 11 Meter hohen Damm zu vollenden. Jin Einschnitt am Baumgartental bei Grünberg ist man auf große Basaltmassen gestoßen, die ebenfalls noch längere Zeit zur Beseitigung erfordern. Am Bahnhof Grünberg Und die Arbeiten noch weit zurück. — Operen - Vorstellungen im Stadttheater. Als dritte Vorstellung wird das .Hoftheater und die Hofmustk am SamStag, 22. d. MtS., 7 Uhr, LortzingS komische Oper „Zar und Zimmermann* zur Aufführung bringen. Der Vorverkauf befindet sich in der Musikalienhandlung von Ernst Ehallier am Neuenweg. Soiree Flu und Slade. Die geheimnisvollen Demonstrationen, die das Hierselbst bestens bekannte Künstlerpaar Fly und Stade am kommenden Dienstag in Steins Garten zur Aufführung bringt, haben in allen Großstädten des In- und Auslandes, in allen Kreisen, viel Interesse erregt. Solche Darbietungen muß man von Fly und Stabe gesehen haben, sie sind schwer zu glauben, wenn man sich nicht selbst von der Möglichkeit überzeugt hat. Es sei noch bemerkt, daß eS sich bet dieser Soiree also nicht nur um einen Vortrag, sondern um eine wirklich sensationelle Vorstellung mit einem 2 Stunden füllenden Programm handelt. ** Tie Marktgerechtigkcit für Hessen ist dem Landwirtschasls kammer Ausschuß der Pro oinz Oberhessen auf seinen Antrag vom Ministerium per liehen worden Die .Kammer wird nunmehr dem Projekt, einen Zentral-Zuchtviehmartt zu etablieren, näher treten Ob dieser Markt nach der sich für eine solche Veranstaltung am besten eignenden Stadt Gießen verlegt wird, hängt von den mehr ober weniger hohen finanziellen Opfern ab, die der Stadt für die Einrichtung einer solchen Marktgelegen heil angesonnen werden. • • Arrcsthans - Bes ichtigung Professor Dr Mi Her meier besichtigte gestern mit etwa 3u Studenten und einer Studentin (Juristen) das hiesige Provinzial Arrest- haus unter Führung des Oberstaatsanwalts Lang. — Zu dem Unfall, den der Bahnarbeiter Arnold auf dem kiesigen Bahnhof erlitt, erfahren wir, daß das Bein erfreulicherweike nicht zerauetscht, fondernjA. nur leichtere 93er- letzungen daoongetrogen hat. • • Manfa rdendicbe. Zm Laufe des gestrigen Tages haben Mansardendiebe in einem Hause in der Ludwig- straße eme Dienstbotenkammer erbrochen und 45 Mt. gestohlen. Da ledeniallS noch weitere Diebstähle auSgeführi wurden, liegt es sowohl im Znteresie der Bestohlenen als auch der Ermittlungen, daß die Ge'chädtgten alsbald Anzeige erstatten. • • Logisschwindler. Ein angeblicher Kaufmann mietete gestern bei einer Familie em möblrertes Zimmer und gab an, in einem kiesigen Geschäft eingetreten zu sein. Heute »ruh war der Vogel auSgestogen und seine Angaben stellten stch als unwahr heraus. Vor dem Schwindler ivird gewarnt. * • H n b e «t e 11 b a 1 c Post lendun gen. Bei der Cder- VostdirekNon m Darmstadi lagern »olgeube ^end : >ge>. bete Ad icubfc o'clleidit zu in.'eicu Leiern ;äai«i, al-.' unbestellbar: ttin- idirrtbbriti vom 18. 8. 08 au "ueßrii 2 an ,inau Anna Langer m 21 u* staöt nnS €an0. Gießen, 14. Mai 1909. Siegeln für gutes und gesundes PZohnen. Unter diesem Titel hot der Ernst Ludwl.-Verein, kein- scher Zentralverein für Errichtung billiger Wo. nunqcn in Darmstadt, em Merkblatt kerauSgegeben, das bxt Beochtnmi aller Bevölkernngskreise verdient. Eine gute WoKming neben Nahrung und Kleidung daS wichtigste Erfordernis ffii Gefunderhaltunq deS Körpers und möglichst lange Ci. allunn deS Lebens Viele und gerade schwere Krankheiten sind am nngeinnde oder sonst nnqenüqende Wohnungen zurückzufühicn, z. B. Tuberkulose, NheumatiSmuS, Blutarmut und Blech- sucht. Da« Merkblatt zeigt, wie die Wohnung beschaffen icm soll und wie sic zu unterhalten ist. Die einzelnen hierfür in Betracht kommende»'. Gesichtspunkte sind kurz und präzis eiläuterl in emer für 'Zedermann verständlichen Form. Zn erster Linie hat das Merkblatt für die Frauen Interesse. ivcShalb auch gerade die Fianenvereme seine Bekanntgabe betreiben sollten, aber auch andere Vereine, insbesondere Arbeitervereine und Vereinigungen mit gemeinnützigen' oder choritativen Charakter sollten sich in dieser Beziehung betätigen. Praktisch wäre cS auch, wenn Industrielle die Drucksache an ihre Angestellten und Arbeiter verteilen würden, damit diese eS selbst lesen und auch ihre Angehörigen lesen lasten. Dc>« Merkblatt weist mit Recht darauf hm. wie eS notwendig ist, daß die Männer die häusliche Tätigkeit der Frauen gebührend würdigen; denn diefe »ft für das Wohlergehen der Familie ebenso wichtig, wie die berustich-.- Tätigkeit des ManneS. Der genannte Verein Hot sich z»>r Abgabe weiteret Eremplare der Drucksache bereit erklärt. • — Ordensverleihung. Se. Kgl. Hob. der Großherzog haben dem Bürgermiister, OrtSgerlchtSvorstehcr und Standesbeamten Zak. Fitting zu Floinborn, KreiS Alzey, daS Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. hieb fo gut qt.-innrt roic Sulairmeb. da die belle Farbe des ersteren doch durch ridmac Wahl der >breuzungsnere zu uanilijiercn fei. aiöHtc Vorsicht iür nötig. (Wütet Futter, de- _______ ____ _Zla> zwei Ccbaiv«iabren und -roeckrmivrechende Fütterung halt-* er für unbedingt nötig, wenn man da- Vogel-- bei in Vieb schwerer haben wolle, 'iskrai man Vogelsberg alaube, bei ichleduer Fuiteruna große- und fdirocrrt Smimentaler Vieb halten und züchten ;u können, bann irrt man iub Mit hi-m ^-uuer wie man d-e Vogci-beraer hier verfolge, verkümmert die S-immrntalei Rane eheniaUs und wird mit der Zeit ebenfalls treisveter'naearzt Dr K ne l l-Gießen, ber, beim Pre^sge ruht für die Jicritau initgeroirtt bat, erklärt, baß bic * r Lchov vbrathtnr Tiere lämtiid) als twtiüghdK Typen der Vogelsberger Raffe 11 betrirf-mTi feien. Durch bi: Ixuiim- Tierschau »ei bar Schoten ii4 ein /,ug ber Voll^noun? bewerf 0. nt (tyc x über rottgenfe Anzahl des Pieheo habe Naiierähi ifeit una fehl er lau Beschaffenh it giy-igt. Besonk rs wolle er hervor!» >n, daß eine hermtbrtr Massigkeit der Tiere unb Anzeickrn großer VIw rrgiebigfrit fettziiitcllen seien Es feien Kalbinnen Dorgeribrl tvorc -n. die l 41; Zentner Schlichtgiwicht aufroriim. xr uncll schloß ferne Kritik mit dem Wunsche, daß es gelingen möge, bi«" :>iasse nx’itcr zu 0 tebdn und zu verheuern lieriuduuuunor Munk Hieben topf, der eb.nsalls Preisrichter war, fdstoß iidi hen Ausführungen des Vorredner? an unb bemerkte, doß man bei der brämurruitg besonder en Wert auf den Zuch'.wert uns die Leistungsidhigkeit ber Irre gelebt hat, baß man bagcten kleinere J.ud'tjchler, tnc hier unb do noch vorhanden waren, auHer Beir ichi, gdaifm tat. (re sei zu wünschen, daß nodi mehr -Äert da rau» gelegt wird, die Farve der Tiere auszugleichen. N'dner erklärt, er Jet das entern;( in Ober heilen als Prei?" iditec tätig unb stehe nicht an, u erN icen, baß et hier einen toben Stanb der Zu du ces roten Viehes Dergehmbcn hat. der feine Erwartungen weit über trösten tobe Ein Vergleich mit den Tieren im M reift Sieben köpf iaffe erkennen, daß man dort mehr auf Milchleistung züdU', während Inti b.i^ .'»uchlziel fidj mehr auf Frühreife und Sdjroric ridriet. laoeln müsse er die vieliack gesenkte SyornfieUung, was sich leicht herauszüchten lasse. Laridrat v. Heimburg bemerkt, die Gießener Verbands- Ausstellung habe schon gezeigt, daß die Tiere aus Oberhesi'ni, besonders die uus dem Äreisc Gießen, größer sind, als die aus »t reife ßabeitfoDT, nod mafinwr aber seien die Tiere aus dem 5t reife Wcflar. Es sch ine ihm, als ivenn dies mit ben riimatn'd"'ii Vk»ri>rimissen unb der Bodenbefdrassenheit im Zu- fannneufcaiig stehe, denn and) im Kreis Biedenkopf habe man sich Mühe gegeben, die Tiere sdnverer zu züdtten, leider aber bisher ohne Erfolg. LandtagSabg. Ä1 o 1 r 11 Angenrod memt, es ist Tatsache, daß das 2 hum ent bal er Vieh hier in dem eigentlichen Zucktgebicte des Dogelsb.'rger Titre* einbringen wolle unb bi es muss' vermieden werden Es kommeii immer wieder Anträge der Ofcmeinbtn, eine andere Zucktrichtimg einzufichren, ein Anreiz dazu liege darin, daß die Mdlbi'i unb Ritw r des Vogelsberges weniger gut bezahlt Werben, al die Simmrntbalcr. Aach dieser 9iidUung müsse der Hebel angesciit werden, daS Zudstzitl müsse sein, die Vogelsberger Tiere sdpoerer hnauszuzüchteil unb um diese- Ziel zu erreichen. io klein, mit bas Vogelsberger Tier ift. Oekonvnnttai Schlenkc kann nicht begretitn. warum die 3ü(bter von Vogtlsberger Tierra eint anbere Raste haben wollen. Er habe hier aut ber Tierschau zwei Jfübe gefunb.-it. von benen er offen lagt, sie tvaren icbr ’dwu Zufolgebenen wollte er iie fauien und er wllce für das Stück 600 Mk bezahlen. Do- b< weife bod», baß die Zucht lohnend sei Landrat v Hei m b u 1 g iaßtr die Debatte babiit zusammen, daß mau unter k inra llmüanbeu die VmKl-bergtr Zucht dran neben will und ben Wunsch ha: etwas idtwertrc Tiere berau-.- zuzüchten. Unter bet größtsten Vorsicht solle mau den Veriuch einer Ktrazung modyn mn dunklem Frankenvieh otxx Salair- Die zablrtichn Züchter der i^egrnb verfolgten die Vertondlungcn mit großem Jnteresie unb b- ugien burdt ihren BtnciU. baß iiud) »it ben Wunsch haben o>i dr hnmiidw V eh in der T^er edluua soNschreite und bni a 1 in: mirticbaithdhn Fortschritt n Da Laudwirychaic iidt ui Zukunft unnur mehr anpas c unieriiünimavtone überroieicn. vie Viirie aber nttmcbit: oerden. — Klcin-Linben. 12 Ma . Der Z 1 n: m c r t d) ü R e n- ft 111 b ixran’talleic am Souuiag cm Liciöidit^Rcn n «Vein- pardsbouicr po'*. Außer den beeiigen besten Kranen bauen sich auch solche 00« «heben, Heuchelheim und Großen-Linden ein- aelunben. Trotzdem nur drei ’fcrt!,e ausge'etzt waren, nnrr Oie Veieil luna tebr rege. Ta- 6nört*idiai war, daß sieben Herren -.ritt |< 36 Rm itn zum k»rn. Siechen kamen. Von dieien origen iotaende a*.? Sioer txroot: 1. Ludw Sehn vZießen, 2. pch. Rtcuirr- ftie;H vuibfii, 8 Ana. i-üuimche-ftttm-Lmden. AlbeitJEN, ir. Mai. Der Vund keffischerFüng- lingsoereine hielt am 9. Mai lein 7. 3abre "'ouesdieustes zerstreuten sich die airtroärtigen ^c : i, in bei Sefreiäer 5 M w e i k e r t - Darmstadt, B'arrer Müller- Osieiidach und Plärrer S ch 1 0 f I e r • Darmstadt über das Ber- bältutf der Jugend zu Bibel, 6Uembau< unb urenndlchasi »i»rachen Roch großer war die Beietliaung der Bevolkenmg an Oer SdiiiiH’eier an der Lud wigSduche, wohin sich um 4 llbr der FeUiua unter den Klängen der Poiannenchöre tn Velvegung ixtzie LZoHl an 2000 Menschen waren hort uerfammelt Rach einem qtmemlamen Liede erartff harter 0. d. Au-Ardeilgen bai ..'ort, um das vorgelebene Thema .Jugend und Vaterland' kurz aitsuilnbren. Die Ansprache giD*elte nt der Mahnung zu treuer pflege und Beiängimg der Vaierlandsltebe Tankes- und Schluß- ivoit Ves Vorsitzenden und gemeinsamer Gesang deschtosicti die Feier. R. B Darmstadt, 13. Mai Laut Beschluß des Landgerichtes n-urbe der wegen des Verdachtes des Okiltcnmorbei in llntcrfuchungshast genommene Ingenieur Schnell ntangels auSreichenber Beweise wieder auf freien Fuß 1 Marburg, 13. Mai Nachdem bas tin letzten Sommer im nahen Bad Marbach unter ber Leitung des Direktor Steger stehende Somnurthcatrr sich gut fing fuhrt »Jem jetzt auch noch > unuohl wie auch auf einer Bühne im Freien in Marbach ika de mische Fest spie le au'gesührt werden Tnn Chrenausschuß gehören an ber Rektor ber Universität und ende sollen tzervorrag .rüste größerer Theater herangezogen werden. F. E. Wiesbaden, 13. Mai. He u unb -5 tj 0 b mark t Angefahren waren 27 Wagen mit Heu unb Stroh Man notierte Heu 7.- - bis 7.tk) Mk., Stroh Richlstroh) 5.20 bis 6 — Mk. Alles für 100 Kilo. h. Wiesbaden, 13. Mai. Am Geburtstage brf garen, Mittwoch den 19. Mai, findet in Wiesbaden über tue gesamte Garnison, einschließlich deS Homburger Bah.illoo-, eine Parade vor dem Kaiser statt, der ein deio- frühstück folgt. ________________________ 'J Nochmals ttnsalloerhütuna rmd vaakoättolle Ar K> unserer Jcitmia g.grnübethuH vterin ronro tont, mn es neu fei, daß tn 'ozialdemokraltsd, 11 VcuaniNilung.it bic Bau fcnirolhtn als Agtlatorra „angeiprorthn" würben ' uc .«ättf der Herr Einsender geflunkert, bcun cs ' eie mental» cinnn - tal demokratcn i' schrieben „Demgegenüber nnm am die Zeitung ..Dec Volk.' noVir. Ar 130 vom 7 Ium V>07 vecwie'eii 'n rben. ubrt em Versammlung ber Maler, Lackierer mro yendun ivird. ' nach sagte , Genosic" Meißner ’it feinem Voruag über; ..Tic Aotuenot'ikrit des Bau- unb erkstcllen Delegierten Sintern* und die allgemeine Baukontrolle" baß, um gegen die vielen Ucbrr- grine, welche bf Unternehmer bet verschiedenen Banberufe ui) heuie »öd* zn Schulden konnnra lafkn, porgeben zu tonnen, et« allgemeine Baukonlrolle eine Rotn eitdigkett tvirc, ..tn bei auch bic Mi'ntrolh über die Zugekoruzk it zur Crgann'atioti ntt m- legrifteit ist Aui diese Kontrolle kommt es tn Der vauotiache an V?'t die foualdemokratticke .lusdrucksiveiic kennt, der weiß, was das betontet Aus brat bunbtqai Zugeständnis et u >t sich mit idtartn «tarlrit das Enduel bet sozialistischen 't*rurebunaai aut geieylidte Giniübrung ber Baitkontrolle bur b .Irbetter Ter öef<£äit*fßbtfr eines Freien Mnallarbetterverdantos ..itoito* irtate in einer Veriammlnng wörtlich: „Den Rick:o rdändl»» soll bas Handwerkszeug versteckt werden so lange, bis sie bi an, tu heu Verband autgenommen zu werden " Wie »oll bas erst werden, roenu fltbntcrfontrolicutr durch geheime Watl erkoren werden, lootot bock nd erlich die heutige» iotialbemcIratiidKii Agitatoren gewählt werben Daß bic icV’t heftebenbra BaukontteOente m München unb Stuttgart aus geheimer Wobt der Arbeiter '.Ttoprgtbre, nimmt auch nickt ganz, denn dorten werden fw «leickmaßig vo> Irbeitgebeni uitb Arbcitnebmern bat t^emcinb-. b'höt 1 i>i'tse»- »tert -itb. nachdem iie bestellt i nb, iwtocn ii An teilte ber lAnirmb Di ifrioige mit diesen Arbeitetk "troileuren lieb and) kein »weg- so günftia. tvif df ? von icwiffe er le ’nn|l- n ilen behebt wird Tic Zahlen der amtlichen Statistik furrtbai vreuFtidxu Vaugewerks-Veruisgeni israjct asten an? 100 000 ‘3h- bnier 71.2 'ckwei ober töblid» mrunfllfttflf -7ri*tirr ,u oer- 1, .am ü gerocföi. >n Bayern dagegen 111 Tte uteiamtc wnübtf’ st Ui n t aller Unfälle int Baugetverbe ergibt aut 10000k A.bewU tu ' *N*)7 tür Pi -ußra 7.57, nie Bauern 11IV Der MtnqW 0r Verbildung. Seme ftrnmw* tärigfeit würde immer nur ganz obrriläd)hd) fein können r V* hören eben zur Ausübung einet wirksam n Koiifm'.: t-i'cu ernt* uve fttnntntu'e au» konstruttwnellem Gebiet, namentlich aui dem lebtet der EisrakonftruUionra. der Statik, tos tnerüftbauei, da i/rünbuna. ber c*runb. afiersenttmg. ba Irnurai'.rjn 1. alW ,3rügen, bic einem nickt sackt,ck i^rariilbettn Ar.- vcrftändl cb »ern hegen muffen. E) wird aber auck bciot|L • werden jtid tot ’af, ber iivtfchra ben Arbeitgebern unb ben Ar. inebmcrN tm Faugeroerto feto zugrimtzt ist. noch orrschärst werden würbe, mto beionbete. roenn btt Arbeiter stmtrollcnrc auS Sahl en der ar- tciter brtwrqmgtn. Es rourb- stck heraus dir Verschiebung d-g < |ne widt.*» >u llugunitcn der Arbeitgeber voMietze». Fernst t . man. baß die Vtelgrftaltigbrit ber bau fern troUeett, ic ’ic durck bic «^nfübrung oon Vünkontrollraren aus dem .Irtoilcritcnb emnetra wurde, nut atoröqlick wirken kann, weil ich -crau.' .1 unreifdbait ftomvcrramretinikeiten entwickeln roftr- ? n unb if - onbere da» BerantU'ortl'chk'^itsgefübl des einzelnen - munbert wird. . vnbhcb aber feto« nur m;t Sicher heu voraus, daß bte ional- •mofrattt bte <*»e|caenheit sich mdn entgehen lasfen «vürto. bt* > r.... . . ai.ei^icBlid) c.: Jhc Organe zu betrachten, mit Lx. 2llifuht, u:u» rocütmi 1 charteren Druck auf bte Aibcua* schon auszuüden, aU M schon heute der Fall ist. Etat, betonierte: Am 13. Januar fei mit dem Zuge 7.28 Uhr bie Thamer nach Kronberg gefahren, er habe ihr eine Retourtarle nnd auf eine Mark ein 50 Pfennigstück und zwei Zehnpsemiigstücte zu rückgegeben. Bei der Leiche der Thamer ist nun weder Fahrkarte noch Geld gesunden worben. Hierauf wurde der- Privatdetektiv Walter vom Weltauskunite-bureau „Globus" in Wiesbaden Der nonimen, der vor 14 Tagen im Auftrage des Verteidigers Bickel beauftragt war, in Nieder Höchstadt nach den Avisen nt forschen, die in der Sache eine gewisse Rolle spielen. Gr war dann auch bei der Fran Burkhard. Frau Burkhard har nun gesagt, ihr Mann wäre am Mordtage zu Hause gewesen. Er har die Frau veranlagt, ein Schriftstück in dem Sinne zu unterschreiben. Frau Burkhard gab dies zu. Frau Burkhard, vom Präsidenten gefragt, warum sie dem Detektiv gesagt habe, ihr Mann sei zu Hanse gewesen, erwiderte: „Ei er hat mir wieder leid getan." Bewegung. Ter Vorsitzende ermahnte hieraus die Fran nochmals, die Wahrheit zu sagen, da sie so ost mit ihren Angaben ob ihr Mann am Mord- taqe zu Hause war oder nicht, gewechselt, jagte sic: „Ich möchte gar nichts mehr aussagen, ich verweigere meine Aussage." Der Gerichtshof beschlicht, den Detektiv nachträglich zu vereidigen. Der Zeuge S e e - Cronberg sagte aus, er habe am 13. Januar früh vor 8 Uhr in der Frankfurter Straße in Cronberg den älteren Burkhard gesehen. Ter Angeklagte erklärte, der Zeuge muß sich in der Zeit geirrt haben. Ter Fuhrmann Krüger hat den Angeklagten in der Frühe des Mordtagcs gegen 8 Uhr am Markt in Cronberg am Lohmannschen Hause gesehen. Burkhard erklärte, am Nachmittage in Cronberg gewesen, aber nicht an den Marktplatz gekommen zu sein. Iah. Adam von Cronberg hat den Angeklagten am 13. Januar kurz nach 8 Uhr vormittags an seinem Hause in Cronberg, Talweg 33, nach Königstein hin gehen sehen. Milchhändler Mich. Schmidt von Fischbach hat am Kilometerstein 0 bei Königstein, 400 Meter von der Mordstelle, einen Mamr mit weichem Hut, schwarzem Anzug, ohne lieber,^icfrer von Cronberg kommend an sich vorbeigehen sehen, es war 8" 4 Uhr am 13. Januar. Ob es der Angeklagte war tarnt er nicht sagen, möglich ist es. Andere Zeugen wollen den Angeklagten am Vormittage des Mordtages ebenfalls bei Königstein gesehen haben. Nach Feststellung verschiedener Oertlichkeiten und Ättfernungen wurde die Verhandlung 43,4 Uhr auf Freitag früh vertagt. Vcrmijcbtes. ' Ein Gelegenheitskauf für Einbrecher- Vor einem Jahre beschlagnahmte die Berliner Kriminalpolizei bei einem Ingenieur namens Gorke ein Durressches Sauerstoff- g e b l ä s e, ein Verbrecherwerkzeug von höchster technischer Voll- enbimg, mit dessen Hilfe lautlos die stärkste« und dicksten Türen feuerfester Geldsehranke in wenigen Minuten geöffnet werden können. Dieser Ingenieur Gorke war einer der gewiegtesten Ein- brecher und Geldichraukerbrecher. Sein wichtigstes Rüstzeug war dieser Sauerstoffavvarat. Vor dem Prozesse gegen Gorke ersuchte die Staatsanwalischait das Polizeipräsidium uni Auslieferung des Apparates. Dem Ersuchen wurde selbstverständlich entsprochen. Gorke wurde im November v. Js. zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Ta er die Gerichtskosten seines Prozesses nicht bezahlen konnte, kam das Gericht am die geniale Idee, das beschlagnahmte Sauerstoffgebläse im Psandhause versteigern zu lassen. An dem festgesetzten Tage wurde der Apparat, der sonst unter 800 Mk. nicht zu haben war, um 35 Mk. losgeschlagen. Als die Kriminalpolizei von dem Verkäme des Apparates erfuhr, bekam sie keinen geringen Schrecken. Es ivurden Erhebungen nach dem Käufer ein- geleuet. Zum mindesten liegt die Vermutung nahe, daß einer „vom Fach" sich die Seltene Gelegenheit nicht hat entgehen loffen. Der Käufer konnte aber bisher noch nicht ermittelt werden. — So muß es kommen. E i n Racheakt. Daß sich jemand an einem Gegner rächt, indem er ihm zu Titel imb Würden verhilft, dürfte auch nicht zu oft Vorkommen. Dieser Fall hat sich aber jüngst, der „Voss. Ztg." zufolge, in einem Tiroler Städtchen ereignet und er macht den Regierungsbehörden viel Kopfzerbrechen. Wurde da in einem Städtchen ein biederer Ortsinsane zum Bürgermeister gewählt. Ein Amt, um das sich sonst hitzige Kämpfe enlspinnen, weil der Be- werder mehr als genug sind. Ta geschah das Unglaubliche, daß der Gewählte bei der Bezirkshauplmannschast gegen seine Wahl eiiergisch protestierte, mit der Motivierung, man hätte ihn nur „aus feindseliger Gesinnung" gewählt. Es sei nämlich in weitesten Kreisen nicht unbekannt, daß er weder lesen noch schreiben könne, zwei Dinge, deren Kenntnis das Gesetz bei jedem Bürgermeister voraussetzt. Mit seiner Wahl sollte er also dem öffentlichen Spotte preisgegeben werden. Ter Bürgermeister wider Willen dürfte sogar gegen seine Wähler eine Ehrenbeleidigungsklage anstrengen, denn er glaubt die Urheber dieses komischen Racheaktes zu kennen. Ter heilige Bureaiikratius sieht die Sache von einer wenig heiteren Seite an, denn er steht da vor einem Fall, wie er sich noch nie ereignete. Daß einer nicht Bürgermeister sein will — so etwas hat sich in Tirol bisher noch nie ereignet. So geht nun der von fremder Land geschriebene und mit einem eigenhändigen Kreuzlein unterzeichnete Protest des neuen Bürgermeisters an die Statt- Halterei nach Innsbruck, die sich mit dem „Racheakt" zu be° fassen hat. *’ Der Tag der Mütter. Aus Newport wird berichtet: Der neue nationale Festtag der Amerikaner, der ursprünglich- von den zahlreichen Frauenklubs angeregte „Tag der Mütter", ist am letzten Sonntag in den Vereinigten Staaten überall mit großem Enthusiasmus begangen worden. Schon am Tage vorher trafen in Wagenladungen Berge von weißen Nelken in den großen Städten ein, denn es war die Losung ausgegeben, daß alle Amerikaner an diesem Tage zum Andenken an ihre Mütter eine weiße Nelke tragen sollten. Die Blumenläden waren trotz umfangreicher Vorbereitungen dem Ansturm nicht gewachsen. Auf den Straßen sah man nur Frauen mit großen Nelkenbuketts. Der eigenartige Feiertagsschmuck war jedoch keineswegs das Privileg der Jugend. Alte Mütter und Väter schmückten sich mit den weißen Blumen, um so das Andenken ihrer Mütter zu ehren. Nicht nur m New-Aork trieb die Begeisterung hohe Wogen. Aus allen Bundesstaaten treffen Meldungen ein, die von gleichem« Enthusiasmus zu berichten tu inen. In Chicago soll ein großer Kongreß und eine Ausstellung veranstaltet werden^ die die Verherrlichung der Mutterschaft anstreiben: den amerikanischen Müttern großer Familien sollen dabei Medaillen überreicht werden. Manche Frauenklubs, die anfangs mit glühendem Eifer für den Tag der Mütter Propaganda gemacht haben, mögen mit dem allzu großen Erfolg nicht ganz zufrieden sein. Denn das große Festestreiben gestaltete süh zu einem beredten Protest gegen die ertremen Ideen allzu fortschrittlicher Frauen und stellte ihren Bestrebungen die Ideale der Häuslichkeit und der Mutterschaft gegenüber. So haben die Frauenrechtlerinnen sich denn auch sichtbar zuriickgehalten und einige rigorose Vertreterinnen der Emanzipation machen ans ihrer Mißest immung über die unerwartete Wendung der geweckten Festesfreude keinen Hehl. Kleine TageSchronU. Eine leichte Kollision der Kaisers acht „Hohen- vollem" hat sich vor Brindisi ereignet, und zwar mit dem italienischen Torpedojäger „Rernbo". Sie erfolgte 10 Seemeilen vor Brindisi ohne Verschulden der „Hohenzollern", als diese bie Post an Bord nehmen wollte. Verletzt wurde niemand. Die „Nembo" wurde von zwei anderen Torpedobooten nach Brindisi geschleppt. Donnerstag abend ist nach einer in Mülhausen i. Els. ein- getroffenen Biel düng der von dort um 10 Uhr abgegangene D = 3 u g in der Nähe von Herbigheim auf einen Güterzug au »gefahren und in Brand geraten. Man spricht von mehreren Toten. Tie Blätter melden aus Lübeck: In Grammersdorf veruriachte ein ausgeicholtenes Dienstmädchen eine FenerS- bruil st. Z w e i D r 111 e l d e s T o r f e s sind abgebrannt. Biel.' Vieh ist in den Flammen umgefommen. Erneutes Hochwasser des W eich s el stro m es hat in Thorn die Höhe von 5,68 Meter erreicht. Die Usereisenbahn ist größtenteils unter Wasser gesetzt, so daß der Schisss- und Umschlagsverkehr unterbrochen ist. In bin linksseitigen Thor «er Niederung, wo der Deich noch nicht geschlossen ist, sind weite Gebiete ooat Wiesen- und Ackerflächen überflutet und die Saaten vernichtet worden. Bei einem Brande in der Mechanischen Weberei in Zell int Wiesental wurden 7 00 Webstühle zerstört; es kannten nur" 200 gerettet werden. Märkte. ff M a r b u r g, 13. Mai. Ter heutige Schweinemarkt stand unter dem Zeichen steigender Preise. Es kosteten 4 bis 6 Wochen alte Ferkel 40—50 Mk., 2—3 Monate alte Läufer 70 bis 90 Mk. und größere Ware 100—140 Mk. per Paar je nach Größe und Qualität. Zugefahren waren 773 Stück. le. Frankfurt a. M., 14. Mai. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 15 Wagen Heu und 3 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Mk. 3.80.-4.20, Stroh Mk. 3.00-0.00. Die Zufuhr stammte aus Oberhessen und den Kreisen Dieburg und Gslnhausen, Geschäft stau, der Markt wurde langsam geräumt. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag dem 15. Mai: Wolkig, kühl, keine erheblichen Niederschläge. Nördliche Winde. “ 100000 $ " Lb-il» Ltz-- f ii a. aus .,., )ung- fnen. Es? SM * Tfäp ki* VU)i fitcutetl > 'Scher e § r e ft ü i*i 5*' I ‘"Mn,'!* Ä* ®otiesble|,f( b(, I ÄS I -K« I 3ei°ng beschlossen Mß des Land' Gattenmorde- lieur Schnell i freien Futz das im lehten der Leitung'de- ch gut einaesühll l den StadtMü eien in Warbod werden. Ts Universität imi en iiervorrageiüt eben. - und Stroh t Heu und Swl i (Richtsttoh) 5J Wenn auch dr« Einfülnnng von „Sicherhei?smänrtern" in Bergwcrksbetrieben in Aussicht genommen ist, io find die Verhältnisse im Baugeiverbe doch andere. Die Gefahren im Bari- gewerkbetricb bringen leiber plötzliche Masscnunfälle, wie sie glücklicherweise im Baugewerbe nickt Vorkommen. Die Geialnen- Ursachen fiitd hier zumeist sichtbarer zu erkennen. Ferner 'ielst bie Novelle zum Berggesetz vor, baß nur bann Sicherheitsmänner frei ber Kontrolle Mitwirken sollen, wenn Belegickastcn von 100 Arbeitern vorhanden sind. Beim Baugewerbe kennen wir Belegschaften von 100 Arbeitern bei den einzelnen Bauten äußerst selten: es franbelt Sich meist um kleinere Banaussührungen mit oft ganz wenigen Arbeitern. Ans all diesen Gründen kann ich nicht in Aussicht stellen, daß dem Anttlag eine weitere Folge gegeben werben kann." Es bürste diesen Worten des Ministers noch hinzuzufügen sein: Wenn die Baubetriebe erst einmal ber Sozialdemokratie ausgeliefert sind, dann gibt eS für bie anderen Betriebe überhaupt fein Halten mehr. ©olingen, 13. Mai. In dem Prozeß, betreffend den Solinger Bankkrach, wurde Direktor Becker zu vier Monaten Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe, Fabrikbesitzer W e l ck er zu zwei Wochen Gefängnis und 200 Alk. Geldstrafe und Fabrikbesitzer Kehler zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. Der Mord auf der Landstrahe. (Fortsetzung.) F.C. Wiesbaden, 13. Mai. Trotz den gestrigen belastenden Aussagen der Frau Burkhatt) sah heute ber Angellagte, Burkhard sen., ebenso ruhig brcin, wie seither. Zuimchst wurde festgestllt, daß der Gättnerlehrling Äch. Nees, der sich nach dem 13. Januar erschossen bat, mit dem Thanierscheu Mord in keiner Verbindung steht. Der Prinzipal des Philipp Burkhard, Gärtnereibesitzer Hartmann in Klein- Schwalbach deponierte: „Der junge Burkhard war, so lange er frei mir war, ein ordentlicher, fleißiger, bescheidener Junge. Am 12. Januar gegen 10 Uhr abends, als Burkhard Nachtdienst hatte, gab er aus dem! Revolver, ber in der Gärtnerei unter Verschluß lag, einen Schuß ab, da,, wie er sagte, verdächtiges Geräusch sich in der Gärtnerei hören ließ. Ich gab Anweisung, daß tzer Schlüssel zu dem Behälter umgeäubert würde, damit die Gärtnergehilfen nicht mehr daran könnten. Damit war für mich die Sache erledigt Am 17. Januar kam ein Bekannter zn mir, der sagte: „bie Thamer ist ja mit Ihrem Revolver erschossen worden, so sagen die Leute." Daraufhin sah ich nach dem Revolver, er lag an Ort und Stelle, ich besichtigte ihn und gewahrte, paß er zwei leere Hülsen, zwei Versager, eine leere Kammer unb eine leere frem.be Hülse enthielt. An bemselben Tage kamen auch Burkhard sen. und jenior. „Nach Lage der Sache," sagte ich zn beiden, „einer, bon Euch hat den Mord begangen". Der Vater B wurde sehr aufgeregt, er sagte: „Wie kann man so was sagen usw." Der Sohn schwieg. Ter Lehrling H. Nees, der sich am 24. Jan. erschossen hat. war am Vormittag des Morbtages in der Gärtnerei beschäftigt. Es ist ausgeschlossen, daß er an dem Mord beteiligt ist." Obergärtner Rehn unb Gärtner Henrich bestätigten die Aussagen Hartmanns. Henrich bemerkte, daß er int Dezember 1908 den Revolver von Hartmann bekam, mit 6; Patronen, geladen. Drei Schüsse hat er abgegeben, zwei Versag.n: teuren außerdem dabei, eine Patronenhülse hat er entfernt, als er am 17. Januar nachgesehen hat, sei eine fremde Patronenhülse aus Messing tm" Patronenlager gewesen. Burkhard sen. bemerkte: Mein Verbäckst, baß mein Sohn an dem Morde ber Frau Thamer beteiligt, kam mir bei ber Unterredung am 17. Januar mit Hartmann. Ich muß mol) bemerken, daß meine Frau mir sagte, ,id) sollte zu beiiu Gärtner Henrich gehen und ihm 20 Mark an- Bietern, damit er sage, ber Revolver sei am Morbtag an «Ort unb Stelle gewesen. Peter A b a m Niederhöchstadt sagte ans, er habe Ende Dezember 1908 Phil. Burkhard einen Revolver von 6 Millimeter zum Kans angeboten, unb ben Revolver wieder zurückbekommen, da er ihn nicht taufen durfte, seine Eltern hatten es Verboten. Tie sechs Patronen, mit denen ber Revolver geladen ivar, gab Philipp nicht zurück. Lehrer Schneider-Niedi'r- böchstadt bezeichnete die Jungen und den Vater B. als brave Leute, die Frau l>afre öfters "mit ber Wahrheit hinterm Berg gehalten, auch fand er es für nnangebraclst, baß bie Fran am Tag nach der Verhaftung des Burkhard zu einer Festlichkeit gegangen ist. Kaufmann S t ein- Cronberg bekundete, am 12. Januar habe em junger Mann in seinem Geschäft Patronen gekauft — dieselbe Sorte, von der die Hülse im Hartmaimschen Revolver stack. Die Angeklagten waren nicht die Käufer. Wachtmeister Baumann- Cronberg bestätigte zunächst die Aussage des Gärtnereibefitzers Hartmann unb äußerte sich über ben Hartmannschen Revolver. Waffenmeister O c ft c r r c i dj e r - Wiesbaden erklärte als Sachverständiger, der Hartmannsche Revolver sei ein 7-Mil fhnetci Revolver, bie fremde Patromm hülfe „R. W. S. 320" bezeichnet, befand sich, als ihm ber Revolver übergeben, darin, sie wir auch 7 Millimeter groß.. Der Schuß auf die Cxmordete ist aus unmittelbarer Nähe abgefeuert, die Waffe muß der Thamer direkt an ben Kops gesetzt worben sein. Sachverständiger P o pp-Frankfurt rr. M.: An den Kleidern unb Stiefeln fanden sich keine Spuren, die auf dei^Morb deuten. Die Tharnerschen Kleidern ergaben auch keine Lpnren, die auf ben Täter hmwiesen. Im Kopfttich der Thamer saß die .lickgel. Die fragliche fremde Messingpatrone „R. W. S. 320" ist 7 Millimeter groß, bas bebeutet 320. Ein Schuß aus dem Äartinannscken Revolver, ber ein alter englischer Polizeirevolver ist, mit der R. W. S.-Patrone, vermag einen Menschen zu töten.. Außerdem muß man airirehmeu, daß bie Morbkugel aus dem Hartmannschen Revolver gefeuert fern kann, ob die Kugel aus der R. W. S.-Hülse gefeuert worben ist, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen. Die Lehrer Meurer von Ober-Höchstabt unb Hölzer von Nieber-Höchstadl gaben der Familie ein gutes Zeugnis: sie erfreute sich ber besten Achtung. Stationsdiener B r ü t m a n it von Cronberg, ber im Januar Dienst auf Station Nieber-Hüchstadt Ketuninluuichiuig. Letr.: Ausführung der Gewerbeordnung hier; Sonntagsruhe in offenen Verkaufsstellen. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß auf Grund des Ortsstatuts vom 27. Juni 1892 am 16. und 23. Mai b. Js. als den zwei Sonntagen vor Pfingsten, die Beschäftigungszeit der Handlungsgehilfen usw. und die Verkaufszeit für das gesamte Handelsgewerbe bis 7 Uhr abends ausgedehnt werden tanu. Gießen, den 10. Mai 1909. Betr.: Neubefestigung ber Bahnhofstraße zwischen Wieseckbrücke unb Bahnhof. Wegen Vornahme von Straßenarbeiten in der oberen B a h n - hofstraße zwischen Liebigsfr. unb Bahnhof, ist bis auf lveiteres das Befahren dieser- Sttaße nur in einer Richtung unb zwar mich dem Bahnhof zu gestattet. Die Rückfahrt vorn Bahnhof geschieht im Einverständnis mit ber Bcrhuverwaltung vor dem Eilgüterschnppen votbei über die Viehverladungsrampe nach der Liebigstraße. Letztere Fahrt wird jedoch seitens der Eisenbahnverwaltung an den Viehnmrkttagen gesperrt. Gießen, den 12. Mai 1909. Großh. Polizeiamt Gießen. Reinhart. le allen Elektrizitätswerken und iMtallatlonegeschaften erhältlich. Auergesellschaft Berlin O. 17. Neue elektrische Glühlampe. 70% Siromersparnis. Man achte auf den ges. gesch. Namen „Osram-Lampe.“ Bekauntriiüchung. Wegen Vornahme von Straßenarbeiten wird ber Neuenweg von Ntontag dem 17. Mai 1909 an bis aus 4 Wochen für jeglichen Fuhr- und Radfabrverkehr gesperrt. Gießen, ben 12. Mai 1909. Großherzoglickes Polizeiamt Gießen. Reinhart. Klnematograph Täglich geöffnet von 3—11 Uhr. — Großartiges ncncö Programm. Elt'antara, herrliche Naturaufnahme, Bcreittgetorix, histor. Drama aus ber Zeit Julius Caesars, prachtvoll koloriert, Für eine Stunde Schutzmann, humoristisch. 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