Nr. 160 Montag, 12. Juli 1909 159. Jahrgang Erscheint «lgNch mV Ausnahme de» Sonntag». «2 räzahlen von 1907 hervorgeganoen ist, toi Interessen, die damals gefährdet sch würden, und das deutsche Volk wollt Wremer, liel icn, Die „etefiettet §cnuilienbl2tter- werden dem .Anzeiger* riermoi wöchentlich beigelegt, da» ^Krcisblotl fiU de» Kreis Sietzen- zweimal wöchentlich. Die ^Landwtrtschastltche» Leit- fragen- «scheinen monatlich -wermal. Rotationsdruck en» vertag bet VrÜHNche» Untverfttäts • Buch- and Kletndruckere». 5t Longe, Gießen. Herren, den Vaterland erworben haben. Lachen links.) meine Herren, wir balten ihn für verdient —, daß auch er aus diesem Anlaß seinen Rücktritt in Erwägung zieht, daß ist eine schwere Verantwortung (sehr wahr! links), eine schwere Verantwortung, die auf uns ruht. (Sehr wahr! rechts.) Auch dazu habe ich im Auftrag meiner politischen Freunde ein ganz offenes und ungeschminktes Wort zu sagen. (Lebhafte Zustimmung rechts, Block würde man unS, Liberalen, aber im Lande noch hingehen daß auch unser verdienter — (Gelächter, Hört I Hört! links) — Redaktion, Expedition and Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: ÖL Redaktiom^KIIL Tetz-Adru Anzeig erGießea, Nun, meine vielleicht nicht die lassen. Aber Reich skanzler Form des Wahl- LiberaliSmus auch in Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen l»0O: >aPhi6 J nicht bloß die Sachen, sondern auch die Personen manche Förderung durch ein solches Zusammengehen erfahren haben. (Hört! Hört! links.) 9lber eine Voraussetzung war dabei: es war die, daß ein solches Verhältnis aufgebaut war auf der Grundlage der Gleichberechtigung (Lachen links), und diese Gleichberechtigung, meine Herren, haben S i e uns versagt! (Gelächter links.) Erinnern Sie sich doch daran, wie noch vor wenigen Tagen der Führer der freisinnigen Volkspartei, Dr. Rolle von pjg. an- Goldtapete ncrÄ£ SW Sude«*.. schiebung würde also nicht bloß die Finanznot des Reiches auf Monate verlängern, sondern das ganze Werk ins ungewisse stellen. (Lebh. Zustimmung rechts.) Der Zwang, die Einnahmen des Reiches zu festigen und zu vermehren, ist von der ganzen Nation erkannt. (Sehr richtig I rechts.) Ihr Lebensiuteresse fordert, daß der Unsicherheit, die nun seit Jahren auf den Finanzen, auf Gewerbe und Verkehr ruht, (Lachen links) ein Ende bereitet wird, nicht durch einen Ausblick in die Zukunft, sondern durch eine Tat der Gegenwart. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Die verbündeten Regierungen sind ohne Ausnahme einig darin, daß diese Forderung schwerer wiegt als die Mängel, die sie in den Kauf nehmen, wenn jetzt die Einigung erzielt wird. Indem sie danach handeln, leisten ste in Gemeinschaft mit dem Reichstag dem Vaterlande einen Dienst, der ihnen die Verantwortung für das Wühl des Landes auferlegt. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. v. Heybcbrand u. d. Lasa (Kons.): Meine politischen Freunde nehmen Akt von der Erklärung, die eben der Herr Stellvertreter des Herrn Reichskanzlers abgegeben hat, und wir freuen uns, darin eine vorbehaltlose Zustimmung zu dem großen Wek der Finanzreform zu erblicken, das mit so viel Arbeit und mit so großen Opfern von feiten aller schließlich zu Ende gebracht worden ist. In dem Werk, das vor uns liegt, haben auch meine politischen Freunde schwere Opfer gebracht. (Stürmische, sich mehrfach erneuernde Heiterkeit links.) Sie behaupten, daß wir keine Opfer gebracht hätten. Glauben Sie, meine Herren, daß der Verzicht auf die Zuckersteuer, den wir gestern ausgesprochen haben, uns leicht geworden ist? (Lachen links.) Glauben Sie, daß wir eine Steuerbelastung von 80 Millionen, die auf das Spiritusgewerbe gelegt worden sind. (Stürmische Rufe links: Und die Liebesgabe? Große Unruhe rechts.) Gewiß, e i n Opfer allerdings, das uns bei der Vorlage der verbündeten Regierung angesonnen war, fin- den Sie in dem jetzt zur Vollendung stehenden Werk nicht: das ist unsere Zustimmung zur Erbschaftssteuer. Die Gründe, die uns zur Verweigerung unserer Zustimmung bestimmt haben, bestehen nach wie vor fort. Was uns im letzten Grunde und schließlich maßgebend bestimmt hat, unsere Zustimmung zu verweigern, war das Moment, das wir in einer solchen Steuer nchts anderes sahen und sehen konnnten als e i n e allgemeine B e s i tz st e u c r, und daß wir eine solche allgemeine Besitzbesteuerung, wie ich hier offen bekenne, nicht in die Hände einer auf dem gleichen Wahlrecht beruhenden parlamentarischen Körperschaft legen wollen (Große Bewegung, stürmische Rufe: Hört! hört! link?. Nur langsam vermag der Präsident die Un» ruhe zu dämpfen.), weil es kein Mittel gibt, mit dem auf die Dauer es verhindert werden kann, daß die Satz« und Bestimmungen, die jetzt in der Vorlage stehen, eine Verschärfung erfahren, die schließlich imletztenEudezurExpropriationdes Besitzes führt. (Lebhafte Zustimmung rechts, Lachen u. Zuruf von den Sozialdemokraten: Sie sind die Erpropriateure!) Wir haben das Vertrauen zu denjenigen, die vielleicht fetzt selbst inun seren eigenenReihen darüberzweifelhaft find, ob wir nickst doch einer solchen Steuer hätten zustimmen sollen. (Hört! hört! links.), daß sie später einsehen werden, daß es jetzt recht war, daß die konservative Fraktion es ablchnte, ihren Namen unter ein Gesetz zu setzen, das eine solche Folge haben könnte und unserer Meinung nach schließlich auch haben müßte. (Unruhe, Widerspruch und lebhafte Zurufe links.) . Aber wir haben auch Opfer gebracht in unserer ganzen staatsrechtlichen Auffassung, wenn wir diesem Werke zugestimmt haben, und zwar, wie das hier doch mit allem Nachdruck betont werden muß, indem wir den sogenannten B e s i tz st e u e r n auch zugestimmt haben. (Stürmisches minutenlanges Gelächter und Zurufe links. Heiterkeit rechts.) Wenn es in der Welt nichts gäbe, wie ein Deutsches Reich und seine Besteuerung, dann würde der Satz, daß man neben Konsumsteuern auch eine Besteuerung des Besitzes besonders vornehmen muß, vollkommen gerechtfertigt fein. Aber wir haben doch nicht bloß das Deutsche Reich, sondern wir haben auch die Einzelstaaten, die Kommunen, und ich frage Sie: Welche Steuerquellen stehen dttin diesen Körperschaften zur Seite? (Zuruf links: Wertzuwachssteuer!) Splange wir ein Deutsches Reich mit derartig w.rt- schaftlich verschiedenen Verhältnissen, mit derartig verschiedenen Aber, meine Herren, der Reichskanzler Fürst Bülow hat aus dem Block noch etwas anderes gemacht. Er hat eine Verbindung der konservativen und der liberalen Parteien herbeigeführt unter grundsätzlicher Ausschaltung des Zentrums bei maßgebender politischer Arbeit. Und ba mußten früher oder istäter zwischen Liberalen und Konservativen, die in vielfacher Beziehung eine W eltans chauung trennt (lebhafte Zustimmung rechts u. links), —- meine Herren, ich nehme für keine Seite ein besonderes Recht in Anspruch, weder für die unsrige noch für die Ihrige — Situationen eintreten, in denen eine dauernde Verständigung nicht möglich war. Es wäre möglich gewesen, in diesem Block liberale und konservative Richtung zusammenzuhalten, und ich erkenne ganz offen an, daß auch meine politischen Freunde durchaus nicht der Meinung sind, daß dieses Zusammengehen mit Ihnen für unsere Sache in jeder Beziehung nachteilig gewesen wäre. (Heitere Zustimmung links.) Nein, meine Herren, wir sind objektiv genug, anzuerkennen, daß egoistische Grundbesitzerinteressen uns nicht leiten, haben wir diesen sogenannten Desitzsteuern auch aus diesem Grunde zugestimmt. Das Schauspiel, das überhaupt nichts wurde, haben wir dem deutschen Volke ersparen wollen! (Sehr richtig! rechts und im Zentrum; Lachen und Zurufe links.) Deswegen haben wir unsere ganze politische Stellung eingesetzt. Auf dem Wege, den wir gegangen sind, liegt der Block. (Bewegung; Zurufe links.) Der Block, der aus den Wahlen von 1907 hervorgegangen ist, wollte, daß gewisse nationale Interessen, die damals gefährdet schienen, unbedingt gesichert würden, und das deutsche Volk^wallte, daß die Varh^err« schäft einer ein beim?), wie hältnisse dem Meine politischen Freunde bedauern es alle aufrichtig, daß der Herr Reichskanzler, wie es ja scheint, den endgültigen Entschluß gefaßt hat, aus seinem Amte zu scheiden. Meine politi- schen Freunde haben nicht vergessen, sie werden es nicht vergessen, und auch das ganze Deutsche Reich wird es nicht vergessen (Zuruf links: Daß Sie ihn gestürzt haben!), was dieser Staatsmann für unS gewesen ist. (Sehr wahr! links, Zuruf: Der Dank vom Hause Hepdebrand!) Wir haben nicht vergessen, was dieser Kanzler gerade auch für die wirtschaftlichen Interessen des Landes (Zuruf von den Soz.: Das große Portemonnaie!), deren Schutz und Sicherheit getan hat (Beifall rechts), wir haben nicht ver- gessen, mit welcher niederschlagenden Beredsamkeit — anders kann man es nicht ausdrücken — er gerade der Partei entgegengetreten ist, die hier zu meiner Linken steht, und einer Partei, die njcht mehr sein würde, wenn Worte und Beweise aus- reichten, sie zu vernichten. (Heiterkeit links.) Gewiß, meine Herren, auch noch etwas Anderes wünschen meine Freunde in die- fern Augenblick ausdrücklich anerkannt zu sehen, daß wir dem Herrn Reichskanzler zu Dank verpflichtet sind für die männliche und feste Art, mit der er so oft auch vor die Person und für die Person unseres Königs und Kaisers getreten 'st. (Aha! links, Beifall rechts.) Ganz-gewiß! Und wenn hier und da dieses Eintreten auch vielleicht nach der Meinung des einen ober anderen von uns (Aha! links), — ja gewiß, meine Herren, es soll nichts im Dunkeln bleiben, glauben Sie nicht, daß ich irgend einen Punkt vergessen werde — nicht immer im vollen Um tauge geschehen sein sollte, so sage ich Ihnen, sind meine politischen Freunde einigbiszurnlctztenMann, daß, wenn der Herr Reichskanzler so gehandelt hat, es aus keinem anderen Grunde geschehen ist als weil er die feste, ehrliche und beste Ueberzeuguny von seinem Standpunkt aus hatte, daß er so der Sache fernes Königs und Kaisers am besten dient. (Lebh. Beifall rechts, Lachen und Unruhe links.) Und, meine Herren, einen salchen Reichs - k an z l e r hätten w i r stürzen wollen! — ©ott, meine Herren, weil er eine 21 enberung der hps qU',Me rechts angekündigt hat? Weil er dem .... Preußen ein Plätzchen an b er Sonne gönnen wollte i Das wäre doch unglaublich klein van uns gedacht. Nein meine Her- ren, ich kann Ihnen sagen, daß die preußischen Konservativen so sondern daß Sic den ganzen Geist der Verwaltung und der Gesetzgebung mit liberalem Gei st c erfüllen wollten (hört! hort! rechts, lebhafte Zustimmung links, hört! hört! im Zentrum), zu einem liberalen Bestände machen wollten. Nun, meine Herren, es hat ja eine konservative Acra gegeben, die von konservativen Kräften gestützt war. Sie haben auch eine liberale Aera gehabt, die von liberalen Leuten gestützt war — aber eine liberale Acra, die von konservativen Kästen ?«stützt war, hat die Welt doch noch nicht gesehen (Heiterkeit, ebhafte Zustimmung rechts). Und daß wir uns in dieser Situation Ihnen nicht zu Willen gezeigt haben, meine Herren, das war unser Recht, von dem wir uns nichts nehmen lasten. (Sehr richtig! rechts) und deswegen glauben wir, indem wir den Blockgedanken auf das richtige Maß zurück- geführt haben, (hört! hört! und Gelächter links), indem wir die Sicherung unserer nationalen Jnteresten, die in keiner Weise gefährdet bleiben, erhalten, und indem wir jede einseitige Vorherrschaft einer einzelnen Partei auSschalten (Lachen links) — daß wir uns ein politisches Verdienst um unser Parteiverhältnisten haben, wird es gom unmöglich fein, ein so Ä Werk in einer ganz vollendeten Weise zustande zu bringen. _en ist der Vorwurf, den Sie gegen uns richten, daß wir hier und da im einzelnen gefehlt haben, em Vorwurf, den ich nur als ungerecht bezeichnen kann. (Lachen und Zurufe links.) Weil wir unter allen Umständen den Nachweis liefern wollten, daß inet einzelnen Partei (Zuruf links: Welche ie sie damals nach Lage der parlamentarischen Ver- ... dem Zentrum zugefallen war (stürmische Zurufe links: Uni> jetzt wieder!), aufhörte. Und, meine Herren, dieses Ziel ist erreicht worden, und dieses Ziel bleibt erreicht. (Gelächter linkS; Lebh. Beifall rechts.) es hier ganz offen ausgesprochen hat, daß Ihr Z Ivar, nicht bloß das eine oder das andere zu erreich« ren, daß er sich für die Erbsteucr entschieden hat? G a 11, m. H^ den Weg nach Damaskus verzeihen wir ihm. (Große Heiterkeit links.) Glauben Sie, daß cs einen Staatsmann gibt und geben kann, der auf ein einzelnes Gesetz, auf eine einzelne politische Situation sich dauernd einschwören könnte? Und wir rechnen es ihm nicht zum Nachteil an, und wir verdenken e3 ihm nicht, daß er in dieser Beziehung — wahrscheinlich auch mit schwerem Druck — seine eigene Auffassung geändert hat. Aber er verlangte auch von uns das Opfer der Ueberzeugung in die. fern Fall«, und das war ja immer noch etwas anderes. Ter Herr Reichskanzler wußte — das sage ich hier ganz offen — längst, ehe dieses Gesetz und dieses Refarmtverk zur Vorlage kam, ganz genau — wir haben es ihm in der autoritativsten Weise seitens unseres Herrn Vorsitzenden mitgeteilt —, daß e8 für unsere politische Partei eine Unmöglichkeit sein würde, dieses Gesetz nach allem, was uns nach unseren Parteiansichten zukam, zu verab. schieden. Der Reichskanzler wußte also, wie unser Standpunkt in der Sache toar, zu einer Zeit, wo vielleicht ein anderer Weg auch hätte gegangen werden können. Es mag ja fein, daß der Reichs, kanzler in der letzten Entwickelung dieser Dinge uns bekannt gegeben hat, daß an unsere Zustimmung zu diesem Gesetze vielleicht die Folge seines Rücktritts geknüpft werden könnte. Es kann ja ciuch vielleicht fein, daß uns der Reichskanzler auch schon bei fruherenVarschlägenund Gesetzesvorlagen ähnliche Mit- teilUngcn gemacht hätte, und es kann vielleicht auch sein, daß wir dieser politischen Notwendigkeit Rechnung getragen hätten. Wer diese Dinge müssen doch auch ein Ende haben. (Aha! nnl§.) Wohin kommt eine politische Partei, wenn sie an der Frage des Rücktritts ober Nichtrücktritts eines Staatsleiters, der nicht ab. Iiangiß ist van den politischen Parteien, wenn sie da bis zum letzten Ende ihre fachlichen Ueberzeugungen aufhangen wurde. (Sehr gut rechts.) Das ist nichts anderes, als d er reine SouBer nementalismuß (Sehr richtig! rechts), und den kann eine politische Partei, wie die unsrige, nicht mitmachQi. Der Reichskanzler hat ja an sein Bleiben ober Gehen auch noch eine andere Voraussetzung geknüpft: er hat gesagt, daß er einer Politik nicht werde zustimmen können, die gegen die Liberalen gemacht wiri>. -tber ein Staatsmann, der sich mit einer politischen Richtung identifiziert, die im letzten Augenblick versagt, kann von uns nicht beansvruchcn, daß wir unsererseits um einer solchen politischen Konstellation willen zurücktreten sollen. (Sehr richtig! rechts.) Konnten wir denn annehmen, daß ein Reichskanzler, der sein Amt nur feinem kaiserlichen Herrn und seinem Gewissen verdankt und verdanken will, vor dem Votum einer Partei, und wäre es auch die unsrige (Hört! Hört! und Heiterkeits links), zu. rückweichen würde? Nein, das konnten wir nicht annehmen und haben wir nicht angenommen. (Sehr richtig! rechts.) Aber unsere Gegner — und ich sage es wieder ganz offen — zum Teil auch unsere Freunde haben auch nach etwas anderes auf dem Gewissen. Sic klagen uns an, daß wir es sind, die eine £ßorf)err- schäft des Zentrums, wie es dereinst war, wieder herbei- geführt haben. (Lebh. Zustimmung links.) Aber ein Bündnis mit dem Zentrum hat in dieser Angelegenheit nicht bestanden und besteht nicht. (Lachen links.) Meine politischen Freurstre haben ihre Entschließungen auf Grund einer tcinJadj- lichen Erwägung gefaßt (Lachen links), und wenn . bu Zentrumspartei auf Grund der Entschließungen, die sie ihrerseits zu fassen hatte, zu einem Ergebnis kam, dos mit Dem i'nfrigen sachlich zusammenfiel (Aha! .und Gelachter link)., nun, so hatten wir keinen Grund, das zuruckzuweisen, wo eS sich um die Vollendung eines sylchen Werkes (Sehr richtig! rechts) von der patrotischen Bedeutung handelt, wie dies hier, daS wir zu vollenden im Begriff sind. (Zustimmung rechts.) Denken Sie an die Vergangenheit zurück, denken Sie an den großen ersten Kanzler dieses Reiches Fürst Bismarck Mit Wucher Partei hat er denn die Wirtschaftspolitik im Jahre 1879 gelegt, als wie mit dieser Partei, (eoehr richtig! im Also, meine Herren, wir befinden uns in einer Gesellschaft, deren mir uns nicht zu schämen brauchen. (Lachen links, Befall rechts UIlb Wir ^wünsch?n die Vorherrschaft keiner einzelnen Partei in diesem hohen Hause, weder eine Vorherrschaft des Liberalismus, noch des Zentrums (Zuruf links: Nur der Konservativen!) ncch nehmen wir für uns selbst eine solche in Anspruch. (Arruf lmkS. Sic haben sie schon!) Aber Wir haben bie grundsätzliche Ausschaltung des Zentrums nicht nur für cmen politschen Fehler gehalten, sondern auch bedauert im Interesse des konfessio- neilen Friedens. (Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Und, meine Herren, was die übrigen Parteien der neuen Konstellation — Block nennt man fte ja wohl — an- langt, so werden Sie uns ja bad Zusammengehen mit der Reichs- Partei vielleicht noch am ersten verzeihen. Diese Partei hat ja für bie Erbanfallsteuer gestimmt. Dieses Votum trennt uns von dieser Partei nicht. So gut wir unsere ehrliche Ueberzeugung da- für in Anfvruch nehmen, daß diese Steuer nachteilig war, ebenso nehmen wir für diese Herren in Anspruch, daß fie eme andere berechtigte Ueberzeugung haben tonnten. Tasielbe gilt für die Re- sormpartei, gilt für bie Wirtschaftliche Vereinigung Gewiß, in der Mehrheit, die sich zum Zustandekommen bet Reichsfinan^ reform aebilbet hat, haben sich bei den meisten Beschlüssen auch die Mitglieder der polnischen Fraktion befunden, und ick weiß, daß in den Kreisen auch der Bevölkerung die unS nahe- steht, ernste Besorgnisse obwalten, ob aus einem solchen Zustmwe nicht eine Gefährdung unserer deutsch-nationalen Interessen her- borgeben könnte, ober gar hervorgegangen wäre Nun dem gegen- über habe ick zu erklären, daß in keiner Phase der politischen Angelegenheit, die uns zum Teil zusammengefuhrt hat mit dieser Fraktion, uns auch nur ein Schatten einer Bewegung, einer Auffassung entgegengetreten ist, der anders gewesen wäre, als aus der rein sachlichen Grundlage beruhend, stürmischer Beifall rechts, Gelächter links.) Und wenn die Mitarbeit der Herren von der polnischen Fraktion sch b '.ni positiven Sinne manches Resultat erreicht hat, was auch wir wunfeben, fo muß ich ehrlich gestehen, daß diese positive Mitarbeit objektiv betrachtet, vielleicht mehr wert war, als c i n schmollendes Beiseitestehen. (Stürmische Zustimmung rechts und im Zentr., Unruhe und Widerspruch links.) Eines aber sage, ich unseren deutschen Landsleuten im Lande: Sie sollen nicht furchten daß wir diejenigen deutsch-nationalcu Interessen, in denen wir geboren sind, daß wir die Güter deutscher Kultur, die uns denken, daß ohne jede Rücksicht auf das politische Bekenntnis — innerhalb der bürgerlichen Parteien selbstverständlich — der Zu- tritt zu den öffentlichen SIcmtem freistehen muß (Lachen links), und, meine Herren, wenn Sic nur danach sind, bann werden Ihnen Aernter und Würden offenstehen und offenstchen müssen so gut wie und. (Große Heiterkeit, Gelächter links.) Das also war es nicht, was uns hätte bestimmen können, den Rücktritt des Herrn Reichskanzlers zu wünschen. Und, meine Her. Deutscher Reichstag. 280. Sitzung. Sonnabend, den 10. Juli. Am Tische des Bundesrats: v. Bethmann-Hollweg, Sbboto, v. Rheinbaben, v. ßoebeQ, v. Pfaff, v. Hansell sowie eine Reihe anderer süddeutscher Bevollmächtigten. DaS Haus ist schon zu Beginn der Sitzung gefüllt, ebenso sind die Tribünen stark besetzt. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 16 Minuten. Die dritte Lesung der Finanzreform. Generalaussprache. Der Präsident erteilt das Wort dem Stellvertreter des Reichskanzlers Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: Meine Herren. der Reichstag steht vor dem Abschluß seiner Beratungen über die Steuervorlagen. Durch die bereits gefaßten und noch zu erwartenden Beschlüsse der dritten Lesung wird ja der Gesamtbedarf bewilligt, dessen Befriedigung die Finanzvor- lagen bezweckten. Aber in der Art der Aufbringung ist der Reichstag den Vorschlägen der verbündeten Regierungen nur zum Teil gefolgt. Es ist nicht gelungen, Einverständnis zu erzielen in einer Reihe von Projekten für Verbrauchs- und Bcsitzabgabcn, denen der Bundesrat den Vorzug gibt vor den an ihre Stelle gesetzten Befitzsteuern. Die dringend wünschenswerte Bindung der Matrikularumlagen ist nicht erreicht worden. Eine tiefgehende Meinungsverschiedenheit ist entstanden über die zweckmäßigste Form, Steuern auf den Besitz zu legen, ohne die Steuerformen anzugreifen, die den Einzelstaaten Vorbehalten sind. Ihre Be- schlüffe haben die verbündeten Regierungen vor bie Frage gestellt, ob sie trotzdem die Neuordnung der Neichsfinanzen weiter verfolgen oder ihre Regelung einem späteren Zeitpunkt Vorbehalten sollten. Sie haben sich einstimmig für die Weiterverfolgung ent- schieden und sind entschlossen, die vereinbarten Verbrauchsabgaben zugleich mit den zugestandenen Besitzsteuern unter Ans- schluß der für sie nicht annehmbaren Kotierungssteuer als ein einheitliches Ganzes zur Verabschiedung zu bringen. (Beifall rechts.) Für diesen Beschluß sind sachliche, nüchterne Berechnungen bestimmend gewesen. Die Stellung, die die verschiedenen Parteien dieses hohen Hauses zu den einzelnen Steuervorlagen eingenommen haben, bietet keine Bürgschaft dafür, daß die Reform später oder unter veränderter Zusammensetzung des Reichstags in einer die Bedürfnisse des Reiches besser befriebigenben Gesamtgestaltung überhaupt zustande kommen würde. (Lebh. Zustimmung rechts, verhaltener Widerspruch links.) Die Ver- srleni ?!,Konzert Ütt?8e5k?g ILyMe andaiier GSnieihl •Tenor Sofopemsä'e?|ddeuUch<‘ eener"junger^ü!^^^ 9 il, fleitB 'M Man, '« SteOuna 8 6 wuW sm« Einlagerungen von Möbeln; nimmt billigst $ hch- Veideuhaui, __Möbeltransport sitzcryonCrnndstückei ■ Geschäft»-oder 'lstwachiL lo, >votel, Fabrik, 'Jicimum, itcrgut, Lanüwirtschasl, MD ißelei, Lamüay vv., nc verlaust werden (ollen, Holbcken- oder Teilhabe: suchende den ihre Adresse schort unt M den Äieh. Anzeig. General«: ter in den nächsten Tagen c send. Besuch kostenlos. Sk ent. Verbindung mit ca. 6' wtobilten- und 200 Lantz ften. Strengste Diskretion tW erteilt billig AachM Willi stunden in al oddien DOjunL Angebote unter W den &iegenct Änzemr eür. ,flnnaiq donne lecons i- autaiD conversahoa fferten unter 05156 an de ssener Anzeiger erbeten. o-rau 2ouis Reitz Wwe.l> rchjfsenderger Weg tOM ÄzaHtzt chtweiie abzugebeu. '»• Jean Lern & West-Anlage 31fr, Verloren , äe Hotel ’ßttnj H-B Mana AWßMM «xtoertrnnt fmb, ferne!« pretJgtBen wert«. fLebh. Beifall recht«.) Ich Emir mir sagen, meine politischen freunde hoben ra diesem ganzen 'cftveren (Bange ein gute« Gewiss en bewahrt. (Stufe links: Ra, na!) Da» hat un» gestützt in diesem schweren Kampfe und wird uns auch zur Seite stehen, wenn wir vor da» Land und di« Wähler treten werden, um da» xu rechtfertigen, was wir gewollt und getan haben. (Stürm. Beifall recht«. Zischen link».) «bg. Singet (Sag.): Die heutige Erklärung dc- Vertreter« der verbündeten Regierungen war unS ein Beweis dafür, daß wir e» nicht mebr mit Beschlüssen der Regierung zu tun haben, sondern nur noch mit Befehlen der Konservativen. (Sehr richtig! lins«.) Die Rede de« Herrn fron Hehdebrand, der sich hier alSs D i k - tator de« Deutschen Reiche« aufgespielt hat, war geradezu beschämend für den Liberali«mu«. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Daß em Zusammenarbeiten von Konservativen und Liberalen auf die Tauer nicht möglich sein würde, hätten sich die Liberalen von Anfang an sagen müssen. Tann wäre der Bülow - Dlock niemals zustande gekommen und dann hätte Herr v. Hehdebrand nicht triumphieren können. Die Rede de« Vorredners ist für uns die Einleitung zu einem Kampf auf Leben und Tod mit diesen reaktiv, nären Anschauungen Auf den durften Bülow bat der Vorredner ja eine Art Trauerrede gehalten. Ob sie den Fürsten ge» freut hat, mag dahingestellt bleiben. Wir nehmen eS den Kon- servativcn gar nicht übel, wenn sie einen Minister beseitigen, den sie für schädlich halten. Aber dann mögen sie doch konsequent sein und für die parlamentarische RegierungSsorm eintreten. Die Gestalt, die die Finanzreform bekommen hat, beweist, daß Ge- walt nicht nur vor Macht, sondern auch vor Verstand und Logik gebt. (Sehr gut! links.) Herr von Hehdebrand hatte recht: nicht Besihstcuern sind beschlossen worden, sondern sogenannte Be- fitzsteuern. Sie sind so genannt worden, um daS Volk zu tau- schen. (Sehr gut! links.» Zentrum ist wieder Trumps im Reich, da» bat die kluge Politik de» Fürsten Bülow erreicht. Da- Zentrum bat an dem Fürsten Bülow Rache genommen. Den Polen gratulieren wir zu dein Ansehen, daS sie jetzt bei der Re- aierung genießen. Ob die polnischen Arbeiter mit dem Verhalten der Fraktion einverstanden fein werden, bezweifle ich. Mit der Haltung der Liberalen zu dieser Finanzreform sind wir zufrieden. (Hört! Hört? und Heiterkeit rechts.) Aber diese Haltung befreit den Liberalismus nickt von dem Vorwurf, daß er 100 Millionen indirekter Steuern zu bewilligen bereit war Herr Bassermann bat es als ein Verdienst des Fürsten Bülow gepriesen, daß er un« zur positiven Mitarbeit erzogen M»d dem Revisionismus in der Fraktion zum Siege verhalfen habe. Wir haben aber noch nie unsere Mitarbeit her- weigert (Gelächter.) Mit dem Siege des Revisionismus hat sich Herr Bassermann gröblichst düpieren lassen. D>e Spekulationen des Herrn Basiermann, bei denen der Wunsch der Vater deS Gedankens ist, werden sich bald als hinfällig erweisen. (Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. Hiebe» (Nall.): Wir stehen vor dem Abschluß der Finanzreform und in einer schweren innerpolitischen KrisiS. Es ist seit Jahren daS erste große gesetzgeberische Werk, bei dem wir unS ab- lehnend verhalten. D i e Tradition unserer Partei bürgt dafür, daß uns der Entschluß nicht leicht geworden ist. Ader unsere Haltung entspringt reiflichen, sachlichen, politischen und sittlichen Erwägungen. Ich sagte: ReichSfinatizreform; aber waS heute durch die Mehrheit deö Reichstages geschaffen wird, d a S ist keine Finanzreform, sondern daS ist eine Steuerreform. (Sehr richtig! links.) Denn was war dock das Programm der Regierung, da» sie uns im November vor- gelegt hat? Ich denke, ein dreifaches. ES sollte einmal das Schuldenwesen de» ReickeS reformiert werden, zum zweiten sollte das Mißverhältnis zwischen Bedarf und Deckung durck Bewilli- gung neuer Steuern ausgeglichen werden, und zum dritten soll- ten die Finanzen zwischen Reick und Einzelstaaten sachgemäß ab« grenzt werden, baß Reich auf eigene Füße gestellt werden 1 oetjr richtig! link«.) Und WaS ist tni8 diesem Finanzprogramm, diesem Reformprogramm der Regierung geworden? Eine Auf. gäbe, die betreff- der Stenern, ist einigermaßen gelöst, die beiden anderen sind so gut wie völlig auS dem Auge verloren. iSehr richtig! links.) Darüber ist kein Zweifel: so. wie die Reform gedacht und gewollt war und wie sie im Interesse des Reiche" gelegen hätte, ist sie gescheitert. (Sehr richtig! link-.» Die Regierung hat nickt bloß in Einzelheiten ihrer Vor- schlüge, sondern sie bat mit diesen Grundgedanken ihrer Reform eine Niederlage erlitten (lebhafte Zustimmung link»», und zwar durch dieselbe Mehrheit, mit deren Hilfe sie die neuen Steuern setzt in die Reich-kasse bekommt. Sehr gutk links.) Mögen die Konservativen bei diesem Zusammengehen mit dem Zentrum die Führer oder die Geführten gewesen sein, der Borwurf kann ihnen nicht erspart bleiben, daß. als sie das Bündnis mit dem Zentrum eingingen, sie das eine jedenfalls wissen mußten, daß daS Zentrum getreu seinen eigentlichen jahr.zehntclemgen Traditionen bleibt und eine organische Reich« finanzreform unmöglich machen wird. (Lebhafte Zustimmung link-.) Auch daS konnte den Herren von der konservativen Fraktion unmöglich verborgen bleiben, daß für da- Zentrum seine Mitarbeit bei der Finanzreform auf daS engste und unmittelbarste verknüpft war mit dem Rachefeldzug gegen den Reichskanzler (Lebhafte Zustimmung links.» E« ist hinlänglich iestgestellt, daß führende Persönlichkeiten der Zentrnmsvartei sich früher für die Grbanfallfieuer er- klärt haben. Und daran» ergibt sich unwiderleglich, daß für die Haltung de» Zentrum» gegen diese Steuer im Rahmen dieser Finanzreform nickt facblid'c finanzielle, sondern taktische Erwägungen den AnSschlog gaben. ^Lebk> Zustimmung links. Widerspruch im Zentr.) Herr von Hevdebrcnck Nit heute da: Zusammengehen auch mit der polnischen R e i ck S t a g S f r a k t i o n al» eine sehr harmlose Sacke bingestellt. die au» rein objektiven Gründen heran» sich eben so entwickelt habe (Heiterkeit linkst aber ick weise darauf bin, daß ein führende» Blatt der Polen, da» in Prag erscheint (Lachen bei den Polen und im Zentr ), vor wenigen Tagen einen Artikel brachte auf Grund eine» Interview» mit hem Chefredakteur der hiesigen polnischen Zeitung (Hort' hört' links), marin e» heißt ..Die polnische Fraktion im Reichstage bat auf diese Art — nämlich durch da» Zusammengehen mit den anderen. eine Politik d e r polnischen Rache geübt (Hört' hört! lmk» > Der geeignete Augenblick war den Polen gekommen mit ihren 20 Stimmen entschieden sie da» Schicksal de- Erbschaft», steuervorlage Diese fiel mi' Hilfe der polnischen Stimmen und wenn F ü r st B n I n ,v infolge de» ablew,enden Poti«ms der Mehrheit feinen Abschied geaeben hat. so fühl» er jetzt d ie Folgen feiner a n t i b o I n 1 f d> e n Politik (Hört' bört! link» Unruhe reckt» > Ick erflare mit allem Nachdruck daß die polnischen Mitglieder einzig und allein die Beseitigung Bulow« erzielen wollten. 'Hört' tert! link» anhaltende Unruhe reckt»» Ick glaube, daß ha» dock - 'ne ziemliche autoritative Stellung der polnischen Partei ist »Lebb Zust link» > E» ist kein Zweifel daß die Nachlaßsteuer oder die Erban- fallsteuer den Anlaß für die Bildung her neuen Konstellation im Reichstag gegeben fw! Sie war da» Rückgrat de» Finanzplane? d.-r Regierung, und die Ablehnung dieser Steuer mußte von ihr al» eine mit vollem Bewußtsein ihr zugefügten Niederlage verstanden werden «Sehr richtig! link».» E» ist ein Irrtum, wenn man meint, daß die Nachlaßsteuer oder Erhan fall,'teuer die Erfüllung eine» liberalen Parte:pr-n?.p? ober auch nur eine» liberalen EteuerprinzivS wäre D e Erd. anfallsteuer ist in die Regierungsvorlage hinein,lekommeu. weil sie die einzige zurzeit durchführbare Form einer allgemeinen Be sitzsteuer ist Der si'zialc Gedanke von dem Korrelat ber *M. I einen Kern und eine Vorbedingung für unsere Mitarbeit in allen | Stadien war. kam at der RegierungSvorlapr mir nr einet äußerst scharrenden unb bescheidenen Form zum AuAbruck. (Lebhafte Zu. fmnxnung Itn?8.) Der Mittelstand in Stadt und Land hat sich bi« in die letzten Tage hinein cm stimmig für diese Steuer ausgesprochen. (Widerspruch recht» unb im Zentrum.) Wenn bie Erbanfallsteuer in ihrer maßvollen Form auch nur durch eine ZufallSmehrheit abgelehnt worden ist, so kommen wir um die Tatsache nicht herum, daß diejenigen, die an dieser Ablehnung mitgewirkt haben, mit antisozialer Einseitigkeit Ein- »einer und einzelner Klaffen und mit Egoidmu» und Mangel an Steuerwilligkeit über da« Gerechtigkeitsgefühl einen Sieg davon- getragen haben. (Großer andauernder Lärm rechts, stürmischer Beifall links.) Tiefen Eindruck bei der großen Mehrheit de» Vol- keS werden Sie nicht verwischen können. (Lebh Zustimmung link«.) Herr d. Hehdebrand hat angebcutet. baß bie Konservativen gegen bie Erbanfallsteuer gekämpft hätten, weil ein Zusammenhang mit der preußischen Wahlrecht«- re form bestände E» waren also für die Konservativen bet der Bekämpfung der Erbanfallsteuer nicht nur gemütliche und ethische Momente, sondern auch parteipolitische Erwägungen mcrßaebend. (Sehr gut! links.) Die Erbanfallsteuer hat in den letzten Mona- ten geradezu einen StegeSzug durck das deutsche Volk gemacht. (Lebhafte Zustimmung link», Widerspruch rechts.- Denn sic auch durch eine kleine ReichStagSmedrheit totgeschlagen ist, sie wird wiederkommen (Lebhafte Zustimmung link» > Meine Freunde haben von Anfang an mit ollem Fleiß unb Eifer mitgearbeitet. AIS sie austraten, da war die sack- ltche Erledigung zu Ende, da hatten sich die Mehrheit». Parteien bereits geeinigt. »Sehr richtig! link», Widerspruch recht».) Dir hoben in jedem Zeitpunkt klar erkennen laffen, daß wir auch 400 Millionen indirekte Steuern bewilligen wollen, aber Sie backten nickt daran, auch den Besitz heranzuziehen. (Widerspruch recht«. Zustimmung link».) Ter Vergleich mit der Politik deS Jahre» 1979 hinkt Damals widerstrebten die Liberalen dem Programm her Regierung, diesmal sind wir aber für die Regierungsvorlagen eingetreten. »Zustimmung link» ) WaS haben isie nicht alle» mit dem dekorativen Namen Besitzsteuern bezeichnet. (Zustimmung links.) Selbst Herr v. Hehdebrand hat aus guten Gründen nur von ..sogenannten" Besitzfieuern gesprochen (Hört! bört! links.) Diese Steuern werden eine ganze Menge von fleinen unb mittleren Leuten schwer belasten, gerade auch die landwirtschaftlichen Kreise. Sie werden viel harter wirken als die Erbschaftssteuer. Eine ganze Menge reicher und reichster Leute werden aber gar nichts bezahlen. (Zustimmung link» ) Der große Finanzplan der Regierung ist zu einer Sammlung einzelner -steuern geworben. Die Erträge sind viel zu bock geschäht, der Konsumrückgang ist gar nicht berücksicktigk. Heute geht eine Enttäuschung unb Verbitterung, ja eine Verhetzung durch daS Land, durch die eine Verschärfung deS Gegensatzes von Stabt unb Land hervorgerufen wird, weil überall die lieber- zeugung herrscht, daß der Egoismus und die Selbstsucht einzelner besitzender Kreise den Sieg bationgetragen haben. »Lebh. Zustimmung link». Widerspruch recht» ) WaS ein nationale« Werk werden sollte, ist ein einfaches Geschäft geworden. (Beifall link» ) Die Verabschiedung dieser Gesetze trifft zusammen mit dem Rücktritt des Reichskanzlers Es waren offenbar fehr gemischte Gefühle, mit denen der '21 bg. v. Hehdebrand dem Rücktritt des Reichskanzlers gegenübersteht. (Lebhafte Zujt. links.) Van meinen politischen Freunden kann ich jedenfalls sagen, wir sehen in dem Reichskanzler Fürst Bülow mit Bedauern einen von konstitutione11e,n, modernem Geiste erfüllten Staatsmann von der Leitung der ReichSgcschäfte zurucktreten. Ich kann in daS Urteil nicht ein- stimmen, daß der Abg. v. Hehdebrand ausgesprochen hat, daß die Blockpolitik von Anfang an ein politischer Fehler gewesen sei. Von uns will niemand in die Zeiten des früheren Kulturkampfes zurückkehren. (Gelachter im Zcntrü Ach verstehe nicht, tote Sie eine derartige offene unb ehrliche Erklärung mit Hohnlächeln be- antworten können. (Sehr wahr! bei den 9'atl.) Wenn der geistige Kampf zwischen den Konsessioiien beschränkt bleibt auf den Kampf der Weltanschauung, auf den Kampf der Geister, dann droht dem konfessionellen Frieden keine Gefahr. Nur wenn die fei- Kampf auf daS politische Gebiet übertragen wirb und mit politischen Mitteln geführt wird, wird er vergiftet und nur ba- durch wird in unter ganzes Volksleben Unfricoen hineingetragen. (Sehr richtig! links.) Es ist ja vielfach Diode geworden, in der Presse verschiede« ner Parteien über den Block und das Blockgebildc des scheidenden Reichskanzlers Hohn und Spott auszugießen. Was war aber der Block anderes als der Versuch, in allen nationalen Fragen ein Zusammenarbeiten von Konservativen und Liberalen zu ermöglichen unb dabei auszuschallen solche Parteien, bei denen in erster Linie neben den nationalen Gesichtspunkten andere Gesichtspunkte maßgebend find? (Sehr wahr! links.) Wenn diese Politik versagt hat, so ist damit zunächst da- einc bewiesen, daß es »och zu schwierig und noch zu früh sein mochte, innerhalb der Konservativen und der liberalen Parteien die Gegensätze der Parteien und der Weltanschauungen unter nationalen Gesichtspunkten zu versöhnen, auf politischem Gebiete zwischen diesen beiden Partcigruppicrungen unter dem natio- n a l e n Gesichtspunkte das zu erreichen, was dock da» Zentrum unter dem konfessionellen Gesichtspunkte langst ge« merkt hat. (Lebh. Zustimmung links.) Diese Erfahrung müssen wir eben in der jetzigen Zeit hinnehmcu und hoffen, daß die Blockpolitik, die wir in diesen Jahren burchgemacht haben, wenig- stenS nicht ganz ohne gewiße erziehliche Einwirkung an un» allen vorubergegangen ist. (Sehr gut! unb Heiterkeit.) Richt zugeben kann ich, daß der Reichskanzler bei dieser Blockpolitik sich mit dem Liberalismus identifiziert habe. Der Reichskanzler hat sich in doch sicherlich wohl abgewogenen Worten nur dahin ausgesprochen, daß er die Geschäfte deS Reiches bei einer so wichtigen Vorlage, wie dieser, nicht unter Ausschaltung de» Liberalismus unb im Gegensatz zu dem Liberalismus fuhren wolle. TaS ijt nicht Identifizierung mit dem Liberalismus (Sehr richtig! links), sondern das ist eine vorsichtige AuSbrucksweiie für eine gewiße ffompromißpolitik, ohne die, wie auch der Abg. Hedebrand gesagt hat, bei der Zerfahrenheit unb Vielgestaltigkeit unseres Partei« lebens überhaupt, die RcichSgesckäfte von keinem Reichskanzler jemals geführt werben können. (Sehr richtig!) ES ist nicht da' schlechteste Zeugnis für die Blockpolitik dieser Jahre, daß sie ba? schwere unb scharfe Mißfallen ber Sozialdemokratie gefunden bat. (Sehr richtig! b. b '.Vati.) Der Reichskanzler hat sich um unser deutsche» Wirtschaftsleben und speziell um die deutsche Landwirtschaft unvergängliche Verdienste erworben. (Sehr wahrll Sein Sturz durck die neue Mehrheit bei dieser Reform wird m ganz besonderem Maße eine Illustration de» alten Worte« fein, daß in ber Politik selten ober nie auf Dankbarkeit zu r cknen fei Sehr gut! link».) Wir gehen au» biefem Kamp'e ol» die Besiegten. Auch die Regierung hat eine '.Vtcherlagc erlitten (Zuruf ImkS: Eine?), auch wenn sie jetzt die 500 Millionen in die Reich»- kaffe bekommt. Wir wollen bi: Sieger unb bie Besiegten beim Abschluß diese« Kampfe» in ihrem Gefühle nicht weiter stören Ta» Urteil über diesen Sieg und über bie habet Beteiligten können wir ruhig unseren Dahlem unb der Geschickte überlassen. (Sehr richtig!) E« wirb eine Frage nur sehr weniger Jahre sein, haß eine Reform erfolgen muß, die bann den Zweck erfüllen muß. ha» Reick wirklich auf eigene Füße in seiner Finanzgebarung zu stellen. Die Finanzreform kann nut erfolgen in hem Geiste und auf her Grunblage, auf ber wir bei ber jetzigen Finanzreform mitzuarbeiten un« angcsckickt haben unb in jedem Stadium bereit gewesen find, unb bei biefer künftigen Furanzieform in ben nächsten Jahren werden bie Besiegten von heute bic Sieger sein (Stürmischer, langem haltfnbcr Beifall linfSJ «bg. Freiherr von HerMng (Zentr.) Bon Anfang an haben wir die Notwendigkeit einer Sanierung der Reichsiinanzrcforni bnrdkrj« anerkanri! Wir Mben immer erklärt haß wir nickt daran denken, eine Politik der Per- ätgerung zu treiben, unb baß wir jederzeit beteil find, positiv sachlich mitzuarbeiten. Der Reichskanzler Hat auch Hier niemals ausgesprachst, baß et bie Ritwirtung de» Zentrum» bei dieser Fuianzreform nicht wünsche. Gegen unseren Wunsch und Willen, nur durch ben Zwang her Verhältnisse sind wir zur Mitarbeit berufen worden. (Lachen links.) ES war naturgemäß, daß unsere Mitarbeit un» an die Seite her konservativen Patter führen würde. E» verbindet un» mit den Konservativen von cemherein auf trirt- schaftlichem Gebiet eine alte Waffenbrüderschaft. Mit den Konservativen führte un» auch gu jammen die Ablehnung her Etbschaft»fteuer. Der Vorredner bat gesagt, her ganze Mittel, stand sei für bie Erbanfallsteuer. Ta» ,st in dieser Allgemeinheit Ncker nicht richtig. E« ist nicht wahr, daß da« deutsche voll danach lechzt, da« ShnMerbe zu besteuern (Erneuter lebhafter Beifall recht» unb tm Zentrum Zuruf bei den Soz.: Tonn lösen Sie doch den Reicksrag auf!) Mit vollem Recht hat Herr v. Hevdebtand gesagt, daß ein Bündnis zwischen Konservativen unb Zentrum nicht besteht. Die haben uns nur zusammengefunden. um eine bestimmte Frc^e ge. meinfam zu lösen. E S gibt keine klerikal-konservative Allianz und wirb t« nie geben (Sehr richtig! im Zentrum.) Die konservative Partei ist ausgezeichnet durch eine Homogenität ihrer Zusammensetzung, hie ihr einen einheitlichen politischen Charakter gibt, wie er in keiner anderen Parte, zu fin- hen ist. Sa» Zentrum ist au» ben ver sän ebensten' Teilen zusammengesetzt. E« gibt bei un« gro»»e soziale unb wirtschaftliche Unterschiebe zwischen Wählern mid Gewählten. Wir oertiden nicht nur hon Grundbesitz, sondern auch da» elbichewußt oufüre- benhe BuricrUnn und den Arbciteruand halb immer bei Fragen, bie ba« moderne Leben aufwirft, eine andere Stellung cinnrhmcn, al» bie Konservativen. (Hört! .'■'ort! links.) Noch viel weniger al» von einer Allianz kann von einem Verhältnis ber Vorherrschaft oder Gefslgschast die Rebe sein. (Sehr richtig! im Zentrum.! Es wird niemals >'o seu,. daß da» Zentrum bic Konservativen geknechtet vor denSiege». wagen spannen wirb unb das Zentrum wirb niemals hinter den preußischen Junkern berlaufen. (Heiterkeit.) Wir haben nie ein £»chl daraus gemacht, daß wir Gegner her heutigen Polen- Politik sind. (Sehr richtig' im Zentrum i Wir müssen anerkennen. daß bic Herren oen her polnischen Fraktion tron her schwierigen Lage ihren Wählern gegenüber mit un» positive arbeit geleistet haben. (Stürmischer Beifall recht» und im Zentrum. Lacken lmk».) Die antipolnifcfrc Politik hier im Reichstage bat ihre vornehmsten Träger auf her linken Seite gehabt. (Lebhafte» Sehr richtig! im Zentrum.) Unwillkürlich schweift heute der Blick Zurück auf bie Zeiten vor ber Reickstagsauflösung 1906. 'Aha.Ru'c linffl.) Ich habe bis in bic letzten Tage bic Frage gehört, warum ist damals ctqcnt. lieh ber Reichstag aufgelöst worden Ich schätze die Klugheit be» Fürsten Bülow viel zu hock cm, als baß ich von ihm annebme. er habe ben Reichstag aufgelöst, weil er sich über irgenb eine Partei geärgert batte. Ich glaube heute erkannt zu haben, um was es sich damals handelte. Ein liberale» Regime sollte \ m Reich und in Preußen auffommen. (Sehr richtigl rechts und im Zentrum.) Denken Sie an die bedeutungsvollen Reden, die Herr Bassermann kurz vor ber Auflösung vor seinen Parteifreunden gehalten hat. Er «prack vom Machthunger deS Liberalismus Wenn der Liberalismus nock einmal ben Versuch machte, die Herrschaft zu gewinnen, so konnte ba« nicht aus eigener Krast geschehen, sondern nut auf dem Um. tvege des Blocks. Ich habe am ersten Tage nach dem Zu, fammentritt deS neuen Reichstages zu einem konj.-rvativen dkbge- ordneten gesagt: Wenn diese Politik zu Ende geführt wirb, bann haben S i c bie Zeche zu bezahlen! Da» war her letzte Grunb jener Auflösung. Nun: früher war eine wirtschaftliche Mehrheit im Reichstage nur möglich, wenn die Rationalliberalen m-tmachten. im neuen RcickjStage ist eine solche Mehrheit möglich, auch ohne daß Sie babei sind. (Abg. Lcdebour ruft: Da haben Sie'«!) Sie sind aber selbst daran schuld. (Schallende Heiterkeit recht» und im Zentrum.) Von der großen liberalen Porter war auch früher schon die Rebe, ffiiiibthorit hat ba:u einmal ge. laßt, er würbe ben Tag begrüßen, an dem die große liberale Pai« tc, zustande käme, denn bann wurde c» auch eine große konservative Partei geben. Tie große liberale Partei ist nicht gekommen. Ich glaube nicht an ben Block von Bassermann bi« Bebel. (Heiterkeit rechts unb im Zentrum.) Ich glaube namentlich nicht daran, daß Herr Basiermann selbst bei diesem Block sein wird. (Heiterkeit reckt«.) Wenn Sie aber einmal diese liberale Partei gründen werben, dann wirb auch bie große konservative Partei kommen unb da» Zentrum wird dann an ber Stelle sein. (Lebhafter, wiederholter Beifall reckt» imb im Zentrum.) Abg. Dr. Wiemer (Fr. Bp.): Tie Finanzmisere de» Reicke« rührt her au» der Zeit, in der die ZentrumSpartei bu- Politik Deutschland» entscheidend beeinflußt hat. Es ist nicht bic erste Finanzreform, die durch daS Zentrum verpfuscht wird. Wir lehnen die Verantwortung zu dem Ausgang dieses Kampfe» um die Finanzreform ab. Dir haben nicht gesagt, dafür .v; Finanzkoinmission. Cb die Konservativen den Sturz de« Reich»« kanzlerS haben herbeiführen wollen, will ich inckt untersuche:', aber sic haben dazu durch ihr Zusammengehen mit dem Zentrum bei« getragen. Auch ber Wille ber Komcrvativen. zur Macht zu gelangen, war wohl auSschlaggebenb für ihre Stellungnahme. Wir haben niemals ein Hedi baraus gemacht, daß wir bie Blockpolitik unterstützen, in her Voraussetzung, baß badurch Fortschritte in di.r Richtung unserer liberalen änfdxiuungcn erzielt würben; wir sind aber niemals so töricht gewesen zu verlangen, daß nun tm deutschen Reichstage lediglich liberale Gesetze gemacht werden. Von einer liberalen Aera tvaren wir noch weit entfernt Wenn Herr Singer gemeint hat. unsere Mitwirkung an bet Blockpolitik sei beschämend für uns. so kann ich erklären: Dir Liberalen haben keinen Anlaß, irgendwie mit Bebauern auf biese Erfahrungen in ber Block« zeit zurückzublrcken. Ick bin überzeugt, daß bei dem Streben der Konservativen, die Blockpolitik zu beseitigen, vor allem bie Wahlrechtsfrage in Preußen maßgebend war und daran können mich auch bie Ausführungen be» Herrn v. Henbebrand nicht irre machen. Tie Verhandlungen int preußischen Abgeordnetenhaus haben bewiesen, baß bic Kon. ervativen mit allen Mitteln gegen bie Anforderungen einer politischen Weiterentwicklung anfämpfer ich erneut betonen, daß wir nach wie vor die Reform be« preufei- d;ai Wahlrechts für eine gründliche Forderung ber Zeit erachten. (Lebh. Zust. link» ) Von verschiedenen Rednern ist ber bisherigen Wirksamkeit be« Fürsten Bulow gehackt wordev Meine politischen Freunde sind nicht mit allen seinen Maßnahmen einveistanden gewesen. Aber ben Vorwurf, den der Abg. Singer ausgesprochen bat. daß Fürst Bülow ein Kleber im Amte gewesen sei. unterschreiben wir nicht; dieser Borwurf ist ungerechtfertigt (Zustimmung link»,, be» sonder» jetzt, wo der Reid>»kan»ler au» dem Amte scheidet, weil er feine Ansichten nicht bat durchsetzen können Tie Wirt» schaft»politik be» Fürsten Bülow haben wir bekämpft. Trotz dieser Gegnerschaft aber müssen wir hoch anerkennen, daß Fürst Bülow auf vielen Gebieten unsere» o'sentlickcn Leben» mit Geschick und Eriolg gewirkt bat (sehr richtig!', daß er Verstandnt« bekundet hat für die konftitul onellen Forderungen der Zeit (Sehr richtig!), und an feinem Teile zur Fo'tcntwicklung tv» Staat», wesen» auf diesem Gebiete be,getragen hat (Sehr ucktig!) Dir müssen auch anerkennen, daß er e» verstanden bat. die Stellung Deutschland-» zu wahren und k.-n Frieden zu sichern und zu erhalten. Unb wir an unserem T>ile wollen unb werden auch nicht vergessen, haß er sich eingesetzt hat für die Gleichbcrechti- u n g literaler Anschauungen. (Lebhafte Z 'stimmu; , mf». Reine politischen Ft unde bedauern die Sck »ätx un.* Nachgiebigkeit, die die verbündeten Regierungen in dieseii Togen 1 ^rteiffiu» uns^. ? botn^Stn die ® f t, äJju rot, b£ S ^ser %1Ä * »i*Jg .gesagt, 1JIn nicht befolg ich 'mÄ?: Z»-'ch»tt S! i» L?s« Haie und Ju-x -1Ien ^Hen. to; ^"ltlichc ? *'02" ios oL ™6* reifte, -m-r »ian\ ®oa! t«afc: *rs r h>r Z'\- unb^n nie ien Rta«?* °ucr. ' J*n trotz der mit uns h o ।; *: h rechts und im hier S ur V linken Seite ge. um,) 0 £?$ bic Seiten Ne lmls.) Ich ha^ rru'n ist damals eigcnt. Mätze die Klugheit des ■ 11 von ihm annebme, er wer irgend eine Partei u Wen, um tvas es sich ic9ime sollte im ”en' (Sehr richtigI m die bedeutungAiollen r Auflösung vor seinen vom Machthunger iercli§mu5 noch einmal Ohmen, so konnte das : nur auf dem Um. ’n Tage nach dem Zu. em konservativen Abge. nbe geführt wird, dann r der letzte Grund jener schastlicke Lüehrheit im illiberalen m.tmachten: ! möglich, auch ohne daß 'n haben Sie's I) Cie 1 Heiterkeit rechts und beraten Partei st hat dazu einmal ge« bic große liberale Har« muh eine große W\et« irfei ist nicht eclounnen, sassermann bi? trum.'i Ä 8l-n>bc iann selbst bei diesem Tie aber einmal diese , wird auch die mmen und da? die iein. (Lebhaf. ntium.) Bp): t her au? der Zeit. utfAIaniä «*>”"? unamreform, die durch m Sie S««»** 1® rot * L« -Sw °i: ixt “ffSU*«'! inn rch CI\ro;e m't i. Dw b ß die K°n. vroteien, oav cinct dlula^2b!r BUS 2eÄ bc PreuBi« die RMttachtcn. rung ^r o Mirksamkeit beJ beugen „le ,md ^olitis^n 8 eun Oer rk^s,r ir ÄÄ W; -HW uenr l»e öicien uing-n 111 Provinzial-Ausschutz der Provinz Oberhessen. L. Gießen, 10. Juli. Die Sache Haugesuch des Ernst Fceuudlicb II. zu Alsfeld betreffend wurde vertagt. In dem Verfahren zur Enteignung von Gelände in der Gemarkung Butzbach für die Erbauung einer Nebenbahn von Butzbach nach Ebersgöns war von der Unternehmerin, der Firma Lenz & Co. in Berlin, Antrag auf vorläufige Besitzeinweisung gestellt worden, iltach Anhörung der Parteien beschloß dec Provinzial-Ausschuß am Mittwoch, dem 14. d. M., über diesen Antrag zu entscheiden, vorher aber durch eine Kommission Augenschein an Ort und Stelle nehmen zu lassen. Ebenso soll durch eine Kommission Augenschein eingenommen werden über Kläranlagen an anderen Orten, bevor über das Gesuch der Stadt Bad-Nauheim um Erlaubnis zur Einleitung der Abwässer in die Usa weiter verhandelt wird. Arbeiterbewegung. Der Lohnkarnpi im ober schlesischen Baugewerbe hat sich stark zugespitzt. Der A r b e i t g e b e r v e r b a n d beschloß, die Generalaussperruug heute durchzuführen. Die Absicht, die Aussperrung nicht aus Mitglieder der katholischen Fach- abteiluugen und auf nicht Organisierte anszudehnen, hat der Verband saßen lassen. Tie Aussperrung geht von sämtltchen 92 Maurer- und Zimmermeistern des oberschlesischcn Jndustriebezirks aus. — In Hamburg versucht man jetzt die Meinungsverschiedenheiten im Baugewerbe durch Eintgungsverhandlungen vor dem G e - werbegertcht beizulegen. Die Organisationen der Arbeitnehmer haben sich schon vor längerer Zeit dazu bereit erklärt und jetzt hat auch der Langewerbeverband feine Zustimmung dazu gegeben. Tie Verhandlungen iverden am Montag den 19. Juli beginnen. — Tie iiagc in den Kohlengruben von Glasgow verschlechtert sich täglich. Die Grubenbesitzer haben sich gegenseitig verpflichtet, den Arbeitern keine Zugestand- nisse zu machen. Am nächsten 'Montag wird eine Grubenarbeiter-Versammlung einen Entschluß fassen. — Ter amerikanische Arbeiterbuud unterstützt die Eljenbahuarbclter in ihrem Kampfe gegen den Feinblechivalzwerk- und Stahltrnst. Gerrehtssaal. r. Hungen, 10. Juli. Bor dem Schöffengericht stand beide die L traf rat einiger Bergleute zu Trais-Horloff zur Berhandlung. Es find ähnliche Taten, begangen von polnischen Arbeitern, über. die anfang Frühjahr berichtet wurde. Damals hatten mehrere Po laten bei einem Wirt in Trais-Horloff die Türe eingcfchlagen und groben Unsiig verrichtet, die heunge Verhandlung führt eine solche Tat in Obbornhofen vor. Vor den Dchranten des Gerichts stehen zwei Bergleute, aus der Zellenstrafanstalt Butzbach vorgefüyrt, ein dritter befand sich hier in Untersuchungshaft,' während der vierte Angeklagte picht cmffüidbar ist. Tic Ange- nicht grollend abseits, sondern arbeiten praktisch mit Abg. Cuno (Fr. Vp.): Die Werkzutvachssteuer ist tot, es lebe die Wertzuwachssteuer. Die Folge des Antrages wird eine beispiellose Spekulation sein. Nicht nur spekulativ veranlagte Terraingeschäfte, sondern auch der reelle Grundstüäshandel wird getroffen. Die Tragweite des jetzt in letzter Stunde gestellten Antrages Graf Westarp kann kein Mensch übersehen. Mayer-Frankfurt (S^ermmuiia), 2. Franz Schwarz (Mainzer Fechtklub). Leichte Säbel: 1. Franz Jack-Frankfurt (Herman nia), 2. Robert Sommer. Schlvere Säbel: 1. R. Sauter (Wiesbadener Fechtklub), 2. Robert Wetz (Fechter-Vereinigung Wiesbaden). Schläger: 1. R. Sauter, 2. R. Staadt (Wiesbadener Fechtklub). — Nach dem Fest-Bankett wurdd die Entwicklung der Fechtkunst vom Altertum bis in die Neuzeit dargcstellt. ebenfalls dort beschäftigten Karl Kraft aus Bleichenbach mit einer Vogelflinte in die Brust. Ob der Schwerverletzte mit dem Leben davonkommen wird, ist noch zweifelhaft. O Hermannstein, 11. Juli. Das 25jährige Stiftungsfest unseres Gesangvereins „Eintracht" konnte heute unter großem Andrang gefeiert werden. Von der alten Burgruine winkte die flatternde Fahne allen Gästen ein WUlkommen entgegen, wie auch das Dorf miss schönste geschmückt war. Der Festplatz, jenseits der Lahn gelegen, loar gerade da gewählt, wo die Dill bei dem jüngsten Hochivasser den Damm durchbrochen hatte. Punkt 2 Uhr trat ter Festzug an. 17 auswärtige Gesangvereine waren erschienen, ebenso nahmen die hiesigen Vereine Anteil. Lehrer Menz, der langjährige Dirigent, hatte zur Eröffnung der Feier Mozarts „Weihe tes Gesangs" eingeübt, dem als zweites Lied ein gemischter Chor folgte. Die Festrede gedachte besonders auch des 1. Dirigenten Gorr aus Heuchelheim, welcher unter großen Strapazen 11 Jahre lang dem Verein vorgestanden. Fräulein Zehner überreichte die von den Jungfrauen gestiftete Fahnenschleife, die vom ältesten Mitglied, Schäfer, unter dankenden Worten au die Fahne befestigt wurde. — Echzell, 10. Juli. In seltener Einmütigkeit und unter sehr starker Beteiligung der Bürgerschaft wurde heute unser allverehrter Bürgermeister Reitz zum dritten Male mit 316 Stimmen gewählt. Eine Gegcnkandidatur gab es nicht. Der Gewählte hat das Bewußtsein für sich, daß die Gemeinde ohne Ausnahme seiner seitherigen Amtstätigkeit volle Anerkennung gezollt hat. Auf seinen Wunsch wurde von dem von den hiesigen Vereinen projektierten Fackelzug Abstand genommen, statt dessen brachte ihm der junge Schüler-Turnverein mit Trommeln und Pfeifen ein Ständchen dar, das in einem dreifachen Lebehoch ausklang. Diese Aufmerksamkeit der jüngsten Ortsbürger wurde entsprechend belohnt. F. E. R ü d e s h e i m , 11. Juli. Gestern und heute fand in der Turnhalle das 30. Gauoerbandsfest Mittelrheinischer Fechtklubs, verbunden mit der Feier des 25jährigen Bestehens des „Fechtklub Rüdesheim" statt. Die Klubs aus Bafel, Bürgel b. Offenbach a. M., Butzbach, Darmstadt (Fechtklub Franevnia), Frankfurt a M., Karlsruhe, Köln, Kreuznach, Mainz, Mannheim, Rüdesheün, Wiesbaden (FechtUub, Fechter-Vereinigung- und Worms waren vertreten. Am 10. Juli fand am Bor- und Nachmittage das allgemeine Gau-Wettfechten für Junioren in Florett, leichtem und schwerem Säbel, sowie Schläger statt. Als Sieger gingen hervor: Florett: 1. Robert Sommer (Darmstädter Fechtklub,, 2. Frohnweilcr (Mainzer Fecht- tlub), 3. Ludwig Lipp (Mainzer Fechtklub). Leichte Säbel: 1. Robert Sommer, 2. Ludwig Lipp, 3. Stephan (Darmstädter Fechtklub). Schwere Säbel: 1. E. Merker (Fechter- Bereinigung Wiesbaden-, 2. Franz Boltendahl (Fechtklub Rüdesheim,, 3. Willy Frick (Wiesbadener Fechtklub >. Schläger: 1. Karl Jäger (Wiesbadener Fechteiub, 2.C. Merker (Fechter-Vereinigung Wiesbaden), Jul. Reutersham (Fechter- Vereinigung Wiesbaden). Am Abend beging dec Fedutlub Rüdesheim die F-eier seines 25jährigen Bestehens. Franz Boltertoahl-Mdesheim hielt nach der Begrüßungsansprache die Festrede, in der er die Entwicklung der Fechtkunst darlegte. Am 11. Juli, hall) 8 llhr vormittags, begann das „Allgemeine Gau-Wettfcchtcn der Senioren"" in den gleichen vier Waffen. Als Sieger sind zu nennen: Florett: 1. Hch, Am Sturze Bülows sind die Liberalen schuld. Ohne die Liberalen wollte Fürst Bülow keine Finanzreform machen, die Liberalen aber sind fortgelausen. (Heiterkeit und Beifall rechts.) Ein Mehrheitsantrag auf Schluß bei Debatte wird gegen die Linke angenommen. Vom Abg. Singer (Soz.) liegen sieben Anträge auf namentliche Abstimmungen vor. (Große Unruhe rechts und im ?entrum.) Die Anträge werden sämtlich genügend unterstützt. Erneuter Lärm rechts und im Zentr.) Beim Finanzgesetz werden die Bestimmungen über die Matrikularbciträge debattelos genehmigt, die Wertzuwachs st euer wird einstimmig abgelehnt. Beim K a f f e e z o I l wird der Zoll für gebrannten, gerösteten und gemahlenen Kaffee von 80 auf 85 Mk. pro Doppelzentner erhöht. Die Kaffeezollcrhöhung selbst wird darauf mit 191 gegen 158 Stimmen bei 2 Enthaltungen beschlossen. Zum Tee- zoll liegt em Antrag Fegt er (Fr. Vp.) und Dr. Semler '(92atl.) vor, die Erhöhung zu streichen. Der Antrag wird mit 214 gegen 143 Stimmen abgelehnt, so daß die Erhöhung von 25 auf 100 Mk. bestehen bleibt. Zur Besteuerung der Beleuchtungsmittel liegen Anträge von Dr. Weber (Natl.) auf Herabsetzung der Steuersätze vor. Die Anträge werden abge I e h n t. Dagegen wird ein Antrag Dr. Roesicke (Kons.) angenommen, der eine Differenzierung der Bcleuchtungs- mittel nach Lampen und Kohlenfäden und Metallfäden vomimmt. Die Steuersätze für die letzteren und für Nernstlampen werden auf das Doppelte erhöhll Die so veränderte Besteuerung auf Beleuchtungsmittel wird angenommen. Die Z ü n d - bolz st euer wird mit 196 gegen 157 Stimmen angenommen. Die Herausschiebung der Ermäßigung der Z u d e r ft c u e r bis zum 1. April 1914 wird mit 217 gegen 121 Stimmen bei 15 Enthaltungen beschlossen. Zur Fahrkarten st euer 6can- tragen die Sozialdemokraten die Wiederher« stellung der Regierungsvorlage. (Aufhebung.) Der Antrag wird mit 205 gegen 149 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Raab (Wirtsch. Vg.) regelt das Inkrafttreten dieser Steuern. Der erhöhte Kaffee- und Teezoll tritt am 1. August 1909 in Kraft, die übrigen Steuern am 1. Oktober 1909. Der Antrag wird angenommen. In der Gesamtabstim. mung wird das Finanzgesetz mit 226 gegen 127 Stimmen angenommen. Die Erhöhung der Schaumweinsteuer wird auf Antrag Dr. Roesicke (Kons.) wie folgt vorgenommen: für eine Flasche bis 4 Mk. auf 1 Mk., bis 5 Mk. auf 2 Mk. und über 5 Mk. auf 3 Mk. Der Eingangszoll wird auf 180 Mk. pro Doppelzentner erhöht. Die so veränderte Schaumweinsteuer- Erhöhung wird mit 232 gegen 120 Stimmen angenommen. Die Erhöhung tritt am 1. August 1909 in Kraft. Die Scheck st euer wird unverändert genehmigt. Zu dem Stempel für Grundstücksübertragungen liegt ein Antrag Graf Westarp (Kons.) vor, der Ersatz für die abgelehnte Wertzuwachssteuer schaffen soll. Der Antrag sieht eine provisorische Reichswertzuwachssteuer bis zum 1. April 1912 vor, die jährlich 20 Millionen Mk. bringen soll. , Abg. Graf Westarp (Kons.) begründet seinen Antrag und erläutert seine Einzelheiten. Bis 1912 wird sich ein Weg firtben, wie wir eine endgültige Regelung vornehmen können. In einem zweiten Antrag Graf Westarp wird die Steuerfreiheit für kleine und mittlere Grundstücke festgelegt. Abg. Graf Westarp (Kons.) begrünbet auch biesen Antrag, ber aus sozialen Grünben ge- : stellt sei. Antrag Graf Westarp beshalb ab. ReichSschatzsekretär Sydow: ES ist ein merkwürbigeS Schauspiel, das wir hier jetzt erleben. (Lebhafte Zustimmung links.) Bisher war der ganze Reichstag einstimmig ber Meinung, baß für Immobilien eine Wertzuwachs- steuer eingeführt werben soll. (Hört! Hört! rechts unb im Zentrum.) Vor allem konnten sich bic Freunde des Herrn Cuno nicht genug tun. Der Antrag Graf Westarp sieht den Weg vor, den ich bereits früher als gangbar bezeichnet babc. (Abg. Singer: Er ist also bestellte Arbeit!) Es ist doch also gar nichts dabei, wenn eine Anregung von mir als Antrag ausgenommen wird. Es ist durchaus richtig, daß den Gemeinden ein Anteil ber Wertzuwachssteuer gelassen werben soll. Der Gc- banle, daß bie Gemeinben bevorzugt werden, bie bic Wertzuwachssteuer bereits eingeführt haben, ist ein burchauS richtiger Gedanke. Es geschieht doch alle Augenblicke, daß wir durch Heber« gangsbestimmungen den Besitzstand zu schonen suchen. Aus diesem Grunde will der Antrag Graf Westarp den Gemeinden, die die Wertzuwachssteuer haben, für eine gewisse Zeit den Besitz ihrer durchschnittlichen Einkünfte lassen. Den Gemeinben aber, bie bie Wertzuwachssteuer erst einführen wollen, soll kein Anspruch auf ben Schutz ihres Besitzstanbes zustehen. Diese Bestimmung ist für die Gemeinden, die bie Wertzuwachsstcuer bereits haben, eine gewisse Beruhigung, unb für bie, bie sic erst einführen, ein gewisses avis au iecteur. Wenn Herr Cuno gesagt hat, bic Spekulation würbe gefördert werden, so erwidere ich ihm, daß wir Mißbräuchen nachträglich begegnen werden. Ich werde mich schwer hüten, zu sagen, wie ich mir das denke, da sich sonst die Spekulation das zu nutze machen würde. (Heiterkeit und Beifall rechts unb im Zentr.) Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fr. Vp.)? Der Schatzsekretär hat eingestanben, baß er biejen schönen Antrag bes Grasen Westarp selbst fabriziert hat (Große Heiter- leit links). Daraus geht wenigstens das eine hervor, daß die Re. gierung sich allmählich schämt über die Art, wie die Geschäfte hier geführt werden. Durch diesen Antrag wirb auch zum Ausbruck gebracht, baß bie Regierung ein Gesetz wie bas Finanzgesetz in biesem Zustanbe gar nicht publizieren kann. Jnfolgcbessen haben Sic biesc Bestimmungen, bie sic unter Bruch ber Geschäftsorbnung in das Finanzgesetz hineingebracht haben, hier wieder heraus, genommen. Ein Bestandteil dieser schönen Gesetzgebung ist auch dieses herrliche Wertzuwachssteuergesetz. (Lebhafter Beifall links, Widerspruch rechts.) Der Antrag Westarp auf Einführung einer proviso- rischen Wertzuwachssteuer wird in namentlicher Abstimmung mit 222 gegen 128 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen. Ein Antrag Graf v. Carme r-Zieserwitz (Kons.) will gleich- falls als Ersatz für die Wertzuwachssteuer von den Familienfideikommissen, Lehn« und Stammgütern alle 30 Jahre pränume- rando eine Abgabe von % Prozent des Wertes erheben. Der Antragsteller begründet ben Antrag kurz. Wenn alles zu ben Reichslasten beiträgt, sollen auch bie Fibcikommiffe nicht frei bleiben. Der Antrag Graf Carmer wird einstimmig angenommen. (Großes Hallo!) Das Reichsstcrnpelgesctz wird angenommen. Die Erhöhungen des Wechsel« st c rn p e l s treten nach einem Antrag Frhr. v. G a rn p (Rp.) bereits mit dem 1. August 1909 in Kraft. Ferner wird die Besteuerung insofern erhöht, als der Stempel bereits für Wechsel mit dreimonatiger Umlaufszeit künftig doppelt hoch besteuert werden soll. Damit ist die Finanzreform in dritter Lesung erledigt. (Bravo! rechts und im Zentr.) Nächste Sitzung: Montag, 11 Uhr. Kleiner: Vorlagen, Wahlprüfungen, Beamtenbesolbungen. Schluß %7 Uhr, ^kündet haben. '(Lebhafte Zustimnnrng links.) Sie kommen über die Tatsache nicht hinweg, daß durch bie Ausführungen bcs Staatssekretärs von Bethmann-Hollwcg feierliche Erklaru nge n - derselben Regierung von früher prersgegeben sind Sie haben . sich der Koalition gefügt, die zwar im Hause eine Macht bat, aber nicht im deutschen Volte. Tic verbünteten Regierungen haben ihre , Verbeugung vor dem Geßlerhut des Zentrums gemacht. Die heutige Erörterung zeigt bie ganze Unhai tbar- Icit ber Situation. Eine Mehrheit, auf bie stch bic Regierungspolitik stützen könnte, ist m biesem Hause nicht vor- 1 hanbeii. Wir wünschen, baß bie Einigung der liberalen Par- feien aufrecht erhalten bleibt, beim dem.liberalen Gebanken ge- hört bie Zukunft. (Lachen rechts. Bei all links.) . Wenn ber Kampf kommt, so werden wir mit Zuversicht ihn Beginnen. Wir sind überzeugt, baß die Niederlage von heute, bie Mutter unseres Sieges in ber Zukunft sein wirb. (Lebhafter Verfall links, Lachen rechts.) Abg. v. Dirksen (Rp.): ' Mit großer Konsequenz unb Selbstverleugnung haben wir von Anfang an ben Stanbpiinkt festgehalten, baß es unter Zu- rücksetzung aller parteipolitischen Zwecke allem nur baranf an- kam, die Finanzen des Reichs zu sanieren. Wir haben unsere Ucberzeugung immer optima hde zur Geltung gebracht. Im Anfang haben wir versucht, mit ber Blockrnehrhcit zusammen zu arbeiten unb wir haben es lebhaft bedauert — das kann ich Ihnen im Namen meiner Partei erklären — daß em weitere? Zusammenarbeiten mit bieder Mehrheit aus den letzten Wahlen nicht möglich war. (Sehr richtig! bei der Reichspartei.) Wir haben 7s ür unsere nationale Pflicht gehalten, mit der neuen Mehrheit zusammen zu arbeiten, um das Reich aus seiner Finanznot herauszubringen. Wir haben alles getan, um die Vorlagen möglichst günstig für das Volk zu g-stalten. Leider enthalt die Finanzreform noch manche Mangel. Wir bedauern besonders, daß wir bei der Branntweinbesteuerung nicht in ber Lage waren, eine Heber- spannung der S o n b e r i n t e r e s s e n zu verhmbern. (Hort! hort! links.) Aber trotz bieser Schönheitsfehler ist bie Finanzreform brauchbar. Lebhaft bedauern wir, daß der Reichskanzler, dieser hervorragende, von Vaterlandsliebe getragene Staatsmann, nach dem Gange der Dinge es für notwendig hält, seinen Abschied zu nehmen. Wir bedauern auch die Parteizerklüftung und die scharfen Gegensätze, die sich jetzt wieder geltend machen, unb wir hoffen, daß sie allmählich wieher auf bas berechtigte Maß zurückgehen werben. (Beifall rechts.) Abg. d. CzarlinSki (5ßole)' verliest folgende Erklärung: In durchsichtiger Absicht ist in der letzten Zeit viel von einer konservativ-klerikal-polnischen Koalition die Rede gewesen, wobei besonders Nachdruck auf das Wort „polnis ch" gelegt worden ist. Ein angesehener Führer der Nationalliberalen hat sogar in einer Versammlung bie Frage aufgeworfen, ob man beim glaube, baß bic Polen ihre Zustimmung zur Fmanzrcform gratiö geben würben. (Sehr richtig! links.) Ich habe bemgjegenüber zu erklären, baß für unsere Haltung bei ber Finanzreform rein sachliche Grünbe maß- gebenb gewesen finb. Niemanb hat uns beeinflußt, unb auch wir haben nickt versucht, jemanben zu beeinflussen. Wir haben lebig- lich unsere Pflicht als Abgeorbnete getan unb haben baS kleinere Hebel gewählt. (Lachen links.) Nun ist hier auf die deutsche Kultur hingewiesen worden. Wir wollen aber auch für unsere Kultur eintreten. Darum wünschen wir daß bei biesem Kulturwettstreit mit Gewaltmaßregeln unb Ausnahmegesetzen gegen unS jetzt nicht mehr gekämpft wirb. Wir haben mm bewiesen, baß wir mit Recht verlangen können, als Aeichberechtigte Staatsbürger behanbell zu werben. ALg. Raab (Wirtsch. Bg.) : Arn meisten freuen wir unS über bie Vörsensteuer. Der Gedanke ber Erhaltung beS Blockes war störenb in ber Finanzreform. Fürst Bülow war zu optimistisch, wenn er schon jetzt glaubte, daß kne Freisinnigen zur Mitarbeit reif waren. Ein pol- nischer Abgeorbneter, ber für bie Finanzreform em tritt, ist heute mehr wert als 50 Freisinnige. (Sehr richtig! rechts.) Auch wir hebauern baS Scheiden des Kanzlers. Wer weiß, ob wir je einen solchen Mann wieder bekommen! Wir waren an seinem Sturze nicht schuld, den hat die Linke verursacht. (Lachen links.) Ans SLaSt nnd Land. 1 Gießen, 12. Juli 1909. ; H Ernennung. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog i: cat dem Großbrauereibesitzer zu Saint Louis, Staat Missouri, l3 Hirz eine Anzahl der technisch sehr gut gelungenen vDnderabdrucke seiner Bilder ausgestellt, die eine gute lieber» sicht über das Schaffen beS Künstlers gewähren. Es ist eine )t«ihe seiner besten und bekanntesten Bilder, die diesen „Meister bet Kleidung" in seiner gesamten Art trefflich zum 9(u§- jeud bringt. Die Ausstellung bleibt nur noch wenige Tage Ort. ** Männerturnverein. Am Samstag veranstaltete der M.T.V. in seiner Vereinskneipe eine kleine F-eier Ehren der Sieger vom Gauturnfest in Marburg. erste Sprecher, R. A. Kaufmann begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und führte aus, daß der .)L T.V. auf feine Erfolge bei den diesjährigen Turnfesten ’imit Stolz zurückblicken könne. Die auf den F-eldberg ent- lümdteu Turner hätten alle Kränze erkurnt und fo den Erfolgen der früheren Jahre neue hinzugefügt. Aber nicht nur das volkstümliche Turnen sei im Dl. T. V. gepflegt -weben, man habe auch in allerdings harter Arbeit vernicht die Turner an den Geräten gut durchzubilden. Daß bües gelungen fei, habe das Gauturnfest gezeigt, bei dem in Einzelwecturnen 3 Kränze in der Ober- und 4 Siege in lixc Unterstufe errungen worben seien. Dabei müsse heroor- gnhoben werden, das; die höchste Punktzahl an den Gelten zwei Turner des M. T.V. erreicht hätten und zwar Wert 81 und CH. Schmidt 76. Der Zögling Karl Thöt iWbe iin Stabhochjpringen alle Mitbewerber, auch die der iOberstufe übertroffen, indem er 24 Punkte deutsch, d. h. |3 Meter hoch sprang. Den schönsten Erfolg habe aber die 'Ve r e i n s m u st e r r i e g e errungen, die mit 373/8 Punkten eäne Höchstleistung erreicht habe, wie sie vorher im Gau -noch niemals gezeigt worden war. In erster Linie sei dies ber unverdrossenen Arbeit der beiden Turnwarte zu danken, nscht minder aber auch den Mitturnenden selbst, und er » erfülle gern die Pflicht, den Dank des Vorstandes und l!»Tnrnrates allen denen auSzuspcechen, die an diesem Cc- hjolge mitgearbeitet hätten. 3cm Gut Heil auf die dics- IjiäJjrigcn Sieger fand lebhaften Äicderhall bei allen An- « ck) entern □ Stockheim, 10. Juli. Aus Unachtsamkeit schoß ■et Schlosferlehrling in der Gerlach'schen Holzschneider«.'! den Abg. Almmerminm"'(RefJ^ . T «Lg. Dr. Sllbekum (So-.7:tz» - x Wir sind von Anfang an für bie erbanfanflcucr emgetreten.I Der Antrag Westarp legt dem neuen Reichsranzler. Nackbem bie Entscheibung aber gegen uns gefallen ist, stehen wir sben noch kem Mensch kennt, aus eine bestimmte Steuer fest WaS nickt arollcnb abseits, sondern arbeiten praktisck mit. machen wir, wenn ber neue Mann em ®cgncr steuer ist t Wir sinb prinzipiell )ur eine Rcichswertzuwachvsteuer, die auf die Gemeinden entsprechende Rücksicht nimmt. Das tut ber Antrag Gras Westarp nicht, ja, er benachteiligt bic Stabte, bic bie Wertzuwachsstcuer bereits eingeführt haben. Wir lehnen ben t janülicMdlndiriditcn. Mtzung, I ßtsiinde Lt liq den -nn wtelji Verinischtes = O? fi Wetter - L Beb. vtmmM 'JheDiiflfie 10. X^rantroorthd) für den politischen leil i. 23.": (j He ß- und Industrie, tilesaen. Frankfurter Miiree, 12. Juli, l.l"> Uhr. 8*/,*/« Konsola 8e/e Portugiesen Serie I 90.20 I4&7V ' PürKinde rund Kran ke Höchsie Zeiuperatni am 10. Ekktrix. Lahmeyer . Elektni Sehackert . Eecbweiler Bergwerk 1H44 KJ» 116J0 i2s.ee 191.50 Juli 190«) Hörer, . 1*'.70 . 18240 . 248,50 . 6UbO • 1Ü8.7U WJ6 97 J» 172.® 138.1» -4SJ» 143.(0 187 _Ü5Ö 10» 25 99JTO 95.60 104.90 6Z.2u 9&2b 96.60 9 IM 145.90 48,9(< 88,-Mj 116.» 20J» Dcscndc^es Interesse btanfpruttt noch her Versuch, -um ersten- mal die iyvrtschrme der Meteorologie auf Die Lunfchinahrt an» Mvcnden Tcc :nu großen Lotze» während der Äudfuilung em» gcrichtcte meteorologische Dienst muß als tBorldufer einet 3ufttm4 straft bürg i. E., 11. Juli. Tas Si. vurgcricht verurteilte Nestern den Vir bei ter Mt u D l o r), der am 1 <. Mürz in einem "einen Zigarrentaden in Ltraßourg Reudorf die Magdalene <-crn Hardt durch neben Mesferstiche aus krifen'iutu ermordete, nxgcii Totschlages zu 10 Jahren Zuchthaus. Trier, 10. Juli. Der ^ienniahrer Breuer aus Berlin ist wegen Ermordung des Mühlenbesitzers Mal ton et ans 2t. Vitt) nach achttägiger DerhandUtng zum Tode verurteilt werden. Jedenfalls bietet die Ausstellung so viel des Interessanten und Anregenden iur den Jachmann wie für den Seien, oaß es iduver ut, schon jept ein abschließendes Urteil zu gerouuten. Äeincsfalls ist in ooigen Ausführungen Anspruch aus Bollstandig- Icü gemactl, ich bin mir wohl bewußt, vieles noch unerwähnt gelassen zu haben. Aber schon jcfrl lohnt ein Besuch der Ausstellung, inenn auch Die großen Zage erst noch kommen, wenn Zepp.-imö oder Parfevals Schiffe über dem Ausstellungöoark ihre Kreise fahren. 8*/,e/e Hessen . . . . 3' ,*L Oberhe»« » M A"1 «1 u 1» Va.kÖ M.40 95.30 86.3A 94.7a 11. Juli = 4- 16,2 eC. 11. . - +114*0. a, J •» u fr J ll/. ho] ki - 10 " VA 4 u, " »r t • Wlj; T-T Gelsenkirchen Bergwerk . 179A0 Hamburg- Amerik. Pakatt Hob» Harpeoer Bergwerk . . . ly,iJO LaurahüUu ..... 1**4J» Nordd Lloyd..... Oberweblea Eiien-Indostrie Berliner Handelagea . . Darmstldter Bank . • , Deutsche Bank ...» Denucb-Asiat. Bank . . Diskonte *Kommandit . . Dresdner Baak .... Kredite ktien .... 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Ein altes Wahrzeichen der Lagunenstadt, ahne das das Stadtbild Venedigs jedem Besucher Italiens undenkbar scheint, die Eondeln, die zu Hunderten die banale beleben, sollen ver- schwinden — diese Scljrcckensbolichast kommt aus Venedig Der Anlaß zu dieser Befürchtung ist, rote Gmo Damerini in einem Briefe an den „Eorrtere della Sera" mitteilt folgender Vorfall: „2er Bester eines vornehmen Hotels kam kürzlich daraus, ausfajtieglich -um Gebrauche feiner| Telefonisclie Kurebericht* Inner des Giessener Anzeigers, mitgeteiit von dar Bank für bei i-tadt die lerjonendesorderung Monopol der (Kindel- fuljrer .ldet, cirouttc er von der Blitzet oadurch die i • r- - - lauUnu ,UI feine fpttfd)riuiid)e C. .1g. Oaf, er nngatds- ,•/. R.i eine Motorboote feien sur längere Otunofahrten, Hasen-1B*/’ do beitchligunßCn usto beslitnmt, was zum Teil auch zutras '' ' “ T-arob grobe Entrüstung unter den Gondelführern, die wohl sahen, dast die Mvtorooote deS Hotelbesiyers di. Jremden auch in den Kanälen spazieren fuhren oder auch ihr (9* pack an den Bahnhof brachten. Zuerst murrten sie nur, Ichlteßlich icdoch brach offene Emvorung unter ihnen aus, und sie zwangen eines |d>onen Dages ein paar weisende, die ein i'.'.otorooot zum Bagnhos dringen sollte, in ihre Gondeln umzusteigen. Als die Jrcmden nach Beendigung der s>ahrt dezahten sollten, rooreii sie sehr entrüstet, denn sie hatten bereits einmal für die Jährt im Motorboot be- zahn Nun war bewiesen, daß der Hotelbesttzer seine Motorboote seinen (Y4ftcn nicht, wie er angegeben haue, um- sonst zur Verfügung stellte, sondern offen|tchtlich den Gondel- it'.hrern ins Handwerk gepfuscht halte, deren Einnahmen schon nicht gerade glanzend find, denn in Venedig gibt ec über .jOü Gondeln für den B-r|oncnoertehr, von denen die Halste bequem den Verkehr bewältigen könnte. Die Sache tarn vor der Stadtverwaltung zur Verhandlung, und irgend ein Jiirwipiger ivarf die Frage auf, mit welchem! oug und Recht eigentlich tue Gondelfuhrer ihr Monopol be- anipruditeu. Venedig, so wurde ausgefnhrt, sei, was den Verkehr in der Stadt beträfe, buitei allen 'vroststadlen 5» .ck. eine Nesorm her bestehenden S.‘..;6itnije |ct un- erlflf-.lidi. ^.rohdem bleibet: die O^ondclfahrcr babei, c- sei Äfferei. Motorboote in Venedig auf den .".anäten juuilaffen. Ti an in uü wohl iugeoen, dag die Motorboote das Bild der »anale vielleicht nicht gerade verj^.onern werden und auch n.cht iur Verbesserung der Luf. oder Verminderung des Beiträgen werden; die Fortschritte der modernen «rd»r i'.r.angen i. . ,cj:: n.-.b auch Die Enuotcklung Dc? dien - niadit Die inniu.;rung von ichnellen Motor- bo.ie:-. wünschenswert, eine Zeit.ang :o.r'-dn die E»onoel- uhrcr mit ihrem Rufe: „Ketten wir Die Gondel.' , Den sie I 5U ihrem Feld- oDer besser, VZafsergofchret erhoben Hoven den (xor.i. :itt aushoiten, aber über kurz oder lang wird das r.'.otordort doch uegreich ins Herz dec a.:,n Republik Venedig eindringen.' 8e/e Porta iesen ,111 . W *j I1 42», 17 Ä ? j; ►’:» IV1 M} vr 4.' •«* Ml 4U 4| ll Ul M l : M 41111 ,! U60* *4 tt64* < IM B ^>1« «« &60*® •») il ;>** ki K ; ** * [:-jl £*»U 65;« ■ä; Jfi »Iri I Geburten: Herrn Hermann Hansieiu und Frau in F berg em Sovn. Verlobte: Fräulein Emilie fliönunelbcin mit Herrn Cue Rnifje, beide in Schonen. — Fräulein Emina liinö m Nidda nut perru VZilly Rehmann in LudivigSluN i. M. — Fräuletii Ventzä Ändert in Magdeburg nut perin Barl Lelschlagei ui Huje«» yam i. Al. klagten haben aus dem Hosgut LL.^rnhosen in der dortigen 2.5- beiterwvhmmci. sog. Äaierne, woselbst oft Besuche bn den polnischen Arbeitern und Arbeiterinnen ihMtfonDtn, im Trunk' ro;t sie angeben, grvren Unfug teräbt. Die Besuche würben ar-:n'- lich bis 8 Uhr abenD-j geduldet, später wurden sie cur± btui ch.n unv polnischen Anschlag unterlagt D'e "KngtLagtcn »inD, uacho:m 'le 2fanbei gemacht hat^n, von dem Hofe der '2irc- . 7wvi,aung verwiesen warben und haben sich auch entfrmt. Vlad) eingetreten.*T Dunkelheit cs war m .gerbst r .' kamen die Angeklagten wieder uträck und orangen em. Die sprengten dazu cm Voftor auf: da auch die Haustüre verschlossen war, verschafften sie sic-' auch ijict gewaltsam Eingang, traten oder hieben weiter Die Füllung einer 5tubeniür em und drehten i :\ innen steckende:: cdilu^ ?i um, so Dan sie ins Jimmer gelangten, e-c wollten y. c n Mädchen gelangen, nnmvn aber oom Verwalter wi.ber adgcw.e .m uno entfernten ncb, nad j m sie B^.nDal gemacht oatten, rovbtr, reccet »ich ab-*r zwei in Der ;d e ver i.cn. 3ie wurden heraus- gewiesen, ohne dah sie ihren In -ck er-cichten. Tic Anklage we^en ^ausrriedensbruch und ^aotbvid'aDigunq wird hinreichend bew::,.n uno von den .lng^klagien nicht weiter bestritten. Ta- l^ertcht ertcnnt den zwei Hauptbeteiligten, d j corixrftan sind, zu ihrer Ktt zu verbüßenden Strafe von lu br,ro. b Monaten noc> v. zwei 'Uümale rcie kommende „F eger ist in Zahlreichen Ärlen vertreten, D.-uh'i< :: e f'ai.cnbrd« Flieger fmD DorbanDen; doch habe ich Vrigotsch: '.'. ropLm, Der seither die größten viakufchen Erwlge au'4uro:;ien hat, int Modell vorhanden Im Haute dieser Woche werden erahnen mit Gleitfliegern iiattfniDen. Internationale Luftschiffahrtzauzstellung zu Zranksurt a. M. A Deppler, Wetterdienstleiter Gießen. Am 3am8tag mittag 12 Uhr sand unter gewaltigem Andrang bau geladenen Festgastcn die seierlick^ Eröffnung der ersten internationalen Luftichstsahrtausstellung tu Frankfurt statt. Prinz Fri^orich Karl von Hessen, Die ivroßhcrzogin von Mecklenburg- Schwerin, Oberbürgermeister Amckes, General von inchhorn, Manner der Wissenichast, Lustschstser und Meteorologen aus ganz Deiitichiand, die PeNceter der Behörden verliehen durch ihr zahlreiches Erscheinen der Bedeutung des Tages Ausdruck. Aach der oisiziellen Erössnuiigüteier sand am lstachminag die Dause der neuen Ballons ,,Jla" und „Justitia" statt mit anschließendem Ausstieg dieser Ballons. Tie bcab-idnigtc Ballon.Fucktsiago ivül aut die Warnungen der WetterDieiiststellc hin wegen der Ge- tahrlichkeit des Unternehmens auigegebcn worden uno sand erst am Sonntag unter ungeheuerem Andrang statt Bei der Ruhe der ^ust ui den oberen Schichten siandcn die prächtigen Ballons lange über dem Ausstellungsplav. Trobdem noch vieles unvollendet und nur im Rohbau fertig Di, bietet die Ausstellung doch fd>on eine Fülle bf5 Interessanten. 'Ter erste und bleibende Eindruck, den her Besucher empfangt, lst der eines überaus neuartigen und großzügigen Unternehmens Wenn man die riesigen Lfustschisshollen vor sich emporstredeic sielst, wird inan überroulugt von dem (Gefühl, Zeuge einer beginnenden neuen Zen zu fein, deren Anfang man miterleben Darf. Freilich enthüllt Dine Ausstellung nur mngcroeibten ganz ihre Geheimnisse Aber auch der X'aic wird eine Fülle von Belehrungen und Eiiidrückeii emptangeu, die er nie vergibt und die von hauein- dem Wert sind. 8Bu leben in einer Zeit, wo cs schwer ist, dem allgemeinen Fortschritt zu iolgen; umsomehr mujj man die Gelegenheit erfaßen, em Stuck dev Fortichritts so klar und vollkommen, roic eS die Ausstellung bietet, kennen zu lernen, ier mtcieifanteste Teil der Ausstellung bleibt natürlich der reiche schätz von Ausstellungsobiekten, der in der Festhalle untergebracht ist. Ter Raum genügt kaum, aus das Beste und Bedeutendste davon einzngehen. Wenn man die Festhalle von dem Wcsttoi aus b< tritt, erblickt man zuerst den Ballon Preußen, bekannt durch «eine ^zahlreichen, zum Teil berühmt gewordenen wissen 1d)a,l^x*n 5abrten. Er trug kühne Forscher zu den höchsten von Menschen erreichten Höhen. Ein Ctang durch das Aus Itillungsgebäuhc zeigt den ungeahnten Austchwung, Den im Laufe Des letzten Jahrzehnts die Ballonindustrie genommen hat. Eine Reihe von Firmen haben Bationstoise m vorzüglichster Aus- iuhrung ausgestellt. Die sowohl den Ansprüchen größter Leichug kcu wie auch WidentandSsahigkeit gegen die Einflüsse Der At mosp >.ru,i und höchster Tichtigkelt gerecht werden, mit einfacher und doppelter Wummietung, aus Seide, Segeltuch u a Slotsen Dazu sieht man Apparate ;ur 1-rüiung der Ballonhüllen Tie >2riliechnii hat Manila-, Solos-, Hans , Baumwolleseile, gewaltige Schlepptaue, Aluminium-, Messing-, >ruvferscile von äußerster -Lraghait zur Ausstellung gebracht, wobei immer das Prinzip grotzter Leichtigkeit gewahrt worden »st, ebenso wie bei den Ballon- Furben, die man m mannigfachster norm und Ausführung oor- ,findet. Eine Reubeit stellen Dreieckige Ballonkürbe dar, die Die unangenehme Trehung des Korbes bei schwieriger Landung iSchleu- sahrt^ verhindern sollen und auch sonst praktisch zu fein scheinen, xie bekannte Lusuikrobatin stathcheu Paulus scheint eingeicben 5u hoben, da« die Zeiten der Lustakrobatik vorüber imb, und eine ernfterc Zeit tur die Luftschtsfahri angebrochen ist. Ihr Balion- atelicr, in dem Ballons lebet (^röße uno Form zur Anfertigun.s empiohlen werden, gibt Zeugnis davon. Was die wiffenschaftlichen AusrustungsgegenittNiDe des Ballons anlangt, so erscheint als erste trirma R. Fucß, Lteglitz b Berlin. Selbst Der Fachmann staunt über die Fülle mtd Aitsführnng dieser Apparate, die stnnstwerke für Hdj Daritdlen Hartmaun und Brauu-Franliurt zeigen ein .tanz neue», regiirrierenDe» Thermometer, ans ellltrifcher ÄiderstanD-^ meffung beruheno. Sauerstossapparate, zur Inhalation in großen ydben suhrt eine andere Firma m höchster Vollendung vor lieber eine andere Abteilung zeigt uns Du- Fortschritte und Erzeugnisse der Ballonphotographie sowie der astronoinifchcn Cns» befiunmung vom Ballon aus. Eigenartige starten, di: ersten nach den Angaben Zeppelin- entworfenen Landkarten für Lustfchiifer liegen aus. ' Tie Motorlufrschifse selbst lind noch nicht vertreten, man muß li® zunächst mit Modellen und Zeichnungen zusrieden geben, vim beiten wird man uch Niruber orientieren, wenn man an Der Hano einer Lkizze den in D;e Gondel eingebauten Motor eines Parseoal' oder Zeppelmluftschifses studiert, ivviaue sich leicht Die stonstruk- tions und Wtrdingsiveise ergibt UeoerrcuDUd) find Dagegen die Uin^cliciic der Molorlustichisse und ihre techiiische und inDuitrielie Entstehung vertreten ia miD zunächst Die Erzeugnis e der Einn- inDuitric, Motoiz!>.mbei, tiaibelstaugen. Propeller und ^uttschi''- luiraiilkii sowie alle Maschinen und '^erlzeuge zu i.ircr Herstel lung ui erwähnen Ente eigene Abteilung bildet mied.l die '.oh nifiollinDuittie, vom schwersten Stadl für Mo io re bis »um leid)- -llumnnum uno lileltrin, von ersterem ui •m Block von 1200 strg. ausgestellt. u 11 j d) i H n 11 l e ii sind Durd) zahlreiche Modelle ver- tret<1L^K4n er1!fr 1,1 bie Firma Arthur Müller. Beitin. ?tr ' K0^" ^Tdtmnaiien am d m cr^ut ‘ 1 Luskscvifihallen stellen duich ^umenung-n bn sroßten Anwtd -.ungen an E'N'turz dei IM Bau oezriifen.il E-arsevalda..e dewrrien bat. Dazu mutz pur bestimmte Hallen auch noch leichte die zahii'.chen Luftfahnen feit ld»O enucrungen, sondern vor In Petersburg find ieu gestern 124 ü^jcrfranfunjafl allem dem Beirr eben, bie höheren Luftschichten zu erforschen I und 47 Todesfälle an Eholera zu verzeichnen Tie Zahl 2ctt futtern beginnt hie Luftschiffahrt mit lenkbaren Fahrzeugen I Erkranktai beträgt je^t 758. neben der wissenschaftlichen Seite auch da- verkehrstechnis'che - Da die Meldungen aus Petersburg über die « u Sb re i t u«. m«Ht meör zur (Geltung zu bringen. Iber Cholera immer bedrohlicher lauten, bat Der 6fttr» In Dem Rordostturm Der Festpallc ist die aerologtsche Station re ich ische M int'ter des Innern alle Behöroen an«nnefau ■ r-rndung w". r die erforderlichen gqu mit meteorologischen Apparaten aue- Die Cholera breittt sich . auch m Den b ~ gcrülktcr Fesselballon an Stahldraht in der Höhe gehalten wird. I aus. Tie amtliche Statistik ist ungenau. Der bi» zu 1200 Meter lange Traht wird auf einer elektrisch I Dem rusfuchen Dichter M a r i m «''o r ki. der sich seit bee betriebenen Lvinde aup unb augcroilclt. Tic Station wird erst I vorigen Jahre m Neapel aufhalt, wurde nahegelegt, offenbar n ; n lagen in Tätigkeit ti öfter« I mit Rücklicht auf Die italienische Re.- o » Zaren, wahrend des kleine mit Wasserstoff gefüllte Gummiballons fliegen lassen, sog I Sommers einen anderen Aufenthalt zu wählen Piloten, die mit einem an einem Theodoliten angebrachten Fern-1 ist bereits nach Genua gefahren, wo er bis zum SpätherhUK rohr bis zu Den größten Höhen verfolgt werden. Aus ihrer Klug- bleiben wird. bahn lernt man Die LZindrichtung und Stärke in den Höhen der In fehl vielen englischen tzirchen wurde gestern de» Atmosphäre kennen. Tie meteorologischen Beobachtungen zu-1 tvachjenden A b s che u Ausdruck gegcben, der burcaDir Enthüllun-iW I über die Grausamkeit in russischen < - Abteilung des phy>italischen Vereins uxrDen zur Ausstellung be- und die Reden Der politischen Gesangrn.-n in Cnglano herv»» ionocrer Prognosen jür Die praktischen Zwecke d.r Spürikommission gerufen worden ist. der Ausstellung verwandt. John Rockefeller gab zehn MiUionen für Er. Tie Geschichte des LustschiffahrtSwefens enthüllt sich in einer ^i^.un s»ö w ecke, womit seine Derartigen Schenkung» reichen Sammlung von Bildern und Dokumenten aud diesem Gebiet, 000 Dollars erreichen von den ersten veißlustballons bis zum Zeppelin, sowie einer «ut ©anpelsangeftdltez in Hanoi, namens Lotsin, ist, reichhottigen ZuiammenitAluiig der wissenschaftlichen und fport |roic gemeldet wird, am^ .> Juli auf her Straße ter atu A.-oc sensationell wirten Die ausgc- **““ * ...... " stellten Handschriften und letzten Nachrichten des Bolarsorschers Andree, Die von der schwedischen Lustichuiahnsgesellsamfr vorge- sührt werden. Eine Andrecsche Bo,e sowie eine von Spitzbergen abgelassene, ausgestopste Brieftaube sieht man da. k is ’ja'iu:: « chchitg ffr 1.2!chmg 1,1 fittaq Kleine rageSchronik. 2c? Befinden des Fürsten Eulenburg bat sich wieder gebessert, doch bürte an eine Diederaufnahme des Vrorest^ i a^' bbaier Ze: nidu zu denken sein Die Ltaatsanwal^chM wird ;einen E-.nspruch r Heden, wem, der Fürst einen .^araq aunud.t, auch ro:nn sich Dieser in Oesterreich befindet. Im Herb- wird Dir Staatsanwalt,chast ein ärztliche) Gutachten emhöir, unD danach igrt EntscheiDung treffen. Zwecks Errichtung eines Luftschiffhafen» j, Frankfurt a. M, Dcd ersten deutschen, fand ewe BespreLn>M zwischcn dem Cberbürgeimeitui Zr. A dickes, dem Tücher CoIsmann von der Zeppelin S?rrft und Dem Grasen Zep. Velin tun. statt Tr. Adicke» glaubte die Zustimmung der 'tabu verordneten in sichere Aussicht stellen zu können. Ter Stubent Iofpe der technischen Hochschule zu T reibe» hat tincn neuen Flugapparat trunben, Yen er gestern Dee Rnrgdmimfienum vorführt, er überflog mu ihm die .'-ibärchA des elektrotechnischen Institut». Ter ..pvarat wird Dem «i.ung vorgeführt werden Zur Verwertung der Erfindung soll tat Gesellschaft gegründet werden *’ Tas Totenfchifs. Äohl nie hat ein Dampfer mit einer arößeren^Pas|aaierzahl Den Hafen von Neuyon verlassen als die „Shimosa", die jetzt nach China in See. stach. An Bord waren nicht weniger als 8000 Tote, 8000 5öl)tic des Himmels, die im Laufe oer Zeit in Amerika Der- chicden und nun in die Heimat zur letzten Ruhe überfuhrt werden. Eine große Gesellschaft sorgt dafür, daß alle im Ausland sterbenden Chinesen ihr Vaterland Wiedersehen, wo sie dann bei Hongkong bestattet werden, ein jeder mit einer Reiseration Fletsch und Reis im Sarge. (?) e ii o r b c n e: Herr Friedrich Psamiebecker in Bübingen. — _. । üevr Friedrich Vlilhelm Cra« in ‘JheDec-diorjiaDt. — yrau ümma ~IC «“‘dH Ballon-Z, Die sich gestern an derFuchsjagd beteilig- vaas, geb. Zinßer, Frau Karoliue Raget ..sttwe, ged. iweyganb^ ten, lanbeicit um b llhr glatt bei Reinheim, Groß-Bieberau imd l beide in TarnMadt. — Herr Ludivig •ifnithefei: in Marburg. - Rohroac!) im vorderen £benroalb. Sieger wird voraussichtlich I Frau Franzisko Lusard, geb. Leiter, in Franll iderg. — pen veii> ber Ballon „Jia", der von Rl.'Dinger geführt wurde. | rich Muller in Leun. — Frau llaroluie • uiijincci, tc. vucuij, ■ Würzburg. — Frau Elisabeth -uttheis, Hcu. Ullenöovfer. ■ Cber-dtoebad). oetrachtet werden, das Dann ron 'Notwendigkeit ist, rotnn Die | 3n Der 'Jidlu- Der Strombrücke ut Magdeburg fhiiita: Lu i chif'ahrt zum Verkehrs..rittel wird 2ie meteorologische I vorgestern jivti tur.ge Fraucn mit einem vieriährigen 2M tö." r?_ t hat Die Lutttch -fagrt in Dc.i letzten Jahren ganj ‘:x die Elbe. Re:tungSvc:>-d>: hatten infolge des Hochwvnerß wesrntlic. gefordert Tenn nicht 'troctlidxn Jnterenen sind alle I' einen Erfolg. 11. 2” 740,1 14.7 8,8 71 WNW o 11. 91* 741,6 18,3 1U,1 89 NW 2 12. 7" 743.0 12,5 9,4 SW 2