leschmutzl ;rda! überall erh&\ BahnhoMr. 51). h irch Wichse Isl bei Reg& :tter der Saum Ihm Lides. Bel Verwendung m Erdal ist dies «fr schlossen, Sie fragn inn selbst beim seligsten Wetter elejnb »diglänzendes ScW iken, UM en am — »b» 8^uhr " ^'nslokalCEEbel,^ iflerkursus 1en u Herren ^-SekmürLoh, fc, lC9en' ne können aberv- rtins Gabelsbe,. »2^1 -IMni; (8 41, II. St |O» *,Sp*L |ßä1 «*•»* ‘"»««ft taKsknr8 “•’ssjäs :ikn °°b ®ctatb(it,, ^vril 1909. , Witts*«- Firmen in W' etc.. Vertret? ;• eisezeug, K* reizet Stickerei » e a billig und W Bellheim . Der d.Univ.-Bib* 1Qd Kostvrobe^^g. Bett! rftrt, usb Ur-» Erstes Blatt ISS. Jahrgang Mittwoch 14. Aprtt 1909 ’"ä v°rEag,"s"uh" Rotationsdruck uit» Verlag der Srühi'ichen Univ.-Such- und Steindruüerei R. Lange. Bezugspreis: monatlich 75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dicPost Mk.S.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „Vermischtes" K. Neurath; für „Stadt u. Land" und „Gerichts- Gießener Anzei General-Anzeiger für Oberheffe Nr. 86 Ter Gietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich EichenerKamilienblätter; zweimal wöchcnll.Arerr- dlattfllrdenAreisEiehen Dienstag und Freitag); -iveimal mouatl. Landwirtschaftliche Zeitsragen ernsprech - Anschlüsse: r die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 - >resse für Depeschen: Anzeiger Gießen. :nahme von Anzeigen Redattion, Zrpediüon und Druckerei- Schuiftratze 1. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. den besitzen. Diesem Anwachsen der die Steuerpolitik den Grundsatz der nötige Beachtung zuteil werden lassen, steuer sei nicht genügend progressiv, politisch sei die beste und gerechteste Einkommen gegenüber habe Leistungsfähigkeit nicht die Die preußische Vermögens- Stenertechnisch wie steuer- Steuer die personale Ein- Zapau und England. Bon der beabsichtigten Kündigung des englisch-japanischen öntonincy durch Japan ist in Berliner maßgebenden japanischen Preisen, rvie man uns heute meldet, nichts betamrt. Wie mit- gAeilt wurhe, Linnen die Gerüchte von. einer Verstimmung zipischen Deutsches Resch. Die kaiserliche Familie ist gestern vormittag um IO1/. Uhr von Wildpark nach Italien abgereist. Zu der Zusammenkunft des Fürsten Bülow mit Tittoni erklärt der „Lokal-Anzeiger^ von unterrichteter Seite, daß die beiden leitenden Staatsmänner in einer längeren Besprechung ihre Ansichten über die schwebenden politischen Fragen ausgetauscht haben. Dabei habe sich die Uebereinstilnmung ihrer Ansichten in allen wesentlichen Punkten ergeben. Die Dreibundfrage sei lediglich in Presfe- meldungen französischer Blätter angeschnitten worden. Für den Posten des preuß. Kultusministers wird neuerdings der Name des Oberpräsidentcn von Posen, von Waldow, genannt. Als Nachfolger de§ sächsischen Gesandten in Berlin, Grafen Vitztum von Eckstädt, der an Stelle des Grafen Hohenthal sächsischer Ministerpräsident und Minister des Innern wird, soll der jetzige Amtshauptmann von Dresden-Neustadt, Geheimer Rat Freiherr von Salza und Lichtenau den Berliner Gesandtenposten erhalten. Der neue Gesandte ist 49 Jahre alt und ebenso wie Graf Hohenthal mit einer geborenen Gräfin Vitzthum von Eckstädt vermählt. Todesfall. Der General der Infanterie und Ehrenpräsident des badischen Militärvereinsverbandes, Frhr. Wilhelm Roeder v. Diersburg, ist im Alter von 77 Jahren in Freiburg i. Br. gestorben. pelitifcbe Lagesscbarr. Die österreichisch-serbischen Handelsvertragsverhandlungen. Erne von der serbischen Regierung ausgegebeire Kundmachung Eatiitigt, daß die serbisch-österreichischen Verhandlungen sowohl ! nr den Abschluß eines Provisoriums als auch eines endgültigen ! Handelsvertrags abgebrochen wurden, da kein Einverständnis darüber erzielt werden konnte. Tev gegenwärtige vertragslose Zu- svrnd werde so lange bauent, bis sich auf beiden Seiten größer« , Geneigtheit für den Abschluß eines Vertrages einstellen werde. Man zeigt sich hier im allgemeinen zufrieden mit dem Abbruch : ter Berha^)lungen, weil nunmehr Europa sich überzeugen werde rnr dem Mangel an Entgegentontmen Oesterreich-Ungarns gegcn- 1 U-ier Serbien. Vielfach glaubt man sogar, die serbische Regierung h«be im vornherein miannehmbare Forderungen gestellt, um die Verhandlungerr zum Scheitern zu bringen und so Oesterreich-Ungarn räsidenteu der Kammer. Die Meuterer verlangten ferner W sich Straflosigkeit und die Anerkennung, daß sie patriotisch gehandelt haben, und endlich die Zusicherung eines Mllgemeinen einwöchigen VolksverbrüderungSfestes. Scheich nil Islam überbrachte diese Forderungen dem Ministerrat, cker darüber beriet. Gegen Mittag zurückgekehrt, fuhr Scheich ul Islam mit der Antwort des Ministerrats zum Parlament. Tie Meuterer ließen die Deputierten nnbe- lhindert die Kammer betreten. Fast die ganze Garnison list an der Meuterei beteiligt. Die Regierung verfügt nur iuber einige Bataillone und über drei oder vier Geschütze. Bieber die Haltung der Salonikier Jäger lauten die Nach- «ichten widersprechend. Im Laufe des gestrigen Nachmittags reichte der Präsident der Kammer seine Demission ein, ebenso das Kabinett, nachdem der I u st i z m i n i st e r N a z i m P a s ch a uon d§n meuternden Truppen ermordet, der Marine- Minister verwundet und der Kriegsminister gefangen gekommen worden waren. Die Zahl der Getöteten wurde am Nachmittage auf 17, die der Verwundeten auf 30 angegeben. Die Aufständischen sperrten die Straßen zum Par- ürmentsplatze ab, errichteten Barrikaden und trafen Vorbereitungen, die Nacht dort zu verbringen. Mittlerweile hatte der Su lt an dieDemission des Kabinetts angenommen und Kiamil Pascha zum Kroßwesir ernannt. Nach einer Meldung aus Konstam tinopel von 9i/2 Uhr abends war Marschall Edhem Pascha, der zum Kriegsminister ernannt wurde, unter dem Jubel der Truppen vom Pildiz nach Stambul gefahren. ES scheint, daß die Truppen volltommen befriedigt seien. Der erste Sekretär des Sultans verlas vor dem Parlamente ein r a ö c, in dem es heißt, daß der Sultan die Demission Kabinetts angenommen habe, und daß ein neues Kabinett in der Bildung begriffen sei. Es seien Maßregeln -sar Erhaltung der Ruhe und der Wohlfahrt des Landes Gegriffen. Das Scherifgefetz soll künftig respektiert werden. Die Truppen, denen Straflosigkeit zugesichert wird, möchten uach ihren Kasernen und die Bevölkerung an ihre Arbeit xrrückkehren. Zum Schluß entbietet der Sultan seinen riiserlichen Gruß. Die Verlesung des Jrade wurde mit ^ürmischen Hochrufen auf beit Sultan beantwortet. kommen- und Vermögenssteuer. Freiherr v. Berlepsch befürwortet weiter eine Erbaufallsteuer, die richtiger sei, als die Nachlaßsteuer, und zwar unter Heranziehung der Kinder und Ehegatten, weil sonst das Ergebnis der Reform sinanzicll gleich Null sein werde, denn Drcioicrtel aller Erbanfälle entfielen auf Kinder und Ehegatten. Der Einwand, daß man damit einen Schritt in den sozialistischen Zukunftsstaat tue, sei hinfällig, ein solcher Einwand könne bei leder steuer erhoben werden. Auch der Einwand, daß das Familienleben durch eine solche Steuer geschädigt werde, sei nicht aufrecht zu erhalten. Was bis jetzt zustande gekonuuen fei, werde dem Reiche nur 100 Millionen bringen. Das Besitzsteuerkompromiß ist definitiv aufgegeben worden und wir können nur wünschen, daß es nicht wieder zum Leben erweckt wird, weil fönst die Matri kularbeiträge erhöbt werden müßten. Ratlos und hilflos fiebert Regierung und Parteien vor der Frage, wie endlich ein Ausweg aus unserem Steuerelcnd zu finden sei. Das ist es, was in unserem Volke eine so tiefe Erregung und Verstimmung gegen Regierung und Reichstag hervorgerufen hat. Dieser Erregung Ausdruck zu geben, ist nicht unser Recht, sondern auch unsere Pflicht. Wir richten an den Reichstag die dringende Aufforderung, die Finanz- reform zum baldigen Abschlüsse zu bringen, und zwar noch im Laufe dieser Session, die Parteidoktrin zurücklreten zu lauen hinter der Notwendigkeit die Reform zu erledigen. Den Mittelstand zu erhalten und zu kräftigen ist eine der vornehmsten Aufgaben der Politik unserer Zeit. Redner dankt zum Schlüsse dem Ausschuß, daß er ihm Gelegenheit geboten habe, vor Vertretern des Mittelstandes über diese wichtige Frage zu sprechen. (Stürmischer, lang- anhaltender Befall. Die Versammlung erhebt sich zu Ehren des Fretherrn v. Berlepsch von den Sitzen.) Darauf bringt der Vorsitzende folgende Resolution ein: ringt. Die Frage, in welcher Form ber Besitz herangezogen werden soll, ist die umstrittenste des Tages. Redner erörtert dann, wie die Besitzsteuer grundsätzlich beschaffest sein solle unb führt als Hauptgesichtspunkte an: Ergiebigkeit unb Verteilung nach der Leistungsfähigkeit. Besonders muß gefordert werden, daß die mittleren und kleinen Einkommen geschont und die großen belastet werden. Die großen Vermögen Ijaben in den letzten Jahrzehnten bedeutend angenommen. Im ganzen Reiche gibt es etwa 13 000 Millionäre, die ein Vermögen von 36 Milliar- England unb Japan nicht besser widerlegt werden, als durch den Hinweis auf die im nächsten Jahre in London ftattsindenoe englisch-japanische Ausstellung, für die das japanische Parlament kürzlich einstimmig den Betrag von saft zwei Millionen Yen bewilligt hat. Die glatte Annahme dieser Vorlage sei um so bemerkens'verter, als in Japan jetzt an allen Ecken und Eno'n gespart wirb und neue Kreditforderungen gewöhnlich erst scharfe und langwierige Debatten Hervorrufen. Man hege in Japan die ftenndschastlichsten Gefühle für England und eine Kündigung des Vertrages könnte überhaupt erst ein Jahr vor seinem Ablauf erfolgen. Der nach Lissabon versetzte deutsche Gesandte in Belgrad, Prinz ätatibor, hat dem König von Serbien gestern sein Mbemfungsschreiben überMcht. Der König hat dem Prinzen den Sava-Orden erster Klasse verliehen. Zur B e g r ü u n g bes deutschen Kaiser paare S. teilte mittag werden der König, die Kronprinzessin von Griechenland und die Großfürstin Maria Paulowna an Bord der Königlichen Jacht nach Korsn reisen, um den deutschen Kaiser bei seiner Ankunft bajelbft zu begrüßen. Ministerpräsident Theotokis wird sich heute ebenfalls nach Korfu begeben, wo er einen Aufenthalt von 14 Tagen nehmen wird. — Die Deputier ie n kämm er hat sich auf 20 Tage vertagt. Artikel 25 des Berliner Vertrags. Wie Reuter erfährt hat die britische Regierung formell der österreichisch- ungarischen Regierung mitgeteilt, daß sie bereit sei, der Aushebung des Artikels 25 des Berliner Vertrages zuzustiminen. Eastro. Ucbereinftimmenb mit ber Haltung, welche die anderen ausländischen Mächte unb auch die Vereinigten Staaren von Amerika angenommen haben, hat die dänische Regierung dem Gouverneur bet Dänisch-Westindischen Inseln die Instruktion erteilt, Castro die Landung auf den Inseln nicht zu erlauben. Die Maffenüemonstraüön öes deutschen MttLlstmider zur Reichssinanzrejocm. i. S. u. H. Berlin, 13. April. Zu einer Protestversammlung gegen die Verschleppung ber Reichsfinanzreform und die „ungerechre Verteilung der Steuerlasten'^ hatte die Deutsche Mittelftandsvereinigurtg, die Sächsische Mittelstandsvereinigung im Verein mit anderen beruflichen Or-; ganifationen des Handwerks den deutschen Mittelstand im ganzen Reiche aufgerufen, und eine wahre Völkerwanderung ergoß sich heute beretts in aller Frühe nach dem Süden der Reichshauptftabt, in dessen drei größten Sälen, bem der „Neuen Welt", der Unions- brauerei und Happolds Brauerei in der Has en hei de sich mehrere Tausende von Gewerbetreibenden, Kaufleuten und Hanowerkern mit ihren Frauen versammelten, obwohl der Beginn ber Versammlungen erst für 10 Uhr vormittags angesetzt war. 'JUle kaufmännischen unb gewerblichen Vereinigungen bes deutschen Ätittelftanbes in ben verschiedenen Städten des Reiches hatten besondere Vertreter entsandt, unb auf ber Rednerliste ber drei Versammlungen standen eine Reihe bekannter Namen, an ihrer Spitze der frühere Staatsminister v. Berlepsch, der bekannte Begründer der Deutschen Gesellschaft für Soziale Reform, ber in der letzten Zeit wegen seiner Untersuchungen über angebliche agrarische Steuerhinterziehungen vielgenannte Professor Delbrück, Obermeister Landtagsabgeorbneter Rahardt, Professor Wenck- stern (Breslau). Die größte der drei Versammlungen, die in der „Neuen Welt", war von etwa 3000 Personen besucht. Unter ben Erschienenen befanden sich ber nationalliberale Abgeorbnete Fuhrmann, der Generalsekretär ber Rabattsparvereine Beythien, Prof. Dr. o. Halle u. a. Biel bemerkt wurde die Anwesenheit des Führers des Bundes der Landwirte Dr. Diederich Hahn. — Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes Eurbach eröffnete die Versammlung unb führte aus: Wir feiern heute bas Fest ber Auferstehung. Frühling ist es geworben in allen beutschen Landen und im deutschen Volke. Der heutige Tag soll ein Markstein sein in ber Geschichte bes beutschen Mittelitandes, der sich aus seiner Lethargie erhoben hat unb sich stolz auf eigene Füße stellen will. Er will nicht andere Parteien bekämpfen, mit denen er oft Hand in Hand gegangen ist, er will aber fein eigenes Gewichc beachtet wissen bei allen Parteien. Der Mittelstand will auch geben für das Vaterland, er will aber nicht allein geben. Der Mittelstand ist ber Ansicht, daß der Besitz unter allen Umständen mit Herangehen werden muß. (Vereinzettes Bravo). Redner erinnert an den Ausspruch Bismarcks: setzen wir Deutschland nur in ben Sattel, retten wird es schon Eöimen. Dieser Satz habe sich auf dem Gebiete der äußeren Politik bewährt. Es sei gelungen, ben Frieden zu erhalten unb Deutichland wieder in das alte Aniehen zu bringen, das uns schon zu entgleiten drohte. Deutschland tarnt retten, meint es nur will, Ein guter Retter mmflcit, bir MN ’3 April 1909 -r ‘Berlin ucrünnmrlt sind, er bhd-n '« der Verichleooung der 9"r.dvevnortirernnr eine Herab ;raa u>. er, :i CbCity ;m Au lande unb eine fdnprrc Ädödnrunq uitferee uurndwithdün Lebens, das unter der llnit(f)crbeit über ,11 Ttoori nden Zt-urrn empfindlich tu leibnt hat. Tte Bet 'rmrnelten erheben Einipruch gegen den Ver'uch einer im gerechten -rtciluiifl der 3tfucrloft imb erlangen neben Berdrauchssteuern, I men llmiiäiiben auf oic Bundcssuratcn abtuwilAcn, deren Finanzen dadurch icmiuet würden. In einer stark vrogrcs »tuen Er bau fall st euer erkennen die Perimnm-ltcn, in der Vorausi ^uno, bah kleinere Erban'älle iimcrfrci blctbcr, ferner, das? nie Erleichterung der Steuerzahlung burdi Mömtrncintrafliinfi, Ote für oen Uinoiidm lstrunotz'fttz in Ausncbi genommen in. auch für den iläbft'chrn Grunbb.'itz vorgesehen wirb, enbltd), dar begatten unb Minder milder behandelt werben als citvcnit. ■BrrTtonM- imb Ftrnide, btc geeignete Form der Scfteucrung Bei'yes durch on Reich. Tte Leftammlung setzt voraus, dos- ien^ Slruerprojchi', die das (bewerbe be Drohten, die Bor lagen für eatc 'Jln$rin< n-, Gas- unb Elektnzitätssteiicr, von d n herb fliegu’rangen -mbgtltig aufgegeben find. Ter allgemeine bcuiitbc Mittelstanbskag bittet Bundesrat unb Reichstag, auf ^cr ;>tcr aezeichne?c-n Grundlage bas gesetzgeberische Werk zur Ba u-erung der Finanzen bes Ruches zu einer rmchcn Dollcnbung iu bringen." 2ltt$ Stadt und Land. t c B c n, 14. April 1909. - Die neue Wahlrechtsvorlage ist heute vormittag den Landständen zugegangev. Sie besteht aus drei (Zeset; entwürfen: 1) wegen Aenderuug der Artikel 67 unb 75 der Berfafiuug, 2) das Gesetz über die Landstände und 3) die Wahlkreiseinteilung. * Der 2. icchstägige internationale Kurs für gerichtliche Psnchologic und Psychiatric nahm gestern im Höfsaal brr .Mliiüt für psnchische unb nervöse ’itanfhcitcn seinen Anfang. Am Montag abend fand im ootel Großhcrzog eine Begrüßungsfeier statt, bei der Prof. Ti. Som m c r btc Kursteilnehmer begrüßte Tie Vortrags themen beschäftigen sich mil zniminalpsychol ogic, Pal ho mflic, Ursachen des Verbrechens, Sct-utbbegrift, ntorpbc logiicke Abnormitäten, Psychologie bes Verbrechers, bir Begehungen der Geiste: üöiuug zum Strafrecht, t^ewoyn hcitsvcrbrechen, Versorgung der gefährlichen Geisteskranken, .iugendgerichtshöse unb Jwangserzichung, Alkoholismus, Strafvollzug, Entlassung unb Fürsorge für Entlassene Am Donucr-.uag findet die Besicht,guitg einer Strafanstalt bet Butzbach statt, nächsten Sonntag wird die neue Irrenanstalt bet Gießen in Augenschein genomiuen. An oem Kursus nehmen 80 Herren teil, Acrztc, Juristen unb Gefängnis beamte. Vortragende sind die yiesigeu Prosesjoreu Dr. Sommer, Tr. Tau ne manu, Dr Mittel maier und Prof. Dr. Aschaffenburg. Köln. ♦* Der Hessische Nichtervcrein hält seine statulcn gemäß im Mai stattfindende Hauptversammlung am 22. Mai in Frankfurt ab. ** Zu Forstassessoren würben ernannt die Forst referenbarc Karl Battenfeld zn Darmstadt, Karl (£ 1) a n l r c zu Dreieichenhain, Karl Tesch ,zu Vaubad), Cito MLser zu Ruppertsburg und £tto Schwöbel zu Mainz. ♦♦ Lehrerversonalien Bestätigt würben die vom Fürsten zu Löwenstein Wertheim-Rosenberg und dem Fürsten und Grasen zu Erbach-Schönberg aus die erste und zweite Lehrer stell' an der Gemeindeschule zu Höchst i. O. präsentierten Hauptlehrer Joh. P a b st daselbst uno Lehrer Friede. Weid in a n it daselbst. - Uebcrtragni wurde dem Lehrer Marl Müller zu Lanzenhain eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Bensheim. — Erle digt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Budenheim ♦* KonsulatSwesen. Ter zum Norwegischen Konsul mit dem Amtssitz in Frankfurt a. M. evnanuic Herr Karl Jloßen berg, Mitinhaber ocr Seidenfirma Gebrüder Passavant daselbst, ist zur Ausübung konsularischer Verrichtungen im Großhcrzog tunt Hessen zngelasseu worben. •• Der Russische Minister res i d ent am Großh. hesi. Hofe von DoubenSly ist von dem llaiser von Rußland zum Wirklichen Staatsrat mit dem Prädilal , Exzellenz ernannt morden. * Zum Materialverwalter wurde der Steiger auf dem Braunkohlenbergwerk Lndwigsbofsnung Hch. Friedr. Weber zu Wötsersheim für den Grubenbetrieb des Braunkohlenbergwerks Lubwigshoffnimg ernannt. ♦♦ Die Stenographcn Geseltfchaft „Ga- bclfibergcr" legitim heute abend int Hotel Einhorn Stenographie- unb Schreibmaschineuknisc. worauf nochmals hcngewiofen sei. ** Waldbrände. Richt weniger als 23 Waldbrände wurden aus allen Teilen Hessens am Tage nach den Cfterfeicr* tagen der oberen Forstbehörde von den Ebcriörftcrcien gemeldet. Tie Brände, die ".um Xcd von reifet cthcblnbem Unrein} waren — wird dock der entstandene Schaden in einem Fi au» über 7fX)0 Mark geschätzt — ftnb n. o Lrmi'i Ztg. haurtsächlich durch Unvorsichtinleit oer Waldbesucher entstanden Richt ein dringlich genug kann daher immer wieder Die motzte Bor'iMt beim t'öebrauche von Fever im Walde, namentlich während der jitzigen ?,agre-rWeit empfohlen werden. * Hochstaplerin Eilte ganz raffinierte H o ch st a o l e rin bat in letzter Zeil in bicfiger liegend Gastrollen gegeben •Im 13. v. Mts. logierte sie sich unter dem bochkl ngenden Namen Adele v. Ranke aus Berlin im Hospiz des hiesigen evangelischen Schwesternhauses ein unc» verschwand am 20. r. Ml: , nachdem sie • ivor einer älteren Dame 30 Mark abgcichwinbelt batte. Am gleichen Abend schon muroe bet Holzheim dieselbe Person an scheinend in bewusstlosem Zustande betroffen. Hier nannte sie sich Lehrerin Heuer aus Darmstadt und erzählte, sie sei in Hamen bei Gießen gewesen, habe sich dort eine Bohnung gemietet und bereit* 20 Mar! an'oe-ahkt nm aut ärztlichen Rat dort Erholung zu finden 3ic ici dann von Hausen weggcgangen W Bahn zu erlangen, fei aber unter- wegs von Kesselilidern überfallen und all ihrer Barschaft, be- ftehenb in 176 Mark, einem Depositenschein, einer Handtasche, sowie eines Wertvollen Pelzes beraubt worben. Sie wußte die Behörden in einer Art zu täuschen, daß mich Verhastungen vor- genommen wurden und die eingehendsten Ermittelungen eintraten. Die Person bezeichnete sogar bestimmt die Täter und fuhr, nachdem fi: sich Unterstützung durch *hr Manöver verschafft batte, angeblich nach Darmstadt. Inzwischen schrieb sie einen Bries von Frankfurt a. M, ihre geraubten Barmitt-st und Effekten habe sic in Tannstadt bereits wieder behändigt bekommen, eine Horb slechterbandc sei zwischen Mannheim und Schwetzingen angehalten und verhastct worden unb in deren Besitz hätten sich ihre Sachen alle vorgesundcn. Tic Rachsorschungen ergaben, baß alle diese Angaben von A bis Z erfunden unb erlogen waren. Soweit hier sestgestcllt werden konnte, handelt es sich nicht etwa um eine geisteskranke oder an epileptischen Anfällen kibenbe Person, sondern um eine ganz raffinierte Hochstaplerin, deren richtiger Name Anna Richter sein soll und ans die nunmehr gesahndct wird. *♦ Selbstmörder. Heute morgen sanden Arbeiter am Wege zur Hochwart an der 7. Schneise einen Mann mit einer Schußwunde an der Schläfe, aber noch lebend vor. Der Revolver lag neben dem Bewutztlosen, der Jakob Hengst heisst unb aus Friedberg slanunt. Er wurde durch die Polizei nach ocr Klinik gebracht Tic Verletzung ist lebensgefährlich. Nach einem bei i Ijm gesunden en Bries liegt Selbstmord vor. = Großcn-Buseck, 13. April. Am 2. Osterfeiertag bewegte sich durch unsere Straßen ein stattlicher Leichen- zug zum Friebbof Galt eS doch bem allvcrchrtcn Bahn •nelfter i. P. Masse in bic letzte Ehre zu enveifen. Ein Tarm- unb Leberleidcn zerstörte bes Verblichenen Kräfte in taum acht Tagen. Pfarrer Barth hielt in kernigen Worten btc Grabpredigt unb. gedachte bcr Verbiet,ste bes Entschlafenen. Tie zahlreich lücbergelegten Kranzspenbeii legten Zeugnis ab von seinem kollegialen Sinn, seiner Anfrichnglelt unb seiner großen Beliebtheit. In feiner nahezu 40jährigen Dienstzeit hat er cs verstanden von seinen Untergebenen geliebt unb geachtet zu fein. Auch war' er stets ein treuer Berater und Helfer seiner Unter gebenen. Durch sein gewissenhaftes uno diensteifriges Be- inühen hatte er sich auch die Gunst feiner vorgesetzten Behörde erworben. (:) Lanbach, 13. April. Mit dem 1. Mai tritt Fuß genbarm Schaffner aus Mainz bie hier crlebigtc Stelle an. — An Stelle bes Oberlehrers Pros. Sßwaib würbe Lchramtsassefsor Tr. H i n n e r i ch S, seither am Gymnasium iu Bübingen, berufen. Bab-Nauhcim, 13. April. Vom 16. April ab werben die Bade häuf er IV, V und IX Nord, sowie das Inhalatorium in Betrieb genommen. Tic Bäbcrabgade erfolgt von diesem Tage an wie folgt: Badehaus VI Sol- bäbcc, Tl)ermalbäder, Die JleuorDnun-i be; PiiiakvttEk aciungeu tu. o wirb man biUignloctjc dem Pap»t ju ichaltcu. isuv X. iü an Frourb georoncta Vct^rlMißc, alte, wegen Äörververletzuug vord strafte Maurer Gui'iv Walther n-'tt Messer Gebrauch rratbie unb einen gewissen Falter durch Mcsscrstikhc tm Unterleib io schwer fdeptr. daß der Tod anderen Tages eintrat. Ter Täter rourb verhaftet ic. Homburg v. b H. 13. April. In bcr l.tzlcn S.tzimg bcr Stadtverordneten teilte Bürgermeister Lnblc mit, daß gegen bic Agitation ber Stadt Frankfurt a. M in Sad^n der Umgebung durch direkte Inge, tns'oefondeie ivcgen her Häde rbabn Bab-Naiidcun—Homburg—Wiesbaden betens Schritte cn ge ig- neten Stellen unternommen kicn und daß eine 3uiammen« fünft von Vertretern der Stabte Bad Nanbciw. .Fried- berg i. H. Homburg t. b. H, Wiesbaden, Mai«; u>tr. in Bälde ftattiinbcn werde Baufontrolkurc u. llnjaUDcrbütung. Stadtv. atu mm schreibt une: In bcr Nr. 85 Jhrr> Blattes beschäftigte sich ein Ein- l'enbcr unter bcr lleberfchrift: „ll n f a 11 v c r y u t u n g s - • Es ist nickt meine Absicht, auf ben 'irnlel des näheren cinAugehen; bnzu ivcrdcn sich schon Pra.ftikii au) Arbeiter- kreisen äußern. Es ist nicht neu baß alle bic Leute mit schlechtem iHe- missen im Punltc Arbcitcrschutz ben roten Luppen fdmxmfen; es ist auch nicht neu, baß bic Sozialbemokraiie Baukoiitrol- teure nur irniiifdit, um sie im Hauptberufe als Agitatoren zu benützen: dies alles wird von den Gegnern meiner Partei schon fett 30 Jahren geredet, wenn es auch dadurch nicht wahrer geworden ist. Neu ist jedoch, daß in sozialdemokratischen Berfaminlungen die Baukvntrollcurc als Agitatoren angesprochen würden. Hier bat der verr Einsender geflunfert. Niemals fallt es einem Sozialbemokraten ein, die Agitation aui diese Weise zu wünschen. Erstens haben mir bie> nicht notwendig und zweiten- wissen wir, daß den .verren Trude- bergern in Ausführung der Arbelterschiitziu:stimmungcn nichts angenehmer wäre, wie ein politischer Mißbrauch derartiger Einrichtungen unsererseits. Wir verlangen feine Kontrolleure als Agitatoren, aber ebensowenig wollen rvtr bic Sorte, von ben Berggewaltigen „weiße Salbe" genannt, bic man beni Publikum in die Augen schnnert. Wit verlangen Baukoillrollcure lediglich aus sanitären Grunden unb kein Mensch, bcr ein reines itzetmijen hat, braucht f»ch vor einer solchen Einrichtung zu jurchten. E. Kmm m. Kricgsgerid)t. th. Gicßcii, 14. Apnl. Gesteni vovmillag um h Ubr land in der Kajcrnc am Trieb eine Sitzung des Kriegsgerichts Hall. Angektagi waren ber ÖJ<- freite Will). Menges von bcr 11. Kompanie brj 116. Infanterie- Regiments, qcbüitig aus Großen-Lindeii, wegen uotiaiilid)ci falscher bienfüidjcr Aleldnng, unb von der gleichen Kompanie ocr M» teuer Jak Reifing aus Bürgel, weil er btc fatsche Melbnna iv.siei':- hd) luciterbeförbevt hat tPergehcn aufl § 13 ' des J?L«civ.-*i>c|». 211s Richter waren kommanbierl Major Heiter, Vorsilzender, vaupl mann Giese, Cberleutnnnt Ernst v. Pein; unb Oberleiitiiani paxtJ v. Pentz als Beisitzer. VeiiianblnugSleitcr war Kneg-ge»icht5ial Koch. Tie Anklage vertrat Kriegdg'uchtsrat Cbeiimiev. Zer lat- bestand bei Anklage war: Am 29. Mär. vornimags zwischen b imb 9 Uhr halle Menges auf dem 9. Lchtevfland XteniL hatte die abgegebenen Schüsse scstznslellen unb Dem Angeklagten Reifing anjuflcbcn, Der bann burd) perD?rjiehcn der betreffcnDtn Ringzahl das Ergebnis des 3d)iiffeJ angad. Hierbei bat Menge- flau bcr getroffenen Ringzahl 4 zn Gnnilen be, 2'kuLkeNcvS Bcig hoi, bcr nn erste» Jahre Diente, Die Ringzahl .» al» getroffen an- gegeben unb den Angeklagten Reifing veranlaßt, diese obiefiiu un> richtige Tlelbung weiterzugeven. Jum Unglück kam Bfteleldwedel Philipp nach dem Ziel uno trug den Weh eilen, ivae geichosten ic, worauf bteicr eine Fünf mcIDcic. Tcr Vorgesetzte überzeugte nd? aber, daß nut eme Pier erreicht war, loste den l')ckeuen nn Sche.benßande ab unb crflaucie voiid)iiii6inüBig -’klbun.j von i m Vorfall. Menge erklärte vor Dem KriegSgcncht, ei habe Den Treffer für eine 5 gehalten, es habe ihm voll'känbt., lern ,-elegeit. jetnanb zn begünstigen. Ter Sciljanblungoldier, Kricysacil.t>t»rat Koch, weift Darauf hm, bau an bem Morgen sogen. 9hdMuii>- ro ton nie bir» non kaicm gedeckten Standpunkt cm Schctbeiistaii. g . irai noch ein« ______U__JI______1_ ■ ■ IUI — 1 11 I ■!! I -T---------- Mit Aielbnouyter Konieguenz Hat er bei» groß, n Bankomoler des Vatikmtt- in drei Gebiete gctremtt. -tdi Ibft nno n n : - ein neues großes Gebäude errichtet." s für ein <*»f* ktuiibd : rrom* Millionenspenbe Morgan 1 chichtswcrk. Mr. I. Picrpout Morgan _ ----- -- ö., lebhaftes Jntcreftc für das um fallende Werk über bic Qktdndite amcriüaniithni Indianer, mit besten Abzaf'ung der bekannte nologc E S. l'urit» feit mehreren JaiTr n Ixirbähigt ist. Ft Milliardär bat sich bereit erklärt, den ‘»klcbrkn btc iTiam lom» bcr Dc-rt^reuenben Arbeiten und bei Veröffentlichung zn An btefc 3uiagc knüpft er nut die eine Bedingung, saß bat» Werk auch wir kurv zum Abschluß gelang! Drr Umfang wnb auf 20 Bänb-e qcidMiiu, btc rctd) iliuitncrt werben sollen. Rü VeröffentUchung Ijofit Eutus nadi deenbigung bet r. prbcilvec® Vororb ften m vier tz-.s fünf Rohren beginnen zu können xc! Werk soll nur in beschränktet '.'lufta-e erscheinen unb nicht in den Buchhanbft gclana-m Lediglich bie öficntlirbcn B ol'othekrn, d« Mi,' »en unb vcxwdwlen, bi hn'ionftfeni, nrdwolMi'df'it uiib tthM* logi'then Institute und Seminare, btc Herootroa ndslen -«»w* Lebt seit sowie bic näheren Freunde des Bcrfai'er» und lerne» Mäccns sollen Eremplate crbaUcn. _ Die Aufwendung wird en mindestens eme Million Mark geschätzt. — Kleine Ebronik ans Kunst unb Wisse»' schäft Der Seferiftstcller Stephan von K v tz c ist atn Moniag in inner Womiung in Wilmersdorf tm Alter w» 39 3abrcn infolge eine« Herzstfela-es gestorben. — Bild bau er Anton He ß, Professor an Der rcchnifchen iw schule in München, ist m der Nacht ;um L’tcnnpiitd4 gestorben. — Gerhart >? a u p Mn an u» Geburt»' »aus, bcr Gasthof zzir „Preußischen Krone" int Bab öcxv btunn, ist vom Fürsten von Pleß zusammen mit der oon ciiiipringeuben neftkräftigen £.uen< fut mehr alf ewc halbe Million Mark a n g e f a u f t worden. toeber wissen, baß 4 rioch b)iei|ing 2 Wochen mittleren Arrest. Der Gerichtshof fprock) nach kurzer Beratung beide Angie klag len frei 3war liege besonders gegen Menges der bringenbe Verdacht vvr,^mit Vorsatz gehandelt zu haben, aber es Fii itach der üoge des Falles auch möglich, dost er sich versehen jnabe. jedenfalls habe die Verhandlung die Schuld der beiden Leute nicht zweifelssrei bargetan, weshalb wie geschehen erkannt inerben mnstte. ung der sozialen Gegensätze, die durch mancherlei andere Dinge, wie Kleidung, Frühstück, Schulutensilien usw. viel eher hervortreten, kann nicht die Rede sein. Gerade dadurch, baf> die Erziehung zur Sparsamkeit in der Schule sich vollzieht, ist die Garantie gegen eine Ausartung geboten, iveil sie eben in den Händen des pädagogisch geschulten Lehrers liegt. Der Einwurf, das; die Sparkasse zur Unredlichkeit verleite, wird durch das System des Lehrers Neinirkens-Essen vollständig ausgeschaltet. Die zur Verwendung kommenden Sparmarken werden durch ben Datumstempel entwertet. Die Eltern müssen monatlich in einer besonderen Rubrik das Sparbuch unterschreiben. Sie können lalso genau nachprüfen, wann und wieviel Geld das Kind eingezahlt hat. Gegenüber den hohen Summen, die durch die Schulsparkasse gesammelt werben, führen die Gegner an, dast solche Zahlen nichts bedeuteten, denn die ^Beträge seien von den Eltern erbettel und nicht bedeuteten, denn die Beträge feien von den Eltern erbettelt und nicht Merkungen der Eltern, denen die Einrichtung durch die Quälereien der Kinder lästig würde. Von den Bekundungen aufrichtigen Dankes durch die Eltern, denen man bei der Schulentlassung, der Konfirmation oder der Kommunion den Notpfennig auszahlte, ist ihnen anscheinend nichts bekannt. Eine mehrjährige Erfahrung berechtigt erst zur Abgabe eines Urteils über eine Einrichtung, die in Lehrerkreisen so viele Freunde gesunden bat Mögen selbst 50 und mehr Prozent dieser Gelder Sparpfennige der Eltern sein, so verschlägt dies auch nichts. Im Gegenteil, der erziehliche Einflust der Schulfparkassen macht fidi dadurch auch in der.Familie geltend. In den meisten Orten wäre hinreichend Spargelegenheit geboten, die es den Eltern ermögliche, auch geringe Beträge von 1 Mark einzuzahlen, hört man vielfach e.m- wenden. Wer ein offenes Augen für unfer Volksleben hat, wird zugeben, daß ein Arbeiter bei den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen von feinem Lohne nur wenig ersparen kann. Es kann ich bei Lohnzahlungen nur um eine oder zwei Mark handeln, die als Notgroschen zurückgelegt werden können. Soll die Mutter nun hiermit zur Sparkasse geben? Die Wartung der Kinder und ihre sonstigen häuslichen Pflichten machen ihr dies unmöglich. Sodann ist cs den Leuten peinlich, mit so wenigen Groschen zum Schalter zu treten. Viel leichter wird es der Mutter, wöchentlich 20 bis 50 Psg. dem Kinde auszuhändigen. Sie sieht mit Freuden, toie_ diese regelmäßig gezahlten Ersparnisse anwachsen und ihr einst über schwere Tage der Sorge hinweghelfen können. Das Kind nimmt Teil an der Freude der Mutter und wird gern auf Genüsse verzichten, um die Einlagen zu erhöhen. Wie sehr die Arbciterbevölkerung diese Einrichtung begrüßt, zeigen uns so recht die Erfolge der Schulfparkafse zu Aplerbeck i. W. Von den 3703 Kindern der Bergleute sparen dort 2357. Ihre Ersparnisse beliefen sich im! verflossenen Jahre auf 32 014 Atark, alfo aus 13,60 Mark pro Kind. Die Kinder der Fabrikarbeiter sparten durchschnittlich 11,80 Mark. Es entspricht dies einer wöchnttlichen Einlage von 26 Pfg. resp. 22 Psg. Man kann wohl mit Bestimmtheit behaupten, das; der größte Teil dieser Gelder nicht gespart worden wäre ohne die Schulsparkasse. Die Aplerbeckcr Schulsparkasse besteht 27 Jahre. Bis zum Jahre 1907 betrugen in dieser Zeit die Gesamteinlagen 995166,68 Mark, also annähernd 1 Million. Solche Zahlen müßten auch den hartnäckigsten Gegner von der volkswirtschaftlichen und erziehlichen Bedeutung der Schulsparkaffe, überzeugen. Wenn sich all die Mängel und schädlichen Einflüsse, die von den Gegnern stets hervorgehoben werden, in der Praxis gezeigt hätten, würden die 4055 Schul- sparkassen Preußens, die zum Teil seit 28 und mehr Jahren bestehen, längst eingegangen fein. Die Schule erziehe durch den gesamten Unterricht zur Sparsamkeit und lasse es an Belehrungen und Ermahnungen nicht fehlen, sagen die Gegner. Ich nehme für jeden Lehrer in Anspruch, das; er in dieser .Hinsicht voll und ganz seine Pflicht erfüllt hat. Welchen Erfolg hat denn diese theoretische Anleitung gehabt? Statt einer Abnahme der Verschwendungssucht, müssen wir leider konstatieren, daß Leichtlebigkeit und Genußsucht unserer Jugend sich fortgesetzt steigern. Die bisherigen Maßnahmen haben sich ai'io als nicht ausreichend erwiesen. Eine konsequente Pflege des Sparsinns durch frühe Gewöhnung ist notwendig, damit unsere Jugend den Wert des Geldes schätzen lernt und das Erworbene zusammenhält. Der erziehliche Einfluß der Schulsparkassen zeigt fid)Jn allen Ländern, in denen sie allgemeine Verbreitung fanbeit. So z. B. in Belgien, Frankreick) und der Schweiz. Von den^535 belgischen Elementarschulen haben 6471, also 74 Prozent, Schulsparkassen. Dort kommen in manchen Provinzen auf 1000 Einwohner 461 Sparkassenbücher. In Frankreich sparen 25 Prozent der Schulkinder, während in der Schweiz aus 1000 Einwohner 396 Sparbücher entfallen. Wie sehr Preußen bei feinen günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen und Erwerbsbedingungen znrücksteht, beweist die Tatsache, daß in Preußen auf 1000 Einwohner nur 205 Sparkassenbücher kommen. Was die vielgefürchtete Mehrarbeit betrifft, so ist diese nach dem vereinfachten Markensystem äußerst gering und läßt sich in wöchetttlick; 10—20 Minuten leicht erledigen. ES liegen die günstigsten Beurteilungen von einer ganzen Reihe von Lehrern vor, die das Shstem seit zwei und mehr Jahren praktisch erprobten. Die Einfachheit und Zweckmäßigkeit wird am besten bewiesen burdt die große Verbreitung. 507 Städte und Laubgemeinben mit 118 650 Sparern haben dieses System eingeführt. In Belgien, wo die Schulsparkassen seit den; Jahre 1866 bestehen und wo man reichliche Ersahriurgen in dieser Zeit gesammelt hat, wurden in vielen Orten die bestehenden Einrichtungen umgestaltet und das vereinfachte Markensystem Reinirkens-Essen cingefübrt. Mögen die Lehrer, die zu Ostern 'bic Einführung beabsichtigen, sich nicht durch die meist einseitigen Beurteilungen der Gegner beirren lassen und dock; wenigstens für ein ober zwei Jahre ben Versuch machen, um sich ein eigenes Urteil bitben zu können. Die örtlichen Verhältnisse finb für solche Einrichtung auch ent scheidenb. Gewiß hat jede Münze ihre Kehrseite. Es. fragt sich ab^r, ob die großen Vorteile bic geringen und meist auf der Theorie beruhenden Nachteile aufwiegen. 5chulspattassen. Die Frage der Schulfparkassen steht seit einiger Zeit im Vorder- Munde der pädagogischen Zeitfragen. Viele Stadt- und Land- ggmicinhcn, ja ganze Kreise beabfid)tigen zu Ostern die Einführung sicher Kassen. Im allgemeinen steht die Lehrerschaft der Sache s rnpathisch gegenüber. Nachdem vereinfachte Systeme geschaffen mürben, durch bic bic Arbeit des Lehrers sehr frermmbert wirb, pnben sich viele bereit, bic soziale Einrichtung zu treffen. Es ist angeregt worden, ähnlich wie in Belgien, behördlicher- ssstts Erhebungen anzustellen über bic Verbreitung der Schul- iparfaffen und deren Erfolge. Durch Zusammenstellung solcher amtlichen Statistiken würde man ein genaues Bild gewinnen über die Verbreitung der Jugsndfparkaffen, soweit sie in Verbindung mit Ser Schule gehandhabt werden. Bei dieser Gelegenheit könnten bann «ach gleichzeitig die Beurteilungen der Praktiker eingeholt werden. Es würde fid) so ein wertvolles amtliches Material ergeben, welches eine endgültige Stellungnahme der Schulbehörde zu dieser sv wichtigen Frage ermöglichte. Die in jüngster Zeit in einzelnen Tages- und Fadjblättem veröffentlichten Einwendimgen stammen saft ausnahmslos aus der Feder von Theoretikern. Die erhobenen Bedenken find immer die- ffdben: Verschärfung der sozialen Gegensätze, Verleitung zur Un- uedlichkeit usw. Trotzdem all diese Einwände von den Praktikern firmt und sonders abgelehnt werden, begegnet man ihnen immer wieder. Praktische, tatsächliche Fälle sind jedoch bisher von keinem als Beleg dieser schwerwiegenden Vorwürfe erbracht worden. Sie beruhen meist auf der Verallgemeinerung von Auswüchsen, die ffch bei falscher .Handhabung oder Anwendung ungeeigneter Spar- Meme in einzelnen Fällen gezeigt haben. Bei einer richtig gehandhabten Schulsparkasse _ sind z. B. Kstch große .Unterschiede in den Einlagen gar nicht möglich. Bringen Kinder regelmäßirg 2 Mark, 5 Mark oder mehr, so weift man Liefe Beträge einfach zurück mit dem Bemerken, die Eltern sollten Üicses Geld selbst zur öffentlichen Sparkasse bringen. Die Schul- Karkasse sei nickst dazu da, die Gelder der Eltern zu verwahren. So werden die Einlagen ziemlich einheitlich. Von einer Verschär- Landwirtschaft. — Friedberg, 13. April. Mit Genehmigung des Ministe- liuins des Innern findet vom 10. bis 15. Mai an der Obstbau- uunb landwirtschaftl. Winterschnlc Friedberg zum ersten Male ein Gartenbaukursus statt. Ter Lehrplan umfaßt: 1. Einteilung iiaib Einrichtung eines Hausgartens; 2. Freunde und Feinde des Samten Gartenbaues; 3. Gemüsebau; 4. Blumenzucht (Anzucht, st lumenpflege imb Dekoration); 5. Beerenobstkultur; 6. Verbesserung unserer Gartenböden nebst- zweckmäßiger Düngung. Es werden -.machst Männer, FratiOi und Mädchen, letztere nicht unter US Jahren, zugelassen. Das Honorar betragt 5 Mk. pro Person. *tcr Verhandlungsleiter ermähnte Menges, ehrlich die Wahrheit zu lägen, wenn ec etwa einem Kameraden habe mit der falschen Meldung helfen oder gefällig sein mollert. Die Verfehlung werde -out Gesetz sehr hart bestraft, es stehe auf die Tat Gefängnis von Monaten bis zu 3 Jahren und bann noch Versetzung in die •?. Klasse des Solbatenstanbes, wenn das Kriegsgericht ihn schuldig iprechen müsse, dem gegenüber könne das Gericht aber auch einen ’-vuher schweren Fall au nehmen, auf den mittlerer ober strenger r'Erest ober Gefängnis von 1 Tag bis zu 6 Monaten stehe. Wenn intim die 3d*eibe betrachte (die sich im GerickstszimMer als Bclveis- tüd: hefanb' könne man eigentlich nicht gut begreifen, wie sich emanb bei Feststellung des Treffers irren kaum Menges bleibt ' abei. er müsse sich verseheir haben, denn er habe den Treffer des •ßrrgljof als 5 abgelesen. Auf Befragen bemerkte der Angeklagte, ttas; dre Deckung des Schicßstanbes, in der er damals Dienst hatte, ur Zeit der Abgabe des Schusses im Schatten lag und vielleicht " aburd) das Verseheir erklärt werben könne. Es war an dem Morgen klares förmiges Wetter, die Svnne stand int Südvst und wirb an einem Handrissc festgestellt, daß die Angabe wegen ?c5 Schattens in der Deckung stimmt. Der Angeklagte Reisinger 'vill 'nur beit Befehl des Gefreiten ausgefuhrt haben, und will nicht ■Dinen, ob der Treffer 4 oder 5 Stenge gezählt hat. Vizefeld- loedcl Philippi, der an dem Tage Dienst beim Schießen ; ;attc, bekundet, baß die Mannschaften liegend fteibänbig schießen mußten. Die Leute an der Schvibeikonnten gar nicht sehen, wer >im Schuß war. Menges erklärte dem Zeugen, als er ihn ad- ösen ließ, er könne sich mit dem Treffer auch versetzen haben, Diese Erklärung scheint ihm glaublich zu fein, da er den Gefreiten nur als einen offenen ehrlichen Menschen kennt, dem er das Zeugnis eines tüchtigen Soldaten geben muß. Er habe der Vor- t’dyrift entsprechend den Leuten, die am Scheibeirstand ben Dienst Itatten, auch an jenem Morgen bedeutet, welch schwere Strafen darauf ruhen, wenn jemand Iran ihnen eine falsche Meldung macht. Er habe pstichtgemäß den Vorfall deut Lwnptmann melden viüssen, um nicht selbst dadurch in Ungelegenheiten zu fonrnten. Musketter Berghvf bekundet, daß er am 29. Marz ds. Js. -ns erstemal überhaucht geschossen hat, da er wegen Krankheit ttavon dispensiert gewesen sei. Am 28 Marz ist Menges in Ur- Ilm ö gewesen, da habe er ihn, obgleich sie zusammen auf einer Sttibc liegen, nicht gesprochen. Am Nllmtag aber, als er zum schießen mußte, sei der Gefreite schon auf dem Schießstaud ge- ! oefen. Der Mann bestreitet, daß in irgend einer Weise zwischen imi imb Menges vom Schießen die Rede gewesen ist. Hauptmann 'TolN gibt dem Angeklagten Menges dasselbe gute Zeugnis wie her Vizefeldwebel, er hält ihn ebenfalls für einen ehrliclxen nno wahrheitsliebenden Soldaten. Er habe aber sich für verpflichtet erhalten, dem Kriegsgeridst Gelegenheit zu geben, zu prüfen, ob in vorliegenden Fall nickst der § 139 des M. Str. G. verletzt fei. t fr habe dem Leutnant Brcnb.'l den Befehl gegeben, die betreffende Schn de noch einmal genau nach zu prüfen und dieser hat fcstgestcllt, d>rß Nlenges^zn gunften eines wetteren Mannes statt eines auf 5 aubtmanu Poly I enrertt, daß es bei ihm ein Prinzip fei, Leute wegen, schlechten. Schießens nicht vom Urlaub auszuschließen. Leutnant 53 r cjt b c l 1 estätigt, bei einer Kontrolle der Scheibe, bic nur wenige Schüsse T attc, einen weiteren falsch gemeldeten Treffer feftgestellt zu haben. Serghvf sei von Mcngcs als Rekrut ausgebildet, Menges dessen Stubenältester. Menges fei ein ordentlicher Soldat, auf den man 1 ch verlassen könne. Richtig sei, daß der Standort des Menges, int der Deckung des Schicßstandcs, au jenem Morgen im Schatten leg. Die anbem Mannschaften des Dienstes an der Scheibe iwoHten überhaupt nicht auf den Treffer geachtet haben. Sie loollen «Leine Tageschronik. Auf der Zeche „Deutscher Kaiser" Schacht 2 in Hamborn Hal sich vergangene Nacht gegen 12 Uhr ein Schlag- weiter ereignet, wobei fünf Bergleute den Tod fanden. Bis 2 Uhr nachts war es gelungen, vier Leichen zu bergen. In der vorvergangenen Nacht ist wieder ein Teil der Manen- kirche zu H o h e n s a l z a e i n g e st ü r z t. An dem östlichen Gtebel- ende der Kirche hat sich ein zweiter Erdspalt gebildet. In D ü n k i r ch e n zerstörte eine Feuersbrunst 500 Baumwollballen im Werte von 150 000 Francs. Gewaltige Waldbrände vernichteten bei Z e 111 n g e n 100 Morgen Tannendeftand. Im Moselorte Ratig sind dem Feuer 150 Morgen ^Salbungen zum Opstr gefallen. Bei der Au'erstehungsfeier, die am Karsamstag in der Piarr- kirche von Lindldurg stattsand, geriet der Hut der Erz- Herzogin Marie Valerie von Oesterreich an den Kerzen in Brand. Die Erzherzogin blieb unverletzt, da der Erzherzog Franz Salvator die Flammen sofort ersticken konnte. Am Sonnwendjoche int Unkrtnntale wurde bte Letche des feit dem Sommer 1907 vermißten Lehrers Josef Schaffner aufgefunden, der bei einer Hochtour seinen Tod durch Absturz gefunden hatte. , t _ Russische Frauen haben zum Osterfeste m der Presse Einspruch gegen bic Todesstrafe erhoben. Frauen verschiedenster "Klössen und Parteien wenden sich gegen schändliche Verletzung des Grtntdgesetzes der Natur, das den Lebenden ein Recht auf das Leben gäbe. V6\k tew fStfieiten o ÄnätzigMckdMS üoii ii ucgögcrichl, r 1)übt sl F t eeitö^ \ fbitnei’-. y ASM ii^sorbe'^ *Pt,n0 lsiii-1,4 ■ Im Osten von R o ch e st e r wütete gestern heftiges Feuer, das ganze Häuserreihen, mehrere Kirchen, darunter die deutsche Zionskirche, ergriffen hat. Miliztruppen wurden zu dem Wacht- dienst hcrangczogen. Gegen abcud wurde man des Feuers Herr. Hunderte von Menschen sind obdachlos geworden. Der Schaden ist sehr bedeutend, doch sind keine Alenschenleben zu beklagen. Märkte. X Blerchenbach, 13. April. Trotz rauben Wetters war der Schweinemarkt sehr gut mit Ferkeln und Einlegeschweinen beschickt. Schöne 7 Wochen alte Ferkel wurden mit 60 bis 62 Mk. bezahlt. Ein Händler ans Vilbel erstand 40 Ferkel de-s Pächters Mai vom Hof R nber lingen für 1040 9Jtf Den Bauersleuten waren die Preise zu hoch zum Ankauf, zumal auch die. Kartoffelpreise sich in ansehnlicher Höhe bewegen, 6 bis 6.50 Mk. das Malter. Eintegeschweine in schöner Auswahl wurden mit 80 bis 100 MI. das Paar verkauft, der Preis für fette Schweine ist für Schlachtgewicht 64 bis 65 Pfg. pro Pfund. Nach 11 Uhr war der ?Narkt gänzlich geräumt. O Laubach, 13. April. Der Schweinemarkt war mit 300 Stück Jungschwelnen befahren, darunter kamen die 9wöchigen auf 50—60 Mk., die 12wöchigen auf 70-80 Mk. Bei den hohen Preisen wollten die zahlreich erschienenen Käufer nicht recht an das Geschäft, so daß den 4 Händlern ein Teil der Ware unabgeseht blieb, während die Dorflcute ihre Ware ganz absetzten. fc. Frankfurt a. 9)1., 14. April. (Tecegr. Ong. - Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 204 Ochsen, 12 aus Oesterreich, 39 Bullen, 0 aus Oesterreich, 390 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 241 Kälber, 146 Schafe und Hämmel, 770 Schweine, 3 Ziegen, 14 Ziegenlämmer, 4 Schaflämmer. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 79—82 Mk., 2. Qualität 72—75 Mk., 3. Qualität 58—60 Mk.: Bullen: 1. Qual. 63-66, 2. Qual. 58-60; Kühe 1. Qualität 70-72 Mk., 2. Qual. 58-60 9)1 f., 3. Qual. 48-50 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht- gewicht: Kälber 1. Qualität 100 bis 105 Psg., Lebendgewicht 60—64 Pfg., 2. Qualität 96—100 Pfg., Lebendgewicht 57—60 Pfg., Schlachtgew. 75—80Psg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 70 bis 00 Pfg., Qual. 60—64 Pfg. Schweine: 1. Qual. 68—00 Ps., Lebendgewicht 55,0—00,0 Pf., 2. Qual. 67—68 Pf., Lebendgewicht 54,0-00,0 Pfg., 3. Qual. 62—66 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Psg. Geschäft bei Hornvieh gut, fein Ucberftanb, bei Kleinvieh gut, fern Ucbcrfianö. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesse» am Donnerstag dem 15. April: Trüb. Regnerisch. Temperatur unverändert. Westliche Winde. GrrginaL-DrahtmeLSnngen. R. B. Darmstadt, 14. April. Ter Groß Herzog von Baden wird am 5. Mai seinen Antrittsbesuch am hiesigen Soofe machen. — Auf besonderen Wunsch des Großherzogs findet in diesem Jahre wieder ein Kammer- m u s i l s e st statt unb zwar vom 7.-9. Juni. Bozen, 14. April. Tie Stadt Bo^en gab aus Anlaß der bundestrenen Haltung des Teutscyen Reiches zu Äiren der hier weilender! Reichsdeutschen einen glänzenden Fesrkommers, bei dem an beide Kaiser 5Anldigungstelc- gramine abgesandt wurden. Wien, 14. April. Es gilt hier als sicher, daß die Türkei schweren Unruhen cntgcgenjieht, besonders auch in Mazedonien, wo eine Agrar-Bewegung aus- brechcn wird, da die bosnischen Emigranten der dortigen sehr armen mazedonisclp-bulgarischen Landbevölkerung im Wege stehen. Die mazedonischen Bulgaren fordern die Zulassung zum Militärdienst, was die Jungtürken bisher nicht bewillrgt haben, da die Armee nur aus Moslims besteht. Die bulgarische Regierung beabsichtigt, der derzeitigen Situation eventuell mit bewasst7eter Hand ein Ende zu machen. Paris, 14. April. Der Londoner Korrcfponbent des Echo erfährt, baß England i l m i Pascha ohne Bedauern in der Versenkung verschwindcrl sehe, da dieser seit der lleberualjme der Geschäfte der diplornatuche Agent der östcr-- reichisch-beutschen Mackienschaften gewesen ist. llnlängst erst habe er eine Anfrage bezüglich einer österreichifch-türttschen Allianz die ausweichende Antwort gegeben, diese Allianz sei noch nicht ab- geschwssen. Bian schließt daraus, daß ein ähnlicher Plan bestanden habe. Bukarest, 14. April. Die Blätter bestätigen nunmehr, daß der deutsche Kronprinz mit Gefolge zur Geburtstagsfeier des Königs in Bukarest cintrifft und sich eine Woche in Rumänien austzalten werde. London, 14. April. Nach einer Meldung der Times aus Konstantinopel sind dortselbst Truppen, bic dem jung- türtischen Komitee ergeben sind, aus Adrianopcl cingetrofsen. Aus der Richtung von Stambul, besonders der Gegend des Kriegs- ministcriums wird andauernd Gewehrfeuer gehört. Gin freundliches Jamilienöild. Danzig, Fleischergasje 83 I, den 15. Ott ober 1907. „Ich kann Ihnen nun zu meinet Frev.de mitteilen, daß meine Binder, denen ich zur Kräftigung Scotts Emulsion gebe, diese ohne jeden Widerstand, geradezu mit Vorliebe eümehmen und sich alle dadurch prächtig entwickelt haben. Die vorher matten, schwächlichen Kinder, die nie recht Lust zum Essen hatten, sind vergnügt, munter und aut aussehend geworden, und es ist eine Freude, sie am Tische sitzen zu sehen. Alle haben einen ausgezeichneten Appetit, find fidel und erfreuen sich des besten Wohlseins. Sogar meutern jüngsten, 4 Monate alten Töchterchen habe ich Scotts Emulsion gegeben und auch an ihm die gleiche stärkende und kräftigende Wirkung sofort bemertt. Die Kinder sind so an Scotts Emulsion gewöhnt, daß sie sie jeder anderen Speise vorziehen/ <(gez.) Karl Landig. Die Vorzüge von Scotts Emulsion gegenüber dem gewöhnlichen Lebertran sind in Herrn Landigs Brief derttlich ectemibar. Ja erster Linie ist kein Zwang mehr nötig, um den Kindern das Präparat einzugeben. Zweitens beschwert Scotts Emulsion den Magen nicht und ist deshalb wirklich viel nahrhafter. Die bekannte Schutzmarke — der Fischer mit dem Dorsch —, die jede Packung aufweifen muß, ytdS1 bietet Gewähr für die echte Scotts Emulsion, 8>CT,a6ttaB1 von der allein so schöne Erfolge zu erwarten sind. Scott« Cntulfion wird bon nn« cmS(chltetzUch hn groben btrfaurt unö jroar -nte (oft nach Gewicht oder Matz, iondern nur in versiegelten Origtnalflaschen ht Stauen mit unserer Schuvmarte (Fischer mit dem Dorsch). Scott e. Bowne, ®. m. b. H., Frankfurt a- M- Bestandteile: fteinster Medizinal-Lebertntn 150,0, vrima Glyzerin 5OA), nnterphoSphorigsaurec Lalk 4,3, unterp6o6phorigfanrc8 Natron 2,0, pulv. Tragant 3,0, feinster civab. Gummi pulv. tfi, beftitL Lasser 129/), Alkohol HX). Hierzu orcmotndie GmutRon mit Zimt«, Mandel- und WaultLeriaöl je r Trovfen. Neue elektrische Glühlampe. 70°/o Stromersparnis. 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