Mittwoch 13. Oktober 1908 158. Jahrgang Zweites Blatt Nr. S40 Eichener Anzeiger Erscheint ttigll- mit Ausnahme des SonntagS. General-Anzeiger für Gderheffen Der Ztapellaus einer neuen schulschrsfer. Ern glücb- Auf beschäftigt. * die als besondere Aufgabe der konservativen Partei bezeichnet hat. Das Zentrum wird zweifellos aus der innerpolitischcn Situation, wie sie trotz der'Sprengung des Blockes klar erkennbar ist, auf der ganzen Linie die Folgerungen ziehen. Erne dieser Folgerungen wird schon alsbald beim Wiederzusammentritt des Reichstages zu ziehen sein. In den Blättern ist neuerdings viel hin und her geredet worden über die Präsidentenwahl in der nächsten Reichs- tagssession. Müßiges Gerede insoweit, als keine der parlamentarischen Fraktionen sich bisher mit dieser Frage beschäftigt haben wird. Ganz besonders trifft das für das Zentrum zu. Aber auch ohne daß eine Fraktionsfitzung des Zenttums stattaefunden, oder auch nur irgend eine führende Persönlichkeit des Zenttums ;u der Frage sich geäußert hat, kann man doch mit aller Bestimmtheil sagen, daß das Zentrum nicht daran denkt, dem Reichstage d e m n ä ch st wieder den e r st c n P r ä - Iidenten z u stellen. Wenn ihm die Uebernahme dieses Postens angesonnen würde, so könnte es unter den obwaltenden Umständen nur ablehnen. Die offizielle Führung der Reichstags- geschäste durch ein Mitglied des Zentrums würde nicht der Gesamtlage unserer parlamentarischen Verhältnisse entsprechen, so sehr auch ein Anspruch des Zenttums, als der weitaus stärksten Fraktion, auf den ersten Präsidentenplatz an sich berechtigt erscheint, und so glänzend auch der letzte aus dem Zentrum hervorgegangene Reichstagspräsident an dieser schwierigen Stelle sich bewährt hat. politische Tagesscharr. Die Gruppierung auf der Rechten. Im „Tag* gibt Herr Bachem die Antwort auf kritischen Bemerkungen der „Kreuzztg." über das Zentrum Rotationsdruck und Verlag der VrühNch« Universttäts - Buch- und Steindruckeret. R. Lang«, Gießen. Redaktion, Expeditton und Druckeret: Schul» sttaße 7. Expedition und Verlag: eajs>5L Redaktton.^^112. Tel.-Adr^ AnzeigerGießen. konfessionelle Partei: Ls besteht zweifellos heute der latente Antizentrumsblock. Auf dem Altäre dieses Blocks opfert auch das Hauptorgan der konservativen Partei, wenn es ttotz der in den letzten Monaten innerlwlb der Zentrumspartei hervorgetretenen Auseinandersetzungen den Satz schreibt: Das Zentrum sei als „tatsächlich konfessionell- katholische Partei Unglück genug für den Staat und das Reich". Tie „Kreuzzeitung" tut das zwar in Ablehnung des auf der Mannheimer Generalversammlung des Evangelischen Bundes ver- trdenen Gedankens einer gegen das Zentrum gerichteten konfessionell-evangelischen Partei, aber das rechtfertigt in keiner Weise eine solche für das Zenttum verletzende Wendung, doppelt verletzend im gegenwärttgen Augenblick, wo das Zentrum eben im Reichsinteresse das Odium der Sanierung der Reichsfinanzen auf sich genommen hat. Tie „Kreuzzeitung" hätte sich wenigstens durch die Erwägung von einer solchen Charakterisierung des Zenttums abhalten lassen sollen, daß die konservative Fraktion mindestens in demselben Maße tatsäckstich konfestionell-evangelisch ist, wie das Zenttum als tatsächlich konfessionell-katholisch bezeichnet wird, und daß der zurzeit hervorragendste Wortführer der konservativen Partei vor nicht langer Zeit im preußischen Abgeordnetenhause die Vertretung evangelischer Interessen als Die ..«iehener Familienblätter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigetegt, das „Kreisblatt für den Kreis Dietzen" zweimal wöchentlich. Die ..randwirlschastlichen Seit- fragen“ erscheinen monatlich zweimal. '.eine Brauerei iit egen eine cisjB i Male ° MW.Bier lu. ti. eigener Ausschanki Mit. Beding«,iqen vernehmen. Eiskeller inden. Schrislliche boie unter Man die nittöiielle d. Gießener igers. VVM WAZ Ferrel, «Kfa MM hnaufc Am D. •• Tageskalender für Mittwoch, 13. Oktober: Stadltheater: Gastspiel von Adele Sandrock mit einem Berliner Ensemble: „Die Gioconda". Anfang 8 Uhr. Gemeinde-Franenverein: Vortrag voit Pfarrer Schwabe über Krankenpflege. Abends 8 Uhr im Konfirmanden- iaal der Johanneskirche. '"Verstorbene hessische Beamte im 3. Vierteljahr 1909: am 10. Aug. Ministerialbuchhalter Rechnungsrat Karl Weisel zu Gießen, am 18. Aug. Lehrer i. P. Karl Bernhard von Großen-Linden zu Darmstadt, am 20. Aug. Förster t. P. Christian Ke iß n er zu Gießen, am 28. Aug. Gendarm i. P. JohS. Blum zu Laubach und am 31. Aug. Arresthausverwalter Hch. Schäfer zu Gießen. " Forstpersonalien. Der Forstwart der Forstwartei Feldkrücken Heinrich Nie per zu Feldkrücken wurde in die Forstwartei Rainrod versetzt. "Zur Rechtsanwaltschaft wurden zugelassen der Gerichtsassessor Wilh. Weber aus Gießen zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Bingen, der Gerichtsassessor Ferd. Rübe zu Gießen zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Grünberg, der Regierungsassefsor Herrn. S ch o l l- mayer zu Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Groß-Gerau und der Rechtsanwalt Justizrat Ottmar Weidig zu Gießen, unter Aufrechterhaltung der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, weiter bei dem Amtsgericht Homberg. m Podien unh a Bö : änflebote unter (i\ auf den Namen „Prinzeß Eitel Friedrich". — Nach dem Stapellauf überreichte der Großherzog verschiedenen alten Arbeitern der Werft Auszeichnungen. Aus Anlaß des Stapellaufes fand heute abend in den Räumen des Hotels „Atlantia" ein Festmahl statt, dem der Großherzog von Oldenburg mit Begleitung, Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich mit Begleitung, der preußische Gesandte Graf v. Goertzen, Senatspräsident Bürgermeister Dr. Burchard, ferner Vertreter der freien und Hansastädte Lübeck und Bremen beiwohnten. Der Großherzog von Oldenburg brachte das Hoch auf den Kaiser in folgenden Worten aus: Der heutige Tag ist ein für den Deutschen Schulschiffverein bedeutungsvoller Tag, ist ein wichtiger Abschnitt im Leben des Vereins und bedeutet einen großen Fortschritt. Gehen wir doch heute einem weiteren großen Ziele zu. Nachdem wir bisher nur für Segelschiffe Mannschaften ausgebildet hatten, wollen wir jetzt auch zum Wohle von Deutschlands Dampf schiffs- reedereien wirken. Wir können aber heute auch besonders stolz sein auf die bisherigen Erfolge, bei denen wir uns in den Bahnen bewegten, die S. M. der Deutsche Kaiser dem deutschen Volke ans Herz gelegt mit den Worten: Navigare neeesse est, vivere non necesse. Ich hoffe und weiß, daß der Verein auf Grund dieses ernsten, mahnenden Wortes forttahren wird, eifrig zu arbeiten im Interesse der deutschen Schiffahrt. Wir hoffen von Herzen, daß Seine Ma;eslät noch lange in derselben Frische an der Spitze des Deutschen Reiches stehen möge zum Wohle unseres Volkes und Landes, zum Wohle unserer Schiffahrt, und daß es unter dem Schutze Seiner Majestät gelingen möge, wie bislfer auf demselben Wege fortzuschreiten. In diesem Sinne fordere ich Sie auf, die Gläser zu erheben unb sie zu leeren auf das Wohl Seiner Majestät. Seine Maiestät der Kaiser, Hurra^ Hurra, Hurra! •^Nortph ;'e'n HW Hamburg, 12. Oft. Auf der Werft von Blohm u. Voß ist heute nachmittag daS neue Schulschiff „Prinzeß Eitel Friedrich" des deutschen Schulschtff-Verems glücklich von Stapel gelaufen. Anwesend waren u. a. der Großherzog und die Großherzogin von Oldenburg, Prmz und Prinzessin Eitel Friedrich von Preußen, die Bürgermeister Dr. Burchard und O'Swald, die Mitglieder des Senats. Die Taufrede hielt Prinz Eitel Friedrich; sie lautet: „9(115 hartem Eisen gefertigt, in schlanken Linien eines Schnell- sealers geformt, steht vor uns ein zweites LchusichM des deuttchen NnckschisfvereinS, bereit, in fein Element hinabzuglecken. Hartem Eisen gleich, hat ber deutsche Schulschiffverem fest und unverruckt seinen Platz an der Sonne der beuiitien Seeschrffahr erooert. Wie die schönheitsvollen Linien dieses Banes,, steht beute nar unfern Augen die Mannsckwft des neuen Schttses, frohen. Muts dem selbstgewählten ernsten Beruf cntgegentretcnb, etn Bckd jugendlicher Kraft. Als vor fast zel>n Fahren der SäMsichmverem unter der Initiative seines hohen Protektors, des Großherzogs von Oldenburg, gegründet wurde, um einem unabweisbaren Bedürfnis unfern Schiffahrt abzuhelfen, da mocyte den ,leckenden Männern wohl manche Sorge den Blick in die Zukunft trüben. Noch waren die Woge zum erwählten Ziel unklar und (chwantend : in der inneren Organisation der Gestaltung der Finanzen galt es erst, den Grund zu legen und ben Aufbau zu sichere licher Stern hat dem Verein geleuchtet., Eme frgch neues oÄerhessisches Vahirprsjett. Ulfa, 12. Oft. Am "Sonntag, 10. Oft., tagte hier im Döllschen Saale auf Anregung des Pfarrers Fritsch von Ruppertsburg eine stark "besuchte Versammlung zwecks Besprechung des Bcrhnprojekts-Verlängerung der LinieVilliugen- Rupvertsburg über Gonterskirchen, Einartshausen, Stornsels und Ulfa nach Un ter s ch mi11 en. Alle interessierten Orte hatten Vertreter hierher entsandt; erschienen waren auch unser Kreisrat Geh. Regierungsrat Schönfeld- Schotten sowie unser Landtagsabgeordneter Forstmeister Dr. Weber-Konradsdorf. Nach Eröffnung der Versammlung durch Bürgermeister Gerhardt nahm Pfarrer Fritsch das Wort zu einem längeren Vortrage. In anschaulicher Weise legte der Redner die Vorteile dar, die ein Bahnbau den einzelnen Gemeinden biete, forderte auf, das Ziel, das man sich heute setze, fest im Auge zu behalten, wenn auch seine Erreichung in den ersten Jahren nicht zu erwarten sei, uird richtete an die Gemeinden die Bitte, dem Staate als Bauherrn in jeder Weise entgeaenzukommen, namentlich durch bereitwillige Ueberlaisung des Geländes. Interessant waren die Zahlen, die der Redner anführte, als er auf die Rentabilität der Strecke Hungen-Ruppertsburg zu sprechen kam. So teilte er u. a mit: In acht Monaten (von Februar bis September 1909) kamen nach ^tuppertsburg 111 Waggons, die Eisengießerei Friedrichs- Hütte erhielt 25 Waggons, der Verein chemischer Industrie daselbst 654 Waggons, Gonterskirchen 15 Waggons, zus. 805 Waggons, also im Jahre 1207 Waggons, oder ohne die Fabriken 126, bezw. 189 Waggons. Die chemische Fabrik allein bezahlte für Fracht in 8 Monaten 25 541 Mk., im Jahre 38 311 Mt. Es gingen ein an Fracht abzüglich der Einnahmen durch die chemische Fabrik in Ruppertsburg 6179 Mk., int Jahre also 9268 Mk. Aus diesen Zahlen sei ersichtlich — so fuhr der Redner fort —, daß es in erster Linie der Güterverkehr sei, der eine Bahn rentabel mache; aber auch der Personenverkehr sei durchaus nicht zu niedrig anzuschlagen; so habe z. B. der Personenverkehr in Ruppertsburg mit 612 Einwohnern innerhalb acht Monaten 1384 Ml. eingebracht, im Jahre 2077 Mk.; in den andern beteiligten Dörfern mit einer Gesamtseelenzahl von 2141 würde dies, ganz oberflächlich berechnet, 35 253 Mk. ergeben. Nachdem bann Redner noch ausgeführt, wie die Bahn an ihrem Teile auch dazu beitrage, dem Lande.seinen gesunden Volksbeftand zu erhallen und den Zug in die Stadt einzuschränken und zu verhüten, schloß er seinen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag. Landtagsabg. Dr. Weber teilte mit, daß er dem Projekt keineswegs unsympathisch gegenüberstehe und daß er mit den Ausführungen des Pfarrers Fritsch einverstanden wäre. Nur sei bei dem hohen Kostenaufwand von annähernd 2 Mill. Mark an einen Bau der Bahn durch den Staat in an betracht der ungünstigen Finanzlage in ben nächsten Jahren nicht zu denken, und eine Privatgesellschaft würde sich auch nur zum Bauen entschließen, wenn ihr eine genügende Rentabilität im voraus garantiert würde. Eine möglichst schnelle Lösung ber Frage könnte er vielt werden, wenn sich die Friebrichshutte unb die Walbbesitzer, bie bock, bas meiste Interesse am Bahnbau hätten, bereit finden ließen, den Löwenanteil der Kosten zu übernehmen; andern alls mußten ii? ei uz. Inen Gemeinden Opfer bringen, bie in keinem Verhältnis ständen zu bem, was burch ben Bau der Bahn gewonnen mürbe. Der Redner machte außerdem daraus aufmerksam, bei Anschluß an ein Elektrizitätswerk ließe sich event. statt einer mit Dampf betriebenen Eisenbahn eine elektrische Schmalspuroahn entrichten, die sich entschieden billiger stelle. Reicher B-eifall lohnte auch Forstmeister Weber für seine Ausführungen. Sodann stellte Pfarrer Fritsch den Antrag, eine Kommission ju wählen, bereu Aufgabe darin bestehen soll, bie Rentabilität ber projektierten Bahn zu erwägen unb zu diesem Zivecke entsprechende Erhebungen anzustellen, bie Terrain- verhälknisse zu untersuchen und zu prüfen warn Diese Giessen. ««*• St*s ti Lktoberlb« ft* pr"”! ,Ab«"ncn": SsW fiele mit ... ..izfinsW le 3erllncr Bu a iJ« ie Mer Stern hat dem Verein aeleuchtet., Eme srgche Brise des Erfolges hat ihn bald den sicheren Hasen erreichen lasten. So konnte und durste er erwünschte Fahrten zu neuen Gestaden in Aussicht nehmen. Neben der bisherigen Ausbildung der Mannschaften unserer Segelschiffe, unserer zukünftigen Schiffsoffiziere, gilt ber neue Plan der seemännischen Ausbildung von Deckmann- schaften unserer Dampfer. Hierbei eigenes Wollen mit dem Wunsche unserer Reedereien verbindend, wie der bisherigen Entwickelung des Schulschisfvereins die wohlwollende Förderung des Reiches, der Seebundesstaaten, die tatkräftige Sympathie von Deutschlands Schiffahrtskreisen und die Opferwilligieit unserer Freunde aus Nord unb Süd zur Seite gestanden hat, so werden mich dem neuen Schulschiff unsere treuesten Wünsche zu glücklicher Fahrt das Geleit geben, und wenn du, deutsches Schulschiff, auf fernen Meeren die deutsche Flagge zeigten wirst, bann sei allzeit der Stolz unsers geliebten Vaterlandes, dann trage zu freudvollen Erfolgen deine Bejatzung den jugendlichen Nachwuchs beut- fdjer Sckmfahrt. Gott geleite dich auf allen Fahrten." Hieraus taufte bie Prinzessin Eitel Friedrich bas Schiff Kommission soll sich zusammensetzen aus den Bürgermeistern der in Frage kommenden Orte, den Vertretern ber fiskalischen, gräfl. Laubachschen und gräfl. Assenheimschen Waldungen, ben Vertretern der im Distrikte befindlichen industriellen Anlagen unb einem technischen Berater, der das Projekt ausarbeitet. Bis zum definitiven Zusammentritt der Kommission wurde Pfarrer Fritsch mit ber Führung der Geschäfte betraut, um nachher als Vorsitzender der Kommission zu fungieren. Hierauf schloß Bürgermeister Gerhardt die Versammlung mit einem Tank und einem Hoch auf die beiden Redner unb Geh. Regierungsrat Schönfeld, in das die Anwesenden lebhaft einstimmten. Alle beteiligten Gemeinden sind der festen Hoffnung und Zuversicht, daß ihr Kreisrat, der durch Anlage guter Straßen unb Brücken schon so viel zur Förderung der Berkehrsverhältnisse getan, sowie ihr Landtagsabgeordneter Dr. Weber alles tun werden, das Projekt seiner Realisierung entgegenzuführen. Aus Stadt und Land. Gießen, 13. Oktober 1909. Das neue (2.) Heim der Alice-Schule. Am Montag vollzog sich in aller Stille, im engsten Rahmen, ein Ereignis, das auch in weitesten Kreisen und verschiedensten Schichten der Bevölkerung Interesse erregen durste. Der A. Sch. V. eröffnete in bem von ihm erworbenen Hause Steinstraße 10 bie neugegründete Haushaltungschule. 9JHt ihr verbunden wurde bie schon feit langen Jahren bestehende Kochschn 1 e und angegliedert wird zu Ostern 1910 das Seminar zur Ausbildung von HauShal- tungslehrerinnen. Außer dem Vorstände und Ausschuß des Vereins waren als Vertreter der Kreisschulkommission Pro- vinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert und Regierungsrat Weicker, als solcher der Stadtverordneten Medizinalrat Dr. Haberkorn anwesend. Frau Geh. Justizrat Gebhardt begrüßte die Versammell.en mit folgenden Worten: „Zum ersten Male in diesen neuen Räumen habe ich die Freude, Sie zu begrüßen und vor allem Ihnen zu danken ür das Interesse, welches Sie durch Ihr Erscheinen an unseren Bestrebungen bekunden. In bescheidenem Maße hat unser Verein versucht, den Anforderungen ber Neuzeit gerecht zu werben — einen kleinen Anfang leiben wir gemacht, ber Frauenfrage, die so lebhaft alle Gemüter be- w^at unb erregt, näher zu treten, sie nach unserem Sinne zu 'oroern. Unb — ba wir nach altgewohnter Weise noch immer die Welt der Frau und ihr eigenstes Berussfeld vorzugsweise im Hause, in der Familie glauben suchen zu müssen, wollen wir durch örünbung einer Hauslallungsschulc Gelegenheit geben, eine ber wichtigsten Grnnblagen bauernden Familienglücks — eine geordnete Häuslichkeit — zu sichern Unter ber Leitung erprobter, zielbewußter Lehrerinnen, bie von der Verantwortlichkeit und Wichtigkeit ihrer Aufgabe erfüllt sind,- in unserer, nach ben neuesten Errungenschaften und mustergültigsten Anstalten eingerichteten Schule können junge Mädchen alles das erlernen, was zur Führung eines geordneten, gediegenen Hauswesens erforderlich ist. Ebenso ist solchen, welche den Wunsch haben, sich einen Beruf zu wählen, einen segensreichen Wirkungskreis zu schaffen, dieses ermöglicht durch schulgerechte Ausbildung als Haushaltungslehrerin ober Vorsteherin größerer Anstalten und Aneignung aller dazu nötigen Kenntnisse. Kleine Samenkörner streuen wir aus, voll froher Hoffnung, daß sie auf guten Boden fallen und reiche Früchte tragen möchten in kommender Zett, zu Nutz und Frommen nicht nur derer, die unserer Schule näher treten, sondern auch weiterer Kreise. Sie aber bitte ich zum Schlüsse herzlichst, verehrte Anwesende, uns Ihre Sympathien und dadurch Mithilfe nicht versagen zu wollen, uns zu unterstützen in bem be- goimenen Werke. Unb nun, Glück auf zu frischem, fröhlichem Schaffen, zu erfolgreichem Wirken, zu segensreichem Gelingen !" Provinzialbirektor Geheimerat Dr. B r c i b e r t unb Mebizinalrat Dr. Haberkorn brückten daraufhin bem A. Sch. V. ihre Befriebigung aus über die Neugründung dieser Anstalt, von deren Wichtigkeit für Haus unb Familie sie sehr überzeugt seien, und schlossen mit den besten Wünschen für ihr Blühen und Gedeihen. Es folgte darauf eine Besichtigung ber sehr zweckmäßig und gut geschaffenen Räume, bie mit ihrer gediegenen und zweckdienlichen Ausstattung den Beifall aller Anwesenden fanden. — Mittwoch ben 13. Okt. beginnt ber Unterricht mit 32 Schülerinnen (18 Haushaltungs-, 14 Kochschülerinnen), 10 Schülerinnen mußten bis nach Ostern zurückgestellt werben, da eine größere Zahl nicht angenommen werden konnte. — Außer der Vorsteherin ber Anstalt, Frl. Deutsch, der Lehrerin Frl. Him- bolbt unb bes Lehrers Haber finb noch zwei Hilfslehrerinnen Die Verlobung des Großherzogs von Weimar. Schon wiederholt gingen Gerüchte um, der erst im 34. Lebensjahr stehende Großherzog von Sachsen-Weimar, dessen erste Gemahlin ihm nach kurzer Ehe durch den Tod entrissen wurde, werde sich bald wieder vermählen, und verschiedene Prinzessinnen wurden als Bräute des Großherzogs genannt. Es wurde nun bereits gemeldet, daß der Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar, der auf Schloß Altenstcin bei Liebenstein weilt, sich mit der Prinzessin Karola Feodora von Sachsen-Meiningen verlobt hat. Damit ist dem Rätselraten ein Ende gemacht, und das Großherzogtum Weimar hat die Aussicht, wieder eine Großherzogin zu erhalten. An die Ehe knüpft sich für das Land die Erwartung einer Sicherung des Thronerbes. Als die erste Gemahlin des Großherzogs, die Prinzessin Karol ine Reuß, die er 1903 ehelichte, im Jahre 1905 starb, war die Ehe kinderlos geblieben. Ter erste Agnat ist bis jetzt der in Heidelberg lebende, Prinz Wilhelm von Weimar, der aber.bei seinem hohen Alter für die Thronfolge kaum in Betracht kommt. Sein ältester Sohn, Prinz Hermann mußte wegen seiner ungeordneten Finanzverhältnisse aus der Armee ausscheiden und als er dann vor kurzem eine Choristin heiratete, aus die Thronfolge verzichten. Es kam daher seitdem nur der 22 jährige Prinz Albert, der andere Sohn des Prinzen Wilhelm, in Bcttachst. Er steht als Offizier bei den Pasewalker Kürassieren. . Die nunmehrige B r a u t des Großherzogs von Sachsen, Prinzessin Karola Feodora ist zu Hannover am 29. Mai 1890 geboren als die älteste Tochter des Prinzen Friedrich von Sachsen-MLniugcn, der in preußisch n Militärdiensten die 20. Feldartilleriebrigade in Hannover befehligt. Ihre Mutter, Adelheid, iü eine Prinzessin zu Lippe, fine Schwester des regierenden Fürsten Leopold IV., der durch diese Verbindung dem Kreise der deutschen Bundesfürsten, wo er anfangs vielfach als Eindringling betrachtet wurde, wiederum näher tiritt. Aber die künftige Großherzogin ist auch der deutschen Kaiserin nahe verwandt, denn ihr Vater entstammt der zweiten Ehe des Herzogs Georg II. von Meiningen mir der Prinzessin Feodora zu Hohenlohe-Langenburg, die eine Schwester der Mutter der Kaiserin war. • e Hnvothek. von erioiorifieiuM InsX M Wnats- eim lucht «.Geschälte Wk bie Arbeit aus d chen, in Aerb. zu treü. voll ihre Adr. ltlM i. sst. des Gieß. Anz.niede. MOneide. sich Jacob &W ______Desenvez L erfrkteBSalem^'" w in u. außer dem tgen Neuenweg 311- cau enwsiehlt sich ILesi en. Ludwigiiraße 161 i'rangaise je brevet&donneltoot rtferences. J» N-Renaud, Wilsonslr.1 STerUHerk^M m W.inQÜ.0* tl Angebote unter M klärte. er Hobe itmrbc. Handel 3* 3‘ 116.75 251.80 Prince- Henri - Eisenbahn '. . 12ü.30j Tendenz: abgeechwächt. ■KindtrmeN -Kranunkost Tiere und Verstand? feud)cnfrci bleiben, niemals wirb darin JTlo irb darin Rod, Trufc, fRot- \ , öeflügcltiiolcra ufrc auf- lauf, Maul- unb Klauenseuche, ihn von den Flöhen befreit. R. Mey. 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Wenn letzteres auch der Fall wäre, so käme nicht llnttmcblagung, sondern ebenfalls Diebstahl in Betracht, da der Gegenstand nicht aus dem (Gewahrsam des Geschädigten gekommen. Ta der Angeklagte rüct- fällig i|t, war die Älindeststrafe 3 Monate Gefängnis, die dem Angeklagten zudiktiert wurde. wiestcncr Strafkammer. )f Gies,en, 12. £tt. Als rückfälliger Dieb Fonnti* sich der Taglöhner A. Sch. aus Srfjiocina zwei Gelegenheiten nicht entgehen lasset^ Er befand sich allein in einer Wirr schäft zu Butzbach, schlich sich in den neben dem Wirtslokal tesindlichen Metzgerladen. Zin Begriff, den Laden zu verlassen, trat der Besitzer ein und machte ihm Borhalt, weshalb er sich un Laden befinde, worauf er erklärte, er habe Wurst bestellen wollen. Aichts gutes ahnend, erfolgte seine Visitierung, wobei man einen Schwartenmagen bei ihm fand, dessen unredlichen Erwerb er ’.ugcftraib und den er bezahlte. Am Abend des Tages hatte ein Otait jein Fahrrad vor das Wirtslokal gestellt. Als er kaum, in der Wirtschaft war, wurde ihm zugerufen, ein Fremder sei auf seinem Rad bavougrsahren Ter Eigentümer des Rades Irdtc den Dieb ein und stellte in ihm ebenfalls den Angeklagten fest, der sich stellte, als sei er sinnlos betrunken. Tie herbeigeruieue Gcmbarmerie, die seine yerftcHimg sah, legte ihm nahe, sich zu Börse« 13. Oktober. Anfan»rss. . . lv,.40 .) . .pent■>■ . .- Kirche nnd Schule. — Hessischer Dialonieverein. Tie Einführung des Bereinsgeistlichcn des Hessischen Tiakonievereins, Pfarrer R e b - wald, fand zu Darmstadt am 11. Oktober statt. 4.".ran Bayer Groß-Gerau stellte den neu berufenen Vereinsgeistlichen vor und führte ihn in fern Amt ein. Hierauf begrünte Brutal L). Dr. 51 dring den neubernsenen Geistlichen. Die Ber,or- g u n g der Gemeinden mit tüchtigen Gemeinde- üilegerinnen müsse als ein wichtiges Interesse der Landes- .irche angesehen und darum mit hohem Dank anerkannt merben, wieviel im Segen wirkende Gemeindeschwestern das Elisabethen- mit den hessischen (Gemeinden bereits gesandt halw und noch nmbc. In keiner Weise als einen Gegenfatz, sondern als eine notwendige Ergänzung hierzu fasse er die Tätigkeit des Hessischen Tiakonievereins auf, und so würden gewiß immer weitere Kreise unseres Landes ihn würdigen lernen. Er wünsche dem neuen Bereinspfarrer, der bereits auf eine reiche Lebenserfahrung zurück sehe, daß ihm ebenso die Schwestern wie die in Betracht kommenden Gemeinden mit Vertrauen entgegenkommen möchten. Pfarrer A e I) wald dankte für das Vertrauen, daS ihm entgegengebracht idcUku fei. Schon auf Gritnb der ersten Orientierung bewundere er i* Arbeit, die sein Vorgänger, Pfarrer D. Guyol, bei Gründung und Leitung des Tiakonievereins geleistet habe. Nachdem auch die beiden Oberinnen, Fräulein Catoir und Fräulein von Düngern, fowie >tranlenliausdirektor Dr. Fischer den neuen Vereinsgeistlichen begrüßt und ihn ihrer Mitarbeit versichert hatten, wurde die Feier mit einem Choral zum Abschluss gebracht. Revision im Mordprozctz Zobel. 4 Berlin, 12. Okt. In dem Verfahren gegen die Modistin Auguste Zobel, die in voriger Woche wegen Ermordung der Opernsängerin Frieda Barthold von dem Güstrower Schwurgericht zum Tode verurteilt worden ist, hat der Verteidiger, Rechtsanwatt Dr. W. Bahn (Berlin-, Revision angemeldet. Sie kann sich bei einem Ge- schworenen-Urteil, das materielle Rebisionsgründe nicht kennt, abgesehen von den Strajzumessuugsgrllnden, die in einer Mordsache ebenfalls keine Atolle spielen, nur auf formelle Ver stütze richten. Es sollen nun in der Verhandlung solche vorgekommen sein. Besoikders rnirb die Revision darauf gestützt werben, das; die Briese, die die Angeklagte an verschiedene Personen gerichtet hat, von der Staatsanwaltschaft zurückbehalten worden sind. Ter Verteidiger hatte bereits in der Haupwerhandlung gegen dieses Verfahren unter Hinweis auf die Bestimmungen über das Brief geheimnis protestiert und ausgeführt, datz landesgesetzliche Be- Itimmungen über Gefängniswesen die reichsgesetzlichen Vorschriften über daS Briefgeheimnis niemals ausschalten tonnten und infolgedessen in der Verhandlung den Anttag gestellt, mit der Verlesung der Briese auszuhören. Auch gaben diese Briefe Kirchliche Nachrichten« Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 14. Cftober, abends S Uhr, im Biarkussaale, Nirchstratze 9: Bibeln n n de. Pfarrer Schwade. er wieder auf den Unbekannten zurück. feftftanD, datz ber Einbruch von einer mit den Ccrrliditeiten vertrauten Person ausgeführt worden fein muß und ber Angeklagte seither an fraglicher Stelle gearbeitet bat und öfters in die Bude gekommen ist, fo konnte unter Berücksichtigung feiner Widerfprüche an feiner Schuld nicht gezweifelt werden, weshalb ihm ivegen schweren Diebstahls im Rückfall 1 Jahr Gefängnis zudiktiert 114.50 136.60 209.90 212.20 131.00 204.50 193.50 101.90 111.NO 180.60 137.40 248.60 150.00 197.2) 159 70 208.10 Griginar-Drahtmel-ungen. Nach Schlutz der Redaktion eingctroifTn.1 Barcelona, 13. CIL Ferrcr wurde heute früh 9 Uhr crfchoffcn. Unrecht als unsauber bezeichnet wird — daher der Name „Du Schwein" — nur aus sauberen Gefasten frtstt. Schweine werden nur dann fett, wenn die Frestgesüste sauber sind, und bleiben mager oder magern ab, wenn dies nicht der Fall ist. Tas gleiche, wenn auch nicht so auffallend, kann man auch bet ftüljen und Pferden beobachten, je sauberer die Krippe, desto besser sieht das Vieh aus, desto gesünder ist cs. Auch auf etwas anderes dürften Sic noch nicht geachtet haben: Vieh aus Ställen, in denen sich übermäßig viel Fliegen aufhalten, gedeiht nicht. Eine stnh, die den ganzen Tag mit dem Schwanz wedeln must, um nur etwas Ruhe vor ihren Plagegeistern zu haben, benötigt hierzu eine ganze Menge Kraft, mehr jedenfalls als man glaubt! Natürlich Hal dies einen Einfluß auf ihr Wohlbefinden und auch auf die Menge und Güte der Milch. Fliegen und Unsauberkeit des Stalles gehören immer zusammen. Und wenn Sic glauben. Sie hielten ihren Stall und die Futtergefätze nod) so sauber, so sage ich Ihnen, datz Sic dies noch in erhöhtem Maste und mit weniger Muhe bewerkstelligen können, wenn Sie zum Reinigen der Futtertröge, zum Besprengen des Dungs und zum Mwaschen der Tiere Wasser benutzen, dem Sic auf dan Eimer einen Estlöffel voll Automors hinzusetzen. Dieses Automors ift nämlich ein geruchloses und abfoiut unschädliches Desinfektionsmittel, lvelcheS einesteils vorzngllch reinigt, dann aber auch die Futterreste unschädlid) mad)t, so da st sie nid)t verderben oder sauer werden können. Ferner bindet es den Ammoniak-Geruch des Stall Düngers und erhalt diesen für die Landwirtschaft so wertvollen erheben unb mit in daS Hastlokal zu geben, wp.ck.. A ' ?rd?rung er war nachkam. aber sich immer tuxd fo betrunf*n iiclltc, als sei es nicht möglich arvciai. datz er den Diebstahl b-ibC-jeriitrn lärmen Inch bn der VerHandluitg f±üBtr er ünnloic -rrunken- f-eit vor. ernt er auch .•nqemmtm gcwefen fern mag, so konnte doch von einer Trunkenheit, die ibn hätte straifrci mvctz n lönn. n, keine Miete kc n. Wegen ser (ntnrcnz'ung der Wurst, was als Mundraub aufgcfatzt iruroe, bekam er 3 Wachen Hai:, während der im Rück rall Derücte Diebstahl mit 10 Monalm lyefangnis geahndet wuroe. treten, ja man hat sogar ans sehr groben landwirtsck>ask- lichen Betrieben das oft epidemisd) an,tretende Verlalben baburd) verbannt, datz man beim Rcutalken der Wände dem Malt pro Eimer einige Estlöffel voll Automors hin-4 zujetzt. Daß man die Ställe desinfizieren muffe, um gesunde-7 Vieh zu erhalten, hat man auch schon früher gewutzt, aber! man icheute diese Desinfektion, weil die Mittel ia alle i riechen. DaS geruchlose Automors erst gestattete uns eine < gründliche Desinfektion, die ja dem Vieh, mehr als man j jemals ahnen konnte, zugute kommt. Doch ich bin da auf ganz andere Sadjen gekommen,' als ich wollte! Bon dem Verstand der Xtcrc wollte ich reden, und ich komme auf Automors! Uebrigcn» so wett abliegend ist dies auch nicht. Einmal habe ich versucht, meinen Hund mit Autvmorswafser zu waschen, damit et und ich nicht so unter feinen Flöhen zu leiben haben. Tas Pich, das sich sonst gegen Mccolm, Lysol, Hundeseife ufro. ein fad) ablehnend verhielt, ließ sich diese Waschung rotzig und gern gefallen, und geholfen hat es tadellos, ich wiederhole es jetzt wöchentlich bei ihm Zch bin überzeugt, mein Hund hat Verstand, denn sonst würde er wie froher davon- laufen, wenn er die Badevorberettungen sieht. Aber et scheint sich direkt über oas Automsrsbad zu freuen, da cS — Dic Sammlungen unseres MuseumS haben sich seit ber letzten Berichterstattung erfreulich vermehrt. Schöne Zmnwaren, Porzellane unb sonstige Stücke ber Kleinkunst und angekaust worben. Zm untersten Flur ist eine mehrere Jahrhundert alte Schmiede, aus Biedenkopf fiammenb, auf- gestellt, unb eine alte Obstkelter au5 dem 17. Jahrhundert aus Großen-Linden. In Moschen he im sind bei Ver- fchleifung einer Hohle römische Gräber onfgebeeft worden auS dein 3. nachchristlichen Jahrhundert und sind dem Museum mehrere interessante Gesäße durch gütige Vermittelung der kiesigen Kulturinspektion überwiesen worden. Vorgeschichtliche BZohngruben sind in der Nähe deS ll^lnhäuser HofeS bei Lich angeschnitten worden. Bei Birklar wurde eine steinzeitllche Ciedelung festgestellt. Tie Funde aus dem ränkilchen Grabe vom Juli d. I. in der Nähe deS^Eulen- t o p f e 6' auf dem Trieb sind nunmehr int Saale 4, Schrank 4, ausgestellt. Ein großes Kunstwerk, griechisches Ptarmor- köp'chen, gefunden in Aegypten, ist in den Papynschränken Saal 1 medergelegt. (W. Gail-Stiftung.- Der Kasse des Oberhcss. GeschichtSvereinS ist eine große Freude bereitet worden. Dem Konservator wurden am 12. CH. von einem unbekannten Gönner wiederum 500 Mk. zu Museumszwecken überwiesen. Dem hochherzigen Geber gebührt bester Dank. [ j Diarbürg, 12. Okt. Eine von etwa 30 besonders den akademischen Kreisen angehörenden Herren besuchte 23er- fammlung, die gestern abend in den Stadlsalen tagte, beschloß die Gründung eines .Kurhesfischen Lustschiffer- d er eins*. ES sollen Unterhandlungen wegen Ankauf eines Luftballons angefnüpft werden und ist als Startplatz em Gelände neben der GaSfabrik in Aussicht genommen. Ter große Unbekannte spielte wieder rnntol eine Rolle. In der Rächt zum 25. August it-urbc eine ;wu'chen Rockenoerg unb OvP.ir-l^fen bei in bl icke Ar beittrbu-- aufgcbrochen unb eine Anzahl Kleidungsstücke und Rad rung-mittcl, sowie einige Pakete Zigaretten gestohlen Ter,Maurer 5. A. H. aus 'Jcieberbteber bat ben größten Teil des Gettvhlenen an eme '21 Itbänblcrin in Friedberg verkauft Schon vorher hatte man H., ber die Zigaretten einem Wirt zum Verkauf anbot.^in Verdachr, iveshalb ihm sie Gendarmerie nackgefchickt wurde. Ter Wirt, c:r ihm ins Gefickt gesagt hatte, die Zigaretten seien nickt aus redlick.' Weise erworben, wallte seine Festnahme veranlassen, als au:' iclon die Gendarmerie erschien, ber der Angeklagte ernst sie sckon, daß man ibn holen wolle. Trotzdem be- > - —— — । ■■ । n Nahrung für: sowie schwächliche, « In der Entwicklung -w zurbd(§2Dliebene J Kinder. Den Tieren spricht man jeglichen Verstand ab! Man sagt, sie haben hvd>stcns Znstintt, oder es sei chnen etwas anerzogen. Ob dreS nun in allen Fällen zutreffend ist, weist ich nickst, ich glaube, daß die Tiere Verstand haben. Was halten Sie z. B. von folgendem Vorkommnis: Ich habe einen recht verwöhnten „Herrn Hund". Sein Lager ist ein Fell. Durch seine Angewohnheit, die man ja auch bei anderen Hunden finden soll, dieses Fell auch gleichzeitig als Tischdecke zu benutzen, ivirb es natürlich nicht sauberer. Zu Weihnachten jedenfalls war cs so itn- j an der, da st ich ihm beim Einkauf anderer Sackten auch ein neues Fell mrtbrackste. Mein Hund — Flick heisst er — ist sehr neugierig unb fo sah er mir auch beim Au spacken des Fells zu. „Da," sage id>, „Flick, hast du ein neues Fell zu Weihnachten. Aber deine nochen kannst du hübsch auf dem alten fressen?" Flick beriecht dcis Fell nach .Himde Angewohnheit, nimmt es bann unb zerrt eS auf seinen Lagerplatz, nachdem er das alte Fett unterm Sofa versteckte. Meine Möglichkeit, das Vieh berunterzubringen, er bleibt einfach liegen, klopft mit dem Sclnvanz bettelnd die Dielen, aber geht nie mehr auf das alte Fell. Das neue ist ihm angenehmer, weil es sauberer ist! Ist das nun Jnsti nt oder Verstand? Ich behaupte daS Letztere, denn . ' die Tiere lieben die Sauberkeit, weil sie ihnen ange ter und zuträglicher ist. Etnen klaren Beweis paben Sn' hierfür z. B. an den Schweinen? Es ist bekannt, dast das Sckiwein, welches zu Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, unterteilt von der Bank fUr F.lcktriz. Lahmejer . . . Klektnz- Sehn-'kert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gclseukin-hcn Bergwerk . Ilambnr" - Amerik. Pakctf. Fl.irpcncr Bergwerk • . . Liurahütte....... Nordd. Lloyd . . . . . Oberscbles Einen-Indnstrie Berliner Handelsges. . . Darmstadter Bank . . . Deutsche Bank . . Dentsch-.Viat. Bank . . Di.-konto- Ixominaudit . . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien..... Baltimore- und Obio- K^enbahu..... Gott hard bahn...... Lombard Eisenbahn . - . t . < >esterr. Staatebihu . . i . Stoff dem Dünger. Ein mit Autenor <6?s-er regel mär,ig \ besprengter Stall riedjt nicht „tiad) Mist ' und in solchem Stall halten sich auch nicht Fliegen ooer Bremsen oder Mücken auf. Ein derart behandelter Stall wird stets 3' ,"L Uberbcgsen . ._.•*■ 4" „ < festen. Goldrente. . d'/V/fr Oestcrr. Silberrente. 4n,e Ungar. Gold reute 1° 0 Italien. Rente . . .. 3°l0 Purtagieaen Serie I . 3"„ Portugiesen „ IIl . 4'/?0., mss. Staat»anl. 1905 4* „ japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1903 Türkenlose...... 4'7, Griccb. JFonopol-Anl. . 4% äussere Argentinier .. tourtet er, er habe öic Zacken von einem Unbekannten betommen, für den er sie veräutzert habe. Bei der Trödlerin gab er an, nut feiner Frau ben Sommer .udurch in ber Wcttcrau 'treten, weshalb er die ber Verhanülung kam ^4 nach bem Äugem'ckein u. a Anlatz, den Geineszustand der Angcrlagrrn cv i uju; itnicr- ,'ucken zu lassen, da die Briefe mtt thr?m krau'en Inhalt of enbar1 au' t.nc Getneskrankheir ber Angeklagten binbcuten. Ta'ür -rrubt auck ihr Verhalten während ber Verhandlung und nach her Ur- tetlsverkündigung. 2i: hatte am folgenden Tc.v ihre ^afiung vollständig wieder erhalten und hat sogar wiederholt gelackt. T:r Sertnbiqer gedenkt weiter ui brav: re gen. die Sacke vor cta anderes ^ckwurgertckt, womögltck nack Berlin, ,u oerw.:''en. Oktober 1909 U’aromctcv nid 0" Temperatur ter Lust il _ c SZ Z 11 i 'Z Wetter 5 ! ! 12. 2” 749,4 11,7 8,9 87 S 2 ; Beb. Himmel 12. ! 9” 719,0 10.1 8,7 95 W 13.! 749^ 8,6 8,2 99 , still full Höchste 1 1 Temperatur am 11. bis 12. Oktober - -s- 11,7'C. yhcbiiQÜe „ • 11. , 12. = 4- 1,8’C. Werner Breuer Caffe Surrogat Moderne Besätze. Zur bevorstehenden Saison empfehle ich mich im (07742 Rechtsanwalt in Weilburg. Eile 17 Pfg. 4.75 Mk. AaswaM iu abschlag. gemischt. 4 54 L. Steinhäuser Giessen Giessen Bahnhofffrafce 26. Reuen Bflue 17. Seltersweg 27. Möbelmagazin B13/io Braubach. J. H. Fuhr 5587 * Vertretung u. bager 1b A. Siegel. Telephon 222. 6 Pfg. 5 „ Sie Ihren Bedarf in Möbeln und Wohnungs- Einrichtungen decken, besichtigen Sie meine Lokalitäten. Sie werden eine grosse Salatöl, Rttscte bei 25 , 100 Wurst modern. 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Tiefbauamt Gießen. B13/io v"/>° Bedeutende Verbilligung der elektrischen Beleuchtung In allen Elektrizitätswerken und Installationsgeschäften erhältlich. Achtung! Jede echte Lampe mass die :: Schutzmarke „Osram“ tragen. :: Auergeselischaft, Berlin 0.17 KM- Besieg und doch gut! -UW Frische Fische'. Sardinen, 2 Liter-Dose Zwiebeln. Pfund Vergebung von Pflasterarbeiten. Die Pflasterarberten für den Ausbau der Straßen in dem Gebiet zwischen Mittelweg und den veterinär-mediz. Instituten ^^^Mittwoch den 2 0. ds. Mts., norm. 11 Uhr, Mchlne größere Lagerplätze Wik gedeckte Hallen uni Stallungen „ fofort jH nrnnietea bci m Andreas Euler. Donnerstag den It.Cftobcv 1909, vormittags 11 Mr, soll im Garnisonlazarett Gießen die Lieferung, der für mc Seit uom 1. November 1909 bis 31. Oktober 1910 eworbcrhdjen Kartoffeln verdungen werden. Die Bedingungen können wajrend der Diench stunden im Geschäftszimmer des Lazaretts emgefehen werden, und müssen vor Beginn des Termins durch Unterichrin anerkannt icm. Eroßbcrzogliches Garniionlazarett. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 9. Oktober 1909. Großh. Kulturttlspettion Gießen. H. S t e i n bach.__________ Das moderne einfarbige Kostüm erhält eine besondere Wirkung durch vornehme, geschmackvolle Besatzgarnierungen. Die Mode bevorzugt Perlen- und Flitterbesätze, Soutachierungen und Verschnürungen.—Eine besonders reiche Auswahl in allen Besatz- Veuheilen. für jeden Stoff und alle Farben passend, finden Sie in unserer Spezial-Besatz- und Spitzen-Abteilung. Auswahlen und Mubterwcrden auf Wunsch bereitwilligst zugesandt. Knöpfe, zu jedem Kleid passend, werden sofort angefertigt. aw/w & Möbel stets vorrätig und preiswert zu haben. 15219 Wilhelm Mütter, Steinstrahe 68. Amtliche MMmchNW Ler NaSl Giessen. Die Rückseiten der im Betriebe der städtischen Straßenbahn zur Verwendung gelangenden Zablmarkcn und LLcchicl gelddiitcn sollen für Reklamezwcckc eingerrchtct und au einen Unternehmer verpachtet werden. , s Interessenten werden crmcht, bis zum 16. Cttobec d. u. fllngcbol bet der unterzeichneten Verwaltung etn.zurctcheu. Ebendaselbst können auch die Bedtugungen emgcicheu WerdeNje^^n, bcu n. Oktober 1909. . B11/» Elektrizitätswerk und ^tranenbabn der >stadt (Arenen. S t o i t e. biennen. Nunmehr werden auch Osram-Lampen von 25 und 32 Kerzen für 200-250 Volt bergcatellt, wodurch die giüsstmögllchRte Verbilligung d. elektr.Beleucbtung herbelgefDhrlwird. Vergleich der Stromkosten pro Brennstunde: Ea kostet die Brennstunde bei folgenden Stro preisen pro Kilowattstunde: Saiomon&Cie Schuishasse 4. MA M K 101-09. [B;/lo Donnerstag den 18. 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