Nr. 111 Erstes Blatt ISS. Jahrgang Donnerstag 13. Mai 1909 : E. Heß; für den Bezugspreis: monatlich 75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch die Poft Mk.2.— Vierteljahr!. ausjchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal I5Pj., auswärts 20 Pienniq. Verantwortlich für den volitischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „ Vermischtes " K. Neurath; für „Stabt u.Land" und ^Gerichts- Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilicnblätter; zweunal wöchentl.lkreir- olaltsürdenUreisGiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land wirtschaftliche Seitsragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. ietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Annahme von Anzeigen - . biä cormtogTTut)“ «otationrdruck und Verlag der vrühl'schen «uw.-Such- und Lleiudruckerei R. Sange. Reöattion, Srpedition und Druckerei: Schulftratze r. s. B-ck. | Als eine Ergänzung zu dieser Meldung kann es angesehen l werden, daß auch in parlamentarischen Kreisen gestern Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten fanden werden. Mommsen habe diese »nichtige Frage richtig gelöst, und es sei zu bedauern, daß dieser Eintrag, der int Interesse und im Sinne des allergrößten Teils des Gewerbes liege, abgelehnt sei. Wenn in Deutschland die Anbaufläche für Tabak zurückgegangen sei, 10 erkläre sich das nicht aus der Steuer, sondern daraus, daß die Tabakbauern bessere Verwendung für ihr Land fänden und auch durch die Arbeiterverhältnisse gezwungen seien, zu anderer De- Derrtscher Reich» In der GewerbeordnutlgS • Kommission deS Reichstages ließ die Regierung gestern erklären, daß ein Gesetzentwurf über Lohnämter für die Heimindustrie in absehbarer Zeit nicht in Aussicht gestellt werden könne. Arm g e st o r b e n! Anderen Angaben entgegen verlautet jetzt, daß v. Holstein kein Vermögen hinterlassen hat, sondern arm gestorben ist. Auch Aufzeichnungen sensationeller Natur sind in seinem Nachlasse nicht gefunden worden. Nach einer Aeußerung, die Maximilian Harden in einem Vortrag über den Dreibund in Wien letzt gemacht hat, soll übrigens Holstein bei der letzten Orrentkrisis vom Harz aus einen langen Brief an den Reichskanzler gerichtet und ihm geraten haben, feinen Augenblick zu schwanken._________ Die Freisinnigen erklären sich für den Antrag des Zentrums. Wortfülrrer bemerkt, die Sacke fei auf Grund einer Verstands Aus Stadt und Land» Gießen, 13. Mai 1909. ** Ordensangelegenheiten. S. K. H. bes Großherzog haben die Erlaubnis Mr Annahme und zunt Tragen des Kommandeurkreuzes 1. Klasse des Badischen Ordens vom Zähringer Löwen dem Vorstand des Großh. Kabinetts Geheimerat Römheld, des Ritterkreuzes 2. Klasse desselben Ordens dem swbmettssedretär Dr. Ausland. Der Streik der französischen Postbeamten wird als gescheitert betrachtet, denn es streikt bis jetzt noch nicht einmal der zehme Teil der Postbeamten und Unterbeamten. Der Betrieb ist fast überall ohne Störung weiter geführt word.en und bis jetzt hat sich die Streikbewegung kaum fühlbar gemacht. In der Provinz, speziell Marseille, Lyon und Bordeaux wickelt sich der Verkehr bis jeht in normaler Weise ab Nichtsdestoweniger erklärt das Streikkomitee, mit dem bisherigen Resultat zufrieden zu sein und kündigt innerhalb der nächsten 48 Stunden vollständige Lahmlegung des ganzen Betriebes an. Das Komitee rechnet besonders auf die Provinz. E i n neuer Konflikt ist zwischen der Türkei und Bulgarien auSgebrochen. .Turquie" zufolge erteilte die Pforte den türkischen Botschaftern die Weisiing, bei den Mächten dagegen Einspruch zu erheben, daß König Ferdinand den Titel „König der 'Bulgaren“ annehme, da aus diesem Titel Zwistigkeiten bezüglich der Bulgaren ottomanischer Staatsangehörigkeit entstehen könnten. Stolypin bleibt! Nach einer Meldung der „Politischen Korrespondenz" aus Petersburg ist das Bleiben des Kabinetts Stolypin im Amte keineswegs nur ein einstweiliges, sondern die endgültige Lösung der Ministerkrlse. Auf ausdrückliches Geheiß des Zaren behält Stolypin auch weiterhin seine Stelle und giebt nur das Portefeuille des Innern ab, das sein Gehilfe Kurloiv übernehmen dürfte. Deutschland auf den amerikanischen Märkten. Bei der Tariidebatte in Washington besprach der Führer der repu- blikcmischen Partei in seiner Rede den ausländischen Wettbewerb und führte aus, Deutschlands Bemühen, in die amerikanischen Märkte etnzudringen, sei nie stärker heroorgetreten als jetzt. Fast jede amerikanische Fabrik begegne dem entschiedenen Eindringen der mettbewerbenden deutschen Industrien. (Trotz der hohen Zollschranken. D. Red.) Prinz Georg von Serbien bereut es bereits, der Thronfolge zugunsten seines Bruders entsagt zu haben, und die Belgrader „Wetschenno Nowosti" verzeichnen das Gerücht, daß die serbische Thronfolge int Wege der Verfassungsrevision neuerlich auf die Tagesordnung gelangen werde. Sowohl König Peter, als auch der Kronprinz Alexander seien zu der Einsicht gelangt, daß durch die VerzichtleisMng des Prinzen Georg, der wegen der schweren auswärtigen Krise in übereilter Weise zugestimmt war, die Dynastie Karaaeorgewitsch geschädigt sei. Die Beschuldigungen gegen den Prinzen Georg wegen des Todes seines Kammerdieners Kolakowitsch hätten sich als unbegründet erwiesen. Auch der sozialdemokratische Abgeordnete Kazlerowitsch habe gelegentlich der Verhandlung einer diesbezüglichen Interpellation in der Skupschtina zu- gestehen müssen, daß keine Basis für eine gerichtliche Untersuchung vorlrege. In diesem Zusammenhänge ist die Meldung von der plötzlichen Entlassung des Kommandeurs des Kavallerieregiments in Krajewo Alanowitsch nicht uninteressant. Der Kommandeur hatte es unterlassen, den ihm auf der Straße begegnenden Prinzen Georg zu grüßen. bauungsart überzugeben. . Der Redner der Konservativen erklärt, seine Partei habe feine Abmachungen mit dem Zentrum getroffen. Weil aber der sogenannte Block, nämlich die anderen Blockparteien, immer gegen die Konservativen einig gewesen sei, hätten die Konservativen sich notgedrungen auf die Sätze des Zentrums zurückztehen müssen. Man könne doch nicht verlangen, daß man die Interessen des Talmklxnnrn einfach denen des Industriellen opfern solle. Es handle sich um den Schutz eines Zweiges der heimischen Landwirtschaft, der bisher von der Zollgesetzgebung nicht gerade günstig behandelt sei. Wolle man einen deutschen Tabakbau haben, dann müsse man den Antrag des Zentrums ablehnen. Inzwischen ist ein konservativer Vermittlungsantrag emge- laufen, der die Jnlandssteuer auf 54 Mk. festfetzt. Das Zentrum erklärt sich damit einverstanden, worauf von den Freisinnigen der ursprüngliche Zentrumsantrag wieder aufgenommen wird. In der Abstimmung wurde zunächst der Satz von 60 Mk. gegen Freisinnige und Nationalliberale abgelehnt und dann der Satz von 54 Mk. Jnlandsteuer mit allen gegen die der -Sozialdemokraten angenommen. ... Artikel 2 enthält die Uebergangsvorfchristen. Ster wird em Antrag der Konservativen angenommen, der die Nachverzollung noch über den Antrag der Subkommission (1. März) auf den 1. Januar 1909 zurückdatiejstt und die Sätze der Nachverzollung bzw. Nachbesteuerung erhöht. r . Beim letzten Artikel, der von dem Inkrafttreten des Gesetzes zandelt, erklärt Freiherr von Nichthofen für seine Partei: Tie Konservativen sind mit der beschlossenen Fassung des Gesetzes nicht einverstanden; sie hoffen noch auf eine Abänderung tn der zweiten Lesung. Freilich wissen sie auch noch nicht, wie es werden solle. Arn besten fei es, jetzt in die Beratung der Banderole emzu- treten. Das sei man der Sache und der Regierung schuldig. Man solle deshalb die Abstimmung über diesen Artikel aussetzen Dr. Wiemer schließt sich im Namen der lmksliberalen Fraktionsgemeinschast dem voll an. Es sei gut, jetzt zunächst auch noch Klarheit über die Banderole herbeizuführen. Seme Freunde seien von den Beschlüssen ganz gewiß auch nicht befriedigt und hofften, daß man doch noch auf den Antrag Mommsen-Weber zw- rüeffommen werde. Dr Weber (Natl.) erklärt, nut Genugtuung konstatieren zu können, daß auch feine politisckstu Freunde mit den Ausführungen von konservativer und freisinniger Seite übereinstimmten, daß die bisher gefaßten Beschlüsse der Kommission über die Neubelajtung des Tabaks sie in ferner Weise befriedigten. Es werde gerade durch das vorgescklagene neue System der Besteuerung eine große Beunruhigung in das Gewerbe hineingetragen, der nur der geringe zu erwartende Mehrertrag von 30 Millionen geaenüberstehe. Auch er müsse von der zweiten Lesung erhoffen, daß sie eine bestere Lösung der Frage herbeiführe, die es seinen politischen F-reimden ermögliche, in der endgültigen Abstimmung für das ganze Gesetz zu stimmen. Dem Antrag, zunächst die Abstimmung über diesen Schlußartikel auszusetzen, um die Banderolenvorlage durchzuberaten, stimme er zu. t , v Unter allseitigem Einverständnis wird so beschlossen. Donnerstag vormittag: Banderole, dann Finanzgesetz. Ihr Wortführer bemerft, die Sache sei auf Grund tjung zwischen Konservativen und Zentrum zustande gekommen: w- bald es aber ins einzelne gehe, leide die Verständigung Schiss- brudji Ein nationalliberales Kommissionsmitglied gab seinem Erstaunen darüber Ausdruck, - daß ein konservativer Abgeordneter Preußens in dieser Situation und nach den Vorgängen in der Aranntlveinsteuerberatung die Solidarität Preußens mit dem Süden Deutschlands verMnden könne. Er freue sich, dgß endlich einmal ein Vertreter der preußischen Regierung in der ftoinmihwn erschienen sei, der die Interessen des Nordens gegenüber den Ansprüchen oes Südens energisch vertrete. 60 Mk. für inlauduch- Tabakblätter sei . bei einem Wertzuschlag von 30 Mk. für ausländische Tabake entschieden deshalb gerechter, weil dabei das bis- wieder mit Bestimmtheit behauptet wurde, daß zwischen dem Fürsten Bülow und den Konservativen neue Verhandlungen im Gange seien, die aller Voraussicht nach zu einer Verständigung über die Finanzreform führen würden. Als das Opfer, das Bülow für dieses neue Kompromiß zu bringen bereit sei, wird auch hier der Reichschatzsekretär Sydow bezeichnet, der schvn in naher Zeit einem Nachfolger Platz machen solle. Auf welcher Basis die Verständigung zwischen dem Reichskanzler und den Konservativen erfolgen soll, geht aus einer weiteren Meldung hervor, wonach Konservative und Zentrum sich neuerdings lebhaft für eine Bankumsatzsteuer interessieren sollen. Auch die. liberalen Parteien bis in die Kreise der freisinnigen Vereinigung hinein sollen, wie die „Kieler Neueste Nachrichten" erfahren, bereit sein, einer von der Regierung vorgeschlagenen Erhöhung des Börsenumsatzstempels zuzustimmen. Einzelne nationalliberale Abgeordneten haben sich wegen dieser Steuer bereits mit den einzelnen Großbanken ins Einvernehmen gesetzt. Bis nach Pfingsten werden die Parteien jedoch noch Zeit genug haben, fidy über diese Fragen näher zu verständigen. Der Reichstag wird nach den jetzt bestehenden Vereinbarungen bereits am nächsten Dienstag oder Mittwoch in die Pfingstferien gehen. Die Finanzkommission des Reichstages dürste noch einige Tage länger beraten, um die zweite Lesung der Reichsfinanzreform möglichst zu fördern. Das Plenum des Reichstages wird auch nach Pfingsten zunächst nicht zu- fammentreten, sondern der Finanzkommission Zett zur Weiterberatung lassen, die vermutlich bald nach den Pfingst- feiertagen ihre Beratungen wieder aufnehmen wird. Eine genaue Bestimmung darüber dürste in den nächsten Tagen vom Senioren-Konvent des Reichstages getroffen werden. Kotttißchs Cagessehar». Die Monarchenbegeonung in Brindisi. Gestern vormittag um 10y3 Uhr traf die Kaiserjacht hohenzollern" mit dem Kaiserpaar an Bord in Brindisi ein und wurde dort vom italienischen Königspaare und der Bevöllerung überaus herzlich begrüßt. Der Kaiser und die Kaiserin empfingen alsbald nach ihrer Ankunft an Bord der „Hohenzollern" den Besuch des Königs und der Königin von Italien. Der Kaiser nahm die Meldungen des Botschafters in Rom v. Jagow sowie des dortigen deutschen Militär- und Marine-AttachSs entgegen; ferner empfing er die Spitzen der italienischen Marine-, Militär- und Zivilbehörden. Um 12 Uhr fand beim König und der Königin von Italien auf dem Panzer „Bittorio Emanuele" Frühstück statt. Bei der Frühstückstafel tranken die beiden Souveräne auf ihr gegenseitiges Wohl, auf das ihrer Häuser und ihrer durch den Dreibund geeinigten Länder, deren Bündnis sich drei Jahrzehnte hindurch als Friedens- hort erwiesen hat. Der Kaiser gedachte nochmals besonders des schweren Unglücks, das Sizilien betroffen hat und gab der Bewunderung für die aufopfernde Tätigkeit Ausdruck, die der König und die Königin bei dieser Gelegenheit an den Tag gelegt haben. Um 4 Uhr gaben die Majestäten an Bord der „Hohenzollern" Tee, ivozu der König und die Königin mit Gefolge geladen waren. Um 5 Uhr erfolgte die Abfahrt nach Pola, wo die Ankunft heute erfolgt. Der Hofzug, mit dem das deutsche Kaiserpaar um 4 Uhr nachmittags die Reise nach Wien fortsetzen wird, ist bereits hier eingetroffen. Zum Empfange des deutschen Kaiser- paares wird auch Erzherzogin Marie Josepha von Brioni herüberkommen. Beim Empfange werden Truppen Spalier bilden. Auf der Mole wird eine Abteilung Matrosen Aufstellung nehmen. — Die „Tribuna" führt aus, die Zusammenkunft in Brindisi zeige, daß die Behauptung, die Bande des Dreibundes seien gelockert, nicht der Wahrheit entspreche. Der Dreibund sei noch immer eine strategische Stellung ersten Ranges gegen jeden kriegerischen Zusammenstoß. Deshalb seien ihm alle vernünftigen Staatsmänner Italiens und der beiden ihm verbündeten Reiche günstig gesinnt. Die gestrige Zusammenkunft der Souveräne sei gerade deswegen, weil 'jetzt zwischen beiden Staaten keine brennende Frage oorliege, ein Beweis wechselseitiger Sympathie, loyaler Freundschaft ohne Vorbehalt und ein Zeichen ausgezeichneter Beziehungen znnschen beiden Ländern, sie> werde daher von ganz Italien mit aufrichtiger Freude begrüßt. Die Cabaffteuer in der Manzfommission. Nachdem ant Dienstag nachmittag die FinanzLonrrnission mit einer Mehrheit aus Zentrum, Konservativen, Reichspartei und Wirtschaftlichen Vereinigung den Vorschlägen der Subkommission grundsätzlich zugestimmt hatte, begann am gestrigen Mittwoch die Elnzelberatung dieses Entwurfes. § 1 betrifft den Gewichts- zvll, für den die Subkommission eine mäßige Erhöhung vorgeschlagen hat, während die eigentlich grundlegende Bestimmung über den Wertxuschlag her § 1 a enthält. Nach dem Entwurf der Subkommission soll der Gewichts zoll bei Tabakblättern 85 Mk. pro Doppelzentner betragen, bearbeitete Tabakblätter 180 Mk., Zigarren 400 Mk., Zigaretten 700 Mk. und entsprechende Sätze bei den anderen Tabakfabrikaten. Die Konservativen beantragen eine erhebliche Heraufsetzung des Gewichtszolls: Tabakblätter 125 Mk., bearbeitete Tabakblätter 225 Mk., Zigarren 700 Mk., Zigaretten 1000 Mk. usw. Die Sähe der Subkommission würden, wie hierzu von dem Anttag- steller erklärt wurde, nicht den erforderlichen Ertrag bringen. Das Zentrum erklärte, daß es für diese hohen Zölle nicht zu haben sei. Sollte die Vorlage daran scheitern, so lehne es die Verantwortung ab. lieber den Antrag der Subkommission würde seine Partei nicht hinausgel;en. Tie Konservativen hielten demgegenüber an den beantragten höheren Sätzen fest, denn bei den Sätzen der Subkommission be- tragc die Belastung der einzelnen Zigarre nicht einmal einen Pfennig. Wie sollten da die erforderlichen 70 bis 80 Millionen herauskommen? Werde dieser Erttag nicht erhielt dann sei ja die Vorlage fiflr die "Regierung unannehmbar, wie sie wiederholt erhärt habe. Beim Spiritus habe man ja auch 100 Millionen hnnusgeyreßt, obgleich 'dieser viel weniger Steuern tragen, fönne als der Tabak. Ein Ausweg wäre vielleicht darin zu rinben, daß man den Wertzoll entsprechend erhöhe. Der Wortführer bei- Konservativen kündigte neben der Erhöhung des Gewichtszolles auch stoch den Antrag an, den von der Subkommission auf 30 Proz. festgesetzten Wertzoll auf 50 Proz. zu erhöhen. Ein sozialdemokrattscher Redner berechnete aus dem Antrag der Kouservattven bei dem Satz von 225 Mark für Zigarren- laba? die Belastung der einzelnen Zigarre auf 1,6 Pfennig. Schatzsekretär Dr. Sydow: Die Verbündeten Regierungen stehen, wie ich erflären muß, auf dem Standpunkt, daß eine Lösung der Finanzresvrm überhaupt nur dann erfolgen farm, toerai das Erträgnis beim Tabak sick aus 70 bis 80 Millionen Mark beläuft, denn es ist unmöglich, einen eigenen Ersatz zu finden. Die Ersatzsteuern braucht die Regierung für andere ab- gelehnte Steuern. Me Abstimmung Wer § 1 hat ein negatives Ergebnis. Gegen Len Antrag der Konservativen stimmt mit der gesamten Linken euch 'das Zentrum sowie die Wirtschaftliche Vereinigung. Somit ist er abgelehnt. Für die Sätze der SWkommission stimmen nur Zentrum, Polen und Wirtschaftliche Vereinigung, während sich Me beiden konservativen Parteien enthalten, und so wird §1 mit Stimmengleichheft, 11 Stimmen gegen 11 Stimmen der Linken abgelehrtt. Es verbleibt also zunächst beim gegenwärtig bestehenden Gewichtszoll. _ „ _ , t § 1 a enthält den Wertzuschlag zum Tabakzoll. Nach bem Anträge der Subkommission soll er 30 Proz. betragen. Die Konservativen beantragen 70 Proz. Für den Anttag treten nur Konservative, Reichspartei und Wirtschaftliche Vereinigung ein. Mitten in der Abstimmung wird aus der Reichspartei ein Anttag auf 50 Proz. Werttuschlag gestellt. Auch für diesen Antrag stimmt nur dieselbe Minderheit. Dann wird der Vorschlag der Snb- lommission mit 15 Stimmen angenommen. Eine Reihe weiterer Vestimmungen wird mit von konservativer Seite beantragten kleinen Aenderungen angenommen. § 1g handelt vom Ankanfsrecht des Reiches. Erklärt das Prüsnngsamt eine Wertanmeldung für unzulänglich, so steht der Reick-sjinanzoerwaltung das Ankaufsrecht gegen Zahlung des angemeldeten Wertes mit einem Zuschläge von 5 vom Hundert zu. Die Sozialdemottaten fragen, was geschehen solle, wenn die Be- amten sich bei einer Wertbestimmung irren. Ministerialdirektor Kühn verweist die Regelung auf das Beamtenhaftpflichtgesetz. § 1 g wird schließlich genehmigt ebenso eine Reihe anderer Be- fttmmungen des Entwurfs. . Eine sehr lebhafte Auseuiandersetzung gibt es dann bei § 2, her von der Jnlandsteuer handelt. Nach dem BeMuß der Subkommission wird die zurzeit geltende Steuer von 4o Mk. aus 50 Mk. erhöht. Das Zentrum beantragt eine Erhöhung auf 60 Mk., da nur dadurch der norddeutsche Tabak gegen den süddeutschen konkurrenzfähig sei. Der badische Bundesratsvevollmächtigte spricht gegen diesen Antrag. Das Verhältnis der Belastung des inländischen Tabaks zum ausländischen sei seit 30 Jahren gleich geblieben, 53 zu 100. Wolle man dieses Verhältnis wtzt ändern, so stärke man den ausländischen Tabak und schädige den süd- beutschen. . Der Vertreter der preußischen Regierung steht dagegen ans denk Standpunkt, daß der Anttag des Zentrums durchaus sachgemäß und richtig sei. Bei einer Erhöhung der Jnlandsteuer auf 60 Mk. fxtbe der inländische Tabak immer noch den alten Zollschutz. Scl-atzsekretär Sydow erklärt, es handle sich hier um einen wirtschastllck>en Gegensatz zwischen Nord- und Süddeutschland, und csmüsse dem Bundesrat überlassen bleiben, wie »ich dieser Gegensatz austragen lasse. Ter Vertreter von Elsaß-Lothnngen tritt feinem badischen Kollegen in jeder Beziehung bei. .. . Der Antragsteller aus dem Zentrum erklärt, er müfse * stellen, daß die Vertteter der süddeutschen Regierungen gegen eine Erhöhung der Einnahmen des Reiä-es aufgetreten leien. Ta könne man es auch den Parteien nicht übelnehMQi, wenn sie nickst alle Steuern in,dem Umfange bewilligen, wie die Regierung es wünsck-e. Das wichtigste wäre eigentlich, auf die Jnlandsneuer auch einen 30 prozentigen Wertznschlag zu legen. Soioeit wolle er aber nicht gehen. Es müsse doch noch ein gerechter Ausgleich ge- Sydow ist amtsmiide? Es scheint, daß der Reichsschatzsekretär nachgerade die Hoffnung aufgegeben hat, die Reichsfiuanzreforni glücklich zu Ende fuhren zu können. J$n den ihm nahestehenden urnoncye .aaDarc entianeßen oesyaio gerechter, weit uuuci uuy uw- greisen mirD ' Taften ’btib befreitzu" Werdern bange Verhältnis aufrecht erhalten werdo. Der Anttag ilbeba** UßU fernem undankbaren Poften bald befreit g-u werden. SBrfjner und der silbernen Verdienst Medaille dem Lotniu ttskafjcotcner Ruff er erteilt * Erle d i g t c Lehrernellen Eine mit einem ladb Lehrer besetzende Lehrerstelle an der Estmeindescb.i e au Jügesheim: eine mit einem kalb Lehrer *su bc setzende Lehrerstelle an der « - meindesckmle ;u «lein Ärot'cnburg: dem Inhab r Föimen die Funktionen eine? Äauvtlehrers an dieser schule gegen bcjoiio re Vergütung übertragen werden: eine mit einer kaih Lehrerin zu bc setzende Lehrerinsvelle an der Gemeindeschule zu jklein Lrotzenburg. •* Ter Gerichtsvoll-ieherverband des Groß herrogtums Reffen hält am nächsten Sonntag un.er dem Präsidium des «erbandsvorsitzenden Rollenhagen aus Darmstadt in der „Alemannia" frit Frankfurt a. M behufs Beratung verschiedener interner Berufsangelegen heilen eine Generalversammlung ab Bei den 62 Amtsgerichten des Grohhcrzogkums fungieren zurzeit an nähernd 80 Gerichtsvollzieher. Bauprüfungen Auf Grund deS h der Verordnung Dom 15, Juli 1608, die Ausbildung und Prüfung für den mittleren Staats- und Krcisdicnst im Baufach betr, werden hiermit ernannt zum Vorsitzenden des PrüfungS rrmt-3 für die mittleren Stellen im Baufach Geh Cberbaurat Kli«gelhösser, liebem dieses ihing»ami-3 die Bauräte Paul, Wagner und ffnapp liebet Rullvtau,gaben der ärztlichen Million in den Kolonien sprach gestern abend in der alten Aula berr Dr med. Liebig, der Ttrektor deS mtsßon4ärzlliche„ Instituts in Tübingen. Er lührte etwa folgende- auS: Bon einem alten Akademiker erwartet man wobt einen afabcmtidien Vortrag, aber ich bin an einer ärztlichen MifsionSanstalt tätig und will nur meine Erfahrungen mitteilen. Wenn Sie fragen: Das ist ärjt liche Mission k so verweise ich sie nur auf den barml-erzigen Sarna riter. Man will durch ärztlich geschulte- Personal an Kranken Liebe erweisen. Wer in dieser Tätigkeit steht, d. h. iver Liebe ver breitet, wird geliebt. Al« Anfang der 70er Jahre Bi-marck in die Welt hinaustelegraphierte: Das Land nördlich vom Cranje steht unter deutschem Schutz, da ging ein Jubel auch durch die Teutschen im Auel'mde. Aber der Rücktchlag kam bald, man wurde bald der Kolonien müde. Heute haben wir einen neuen Kurs. Man Erkennt, bau man die Eingeborenen wirtschaitlich und gesundheit lieb kulturell heben muh. Zunächst sind c5 in unseren Kolonien eine Ilnzal)! von Krankheiten, die die Bevölkerung dezimieren. In erster Vuue die Malaria Man hat in neuerer Zeit gesunden, bah eine Art von giftigen Mücken diese Krankheit venulacbt. Eine andere Krankheit ist die log. Schlafkrankheit, die durch eine Stechfliege verursacht wird Wir können die Eingeborenen belehren, wie sie iict vor Infektionen schützen und die Kraiikheit heilen. Dazu braucht man daö Bertraneu dieser Völker. Tas erreicht inan aber in erster Linie durch die Missionare. Eine andere Krankheit ist Beriberi. Man hat hier Eoidemieu erlebt, die so heilig waren wie die Cholera. Tritt die Krankheit akut auf, dann kann der Mensch in wenigen Stunden tot sein Aber die Krankheit kann auch Jahre iar>ai darin seinen Grund, hnn diese Völker de M-ru-'i' miteffen zu können. Es sind also Ausflüsse eines verkehrten Glaubens. Tie Menscheujeele geht nach dem Tode in daö iffemerreich, und ein Mensck). bei nicht genug -ccleuftoff auigrncmnten hat, wird von aller Itanb Krankheiten befalle». Bei ihn 'BataTat auf Sumatra unb auch hi Kamerun tvnrtx bei säugling mit der toten Mu m M verboten, und da setzt man die Säuglinge nun i imlid) au l ini and re Ursache ifl ber un nudi, bei den Lernen Veranlassung den 3^11101111(1 vi töten Die Ursache an diesen und anderen Boi ! gt s;e Unwissenheit bc: heidnischen Völker Die anfklarende Tätigkeit der Munon in dieser Bemlmng wirb von i i ? Miiiionsäl zte roc l> n die Miss i'iimc, diesen Völkern Gr. nl das es gid sei, die SToIonien mit Hllfe »er ?Riu innen mit einem Retz von Aerztrn ,n überziehen Tie evang. unb kath Missionen haben itd) bannt euiverflanben erklärt Dir Mensch mutz ein Zdeal haben Wenn wir Erin $erl < 6Wui tuibeii, dann geraten mir in Aberglauben Ätheitzndie Volker haben nidu SeNmmchk gemtg Tie Völker müssen daher bot Olwiilcittmn bekommen Die inuhnmebaniidien Völker fitzen un tiefsten Elend brinnen Wir können unfern MolonialDOllern daher nicht die miihmmbaniidi* Kultur geben, auch nidit du bubbnti’d) fordert iunädgt nicht and als Vertrauen auf Gott Wir müffen das (ShrÜtentum verbreiten, weil ber Mubaincbanisnrns in nm ereil Kolonien io grotze Fort lchritte madu Redner idiilbert bann das verderbliche Wesen des MuhamedaniSinus Tic Panislanntifchc Bewegung hat grotze Auf stände geyitigt Sie bat drei Zentren uoei polrtiidir. m Kon stantinovel und Saito, von wo ans gegen die Europäer gehetzt wirb, und ein religiöses Zcntrnn in .vir. - Kenner des MubomcbaniSnms lagt, batz die curvväiichcn Regierungen, die über '.V?ulhinut»aner betridjen, gar nicht wützten, batz fie aut einem ka aus icidu ein allgemeiner Aufstand brr vor gerufen werden Auch in unseren Ävionicn gibt es Angehörige gtbcunci niulamebaniidicr Sekten, die als muh'.meoa nifchc Miitionarr gegen die Regierung besten. Ze mehr wii Wege und Eifenbadneu bauen, umfomeln ebnen wir dem Miihainebani? muS die Wege, wenn wir nicht durch dn nthdv Miiiionst nigkrit dem wieder Einhalt hm N ebner idnlbert dann, auf welche Weife diele mubnncbiiniidycii Mifiioimrc ben Islam ausbreiten Tie Sieger fühlen sich von un» hnuha abgestotzen, weil sie bei uns nidit genügend Unterstützung ,inden Ter Mubamedani-mus aber kommt den Negern in icbcr Weife entgegen. Em miSge zeichnete- Mittel gegen btt Ausbreitung des Mu Ham edan iSmus ist bic ätztl cbe "ton. Tas hat auch idrou die niederländische Regierung ui Sumatra cvkaiint und fordert nun die Gbrifttannierung als be»~tc6 Mittel gegen die dortige Autstandsdewegung der Atteb. Auch wir müssen bei Zeiten dafür forgen. datz untere Kolonien chrut:a!i uert werden, um getreu llnhitanen zu oekvimnen. Die England, r und Amertkan i ixtb. -dx'tt langst eingneben, • den ärztluben Mmwnen ymmrmt 3n Amerika gibt cs togar die ganic medizmifch»- ivahiltät. die nur MmionSärzte ausdiltzet. Tentfchland bat nur 18 Miiiwnsärzte, in den deutidten Kolonien arbeiten hiervon nur uoet Tie Engländer und Amerikaner 1 ? n dagegen 8Ö0 Miffionsärzte und ärzttnnen. In Tenfrtilanb hat nuiu das Unb i so ist jetzt in Tübingen ent Institut iür äntluhc Mission gegrünt t worden Das Institut will nmge Medivner autnebmni und uc mit der Mitfwn bekannt machen In bic*cm Inütkut »ollen auch Missionare auSgcb'ld-'t werden in einem ermähn «ich Kursus, in mit prafnicbe medizmnd Üenntnii’. und Wertigkeiten, damii fte fern von Aerzten im Misswn? ,eb»ete bi. riie ärulidw vuie l n sonnen Tie BeiurdUiing. datz Uurpiuidxr grotz aeiogai wurd n, ist schon dadurch befeitigt. bau ,eder -.i iouar sich verpili.hiei, in Europa kein äritiidr 'Bia av. uüKn Im Tüdma stihil sollen aud» .rrauon in >?ebammrnlunst und Sauglin . . mioacbüba warben. AutzeiDcui zoll noch cuu? zropenllmtf ci richtet werden, für die aus den Tropen veunsebrenden Man wird dann m lönngen Kranken material haben, an dem die lungen Mcdiiiner auegebilbet werden können In Tßtnnq-n bat man natürlich mcht die Hilfsmittel wi< im Tropentaateni'drn 3 nut tu: :ii Hamburg, aber man kann den jungen Medizinern doch in Tubinatn r nm guten Uederbl.ck übn btt Tropenkrankbettrn geben Hebner idjlieft unter groficm Betiall der Versammlung. nrt Ad Weber, der gegen ivartig ein neue» Wohn Harts ausfuhrt, fand am Samstag beim tlbreiBtn einer alten Mauer ein gut erhaltenes brblifches Wandbild aus gebranntem Ion und am Montag beim Abreisten einer alten Brunnenmauer ■'inen Topf mit Silbermünzen gelullt Es find un gefähr 6(>— 70 grotze Stürke und über 1700 kleine aus den Jahren 1640—1700. Viele tragen das Bild ..Lud. XIII. Uex. Fr. et Nav. Besonder« zahlreich find kurpfälzische Stücke < Elpenrod, 12. Mai Bei der Wahl eines Bei geordneten wurden Metzgermeister Zoll und Schmiede- meister Fischer mit je 23 Stimmen gewählt, eine Stimme siel auf den Landwirt Kratz. Es mutz somit eine aber malige Beigeordneten wähl erfolgen. Seitheriger B «g'oid- ne ter war der bekannte und beliebte Gastwirt und Metzger W. Zoll, der kürzlich verstorben ist. rl. Merkenfritz, 12 Mai Bei unserem Tone landete abermals ein Luftballon des „Verein für Luftfchiffahrt"' aus FrankfuN a M Ter Ballon war gegen ' .3 Uhr in Frankfurt a M. aufgesliegen und landete um > Uhr in M. Er trug die Be^ichnunA „Tillie." Nachdem die Landung, die glatt auf einem Hügel vor sich ging, geschehen war, entfliegen 3 Frankfurter Herren dem Korb Tie Leute von hier und Hirzenhain strömten in Scharen bcrbei, da viele von ihnen ein solches Luftunyetüm in unmittelbarer Nähe noch nidit gesehen hatten Sie zeigten sich bei der Bergung sehr behilflich, weshalb es die Herren an einer guten Belohnung nicht fehlen ließen. Tic drei Insassen ließen den verpackten Ballon als Eilgut ausgeben und fuhren selber mit Zug 8.43 Uhr nach ihrer Heimat. ££ Mücke, 12. Mat Eine stark von den Zigeuner- Horden frequentierte Gegend bildet die nachbarliche Straße in den Kreis Schotten. Ucberhaupt sind die Kreis- grenzen, wie sie hier die Kreise Alsfeld, Gießen und Schotten bilden, gern begangene Wege Der Zigeunerbanden So zog jetzt wieder /ine Zigeunerfchar in der Stärke von 80 bis 90 Köpfen vorüber und ergoß sich über das beuadibartc Merlau Jetzt, wo alle arbeitsfähigen Leute im FclD und Garten beschäftigt und nur Greise oder Greisinnen des Hauses Hüter bilden, blüht der Weizen der braunen Zug vögel. So hießen sie in Merlau .3 Hühner, einen Butter weck, einen Laib Brot und einen Unterrock mitgehen Mutz den Banden ohnehin auf die langen Finger gesehen iverden, so ist das um diese Zeit um so nötiger. FE. Büdingen, 11. Mat Am 17. Mai ds. Js. de geht die Tante des Fürsten Wolfgang zu Bfenburg und Bü dingen, die älteste Schwester seines verftorbenen Balers, die am 17. Mai 1859 hier mit dem damaligen Grafen, jetzigen Fürsten Wolfgang zu Castel Nüdenlxiusen, vermählte Prinzessin Emma das Fest ber goldenen H o ch leit Der Fürst ist 1830, die Fürstin 1841 hier geboren Ter Fürst ist Senior des Fürstlichen GesamthanseS Castell, erblicher Reichsrat ber Krone Bayern Ter Ehe sind adit Kinder, fünf Sohne und drei Töchter, entsprossen, von denen zwei Söhne Töchter des Fabrikbesitzers v. Faber aus Wim berg geheiratet haben unb ber eine für sich unb feine Nadi kommen bic bayerische Bewilligung, sich Graf von Faber Eastcll zu nennen, erhalten hat Tic älteste Tochter be<- fülittidien Paares ist mit bem Fürsten zu Stolberg-Wer ii igerobe vermählt R. B. Tar m stabt, 11 Mai Turdi Leuchtgas vergiftet I>at sich heute abend 1 ..8 Uhr bie in ber Lieb frauenslratze wohnhafte Witwe Graulich Trotz aller au gestellten Wieberbelebungsverstidie gelang es aber nidit, sie am Leben zu erhalten. Tie Tat bürste in einem Anfall von Schwermut begangen ivoroen fein. l; M ainz, 12. Mai In ber 6. Kompagnie bcs 87. Nass Infanterie »Regiments ist bie Genickstarre ausgebrochen Gs sind alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worben — In Kastel hat ber Arbeiter Hein se , ber mit einem Verioaubten in Schlägereien geraten war, burdi einen Hieb mit einem Prügel bem danebenstehenben 2> ..jährigen Kinde feines Per ivanoten fast ben Scluibel eingefdilagen Das lebensgefährlich verletzte Kinb fani ins Hospital. --- W» 8 mar, 12. Mai. An» pimmelfahrt-itaflc foiyerncrt hier in bem fthou geleqenen Garten des Gastwirts Brück die fiapelle des Marburger IäaeibataillvnS. Ta bet Platz fast am Vahnliof liegt, bietet sich für Ausflügler dort cm idwnet Aufenthaltsort. (Näheres durch Inserat niemer der näcknen Nummern» l). Frankfurt a M, 12. Mai. Tic Ermittelungen der Kriminalpolizei über den Täter, der Freitag nadn ben Uebetfall auf die Bauunternehmers Ehefrau Her mann un Eisenbahn Eoup 6 beging, haben zu keinen, Ergebnis geführt Es sind Personen vernanrrnen worden, bie in ber Nähe bes TalortcS eine verdächtiae Person gc sehen haben wollen Alle Spuren, bic verfolgt würben, führten aber zu keinem Resultat. ____ * Kleine M itteilungen aui Hesse» und ben Nachbarstaaten Ter Tarmstadier Polizenvachtinei ter Roßmann wurde heute mittag 12 Uhr Obern am vergottsberg tot ausgefunden <'r hat anidiemenb m einem Anfall von ^ei'tcsumnacbtung Selbstmord verübt. — B ü r g e r in e i ft e r Saab ouS Billings bat sich erhängt. Tie Ursache hierzu ichemt in einem nervösen Leiben iu hegen. — . 3 di 1 t t t in Bernsburg wurde als Beigeordneter tut diele Gemeinde w'ederqewahU unb bestätigt. — In Toylar ; Bald oerhaitet, weil cr im verdacht steh:, sein kürzlich abgebraniites Gebö't anqezündet zu haben. Canfra»irtü*baft. § Aus dem Vogelsberg, 12. Mai. Bei ben Heiner en Landwirten herrscht Futtermangel Die Heu» vorrate sind zur Neige gegangen, unb Grünfutter ist trotz ber Mitte bes Mai noch nicht porhanben. Terf^raswuchs steht noch auf berfclben Stufe wie zu Anfang düfes Monats Tie unausgesetzt falte, hohle Norblutt. die eisigen Rächte — in vergangener Nach: fiel bas Thermometer tmeber unter '»htil —, bei Mangel jeglichen NÜberschlages hemmen allen Wachstum Tas zarte Maigrün des lungbelaubtcn Walbes. wie auch bas Wieiengrun lieht bräunlich aus, eine Iolge der kalten Witterung Ter seitherige Verlauf des M'cn tvar ein Hemmidiuh für die Begetatton. Teffeu ungeachtet bat biefe Wetterlage auch ihr Gutes gehabt Tas iü einmal bie ganz vortref'lichc Bebauung bes Bodens für die Kartoffeln unb für das Sommergetreide bas anbcremal ber Schutz, ben sie bot. gegen bas Ungeziefer, insonberdeil bie Maikäfer Man mußte in biejem Jahr Maiküfer, bic Kälte, hielt sie zurück Nunmehr öffnen der tveiier die Rc»fnächte an, bann geht bie ganze Cbüernic tu die .\YLmmeptxtie. Unit>criität»*nadirirtitcn- Marburg, 12 Mai Als Privatbozent brr pdilv ophifchen Fakultät ber Un versttak habilitiert sich am nächsten Freitag Tr Alfred Rühl mit einer Antrittsvorlesung über „Ttc Niederschlagstvven unb ihre geographische Bedeutung" Arbeiterbewegung. Mainz, 12. "51 au Ter Streik der ErSardeuer bet der Niederlegung der IestungSwälle ist dntch Aneckennung des lanK beendet. <^ericbt>faal. s Tarnt nabt, 12. Mai. In welch unglaublicher Weite der 138,ädrige Schuhmacher xxrm. Kellner aus £ H r n bad>, ircgcn geringfügigen Vergehens von den dottig n 2 dm bleuten s Zt handelt worden war, wurde m der heutigen Sziaikammer» Verbandlung aus Tageslicht gezogen. Kellner iolltr am 23. Avni v I nachts Rudeslörung verübt baten und war bmerbolb ojnt Schötfengeeicht ju 15 Mk tseldstrast verurteilt worden In ber l/culiflcn 2- : iaatc der damalige Schutzmann Kling aus, datz Kellner sich ohne Widerstand zu teilten, am seine Aufforderung bin mit zur Wach' degeven habe Aus die Frage des VoNitzend-m, weshalb er den K mitgenommen habe, erwidert ber Zeuge, datz Kellner anicbemend mit feiner Braut Streit gehabt läne und dadurch die Ruhestörung verursach bade Trotzd.'m S leinen Namen angab, mußte er mit jur Wache Seine Braut ging mit unb wurde von dem hinjugekommenen Schutzmann Hevl geleitet Au' der Wache ioll K von dem Sdmpmann Hevl mit einem Gummiichlaud) ober einem ahnltdxn Instrumem auf* ichverste nus handelt worden fein. Kellner bradtr ärztlich Atteste bei, wonach Verletzungen, die von emo» Guminndüanch der rühren konnten, an tbm fefigerteilt wurden Ta Schutzmann Hevl di« in der SchoffetigeridnsverHandlung vom 12 März o I adge- ichiiwrcn batte, wurde von tx wegen Meineids gegen ibn nngdeitci. iet ’ u mangel» Beweises wieder nnflcrtellt. Von der StaatsanwaUichaft waren f Zt. die Akten ber Stadt Offenbach über geben worden, damit ne ein T»fzi- plinarversabren gegen den ScHutzmai,n einlntr Tie Stadt lcdnte dies ab In der bcutigcn Verbandlung mutzten die, Schutzleute zugeden, daß fit ohne eigentlich Veranl'N'nng Kellner an Arm unb Bein qeieiidt und in eine Zelle geworfen hätten Nidit er- wiesen wurde, daß K iid) an dem Schutzmann Hevl abiuhtlidi aui der Wadn oergriifen habe. Reck: Anwalt Tr Bender geißelte das unangebrachte Verhallen ber Schutzleute Tic Bd'upkulc hatten, als K sich wehrte, zum Fefieln ein Tau geholt und iidmluh den K damit auch gtidilagcn Bender beantragt kostenlose Fre, ivrechung. Staatsanwalt Tr Hoo» bittet ebtniall#, den Ange- klagten von Straie und Kosten j r e i z u s p r e ch e n. Ta» Gericht gab den Anträgen Folge. Tori in und, 12. Mai. Die dritte Ztoilkammer de» Land- Gerichtes bat beute die Klage von sechs Witwen ber|aio Zeche ,Raddod- Verunglückt«, welche dahin ging, das gefammelie «'Selb an die Huuerdliebenen gleichmäßig zu oerieilen ober eventuell die Rente zu erhöhen, fofttnpflidilig abgewiesen. Eine Begründung des Urteil# erfolgte nicht. Der Mord auf der Landstraße. (Fortsetzung.) F.E Wiesbaden, 12. Mat Heute war der Andrang des Publikums zu der Vcrhandluni bcsonders stark. Nachdem drei Zeugen nbvi bic Bc iehungen br Burtkard zur Thamer ucuwmmni und ocrfcfcicbenr Oertlubfeitei bei Königstein an Hand von Karten jestgcikcllt inorbcn waren, wurde bic eidliche Aussage der vor einigen Tagen verstör denen achtzigjährigen KartenidKägerin Mang aus Vrvntxrg verleje» Tarim-3 ging hervor, daß gegen 8 llbr rrüb am Mordtage du Thainer in Eronbrrg bei der Mang mivcsen, tn-* Marten bat ne an di esem Tage nicht gelegt Tie Tbamrr habe ihr aber arant, sie Ihüx beule io Angst vor Burkhard uno innen Buben, 0.: eine habe sie tagsoorher nod) gefragt, wann iie jum Jermiu an, 18. Januar fahre Bis zu diesem Punkte waren 16 Zni^cn ver nommnt, nunmehr wurden weitere 51 Zeugen in den raal ge rufen, von denen zunächst die Ehefrau de» Ang. Nagten als.stugin vorgerufen luurbe Ter Vorsitzende ermahnte die Zeugj», nach- dein sie crlärtc, daß sie auSiagcn wolle Bew gung, die^Wahrbeit zu sagen Die Frau deponiertem Arn Mordtage in oer .Frühe um 7* । Uhr Im beit meine Sohne Gcvrg und Pinlivv Oie W .'»«minO verlassen, mein Mann lag noch zu Bctt .11 •> es 7,28 Uh: idnug sagte mein Mann „sieh mal. ob in den tetzt nach Erondera attahrmben Zuge bic Frau THamer einfteigt." diei> ftin et», was idi meinem Mann sagte. Taraurbm mriieh mein Mann rasch sein Lager, zog seinen ichwarzen Anzug an, nahm entrn iividhii Filzhut unb ging schleunigst iwg 10'. llbr krdtte er uirikf, er sagte zu mir „sag nicht-, das, ich ioeg war," unb legte sich wieder zu Bett Mein Sohn Pbilivv kam fun nach meinem Mann, mein Sohn Georg erschien mit II* llbr Um 12,58 llbr begab sich mein Mann mit ber Bahr in hnrnclbrn ?lnzug wie am Morgen, aber mit einem Mantel, den am Morgen einer ber Söhne anbattc, nach Ewnderg Am 17 Zanuar lagtc mein Mann: „Tri Philipp fall sich weqschaneii. o.'nn uno tmr gerettet. ’ Ich wußte glicht, was ba bedeute» ’olltr. und ent geqncte. „Bist du »rrrüdt Ml» id> am 1» lunaar jum iritcitmal vernommen imirbf, merlie idi erü, daß mein Man» nnt dem Thainerfchen Mord m Verbindung Nein »1: habe .urrn iroar getagt, mein Mann wäre am 13 Zammr zu Hanse geweien, ■ i-ätcr dies aber widerrufen, weil idi bei der Wahrheit hkibte unb mich einer Verbastung nicht aust'ctzen wollte Taß tdi ».ings nickt bet der Wahrheit blieb, geschah mr Mitleid nftnem Mann und Kindern Boi nnigen Tagen kam nn Teteklw zu nnr unb sagt-. ich sollte bet der SdUDuiqrnd t#t»nb«inbhing lagen, mein Mann fei am Mordtage zukauic gewesen, dann konnte moe ibn, du Angeklagten, durchschanen. 3cb reagierte md't bar «tu. t-a mich der Wachtmeister Baumann darauf btnwi^s. bic Wabe beit ui sagen Was meinen Svbn Philtvo detrikst, io tft dsß cm guter Junge Auf mein Zureden in Königrt 'n bei unserer Vernehmung, die W^ihrbetl zu sagen, fiel mir 1-. ipp um ora Ha!» und »agte ..ich bube dem Vater den h.-voloer beiorgt" „Warum bat -ßbihDP wohl dem Vater den N.-voloer besorgt.' fragt' der Voritk^ nde die Zeugin: „fBabvdKinlirfv um rtne Wendung derbeijuführen in dem Berhältni» bc» Ba:crc> IN- nur ' Ter Angeklagte. Burkbord len, zur Aeugerun« b«ruber dUTgeruien. rrflärw: „Was meine Frau gesagt, irt unmabr, cfj trt ihr dies eingeredet worden. Ich kann nach allem sagen, man heben bic Thamer weggefchant. meine .>raa bat barw^j i-ivutzt und nun wollen fie mir die xadx in die cdmbr dnebew. Bewcnma Ich habe die Ibamir nicht ttnordci. id wt an bem Mordtage niiht weg. idi nwr »n Haust " Ite 3eugu: Mi* bet ihren Au- iiitntn heftig un ..Wenirf", er wollte »ie los fern and gnir de* ’afb zum Revolver Er mellte sich wegen ber d-iantt-'w "Nb* Tdarnerschen Anzavnmaen früher schon stlbrt da- Leben n^m» Nunmehr wurde fbiliPP Burkhard au’aennrn. nch jIxt btf Aussttgra der .st-.-gin in äußern Et tagte „Was mruu Jrtrr getagt, hniid-.tltd) meiner, ift wahr' Die 18- unb I" t ibrigfll Töchter des Angeklagten erTlärlen. bic Mutter babr gr»aat, der Ter AnaeNagte bezeichnete auch biete Auslagen als tmridnia und nn.Ktridtert Ter ällrftr. 19 i.ibrw 2'hn t^eora. brr i rtfflt übiukgen Er sagte, tn Der .er. be des Mordta t e um <1 i Ubr trt er mit teinem Bruder Sbthpp nxggeganmn er nach Cber- jch'tadr. Pdtl PP nach Ervnbera. behrtöft mit hartem Hnt und '.'otnrl Er : rrte um 11* t Uhr nach Hause zurück, ipcii ^nu» aus eigen» i Er brung. ob fein Bat.) ltxn ,euge mit d^ r Ibimer und seinem V-ner |« ' öiü a M bei einer Tanzmusik, her äußerte der Vater, als ie Thamer mt: einem ander--,, r.inzte, zu dem .kugrn Wen« b; .'. nur nur imm'-i >o ut wie h-iite. io toll sie an, t« bictixu, tcui \w tmr aber wieder Scherereien bet der EronvergM B13/s (C’/< Xachdr. verb. Reese Gesellschaft, Hameln. Koste B”/5 B*«-. ng“ , Pünktlich, am Turmhaus am Brand anzutreten. B13/, B12/5 Gießen, den 12. Mai 1909. Das Kommando Zum Backen nur das echte Dr. Oetker’s Backpulver. für alle Städtisches Tiefbauamt Braubach. Knochenbildende Bestandteile Chauffeurschule Bingen a. Rh. 11 / Staatsaufsicht* Prospekt frei. Vergebung von Zimmerarbeiten. Die Zimmerarbetten für die Errichtung einer Grabenüber- brückung am Oberlachgraben sollen Mittwoch den 19. Mai d. Js., vormittags 11 Uhr, Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Keller. bauamte eingeseheu werden. Gießen, den 8. Mai 1909. . Großherzogliche Bürgermeistern Gießen. Mecum- ©ligmalsDrabtmclSunsen» Berlin, 13. Mai. Im Kultusministerium fand unter dem Vorsitz des Unterstaarssekretärs eine Konferenz über die Angelegenheit des Gymnasiums in Essen statt. Der von seiner Inspektionsreise aus Essen zurückgekehrte Geh. Oberregierungsrat Dr. Reinhardt erstattet dabei über das Ergebnis seiner Untersuchung Bericht. Bei der dritten Lejung des Kultusetats dürfte dem Abgeordnetenhause über die Angelegenheit vom Ministertische aus Aufklärung gegeben werden. London, 13. Mai. Unterhaus. Eine längere Debatte entspann sich über eine Resolution betr. verschiedene Steuern auf Neuerwerbung von Grundstücken. Finanzminister Lloyd George und andere Redner wiesen dabei auf das von mehreren großen Städten Deutschlands angenommene System einer Wertzuwachssteuer hin. Die Resolution wurde mit 330 gegen 120 Stimmen angenommen. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Heuen am Freitag dem 14. Akai: Veränderliche Bewölkung. Kühler. Vereinzelt Regen- fälle. Nördliche Winde. PfiichifeueFwehi*. Die Mannschaften der Pflichtfeuerwehr des Jahres 1908 haben Montag den 17. Mai ds. Js., abends 8 Uhr Gebühren zu entrichten. Das Hebregister für das Rcchnungskahr 1909 liegt vom 13. d. Mts. an 8 Sage laug zur Einsicht eines jeden Beteiligten bei uns — Zimmer Nr. 15 — offen. , Es wird dies mit dem Bemerken zur onenUlchen Kenntnis gebracht, daß Beschwerden gegen die Erhebung der Gebühren nach Vorschrift des Artikel 96 der Stiidteordnung binnen 4 Wochen bei Großherzoglichem Kreisamt Gießen vorzubringen sind und daß später vorgebrachte Reklamationen keine Berücksichtigung sindeit Bekasrnrrkisrehuttg. Auf Grund des Ortsstatuts, enthaltend die Gebührenordnung die Benützung der städtischen Kanäle in Gießen find für an das Kanalnetz angeschlossenen Liegenschaften die festgesetzten Eisenbahndirektion machl, dann stirbt sic keinen guten Toh." Dr. in cd. v. Ploennics Eronberg erklärte, daß Philipp Burkhard in der Frühe des Mordtages zwischen 8>.. — 9 Uhr bei ihm in der Sprechstunde .gewesen war und zwar litt er an einem (Helenkmausaustritt, der das 'Gehen beschwerlich macht. Es sei daher nicht möglich, data wenn an demselben Tage 8,35 Uhr bei Königstein die Frau .TI) am er von Philipp Burkhard erschossen worden ist, der Philipp die 35 Minuten lange Strecke von dem Tatort bis zu seiner Wohnung in Eronberg in 20 Minuten hatte durchlaufen können. Auch habe er bei Philipp keine Gern iftsnn ruhe und Außeratemsein, das durch das schnelle Gehen dvch die Folge, nicht gemerkt. Am selben Tage kurz nach 1 Uhr sei der Vater Burkhard bei ihm gewesen und es sei ihm ausgefallen, das; B. einen gedrückten Eindruck genlacht hat. Pfarrer L) a r t l e i b von .Klein-Schwalbach bezeugte, er habe auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft aus die Fran und die Kinder des Angeklagten ein- gewirkl, die Wahrheit zu sagen, worauf die Kinder gesagt hätten, „der Vater war am ftaglichen ^Rvrgen nicht zu Hause". Die Fran erklärte aber: „Mein Mann war zu Haus." Gegen 43/4 Uhr wurde die Verhandlung auf morgen vertagt. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 10. Mai 1909. Heute u. morgen B,3/5 Gesalzenes Rindfleisch 40 Pfg. öffentlich vergeben werden. Zeichnung, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. — Zuschlagssrist 3 Wochen. Gießen, den 11. Mai 1909. ßanfceL — A u s d e r An t o m o b i I i n d n st r i e. Nach deut Berliner Iabrbuch für Handel und Industrie stockte der Verkauf von Automobilen im vorigen Jahr während einiger Zeit fast gänzlich, so daß Betriebseinschränkiingen und Arbciterentlassungen notwendig wurden. Auch war eine Anzahl der nicht besonders gut fundierten Firmen gezwungen, den Betrieb ganz einzustellen. Das Bedürfnis der Fabriken, sich von ihren Lagervorräten zu befreien, führte zu einem fortgesetzten Unterbieten der Preise. Die Hülss- inhufttic in den Antomobilsabriken sah )id) gleichfalls zu erheblichen Preisnachlässen genötigt. Auch die Arbeitslöhne erfuhren nicht unerhebliche Verminderungen. Bis zum Jahresschluß war eine wesentliche Besserung in der Marktlage nicht zu verzeichnen. Auch die Aussichten für die nächste Zukunst erscheinen noch recht trübe. Als Ursache des Rückganges führt der Bericht die Gesamtlage, ferner die Automobilsteuer und das bevorstehende Auto mobilhastpflichtgesetz an. Durch diese Ursachen soll der Absatz in teueren Luxuswaren, der bisher den lohnendsten Teil der Produktion der Automodilindnstrie darstellte, fast vollständig unterbunden fein. Tas Bedürfnis nach einem zweckmäßigen, im Preis und m den Unterhaltungskosten billigen Personenautomobil für den praktischen Gebrauch hat sich immer mehr herausgebildet. Der Absatz in diesen kleinen und billigen Personcnsahrzcugen ist dementsprechend auch befriedigend. Der Msatz von Lastmotor- fahrzengen hat sich ebenfalls günstig gestaltet. Die Benutzung des Motorischen Betriebes für die Saftenbcförberung hat mit der Verbesserung der Wagentypen eine erfreuliche Ausdehnung erfahren. — Lokomotiv-Konvention. Bis jetzt hat man nicht erfahren können, ob die mit dem 31. Mürz ds. Js. abgelaufene Konvention erneuert worden ist. Wie nunmehr mit ziemlicher Bestimmtheit verlautet, ist die Konvention nun doch um 10 Jahre verlängert worden. Es soll dies für ihre beiden Unterabteilungen sowohl für die Norddeutsche wie für die Süddeutsche Vereinigung zutreffen. In den Verhältnissen der Auslandskonvention, deren Fortbestand noch auf längere Zeit vertraglich gesichert ist, hat sich eine Veränderung nicht vollzogen. Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt, Frankfurt a. M. In der Aussichtsratsitzung wurde beschlossen, der auf den 6. Juli ein- zuberufendeu Generalversammlung eine Dividende von 33v0 gegen 30% im Vorjahre vorzujchlagen. — Galizisches Petroleum. Die letzte Bekanntmachung des Hamburger Staatslaboratoriums meldet, daß die Untersuchmig einer Zisterne galizischen Petroleums ein spez. Gewicht von 0,783 0 bei einem Test von 30 Ta. nach Abel ergeben hat; demnach würde sich das galizische Petroleum dem besten amerikanischen vollwertig an die Seite stellen können. Petersburg, 12. Mai. Der Stand der Wintersaat war in 22 mittleren Gouvernements am 25. April alten Stiles allgemein vollkommen genügend, gut in den Gouvernements Woronesch, Grodno, Livland, Kurland und in einzelnen Bezirken der Gouvernements Samara, Orenburg, Tula, Tschernigow, Mogilew, Wilna, Wito und Witebsk. Unbefriedigend war der Stand der Staaten nur in einzelnen Bezirken einiger Gouvernements, hauptsächlich in den Nord- bezirken von Saratow, in den südlichen Bezirken von Tam- Kartoffeln Prima Speise - Kartoffeln per Zentner 3.50 Mk., garantiert gut kochend, empffehlt 2691 J. Weisel Sonnenstraße 6. Telephon 235. wie sie zum Aufbau des Knochengerüstes, sowie überhaupt zur gesamten körperlichen und geistigen Entwicklung des Kindes erforderlich sind, enthält IRIeese8 Pudding Ilan verlange deshalb ausdrücklich nur das echte Reeses Puddingpulver, sowie ebenfalls echt Reeses Vanillinzucker. Dr. Oetker8 Vanillin-Zucker. Milchspeisen , Cremes, Puddings , Flammeris, Kakao . Saucen erhalten feinsten Vanille - Geschmack durch Bekanntmachung. Der Bebauungsplan für das Gebiet zwilchen Frankfurter Straße, Aulwcg und Wartwcg ist heute festgestellt und dazu nachstehende Ortsbausatzung erlassen worden. __ Der Bebauungsplan kann von tedermann aut unserem Ttep 75 Pig., 2. Qual. 64—66 Pfg. Schweine: 1. Qual. 66—68 Pf., Lebendgewicht 53,0—53,5 Pf., 2. Qual. 66—00 Pi, Lebendgewicht 53,0 — 00,0 Pfg., 3. Qual. 60—65 Pfg., Lebeitdgewicht 00—00 Psg. Geschäft bei Hornvieh gutz'Uebcrstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, fern Ueberftanb. und 2534 zurückgesetzte Partien ausserordentlich billig. kirchliche Nachrichten. Jsraeiitijche Ncligionsgefellfchast. Gottesdienst. Sabbat'eier am 15. M ai 1909: Freitag abend 7.45 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.00 Uhr. Wochengoltesdienfl: Morgens 6.00 Uhr. Abends 9.00 Uhr. ln jedes beltedtgen Schriftart und Karte*« Ik TI forte, sowie mit oirkeln aller fludentische» Vereinigungen, liefert zu mäßigen preise» tzrühl'sqe Universitäts-Druckerei, 5chulftratze 1 Bekonntmochrrrrg betreffend: Die Unfall und Krankenversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen. Saal-Einweihung Sonntag den 16. Mai findet aus Arrtaß meines neu erbauten Saales Konzert und Tanz statt, verbunden mit turnerischen Aufführungen und Gesangs- Vorträgen. — Es ladet freundlichst ein 2§i8 Holzheim. Georg Sarnes, Gastwirt. Heinrich Hochstätter Tapeten haus Schlosegasse 19 Telephon 36 Bekanntmachung, die Umlagen der Stadt Gießen betreffend. Die Stadt Gießen erhebt für das Rechnungsjahr 1909 an Umlagen 120 Prozent von der staatlichen Einkommensteuer und von den doppelten Grundzahlen der Grund-, Gewerbe- und Kapitalrentensteuer. , Ferner kommen zur Erhebung: 1. von den Mitgliedern der evangelischen Klrchengememde 10 Prozent von der staatlichen Einkommensteuer und den doppelten Grundzahlen der Grund-, Gewerbe- und Äapital- rentensteuer, 2. von den Mitgliedern der katholischen Ktrchengemetnde dieselben Zuschläge. Die Erhebung erfolgt in sechs Zielen, und zwar in den Monaten Mai, Juli, September, November 1909, Januar und März 1910. Das Hebregister liegt vom 13. bis 21. Mai einschließlich auf der Bürgermeisterei — Zimmer Nr. 15 — zur Einsicht eines jeden Beteiligten offen. Es wird dies mit dem Bemerken zur öpentlichen Kenntnis gebracht, daß Beschwerden gegen die Erhebung der Nmlagett nach Vorschrift des Artikel 96 der L-tädteordnung binnen 4 Wochen bei Großherzogltchem Kreisamt Gießen vorzubringen sind, und daß später vor'gebrachte Reklamationen keine Berücksichtigung ffndcn können. . t „ Gleichzeitig wird bemerkt, dap die Bekanntmachmig der Umlagen durch Großherzogliches Kreisamt Gießen im Regierungsblatt uuterin 6. ds. Mts. erfolgt ist, daß daher die Frist zur Vorbringung von Reklamationen, welche gegen die Erhebung der Umlagen überhaupt gerichtet sind, von diesem Tage und für Reklamationen, welche gegen die Beitragspslicht oder das angenommene Beitragsverhältnis gerichtet sind, vom Ende der Offenlegungsfrist ab läuft. r B'-'/s Gießen, den 12. Mai 1909. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Achtung! taube Nr. 1 eine Sendung f03610 »Pinat, Salat, Blumenkohl und Spargel em zu billigen Preisen. können. Gießen, den 11. Mat 1909. . Großherzogliche Bürgermeisterei Gteßen. I. V.: Keller. Kleine TageSchronill. In das Garnisonlazarett tu Spandau wurden gestern 16 Mann von der 5. Kompagnie des Otardefußartillerie- regiments eingeliefert unter dem Verdacht der Erkrankung an Genickstarre. Eines der größten industriellen Werke Badens, die mechanische Weberei in Zell, ist durch Feuer fast ganz eingeäschert worden. Die Fabrik hat 500 Arbeiter beschäftigt. In Löwen kam es zwischen katholischen und liberalen Studenten anläßlich der Jubiläumsfeier zu wiederholten Zusammenstößen. Viele Studenten wurden verletzt, mehrere davon schwer. Die PHlizei mußte mit blanker Waffe einschreiten. In Petersburg fand am 12. ds. Mts. die feierliche Eröffnung der internationalen Aus stellungneuer Erfindungen statt. Die dem König von Portugal übergebene Sammlung des deutschen Vereins für die Opfer des Erdbebens betrug 4 567.50 Mk. Der Vizekönig von Indien und feine Gemahlin muffen sich wegen der Gefahr der Ansteckung durch einen tollen Hund einer Pasteur-Kur unterziehen. Auf entern Spaziergange in Simla wurde ihr Schoßhündchen von einem fremden Hunde gebiffen. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 13. Mai. (Telegr. Orig. - Bericht des „Gieß. Änz.".) Amtliche Notierungen der heutigen V i e h m a r kl- preise. Zum Verkaufe standen: 34 Ochsen, 00 aus Oesterreich, 00 Bullen, 0 aus Oesterreich, 101 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 1008 Kälber, 94 Schafe und Hämmel, 833 Schweitte, 5 Ziegen, 2 Ziegenlämmer, 26 Schaftämmer. — Bezahlt wurdett für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 75—80 Alk., 2. Qualität 72—74 Alk., 3. Qualität 60—63 Mk.: Bullen: 1. Qual. 66—68, 2. Qual. 60—62; Kühe 1. Qualität 70-72 Alk., 2. Qual. 59—61 Mk., 3. Qual. 48—50 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 97 bis 100 Pfg., Lebendgewicht 58—60 Pfg., 2. Qualität 90—97 Pfg., Lebeitdgewicht 52-53 Pfg., Schlachtgew. 70—75 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 74 bis Bekanntmachung. Betr.: Die Unfall- und Krankenversicherung der tu land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen. Nach beu Bestimmungen des obigen Gesetzes sind die Beiträge zur land- und sorstwirtichastlichen Berussgenossenschast von den- tenigen zu erheben, welchen die firierten Reinerträge bei der Veranlagung zu den Gemeindeumlagen in Ansatz zu bringen sind. Nach § 8 der Verordnung vom 31. Mai 1902 iNeg.-Bl. Nr. 32) ist ein Beitrag nicht zu erheben von: a. Grundstücken, welche zu einem land- und forstwirtschaftlichen Betriebe iiberhanpt nicht gehören, b. allen Gebäuden nebst zugehörigen Hofreilen, c. Grundstücken von Betrieben, deren Sitz außerhalb des Landes gelegen ist, d. steuerpflichtigen Grundstücken, deren land- und forstwirtschaftliche Benutzung dauernd eingestellt ist, sei es, daß jede "Nutzung aufgehört hat, sei es, daß an Stelle der land- und forstwirtschaftlichen eine gewerbliche Benutzung getreten ist lz. B. Verwandlung eines Ackers in einen Steinbruch, Bebauung eines Grundstücks), e. den mit einem gewerblichen Betrieb verbundenen Grundstücken, wenn die Versichenmg gemäß 8 28 des Gewerbeunsallver- sicherungsgesetzes zufolge Statuts bei einer gewerblichen Be- russgenossenschaft zu erfolgen hat. Soweit sich das die Betretung rechtfertigende Verhältnis der amtlichen Kenntnis entzieht, bleibt es den Beitragspflichtigen über- laffen, die Befreiung bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemarkung, in welcher das Grundstück gelegen ist, längstens bis 1. Juli d. Js. bei Meidung der Nicktberücksichtigung zu beantragen. Gießen, den 3. Mai 1909. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Weicker. Ortsbansatzung. Aus Grund des Artikels 2 und 29 Absatz 2 des Gesetzes vom 30. Avril 1881, die allgemeine Bauordnung betreffend, und des § 5 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der allgemeinen Bauordnung betreffend, wird auf Beschluß der Stadtver- ordnetett-Versammlung vom 15. Oktober 1908 nach Anhörung des Oberbürgermeisters und Begutachtung durch den Kreisausschuß mit Genehmigung Großherzoglichen 'Ministeriums des Innern vom 20. Februar 1909 zur Nr. 2105 M. d. I. zu dem Bebauungsplatt für das Gebiet zwischen Frankfurter Straße, Aulweg unb Wartweg folgende Ortsbausatzung erlassen: Gewerbliche Anlagen, die nach 8 16 der Gewerbeordnung konzefsionspflichtig und, dürfen in den Baublöcken IV, VIII und X bis XVI einschließlich, sowie auf den an die Kliniken angrenzenden Baublöcken nicht errichtet werden. Gießen, den 8. Mai 1909. . Grobherzogliche Bürgermeisterei Gtetzett. Mecum. bolv und Perm unb in den Ostbezirken von Woronesch. Der Frühling ist sehr verspäte! eingetrcten. Tie Landarbeiten vollziehen sich unter günstigen Verhältnissen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser 9rubrif stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schon seit einigen Jahren werden -ie Betvohner der Rodheimer- straße an Sonntag Menden durch von den Bergnügungsorten l-eim- kehrcnde tungc Leute mit Schreien und Stanbalmadycn in einer Weise ans dem Schlafe gestört, daß es am Platze märe, wenn unsere wvhllöbliche Polizei mit kräftiger Hand diesem Unfttg ein Ende bereiten und die Radaubrüder der verdienten Strafe zu- fübren würde. Kommt es doch häufig vor, das; takle Raudauszenen zn Schlägereien ausarten: so z. B. entwickelte sich am letzten Sonntag zwischen 1I>_- und 12 Uhr an den Häusern des Herrn Louis Troß eine regelrechte Seilerei, bei welcher es mehrere blutige Köpfe absetzte. Ein Bewohner der Rodheimerstraße im Auftrage Vieler. M -rr. 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