Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 11. März 1909 M Nr. 59 Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich i Lienstag unü Freitag); zweimal monatl. Land- wirtschaftliche Seitfragen ernsprech - Anschlüsse: inr die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieren. GirgenerZamilienblätler; iioennalwöchcntl.Areir- laltsürdenAreirSietzen -WiT AczusspreiS: JSfrrfy HÄ ^7 monatlich75Ps.,viertel- 11 ttlAt ft AtfSBS VUVIIVv 411liVIwlVL-ks V W M ^*z ^>r Sr’’ V LLÄ D V auswärts 20 Pseimiq. 0V Verantwortlich General-Anzeiger für Oberhessen MM Annahme von Anzeige« " 6 f f u. Land" und „Gerichts- bis »öerm^Sn9mui“ «otationsdruck und Verlag »ervrühl'jchen UniivBwfr und Stei-'drnckerei 8. Sittge. Redaktion, Expedition und vruckere!: Schulstratzs r. H°'s-ck' Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Gibt Serbien nach? .feilte liegen zwei Dokumente vor, die für die Beurteilung der Lage aus dem Balkan von Wichtigkeit sind. In Belgrad ist gestern nachmittag der Wortlaut der russischen Vorstellungen vom 2. d. M- bekannt geworden. Die freundschaftlichen Vorstellungen, die die russische Regierung in Belgrad erhoben hat, lauteten folgendermaßen: Wir konstatieren mit Befriedigung, daß die Königliche Regierung bei ihrem Beschluß verharrt, ihre friedliebende Haltung nicht aufzugeben, daß sie alles vermeidet, lvas einen bewaffneten Konflikt zwischen Serbien und Oesterreich herbeiführen könnte und daß sie keine militärischen Maßnahmen an der Grenze treffen wird. Wir sind überzeugt, daß die Lebensinteressen Serbiens, denen wir immer die aufrichtigsten Sympathien bezeugten, Serbien diese Haltung diktieren, die eürzig und allein den allgemeinen heutigen Bedürfnissen entspricht. Wir tonnten uns außerdem überzeugen, daß die Mächte nicht disponiert find, der Idee der territorialen Forderungen zugunsten Serbiens ihre Unterstützung zu leihen. Die serbische Regierung wolle daraus den Schluß ziehen, daß alle ihre Bemühungen, die Mächte zur Unterstützung der Prätentionen in diesem Sinne zu be- bestimmen, ohne Resultat bleiben werden, und daß sie sich die Sympathie der Mächte nur bewahren kann, wenn sie von dem Drängen mit Forderungen absieht, die sie zu einem bewaffneten Konflikt mit Oesterreich-Ungarn führen könne. Uns liegt es am Herzen,, die Königliche Regierung vor jeder Haltung zu bewahren, die sie einer solchen Gefahr aus- jetzen tonnte. Wir hoffen, daß Serbien, wie eS nun erklärte, seinen Versprechungen, den Ratschlägen der Großmächte zu folgen, treu bleiben werde. Wir halten gleichzeitig dafiir, daß die serbische Regierung unter den gegebenen Verhältnissen den Großmächten offen erklären wird, daß >ie bei ihren territorialen Forderungen nicht verbleiben und oaß sie alles, was sich auf die Lösung der offenen Frage bezieht, dem Beschlüsse der Großmächte überläßt. Dann werden die Mächte alle ihre Mühen zugunsten der serbischen Interessen verwenden können. Die Zirkulardepesche, die der serbische Minister des Aeußern, Dr. Milowanowitsch, gestern nammittag oen serbischen Gesandtschaften in Petersburg, Verlm, London, Paris, Wien, Rom und Konstantinopel übermittelte, laute! lolgendermaßetl: Den freund)chaffuchen ;>-r rlaiserlich russischen Regierung entsprechend, bi_e:;ri sich die Königlich serbische Regierung, Ihnen folgende Erklärung mit der Bitte zu übermitteln, sie der Regierung, bei welcher Sie akkreditiert find, bekanurgeben zu wollen. Von der Ansicht ausgehend, daß die rechtliche Lage Serbiens gegen- viber Oesterreich-Ungarn nach der Proklamierung der An- nexion Bosniens und der Herzegowina normal geblieben ist, bei Serbien weder die Absicht, einen Krieg mit ber benachbarten Monarchie zu provozieren, u o ch w ü n s ch t e s, s e i n e r e ch t l i ch e n B e z i e y u u g e u Alt derselben zu ändern, indem es fortfährl, au, lchKund der Gegenseitigkeit seine nachbarlichen Pflichten ZU .erfüllen und mit ihr, wie in der Vergangenheit, Beziehungen zu unterhalten, die den gegenseitigen materiellen Interessen .kntspringen, im Geiste des Standpunktes, dem sich Serbien -stets untergeordnet hat, daß die bosnisch-herzegowinische -sZrage eine europäische Frage ist, und daß es den Signatar- -mächten des Berliner Vertrages zu komm-, sowohl bezüglich iber Annexion, als auch der neuen Redaktion des Artikel-, 2., ües Berliner Vertrages die Entscheidung zu fallen, übergibt •Serbien, auf die Weisheit und die Gerechtigkeit der Mächte vertrauend, seine Sache ohne Reserve ihnen als dem kompetenten Gericht und verlangt folglich bei diesem Hnlaß von Oesterreich-Ungarn keine E n t - Ichädigung, weder territorialer noch politischer, noch ökonomischer Art. Rach diesen beiden Schriftstücken zu urteilen, hat Serbien jetzt in aller Form nachgegeben und erwartet in Ge- .duld die Entscheidung der Mächte. Ganz so freundlich scheint die Lage nun keineswegs zu sein, wenn man jetzt in Belgrad mit Bestimmtheit behaupten hört, daß die serbische Regierung den Vorschlag des Grafen Forgach nicht annehmen ■würbe, was schon daraus ersichtlich sei, daß Vorberoi- ungen für einen evtl. Zolt krieg getroffen ivür den. Bedeutsamer noch ist es, daß der serbische Kronprinz •Äeorg gestern den Kommandanten des freiwilligen Hilfs- lorps zu sich berufen ließ und ihn beauftragte, dem Anschuß der NationalverteiDignug müzuteilen, dag Serbiens Forderungen unbedingt erfüllt werden würben, und zwar entweder durch territoriale Konzessionen von Oesterreich oder durch solche von feiten der Surfet 'Der letztere Fall sei der wahrscheinliche, und Rußland werde •cd übernehmen, die Türkei zur Llbtretung eines Teiles Üe§ Sandschaks-Nooibasar zu bewegen. Die Truppen Müßten sich bereit halten, sofort nach dieser Abtretung in den Sandschak einzurücken und, noch ehe es Darüber zu Konflikten zwischen Oesterreich und Serbien Zomme, den Sandschak zu besetzen. Diese Dteldung ist insofern bedenklich, als sie erkennen läßt, wie leicht das Verhalten des serbischen Kronprinzen neue Konflikte Hervorrufen kann. In der gestrigen Sitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses erklärte der Ministerpräsident, daß er den einge- bcachten Gesetzentwurf über den Handelsvertrag mit Serbien zurückziehe. Das bedeutet also den Zollkrieg. * Wien, 11. März. (Orig.-Tel. d. Gieß. An;.). Tie oster- rüchisch-ungarische Negierung beschloß die jerbifche Note zur Kenntnis zu nehmen, aber nach wie vor die Amschl.e^ung der b^nlsch.herzegovimicheu Frage von der beantragten Mächte- kmsereuz zu fordern. Aus Stcr-t und Land. Gießen, 11. März 1909. * * Orden Sverleihung. S.K.H. der Großher zog haben dem Großh. Bürgermeister, Ortßgerichtsvorsteher und Standesbeamten Joh§. Rascher zu Lautern das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Lehrer Personalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Gust. Günkcl zu MoSbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Finthen; dem Schulamtsasviranten Adam Ekel au8 Kirch-Brombach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Oppenrod; dem Schulamlsaspirautcn Kasp. Franz Seyfried aus Weisenau eine Lehrerstelle an der Gemeiude- schule zu Eppertshausen. • * Ernannt wurde der Gefangenwärter am LandeS- zuchthaus Marienschloß Will). Herrnbrodt zum Gefangenaufseher. • ’ Erledigt ist an der Gemeindeschule zu Weisenau eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle und eine mit einer evang. Lehrerin zu besetzende Lehrerinstelle • • Stadttheater. Auf die Schäle rVorstellung des kommenden Samstags — die letzte der Spielzeit — wird besonders aufmerksam gemacht. Am Sonntag nachmittag findet eine Aufsührrmg von 2t. Deuters elsässischer Bauernkomödie „Die Schmuggler" statt. Alle, die das lustige Werk noch nicht gesehen haben, seien darauf hingewiesen. Der Sonntagabend bringt eine Wiederholung von Sudermanns Schauspiel „Blumenboot". Sudermanns Werk, das für hier neu ist, fand bei der Erstaufführung neulich außerordentlichen Beifall, der nicht zuletzt der als vorzüglich anerkannten Darstellung und der charakteristischen Ausstattung galt. Es ist dies die letzte 2lufsührung als 2lbendvorstelltmg. • • 23 o m Schlachthausbau. Mit den Aufräumungsarbeiten für die Erweiterungsbauten des Schlachihoses und für die Kühlanlage wurde heute vormittag begonnen. Aus diesem Anlaß beabsichtigen die Metzger, wie wir hören, die Veranstaltung einer Feier, um ihrer Freude darüber Ausdruck zu geben, daß das jetzt 5 Jahre alte Versprechen der Stadt- Verwaltung eingelöst wird. ; . o - - , a tz i-n He'sst'n. Wie aus Dein Jahresbericht über die Durchführung des Kinderschutzgesetzes mr Jahre 1908 hervorgeht, der von der Großh. Gewerbe- Inspektion im 2luftrage des Ministeriums des Innern be- a> beitet ist, gab es im Großherzogtum Hessen 198 849 Volksschulkinder, von denen 3909 gleich 1,96 Proz. gewerblich tätig waren. ' Im Anfsichtsbeziry Offenbach war mit 2,7 Proz. die Zahl der beschäftigten Kinder am höchsten, am niedrigsten im Llufsichisbezirk Gieße» mit 0,8 Proz. 60 Proz. der beschäftigten Kinder waren über 12 Jahre alt. Als erfreuliche Tatsache kann festgestellt werden, daß die Anzahl der beschäftigten Kinder von Jahr zu Jahr abnimmt. '"Tic Landeswaisenkasse hatte im Rechnungs- jahr 1907 eine Einnahme von 287 307,31 Mk. und eine Ausgabe von 284 898,96 Mk. Unter den 203 036,81 Mk. ordentlichen Einnahmen befanden sich u. a. 14 620,76 Mk. Zinsen, 16 617,49 Mk. Jllaten der Kinder, 8284,92 Mk. Opfer, Legate und Waisenbüchsengelder, 200 Mk. Vermächtnisse und Stiftungen, 18 000 Mk. zurückempfangene Kapitalien, 141 511,06 Mk. Zuschuß aus der .Hauptstaatskasse. Die außerordentlichen Einnahmen rührten in der Hauptsache von Grundstücksoerkäufcn her. Die Verpflegung der Waisen erforderte 174 822,65 Alk., nämlich 140 496,24 Mk. Pflegegelder, 20 083,74 Mk. Unterstützungen, 9932,37 Mk. Geschenke an die aus der Anstalt austretenden Waisen, ärztliche Behandlung und Arzneien 4260,30 Mk. Persönliche Ausgaben entstanden in Höhe von 5784,21 Mk., sachliche 1989,40 Mk. An Kapitalien wurden 102 302,70 Mk. neu ausgeliehen. Ende März waren 1673 Waisen in Verpflegung, es kamen 298 hinzu (136 aus Starkenburg, 43 aus Oberhessen und 59 aus Rheinheffen), sowie 60, die während der Lehrzeit Unterstützung erhielten. Ausgetreten sind 444, davon 141 in Starkenburg, 74 in Oberhessen, 83 in Rhein- Hessen und 146, die während der Lehrzeit Unterstützung erhielten. Ende 1908 blieben sonach 1527 Waisen in Ver- pflegnng. • • Feldbergfest. Der Turn tag für das diesjährige Feldbergfest fand in Rödelheim statt; vertreten waren 93 Vereine. Die Tagesordnung war die übliche. DaS diesjährige Feldbergfest wird am 20. Juni abgehalten und als Uebungen Stabhoch-, Weitspringen, Steinstoßen und Schnelllaufen (100 Meter) festgelegt, der Vierkampf wird durch Hinzuziehung einer Freiübung in einen Fünfkampf umgewandelt; 54 Punkte berechtigen zum Sicg. Der Antrag auf Em- sührung des Ringkampses wurde abgelehnt, ebenso ein Antrag, dem Spielwart Sitz und Stimme im Ausschuß zu gewähren. Der AuS'chuß und der Berechnungs-Ausschuß wurden wiedergewählt. Am Sonntag, 27. März, soll aus Anlaß des 50jährigen Kreisjubiläums eine Beleuchtung des Feldbergturmes vorgenommen werden, ebenso wurde die Errichtung eines Jahn-Gedenksteines auf dem Feldberg ins Auge gefaßt. • • Der Flottenverein hielt gestern abend einen sehr gut besuchten Vortragsabend in SlemS Garten ab, m dem nach einer Begrüßungsansprache von Oberbibliothekar Dr. Heuser das Vereinsmitglied Herr Karl Schwarz einen Vortrag über seine Erlebnisse in den deutschen Südsee- Kolonien hielt. Der Vortragende, der als 2lngehöriger der Reichsmarme eine längere Auslandsreise auf dem kleinen Kreuzer ,Seeadler" machte, schilderte zunächst seine Ausreise auf dieser Fahrt und sodann seine Erlebnisse in Deutsch-Neu- Guinea, den Karolinen, den Samoa-Inseln u. s. w. Er hatte mehrfach Gelegenheit, an Strafexpeditionen gegen Eingeborene teilzunehmen und konnte auS diesem Grunde den wilden Charakter eines Teiles unserer dortigen farbigen „Landsleute" aus eigener Anschauung schildern. Die Kolonien sind durchweg recht wertvoll und verheißen für die Zukunft einen reichen Ertrag, vor allem Samoa, die Perle der Südsee, dessen Bewohner dank der Haltung ihres Oberhäuptlings Mataaje durchaus deutschfreundlich sind. Die Emivickelung der deutschen Südsee-Besttziingen wird sehr gehemmt durch den Umstand, daß infolge des dort vorhandenen geringen Macküaufgebols Vermögen und Leben der Einwohner nicht genügend geschützt sind. Anstelle des einen dort vorhandenen kleinen Kreuzers niußten mindestens fünf Schiffe dort sein, um gegebenenfalls den hinausgegangenen deutschen Kolonisten Schutz zu gewähren. Der Vortrag, der mit leider nicht immer deutlichen Lichtbildern ausgeschmückt war, fand starken Beifall. ** Anatomisch-ethnologisch -naturhistorisches Museum Wohl jeder kann in die Lage kommen. Kranken do er Lertetzren erste Hilfe erteilen zu n rüsten, bi-5 der Arzt zur weiteren Behandlung eintrifft; es ist deshalb von größter Wichtigkeit, den men,chlrchen Organrsmus kennen zu lernen. Niemand sollte sich aus diesem Grunde die Gelegenheit entgehen lassen, das anatontisch-erhnologisch- naturhtsrorische Museum des Herrn Paul Geißler, das sich gegenwärtig in der Sreinscraße neoen der ^.urnhatte befindet, zu sehen. Man lernt hier an zahlreichen anatomischen Präparaten, die naturgetreu angefertigt sind, den men>cylichen Körper in gesundeti und tränten Tagen kenneu. Kber nicht bloß theoretische Kenntnisse, sondern auch praktische Anleitung nimmt man von einem Besuch mir nach Hause, wenn man z. B. die sehr anschaulich dar^ gestellte Anlegung von Notverbänden und Methoden zur Blutsttllung sich zu eigen'macht. * * Ringkämpfe im Kolosseum. Daß der Ringkampf unter Umständen äußerst aufregend sein tarnt, bewies der gestrige Abend. Bt:i bchi Kamps Markussen-Jack Lewis alüu^ineüie. 7- ..-.i'- yochste. Wurde oer Ochgec'stch nicht so Diele Unregelma'.ug- feiten erlauben/tzman mußte ihn ob seiner Kraft und Zähigkeit bewundern. Markussen, der hier große Svmpathieu besitzt, tämpste wie ein Löwe. 9ca chder Pause hatte Jack Lewis seinen Körper mit Fett eingerieben. Er wurde gehörig abgerieben und bann gings flott und lebhaft weiter. Einigemaie war der Däne in großer Gefahr, doch rettete ihn feine tadellose Brücke. Nach 20 Minuten mußte der 5iampf unentschieden abgebrochen werden. Vorher siegte S u l m a u 0 f f über v. d. Rothe n (Holland) in 14 Min- durch Kopfzug am Boden und &. Strenge lämpste mit M. Hitzler 20 Minuten unentschieden. Da beide wohl die besten Ringer Deutschlands sind und eine hervorragende Technik besitzen, bekam man einen interessanten Kampf zu sehen. Heute (Donnerstag) findet der E n t s ch e i d n n g ü- kamps Jack Lewis-Hitzler statt, die beide noch teilte Niederlage erlitten haben. Außerdem ringen Sulma- noss-Petlinski und (Strenge-Markussen. § Aus dem VogelSb erg, 10. März. Obwohl noch nicht einmal der Schnee ganz von den Dächern verschwunden ist und im Felde noch meterhoch unter den Rainen und Gräben liegt, zeigen sich nun doch die ersten Boten des lommenben Frühlings. Diese Boten sind die Kraniche. In großen Schwärmen kehrten sie schon in voriger Woche zurück dem ddorden zu. Aber diese Avantgarde des Lenzes muß sich getäuscht haben; jedenfalls haben sie ein so Winter- lick)es Norddeutschland nicht erwartet und sind wieder zurück dem Süden zu geflogen. Gestern und vorgestern tonnte inan solche ruckkehrenden Züge beobachten. Das ist sicherlich kein Zeichen eines baldigen Ziwhlings. Auch die verslosfene Vierzigritter-Dracht ist nicht frostfrei geblieben. Nach alter Witterungsregel soll es nun noch vierzig Ätächte frieren bis zum Eintritt wärmerer Witterung. Laß der Schnee von der Sonne wegbrät, statt rasch zu schmelzen, ist für die Wintersaat iticht nutzbringend. An Stellen, wo er dann zu lange liegen bleibt, geht die junge Saat zugmmde. x Wettsaasen, 10. März. Eine gefährliche Stelle bildet unsere Ortsstraße durch iyren steilen Abfall und den spitzen Winkel, in dem sie unten umbiegt. Ein mit vier Personen besetztes Breal tarn an einem jüngsten Abend in sauiendem Tempo den Abhang l)eruntergefal)ren. Durch diese Geschwindigkeit war es unmöglich, die scharfe Kurve zu nehmen. Der Wagen flog um, und die Personen wurden herausgeschleudert. Gl cklich^w is. b.sand sich neben der Straße an der Biegung ein Wagen. Auf diesen stürzte das Break. Dadurch wurde der Fall gemildert und alle Personen kamen mit dem Schrecken davon. — Wie gefährlich ein ch n e e b a l l w u r f werden kann, zeigt folgender Vorfall. Ein achtzehnjähriges Atädchen befand sich am Abend auf der Landstraße, als ihr plötzlich von unbekannter Hand ein Schneeball, jedenfalls ein naßgedrückter, direkt aus das Auge flog. Wie von einem Schuß getroffen, stürzte das Mäda-en zusami.. . 1 auf vie Straße. Man brachte die Ohnmächiige in ihre Wohnung. .Hier stellte Ur Arzt die Zerreißung einer Angenaoer fest; 'man hofft mdessen btc Seh toast aus dem Auge zu erhalten. -rl. Gedern, 10. 'März. Einen erfreulichen Fortschritt haben die umliegenden Orte zu verzeichnen. Während früher die geilellungöpflichtigen Riannfchasten sich stets in Schotten einfinden mußten, soll jetzt das MnsterungSge- äst in Gedern adgehalten werden. Die Nachricht wird t. .-cr Bevölkerung zweifellos mit Befriedigung aufgenomiueu werden, da von vielen Orten aus Schotten nur unter viel Zeitauj- wand zu erreichen ist. Auch in Ulrichstein und in Laubach fallen MusterrmgSbezirkc gebildet sein. r. Crumbach. 10. Mär; An mtfcrm Dörfchen gedenk! man am zweiten ZuliforrntLg, U. und 12. Juli, das erste Ge s a n g s f e n .zu feiern. Ter t^efancrverein „j>arnunuc" will gleid^cirifl ferne neue Zahne weihen, au 5 welchem IntQB die Jungfrauen des £rto dem Verein eine 3drteirc überreichen. — Braunfels, 10. Ptär-, An der letzten Stadtvor ordneten Sitzung brachte Burgerrn t ec Vrber e n Schreiben des (vosoirekrors s(butte von .-Jelat zur Verlesung, in welchem derselbe in Vorschlag bringt, die hiesige städtische Acetylen-<-aszenttale fallen zu lassen und für die Afolflc Kohlengas von Weylar zu beziehen. Cs fei dicS durch die Ausnutzung für L>eizungs^ und gewerbliche Zwecke sehr vorteilhaft. Technisch fei der Plan wohl ausführbar und die 3tabt Wetzlar nabe sich bereit erklärt, die Rohrlegung bis Braunfels auf ihre Soften zu bewirken Tie SiabtDctütoneien fanden bicien Vorschlag annehmbar und ersuchten den Vorsitzenden, mit der Stadt Wetzlar in Verbindung ,u treten Doch soll die Bedingung gestellt werden, baß Wetzlar dic Acetylen Schulden der Stadt in Höl»e von co 35000 Mk. übernimmt X Hanau, 10. März. Dic elektrische Straßenbahn in Hanau ist in guter Entwickelung begriffen. Die für den Bau und Betrieb gebildete Hanauer Strogenbahn- Aktiengesellschaft ist in der Lage, für das erste BetnebSjahr eine Diotdende von 4 Pcoz. zu gewähren. Der Hall Reif vor den Geschworenen. ii. Gießen, 10. . . .3. Tie weitere Vernehmung des?knqeklagien ergab: Aui-wieder- holles Beiragen gibt ‘Jteif an, da» zuletzt der kleine Abel 'ich gewehrt und geschrieen hat Taratti habe er ihm den Mund zu- gehalten. Wie die Tai weiter zu Ende kam, will Angeklagter nicht angeben können. Ter Angeklagte giebt an Hand von Ranen den Geichworenen Autzchluß, welchen Weg er nach der Tat znr Stadl genommen hat. (rr ist nach der Ilaiharinengasse gegangen, wo er am Nachmuiag bei Herbert eine Wohnung geimcici haue. Zn der Wohnung habe er sich einige Zeit mit icuiev Wirtin uulerhalieu und sei daun in ein Wirtshaus gegangen, ivo er den Schneider ffndw. Siembrecher antraf, der ihm von früher her bekannt war. Jietf er- zählt, m welcher Weife er sich uni feinem Bekannten umerhalien Hal, wobei er eiroa 7—8 halbe VUcv Weinigetrunken hau £b und was er mit der Wirtin sprach, weiß der Augek tagte nicht mehr, wohl erinnert er sich, daß er den Auiomalen habe spielen lassen, um eine Freude am Weihnachtsabend zu haben. Reif will ornm iwch an der Ecke der Kaplansiassc und Mailxirincngaffc auf dem Heimwege in eine fKcftauraiion gegangen fein unb_ cm (Vias Bier getrunken haben. l’.r sagt, ci »ei derartig in Stimmung geiocscn, daß er iridjt mcl t habe trinken dürfen, ohne iich zu viel zn tun. In der 'Jladu will Reis gut geschlafen haben, am Morgen aber fei ihm schlecht ,iii Mut gewesen, er habe eine Art Schwäche gespürt. An den beiden Feiertagen |ri r Es wird mm in bie SeipciSaufnabmc eingetreten. Zu nächst wird die Äeugeiiciblid)e Vernelnnung der (Sbefrau Lange, geb. Senner in Bremen, verlesen, die 9icif dort miBbrandit krat Tie Zeugin bat erklärt, daß Reif sie vor Jahren gebungen habe, ihm ein Bakel zu tragen und ihr dafür 2 Mk. versprochen bat Unterwegs bat R. ihr die Hände mit Stricken gebunden und auch heil Mund verstopft, dann hat er sie vergewaltigt. Aus den weiteren Urteilen gegen Rrif gebt hervor, daß er den schreienden Mindern gedroht hat, ihnen bie Mehle zu^udrückcn. ^t’ugc Stadtv M r um m beschreibt den iÄeschworenen wie rr mit seiner 17jährigen Tochter bet einem Spaziergang im Walde die £cid>c ?lbclö gesunden bat. Ei betätigt, daß die photogiavhijchk Vlufnabine dem Befund entspreche, wie er ihn gefunden. Er habe auS der Situation geschlossen, daß an dem ihnbe ein Lustmord verübt sei. An her rechten Hand der Leiche Aciglc fich eine blut unterlaufene Verlegung. Ter Zeuge hat sich überzeugt, daß als er das Kind int Walde fand, der Tob cm-utreten ipax. Er bat fidi direkt zur Polizei begeben und Äu-eige gemacht. .Mrümttohuachhne tftrc Pfeffer berichtet, am Soiuttag vor mittag habe ilrat bet Metzger unb Wirt Abel Anzeige erstattet, daß er frinnt 10jä beigen .'fnaben seit bem Tage vorher oernuffc. Jturje Zeit nach dieser Anzeige erfuhr Pf. durch einen Schutzmann, daß Stadtv. Mruuuii im Walde eine Mrndeslelche gefunden habe Er schilderte die^ getnxreuen Maßnahmni und den Beftmd her Leiche, die ohne Schuhe und Strumpfe n*ar. Schuhe unb »trumpfe lagen fo um die Leiche, daß man nnndi:n£n kann, der .Mnabe bähe sich tud t selbst aus gezogen. Am 3 Feiertage aoends nnirbe der Angeklagte verhaftet Reif erklärte damals mu einer erstaun hdien Ruhe, daß er bereits dreimal wegen SittlichkcitSVerbrech n- vorbcstraft fei. Murze 3rit darauf, als der LbetstaatsanwaU mit Medizinalrat Tr. Haberkorn in die Zelle Reifs gerommen und dieser körperlich utueriudii wurde, ,et dieser leichenblaß gr worden und habe merklich gezittert. Auf bie Frage, was er berat bal»e, sagte Reif, er habe de» Tag über mdus gegessen unb sei fdnoadi. Ter Angeklagte bemerkt dazu, er fei nach feiner Verhaftung scharf angepackt ivorben. 2emgcgntübei sagt der Zeuge. Reif sei mit der größten fltubc und Vorsicht bdxmbclt worden: man babe au imcm Abend von ihm keine Mitteilungen über die begangene Tat verlangt und es wurde ihm gesagt, daß seine Vernehmung erst am lontmcjiben Morgen erfolgen werbe Schutzmann Seitz rührt den O^esdmwrenen vor, wie der von ihm gehaltene Polizeihund bie »mir des Täters aufgetwrnmcji Tiefem Zeugen Scig gegenüber bat Reif nut ferner Klugheit renommiert; Sie glauben gar nicht, w sagte er. was in meinem Mvpf drin steckt, so viel Klugheit befindet sich nirnt in twer PrvfeswrenkLpfen. Polneisergeant Heinrich "Fakob-Wetzlar bat mit ieinem feibfibrcnitTten 21* Zodre alten Boltzetbund. der ans Suchen iwn Menschenipur ui S'MrbiUckeu beit ersten Preis ereilten bat, bie -spur des iMrtx- auf feinem Wege zur Stadt 'estgestcllt Beuge idjilbcrt, lote er am nächsten Tage mit dem Tier ltneder an den latr-t gvfonnnen ist. Tert hatte mun dir jfietber deS (rtmorbctrii^ auogcbteitvt unb nachdem baran der Hund bte Witterung des Täters ausgenommen batte, machte er fid> auf her. Weg, den nrutmahlidKit iatei. Reif, der in gerat Her (riufernunq hingcitfüt war, aunuiucbcn. T,r Hund verfolgte luerft ein Stücl USegs die ^-pur des Tater.-, hu- er vorher begaihxn hatte, plötz Ud) Lvg ci davon ab uttb m den Wald tut, iw er den hort V. n- flcltdUen Reif verbellte Trr Hund gut.; roiitcnb auf den Mara toi, und fein Führer batte bic größte '.’.’iübc, um dos Tier tvr. dem Äensdnu abzudaltcn Miim>italsckutznwnu Zink bekundet ebenfalls den Vorgang wig das Tier den Reif uroellte, der auf cuinii andern Wege in den Wald gefahren worden war. Zink erklärt, daß Versuche, cie er anqenellt habe, ergeben baber. taB man lautes Rufen euer Schreien am Tatorte air der L'idxr Straße nicht bärrn könne. Ter Wald tei dort zu dicht und bte Gntfemuna zu wett. Angeklagter Reif m der Ansicht, daß ein Hund etz genügt jinter 11m- Ilanden bet einem Memcpim Minute, um leinen Tod berbci- iurubren. B^'onderS genügt cm ganz fur^er Zeuraum, um ein Mind zu ersticken. Der Tater hat nach Ansicht des Lachverstän- Dtacn das jhnb m;t der einen Hemd an der Mehle gehalten unb sich mit dem CÜenoogen ober Mmic auf ihn gedrückt. Es ist rav sunrljmen, daß R. damit das Schreien des Mmaoat verhindern wollte. Ein Änhalt, ob der Täter planmäßig unb mu Hebet» legung den Tod des rcindes acraollt hat, laßt ftch aus dem Be- nmb nicht f entstell en. Ein Mensch, bet einem Mrnbe Brust unb Luftröhre zusarnmenbrückr, muß av:r rai.fcn, baß bet Tod dadurch fjerceigefülrrt imtd. Ter Sachverständige bemerk, der Angeklagte habe heute in ocr Verhandlung genau angegeben, wie sich die Tat abgespielt hat, cs ist ihm dies hoch anzu rechnen, rocim er auch nidit alles mehr ra.ficn will. Ter Ängekiagte habe bei der Tat im vollen Betvuftscin gehandelt, denn jemr Erregung dabei habe nicht gehindert, daß et nod) genau nnsie, wie er bas Verbrechen verübt bat- Rach der Nachmittagspause um 6 Uhr wird bie Oeffentlichkeit der Verhandlung Ijergestellt. Zm Umsehen ist der Raum hinter Dem Gitter, das den Zuhorrrraum vom Verhandliingsraum trennt, StoDf an stopf besetzt. Tic Cikrleric wirt» von der Xamcnraelt iw Sturm genommen. Äanzleigehilfe Swv gibt an, rate et am 3. Januar, a.so etwa 8 Tage nach dem Vervrechen, an bai Tatort geijangcn sei, um nach Beraeisen Umscl-au zu hallen.^ Er habe unter der uicbergetrctenen Grasdecke, genau an der Stelle, wo cic scheußliche Tat verübt worden ist, ein stmäulcheil Jurin! gesunden. Es beianixn sich Flocken daran, bic darauf fanbeuteten, caß dieser 5huucl in einer Tasche getragen wurde, ehe eS der EigenllmlCt hier verlor. Swtz het dieics Fundstuck der Staate gmvaltsschaft übergeben. ymminalLinm.fiar Müller hat hn Auftrage der Untersuch- nngsbchorde die Effekten des Reif durchsucht unb dabei u. a. eine Rolle Zwini erhoben, bic dem Fundstück des Vorzcugen äußerlich sehr ähnlich sah und auch mit Flocken behaftet war. Weiter ist eine starke Kordel bei Reif erhovcn worden, die einer am Tatort aufgefunoenen stordel an Starke glicht Reif bemerkt zu diesen Bekundiiugen, er wisse nichts trän einer Kordel und einem verlorenen Knäuel Zioirn. Er könne die Sache nicht verstehen und glaube nicht daran. (Berichts-Chemiker Tr. Popp gibt hierauf sein Gutachten ab. Er erklärt, daß er zuerst die jklcider Reif- und bic des Heinrich Abel durchsucht habe. Ter Zwirn, der am Tatort gesunden wurde, loar nrit Gras und Ptoosstückchen biirdjmvugt. Es sei bei den EfsrKen verschiedener Zwirn gehmben, darunter cm Mniiucltben ähnlich dem im Waloe gefundenen. Die Fladen, die an den beiden stnäuclchen hingen, seien rür bte Untersuchung ohne Bedeutung gewesen, dagegen habe sich ergebet, daß beide Zwintknäucldien in der Fadenstärke, Fadenzahl, der Trellierung lur ouif-..»•*^r.*inüiuMu4n!. 2Li‘. beiden Mnäuelcßcn land sich eine schwarze Vluflagcruna, bte netng war mo muri fie mit einem feinen PlatiTidraot batrid), schnwl, sie und i-rhntete cmnn wieder. Es hcmoelt fiel) also mit eine Auslagerung von Samstcrpech. Ter im Walde bei der Leiche Vorgefundene starke Kordel batte blaue Flecken, die zu den Flocki n in Rcisü Mleidungs- itilcfcn nidjt in Aezielmng zu bringen waren. Von den im Besitz dcS Reif gt hiiibencn Stricken vaßl einer zu der gefundenen starken Kordel. Ein Beweis, daß die Enden licibcr stricke aneinander gehöret, läßt sich nicht erbringen, dach hält der Sachverständige diese Möglichkeit nicht für au-xjcfdüorcii. Die Kleider des Adel und bic des Angeklagten sind gesondert von einander vcumA und aufbcnxibrt gewesen. Eine Uebertragung van Fäden des Goveles der Garderoben untereinander roalycenb der Ausbewal) nmgeleit ist bal^t ausgeschlossen. In der linken Hosemaj'che b<5 Angeklagten bat der Sachverständige -1 Fichteimadeln nefui’bei, bic nicht von einem Ebristbaum bortbm geraten sind. Es feien 1 kantige abgestorbene und Vermoderte Nadeln, die ihrer Beschaffenheit nach nur auf dem Boden des Waldes gelegen haben ksttnen. Tie gleidje Art ^idjtennnbcln befanden sich an der Kleidung oeS .'lbel und es ist fcfigcftellt, daß derartige Fidstennaoeln am Boden dcS Tatorte) sich befinden. Schwer belastend für den Angeklagten Reif ist die Tatsache, daß Tr. Popv am linken Knie von dessen Hose ionnlid) mit dem Ston des Beinkleides verfilzt, ein Flöckchen rosa und loeißc Baranwallmfern fand, bic eigenartig nut einander verarbeitet ivareiL Material und Fardenmlsdiiuig dieses FlöckdieuS ist identisch mit bnn Material, aus dem der Lloff zu de-. Er- morbch-n Hcmdhösaicn berge stellt ist. Es ist iMguirltdi. daß diese baimnoollenen Fäden von der Wäsche des ftiiabcn sich in Reiss Hose lest setzen konnten Arn Hemdkrageii do,> Getöteten fand sich cm grüner WolModen, der uMmtiidj mit der Wolle ist, aus der^dic giüitc Jopvc Reifs bergest eilt tü. Zedenialls besitzen Reifs Joppe und die giüne aufatiunOeiv Fmer on Abels Hemd tragen benfdben Farblvert. Es feien dies bte stummen 3engen, die dafür iprcchcu, daß der Angeklagte fRrr den ,'hinben AM1 mißbraucht und getötet bat. /»war eine der festgestcllten Tat fachen allein wäre baut nicht hinreichend, aber die jeststchende Reihe fei für Reif belastend und in Verbindung mit den übrigen Feststellungen bet Untersuchung ein Beweis für seine Schuld. Landgeridnsrat Brite 1, der die <oahr moteicn. Am ß. Februar vernahm Landgerichts rat Bruel m vierstündiger Sitzung Reif eingehend über fein Vorleben, seine Persönlichkeit, seine Eltern unb usinchnnster unb über feine gefamten Vorstrafen. Ur gab lehr klart Antworten unb zeigte, daß er über ein Vorzüge hebe» GedächMis verntgte. In einer weiteren einige lagt später folgenden Vernehmung leugnete brr flngefdnilbigtc nicht mehr in brr früheren strikten Art unb Weise. Er idjun drum unb dran jU 'rin, Angaben machen zu raoilen. Er erklärte, men gehe .u Urettge gegen ihn vor. er könne nch nicht mrbr 10 erinnern und er müsse es sich dock) erst uPerkem. Tann memft n mbrzug auf daS Verbrechen: Denn tch es getan Haden soll re. muß ich in ganz verrückt gernefen sein. Bei der <ib b.-1 den Jerwraidien unb lemr Lnsoor :auo eine Andeuttma dekon men. ba»: der Am siagte geisteS» geüori icin könne Seme neun G.ichwistcc seien alle griuud b3 mir em* Schwester, Pi? noch Lerner fr« a.e Reif und eine gewisse Beschränkt heck teige. Ort > Vorsteher Joiramt Mron von Rieden pap berichte: über bie Famtlieiiuerhällni'sc des Angeklagten. Scine Mutter ist tm Mtnbbci: verstorben und fein 8at.-r bot lranfig über Mops,'ckmer»en gtHaq:. er war 81 Jabre alt tl* er üirb T« Grschnriner des Reif sind alle in der Heimat anfäing und gesunde fiänig: Mcracken, bis auf die eine Schwester. >brinimal!ommtpar IX ü 11 e r bat im Westerwaltz. in Hinckboch und Frrirackdon, Erhebungen ütei das Betragen des angestellt unb crißbrfn, daß er bon ickusteriert und mnt hübsch iSeld verdient l)«ii. Trotzb.nn er sich dort nichts ;u schulden kommen liefe, roor man ’roh. den Mcnidien los zu nx-rben. Mctzgcr Abel, der Vater des getöteten Heittrtck Ad l. glaubt uickt, dah fein Söhnchen guiratlli 1 mi? Reff in den Wald gr- Reu inüsie bem Zungen was angetan haben, sonst märe ei bem fremden Manne nicht gefolgt, dein sei der ihrnbc viel zu klug gewesen. Abel bat seine Kinder geben Tä habe Heinrich gesagt' ..Vater, mir toll nur -•mmal J icmonb kommen, ich trete ihm in den Bauch baß er genug hat " Tie Ehefrau Abel sagt au», daß ihr Lohn bic o^raobnbcit H hatte, beim Ausziehen dir Ltrumprbandcr entweder in die Rockoder in die Hosentasche zu stecken. 1 Hausvater Loh von der Herberge zur Heimot kennt den An- geklagten schon längere Seit Tiefer kehrte, als er im Frübiahr in ('•; ßen gearbeitet hat, öfter in der Herberge ein, um et» Glas Bier zu trinken. Er hat sich stet« anständig betragen Ter :J Zeuge Ixit nie ctitc geistige Schwa die an dem Mann roobr genommen. 7 ES »ei ihm desi'en eigentümliches ;ur Schau getragenes Wei en nicht weiter ausgefallen, man finde dies öfter bet Leuten, die aui- bem Zuchthaus ober Korrektionshaus kommen. Tiefe Leute £1 wollen gern ihre Person in ein anderes Licht ruckcu, sie ren^* ] micrcn aud» wohl viel zu bteient Vtivetf. S»c nennen diese Suckt ; KundcnNaps, damit sei der Angeklagtc auch nrahl etnras de haftet \ gcroefeit. Am 23. Dezember dal Reis in der Herberge u dem achtet. Am 2. Feiertage vormittags kam er das zweitemal, er wollte ritt Paket nieder legen, hat dies aber nadiber unterlassen. Heinrich Viebl Ehesrau, Koiscrallce, bchmbet, daß Reif, bei ihr vollständig fremd geroefen ist, zu ihr in bte Wohnung gcL’mmm sei und angegeben hat; er kenne ihren Mann irhr gut war nicht zu Haus. Reif lub bie Fran ein, nttt ihren M.noern 1 iith ihm anziuchließcn, er ivoUc ihnen was kaufen, sie !ebitte i dies aber ab, worauf ihr Reif cutc Mark sckenktt. Er roolUe euch J vorher eine Flasche Wein bezahlen, wenn sie mitgehen würbe. Schließlich erlaubte die Zeugin, daß ihr lüttgcro Kind mit Reif gehen dürfe, damit er dem selben tron? kaufe. Sie hat u.’rr alsbald das große Mädchen hinter bat beiden her gesandt, das baz. jüngere Zrind zurückbrachte, nachdem Reff ihm etwa- gelaust hatte. Aut eilten Teil der Zeugen wurde versichtet und die Bern ■j.ibi« nähme abends 8 Uhr abgebrochen. Es sind noch 25 Zeugen za vernehmen. . l V cniui cyte». • Zeppelin I. Die UebungSfahrt mit dem 9Elchs« lustschiff Z. I. wurde gestern bet heiterem aber ziemlich ivmbigcm Wetter fortgesetzt. Das Luftschiff fuhr -l.nä^ t mit mäßiger Geschwindigkeit gegen den Wind nach F'. ücich4- Hafen zu, überflog dieses und lehrte m großem Bogen landeinwärts wieder auf den See zurück. Um 12 Uhr 10 Mm. wurde in der Bucht von Fctedrichshafen ein Abstieg auf den See üorgenontmen, wobei ein Pasiagienvcchsri stattfand. Um l Uhr erfolgte bie glatte Landung. •feine lagcMirottlL s Die kürzlichen V c r g t f t u >1 g « c r f d, c t n n 11 g e 11 nn Ruool J Virchora-Kiankcnhctufc inBer11n sind nach bakteriologischer ff:» Heilung mu den toenufe von Morchel n z»:rudjuluhicn. (ilcncialHaaldanwaU Ti. Zsei> z.iftand scu geraumei Zeit hcbcullidj ist und der gestern r.ner Schlaganfall erlitten hat, hat einen sechsmonanichAi Ihieub erhalten. Zn Tokaradac in Ungarn hänfen 40 Personen zu dem üblichen Lcichensd)nian4 zwei Foster B ra 11 n t n> e i n, bw schsiehiich alle Teiluehinei an dem Belage tot oder bewußtlos nm Beden lagen. 18 Personell find betetto gestorben unb vier am Steeden. Auch die übrigen schweben noch in Veber.^eiabr. voraussichtliche Witterung iuc Hessen am » icitag dem 12. März: Vielfach heiler und trocken, '.iachtsrost. -Lag« ir rmer, östliche Winde. 0ti0inabDra^tiiielOuih3$n. Toulon, 11. Mam. Ein > rnstcr Zwischenfall hat fid) gestern hn Zu'anrmenh-ina mit den letzten aiUlmisiLaristis«Mß MuRbgebungcn »untiragtit. (General d< Ferron, Befrh.slraber oet 2 Divisran der Molonirl-Truppen hatte die itzenerole P.-r:eaax. unterftriUcn Cfnnere zu einer Mrnfnmi geladen Hierbei er seine Unzufriedenheit darüber aus, »?ld)i- Rcpimemrr nruÄ seinem Befri'.c zu hoben. Er erklärte u a., b Ad) i't und dir gestern r« einen sechSmonaüich« M tranken 40 »nm jub Branntwein, bis IW tot oder beiouBilos ani M starben und vier am eit» V#hft^Qeialn'. —■ Gksetziiche Gesellenprüsung. Tie diesjährigen Gesellenprüfungen finden im Monat April statt. An derselben können alle jungen Handwerker unseres Gewerbes teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüfungen beendet ist. Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung deS vorgeschriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum 31. März an den unterzeichneten Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mark und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusenden. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellenprüfung zwingende Bolbediugung für die Zulassung zur Meisterprüfung ist, künftig aber nur durch das Bestehen der letzteren die Befugnis zum Anleitcu von Lehrlingen erworben werden kann. Die Bcrsäumuis der Gescllen- y üfung hat also spätere empfindliche nicht mehr nachznholende Nachteile im Gefolge. Gießeu, Märr 1909. Der Prüfungsausschuß der Friseur- u. Perrückcnmacher-Jnnung zu Gießen. Heinrich Tlckn.D11/» 1909- ben 10. rcr allcrfeintte Delikateß-Ware sind cingctroffcn bei (196 Georg Waliedels Marktplatz 21 Telefon 46 gegenüber der Engelavothekc. Versteigerung von Wagnerholz re. DicnStag, den 16. März 1909 Vormittags 9 Ubt läßt Herr Wagner Friedr. Römer zu €>end)clhctm in der Hofraite Kirchftraße 21 daselbftwegeu Gc scbäitsauigabe nachoerzeichnetes Wagnerholz usw. gegen Barzahlung versteigere 3 Buchcn- stämmc, geschnitten, 4—6 m lang, 3'/- Festmeter gutes Felgenholz. Eichcustämme 2 — 3,40 m lang. Derbstangen: Eichen 4 m u. 2 m lang, Fichten bis 15 m lang, Zimmerholz,Hainbuchen Scheit bolz 31/. m lang, sodann fertige Arbeiten: 1 Wagen mit Dung- horden, 1 Doppclwalzc Hr Wiese und Acker,2Eggebetten,2Schnuer- böcke ohne Beschlag, 2 Leitern 9 m und 21/« m lang, 1 Doppel- leitet: 3 m lang, nuSgearbeitete Hölzer: schwere Arme, Achfeu- itöcke. Schemel, Rungen, Felgen, Speichen u. v. a. Die Versteigerung findet bestimmt statt. 11572 In Vertr. d. Gerichtsvollz.Geißler: I. V. Drodt Gerichtsvollzieher-Stellvertreter. And Stadtler , _ , Morl Rübl u. Frau, geb. Sack August Riitil u. Frau, geb. Tr lisch Heinrich Rübl u. Frau, geb. Krämer Lina und Marie 'Jlübl. Tauktagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben, guten Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Schwagers und Onkels Herrn Heinrich Muhl, für die Kranz- und Blumenspenden, für den Grabgesang des Gesangvereins Eoneordta, sowie für dte trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hellwig am Grabe sagen tiefgefühlten Dank Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Lotz IX Wieseck Ludwig Deibel VIII., Wieseck Fobauncö Kreiling XII., Lollar Adalbert Eisenhut, Wieseck. Wieseck, ben 11. März 1909. (laGl Bankgeschäft. eigerung 1909. l(- 9ln|an911 J'1,19 S". l»t»' schiel. »tinelsungen. ni^. Acgunentcr B dU'' . dicÄÜa'N'olc '? lörte u. «L' solche Kaoaj eaur gqitn 9 chwunmcnden___ o o |1K &&& " ni) S0‘al,h 8* .15m. ’ »fl fltn* 8 Mer iJ S ZML 9,i,,nk4S^ 9lQ* eit Esse bcm a 9t; Alden 5$en N ' getoarnt mit Enda ^ater, L’ia icudi, das; cr cuunal M. cic nennen diese SO etoa"beW® U m b« verberge üoernaibtn SN «ml, er wollte^ i)hir unterlassen. :Elee, bekundet." datz Reis, da brat Utatn ;ehc gut. M /jrmi em, mit ihren ätitfe ihnen was lausen, sie 'M Aarf senkte, tzr wollte cw n, wenn sie mitgehen mürbe B ihr längeres Minb mit etwas lause. Sie hat 0» om beiden hergesandt, Dae ■ Reis ihm etwas getarnt verzichtet und die LeweiM Es sind noch 25 Zeugen Obstbäumt!! Kein Baum Mindermass! Kein Baum krumm! Jedes Stück fehlerlos! ferner: Baumschulartikcl aller vorkommenoen Arten, alles in garantiert allerbester Qualität Jllustr. Katalog kostenlos. HoLzversteigerung in ben Waldungen der Gemeinde Ruppertsburg. 1. Montag, den 15. März lfd. I., vormittags 9^ Uhr anfangend, in den Distrikten Hoheberg und Buchewald. io Rm. Eiche Nutztnüppel (2,5 m. lang); 292,4 Rm. Buche Scheiter; 2 Rm. Eiche Scheiter; 254,5 Rm. Buche Knüppel; 44,7 Rm. Eiche Knüppel; 140 Rm. Buche Stammreisig (in Schichten); 149 Rm. Buche Astreisig; 26 Rm. Elche Astreisig; 60,2 Rm. Buche Stöcke; 1,6 Rm. Eiche Stöcke. Fichten: Reisstangen tosweise: geeignet zu Bohnenstangen geg. Zusammenkunft im Distrikt Hohenberg, an der Kreisstraße Ruppertsburg-Wetterfeld. NB. Für diejenigen auswärtigen Steigerer, welche die Bahn Hlingen, Laubach, Mücke benutzen, wird an der Haltestelle Wetterfeld 988 ein Führer bereit stehen. 2. Dienstag, den 16. März lfd. I., norm. 9l/2 Uhr anfangend, m den Distrikten Langenberg und Bügelberg. 9 Elchenstämme mit 4.16 Fm.; 13 Eschestämme mit 1,73 Fm.; 24 Kiefern mit 15,09 Fm.; 34 Fichtestämme mit 7,76 Fm.; 18 Esche-Derbstangen mit 1,28 Fm ; 45 Fichte-Derbstanaen mit 2,19 Fm.; 44,4 Rm. Buch. Scheiter; 1,5 Rm. Eiche Scheiter; 320,7 Rm. Bucke Knüppel; 68,8 Rm. Elche Knüppel; 5 Rm. Kiefern Knüppel; 5 Rm. Kiefern Reiserknüppel; 314 Rm. Buche und Eiche- Stammreisig (in Schichten); 113 Rm. Buche-Astretsig; 38 Rm. Elche Astreisig; 25,5 Rm. Buche Stöcke. Zusammenkunft in der Herzau hinter den Brunn nquellen. „Das Holz wird teils vor-, teils unvorgezeigt versteigert," (und erteilt auf Verlangen Forstwart Steinbach dahier, nähert Auskunft.) NB. Die auswärtigen Steigerer können für den ersten, sowie den zweiten Tag die Bahn benutzen, ab Hungen 733 Uhr, vormittags, an Ruppertsburg 8 Uhr und nachmittags ab Ruppertsburg 4" Uhr, an Hungen 4*6 Uhr. Ruppertsburg, den 9. März 1909. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruppertsburg. Lehr. _______ 1545 Na Nu Siekennen ReesesPudding- pulver a. Reeees Vanillhizucker noch nicht? Etwas Besseresgibrsja gar nicht, machen Sie doch nur mal einen Versuch. Peberall erhältlich. Reese Geselleohaft, Hameln. Wir setzen hiermit die Mitglieder von dem Ableben unseres liebi en Mitgliedes, Herrn Johannes Erb in Kenntnis. Die Beerdigung findet |irOagenggsse 3. ?intininitriti|.SlHtiiiiiÄiiitt per sofort aratio abutgeben. Schriill ‘.Vlclbunacn unter 01611 an die lYeschättSüetle d. tnieü. Anz. Eine Kaute 2.'«iü au uertc c n. 01564) ^ammttraye 15. ViMinnahifien *4T vormittag» von vkUlUlivnjCU 7-10 Ubr gesucht I gesucht. Auch werden jg. Statt jh Ailtriti angenommen. {1671 Zoh. valih. Roll. „Das Blumesboor. .baufpiel ia 4 Auszügen u. einen Zwi-chen lotel von Herman» 2 über mann. Anfang 7*': Uhr (^nbe 10*. Mr Heute Toa»er»teg, dem 9. Lag 3e gegen SÄeinrdtbaüi'nnger o Deutschland Schcllsische Icbcnvsrifch. färben rin- grfrofftu nnö billigst bei Allmß Molltstscls Marktplatz 17 >6541 Telefon LdL Körbe u. Ltllble werden schnell u bill. r.efkubt ,1. OHurtlc, vorn». Vavtbicr. »ritficmca Ml. Ul.Vs ' .-|f KL. r~ iiiticvm irti’H _____________ ^munet’SBolmuiigcn mit Hremdenz. und allem reicht. 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