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Frhr. v. Richthofen (Kons.): Lassen Sie den Ausdruck Reichsfinanzreform fallen, gut: was wir macken, ist meinetwegen eine Reichst inanz. ordnung. (Stürmischer Beifall rechts und im Zentrum.) Dr. Paasche hat in einer für mich nicht ganz verständlichen Weise eine Menge Zitate vorgelesen dahin, daß das Zent, um keine indirekten Steuern bewilligen wolle. Hat er damit etwa sagen wollen, die Nationallibcralen seien heute bereit, eine Menge indirekter Steuern zu bewilligen? (Sehr gut rechts und im Zentrum. Gelächter links.) Dann soll er es deutlich sagen; tm Publikum muß der Eindruck hervorgerufen werden. Abg. Kopsch (Fr. Vp.): Der Widerspruch des bayerischen Bevollmächtigten läßt tief blicken, und es ist eine interessante Tatsache, daß der Bundesratsbevollmächtigte für Bayern den dringenden Vorstellungen des Zentrums mehr Widerspruch geleistet hat als der Schatzsekretär des Reiches. (Hört! Hört! links.) Bayerischer Bevollmächtigter v. Burckharbl: Wenn der Zweck des Antrages ist, die Finanzreform zu sichern, dann werden auch die Bundesstaaten darauf Rücksicht nehmen und dem Antrag, wenn er in zweiter und dritter Lesung angenommen ist, zustimmen. (Hört! Hört! rechts u. i. Zentrum.) Abg. Erzberger (Zentr.): Die Linke kritisiert alle Vorschläge der Kommission, frühere nationalliberale Abgeordnete Büsing hat aber schon 1906 zu den Freisinnigen gesagt: „Kritisieren kann jeder — aber bester machen!" (Hört! Hört! im Zentrum und rechts.) kommt darauf an, Vorschläge zu machen, die eine Mehrheit finden." I Lebhaftes Hört! Hört! und Beifall im Zentrum und rechts.) Der Redner spricht über die Matrikularbeiträge. Gießener Anzeiger Gemral-Anzeißer für Gberheffen Abg. Fehlhauer (Ratl.) spricht sich gegen den Zentrumsantrag aus. Der Zucker sei ein Volksnahrungsmittel, das möglichst billig sein müsse, Abg. v. Rormann (Kons.) verliest folgende Erklärung: Meine politischen Freunde sind Bereit, diesem Anträge auf- Forterhebung der Zuckersteuer in dem bisherigen Umfange bis zum 1. April 1914 zuzustimmen. (Hörtl hört! links.) Wir knüpfen indes hieran die ausdrückliche Voraussetzung, daß die übrigen in der zweiten Lesung bewilligten Steuern nicht in dritter Lesung noch eine grundsätzliche Abänderung oder Herabsetzung erfahren, weil wir nur unter dieser Be- dingung es verantworten können, dieses schwere Cpfer landwirtschaftlicher Interessen zu bringen. (Beifall rechts.) Abg. Frhr. v. Herlling (Zentr.) begrüßt diese Erklärung. Die Voraussetzungen, die der Vorredner forderte^ seien begründet. Abg. v. Oertzen (Rp.): Auch wir sind mit dem Anträge einverstanden. Obwohl in unseren Reiben viele Zuckerinteressenten sind, halten wir es jur eine patriotische Ehrenpflicht, für den Antrag des Zentrums zu stimmen im Interesse der Reichsfinanzen. Abg. Hildenbrand (Soz.)' spricht gegen den Antrag. In n a m e n* l i ch e r Abstimmung wird der Antrag Speck mit 204 gegen 133 Stimmen bei 15 Enthaltungen angenommen. Damit ist die zweite Lesung, der Reichsfinanzreform beendet. Nächste Sitzung: Heute, Freitag, vormittag 11 Uhr (Bier-, Tabak- und Branntweinsteuer, dritte Lesung.) Die Abgeordneten verlassen den Saal unter lebhaften Rusen: Guten Morgen! Schluß: 12 y4 Uhr. Die „Gtehener Samilicnblätter,‘ werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ’.Kretsblati für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zett- fragen" erscheinen monatlich zweimal. 1910 vorgesehen. Antrag des Zentrums fordert die Hinausschiebung dieses Zeitpunktes bis zum Jahre IC’ 14. Abg. Dr. Paasche (Rat!.)'?____ '' Herr Erzberger hat Büsing zitiert. Ich zitiere auch Windt- horst: Endlich hat man mit der Vermehrung der indirekten Steuern aufzuhören, wir müsten zu direkten Steuern zuruckgrei- fen! (Hört! hört! links, Lachen t. Zentr.) Frhr. v. Huene: wir find'nicht geneigt, in Zöllen und indirekten Steuern irgendwie einen Schrnt weiter zu gehen! (Lebhaftes Hort! Hort! links, Gelächter im Zentr.) Dr. Lieber: Im Namen des Zentrums erkläre ich, mit der Vermehrung der indirekten Steuern ist rem Geschäft mehr mit dem Zentrum zu machen! (Stürmisches Hort! hört! links, Lärm im Zentr. Abg. Erzberger ruft: Das ist schon lange her!) Heute habe ich eine Broschüre tu Landen gehabt — leider habe ich sie nicht hier — von Herrn Erzberger '. Warum ist der Reichstag aufgelöst worden? Da heißt eS das Zentrum wird keine neuen Verbrauchsabgaben mehr bewilligen, (ötur- misches Hört! hört! links, großer Lärm und Johlen.) Wenn Sie vor zwei Jahren genau das Gegenteil von dem sagen, roa8 Sie heule tun — soll ich Ihnen noch mehr nachweisen? (Zuruf: Erbschaftssteuer!) Gewiß, ich habe gegen die ErchchastS- steuer gesprochen, aber nur weil ich sie als allgemeine «^sihsteuer für viel weniger gut hielt, als die Vermögenssteuer. (Sehr richtig! links.) Der Redner schließt mit erhobener Stimme: mit Ihrer Steuerreform mißhandeln Sie die Gerechtigkeit. (®r°Be Unruhe rechts.) Sie belasten den großen Teil der Bevölkerung und entlasten einen kleinen Teil. (Große Unruhe, ftnrnn;$er Beifall links.) Dieser Vorwurf wird Sie noch lange treffen. I Anhaltender Lärm.) Ich habe heute gesagt, die verbündeten Regie- rungen sind vernünftig, sie nehmen, was sie kriegen. Zch nehme das „vernünftig" zurück. (Große Heiterkeit, lebhafter Bei- Abg. GiesbertS (Zenkr'.s begründet einen Antrag betr. Unterstützung der durck die Tabak, steuer geschädigten Arbeiter. Wir haben geglaubt, mu vier Mil- Honen auskommen zu können. Sollten diese nicht au-reichen, können toir ja im Herbst mehr bewilligen. Ministerialdirektor Kühn: Die Verbündeten Regierungen find bereit, dem Anträge in seiner jetzigen Fasiung znzustimmen. (Zuruf lmkS: Bestellte Arbeit!) Sie tun dies in der Vorausietzung, daß damit lein Präzedenzfall für künftige Steuergesetze geschaffen wird. Abg. Dr. Frank-Mannbeim (Soz.): Der Abg Giesberts, der für die Tabaksteuer stimmt, bat kein Reckt für die Tabakarbeiter einzutreten. Tas Zentrum schlagt Den Menschen, erst zu Krüppeln, und dann will es helfen! Abg. Dr. Stresemann (Natl.): Ich habe nicht die Abfickt, Herrn Giesberts auf das Gebiet hochpolitischer Erörterung zu folgen. Wer allerdings bei den letzten Blockwahlen die Erzbergersche Broschüre gelten hat und die Ausführungen über die Belastung des Mastenkon>ums, der. muh hinter iie Ausführungen des Abg. Giesberis em großes srage- -eicken machen.' Ick habe in der zweiten Lesung erklärt, daß wir, für den Antrag Giesberts stimmen werden. Jetzt ist er aber ver- scklimmbefiert. Wir beantragen infolgedessen die St m 111 e r u n g auf 4 Millionen zu streichen. Denn tote weit die Wir-, hingen des Gesetzes gehen werden, vermag jetzt niemand zu über-, sehen Weiter beantragen wir statt „Unterstützung zu lagen Entschädigung". Wir wollen unter keinen Umständen, daß diejenigen, die auf Grund dieses Gesetzes arbeitslos werden, polu, tijcher Rechte_verloren Abg. Erzberger (Zentr.): Dr. Paasche vermißt die großen Gedanken in der Finanz- reform; die sind fort, als der Liberalismus nicht mehr Dabei toarl (Heiterkeit und sehr gut! rechts und im Zentrum.) Das ist die Selbsteinschätzung des Liberalismus. (Sehr gut! rechts.) Der Redner spricht zu den Anträgen der Mehrheit. Es liegt ein Antrag Erzberger vor, entsprechend dem Beschluß der Budgetkommission zur Besoldungsfrage die Quote der Einzel st aaten bei der Erhebung der Erbschaftssteuer von Vs auf V* herabzusetzen. Bayerischer Bevollmächtigter v. Burckhardt spricht gegen diesen Antrag. eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 15 Min. mit der Mitteilung, daß Graf Zeppelin beabsichtige, den Reichstag zu einem Besuch Anfang Septemb er nach Friedrichshafen einzuladen. Die Näheren Angaben würden den Herren rechtzeitig zugehen. Die dritte Lesung der Finanzreform. Bier. Abg. Zubeik (Soz)'. _ —----- spricht unter allgemeiner Unaufmerksamkeit des sich während seiner Rede füllenden Hauses über die Ausplünderung des arbeitenden Volkes. Der unersättliche Moloch wird gefüttert. Unkähuge Gastwirtsristenzen bleiben auf der Strecke. Biersteuer Tabak- fteuer, Automatensteuer, Lichtsteuer, wo es doch im Lokal immer Heller werden muß, Konzessionssteuer, Polizeikontrolle! — Bei solchem Skandal kann man nicht reden. Zubeil wartet schweigens bis der Präsident ihm für einige Zeit etwas Ruhe schafft. Nach einiger Zeit unterbricht Präsident Graf Stolberg mit feiner Glocke wieder die Unruhe: Wenn ich reckt gehört habe, hat der Redner den Ausdruck „Schnapsblock gebraucht. Der Ausdruck ist nicht parlamentarisch. (Heiterkeit.) Abg. Zubeil (Soz.) * spricht weiter. Er verlangt die von den Sozialdemokraten auch zur mitten Lesung beantragte Unterstützung arbeitslos werdender Arbeiter und Angestellten. , Die Mehrheitsparteicn: Dr. Zehnter (Zentr.), Frhr. von Gamp (Rp.), Raab (Wirisch. Vg.), Dr. Roesicke (Kons.), Speck |(3entr.) beantragen die Einführung einer Konti ngentie- rung: Für neue Brauereien, die nach dem 1. August 1309 in Betrieb genommen werden und mit deren Bau nicht bereits vor dem 1. Januar 1909 begonnen war, sowie für wiche, Die nach dem 1. August 1909 wieder in Betrieb genommen werden, nach- dem sie mehr als 2 Jahre außer Betrieb waren, erholen stch die Steuersätze bis zum 31. März 1915 um 50 Prozent, für Die Nächsten drei Jahre um 25 Prozent. In namentlicher Abstimmung wird die Kontin- ß,entierung mit 218 gegen 131 Stimmen der Linken vei 5 Enthaltungen angenommen. Der Abg. r^rhr. v. Hehl sUmmt mit dem Grasen v. Oriola (b. k. Fr.) mit der Mehrheit. Höhere Kommunalbiersteuern als 65 ißfg. für Den Hektoliter Dürfen nach einem weiteren Beschluß der Mehrheit schon Pom^drhrL 1915_ sehr gut') Doß e« bem Staats'ekretär all Ainenz. irm ter nicht angenehm ist. kann ick mir vorstellen. Aber e« find bo.ti Bedenken hinsichtlich der Durchführbarkeit bei Antrages. El 'ift zum Beispiel schon schwer, festzustellen, wal gerade durch bie- Geirtz mehr ouffommt; auch schon, weil el ein vollkommen ncue6 Steuerfhitem ist. Hebcrbiel glaube ick richtig informiert zu sein, bah verfasiunglmöß ge Bedenken vorliegen. Tie Ein- nahmen ou5 diesem Gesetz sind den Bundesstaaten überwiesen und können diesen ohne ibre Zustimmung nicht entzogen werden. Er habe natürlich die größte Sympathie für diesen Antrag. l-ibiqen kann, 'o ulerlasse ich dar'ber siai'se. (Lel>bast-I Bc^vo recht! und in ßurufe bei den Soz ) Abg kreth fjtoiif ), mit Aba-Rufen von L Lk ~ Mittelstandes (Hallo! und Gelachter links.) Kaanem en jo ort vom Mittelstand gesprochen buben, werden ö,< es wodl auch einmal mir gestatten. Mir liegt daran, weil unter den, Drucke ber höheren Steuerbelastung es klar ist daß der WrotoetTteb giohere 2 orleile da, lebhafte Zustimmung mir«) xHcine Herren wir sind ja vollständig ewig (Heiterkeit); aber roli nur infolge der höheren Steuerbelastung. wegen der Per- gnlunfl d*s «cbiiuinbo»; wenn Sie wo» andere? behaupten so opponieren «>e, ohne da» Gesetz verstanden zu haben 55c Wilzl (Rat!.) begründet den Antrag. Schop'ekretör Stzdew: Ge""ß verdiene.i bie Bestrebungen zur Bekämpfung ber ft alle Unterstützung. G:re andere Frage aber ist. ob el * ’^be bc3 Reiche' ist. kLelchafter Widerspruch.) Ich bitte «deLhalb, den Antrag abzulehnen. Geborene. Juni 28. Dem Kutscher i einn u Reuel eine Tochter. 28. Tem Dlestger Robert Nagel cm Sahn, Robert Karl 29. Tem Sdjau- ftellcr Mar Walldon eine Tochter. Luise. 30. Tem Pr uaibearnten Jranz Schnell eine Tochter, Elisabeth Irmgard. 30. Tem Buch, hnlier Ccmrid) Sonulag eine Tochter, flaiolmc T,arllia. Juli. 1. Dem Taglohner Ludwig Müller em Sohn, (lemncfi. 3. Tem Tiener an der chirurgischen Veteimärkluuk start Herbst eine Tochter. 3. Tem Schlosser Wilhelm Sehrt em Sohn, Johannes ,>riedrich. 4. Tem Baiiasvirauien Heinrich Seim ein Sohn, Hail vemrid). i. Tem Kullurtcchmkcr Ludwig Reist ein Sohn. Hari Joliaitnrt Vermaim. 6. Tem Kaufmann Karl Rudolf Wilhelm Schmier eine Tochter. 5. Tem Eisenbahu-Nssisleiiten Jakob ictri) eine Tochter, Emilie Luise. Gestorbene. Juli- 3. Maria Port, geb. ttlmgelhöser, 48 Jahre alt, '?lm Riegelpiab 14. 6. Johanna Rausch, geb. Engel, 51 Jahre all. Loderst rage 7. 8. Christine Kransch, geb. Krauch, -2 Jahre td/,' Loivengasse 20. Die nach- A n p 7 | p »m Monnlag, 1 1. Juli, nur von »lebenden A v A £1 l V 12 t hr mittags bis 12 Ihr nachm für dringende Fülle sicher aszatreffen : |D‘e . Dr. Geyer, "dtersweg Gl 1 J>r. Klein. Ost-Anlage 37 I. Wenn Sie Ihr ftinb fleiunb numier und geistig irisch sich cntroufclX' (eben in ollen. 10 neben Sie ihm Tr. Opmmcl'« vawalogen Vaficu Sic -ich ,cdoch Irtne der vielen Rachahmunarn aufreoen (D*ti politische Togessciiau. ,Jrauzönsche ,>inanzsorgen. Anläßlich ber vor wenigen Tagen eriolgteu Einbringung deS nächstjährigen Budgets, dal in allen Kreisen der Bevölkerung, bei Presse und des Parlaments eine sehr abfällige Beurteilung erfahren bat, wurde Fi >ianzmiuisterEa11laux soeben vom .M atm' interviewt. Ter Minister suchte sich tu doppelter Weise zu rechtfertigen, indem er, nicht ohne Grund, herum hob, baß ber Steuerzahler sich weit früher hätte beklagen sollen, nämlich in dem 'Augenblicke, wo die starken Vermehrungen der Ausgaben im Parlament durchdrangen, und ivo ein wieder neue 'Ausgaben be- dingende! Gesetz wirb. In diesen Momenten, sagte der Minister, sollten sich Klagen und Proteste in Publikum und Presse erbeben, nicht aber in dem "iHiujenblide, wo Die Rechnung notwendigerweise beglichen werden soll. Tas uäcbst- i'chrige Budget weist 79 Millionen Frauken mehr Ausgaben aui als bas Bubget des laufenden Jahre.- Tiefe RuSgabeu mühten streckt werden. Sache des Wählers wäre es geivcien, solche Vcr- neter ditrch das allgememe und direkte Wahlrecht in die Hammer in schicken, die sich der Rusgabenvermehrung widersetzen. Tie Rolle euies Juianimunsters sei gegenwärtig überaus schwer. Alle Welt ruic ihm im Parlament zu: »Geben Sie aus, geben Sie aus!' Und iveun er sich den übertxiebencn Ausgaben widersetze, heiße es gleich, ei l-eeiulrächtige die Landesverteidigung oder sei dem Fortschritte feindlich gesinnt. Wider Willen habe er in verschiedene Ausgabe- Erhöhungen gewilligt, so bei der Reorganisation der Marine und bei der Periorgmig der Eisenbahnbeamten. Zweitens machte Eaillaux geltend, er habe bei aller Steuerer Höhung doch darauf geachtet, keine unbedingt notwendigen LebeusiuiUrl zu belasten ! Alan habe ihm geraten, beu Zoll au» Kaffee beraufzilsesten, aber er j habe dies nicht getan, obwohl c5 mehr emgebradn hätte, als mehrere der von ihm vorgejchlagenen Steuern zusammen. In England und Teulidilaub fei das anders. Tort habe man sich im Bedarfsfälle nicht gescheut. Konsumartikel bringenden Bedarfs, wie Tee, Kaffee, Zucker und Bier, schwer zu belasten, während er selbst im Jahre 1902 durch internationale Vereinbarung eine wesentliche Üer-nbststun 1 der Zi-.ckerzolle erwirkt habe, die antidemokratisch seien. Auch die Erbschaftssteuer sei in England und Tentschland erheblich höher als m Frankreich. ?l!s der englische Jinanzmimster letzthin beantragte, sie von 480 Millionen aut 670 Millionen zu erhöhen, bdlKn ihm selbst die Koufcrvativen feine CpDoiition gemacht. In Froukreich trage aber die ,estt bestehende Erbschaftssteuer nm 2öu Millionen em. Währeiid alle Staaten ihre Schulden in den I letzten jetm b,s zwanzig Jahren hätten anwachsen sehen, sei dies bei Jrantreich nicht der Jall, und ber vorzügliche Zustand der franzönscheu Finanzen siude darin ferne Anerkennung, da» alle Stoaten, die sich neu orgauinereu, stuanzielle Berater gu6 Frank-1 reich erbaten, ivährend sie die militärischen und nautischen von anderwärts bezi»geii. Tlbg. Speck sZenir.): , 2suck> wir lhmpathisieren. Aber das Reservat ber Tun- belftaatcn. (Gelachter links) Bringen Sie im nächsten Jahre [um Etat eine Resolution ein. Ter sozialdemokratische 10 Proz -Antrag wirb abgelebnt unb (n namentlicher Abstimmung auch der cinprozenttgc 3b- tinenzantrag mit 207 gegen 151 Stimmen. Ter sofortigen Vornahme der G e s a m t a b st i m m u n g wird von feiner Seife widersprochen. To 8 Gesetz wird mit 229 gegen 137 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen. 1 Tamit ist die heutige Tagesordnung erledigt. Ter Präsident beraumt bie nächste Sitzung: Ji 11 anzgesetz, an auf morgen, Sonnabend, 10 Uhr. Echlutz G% Uhr. LingesanSt. ^ür Tvorm und Inhalt aller unter d,c cr Rubrik ftcbenbin Artiket- ibernimmt bte Redaktion dein Publikum gegenüber IcinctB Berauttvoltung Por einigen Wocheii war eine Bewegung emgeireKn betrefft m Uhr-Ladenschlutz und Berk, rzuug der Sonntagsverka.i . zeu Sre fctxmt aber wieder vollktändta cu,geschlafen zu lern. doch keine gro»e Awgabe, cme solche derbeizuführeu, tza Ibte meinen '^ef-täfteinbaber sich dafür erklärt haben. Tie metiteei f^elchäftSzweige fchlieven schon um h Uhr. ferner machen die' Metzgereien Soniuaqt um 1 Uhr $u und ich meine, wenn «olche j schlietzeu können, mutz et bei den Koloniolivarenhaudlein sowie anderen GefchastSzweigen erst recht geben. Man mutz 'ich m die vage deS lungen Wandlung:gebilfen hinein denken, es ist ihm unmöglich, z. B. Vorträge feines Berufes zu besuchen. Jemer ist er and) von der Ratur vollständig abgeichlosteu. denn wenn em junger Storni von nwraenl 7—9 Uhr abends im iSefcha-t taug ist. so ist er müde und wird sich zu^emer Ruhe begeben, ohne sich in tnicher Vuft erholt zu haben, >vas seine Leistungsfähigkeit im i'st-schätz: geinitz nicht erhöbt. 3cb mödite deshalb nochmals den Verren GeichältSu,Habern ans perz legen, für ihr eigenes Wohl und für da5 uner Standes- 'Jlad)tommcn darauf hm zu arbeiten, dost eine gesunde und geregelte Arbeitszeit Herdeigestchrt wird. Auch d,e ^taMoerorbneten möchte ich bitten, sich von dem i^eichästsganqe von abends 8 dis 9 Uhr, sowie sonntags von 1—3 Uhr zu überzeugen und ihr Urteu zu fallen, ob es wirklich nötig ist, die Verkaufszeit fo lange auS- zudehuen. 9. Juli = + 15,0e C 9. , — -f- 10^ ea SRinifterialbireltor Kühn: Tie Krage zu bemifmorten. ift ja schwierig Aber — (Hei. leneu linfe) — mir wollen gern Entgegenkommen ^In § 108 werden nach einem Anträge R'bbel die Zollsätze rnr Rogna! flether „sw vom morgigen Datum ab (10 Juli, er- fcobr aber ber Bun de trat zugleick' ermächtigt, sie auf die Lesung hcrabzusetzm hCr -W/itc" Lesung die in ber Kommission rmgefugte fhiwintuna beseitigt worden, da» al? <1 0 r n - Lrne/InnJhLe,n nUl fc,dKr Trinkbranntwein fnlgebalten wer- ben foUtf, ber ou» reinem Korn Kergestellt tit Ak-g Red- öci dc.intragt die B?,eberherstellung bei Kvmm,sstonsbcschlusse». n w dlbg Tr 'S ferner ,Ureis Bpst »inbluf auf die SZorbbäufer In. kärLi, 'nLa<.V.U'f x X?,,un8 itt bw Destimmung nut groyer unb t k/> tllfebel n» e-r», W emwrn*» «Iwiieee eU .Ria«.. IRiaKb OeeltKmll I« 1 Xreefea Aba. Tr. Mugdan f$r. Dp.): Dal Reich ist zuständig; denn ibm untersteht die Medizinal , __-___ „ ?Ä; i $6ie der Lrunijucht ist c.ne bet var«hm. Auszug o. i>. Ztailüezamtrregiilern »er Stadt «Sieben. iien «iusgavcn. i«cor richtig! links.) Hh,geböte * -.G, dlbg. (Wirtsch. Bg.): Juli. 1. Wilhelm Johann August Baum, Zeichner ui ,'tranf- .,un ‘vtr "" dem Grundgedanken, stirt a. JIL, mu Katharina Klappert m ihictzei- 2. eiurid) Sd’aiet, Snh-flniSUr Aufbrin nng der Gelder haben die Taglöhner, mit Maria Irans, beide in Sieben. 5. Joseph Cppei£ ?c?tt8°unb 8nu^ct ^^hafte Zustimmung heiiner, Kaufmann iu Stuttgart, mit Jeanette -chamnberger in IS u D im ^entr.) I beide in Gietze»u 5. LotiiS Baul Krämer, Sieuunetz in Güsten, mit Amalie Theodore Stiehl in Haiger. 6. pemrich Bechtbold, Tartuer, mit Lina Blauiust, beide iu Gietzen •>. Karl Zaubert, Megger ui (fliefeen, mit Katharina Tamm in Bersrod. 7. vcmnd) ;\':ucrt, Cberpoflfd)affner, mit (rlifabeihr üübner, beide in Giesten. llhcfchlietzungcn. ZuU 3. Georg Löwe», Kaufmann, mit Margarete Riedel, beide m Gietzen. 3. Karl Hiumbicgel, Knecht, mit Anna Bill, in Ostesten. 3. Ctto Rosenberg, Apotheker, mit Paula last, in Gießen. JahreSkurfe übci A o l o n i a l n> c i c n An her Jr.nkstrrter Akademie für Sozial und i?and'Iswuscniclwften soll tom und den S?rrbft an durch Einrichtung von I hreskurs e n ii brr « Pion ta Ire cif n Beointrn. Lehrern. Kaufleuten, Icch nilmi ihn« (Gelegenheit gegeben werden, sich m c>en wichtigsten Äoivmalroukmd aitrn auszubilden. Schon feit Jahren bat die Aktt>emie her Pflege des kolonialen Unterrichtsivesens ihre Auf merksawkrit zugewandi Tie ,3abl dez auf die Svtonr n bflüg Itd^n Boikrsungen und Hebungen ist beständig rermrhrt worden der Neueinrichtung handelt es sich um nur sm'temaliiche Zmammrinassung und Ergänzung de^ bisher (^bvlruen Zu* ruqelnen Teilgebiete der stoloiiiaiwuienkchauen werden folgender inayit v rtret.n fein. Holomalrorkn und "olonialpoluik burdi Tmf. Arndt, sjloniolrrdi durch Proi Jreudentbal. i'kogropbu-i bet SoL'nun burdi Prof. Decken. Proj »Naus unb Tr ,'trom. C'kldnd'U- ber Moloiinalion burdi Pro» JtihUkl und Dr ,rr.in;. A,nbrorc»logic und Ethnologie burdi >?ofrat Zt. va»Kn. Trdinik ber Äofomialion unb Warenkunde burdi Pro» Becker unb Tr druck ließen Reben den brutschen Kolon um sollen vor allem dir inglisderr n(6geoibiictct. Sic dürfen einem Abgeordneten nicht hnbete Grunde für die Zustimmung zu einem Gesetz unterschieben, biß feine Ucberzeiigung. Damit ist die Auxsprache zu Ende. ES wird abgestimmk, 1 wird von ber IVchrbeit angenommen. Die Abstimmun» "ber den naSionalliberalcn Antrag Basser, in a n n - W e ber zu tz 2, der eine Wiederholung bei Antrag! [iber die VcrbrandhJabgabe und KoiitingentSspannuug fCiebeaJ liabc) au» ber zweiten Lesung ist, erfordert, ba ein Teil bed tvtel'rheit sich iiiriit in Caalr befindet, einen Hammel! «pr un g und ergibt die Ablehnung beö Antrags mit 217 gcaen 131 stimmen Es liegt eine Anlragldrucksache Aehbel (Kons | äh einer Reihe von Paragraphen vor. Diese Anträge werben jomtlid) angenommen. Tic Abstimmung zu § 15 betr die Yl b - t 1 ndung 0 . Brennere, en ist namentlich. Ter Antra« Banerinann-Weber, der bic Brennereien mit einer Erzeuguna biS HU 60 Heltoliler statt 30 Hektoliter cinbcgichcn will, wird mi| *17 gegen 14 ; stimmen bei 3 Entbaktungen abgelehnt. Zu h h-tr. die Degre ssion ber BetriebSaufkagc wird eid genommen, desgleichen zu § 54 bezw. 54a unb 54b betr. den IfjigallDhol. Die Anträge Bassermann-Weber fmb hier hnc bei den anderen Hauplbestiinulungen mit den abgelehntcn An. Iragen aul dec zweiten Lesung identisch, ivährend die Anträge c-l ?IC ' ^'ckluhe zumeist nur unwesentlich ändern J„ ts 107 erhobt Der Antrag Red bei bie vom Holzessig zu zahlende Abgabe bon 0,-4 auf 0,30 UM für bal Kilogramm Säure. Abg. n*rbr. v. Owmp (Rp.) vcmerkt, daß in birfem Satze ein genügender Aulgleick liege für tau Anschluß des Alkoholefsigl von der Tcnaturic- t u n a 0 p 1 a m 1 c. $11 Diesem Zusammenhang werden die Anträge Nehbel angenommen. die Anträge Bast ermann abgelehnt. Die Abstimmung über die Vergällungspflicht ~ «natu 11 e t ungIzwan g) in § 69,i ist namentlich, v-.ibit wird dazu nicht. Tee nalionallibcralc Antrag auf t-reid-unn dieser Bestimmuiig wird mit 207 gegen 150 Stimmen ta'S Enthaltungen nbgcl.hnt, ein Antrag Nehbel angenommen, ^ai hntirTifdie Zentriiin stimmt hier wie bei der zweiten Lesung *mit ber Linken. 0 1 u «bg Nehbel (Kans.) eriudit bal ReickS-ckatzamt um eine Erklärung darüber, ob auch htr kleineren Rciniguiiglanstalten unter Steuerverschluß reinigen curfciL Unter bem bisherigen Branniweinsteuergejey ,st ba» nur bei Duanten von minbcüenl 10000 Litern zulässig, so daß also tiieB*n'C Qrc^trtn 3nitdltcn diesen Vorteil der Steuerfreiheit ge- Kuverts mit Firma ESSä V erkrsiirre nur an' den ^YNomisien Kfa? Eoit t»trurt:3H, den tetr in den letzten Clabrer erlebt hatten, an tal E igaqement bc5 fltegierur rntg U'. cke durch d e große Berliner Strafetreo'" Tie Gesell'Mafien akaaben ba durch eben be ?<• |ie6ungcn zwischen Beamtentum unb Großkapital Fester zu knüpfen (Große Unruhe reck Zustim mung links ) Ader bol Parlament ^it mau bborr ziem.'ick verickont. El ist dem Abg. tzreck :x« ^cchnkte." O ' . ?terie eine ^erderiMg eintreten zu laüe". IHört, hört! linkS.1 ^err Kr tF> ist von der SpirituSzcrrole atO Ti re stör engagiert werden. (Lebbast-S Hört, härt' Imkl.f Tat ^at ihn n'ckst a^binb-rt. an allen enk'cketbenben Abstimmungen Über diel Gesetz teil: nehmen. ILebhafte! Hört, hört! link! ) ?■ a, zminrster Itzrbr v Rheinboben: Der Vorr acr hot von beklage, ^werten Korruptionr'ckei, hvngm in unserem Beamtentum ge-'rrocken unb hinzugefüizt. aß uniec Beamtentum den Beeinflussungen des Großkapitals unterworfen sei. (Sebr richtig! bei den Sor. H'air.i rechts.) Ick glaube, un’cr Beamtentum stecht zu hock, al! daß tch r< gegen emer loschen VorwurF in Schuh zu nehmen brauchte. iLcöbaster Bei'oll reckt! und im Zentrum.) Denn ober ber Vorredner bfn Namen eine» ausgeickiedenen Beamten hier genannt l t und dreien Herrn hier angegriffen hat. wo er sich nicht per« zeigte die kleine Elisabeth nach kurzem Gebrauche von Scotts ■ ! Emulsion, denn dieses ideale Stärkungsmittel verwandelte bal zarte STirib in ein frisches, frohes Wesen, worüber die Mutter 1 hocherfreut nochssisiendes berichtet: Mühlacker, Würlt. (Amt Maulbrouni, 12. Juni 1908, | ,Ta mein Töchterchen Elisabeth mit 2' , Jal rcu zwar im ollgcineiuen gut entwickelt ivar, ihm ober die ieditc Wiberstandl- fähigkeit fehlte, fo daß ich cS vor allein Möglichen in Acht nehme« j mußte, ließ ich rt zur allgemeinen straftigunq ScolN Emulsio« nehmen, lieber den Erfolg unb die großen Fortschritte m ber Entwickelung drt Kmdrt, Die schon nach l erbrand) foeinger ^laidien All Tage traten, war selbst unser Arzt culdiini. ZnO Ankfehen drt V stinbcS ist ein blühendes geivoiden, oer Appetit vvrzüglid), und bie ] schon von Natur aufgeweckte Kieme zeigt feit kurzer Zeit eine solch j au«gelasieiieJröhl>chke,t mibMiin,erke«t,doß ich darüber W ganum Wlürfe bin. TieEmpsiublichkeit istgefchn-untai^ | die Kleine schläft fest und gefund und bot einen kräf» 1 schon-geogroobic, brr Rechtsivissen'chast. der dantalswisianicbone^ der Van: wn\ 'cki^ren nud d Technik b.nju Ein Enoe,terWW der crci-dicotlnuu i n . lontalroeien n ben nächsten Semestern iü m Aussicht geriommea ■e TeSephon 56 Bahnhofstrasse 80 Freiherr Schenck zu Schweinsberg 3R80 (2739 Tclcubott 165. Eise nh;>nilhing. Seltersweg 26. v,5A Für Mieter unentgeltlich. Fahrräder bei 1733 62.86 306635.85 306635.85 SS 3 Gewinn- und Berlustrechnung £ - 11249.67 13348.34 Casseler Schirmfabrik 400.— [C“/d sclterswee !) Giessen 61.— Inhaber H. Gutmann, 3302 Bsrthoid 18.— 13827.34 13827.34 §M-Leihkajst WeilBsm-Aeiilberg, A.-G 3902 etc. etc. BillizKte Preise 3801 Korsetten - Haus Geschw. ARON Seltcrsweg 59 Sclterswcg 59 Tas Kommando 10 Prozent Habatt. 3844 Flasche 50 Pfg. [3857 liefere: 05003 Grones Schwarzbrot zu 57 Vis [C*5/sl Fernsprecher 218 Llebigstrasse 13 29 Pfg. kleines di dss. 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Auster den Pflichtigen werden auch Kinder, welche tm ianfenben ^alirc geboren sind, aus Wunsch ihrer Vertreter geimpft. 91 Uc ui einem Termine geimpften Kinder müssen in dem acht ioc später abgehalienen Termine zur Nachschau nochmals er 1 Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränk ästkcil beansprucht wird, können gleichsalls dem Zmpsarzte in den sentlickien Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge muffen mit reiner Wasche und rem gewaiche- nem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird mir an „em 'Arme mit Lnmphc aus dem Landcsimvsinstitut geimpft. Ui über aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten urschen, diirsen nicht in die Termine gebracht werden. B8/6 Gicsten. ü. Funi UM». . Grostherzoglichc Bürgermeisterei Gieren. I.B.: Keller. Pflichtfeuerwehr. Tic Mannschaften der Pflichtfcuerwchr des Jahres 1909 iuli = + lo,0°6. 3 =?10,8°C. Luftkurort Altenburg 20 Min. von Bahnstation Alsfeld (Hess.) Am Fusse des Vogelsbergs. Herrliche Nadel- und Laubwälder. 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