Nr. S88 Drittes Blatt Mittwoch 8. Dezember 1909 159. Jahrgang Erscheint tögll- mit Ausnahme des Sonntags. Meteorologische Beobachtungen der Station Gletzen. gilt ab Gutschein/ enthalt 1 Gutschein. ^Jede indflasche ©te „Oiehener Zamlttendlälter' werden dem Sinniger* otermal wöchentlich beigelegl, da- „Kreisblati für dev Kreis Lietzen" zweimal wöchentlich. Die .Landwirtschaftlichen 5eit- fragen“ erscheinen monatluh zweimal. Suppen, ^Fix und fertig —3 Teller 10 Pfg. Abgg. Dr. Schmitt, Dr. Auckmayer genstecher u. Gen. betr. das lieber» Rotattonebrud und Verlag der vrüblich« UnwersuätS - Buch- und Stetnörudecel 9L Lange, ©tcßcn. Redaktion, Exveditton und Druckerei: Schul» {trage 7. Eroeduion und Verlag: dl. Redaktion:«-^ 112. TeU-MruAnzeigerGleßeu» Ein täglicher Begleiter. 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Dieselben ständen jedoch noch aus. Er sei ja über-- zeugt davon, daß die Zenttalverwallung einen derartigen Eurgrrft in die Rechte der Angestellten nicht dulden werde, aber sie musje doch Kenntnis haben von den Vorgängen in der Oberförsteret Seligenstadt Der dortig Forstmeister schftn-e merkwürdige Eigene chnüichktilen zu besitzen, nicht nur den Arbeitern, sondern auch den unteren Fvrstbecmllen gegenüber, was schon Anlatz zu all- c^meinen Erörterungen gegeben habe. Er werde bet der Budgetberatung ttodi näher darauf zurücktommen. Finanzminister Tr. Gnauth bedauert, daß Abg. Ulrich Beute seine Ausführungen mehr umi'leidet habe und über die Lache nicht nüber informiert sei. Die Berichtigung des Ober- kirsters habe schon am 26. Oktober in der Offenbacher Zeitung gestanden, es wäre, also wohl schon Zeit zu genauerer Information vorhanden gewesen. Wenn man so schwerwiegende Borwurse erhebe, iann sei doch wohl notwendig,, daß man sich reclftzertig näher darüber informiere. Abg. Molthan weist als Aus! chußberichterstatter darauf Hin, daß zweifellos die Einführung eines Rormalarbeitstages m Staatsbetrieben viele Schwierigkeiten bereite; auch bezüglich bc^ Geforderten Minrmallohnes habe die Regierung erklärt, daß ein Acker praktisch nicht durchführbar sei. Ter Ausschuß werde die Andeutung der Regierung mit Freude begrüßen, daß Ne für altere, verdiente Arbeiter Prämien einfühven wolle. Im übrigen war ler Ausschuß einmütig der Meinung, datz Eingriffe m das Ko- clüionsrecht unter allen Umständen vermieden werten müssen. Abg Ulriä' bedauert, daß es ihm noch nid t möglich war, eine schnellere Erledigung des Falles in Seligenitadt herbeizuftihren. sei aber schwierig, die inzioischcn zerstreuten Arbeiter wieder cuszusinden. Ter Redner wettdet sich dann gegen dre Behauptung, ba& die eigene Art der Staatsbetriebe den Nvrmalarbeitstag md den Minrmallohn nicht zulassc. Man habe s. Z. auch tn Offenbach erklärt, daß die Eigenart der Betriebe einen 9 stündigen Arbeitstag nicht -ülasse, aber nachher gtng es doch Auch der Einführung eines Minimallohnes stehe bet der curiachen lltt der betriebe nichts int Wege. Genau so, wie man erne^ Gehalts, ka la ür die Beamten aufstäle, könne man auch eine^Fala jur die Arbeiter cnrfstellen. Gegen die Prämien der Regierung an Arbeiter wolle er nichts sagen, aber die Prämien wurden doch ntr den Arbeitern für besonderes Wohlöerhalten gegeben werden. Finanzminister Tr. Gnauth bemerkt, die Regierung werde ich die Freude der Gewährung von Prämien an die Arbeiter richt dadurch vergällen lassen, daß ne dem Abg. Ulnd) nicht «nugen. (Zustimmung.) Tie ('Bewahrung der Bramie wlle nicht Abhängen von dem Wohlverhaltin der A.'cbtvlsrt, lonbirn von der treue und ter Tauer des Arbertsverhaltntfses. ((Erneute Zu- mnmung.) Dezüglid) dec Bemerkungen^ tes Vorredners uter die Verhältnisse ter Oberförsterei .Seligenstadt müsse er nochmaU empfehlen, daß man sich doch vorher das notige Beweis naterial verschaffen möge, bevor man solche Angriffe gegen euun °Abg. Kb ersucht um Mlehnung des Ausschußantrags und chrnahme des Antrags Ulrich. . - r, «. Abg. Dr. Weber (Bbd.) führt aus, daß srZ die Gemeinte mich die höheren Hauerlöhne im Wrnter die Arbeiter sichere, üe sonst in die Städte wartterten. _ . wtr Abg. Reinhart (Ratl.) hält das System oer!Regrermto rur mvfehlensioert, ihren Arbeiterii Prämien zuzuertetlen. G-gen -tese Art der Unterstützung sprachen sich ate t tee. So 3 itaten immer aus. Die Einführung eines achtstündigQt • -ctges halte er auf dem Lande für unmöglich. (Zuruf der Lwotai Demokraten: Diese Einführung ist überall möglich.) beantragte, auf 1 Jahr Gefängnis .ui erkennen. Ter Verteidig«: war der Ansicht, daß man nach Lage des Falles arf die geringste zulässige Strafe, 3 Monate Getongnis, erlernten solle. Das Urteil lautete auf 9 Monate (Gefängnis und Anrechnung von 1 Monat ter erlittenei» Untersuchungshaft. Aus teilt öffentlich verkündeten Urteil ging hervor, daß Sdiartb im vollen Umfange geständig war. Verschiedene Geschworene haben nach ter Verhandlung den 25a> tcidigcr gebeten, ein Gnadengesuch für den 2k nm eilten emurreuhen. Abg. Ulrich (Soz.) Der Derr Abg. Reinhart ist mit der Beurteilung unseres Standpunktes invezug auf die Unter-* stützuny der Arbeiter auf dem allersaulsten Holzwege. (Heiterkeit.) Ich will der Regierung nicht die Freude nehmen, Prämien zu bezahlen, ich halte aber die Freude ter Arbeiter darüber, alle Jahre z. B. 100 Mark Lohn mehr zu verdienen für größer als die Freute darüber, ö Jahre aus eine Prämie warten zu müssen. Wenn man sagt, wir wollten unzuftiedene Arbeiter, nun Sic (zu Abg. Reinhart geroenbet) haben es ja in der Hand, mit Hilfe Ihres Kapitals zufriedene Arbeiter zu bekommen. Erreichen Sie das, bann graben Sie uns den Weiher ab. Wir konstatieren! lediglich) die T a t s a ch e ter Unzufriedenheit. Der Achtstundentag läßt sich überall einführen; bei kontinuierlichem Betriebe, wie z. B. in der Buchdruckerei, muß dann eben schichtweise gearbeitet werden. Abg. Molthan (Zentr.) wendet sich gegen die Ausführungen des Vorredners, die den Anschein erweckten, als säßen lediglich auf der linken Seite des Hauses die Arteiterfreunte. Der Ausschuß war in seiner Gesundheit der Auffassung, daß die Regierung in dieser Frage Entgegenkommen betätigen möge, und aus dem Ausschußbericht gehe die wohlwollende Gesinnung des Ausschlusses gegen die Arbeiter durchaus Har und deutlich hervor. Mit seinen Löhnen müsse sich der Staat an die ortsüblichen Sätze halten; die Prämien sollten eine Anerkennung dafür sein, daß sich die Arbeiter viele Jahre lang an ein und demselben Platze gehalten hätten. Am wichtigsten sei, daß die Regierung das Koalitionsrecht der Arbeiter uneingeschränkt läßt. Der Ausschußantrag wird angenommen gegen 4 Stimmen; der Antrag Ulrich u. Gen. ist damit erledigt. Zum Anträge der Abgg. Dr. Zuckmayer u. Gen., Errichtung einer Personen- und Güterhaltestelle für die Gemeinde Kostteim betr. wird der Ausschußantrag, die Kammer wolle dem obigen. Anträge zustimmen, einstimmig angenommen. Der Antrag der Abg. Pennrich, von Brentano u. Gen. bebautet das Uederfahren der Station Bingen durch einzelne Schnellzüge. Die Grvßherz. Regierung möge mit dem König!. Preußischen Eisenbahnministerium in direkte Verhandlungen treten, damit vom nächsten Sommer ab das Ueberfahren aufhört. Abg. Pennrich (Zentr.) macht hierzu längere Ausführungen und bedauert, daß die Frage heute noch nicht gelöst ist. I-inanzmmister Gnauth betont, daß nach dem Vertrage neue Stationen nicht eingelegt werten können, hierauf wird der Ausschußantrag, dem Anträge der Abgg. Pennrich, von Brentano u. Gen. zuzustimmen. einstimmig angenommen. _ _ Die Anträge der Ab^. .... u Gen. und Tr. Pagenstecher u. Gen. betr. fahren der Station Mainz-Kastell durch einzelne Schnellzüge führen zu einer längeren Aussprache. Abg. Dr. Schmitt weist aus die Schädigung der Stadt Mainz hin, die ihr durch das Ueberfahren der Station Mainz durch verschiedene Schnellzüge zugefügt werde und verlangt, daß dieser Zustand te- Scbwuvgeriebt. th. Gießen, 8. Tez. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den noch unbestraften 18 Fahre alten Dienstknecht Peter Scharth, aus Ober- Waimar b Üiarburg gebürtig, zuletzt in Taubringen bebiemtet. Er war ter versuchten Notzucht beschuldigt. Tie Anllagebehörte vertrat Staatsanwall Trumvert: die Verteidigung führte Rechtsanwalt Jusrizrat Grünewald. Es waren 12 Zeugen in ter unter Ausschluß ter Leffentlichkeit geführten Verhandlung zu oernehmen. Tie Geschworenen beichten die Schmdtrage, sowie die Frage nach mildernden Umständen. Ter Staatsanwall Zihwrr-Sos W würzt famos etc^^ um 5 cmsg r seitigt werde. . _ Finanzminister Gnauth weist darauf hin, datz über das Ueberfahren einzelner Züge auch von andern größeren Städten, wie z B Bonn, Beschwerde erhoben werte und bie Regierung ihr Möglichstes tun werde, Schädigungen hintenanzuhalten. Abg Ulrich führt aus, daß das, was für Mainz und Bingen beklagt werde, auch größtenteils für Offenbach zsttteff^ wogegen Finanzminister Gnauth protestiert und den Abg. Ulrich auffordert, auch nur einen Offenbach überfahrenden Zug zu nennen. Da die Stadtverttetung Offenbachs abgelehnt habe, aus Vernunftsgründen zu genehmigen, daß ter nachts passnrente Luxuszug nicht mehr zu halten brauche, so werte die Regierung auf der Vereinbarung mit Preußen bestehen, daß ter Sua halten müsse. Die Stadt werte aber für evtl, anderweitige -Schädigungen verantwortlich fein. Rad; einigen weiteren Ausführungen der Abgg Dr Schmitt und Bähr, die die ungünstigen Verkehrsverhältnisse in Oberhessen beklagen, wird ter Aus^chußanttag angenommen, der dahin geht, daß die Kammer den Anträgen Dr. Schmitt, Dr. Pagen- stecher u.Gen. ihre Zustimmung geben wolle. Die Vorstellung des Landesverbandes deutscher Militaran- roärter des Großherzogtums, betr. die Besetzung der mittleren Kanzlei- und 11 nter b e am t enstellen tet bat Reichs- und Staatsbehörden wird nach kurzer mündlicher Berichterstattung des Abg. Dr. Zuckmayer (Zentr.) dem Ausschutz- antrag entsprechend für erledigt erklärt. Zur Vorstellung bet S t e u e r k o m m r s s a ri a ts g e h i 1 - fen, betr ihre Gehaltsverhältnisse, beantragt der Berichterstatter, Abg. Senßfelder, namens des Ausschusses, das Gesuch vorläufig ablehnend zu bescheiden. Abg Orb (Äiz.) plädiert für ine Gleichstellung ter Steuer- kommissariatsgehilfen mit den Kreisamtsgehilfen, die 400 Mark mehr Gehalt bezögen und wünscht Zustimmung zu der Vor- Finanzminister Gnauth ersucht um Zustimmung zu dem Ausschußantrag, während die Abgg. U l r i ch und Wolf für tee Vorstellung eintreten. Es kommt sodann noch zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem Abg. Ulrich und Dr Osann, welch letzterer betont, daß er und seine Freunde ftch in ter Fürsorge für die Beamten in keiner Weise von den Sozialdemokraten übertreffen ließen. Sie hätten aber andererseits auch ine Pflicht, für die Aufbringung der erforderlichen Mittel zu lorgen und nicht einfach darauflos zu bewilligen. Der Ausschußanttag wird schlietzlich angenommen und daraus bie Sitzung um i/22 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung: Mittwoch vormittag 10 Uhr: Zweite Lesung der Wahlrechtsvvrlage. * Ter hessischen Zweiten Kammer sind wieder einige Anttäge zugegangen: Der mittleren Justizbeamten über antertoeite Regelung ter Dienst» und Besoldungsverhältnisse der Gerichts- schreiber-Aspiranten; ter Irrenwärter un d Jr- renroärterinnen ter staatlichen Irrenanstalten über Verbesserung ihrer Lohn- und Ticnstverhältnft>e; ter Landiverks- fammer Darmstadt, die zum Gesetzentwurf über die Gemeindeumlagen beantragt, die vorgesehene fakultattve Besteuerung ter Warenhäuser und Filialgeschäfte, genau wie die übrigen vorgesehenen Steuern, in eine obligatorische umzuwanteln, des Abg. Tr G l ä s s.i n g , ter zu demselben Gesetz beantragt, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, die Vorschriften des Gesetz- eiitwurfs welche von dem Selbstbestimmungsrecht der Gemeinten hanteln (cf. Artikel 56 und folgende), dahin zu erweitern, daß die ttemeinben auch zur Erhebung indirekter Steuern innerhalb der durch die Reichs- und Lantesgcsetze gezogenen Grenzen befugt sind. Ferner bittet noch die Vereinigung ter mittleren Baubeamten um eine Erhöhung ihrer Bezüge. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 7. Dez. Auf schlechtem Wege befinben sich die 18- bezw. 19 jährigen Taglohn er A. B. aus Oberwefsenbach und F. K. aus Ludwigshafen a. Rh., die beide schon häufig vorbestraft und sich wegen Diebstahls im Rückfall befinden. Sic trieben sich Ente Oktober in hiesiger Stadt umher; B. betrat einen Eisenwarenlaten im Neuenweg und nahm einen Revolver im Werte von 17 Mark an sich. Als bie Inhaberin erschien, bettelte er und erhielt auch an Al mojen. Draußen gab er den Revolver dem K. ter dann die Flucht ergriff, als man den Diebstahl entdeckt hatte und ihn verfolgte. In der Löbcrstraße legte er dann den Revolver an einem Baurn nieder. Er wurde als bald festgenommen und gab nach anfänglichem Leugnen zu, gewußt zu haben, daß ter Gegenstand auf unredlichem Weg erworben sein mußte. B. mutte wegen Diebstahls und Bettelns und K. wegen Stehlern unter Anklage gestellt. Beide waren geständig, nur will K. den Revolver nicht seines Vorteils wegen an sich genommen haben. DaS Gericht nahm deshalb nickt Hehlerei, sondern Begünstigmig an und verurteilte ihn zu 2 Monaten Gefängnis. B. bekam wegen tes Diebstahls 6 Monate Gefängnis und wegen Bettelns 2 Wochen Hast. Die Haftsttafe und 3 Wochen Untersuchungshaft kommen als verbüßt in Anrechnung, ebenso wurden dem K. 5 Wochen Unter-* suchungshast in Anrechnung gebracht. Die Trauung eines minderjährigen Bräutigams trug dem Standesbeamten ö. F. von Lorbach eine Geldstrafe von 5 Mark wegen Vergehens gegen das Personenstandsgesetz ein. Bei ber Revision der Stantesregister ergab es sich, daß bem in Bettacht fommenben Bräutigam noch ein Monat an ter Volljährigkeit gefehlt hat als er getraut würbe. Der Angeklagte hatte angenommen, das vollendete 18. Lebensjahr genügte; hätte er nach feiner Instruktion gehandelt, fo hätte er die Trauung nicht vollziehen dürfen, ohne daß der Bräuttgam eine Voll- jährigkeitserllärung vvrgelegt hätte. Feldentwendung statt DiebVahl wurde in der Sache gegen den hier wohnhaften Korbflechter S. 5?. aus Ilbenstadt angenommen. Der Angeklagte nahm in der Jcdhc von Gröningen auf dem Felde zwei bem Feldschützen in Dorf- Gill gehörige Säcke Kartoffeln mit und brachte sie in Jemen Keller und warf die Säcke in die Lahn. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Diebstahls im Rückfall, da, wenn auch die Entwendung ber Kartoffeln als Felbfrevel gelten sollte, er dock auch bie Säcke entroenbet hätte. Diese Anklage würbe inber Verhandlung fallen gelassen, da der Angeklagte angab, es habe ihm nicht um die Säcke, sondern nur um die Kartoffeln gegolten, weil er mittellos war und doch etwas für seine ftmbec benötigt habe, damit er nicht der Armenpflege zur Last tolle. Diese Angaben erschienen glaubwürdig, so daß er wegen Feite srevels mit zwei Wochen öaft durchkam. Die Scheu vor dem Arbeitshaus trieb den Dienstknecht I. E. von Mittel^Seemen zur Anfecktnntz eines Urteils. Kurz nach seiner Entlassung aus dem Arbetts-' Haus wurde er eines Morgens vor 9 Uhr in total betrunkenem. Zustande in Büdingen bettelnd betroffen, weshalb ihn das Schöffengericht mit einer Haftsttafe von zwei Wochen belegte, nach deren Verbüßung er der Landespolizeibehörde überwiesen werden sollle. Gegen letztere Maßnahme protestierte er und gab an, es |ei ihm nicht möglich gewesen, Arbeit zu bekommen. Dagegen stellte das Gericht feit, daß ber Angeklagte zu einer Zeit gebettelt ‘hat, in ber in seinem Beruf die meiste Arbeit vorhanden ist, und daß er bet gutem Willen zu jeder Zeit Arbeit hätte bekommen können. Das Urteil wurde mit dem Anfügen bestätigt, daß bie Haftsttafe als verbüßt zu er Flären fei. hessische Zweite Kammer. R .B. Darmstadt, 7. Dez. Am Regierungstische: Staatsminister Tr. Ewald, Frnanz- -nuntfter Tr. Gnauth, Geh. Staatsrat Krug v. Nidda, Ninisterialrat 2 ü f f t r t. Nacktem Vizepräsident Korell die Sitzung um 10V« Uhr eröffnet hat, tritt das HauS sofort in bie Tagesordnung ein und -.enreiit zunächst verschiedene Vorstellungen an beit zuständigen Ausschuß, darunter die Vorstellung des Vollsbundes zur Be 'ämpsung des Schmutzes in Mort und Bild, öffentlichen Auslagen, -chausenstern usw., ferner die Vorst.'lllrng der Lehrer an ter vencrbcichulc zu Worms, die der hessischen LandwirtschaftSlehrer, ne ber mittleren Justizbeamten um Anrechnung ter Beloldungs -ordienstzcit der Staatsbeamten, die ber Kommunalforstwarte, oie des Verbandes mittlerer Finanz beamten usw. Die Wahl tes Abg. M e i s k i (.terbstein-Ulrichstein) anstelle «s verstorbenen Abg. Scksinalbach wird ohne Tebatte genehmigt. "?ie Vorstellung des Weichenstellers Fr. Uhl-!teibesl)eim um Einreihung des Ortes Deidesheim in die Ortsklasse D, als dinglicher Antrag ber Abgg. o. Brentano unb Tr. Frenai) (erreicht, wirb nach dem Äusschußanttage für erledigt erklärt, /irr Vorstellung ter Beamten der Reichsvost- und Telegraphen- Verwaltung zu Bensheim, Versetzung ter Stadt Bensheim in eine lofjerc Servisklasse betreffend, (als dringlicher Antrag eingereicht vjit ben Abgg. Aul er und Tr. Frenay) bittet Abg. Tr. Frenai), icm Ausschußantrage zuzustimmen; wonach die Frage zur noch- ncligcn Prüfung und Erwägung der Großh. Regierung überwiesen rerben soll. Geh. Staatsrat Krug v. Nidda weist daraus hm, datz die für Bensheim herbeigeführten polizeilichen Erhebungen cnen durchschnittlichen Einheitszimmerpreis von 85 Mark ergeben lütten, nach welchent Bensheim in die Ortsllasse D eingereiht wurde. Er ersucht Abg. Tr. Frenay, noch ettvas Aiaterial beizubringen, »er Ausschußantrag roiro einstimmig angenommen. Zum Antrag ter Abgg. Ulrich u. Gen., den Austritt aus der Iirchmgemeinschast bllr., beantragt der Ausschuß Ablehnung. Aba. Raab (Soz.) bemerlt: Ter Antrag hat das Haus schon oft beschäftigt. Durch den Zwang ber Kirchensteuern wird die Gewiftensfreiheit, bie gesetzlich gewährleistet ist, illusorisch «macht. Er beantragt, den Ausschußantrag auf Ablehnung des Antrags Ulrich nid)t zu genehmigen, sondern dem Antrag Ulrich Szustimmen, ber eine Revision der gesetzlick^en Bestimmungen über n Austritt aus ber Kircl^engemeinschaft im Sinne einer Er- [•cid^terung und die Aufhebung ber Stempelgebühren beim Ausritt aus ten Kirchengemeinschaften verlangt. Die Kammer stimmt, mit allen gegen 4 sozialbemokrattsche und die Stimme des Abg. Schönberger bem Ausichußantrag zu. Ein weiterer Antrag Ulrtd) und Genossen verlangt die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs, tetr, die Verhältnisse dcr A rb e i t e r u nd d i l fs an ge stell t e n i n b en St a a t s- jetrieben und Turchsührung eines achtstündigen Norrnalarbeils- toges, Festt'etzung eines Minimällohncs, Zusicherung fester Alters- inb Pensumsbeiüge, Einrichtung von Arbeiterausschüssen und Ga- iflntierung ber freien Ausübung des politischen und wirtschaftlichen Kaaliti'onsredfts. Finanzminister Tr. Gnauth erklärt, er wolle im Hinblick auf die dem Ausschuß erteilte Negierungsantwort auf die Sache nicht mehr eingeyen. Er wolle aber die Tatsache konstatieren, ratz ber Forstmeister Hetzer in Seligenstadt an die Offenbacher Leitung eine Zuschrift gerichtet habe, in welcher er erklärt, daß Ke Behauptung im Ausschüsse, es seien an Angestellte seines tzezirks Fragen bezüglich ihrer politischen Gesinnung gerichtet worden, nicht ter Wahrhell entspreche. Ter Minister erklärt, er Dege Wert daraus, baß brese Erklärung hier im Hause zur Kennt- Dez. 1909 Barometer auf 0° reduziert w 0*5 Q. öS Ä Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke || Grad ber Bewölkung in Zehntel ber sichlb. filmmeUfL Wetter 7. 2“ 734,5 4,2 7. 914 735 8 33 8. 7,e 739.2 2,1 Höchste Tempera Niedrigste , Niederschlag: = 5,5 ! 89 SSW . 4 5.2 90 1 S 4 5,0 । 93 , S 2 1 ur am 6. bis 7. Dezen , 6. , 7. 0,6 mm. 10 2 10 iber — + M*a 4- 13 *a cv h> Mitglied der Rahattepar-> ereimgune' c- vir dir 5ddx Für sparsame Hausfrauen ig N i|t meine Abteilung B24 • leienweir 16 ISenenwer 16 Zentralhenungen aller Simemc et Dt Lonnenstr. 25. Zonncnftr. 25. • 210 *3 MiL CP162I Zonnrnftraiie In. Tllchlige Scrtwttr überall — wo nicht omtetcn — nrhi<6t. 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