Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 13. April 1909 Nr. 85/4 Ter Gießener Hnzeivrr erscheint täglich, qiiw* Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SlekenerLamiNrilblätter; Lweirnal wöcheiul.ttreir» blattsürdenKreirSiegen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fern sprech- Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresle für Depeschen: Anzeiger Gießen. Zur Lage in Persien. Wie das Reutersche Bureau aus ALuscbehr meldet, hat bet britische Kreuzer „Fox" im Hinblick aus die dort zurzeit herrschende Unsicherheit Truppen gelandet. Bor der Landung der Trupven- abteilung des britischen Kreuzers Fox machte der britische Resident in einer Proklamation bekannt, daß Großbritannien sich zu dieser Maßregel genötigt sehe, weil es an jeder Autorität fehle, die die Sicherheit der Ausländer gewährleisten sonnte. Die Truppen wurden zurückgezogen werden, sobald die Sicherheit wiederhergestellt sei. i lichkeit eines russischen Revanche-Krieges. Die Annäherung des verbündeten England an den möglichen Gegner turn morgen dürste den Wert der englischen Allianz in Tokio wohl zweifelhaft erscheinen lassen. Die Nachricht des Wiener Blattes wird in diplo- matischen Kreisen für glaubwürdig gehalten. Ans der Wiener javanischen Botschaft jedoch werden die Gerüchte von einer bevor- ftebenben Kündigiing des japanisch-englischen Bündnisses als derzeit verfrüht bezeichnet. Zu einer solchen Kündigung liege ougeip blicklich keinerlei Grund vor. -poLetssche Lagss-eha«. Nachsteuer für Tabak. Nachdem schon vor einiger Zeit ein Artikel in die Presse -p'langt ist, das: vom 1. April an eine Sperre für Tabakimporte st'ittsinden locrbe, macht jetzt eine 9cotiz die Runde, wonach eine ^achversteuernilg auch von Tabaljabrikaten stattsinden soll. Der Äeriuch, den Ursprung dieser Verlaut.barungeii festzustellen, führte, '< schreibt der Borstand deS Deutschen Täbakvereius, aus offiziöse Spuren. Es ist sehr bedauerlich, so heißt es in dieser Ber- riiifelltlichung weiter, daß mau daS Tabakgewerbe, welches nun ’j ’on seit Jahr und Tag durch die ilteuausrollung der Tabaksti uersrage in Aufregung und Ungewißheit versetzt ist, auch noch l'!irch derartige Nachrichten quält. Selbstverständlich muß, falls t ne Mehrbelastung des Tabaks eintreten sollte, eine Nachversteue- i mg und Nachverzollung der Borräte an versteuertem oder ver- zulltem Rohtaoal und wohl auch an halb- und ganz entrippten itiib geschnittenen Eiulagelabaken stattsinden. Es ist nicht im (Äittercffe des Erwerbszweiges gelegen, daß einzelne spekulative Firmen ihre Kapitalkraft lollten benutzen können, um itad) Ein- t«itt der höheren Reichsabgaben aus dem Tabak noch in der Lage ja sein, den kapitolschwachen Firmen, welche nicht vorversteuern Deutsches ReLch. Der sächsische Staatsmini st er Hohenthal hat für den 1. Juli d. I. den erbetenen Abschied erhalten. Als Nachfolger Hohenthals ist der sächsische Gesandte in Berlin, Graf Bitz tum v. Eckst ädt, in Aussicht genommen. Der deutsche Kronprinz wird, wie die „GrazerTagespost" aus bester Quelle erfährt, int Juli oder August den Kaiser Franz Josef in Ischl besuchen und den Hosjagden beiwohnen. Die demokratische Bereinigung hat am Ostermontag in Berlin ihren ersten Delegiertentag abgehalten, her von etwa 150 Beauftragten besucht war. Dr. Barth sprach über die Notwendigkeit einer parlamentarischen Regierungsform. Im nächsten Jahre will man in Köln tagen. General D i n g t s ch a n g , der neue chinesische Gesandte für Berlin, ist in der Reichshauptstadt eingetroffen. Der Herzog von Arenberg in Brüssel hat, wie verlautet, die ihm vom Zentrum angebotene Reichstags-Kandidatur int Wahlkreise Lüdinghausen angenommen. Die Tarisrevision der vereinigten Staaten. i. Die Bereinigten Staaten von Nordamerika, die in der glücklichen Lage sind, bei der Ausstellung ihrer Zollsätze keine Rücksicht aus andere Lauder nehmen zu müssen, haben jetzt einen neuen Tariseutwurs aufgestellt. Er ist bereits am 15. März dieses Jahres dem Kongreß unterbreitet worden. Als biefer Tarifentwurf noch nicht bekannt war, hegte man namentlich bei uns in Deutschland die Hoffnung, daß er zahlreiche Bülow und Tittoni. Die Beziehungen Italiens zu Deutschland und Oesterreich-Ungarn sind neuerdings gerade in Italien zum Gegenstände von mancherlei Erörterungen gemacht worden. Mau empfand es gerade in Italien selbst am besten, daß eine gewiße Kühle in diese Beziehungen infolge der jüngsten Eretg- niffe hineingekommen war. Unter diesen Umständen sah man mit besonderem Interesse dem Besuche des deutschen Reichskanzlers in Italien entgegen. In Venedig, wo Fürst Bülow das Osterfest verlebte, hat denn auch schon eine Begegnung zwischen ihm und dem italienischen Minister deS Auswärtigen. Tiltoni, stattgesunden. 9(m 1. Osterfeiertage, vormittags, traf Tittoni, begleitet von seinem Sekretär Don Livio Cactani, zum Besuch des Reichskanzlers Fürsten v. Bülow in Venedig ein. Um 1 Uhr fand bei dem Reichskanzler nn Hotel Britannia zu Ehren TittoniS ein Frühstück statt. Außer dem Fürsten und der Fürstin von Bülow nahmen daran teil: die Mutter der Fürstin Donna Laura Mingbetti, Herr Tittoni, Don Livir Caetani, Senator Blaserna, der Präfekt von Venedig Graf Nasalli Rocca, der Bürgermeister von Venedig Gras Grimani, der deutsche Konsul Rechsteiner mit Gemahlin und Tochter, Admiral Viotti, Gesandter v. Flotow und Hauptmann v. Schwartzkoppen. Ter Reichskanzler und Tittoni hatten vor und nach der Frühstückstafel längere Besprechungen. Abends gab Tittoni zu Ehren bc3 Fürsten und der Fürstin v. Bülow ein Diner. Zu dem Besuche des Ministers Tittoni beim deutschen Reichskanzler Fürsten von Bülow in Venedig schreibt die iribuna: „Wie leicht vorauszusehen war, hat Minister iittoni eine angenehme Pflicht erfüllt und sich nach Venedig begeben, um den Fürsten von Bülow zu begrüßen, der feiner Ilpupathischen Gewohnheit gemäß auch in diesem Jahre feine kurzen Ferien in Italien verbringt. Die Zusammenkunft der leiden Staatsmänner ist durchaus intimer Natur. Sie ist «icwiß ein Beweis der zwischen ihnen bestehenden herzlichen '.riöulichen Beziehungen rind der sehr herzlichen Beziehungen, L'c Italien und Deutschland verbinden, sie ist aber nicht Ltivd) polnische Gründe veranlaßt und deshalb nicht be- 1 .mimt, politische Folgen zu zeitigen. DaS schließt von vornherein die von gewissen Blättern veröffentlichten Phantastereien !,insichtlich einer Verstärkung oder einer vorzeitigen Erneuerung Q"j Dreibundes aus. Der Dreibund hat nicht nötig, vermarkt zu werden und niemand hat jemals daran gedacht, i hn außer der Zeit zu erneuern. ''Rach dem Diner im Hotel Danieli reifte Tittoni gestern abenb nach Rom ab. Äezugsp reis: monatlich 75Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl, Beslellg. Zeilenpreis: lokal IbPs-, aufwärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; s. Feuilleton und „Vermischtes* K. Neurath; für „Stabt u. Land" und „Gerichts- KEemes FersMeton. DaS Leichenbegängnis S o n u e n t h a l s hat am Donnerstag in Wien slatt'gefuuden. Im Trauerhaufe hatte sich der Fberslho'ineister Fürst von Montenuovo eiuqefunden. Unter deu Frauerpästen bemnb sich der diplomatische Agent von Bulgarien, cmvafuiv, in Vertretung des Fürsten von Bulgarien, Vizebüraer- nicifler Stierhammer, ' mehrere Herrenhausmitglieder, zahlreiche v.jcaterbirel’kncn, Schauspieler, Vertreter von Kunst und Wissen- j">asl, von Literalnr und Presse. Ter Zug ging zuerst zum Burg- i-teaier, wo eine Komparserie und das Chorverjonal Sounenthal - e letzten Grüße darbrachten, und von liier nach dem Döblinger i". isdhoi^ Am Grabe sprachen Direktor Schlei,lher, Vizebürger- >! elfter Slierhammer im Namen der Stadt Wien, der Direktor der Wiener Hosoper, Weingartner, der Delegierte der Münchener Hof- lmhne u. a. — Rosegger und d i e Parteien. Ter „Türmer" IjMttc aus dein „Hcimgartcn" eine Aeußerung Roseggers mit- gwteift, die sich kurz iu den Satz zusammendrängen läßt, daß er Inin er unicrcr Pnrteieil angehöicn körnte. „Auf diese Aenße- rung", schreibt nun Meister Rosegger selbst im letzten Heft seiner Zätschrist, „ist im „Türmer" warmherzig entgegnet worden, daß icriibc freie und „höherstehende" Menschen zu den verlotterten L irteieit hcrabsteigen müßten, um sie zu veredeln. Das ist schön dLb ideal gedacht, und manchem, der die richtige Haut dazu hat, n ;g'S wohl gelingen, eine verlotterte Partei günstig zu becin- lusscn, wenn er — nicht früher hinausgeworfen wird. Gc Sehnlich pflegt der „Freie", der „Bessere", der in einer Partei cii und bleiben will, die Farbe der Mehrzahl auzunehmen, sonst i'QTiic er ja zu keiner Gclcung. Die Partei wählt den Führer, c. ihr paßt, und sobald er nicht int Sinne der Partei „führt", oE:b cc abgesetzt. DaS wiederholt sich alle Tage. Wer Großes jc(, der tut am besten, eine neue Partei zu gründen, statt sich iner verdorbenen anzuschließen. Es ist dankbarer, Gleichgesinnte ■u sammeln und zu leiten, als eine wilde Menge von Quer Men zurechtriickcn zu wollen. Und wenn sie dir schon heute oLzt, morgen folgt sie einem andern- Ich gehöre ja gewiß auch Ausland. A n t i p a t r i o t i s ch e Agitation in Oesterreich. Gleichwie dieser Tage in Prag wurden auch in zahlreichen tschechischen Städten Mährens Hausdurchsuchungen bei den Vorstandsmitgliedern der tschechischen nationalsozialcu Organisationen vorgenommen. Wie verlautet, wurden dabei Schriftstücke antipatriotischen und antimilitärischcn Inhalts beschlagnahmt. Streik. Die Angestellten der Straßenbahn-Gesellschaft und ein Teil der Angestellten der Mnnizipalbahn haben gestern in einer stark besuchten Versammlung in London beschlossen, sofort den allgemeinen Ausstand zu beginnen. Das portugiesische Kabinett setzt sich endgültig wie folgt zusammen: Vorsitz und Krieg Sebastian Telles, Justiz Graf Eastro de Solla, Finanzen Soares Branco, Inneres Eabrol, Aeußeres Alareao, Oeffentliche Arbeiten und Handel Luis Eastro, Marine und Kolonien Cotinho. Bombenexplosionen in Spanien. Madrider Blöt- termeldungen zufolge, explodierte Samstag nachmittag in Barcelona in einer Kanalisationsröhre wieder eine Bombe, wodurch großer Schaden angerichtet wurde. Verletzt wurde niemand. Einige Blätter melden, cs handle sich lediglich um eine Petarde. In Barcelona platzte gestern abend wiederum eine Bombe, ohne jedoch jemand zu verletzen. Die Bombe gleicht denjenigen, die an den vorhergehenden Tagen explodierten. Reichstagsersahwahl. Bei der am 6. April im 18. hannoverschen Wahlkreis voll- zogenen ReichstcigSersatzmahl ivurben nach der amtlichen Zählung inSgesautt 22135 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf beit Hofbesitzer Dr. Vovve (natL) 6428, am den Arbeitersekretär Rhein «Sozialdemokrat) 5850, auf den Hofbesitzer Klcwemmm (Bund der Landwirte) 5059, am den Direktor Dr. Boehmert (freisinnig) 2418 und auf den Gutsbesitzer v. d. Decken (Welse) 2374 Stimmen: zersplittert waren 11 Stimmen. Demnach bat Stichwahl slattzusmdeu zwischen Dr. Hoppe (natl) und Rhein (Soz.). Wie Castro ausgcwicsen wurde. In Fort dc France ist es dem ehemaligen Diktator von Venezuela, Eastro, sehr schlecht ergangen. Ihm wurde dort von den franzönschcn Behörden bedeutet, sofort loieber abzureisen, widrigen- salls er gewaltsam ausgewiesen werden würde. Ferner wurde ihm eröffnet, das; er bei Widerstand eventuell mit Gefängnis bestraft werden fönntc. Alles das hat Castro nun aber nicht aoge- hal.ten. Widerstand zu leisten. Castros Weigerung, abzureisen, weil er dazu unfähig sei, war so hartnäckig, daß der Gouverneur Foureau gestern wieder eine Untersuchung durch drei Aerzlc an- ordnete. Die Uiltersuchung ergab, daß bic Reise das Leben Castros nicht gesährden würde. Als Castro je inen Widerstand trotzdem sortsetztc, wurde die Anwendung von Gewalt bewhleu. Das Erscheinen von Gendarmen int Hotel lockte eine tobende Menge an. Da Castro sich weigerte, sich anzukleioeu, wurde er aus seiner Mat-ratze in die Tragbalwe gelegt und eine Meile iueit nach dem Dampfer gebracht. Ter Transport schien il-m Schmerzen zu verursachen. Der Dampfer „BerfaiUeS" mit Castro an Bord ging am Oftersonutag um 9 Uhr abends nach St. Nazaire in See. — Die Pariser Moigenblätter melden aus St. Martinique: Castro fürchtet bei seinem Eintreffen in St. Nazaire in Haft genommen zu werden. Er wünjcht nach Spanien zu gehen und sich von dort nach Teneriffa zu begeben. * Tie Biindnismiidigleit Japans. Die Japaner sind schlaue Geschäftsleute und haben, wie es jetzt scheint, die innere Wertlosigkeit ihres heutigen Bündnisses mit England erkannt. Wie der Wiener Allgemeinen Zeitung aus Loudon gemeldet wird, sollen die Japaner die Absicht haben, das Bündnis mit England zu kündigen. Das japauisch^englische Blind- ms wurde 1905 out 10 Fahre abgeschlossen, kann aber jährlich gekündigt werden. Als Gnuid für die beabsichtigte Kündigung wird angegeben einmal der heftige wirtschaftliche Konkiirrenz- kampf Englands in China und dann djc Entente zwischen Eng'.and und Rutzland. In Japan rechnet man noch immer mit der Mpg- Der Mangel an Marineärzten ist bei den diesjährigen Bcihandlungen der Budgetkomwission deS Reichstages zur Sprache gebracht. Wie man uns schreibt, ist dieier Mangel darauf zurückzufülyten, daß seit der Trennung des Armee-L-amtätsofsizierkorps von dem der Marine eine Reil)« von Jahren kein Ersatz aus der Kaiser Wilhelnr-Akademie zugeslossen ist. Da der Ersatz aus den Aerzten deS BeiirlaiibteiistandcS der Marine nicht ausreichte, um die unbesetzten Stellen zu ergänzen, so ift die Mariuevei'waltuug seit bem Jahre 1007 wicbernm dazu übergcgaugeu, durch Studierende der Kaiser Wilhelm-Akadcmic ihr ^auitätSosfizierkorps zu verstärken, um den seit diesem Jalw erheblich gestiegenen Bcdars au Marineärzten zu decken. Es werden zu diesem Zweck halbjährlich je 0 Studierende in die Akademie eingestellt, so daß dort nunmei'yr ständig 60 Studierend« zum Eintritt in das Marincosfizierkorps vorbcrcitet werden. oder vvrvcrzollen konnten, durch Osserten zu allen Preisen den Wettbewerb zu erschweren; deshalb muß Nachsteuer emtreten. Eine jolck)« ift auch vom Deutschen Tabakverein befürwortet, worden und im Antrag Dr. Weber-Mommsen entl>alten. Daß es ein Unsinn ist, außerdem noch ein Spcrrgesetz zu erlassen, liegt auf d/r Hand. Wenn das Reichsschatzamt nunmehr der Meinung ift, daß auch eine Nachversteuerilug und Nachvcrzollinig der Fabrikate stallsinden soll, so muß von der größeren Rücksichtnahme auf gegebene Verhältnisse, die der Reichstag zu üben gewohnt ist, gehofft iverben, daß das Rcichsschatzamt mit einem solchen Verhaben kein Glück hat. Zahlreiche Händler mit Taoaksabrikaten würden nicht in der Lage sein, den Nachsteuerbetrag aufzuöringeu und dadurch ruiniert werden. Außerdem würde beispielsweise eine JKadmerücucrung in der Schnupstabaksabrikatiou, in welcher der Fabrikaliousprozeß zum Teil jahrelcnig dauert, die allergrößte Ungercchligkett bedeuten, die man sich nur denken könnte. kreisen noch heute erzählt. In bitterer Wiuterkälle ging der Prinz von Wales mit seinem Adjutanten zu Fuß durch die Straßen. Der Prinz hatte kalte Hände. Ta Farn ihm ein soudcrbacer Einsal! : an der Straßenecke stand einer jener kleinen .Händler, bic in London im Winter heiße Kartosseln zu verkaufen pflogen. Der Prinz kaufte zwei schöne große heiße Kartoffeln und bei? Adjutant folgte dein Beispiel. Man gab dem Händler seine paar Pence, steckte die KErtosfeln in die rechte und die linke Rocktasche und hielt sie dort in den Händen, um sich zu wärmen. Der Händler hatte den Pnnzen ivohl erkannt, aber schweigend und ohne es zu zeigen seinen Kauflohn Eingenommen. Am nächsten Tage aber prangten an seinem Stand in leuchtender Flammenschrist bic Worte: „Hoflieferant bcs Prinzen von Wales." Schließlich erfuhr auch ber Prinz bavou und lachenb wies er bem schlauen Handelsmann ein ansehuttches Geschenk zu, freilieb mit der Bedingung, die schone lichte Reklmnc künftig zu entfernen. — Kleine Chronik aus K u n st u n d W i s s e n s ch a f t. Der Dichter Algernon Clmrles Lwinburue ist am. Samstag ge Kor beit. — Ter MUöioe eröffnete aut 10. d. M. den archäologischen Kongreß in Kairo, zu bem 800 Teilnehmer erschienen waren. — Caruso löste seine Newyorker Berlräge u. reist nach EurovN! ab, ;veil er sein« Stimme zu verlieren fürchtet. - Tie erste Aüs- ttchrung von „Eines Engländers Hei m" führte int Neuen Theater zu Berlin am Owersonntagc zu einem großen Skandal intb zum Abbruch der Boritelluiig. Am Ostermontag war bei ber Wiederholung des Stückes das Theater nur schwach besetzt I'arin wiederbotte sich. Die Abfahrt von A in u u d s e n s ne7>.v Nordpol Exvedi tion soll nm 2. Januar 1910 erfolgen. xSiu Juni desfelben Wahres ipttl er in lyait Francisco fein, ynb der 9»e>t bcs Sommers sott dazu verwandt werben, eine nunitigc Oeffnung des Elf cs zu suchen. - - Die A nti-Duell- ~tga fetzt cinen Preis aus von 1000 Kronen für bic beste M- taublung über Die F-rago: „Welckws sind die Ideen, nach welchen! 1111 ^'"'^^'U'üNck)>en <2inne erzogen werden fönntc9" Tic Arbeiten uumeii b.s Mi testens 31. Dezember 1909 bei bem üral Bitrean in Budapest einaeveicht werden. Arbeiten können in Deutsch, Französisch, Italienisch übec Englifch abgefatzt fein. 7 zu einer Partei, und zwar zur Partei der Parteilosen, wo her Richter, der Lehrer, der Dichter, ja selbst der König steht oder zu stehen hat. Wer etwas bewegen will, der muß außerhalb desselben stehen. Daö hat mir vor länger als zweitausend Jahren schon Archimcdcs nachgeschricben." — Anekdoten von König Eduard erzählt Henri Nieollc in einem neuen Bilche, das er jetzt unter dem Titel ,,Lcs Souverains cn pantousles" verössentlicht. Bor kinzcm, bei der Einweihung einer Ausstellung, mußte König Eduard eine Menschenmenge durchschreiten, durch bic bic Polizisten ihm nur mit Mühe einen Weg bahnen konnten. In der Menge bcsanb sich auch ein Hinkender, der in dem Eifer', schnell beifeite zu treten, seinen Krückstock fallen ließ. König Eduard bückte sich, I)cb den Stock auf, reichte ihn dem Manne mit ruhiger Selbstverständlichkeit und ging weiter. Die kleine Szene sollte ein Nachspiel haben: wenige Tage später empsiug der König von einem Auonmnus einen kostbaren Spazierstixk, iu bem das Datum des Vorfalles eingraviert war, und einige dankbare Widmungsworte. Ein anderer Vorfall geht aus das Jahr 1903 zurück, als Eduard VII. offiziell als König in Paris weilte. Bei dem ihm zu Ehren veranstalteten Remien zu LongchampS verfolgte er, an ber Seite Loubels, mit gewohnter Spannung die SportSereiguissc. Plötzlich zieht ein Schatten über fein Gesicht; er läßt das Glas sinken und blickt mit unzufriedener Miene umher. Der Offizier, ber bei ihm Ehrendienst versah, wurde besorgt ^inid fragte den König nach der Ursache seiner Unzufriedenheit. „Sehen Sip doch nur", sagte der .slöuig leise, „sehen Sie, wie die Polizei diese arme Frau da unten l>el)audelt: Sie würden mir einen Gesallen tun, wenn Sie dafür sorgten, daß mau amhört, sie zu belästigen." Wenige Augenblicke später führte man di« erstaunte Frau, eine arme Händlerin, die sich aus dem Rennplatz wenig zuhause suhlte, aus die Tribüne und wies ihr einen Platz an. Der König war zufrieden und nahm das GlaS wieder zur .Hand, um das Rennen zu verfolgen. Er hatte geniertet und das Glück mar ihm günstig: „Zar" ging als Erster durchs Ziel. „Sehen Sie", fugte der König lächelnd, „Zar" bat gewonnen uub ich kann eine hübsche Summe beim Totalisator abheben. Dün'c kleine gute Frau hat mir Gluck gebracht." Ein anderer Vorfall aus seiner Prinzenzeit wird in Londoner Hof- Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen bis iüps Rotationsörud und Verlag der »rühllchen Univ.-Vuch- und Steinöruderei R. Lange. Redaktion, Lrpedilion und Druckerei - Lchulftratzc 7. sauftol t 7 Äcntnt ftathmg*?antTii 1 wegen Bezugs von llniallrenft tt Unerledigt imirbcn in den Monat übernontinen 96 Ersdattungsaulragc, so bas: zu be* arbeiten tociren 4■ laifru DoS stärkste Gerüst solchen' iThbtkrrwm ^ollenlah'nt ron schweren stemm widerstehen linier Teuvches Reich h -Ditct iidi ioroi • tioii vor Unfaööerl?ütungsDond)riften. Man schreibt uns aus berufsgenoisenschasttichcn Streifen: Der sehr bedauerliche Sau Unfall in Singen gibt der sozialdemokratischen Presse Anlaß, ihre immer wieder kehrende -vorbrrung noch „mehr Bauarbeiterschutz" erneut aus zusprectiru; das Augenmerk will sie mehr auf die Verbesserung der Saulontrolle lenken Das hiesige sozialdemokratische Crgan i breit • w itei. daß ia alletbing Boi sä ■ sie meist nut auf dem Papier, teil si I um ihre Durchfühnmg. Der letztere Satz besagt die bewußte lln Wahrheit, denn es bürste allgemein bekannt sein, daß hier in Gieße - mntg zui Verhütung von Unfällen bei Bau arbeiten besteht und daß bic Befolgung biefer Verordnung burc! bic Baubeamten de- Stadtbauamtes überwacht wird. Außerden bestehen die UnfaNverhütungsvorschriften der Baugewerksbernfi mmvssenschaft, deren Befolgung durch einen Hier wohnenden ted' nischen Auf ficht sbeamten überwacht wird Tas sozialdemvkrc tische Blatt tdireibt weiter, daß die Gewerkschaften der Bau-Arbeit, i selbst dafür sorgen müßten, daß eine wirksame Bankontrolle eilt Üezng au* Unfallverhütung getan wird Die sich die so führer die Baukonti wünschen, dürste bekannt sein, sie wollen Baukoutrollenre au. den Reiben ihm Genossen gewählt haben Daß damit Cer Haupt zweck, die sozialdemokratische Agitation von Baustelle zu Baustelle von WerkstäNe zu Werkstätte zu tragen, erreicht werden sott, in durch Reden ia >ozialdemokratiscben Versammlnugrn schon vei raten mürben. Der Baimrbeiterschutz könnte viel wirksamer ge fördert werden, wenn durch geeignete Abhandlungen in den Zei tun gen mtd bnrdi belehrende Vorträge in den Gewerkschaften 'Jlrbeiteroeretninnngen nfw darauf Hingewirkt würde, daß jede! Arbeiter sich leine Arbeitsstctte derart gestalten soll, daß Unfälle möglichst vermieden werden Es ist statistisch mtchgewiesen, das. von attrn llnfätten durchschnittlich nahezu 60 Prozent auf alle nigefl Venchnkden der Pernttglücktrn selbst inrückzuführen sind, während von dm übrigen 40 Prozent außerdem noch ein Teil auf gerne,iischatUid-e Schuld von Unternehmern und Arbeitern, ein Teil auf Schuld dei Uniernedmer attein und der Rest aus allgemeine Brtriebsgefodr entUUm Der bnwt denn i B das Gerüst, der Unternehmer oder die Arbeiter? Die Bauarbeiter sind m den allermeisten dritten in der Sage, fnb rbr Gerüst richtig w bauen, tun dies aber vielfach ans Beauemlichkeiisruck'ichten nicht Der bettül»endc Bauiinfatt rw Bmgen ist dadnrdi entstanden, daß anige Arbeiter eine ichweoe frentteibcmk fallen ließen, io daß das Gerüst luicmnnrnbracl An wem Hettt hier das Verschulden, doch nur an dm betr. Arbeitern selbst, da sie den Stein nicht fest brettew Mann bei von der Sonaldemokrakie io sehnsüchtig her bcigeirihi'rtrte Arbeiterkvn.roUeui einen solchen Unfall verhüt.» Gams: nicht, denn da-.^ Gerüst werd nicht dazu gebaut, um so . .. ..lln: I ubf vnommen wurden Nnchbartent»ern tntrd) einen »dernm^rgeu Wnu von Gieren, Per l V< rri-chcrungsausuU t etzunqeit bafüi gegeben erscheinen. ** Bei der Landes-Versicherungs GroßHer-ogtum Hessen sind im März 377 geindx <355 Invaliden- unb Kran kenrenreuan trage, sonne 22 Altersrentenanträge' eingcaangen. llnerlcbiat wurden übernommen 324 Rentengesucrie, so daß 701 Gesuche in Bearbeitung standen. Es sanden Erledigung 267 durch Rentenbewilliguna (229 Invaliden, 19 'tränten und 19 Altersrentengesnche - 25 durch Ablehnung weil unbegründet 22 Znvalideitrenten und 3 Altersrenvengesuckre, 20 durch Ermäßigunl,en enthalten werde Auch verschiedene Aeugerungen t*» neuen L-r."identen Tast wurden in diesem snme ausgnegt Diese Hortungen erfüllen sich, rote es scheint, mdjL Jmvlge der wirisck»stl tck.cn Tepresfton hoben die 8er*-tnigtcn staaten biefe^ mal ein voraussichtliche» Trftut von 400 Millionen Mark. unr> ba wc Zollernnahmen die nxcfxigtte (5'nnabm' .m Ile des Landen bildet, ist entf Ermäßigung der Zollsätze sehr unwahrschmnlun Ter neue amerikanisdn Zolltarif wrrv ebenfalls euren hvchfchutz yjltncrifam Charakter haben Tic Emnahmesteigerunq soll erreicht wenden 1 durch rme beträchtliche Erhöhung der Zölle auf Luxus unb Gemißartikel. o Es werd daher der bish> r zollfreie ft-afao entfm Zoll von 4 c. unterworfen imo Tee, bisher ebenfalls zollfrei, einem .-jott von 8 c pro 1 lb. ttrei indirektem Import 9 c.) Kaffee bleibt zwar zollfrei, doch unter bent Vorbehalt, baß er bei feiner Einfuhr aus 2on 35 aui 30 Prozent TniuntimcdKitb sind dann auch viele tabcc bürd' aas iticbt sämtliche, Eisen- unb Stahlwaren um 30 bis 50 Prozent herabH-setzt worden, u. a. Träger, Eisen- und Stal?tt)lcchc, Eistii und Stahldraht, gußeiserne Röhrcii, Messer, Rögel: ermäßigt werden auch Ackerbaugeräte von 20 auf 15 c. Aus die Zreilittc werden geietzt: Eisenerz, Weichkohle und Loks «sofern das Exportland keinen Ausfultrzoll erhebt, Läute und Talg. Von louftigen für die Vcrfeincrungsiudustrien wichtigen Lilfs ntoh-rmlien werden iwmäßtgt, Aluminium, Blei-Erze, Roh Zink versetnedene El-emikalieit wie Borax und Borsäure von 5 auf 2 c., Salicylsäure von 10 auf 5 c., doppel- und chromsaures Mali von 3 auf 1,50 Toll., scbmefeldtlwr von 40 auf 8 c., medizinisd Präparatc nut Alkoholgebalt von 55 auf 20 c.; ferner Holz, mechanifche Zellulose (zollfrei), Druckpapier, Teppichwotte, üci fchtfbtmc rohe Töpfer- und Glaswaren, insbesondere poliertes Spiegelglas von 35 auf 2p c., Mabel, Tauwerk, wollene Abfälle SHoody, Doll Lumpen; Band- und Riemenlcder von 20 aui 5c„ Oberlider von 20 auf 15, Patentleder von 30 auf 20 (von Zertigiabristiten Lederschuhe und -Stiefel von 18 auf 15 Prozent, alles sonstige Leder von 35 auf 30 Prozent; allerdings werden nud) eine Reibe Holbfabi ikate nicht unbeträchtlich erhöht, so C-üacö aus sduifleörr von 2,50 auf 4 Doll., Glacö nicht au. Schattedcr von 3 auf 4 Doll Wenn diese liebe »sieht natürlid) mid) nicht vollständig ist, fo läßt )irt> dock), wie bic „Mittelungen des Handelsverträge Vereins" Hierzu sehr richtig bemerken, daraus entnehmen, das von der TanircDtfion int ganzen gatounnen idtwcrhd) eine Bet bessertmg unserer Abiaybedmguugen zu erwarten ist. Das ist umso uuwab,rsd»einlicher. als ia der Eutwurs sowohl im Mongief uIß im Seiiat sicher noch zahlreiche 2tt>änderungen erfahren wird, die sich durdfweg ui sd-utzzöttnerisckfer Ridstung bewegen dürsten. *' Die neuen ^Isätze sind die des Minimaltiiriies. Ans Stabt und Land. (Aießen, 13. April 1909. ** Lehrerpersonalien Uebertragen wurde dem Hauvtlehrer Ignaz Frank zu Mühlheim ftr. Offenbach), dem Lehrer Jak. Lampert zu Reu^Jienburg, dem Lehrer Friedr Ringshausen zu Diepenbadi. dem Lehrer Dill). Sachs zu Bieber, dem SchulamtSaspirauten Jos. Büttner aus Mühl Heim Mr. Offenbad)), dem schulamtsaspiranten Erwin H ein tzenberg aus Rothenburg und dem schulamtsaspiranten Rieh Werner aus Antwerpen ie eine Lehrerftelle, sowie der schul- amtsaspirantin Alwine Engelhard aus Cffenbach unb der Schulamtsaspirantin Luise Faßbender aus Frankfurt a. M ie eine fiehrerinftellc an der Volksschule zu Offenbach. — E r lebigt ist die mit einem epang. Lehrer zu besetzende Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu Nieder Moos Mit der Stelle ist Organisten Lektor- und llantorbicnft perbunben. *' Tamm baut en Um bic baldige JnangrisiitaHme und Dnrchsülirung der genclfmigten, umfangreichen Bauten zur Erhöhung und Verstärkung der Landdamme und zur .tve t rung des öochf lutpr o Jil b i s R hei n 8 zu gewährleisten, werden hierbei außer der Grosrh. Tamm baubclförbe auch die beiden Grvßh Wasserbauämter Worms und Mainz beteiligt werden Tem Wasserbauamt Mainz utd die Bauten am Niersteiner Schutzdamm und dem Wasser aauanit Worms die Arbeiten zur Erweiterung des Hochflut Profils des Rheins bei Worms übertragen. Die Groß!) Tammbaubehorde, tveld)€ gegenwärtig auch noch mit dein Entwurf zur Regelung der Hochflutverhältnisse des Mains »on Mühlheim bis Offenbach Hochwasserschauch beschäftigt st, wird zunächst von Darmstadt aus den Bau des Stock hibter Damms, sowie die Vorbereitung zu den Damm nuten im Lampertheirn-Gernsheimer und im Herrnshcim- Ippenheimer System leiten. ** Verband der Berpflcgungsstationen Tie Versammlung des 1888 gegründeten Verbandes der Ber pslegungsstgtionen in Hessen und Hessen-Nassau fand am 22. März in Frankfurt statt, sie war zahlreich besucht. Unter oen Erschienenen bemerkte man Proviuzialdircttor Geheime- at Dr. Breidert-Gießen, die Kreisräte Fey-Friedberg i. .H, Boeckmattn-Büdingen. Wolf Oppenheim, Steeg-Bingen. Re gierungsrat W orn er-D arm st adt, Regierungsrat Kolb Wies jaben, Oberbürgermeister Troje-Marburg und Bürger meister Hild-Hanau. Landrat v. Gröning-Gelnhaufen rcf'c» eierte über bic Einführung des Wanderarbeits- stättengesetzes in dem Regierungsbezirk Ma s l Diesen stätten soll die Aufgabe zufallen, miuclloi'cn, arbeite- fähigen Mannspersonen, die außerhalb ihres Wohnortes Arbeit suchen, Arbeit zu verschaffen und gegen Arbeitsleistung vorübergehend Most unb Wohnung zu gewähren Ter Mominuitallanbtag für ben Regierungsbezirk Maffei )at bic Einführung genehmigt unb Ausführungsbestimmungen in ber Dattberarbeiisstüttenorbnuttg erlassen. In olgebessert tverdcn int Laufe des Jahres 1009 die 14 Per pflegungsstationen im fixtffclcr Bezirk eingehen unb durch - Wanderarbeitsstätten in Massel, Rinteln, Eschwege, Bebra, Fulda, Marburg unb Hanau ersetzt werden Diese werden em Mitteldemickien Arbeitsnachtveis angcglicbert, fo daß ji'in arbeitslosen Wanderer sogleich Arbeitsnachweise vor zelegt werben tonnen. Auf ein möglichst großes zusammen' »äugendes Gebiet müsse fid) bei gesetzlich geregelte Wander > er kehr erstrecken, wenn er wirken soll, und der Referent oünschte demgemäß, baß bie !ontmunalftänbige Verwaltung pes Regierungsbezirks Wiesbaden und die hessische Regie- ung das Wanderarbeitsstättengesetz ein führt. An bas Re erat schloß sich eine eingehende Diskussion. Sie cr- vrb, daß bic von bem Bcrbandsaus sckWs se einge- ?rad)tc Resolution akzeptiert würbe. Sie lautet: Tic Tclegiertenversammlnng erkennt die Einführung beS Dan lerarbeitsstättcngesetzes im Bezirk Massel als einen erbeb- ichen Fortschritt in ber Wanderfürsorge an. Sic bittet ’C kommunalstünbige Verwaltung des Regierungsbezirks L ?»baben nnb das Groß!) Hessische Ministerium clatz von Vorschriften, bie ben für den Maifeier Bezirk Itenbeu entsprechen, näherzutreten, sobald tue Voraus- f oft en für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich aus nadifrctienben Erläuterungen: Ende Mär; 1909 waren unter» gebracht: in der ..Ernst Ludwig-Heilltätte" bei Sandbach v €. 114 Versicherte, in der „Aeonoren-tzettstättc' bei Winter- lasten 65, in der Göttmannichen Heilanstalt in Rcd'cls beim t€. 18, in Lindenfels 9, m Bad-Nauheim 26. in Lalbbof-Elgersbaujcn 16, in der Miintk von Tr. Grein m Lisendach 5, in der Ernst Ludwig-Heilanstalt von Tr Lossen in Tarrnstadt 6, in sonstigen Anstalten 11, zusammen 270 Versicherte. — Von der Trigonow ischen unb Topographischen Abteilung der ReichS-LanbeSaufnahme nnben im Sommer Vermkttiingen in ber Provinz Cberbefien statt. — Frauen in ber städtischen Armenpflege. Seit 1. April b. IS. sind zum ersten Male auch Frauen m der städtischen öffentlichen Armenpflege tätig. Tie Stadtverordneten-Versammlung hat auf Vorschlag ber Armen- Deputation zwölf Tarnen gewählt, bie mit ben Armenpflcgern vifammen als Helferinnen tätig sein werben. Die'Helferinnen sind kürzlich in ihr neue« Amt eingefuhrt unb verpflichtet warben. •• Teuere Demüsepreise müsien gegenwärtig unsere Hausfrauen zahlen. Dies hat feinen Grunb bann, baß infolge befl harten unb anbaltenben WmterS in PnvatDarten unb Gärtnereien Spinat. Salat unb euppenqrünef größtenteils erfror, auch konnte baS AiiSstellen ber Gärtnereien und Privatgarten erst fast vier Wochen später vorgenommen werben als in sonstigen Jahren. Solch hohe Preise reit fetzt sinb feit Jahren nicht bezahlt worben. ** Von den Wandernden Im März kehrten in der Herberge zur Heimat 1722 Gäste ein gegen 14-57 im gleidten Monat des Vorjahres. 1062 Gaste nahmen bic verberge gegen Arbeitsleistung in Anspruch und C6U fvann Sclbstzahler Im 1. Vierkeliahr betrug bie Frequenz 6314 iii 1576 im 1 Viirtt1 ahr i"1- Nachweis wurden im März von 71 gcmelbetm offene! stellen 69 besetzt und ztvar 26 nach auswärts und 43 in Gießen. Von den untergebrachten Arbeitern waren 36 Handwerker und 33 ungelernte Arbeitskräfte * I n Amerika verstorbene Hessen Fran Math. Veite, geb. Miller, aus Biedenkopf, 80 Jahre alt, zu Balu- ntore. — Peter Lieber aus Mittel Gründau, 8m Jahre alt, >1 ;3üfhington. — Ludwig Peter aus Eölbe, 64 Jahre all, n Chicago — Frau Martha Elif. Stump, geb Dörr, au Holz- vh-1 .1) aH Tatniflabt, 72 Jahre all, zu Milwaukee Georg Pullmann immetn, 82 Jahre alt, zu Lor Ludwig öeilet Ww aue- Elmshausen, 81 Jahre al hnnbiana, O. X Steinberg (Är. Gießen), 11. April. Alter- iumSfunbe am Pfahlgraben werben gegenwärtig bei >cr Erbauung ber Wasserleitung für bie Toppclgcineinbe Watzenborn-Stemberg gemacht. Bei ben Arbeiten jnt CueÜ« iafsung stieß man am sog. Pohlhäufer Wälbchen auf die U berrefte befl Pfahlgrabenfl, der von Butzbach unb Lang- )önS fommenb zwischen Steinberg unb Ötüningen fuhrt. Man fanb bei Beginn ber Ausgrabungen größeren Braiü- ' Hutt, ttnodhenrefte, Skeletteile, Schübel, Scherben uiro. lv Ettingshausen, IL April. Ein zweistöckiges ■mie Lieh Grimberg Anfangs bestand die Avsicbt. mir em fleht bk-hänts- das größte T.v D i neuen B-itm Baulust bciTutnt mh ;u n kaust n »rbm, in wenig Wochen werden Die flkbäubt tw Angriff genommen. ? Saasen, 11. April. Durch einen Qu6brc&<.- n Walbbrand geriet ber große fiskalische Wald -dien Quecfbom, 6)obflnrob 'n Gefahr. Üinbet hatten in bei- Nähe eines Wälbcheneine "ede an- gezünbet, baß Feuer sprang in baö Pnvatwülbchen über unb Debrohte ben angrenzenben fiskalischen Wald. Da bteiet >ichteS Unterholz hat, fo war bie Gefahr sehr groß. Herdei- eilende Männer tonnten das Feuer löschen. ch Grünberg, 11 Avril Große Neu bauten nnd •r i 1 iqgon kommen auch die Masdnnenl itte und T. b'drith I Brateur am Zeldwecf narh Stangenrod wll ra 20 '».Utter br "r merbrii Rampe und nimeriwiivven iolhm beiv . Pe um nuntciiuhtungen nach ben • it icllcn am w Alsfeld, 12. Avril An der Zeloa hotten btc ,hfdrTf" brrcchttqt n, Mitglieder des Gießener inglertlu! Irr-bei es eifltf Tage vor Cftern qc-iliidt, das Tier ;n Unaen S iP«r etn außerordenlliw großes v emvlar und woa M Pfund 8 Hartmanns ha in, 10. Ai 1 E n Waldb rar-* •ntttmtc r-eicr Tag in ben *oa „ttxu • dm" unb orm hcer enum nskal neben Zulu en bestand von fhoa 33 .1r Allem Sn* Z- Wetterfeld. 11. April. Eine ungeahnte vrl* ■puflunq bat die hiesige Tampfmolkeret genommen, d-e erst vor etrugen Jahren gegründet wurde. Die Mallett: zählt fetzt 30g Mitglieder an« ben Orten tauien, Röthges, Lauter unb Wetteririd. Tte letzte Zadees- ief'enmg von Milch betrug über 1.3 Millionen Ltter, b : Uemaeromn belief sich auf 2 680 Mk. R. B. Tarmftabt. 12. April intern früh fter» nach längerem Sranffctn ber Mitinhaoer ber Firma Merck stadloerordneter Tr. Marl Emanuel '"i erd. Ter Berstet bene ivar 1862 als Sohn des Herrn Wilhelm Merck baren, bat also ein Alter von mir 47 Zabren erreicht 5urch feinen Verkehr mit Olocthe bekannt geiiwrbencn .'krtc-> at Merck. fc. Tfltmüaot, 12. Aortl. Ta^ Minincriui!i des hoi hau von der Stadt W csbadcn «xeptentc» großen Äa i?erf ut orn t'kmarhmgrn Rü'' und Haßloch 6p 1,3 tf. „.„jitffilii" M Nachbarstaaten. N a ch Posen auswandern wollen bi:ci iyirnnliat aus G e l n haar bei Gedern. Sie haben in der UroDtiti ^sen em größeres Gelände erworben und wollen sich tert als Landwirte niederlassen. — In Raunheim ver,uchte brc 31 jährige Ehefrau des Wirtes Mug. Lorenz, sich und ihre beiden minder im Alter von zwei und vier Jahren im Main zu er- märffcn. In einen: unbeobachteten Augenblick itxirf sie die Länder i in den Main und svrang dann selbst nach. Drei des Weges kommende Männer retteten sie unter eigener Lebensgefahr. Eheliche : ^Mstigkttten haben die Fron zu dem Schritt getrieben. sc. Darmstadt, 12. April. In einer am hiesigen L a n d - g-e richt iwnhängigen Beschwerde wurde die Frage entschieden, o2 eine W a l z m a s ch i n e zur persönlichen Fortsetzung des Schuh- inachergewerbes iwtwendig und daher der Pfändung entzogen sei, ; over deren Besitz lediglich eine Bequemlichkeit bilde. Letztere Frage mrrte von dem Saclwerständigen bejaht. Als tvesentlicher Moment snr die 2Lotwendigkeit der Walze führte er nur die schnellere flebeitsleistung an. Es würde sonach die Walze nur dann als rrentbclnlich bezeichnet werden können, wenn die Verzögerung Inder Fertigstellung der Arbeiten durch Klopfen des Leders raf die Fortsetzung der Erwerbstätig keit und daraus resultieren- deni trotwendigen Verdienst von nachteiligem Einfluß wäre. Veriniscktes. * Deutsche Ballone in Frankreich. Trotz der bei ber Balkankrise bewiesenen deutschen Friedenspolitik hat Frank- , reich eine heillose Furcht vor Deutschland. Das beweist die . idiarfc Untersuchung der in Frankreich landenden deutschen Luft- Wüp, die .ch den letzten Tagen ziemlich häujig dort medergingen. 11. April. Allt:- »erben geßeniDüriig k r bie Toppelgmte ben Arbeiten iuser Wäldchen auf:: n Äutzbach unb X- und Srnningen ungen größeren Sianb» >(, Scherben uiro. Ein zlveistöikigk: et m bei neuen W d die AbjW, mit ß ‘.roteiricnc bic öhicirJt. Mnltade ilt unb eins n halic. Tie .men unb derGemcn'.l jnaftitn \\\ ttoeW l miMvM. ÄZ i )5au ier'.MlI'llt m WW jetzt hergeilL W* in roerbeii b«wK'x ■ h einen fiskalische M > 6aaie« >» •* MbchensemeW^ bnoalwälbchcn'^' . chen Salb. »fahr sehr S^- $ " S«ss L-Lrs Ingl'ch 9Äj(fliiob - ItCTf' •X) Milder wenj y »ÄS '*s •H MH9c.n- s eil. S vkE ü.atz zusammengetragen und gleichmäßig verteilt. Ein Osterlied, ht das die Kleinen dankesfroh einstimmten, beschloß die herzige w. Frankfurt a. M., 12. April. Heute nachmittag l»'urde das im Zimmermanusrohbau fertiggestellte Bier- restaurant des Festplatzes durch den über die Stadt streifenden Wirbelwind zum Einsturz gebracht. Die Bcckken ivurdeu teilweise wie Streichhölzer geknickt. Ein rHi der Nähe befindlicher Beamter der Wach- und Schließ- a efellschaft konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Ob d^is (Gebäude wieder ausgerichtet werden wird, erscheint bei b er Kürze der Zeit, die uns noch von dem Sängerfest trennt, sehr fraglich. — Der Verband der Inhaber der oeut scheu Handels-Hochschuldiplome (!) hielt rm Ostersonntag seine Generalversammlung ab. Ein Antrag ruf Einführung des akademischen Trienniums und Schaf- . ng des Doktorgrades der Handelswissenschaften an den deutschen Handels-Hochschulen wird abgclehnt, dagegen ein Ilnttag angenommen, daß der Vorstand dahin wirken möge, D ch die sechssemestrige Studienzeit allmählich zur Einfi'ch- timg gelangt. X\v>(inan, 11. April. In den Morgenstunden des ersten Ostertages wurde Groß feuer gemeldet, das in der ?Naschineu- li^lle des großen BaugeseliärtS von Joy. Heinrich .Hack zum Aus- b-md) gefjimncn war. Das umfangreiche Gebäude wurde em- g cäschert, ebenso wurden die in ihm befindlichen Holz- und Stein- b mrbeitiii>.gsmaschinen vernichtet. Infolge gimstiger Windrichtung t urnte der große .Holzlagerplatz gerettet werden, doch verbrannten g nße Mengnt fertiger und lwlbfevtiger 5)otzarbrnten, namentlich ;wm Verumd bereitsteb/eude Arbeiten für das Ofsizicrsgenesungs- b im in Falkenstein und die Attilleriekaserne in Wiesbaden. 'Der Schaden wird auf 50—60 000 Atark geschätzt. Die Entstehungs- evva ,iieÄ «5"“ * fc'" ;n»u<‘ ; wurde- g||# *** *" Walt h ’S1*' rt'tQltDo7Äl,,.> 1 n- i statt ^01lln|e 0,W«9 d-, ft- * fcw»W| * unb b«tin, boi», nltts '“Wnqtunjs grij&ttn. bet Sotlnttticn M IP« « oorgtnon«, 1 Nt wie Sm Wiiz tetotn« •'«mjeit 1457 ii ■ waste nahmen di unb 660 lixirti A dreLrequenz 63L Arbeit; 1 gemeldeten offene Zuslvärts und 43 i eitern waren 36 sM :e. Öcffen. Frau Zvird der erste Clown täglich von Tausenden bejubelt, wenn er in der Maske Roosevelts erscheint unb den Karnpf mit einem Parttrer aufnimmt, der, in ein Löwenfell getteidet, gmrz entsetzlich brüllt. Nur mit einem Stock bewaffnet geht Roosevelt seinem Feinde entgegen und schlägt ihn schließlich tot. Ein weitverbreitetes Newyorkep Blatt hat eine besondere tägliche Rubrik eingerichtet, in der es ausschließlich „Lügenlose Telegramme" veröffentlicht, die von Roosevelts Abcrttcuern berichten. Die ersten Tage von Roosevelts Fahrt auf der „Hamburg" ließen erkennen, daß Roosevelt in der Tat ein außer-ordentlicher Mensch ist. Eines Tages brach unter den Heizern an Bord ein Streik aus: da lyciste Roosevelt ganz allein alle Kessel des' Schisses, bis die Arbeiter wieder nach gabelt. Als er am nächsten Tage gerade dem Kapitän einige Auf klämngen über Schiffahrt gab, türmte sich vor dem Darnpfcr eine Riesenwvge auf. Roostlpelt springt von der Kommandobrücke herunter, läuft zum Bug und schmettert die Welle mit einem Faustschlag in den Ozean. Dann brachen die Schisssmaschinen, zum Glück gelang es Roosevelt, mit ben Händen die Schrauben so lange in ui^Dermin feer ter Geschwindigkeit fortzudrehen, bis die Repara tirrcn der Maschinen fertig wan n. Jung-Amerika aber singt jetzt tagaus tagein das neueste Couplets von „Teddys dem großen Dschungelhelden", vor dem die Fauna ganz Afrikas bereits ängstlich zittert und den die Löwen bei her Erziehung ihrer Kleinen als schwarzen Mann benutzen. . . Kleine Tageschronik. Der Gesundheitszustand des Fürsten Eulenburg ist derart schlmem, daß die Durchführung eines neuen Prozesses gegen ihn ausgeschlossen ersck>eint. Infolge E r d s e n k u n g ist Freitag nachmittag während des Gottesdienstes die 2Lirdwand der katholischen Marienkirche in Hvhensalza er ingestürzt. Die Kirche und die Prvbstei mußten geräumt werden. Verlustt an Menschenleben sind nicht •u beklagen. Es wird eine weitere Senkung des Erdbodens und der völlige Einsturz der Kirche befürchtet. Das' Gelände ist von Militär abgefperrt. Dfir Einsturz soll mit dem Wassereinbruch in die Grube „Kronprinz" zusammenhängen. Aus dem Stahlwerk Phönix bei Hörde wollten mehrere Arbeiter einen mit flüssiger Stahlschlacke gefüllten Topf Hochziehen. Dabei riß das Seil und die flüssige Masse ergoß sich auf die Arbeiter, von denen fünf schwere Brand wunden erlitten; zwei sind infolge der erlittenen Verletzungen geworben. Der Schichtmeister-Aspirant Klein Won der Grube Tudweiler in St. Ingbert ist unter Mitnahme von 42 000 Mk. Löhnungsgeldern flüchtig geworden. Das dem Grasen Zeppelin gehörende Motorboot „Württemberg" geriet am Freitag in Brand und wurde dadurch schwer beschädigt. Der Brand ist auf Entzündung des Benzins zurückzuführen. Die Eröfsil ung der österreichischen Strecke der Tauernbahn, durch die ter, Verkehrsweg durch Deutschland und Oesterreich nach dem adriatischen Meere bedeutend verkürzt wird, ist für den 9. Juli in Aussicht genommen. In dem Maschinenraum der großen Papierfabri k Schlögelmühle bei G l o g g n i tz in Niederösterreich brach am Oster- Sonntag Abend ein großer Brand aus, der ein Hauptgebäude, die Maschinenräume und Arteitssäle vollständig einäscherte. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen, lieber 600 Arbeiter sind brotlos. ?l!us Nizza wird gemeldet, daß im Verdon-Tale ein großer Bergrutsch erfolgt ist. Eine auf 500 Kbm. geschätzte Erdmassc, die sich vom Saint-Michel-Berge losgelöst hat, schiebt sich 'täglich etliche Meter vor. Der Einsturz der auf dem Gipfel des Berges befindlichen Kapelle erscheint unvermeidlich. Eine im Hafen von Genua ausgebrochene Feuersbrunst vernichtete Warenvorräte im Werte von 1]/» Mill. Lire. Ron einem erschütternden Unglück wurde in Besaneon eine verwittwete Frau Tournier heimgesucht. Die Frau hatte für die Osterfeiertaae den Besuch ihrer drei Söhne aus Paris erhalten. Als sie Freitag morgens in das gemeinsame Schlafzimmer ihrer Söhne trat, fand sie alle drei als Leichen in ihren Betten. Die jungen Leute waren durch Ausströmen von Kvhlengas vergiftet. In S en g y bei Mitts sprang die 8 2jäihr i ge BauerngutS- tejitzettn Mme. Deaucheron bau ins Sofece« tejmdkche» Personenzicge ab. Die Greisin geriet dabei unter die Räder des Zuges und erlitt einen doppelten Schenkelbruch In Lublin (Rußland) brachen nachts mehrere Sträflinge aus und überwältigten die Wachtleutc, von denen zwei getötet wurden. Sic erbrachen die Zellen anderer Gefangener, irurbcit aber na di einem heftigen Kampf vom Militär überwältigt. In Philadelphia har sich einer der reichsten Männer der Stadt, Charles Pellis, erschossen. Der im 74. Lebensjahre stehende Greis beging den Selbstmord aus Furcht vor Räubern. Er hinterläßt ein Vermögen von 7 Millionen Dollar. kumoristisches. *Der Tapfere. Beim Empfang eines österreichischen Erzherzogs sah dieser unter den Erschienenen auch einen Mann mit der golbenen Tapferkeitsmedaille und tragt ibn, woher er diese habe. „Die hab' ich von mein Vattern selig," erwiderte der Angesprochene. * Druckfehler. „Eine anständige, junge Witwe bittet in ihrer grenzelosen Verlogenheit Cdeldenkende um ein Darlehen." * Klarheit. Herr: „Jetzt bin ich endlich über meine Gefühle für Ihre Freundin eviartha ins Klare gekommen." — Dame: .„So? Ta habett Sie wohl erfahren, wie viel Mitgift sie bekommt?" * Ausweg. Bauer iim Wartesaal, zum andern): „Warum spuckst Tu denn an die Wand, Michel?" — Michel: „Ra, hier steht doch: Das Spucken auf den Fußboden ist verboten!" Boeanssichtliche Witterung für Hesteu ani^Mittwoch dem l-t. April:j Kühl, windig. Zeitweise Regenfälle. Starke westliche Winde. Gvsgrnal-DrahteneLdungen. Frankfurt, 13 April. Eine Sonderausgabe der „Franks. Ztg." meldet aus Konstantinopel: Stambnl steht seit heute morgen in voller Revolution. Zwei im Kriegsministerium domilizierende Bataillone rückten unter Führung ihrer Offiziere nach der Sophienmoschee und umzingelten da8 Parlament. Sie forderten die Absetzung des Großveziers, des Kaminerpräfidenten und des Kriegsministers. Hamborn, 13. Avril. Im Schacht 2 der Gewerkschaft Deutscher Kaiser ereignete sich gestern nacht eine Schlagwetter-Explosion, bei Der fünf Bergleute getötet wurden. Berlin, 13. April. Dem „Berl. Tagebl." zufolge wird Fürst Bülow am 19. ds. wieder in Berlin erwartet. Rom, 13. April. Der deutsche Kaiser trifft übermorgen in Venedig ein und r"ist schon am nächsten Tage nach Corfu weiter. Fürst Bülow wird dem Kaiser sofort über seine Zusammenkunft mit Tittoni Vortrag holten. Rom, 13. April. Fusiuato, Mitglied der Kommission für die Regelung der Zwischenfälle von Cafa- blanea, drückte seine Ueberzeugung aus, daß aus den Verhandlnngen, die am 1. Mai beginnen und rein jnristischer Natur seien, keinerlei diplomatische Schwierigkeiten entstehen dürften. London, 13. April. In Nottingham hat gestern ein Kongreß englischer Postbeamten stattgefunden. In einer Ansprache erklärte der Vorsitzende, der Kampf der französischen Postbeamten gegen ihre Verwaltung sei in England von den Postbeamten und Arbeitern mit Sympathie verfolgt worden. Zwar sei zu hoffen, das; die englischen Postangestellten sich niemals genötigt sehen, werden, den Postdieust zu desorganisieren, aber die iv-ill- kürliche Halttiug eines Teiles der englischen Postbehörden habe auch in England große Unzufriedenheit hervorgerufen. Infolgedessen wurde beschlossen, eine permanente Kommission im Unterhause ins Leben zu rufen, die die Ro gierung von allen Forderungen der Postbeamten verstän- oigen soll. Des weiteren wurde ein Antrag eingebracht, wonach die Postbeamten Orgamsation sich der Arbeiterpartei auschließeu soll. Die Mstimmung über diesen Antrag wurde vertagt. Madrid, 13. April. Der Ministerra 1 beschloß, der Firma Vickers Sons den endgüttigen Zuschlag für den Neubau der Flotte zu erteilen. M adr id, 13. April. Der K r ie g s in in istc r Hal den Kortes einen Gesetzentwurf über eine a n d e r w e i t e R e- kruten-Aushebung unterbreitet. Hiernach reicht die Tienstpflichtzeit vom 21. bis 39. Lebensjahre, wovon drei Jahre auf die aktive Dienstzeit, 5 Jahre auf die Zugehörigkeit zur 1. Reserve, 6 Jahre auf die 2. Reserve und 4 Jahre auf die Zugehörigkeit zur Laicdwehr entfallen. Konstantinopel, 13. April. Gleichzeitig mit der endgültigen Konstituierung zur politischen Partei veröffentlicht das Komitee für Einheit und Fortschritt sein Programm und -Statut der inneren Organisation. Eine der Hauptbestimmungen besagt, daß das Komitee mit den übrigen politischen Parteien zwecks Erzielung einer gemeinsamen Aktion in Unterhandlungen treten könne, doch müsse diese gemeinsame Aktion von ben Mehrheitsparteien einhellig gebilligt werden. Die Partei hat sich nach ihrem Programm ferner jeder Einmischung in Regierungs-Angelegenheiten zu enthalten, sofern sie nicht der Zuständigkeit der Kommission unterliegen. Belgrad, 13. April. Angesichts der völligen Unterbrechung der Handelsbeziehungen zwischen Oesterreich und Serbien und ter verich-ebenarttgen Auffassung der Lage in Wien unb Belgrad wird die serbische Regierung morgen ein amtliches Communique veröffentlichen, um über den gegenwärtigen Stand der Beziehungen und Unterhandlungen zwischen Milowanowitsch und Graf Forgach Klarheit zu schaffen. Newyork, 13. April. Die Landung ber Gattin Castros in Venezuela ist verboten worden. Unübertroffen zur Haarpflege ist Dr. Dralle’s - Birken- Haarwasser im Gebrauch mit Kopfwaschpulver „Kopfrein66. KOLOSSEUM Walltorstr. 15-18 Icicdüp* u*< Heute Ticustag den 13. Avril 1909 (3. 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