Dienstag 12. Oktober 1^09 ISS. Jahrgang rftes Blatt ""‘»rtenea. 5819 H. Beck. m besitzen MvnSunb 13 10 6 1 6 ials in Räumen Automors- nigt wurden, t das ungiftige Desinfektions- slöfiel Automors • Wasser gelöst sser. Verlangen rientierung den Automors von • für Süddeutsch- arWawerzng, , M., Elbestr. 52. verloren 2 2 1 0 6 gewannen 4 0 3 1 3 Frankreich; größter Aviatiker — Gießener Blut . Während man in Berlin und Köln noch vor einigen Tagen die großartigen Leistungen der französischen Aviatiker bewunderte, trauert man in Frankreich um ben Tod eines Mannes, der weit über die Grenzen seines Vaterlandes in der gesamten Lustfchistre- welt bekannt war, um Kapitän Ferber, den Begründer der französischen Flugtechnik. . Am 22. September stieg gegen 10 Uhr in Boulogne |ur Mer Hauptmann Ferber, der unter dem Pseudonym dc Rue flog, auf dem Flugfelde auf; ermutigt durch das schöne Wetter und die schnellen Fortschritte, die er in der letzten Zeit genrachr hatte, ließ er seinen Apparat, einen Voisin-Toopeldeckre, trotz des Nordostwindes von 7—10 Meter Stärke aus dem Schuppen bringen und startete um 10.07 Uhr leicht gegen den Wind. Rach einem Fluge von 1 Kilometer in gerader Linie begann er eine linke Wendung, slog aber leider nur in einer Höhe von 3 Metern und plötzlich wurde er durch einen Windstoß bis auf 2 Meter heruntccgcdrückt. Sein Apparat neigte sich dabei in einem Winkel von etwa 40 Grad. In diesem Augenblick berührte das Ende des linken Flügels die Erde, ein Teil der Erczelle wurde zerbrochen und Ferber versuchte zu landen. Er war noch etwa 3 Meter von einem kleinen Graben entfernt, der den Flugplatz begrenzt; die Räder liefen in den Graben bei einer Geschwindigkeit von ca. 45 Kilometer pro Stunde, der Apparat kippte und Ferber wurde zur Erde geschleudert. Er lourdc unter dem um- gestürzten Apparat begraben, dessen Längsträgcr ihm den Brustkasten eindrückten. Niemand glaubte, daß der Unfall schioer wäre, beim Ferber staub allein aus unb sagte noch: „Zu bumm, zu dumm, wieder einer zerbrochen." Aber bald wurde die Atmung beschwerlich und trotz sofortigen ärztlichen Beistandes starb Ferber ohne einen Klagelaut um 10.45 Uhr infolge einer inneren Verblutung. Ferber war der erste Pionier Frankreichs in der Flicge- kunsl und Schüler des Deutschen Otto Lilienthal. Geboren am 8. Februar 1862 in Lyon, trat Ferber mit 20 Jahren in das Polytechnische Institut ein. In Clremont-- emvfiebll . ; Nr. 2 39/ Ter Gießener Änstig erscheint täglich, auße sonntags. - Beilagen: uiermal roöcbentlid) ZießrnerZamllicnblätter; ; zweimal wöchenll.UteiS- blotljütbenKrtis6tc5cn (DienStag und Freitag); jpeimcil monatl. Landwirtschaftliche Seilfragen Fernsprech - Anschlüsie: nir die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse lür Tepeschen: Nuzeiger vießerr. Ausland. Das Wiener Unterrichtsministerium genehmigte nunmehr die Abhaltung der von Professor Wahrucund an der Prager juristischen Fakultät a n g e k ü n d i g t e n Kollegs über Kirchenrecht. Aus 58 n T a r c ft wird gemeldet: Die feierliche Eröffnung des Hafens von Eon stau za hat am Somllag in Gegen- wan des Königs und der Königin Valerie stattgefunden. Bei dem folgenden F-cstnral/le würdigte der König die Bedeutung des Hafens, der als wesentlicher Faktor der wirtscyastlia>en Entwickelung des Landes anzusehen und Gegensmnd nationalen Stolzes sei. Schließlich sprach der König die Ueberzeugnng aus, daß sich Conitanza in nicht zu ferner Zeit zu einem der wichtigsten Läsen des Schwarzen Meeres entwickeln werde. Wie das türkische Blatt „Saoah" meldet, hat Rußland offiziell die Abänderung seines Vorrechtes für Bahnbauten am Schwarzen Meer besckchossen. Tie Verhandlungen sollen in Konstantinopel zwischen dem Minister des Aeußeren und dem russischen Botschafter geführt werden. Welche Gegenleistungen Rußland von der Türkei verlangt, wird leider verschwiegen. ike verreis vr. Waste, Dr. Kl* r. Wagner, Dr. Blchi aserarbeiien zvr E iaunasflebüube out Sen. Zeichne -r BauabreilMg wfr rat reicht, namB.Oklober.vm- »”*«■ «*•$ mabteibmg Wetzlar^, ^ch von i Uhr ab ftii* 905 800 5Nark entnehmen und weiter die letzten Reste aus -vorderen Jahren mit 1058 382 Mark aufzehren konnte; habet smd für Tilgung der über 400 Millionen betragenden eigent- licheu Staatsschuld nur 867 224 Mark ausgeworfen. Es ist erfreulich, daß Fmanzminister Gnauth die *(p,itafion bekämpfen will, die im Anschluß an seine Er- ülarung über die Sleuererhöhung aLbaib in linlsliberalen greifen eii'.gcsctzt. Die amiiiche Erllarung ist umsomehr #u begrüßen, als man dem Leiter des hesiischen Finanz- aitinisteriums bekanntlich gewiß leine „rückschrittlichen" Ten- Lenzcn nachsagen kann. Es wird rund heraus festgestellt, »aß die geplante S t e u e r e r h ö h u n g keineswegs mus Grund der Gestaltung der Reichsfinanz- deform eiutieten muß. Daß durch die Annahme der Äeich' erbschaftssteuer auch die hessischen Finanzen etwas profitiert hatten, ist ja selbstverständlich. Sparen lautet jeyt die Parole. Wir haben eine Acrwa'-nngsreform für Hessen vorgeschlagen und finden unsere Anjicht auch in dem Mainzer Zentrumsblatt, dem ^Mainzer Journal", vertreten. Das Blatt meint, für die Grütze unseres Hessenlandes seien in der Verwaltung zu ‘Piet Beamte beschäftigt, und das ganze System sei bei -.ms viel zu kostspielig. Das halten auch wir für richtig. Sehr zur rechten Zeit wurden soeben die Landtags:) ruck- achen über die Staatseinnahmen und -Ausgaben des Groß- lerzogtums im Fahre 1905 ausgegeben. Wir finden darin vollauf bestätigt, was wir an der hesiischen Haushaltung ils verschwenderisch bemängelt haben und mochten nur 'wünschen, daß man diese gedruckten Nanchietsungen nochmals gründlich durchlesen möchte; gewtß wird man dann auf Ausgabeposten stoßen, die man billig hatte vermeiden müssen. Gerade für Verwaltungsfachen ist in diesem Jahre ',er Etat ost beträchtlich Überfällen worden, und habet leibt es dahingestellt, ob er mit der nötigen Sorgfalt ). h. mit den nötigen Sparsamkeitsrüchichten aufgeitellt oorden war. Das Staatsministerium überschritt seinen Voranschlag in manchen Stellen^ um insgesamt 692-1 Mk. Dann kommen aber hauptsächlich die Lokalverwaltungen. ?ie Provinzialdirektionen und K'reisämter gingen um 29819 Mk. über den Ausgabe-Voranschlag hinaus! Diese Verwaltungsstellen verursachten in dem einen Jahre etwa 811110 .11. Ausgaben! Dann kommen die Vertretungs- und Reisekosten, bei Denen wir gleichfalls zur Sparsamkeit geraten hatten. Sie gingen im Etatsjahre 1905 um ca. 33 000 Mk. über den Voranschlag hinaus, der immerhin die beträchtliche Summe 3on 125 000 Mt. aufwies. Daß der Etar in Einnahme und Ausgabe dann im allgemeinen doch günstig balanzierte, beweist nichts. Das wesentliche bleibt eben, daß der gesamte Voranschlag sparsamer aufgestellt werden fvckte. Man muß den Grundsatz aufstellen,~ nichts für eine eaajc aus- jiißcben, wenn man nicht weiß, wie man sie decken tonn, äann wird man mit den Steuerzuschlagen hoffentlich abrüsten können! __ Deutsches Aeich. Der Kaiser nahm am Sonntag tm Jagdschloß Hubertusstock den Vortrag des Reichskanzlers irr. v. Beth- ivczu gspre monatlich 75V!., jährlich Mk. 2.20; i Abhole- u. Zweigstelle monatlich 6o Pf.; durch die Post Alk. 2.— uiertd- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal I5Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für ^Feuilleton" und »Vermischtes^ K. Neurath; für.Stadt u. Land" und „Gerichts- AUL der deutsch-sozialen Partei. Die erweiterte Gesamt - Vorstandssitzung der Deutschsozia l e n P a r t e i bejcr.te sich am Sonntag mit der Angelegen- heil des Abg. Schack. Es wurde dazu einstimmig folgende Entschließung angenommen: „ r. 2er erweiterte Gesamtvorstanb der DeutschwSialen Partei erkennt banibar den Beschluß ber Vertrauensmänner des Wahlkreises Eijenach-Drembacy vom 19. September 1909 an. Der Gesamlvorstarü) ist mit den Vertrauensmännern ber Ueber- zeugung, daß auf Wunsch des Herrn Schack und mit Rücksicht aus seinen Gesundheitszustand die Nieberlegung feines Reichstagsmandats unvermeibtich geworden ist. Sie wirb erfolgen, sobald die ärzttästn Beobachtungen abgeschlossen ftnb. Zu der Angelegenheit des Abg. Dr. Böhme wurde be- W«nen, ’ den M Vaytkrej.es . M^rbprg- Fränkenberg-Kikchhain zu empsAen, Tr. Böhme zur lieber- legung seines Mandats aufzuforder n. ZnsaomeBtllung/ «Llttdest, - 6^«“ * mittags" ” Die ReichstagrersatzWüh! in Uodurg. Die gestrige Reichstagserfatzwahl in Kob arg hat ein ebenso interessantes wie trauriges Ergebnis gel/abt. Die iozialdemokralische Stimmenzahi ist seit 190i um e.wa '-.,00 stimmen an gewachsen, während die Rationalliveraien und freisinnigen an Stimmenzahl entsprechend eingeoüßt Haven. Air verzeichnen folgende Meldungen: K o b u r g, 11. Okt. Bei der Reichstagsersatzwahl wur- te* Zentrum H Lothringer Block 12 Vgg. d. Lib. u. Dem. 4 Sozialdemokraten 1 Unabhängige 9 Btoik »t i. P. ' den dis 93/4 Uhr abends gezahlt: Für Fabrikbesitzer A r - nold (freis. Volkspartei) 2988 Stimmen, Quarck (9tat) 3317 Stimmen, Zietzsch (Soz.) 6004 Stimmen. Stichwahl zwischen Quarck und Zietzsch gilt als sicher. Ko bürg, 11. Okt. Nach dem Endresultat der Reichv- tagsersatzwayl erhielt Quarck 3460, Arnold 304l und Zietzsch 6185 Stimmen. Für die bevorstehende Stichwahl sind die Aussichten für den nationalliberalen Kandidaten nicht sehr günstig; es müßte denn gelingen, daß die 3041 freisinnigen Wähler vollzählig an der Wahlurne erscheinen. Bleiben auch nur 300 Mann weg, dann bek)ält der Sozialdemokrat den Sieg. Der Freisinn trägt also eine große Verantwortung bei der kommenden Stichwahl. Es wäre ein bedenkliches Zeichen der Zeit, wenn dieser bisher immer im Besitz der Döationakliberälen oder der Freismnigen gewesene Wahlkreis an die Sozialdemokratie verloren ginge. Bei der Hauptwahl 1907 erhielt der nationaltibem.e Kandidat Justizrat Quarck, ein Verivandter des jetzigen Kandidaten, 4437, der freisinnige Volkspart eil er 4128 und der sozialdemokratische Kandidat 4303 Srimmen. In der Stichwahl erhielt Justizrat Quarck 7852, der Soz'.aldemokrat 4,80 Stimmen. Bei der Stichwahl im Jahre 1907 hat also der Sozialdemokrat über 500 Stimmen mehr als bei der Hauptwahl eriangt. Bei seinem Gegner, dem plationalliberalen, fehlten bei Der Stichwahl offenbar 700 Mann! Wenn bei der bevorstehenden Entscheidung wiederum ein paar hundert Freisinnige zur Sozialdemotra.ie achchwemen, ist der Wahlkreis verloren. Hoffen wir, daß die freisinnigen Parteien alsbald i.a.chmck iu> z :r W. 1). des ir.:tiai .Lib:T.4Ln Kandidaten auffordern werden! Die staatliche BauMgieit in Hessen und ihre Zeigen. Die im hessischen Staate in den vergangenen Jahren betriebene überstürzte Bautätigkeit wirft bereits jetzt schon ihre Schallen. Hat doch das kleine Hessen in den lebten 10 Jahren! eine weit über seine Verhältnisse gehende Bautätigkeir entfaltet, Neubauten, Anstalten, unrentable Bahnen usw. in so rascher Aufeinanderfolge erstehen lassen, daß die hierfür erforderlich i: großen Summen auf die hessische Finanzlage unbedingt den ungmistigslen Einfluß haben mußten. Nicht zuletzt soll hier bic säst kranv- l^ite Neigung erwähnt werden, möglichst viel 2entn 1 alpjlegcroeric erstel-en zu lassen, wodurch oft unglaublich hohe Beträge zur Erhaltung und Renovierung fast wertloser Lbjekle erforderlich lvurden. Wenn schon unser kleines Hessen in klcnsllerischer Beziehung nut an der Spitze der Bundesstaaten marschieren will, so ist das wohl anzuerkennen; es sollte jedoch zu ermatten sein, daß sich bic Bautätigkeit eines Landes tvohl in erster Lüne nach seinen F-inanzen richtet, damit nicht so ungesunde Verhälllrisse einreißen, wie sie augeiwlicklich in unserem Hessen cingerissen sind. Ein so wohlhabendes Land wie Hessen sollte doch vor allen Dingen durch qeiunbe oinanzverhälllusse als Musterslaat geltem Zur Bewältigung ber technischen Arbeiten für die großen Bauprojekte hatte man neben dem akademischen Personal alle verfügbaren Lauaspiranten unb noch eine große Anzahl Privat- techniier I)erangezogen. Tie Folgen der KcnmnerVerhandlungen and -Teballen im vorigen Jahre mar die Einschränkung, \a teils vollständige Lahmlegung des gesamten Bauwesens und als weitere Folge die Freiwerdung eines großen Teils der Arbeitsrräsll auf den Bamimtern. Wie bestimmt verlautet, sollen nun alle Techniker unb die beiden letzten Jahrgänge der Lauaspirant«r ^zusammen elloa 40 Mann) infolge Arbeitsmangel bis zum, Früh- lahr nächsten Jahres aus dem Staatsdienst entlassen merben. Wenn man bedenkt, daß eine solche Matznahme Staatsdienst- antvärter trifft, die burchsaucilllich im Aller von 28— 00 Zähren siehen, die Staatsprüfung schon im Jahre 1901 abgelegt haoen und bereits im fünften Dienstjahre sich besindm, so sragt man sich: Ist dies em All ber Gerechtigkeit, diese Beamten nun iuraer Hand auf die Straße zu setzen und dies m einer Zeit, in Wed* vixJfleidü imr eju-l.. kleinen Seit be: gelingen! wird, wieder Stellung zu erlangen? Hat nicht 01 e R-.glerung i>ura) jene übertriebene Bautätigkeit diese Verhällmsse selbst, geschaffen? Nicht nur die Aussicht auf Lebensstellung hat manchen verleitet, eine gut bezahlte Stelle aufzugeben und in den Staatsdienst einzutreten, in dem er in den ersten Jahren bei ber sehr lärglichen Bezahlung gezwungen ist, von seinem Privatvermogen zuzuschießen oder sich bas Fehlende burch Privatarbeiten zu verdienen, sondern auch die Maßnahme der Regierung, bic untre Androhung der Streichung von der Anwärterliste die Leute, bte sich den Eintritt in den Staaisdienst noch überlegten, gerade hierzu veranlaßt hat. Bei all diesen Verhältnissen steht letzt die Entlassung in Aussicht unb biese nach lims Jahren schmalen Vre- bienstes. Die Vergütung währenb ber Aspirantenzeit ist doch nur deshalb so gering, weil dem Anwärter die feste Anstellung unb spätere Pension in Aussicht gestellt sind. Der StaatSdienst- anroärler trägt somit infolge der geringen Bezahlung selbst einen Teil seiner späteren Pension, den bie jetzt mit der Entlassung Betroffenen verlieren würben, wenn eine nochmalige Einberufung in den Staatsdieiilft unterbliebe oder die Genannten einer solchen nicht mehr Folge leisten. . Wohl ließe sich durch Verschiebung von Personal, durch Verwendung der dienstältesten Aspiranten für die Stellen im Kreis- bienst, durch Schaffung von Baukontrolleurstellen u. a. m. die geschaffene Krisis im Baubeamtenstand umgehen. _ Es ist dies auch die Hoffnung der Beteiligten, daß bie Entlassung und bie durch eine solche Maßnahme zu erwartenden, dem hessischen Staat sicher nicht zuni Lobe gereichenden, unausbleiblichen Folgen Nicht eintreten. _______ Aus London wird gemeldet: Von der Abmiralilöt wird die Bildung eines neuen M0 bi l ma chun g sd e p ci r te- ments angekündigt. Die an der Spitze dieses Departements und des Nachrichtretdepartements stehenden Lffiziere sollen mit txmt Hilfssekretär der Admiralität luitre dem Vorsitz des ersten S«lords einen ständigen Marinekriegsgerickstsliof bilden. Infolge bre letzthin eingeircteneii verhällnismäßigeii Beruhigung in Täbris beschloß, naa> einer Pctresönrger Meldung, die r u s s i s ch e N e g i e r u n g, einen Teil iljrcr l r u p- pen abzuberusen und zwar vier Kompagnien Infanterie, eine halbe Kompagnie Sappeure unb eine Feldbattene. Es bleiben einstweilen zwei Kmnpagnien Infanterie, eine Bergbatterie und eine halbe Sappeurdompagnie zurück. mann-Hollweg entgegen. Auf das vvm Ehesreoacleur Langrost in Hannover infolge der bekannten Beschlüsse des Alldeutschen Verbandes in Schandau an die königliche Staatsanwaltschaft gerichtete Ersuchen um Einleirung eines Verfahrens gegen den Rechtsanwalt C l a ß in Mainz, den Ehesredakleur Pohl in Essen unb den Rechtsanwalt Dr. Poetzold in Bremen wegen Hochverrats hat, wie die „Braunschweiger Neueft. Nachr." melden, die Staatsanwaltschaft in Dresden in ablehnendem Sinne geantwortet, da eine gegen die angezogenen Paragraphen verstoßende Handlung aus den Sck)anoauer Verhandlungen und Beschlüssen nicht hergeleilet werden kann. Weiler heißt es in diesem Beschlüsse: Soweit in diesen Verhandlungen'die Frage der Erbfolge im Herzogtum Braunschweig verhandelt worden ist, kommen lediguch politische Auffassungen und politische Erwägungen, sowie Vorschläge, die auf diesen Erwägungen beruhen, in Befracht. Es fehlt aber durchweg den Erfordernissen der „Gewalt" im Sinne der angezogenen Gesetzesstellen. Gegen diesen ablehnenden Bescheid hat der Antragsteller Berufung bei der Oberstaatsanwaltschaft in Dresden eingelegt Das Ergebnis der Nachwahlen für den elsaß- lothringischen Bezirkstag ist folgendes: Das Zentrum liegw in vier, die Unabhängigen in zwei, der lothringische Block in einem, die Liberalen in einem, ute Sozialdemokraten in keinem Bezirk'. Danach stellt s.ch das Gesamtergebnis für die Neuwahlen zu dem Bezirkstage wie folgt: Von 36 VJlanbaien hatten inne r--r14-- »ichener Anzeige General-Anzeiger für Gberheffen ’ür die Tagesnummer Notationrdrvck unb Vertag ber vrühl'schen Unlv.-Vuch- unb Steinbruderei R. Lange. Rebaktion. (Erpebrtion unb Druckerei- Schntstratze Anzeigenteil - ~ bis vormittags 9 Uhr. _____ Biorrmirw!■■■■■ 1 Hl 11 n 1 !■I I II|- I —in J I-.—TTTt——• Die heutige Nummer^unfabt 10 Seiten. Zur Zinanzlage der Grohherzogtumr hes?en chreibt die amtliche .Darmst. Ztg.": AuS den Mitteilungen zur Finanzlage des Großherzogtums, >ie bei Fmanzministre in einer bre letzten Sitzungen des Ersten Ausschusses bre Zweiten Kammer gemacht hat, ist ba unb dort )re Schluß gezogen worden, bie angetünbigte Steuer; r h ö b u n g wäre nicht nötig geworben, wenn bie > "ichsfinanzrefonn bie finanziellen Beziehungen ber Ounbesstaaten zum Reich nach den ursrnmnglichen Anträgen ber 3eri'.inbetcn Regierungen unter erweiterter Besteuerung ber Erb- (fmiten geregelt hätte. Dieser Schluß entspricht weder den Tat- achen im allgemeinen, noch den eingangs genannten Mitteilungen im besonderen. o S^cnn schon in bre Sitzung bet Zweiten Kammer ber Lanb- tänbf vom 4. Januar b. I. eine Erhöhung des Ertrags der .ucEten Steuern um 25 bis 30 Prozent als nötig bezeichnet uorben ist zur Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt, ,ur stärkeren Schuldentilgung unb zur Aufbesserung ber miten usw., so war dabei allerdings bas Zustandekommen der lieichssinanzresorm nach den Vorlagen ber öerbünbeten Regie- ungen (einschließlich ber Uebernahme der gestundeten Matnkular- : ;träge auf das Reich) vorausgesetzt; die Gestalt aber, m ber iefe Reform schließlich Gesetz geworben ist, hat finanziell jur ’.ie Bundesstaaten doch nur den Nachteil gebracht, daß sie sich ür bie Verdoppelung bre öiatrifutarbeiträge unb bie Herab- iebnng ihres Anteils an ber beOhenden Reichserbschaftssteuer — m(e erwartet — erholen können unb einem neuen Anteil n her von ihnen vorgeschlagenen, aber abgelehnten erweiterten Heranziehung ber Erbschaften für Reich unb Bunbesstaaten. iv;)cr, für Hessen jährlich rund 500 000 bis 600000 Maick be- tagenbe Ausfall zusammen mit dem in 1910 zu deckenden Fehl- -\;iag von über 500 000 Mark aus 1908 bedingt an sich nicht ic angekündigte Steuererhöhung, er macht es aber allerdings oraussichtlich unmöglich, mit beit erhöhten Steuern mehr zu icifien als bic Erfüllung ber beiben im Januar d. I. zuerit genannten Aufgaben (Herstellung des Gleichgewichts im Staats- i aushalt unb Sicherstellung einer besseren Schuldentilgung). Wenn j.'ne Ankündigung seinerzeit feine größere Ueberraschuug hervor- .•erufen hat, so erklärt sich dies wohl aus dem Umstand, daß )Don der damals vorliegende, inzwischen genehmigte Haupt- ^vranschlag bet Staatsverwaltung für 1909 nur dadurch balan- cieti werden konnte, daß man aus dem Ausgleichsfond? nach "(n j» und in Belfort diente er ctä -Leutnant der Artillerie. L* x llC>e n üum Hauptmann ernannt, 18'36 wählte man ihn ®aTÖe'-%€nsiat der Wissenschaften, und 1898 wurde er Lehrer miquno Uebungsschulc zu Fontainebleau. sßon 1900 bis 1904 mit ^igtc er in Nizza das 17. Regiment der Gebirgsartillerie, v. ^Tt 1905 war er Ritter der Ehrenlegion Ferber stand ints Deutschen besonders nahe. „Mein Großvater^', so erzählte er Herrn Oberstleutnant Moedebeck, dem Herausgeber der ,Lllustr. Aeronaut. Mitteilungen", denen der Inhalt dieser Zeilen entnommen ist, „war aus Gießen nach Lyon misgeivandert. Es ist ihm daselbst sehr gut gegangen, und er hat Frankreich zu seiner neuen Heimat gewählt." Wir finden ja auch den Nomen Ferber jetzt noch in Gießen. Er selbst, sowie seine ganze Fcunilic hielten mit gewissem Stolz die Be ziehungen zu dem Lande der Herkunft aufrecht. Ferber sprach ausgezeichnet deutsch und ebenso mußten seine Kinber deutsch sprechen lernen. Er gehörte zu den ersten Anhängern des deutschen Flugtechnikers Otto Lilienthal und nahm auch seine ersten Flugversuche in Nizza mit Lilienthalschen Gleitfliegern vor. Es ging ihm am Anfang seiner flugtechnischen Arbeiten gerade so, wie unterem deutschen Grafen Zeppelin. Er wurde lange Zeit nicht verstanden und fast von allen, mit Ausnahme einiger Pioniere der Fliegekunst, als Träumer, ja als Narr betrachtet. Seine Arbeiten waren weit davon entfernt, gerade wie bei Zeppelin, durch die Militärbehörden ermutigt zu werden. Ferber war der zuständigste Fachmann für Flugtechnik, ein Theoretiker erster Klasse. Als Praktiker und Flieger hatte er nicht viel Glück, da er kurzsichtig und nicht sehr geschickt war. Vor allem war er Lehrer der anderen durch seine Arbeiten und seine Kenntnisse. Er war ein Flugtechniker im wahren Sinne des Wortes, er hat seinen Traum verwirklicht gesehen und den Aviatikertod gleich Lilienthal und Leföbvre unter dem Flieger gefunden. Fr. Wm. Seekatz, Assistent an der Technischen Hochschule zu Aachen. 21 ns Stadt und Land. Gießen, 12. Oktober 1909. •* Tageskalender für Dienstag, 12. Oktober. Stadt- thcater: „Die fremde Frau". Abends 8 Uhr. Lichtbildervortrag im Schiklub Wintersport: I. C. Luther über den Schisport in Deutschland. Abends 8V2 Uhr im Hotel Schütz. Pfarrpersonalien, Der Großherzog hat den vom (Arafat zu Solms-Rödelheim auf die evang. Pfarr stelle zu Fauerbach (Dek. Friedberg) präsentierten Pfarrer Bal. Z a tz - m a n u zu Wald-Uclversheim, zurzeit Verwalter der Pfarrstelle, bestätigt. (Ernannt wurden Pfarramtskandidat Goethe zu Darmstadt zum Psarrvikar in Wörrstadt, Pfarrer Unverzagt zu Offenbach zum Psarrverwalter in Kirtorf, Pfarrverwalter Klingel hö ff er zu Hähnlein zum Pfarrverwalter au der unierten Gemeinde Offenbach, Pfarramtständidat Reichert zu Darmstadt zuist ersten Pfarrassistenten au der unierten Gemeinde Offenbach, Pfarrvikar Lenz zu Rohrbach (Dek. Büdingen) zum Psarrverwalter daselbst. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben die evang. Pfarrstelle zu Oppenheim, die evang. Psarr- stelle zu Winnerod (zurzeit mit der Verpflichtung der Mit- versehung von Saasen und Lindenstruth); den Freiherren von Aordeck zur Ztabenau steht das Präsentationsrecht zu. ** Erledigte Stellen. Die Stelle des Kreisgeometers des Kreisvermessilngsamts Zwingenberg. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu Hassenroth. Dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg steht das Präsentationsrecht zu. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. •* Ausze ichnun g. Der Hessischen Han dm erbe r- Zentral-Genossenschaft, A.-G„ zu Darmstadt wurde auf der Ausstellung zu Wiesbaden für die ausgestellte Sonderabteilung von Motoren, ArbeitSiuaschincn und Werkzeugen bic goldene Meda ille zuerkannt. Auf die beteiligten Jabrrten entfielen außerdem noch 4 goldene, 4 silberne und 4 bronzene Medaillen. ** Hessische Staatseisen bah «beamte. Halbamtlich wird mitgeteilt: Auf befürwort inig Grvßh. Ministeriums der Finanzen hat der Preußische Minister der p ff en tlicl) en Arbeiten folgendes bestimmt: 1. Allen hessischen 'Slaakseisenbahnbeamlen, die im früheren Verhältnis verblieben sind, wird nochmals f r e i g e st e t l t, in das B e r- I)ä1111 i5 von Gemeinschaftsbeamten überzu- trete«. Pensionierte Beamte und solche Beamte, deren Pensionierung bereits eingeleitet ist, Eoinmcn hierfür nicht in .Betracht. 2. Jedem beteiligten Beamten ist zu diesem Zweck ein neues, fcl>riftliches Angebot unter Festsetzung einer Er- llärungssrist von acht Wochen zu behändigen. Macht der iBoamke von der Vergünstigung Gebrauch, so gilt einheitlich der 1. Oktober 1909 als Zeitpunkt des lieber tritt». 3. Das Angebot muß neben den sonstigen notwendigen Eröffnungen den Betrag des nach preußischen Vorschriften am 1. Ott oder 1909 zuständigen Di en st ein kommens und das Befoldungs- dienstalter für das weitere Ausrücken in den Gehaltsstufen enthalten. Die Ermittelung dieser Angaben ist unter der Annahme vorzunehmen, als wenn die Beamten bereits am 1. April 1903 unter den damaligen BerHaltnissen über» getreten und in der Zwischenzeit nach den Vorschriften der Gemeinschaftsverwaltung wie die Altersgenossen aufgerüctt wären. 4. Das nach Ziffer 3 zuständige Diensteinkommen ist den übertretenden Beamten vom 1. Oktober 1909 ab zu zahlen. Nachzahlungen für die rückliegende Zeit finden nid)t statt. Sofern einzelne Beantte seit dem 1. April 1903 dis zum 30. September 1909 nach hessischer Vorschrift mehr bezogen Ijabcu als für den Zeitabschnitt nach den Vor- schriste« der Geineinscl>aftsverwaltung zuständig war, ist l>ie nächste nach dem Besoldungsdienstatter zulässige Verbesserung als Gern einsd-afts beamtet soweit hiuauszuschieben, bis der Mehrbetrag durch den cinbehaltenen Gehaltsteil Ausgeglichen ist. Das B-esoldungsdienstacter bleibt von dieser Maßregel unberührt. ** Die Herbstzeitlose (Eantumnale L.) ist eine der giftigsten, fcl)ädlicl)sten und am schwers zu bekämpfenden llulrautpflanzen der Wiesen. Bei uudenem, kühlem Fpühlingswetter gedeiht dieselbe außerordentlich. Gerade in diesem Jahre sah man Wiesengründe, die vollständig überwuchert von dieser dunkelgrünen, saftigen Pflanze da standen. Ein vielfach angewandtes und sicheren Erfolg bringendes Bertilgungsmittel der Herbftz.uwse, im Volksmunde auch Mocke genannt (z. B. Muck'Stvicse bei Äch,umb0rn-Steinberg-, ist das, einige Jahre bei müßig feuchter Witterung zu wiederholende, Herausziel-cn der Pflanzen. Beim Herausziehen ist burauf zu acplen, daß der Stiel der Pflanze möglichst mit aus der Erde heraus gezogen wird. Wird das allerdings mühevolle .<>eraus- ziehen mehrere Jahre wiederholt, so versgulen die Knollen der Herbstzeitlosen in der Erde, und die Pflanzen sind ver sichlet. Etu weniger beschwerliches Betät-tpsungsmitlel der Herbstzeitlosen bepelst darin, daß der Landwii. iiiiuütteibar nach der ^»euaute den Schaspferch auf die Wiesen stellt. Nur darf in einer Nacht nicht mehr als einmal fortgeschlagen bezw. dürfen nur zwei Ställe in einer Narbt gemacht werden; auch darf der Pferch nicht zu groß geschlagen werden. Bei mäßig feudjter Witterung ist der Erfolg ein recht guter. Die Schüfe treten mit ipren kleinen Füßen die Grasnarben fest zusammen. Tie Knollen der Herbstzeitlosen ersticken in der Erde, wozu der scharse, atzende Schasdünger wohl auch mit beitragen dürfte. In Gemarkungen, in denen dies Verfahren angewandt wird, sind die Wiesen so ziemlich von den Herbstzeitlosen befreit. Die (vrummetgrasernle ist auf den mit Pierchschlag überzogenen Wiesen gewöhnlich ausgezeichnet. ** m Gemeinoes rauenverein wird Pfarrer Schwabe morgen einen Vortrag über „Krankenpflege" halten. Auch Damen und Herren, die nicht Mitglieder des Vereins sind, sich aber für das so überaus wichtige Gebiet interessieren, |inb willkommen. * Ter Verein der Freundinnen junger Mädchen hält am nächsten Freitag in WormS eine hessische La n b es kon ser e n z ab, in ber u. a. folgende Gegenslänbe dehanbelt werben: /DlrS. Butler, bic Vorkämpferin in ber Frauenbewegung unb Mitbegrünberin beS .Freunbmnen-VereinsV (Pfarrer Corrvoon-Frankfurt a. 9)1..) Die Fürsorge bes Staates für bie weibliche Jugend, insbesonbere bie obligatorische Forlbilbungsschule. (Frau Ge- heimerat Walz-Darmslabt.) Fürsorge für Fabrikarbeiterinnen. (Frau Baronin Hcyl zu Herrnsheim-Worms.) Tie Kellncrmnen- frage. (Frau Gehelmerat Jellineck-Heibelberg.) Ferner werben bie Berichte ber hessischen Lokaloorstehermnen erstattet werden. ** Stadttheater. Nochmals sei auch an dieser Stelle auf das morgige Gastspiel Adele Handrocks in Gabriele d'Annunzios „Gi 0 e 0 nda" hcngewiesen. — „Narrenglan z", ein Spielmannsdrama Rudolf Rittners, das am kommenden Freitag die Premiere an unserer Bühne erlebt, wird das besondere Interesse der literarischen Kreise in Anspruch nehmen. Das Werk, das vor zwei Jahren unter stürmischem, jubelndem Beifall am Berliner Schillertheater erstmals ausgesührk wurde, erobert stch jetzt sicher die deutschen Bühnen. Als ein urdeutscher Dichter tritt Rittner in diesem Werke, das schon in der Buchausgabe den größten Beifall erregte, vor das Publikum. Man spürt den Tropfen Herzblut, der in die von stark em dramatischem Leben erfüllte, wirksam fortschreitende Handlung gestossen ist und begeistert sich für den Helden, in dem der Autor eine Gestalt voll Feuer uno Kraft geschaffen hat. ** Besltzwechsel. Der Drogenhändler Aug. 9toll, Bahnhofstraße, erwarb für 62 000 Mk. das Anwesen des Konservators Zinßer, Roonsiraße 2, ohne den dabei liegenden Bauplatz. — Karl Zutt-Düsseldorf kaufte vom Kassierer Karl Möser bie Häuser Marburger Straße 56 und 58, bie früher zur Gebrüder Zutl'sche« Konkursmasse gehörten, für 93 000 Mk. •• Die Karten zur Parseval-Landung. Bei ber Kartenausgabe zur Lanbung bes Parseoal-Ballons ist cm Mißverständnis entstanden, bas in ben beteiligten Kreisen Verstimmung hervorgerufen hat. Wie uns mitgeteilt wirb, war die Ausgabe von Karten für Erwachsene von 50 Psg. vom Luflstottenverein niemals beabsichtigt gewesen; sie ist anscheinend von einer Stelle aus mißverständlich verursacht worden, bie mit bem Vertrieb ber Karten beauftragt war. Den von bieser Stelle beauftragten Verkaufsstellen kann cm Vorwurf nicht gemacht werben, ist auch im Gieß. Anz. vom 9. b. M. cm Vorwurf reicht gemacht wpcbyn, ba sie Ben Stempel bes Lustslottenvereins' nicht besaßen, ihn also äuch nicht verwenden konnten. Sie haben unzweifelhaft bona fide gehandelt. ** Billige Kartoffeln. Dem Felbschützen in Dors- Gill wurden in der Nacht vom 10. auf ben 11. l. Mts. von seinem Aäer zwei Säcke mit Kartoffeln, die er auf bem Acker stehen gelassen hatte, gestohlen. Die Kartoffeln fanden iich hier in ber Wohnung eines Korbflechters vor, ber mit seinem Fuhrwerk bas Dorf in ber kritischen Nacht passiert hatte. bin. Bingenheim, 11. Ott. Die hiesige Kirche würbe, nachdem im Laufe bev Sommers an der inneren und äußere« Wiederherstellung und Ausschmückung gearbeitet worden war, wieder feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Um V2- Uhr bewegte sich unter Vorantritt der Schulkinder und des Ober-Mockstadter Posauuenchors ein stattlicher Festzug vorn Südende des Dorfes zur Kirche, die nach bem Gesang des Liedes „Tut mir auf die schöne Pforte" geöffnet wurde, aber die Menge der Festteilnehmer kaum zu fassen vermochte. Der Gottesdienst, in dem der Dekan-Stellvertreter, Pfr. Hildebrand aus Echzell, und der Ortsgeistliche, Pfr. Wiegel, sprachen, wurpe verschönert durch die Mitwirkung des Gesangvereins, der ersten Schulklasse und besonders des oben erwähnten Posaunenchors. Um 4 Uhr fand eine zahlreich besuchte Nachver- sammlung im Münch'schen Saale statt, die unter verschiedenen Ansprachen, sowie de« mit großem Beifall aus- tjciiommcne« Darbietungen des Posaunenchors und des Gesangvereins einen harmonischen Vcrlunf nahm. — Die Wie- herstellungsarbeite« standen unter der Leitung des Architekten Kcrrl Christian Freund lieb zu Friedberg, der u. a. auch die kürzlich eingemeil)te evang. Kirche in Rockenberg erbaut hat. Zahlre'ia;e Gaben jetziger und früherer Gemeindeglieder ermöglichten die Erhaltung und Ergänzung der unter dem alten Verputze an der Decke aufgesundenen Malereien aus der Barockzeit, sowie die Ausschmückung der Emporen im gleichen Stile. Dadurch, sowie durch den Hellen Anstricl) auch oes Holzwerks hat das Innere der Kirche ein außerordentlich freundliches Aussehen erhalten. h. Mainz, 11. Ott. Zu einer Messerstecherei kam es in der Nacht zum Souutag auf dem Kaiser Wil- Helm-Ring. Der LOjährige Schiffer Rudolf Eisner war aus einer Wirtschaft verwiesen worden. Als er darauf die Fensterscheiben einschlug, trat ihm der Schutzmann Lohs, der sich in Zivil befand, entgegen. Eisner versetzte ihm mehrere Mefsersliche. Der Vater des Eisner, der seinen Sohn beruhigen wollte, wurde zu Boden geworfen und erhielt 6 Meiscrsticve in den Rücken und Hals. Bevor es gelang, den Raj enden zu überwältigen, verletzte er noch acht andere Leute. — Wetzlar, 11. Okt. Hier fand gestern euie gut besuchte Versammlung statt, m ber nach einem Vortrag von Dr. jur. M0llat aus Siegen eine Ortsgruppe bes Hansabunbeö für ben Kreis Wetzlar gegrünbet würbe, bie bereits weit über 200 MUglieber zählt. Zum Vorsitzenden würbe Generaldirektor Kaiser, z« dessen Stellvertreter Fabrikant 2L Pfeiffer, zum Schatzmeister Prokurist König und zum Schciflführec HandelskammershndikuS Dr. Rketschke gewählt. w. Frankfurt a. M., 11. Ott. Pfarrer Wilhelm Baltzer i« Franlfurc Oberrad wurde zum Konsi- storialrat unö Mitglied des Konsistoriums in Frank' furt a. M. un Nebenamt ernannt. Kassel, 11. Ott. Tic TyphuSepidemie kann nunmehr als erloschen betrachtet werden. Im ganzen sind erkrankt 305 Personen, von denen 10 gestorben sind. Der letzte Tag der Zranksurler Zlugwoche. Tns Wencr war gestern wohl noch präauiger als am Sonntag, und es batte sich wieder eine große Menschen- menge auf dem Platze versammelt. Auch unser Großher .og und mehrere andere Fürstlichkeiten batten sich wieder ein« gesunden. Tie foarrenbe Menge würbe aber auf eine barte Probe gestellt; keiner von den Fliegern wollte aus seiner Behousiing herauskommen. Endliä) nach 3l 2 Uhr ersä i-ü der Zweidecker von Nervö und würbe langsam nadi dem Startplatz an der Zeppeliuh?lle gef..^oben. Das Pl.b.rium halte nid)t viel Zutrauen zu ihm; es hieß, „der wird gleich nervös". Und nd)tig, naa)t>em sein Apparat längere Zeit über den Boden gehupft war, erhob er sich zu kurzem, niedrigem Fluge und ging auf der anoeren Seite des Platzes wieder nieder. Bei seinen späteren uncrmüdlia-cn Bersndien ging es ihm nicht besser. Er brachte es nur bis zu einer Wendung. Inzwischen war der kleine elegante Eindecker von Bläriot auf den Startplatz gebracht. Er erhob fiä? nach kurzem Anlauf leicht und graziös, umkreiste einige Male das Flirggelände zu einem Probefluge. Dann fuhr er noch zweimal für Den Höhensteuerungspreis. Dabei komile man die große Geschicklichkeit bewundern, mit bet Bleriot seinen zierlichen F.ugDMarat in der Luft tummeln ließ. Wie ein Vogel sck-otz er iiicocr und ging ebenso pfeilschnell wieder in oie Höhe, fuhr schöne Wendungen und Sdileifen, wobei einem bald die Breitseite zu Gesicht kam. bald der ganze Apparat wie eine Linie erschien mit einer Hervorragung; das war ber im Brustlorb ruchig unb sicher lenkende Fahrer. De Caters, der Sieger des vorigen Tages im Tauerflug, konnte bei diesem Wettkampf die Palme nicht erringen. Wohl kam auch er gut und leicht vom Boden und zog fid)cr seine Kreise in der Luft, aber der leid)! beweglichen Blvrio.sehen Frugmaschinc mui-te der weit größere und sd)iverfälligere Zweidecker de Caners nud)- ftehen. Auch bei der Schnelligleilsfahrl blieb de Caters hinter Bleriot weil zurück. Dem ebenfa.ls tonfnrricrenDen Euler erging es nicht besser als Nervö. Tie Preisvetteilung. Die Flieger erzielten jolgcnbc Ergeoniße: 1. Preis der Stadt Frankfurt a. M. (40 000 Mk.) Baron bc Caters, 2. Preis (10000 Mk.) Bl 6 riot; Höhen sreuerimgspreis, 1. Preis ge. stiftet von Krupp (10000 Mk.) Bl 6 riol, 2. Preis (5000 Mk.), gestiftet von der Polylechnifck.'eil Gefcllschasi, Baron bc Gateri. Den 1. Preis um ben fünf Kilometer. Wettbewerb (2400 Ml- Ale r i v r. Ten 2. Preis k^OO Mk.) be Caters, bc CatcrS erhielt insgesamt 7 Preise im Bcttagc von 47 500 ' Mk. BlL-riot erhielt ebeufalls 7 Preise im Werte von 23 900 Mk. LMchifiahrt. Tie Fahrt des Parseval nach Nürnberg. Der ^Parseval" hat ijcute früh kurz vor */.6 llhe feine Fernfahrt nach 9küvnberg angetreten. Wertheim, 12. Okk. Parseval pafüertc um 91/, Uhr unsere Stabt. Frankfurt a. M., 12. Okt. Die Landung beS Parseval- BallonS wirb voratiSsichtlich nicht vor 2 Uhr erfolgen, ba die Fahrt durch heftigen Gegenwind verlangsamt wirb. internationale Regelung des HutomobilDcrfebrs. Paris, 11. Okt. In ocii Abräumungen oer Konferenz zur Regelung bes internationalen A u t 0 in 0 b i l v c r l c h r s ivird zunächst bu Ausstellung eines m allen Ländern gleichlautenden, für ein Jach gültigen Fah rtbe recht i g nngsscheines für die Auto» mobilfÄ)rer vorgesehen. Die Aucomobilc sollen so gebaut fein, daß Feuersgefahr sowie Geräusche und Rauchentwicklung aus cm Mindesttnaß beschrankt werden. Ferner euthälc die Abmachung Bestimmuugcn über eine gleichmäßige Ausrüstu « g der Automobile mit Sichcr- heits- uub Erkennungszeichen und verpflichtet die beteiligten Staaten zur Anwendung eines einheiuichcn Signalsystems auf den Fahrstraßen. Das weiusah in alter und neuer Seit. Im Spätherbst, zur Zeit der Draubcnlefc, müßen bie Fäßer bereit stehen. Sie sollen nicht wie das große S.vrM- bergcr Faß von Amur 1751 leer dleiben, sondern dem Wein, dem „ücbfLen Buhlen, ben ich Han," als.'.Hölzes Jiödlcür' dienen Jeder Weinbauer bat sich schon int August, spätestens int September mit ben notnxiibüjen Fässern für den neuen Wein vorgesehen. Em Faß richtig zu behandeln, ist nicht leicht . — wer cA nicht sauber hält, bringt den Wem zu Sstianhcn. Ueberhaupl muß Reinlichkeit in der Kellcrwirßchatt Grundiah sein Schon tn alter Zeit heißt es: „on Kelner jal vor der weinchren r>te faß, die leythen, bie Hubbel, bic wurtzlrogc, die schrot, b-.c bubben und bic logt’In bynben unb brüchen lausen " Leer gcnxirdene Fässer sind sosorl mit kaltem Wasser grünblid) aus-.uwasdxn unb nad) dem Auslaufen Les WafscrS zu ichwefcln Hierzu muß das Faß aufgefdüagcn werben. Bei großen Lagcrsäßern ist tat Auffchlagcn übcrs'lüß'ig, weil sie eine kleine Tue besitzen, ourck die sich ber mit ber Reinigung betraute Jüngling sogar hinein- zwängen tarnt. Steht bas Faß lange Zeit leer, so ist das Aus- schwefeln hin und wieder zu wicoerholen. Vor bent Gebrauch ist c4 zur Beseitigung Jbc» beim Einbrennen aogetropften Schweicll nodsmals auszmvaschcn, weil sonst ber Wein bnrdi Bildung von Schweselwafserstvß - Uten sehr üblen Beigeschmack erhält G- schimmelte Fäßer, für die der Lyriler schwärmt, sind bem Wein bauer ein Greuel, er ist eifrig bemüht, ben Schimmel zu ent fernen Das geschieht zunächst trocken mit ber Bürste und dann bürd' AuSwasdsen mit tattern Wasser, dem j:üt wenig Schwefelsäure zugcsctzt ist. Auch findet, wenn ber Schimmel gar zu arg ist. noch ein Ausfchivenlen mit schwefetfaurem Kalt itatt, dem zum Schlüsse ein nochmaliges Ausspülen nm kaltem Wasser unb Zusatz von Schwefelsäure folgt. Und mm bie neuen Fäsftr . . S'i- ohne weiteres zu benutzen, geht nicht an, denn das Q-idxmbol.;, mag aud) nod) Jo gut ausgclrocknet sein, enthält löslid/C Bestaiidttilc. bie Dem Wein sehr übel bekommen kön icn Solche Neulinge müssen zunächst ein halbes Dutzend mal mit kaltem Wa'ier, pa» man geraume Zeit ui ihnen «ehen läßt, ausgclaugt unb bann ebenso oft mit l-cißern Wasser ausgebruht werden. Aber guten EbAwein füllt der eriahrene Weinbauer in solches Faß nicht, sondern nur eine schäbige Sorte, denn das Hol; inus; sich erst mit dem Wem sättigen, sich gewoicmiaßen an ihn gewöhnen uno Die Fähigkeit vertieren, noch ug.iiD nulche lösnche Bestandteilk abzugeben. Tiefe saubere B-elandlung Der Fässer NTurzett in »ehr- tanfinbjährigcr Ersahrung, Denn Da-.' aus Tau bei» hcrgepcttie Fatz hat man sdwn zur Romerzett an Der Mosel bennpl Freilich, bie Römer haben ebenso wie Die Griechen Fässer nicht gekannt, lonbeni sich nut Den zerbrechlichen dol.a beholfen. Aber Die Gallier fertigten solide Fässer aus Hotzdaubeu, ihib oödimvabridj.inltd) haben sie Den Germanen diese Kunst übermuteü. Jur Kar.'tinger zeit blühte die Böttcherei in den Klöstern Zorm uno Bestcuw- tcile, die das Faß beim frühen Weinbau an der Mosel besaß, «nb ihm spater geblieben. Der unter Abl Gozbert zwischen 816 unb 832 gefertigte Grunbriß bes Klosters von St. Galten zeigt un Bier unb Weinbaus große und kleine Fa«er, Die auf starku Ballenlagen, ba. fogcmuuUui „Schwt", liegen, unb der s< BMVÄVMi ste yauet der die Gasverbrauch pro Stunde Brennvosten pro Stundebel 15 Pt pro cbm Gas 30 Liter ♦/to Pf- 50 Liter 7/10 Pf. 90 Liter 13/10 Pf. Vermischtes de Caters, be &itai O neuer Seit. Neue Brennertype Nonnalbrenner 110 HK Frisch acräuch. prima l lelcrVolisettbiiikliiige Die tiroler KrsuWiicifttr 'DCiien eingetroffen u. billigst bei 5366] Kerzen- stärke 35 HK 60 HK Neuenweg 22. Telephon 176. Zwergbrenner Juwelbrenner nächst die AussteliWj )cn, für ein M icine^ für bic M- mobile sollen so gcbL cräuslheundRouc- ß beschränkt iwtiw esckmmungeii über auiomobilc mit vW Möbel - Waren versandhaus J. Jitmasiai Giessen, Plockstr. 14-16 Langjährige Garantie. Fortwährend Lager in gtoiKfittit MliWnmteilen Irausmiffioitcn, ^ciittit Hilft Stilen, Brauchten rrägcrn, Rohren zur Einfriedigung, alten Lesen, neuer Putzwolle in großen u. tlemen Puffen. jetzt auch mit dem neuerdings sehr beliebten Pixavon „hell“ (tttrblos) ausgeführt werden. Herrn. Plank Wwe., Spezial - Damen-Frisier- und Parfümerie - Geschäft, Kaplansgasse. 2. sind wieder angekommen. Die Bestellungen werden WctzstcingasNe 10 entgegen genommen. (07785 Der Fischer mit dem großen Dorsch auf dem Rücken ist das Garantiezeichen für die echte Scotts Emulsion, und nur diese ist nach dem Scottschen Verfahren hergestellt. Da es aber viele mehr oder weniger minderwertige Nachahmungen gibt, deren Verpackung der echten Seotts Emulsion täuschend ähnlich nachgemacht wird, so achte man beim Einkauf genau auf unsere Fischerschutzmarke und weise alle diese Nachahmungen zurück. ührr rcht mit Meter Murlr—demFisch« — dem Garantie» Zeichen des Scott» |d)ca DcrfcchrrLSl l Heute und morgen [B°/io fiubflctid), Pfund 45 Pfg. (gesalzenes Qchsenftcrsck, Pfund 2» Psg. uebeu dem riesigen Flügel Hut mr fangt der kleine Kapottehut mit Bändern und Schlcfi'en seine Geltung. Und erst die unübersehbare Menge von Schmuck, der die unzähligen Soeben imb SödieldKn einer Pariser Dame übersät. Da sind Pompadours, Börsen, Lorgnons, Spiegel, Täschchen und Büchsen, mit Email und Perlen geziert und als höchste Feinheit Perlen umrahmte Camcen tragend. * Modern ft c Beruf e. Die immer nxidnenbe Vielgestaltigkeit des modernen Kulturlebens, die im sozialen Or- ganismus der Völler rastlos neue Gebilde erstehen lässt, hat auch eine Reihe neuer Berufe gesdiafsen, von denen unsere Großväter wohl kaum geträumt haben mögen. In einem Aufsah der „Nazione" wird eine fange Reihe solcher neuer merkwürdiger Berufe aufgezählt: da ist der berufsmässige Zeuge, der sich tagsüber in der Nähe des Standesamtes aufhält, in der Hoffnung, als Trauzeuge engagiert zu werden; da ist der findige Mann, der gegen angemessene Bezahlung den Wohnungssuchenden die Mühe abnimmt, ein schönes möbliertes Zimmer ausfindig zu machen; da sind die Hundeführer, die den Lieblingshund der gnädigen Frau täglich auf eine Stunde zur Promenade führen, da sind die Mannequins, die die neuen Kreationen der Mode dem Publikum im Theater oder auf den Rennplätzen vor Augen führen. Ein einträglicher Beruf ist auch der der Schub- austreter; sie haben die Aufgabe, die neuen Stiefel ihrer Klienten einige Tage zu tragen, bis das Leder seine erste Steifheit verloren hat; wer da genügend Abonnenten gewinnt, verdient ein hübsches Stück Geld; freilich: widerstandsfähige Füße muh cf haben. Auch ein sehr einträglicher Beruf ist es, in den Wartezimmern der Aerzte und Zahnkünstler „Kranke zu posieren"; zwar ist der Lohn nicht glänzeitd, aber man sitzt doch im Winter billig in einem geheizten Zimmer und kann sich durck; Lektüre bequem die Zeit vertreiben. In einigen großen Städten Europas hat man in den letzten Jahren noch andere Vertreterinnen eines neuen Berufes kennen gelernt: cs sind Kindermädchen und Ammen, die in den Parkanlagen und öfsentlichen Gärten auffallend gesund aussehende, rotbackige kleine Säuglinge spazieren fahren, deren blühendes Aussehen den Neid aller jener Eltern erwecken muß, die mit ihren Kindern manche Sorge zu bestehen haben. Aber diese Ammen sind eigenilid) nur „Statistcnammen"; sic sollen den neugierig fragenden Müttern, Vätern und Tanten ein kostbares Geheimnis verraten, nämlich: die Adresse eines ausgezeichneten Spezialisten für Kinderkrankheiten. "-Der „schädliche" Efeu. Dem Forstmann ist der Efeu an den Waldbäumen verhaßt; entzieht er doch dem Boden am Fuß des überwuclierten Baumes Feuchtigkeit und Nährstoffe, engt und preßt den Baum selbst ein und bedroht seine Aeste und Zweige durch die ihnen aufgebürdete Blätterlast mit dem Abbrcchen. Den Parlbefitzer toerden diese Uebelftände nicht abhalten, dem Efeu seinen Platz als dekorative Pflanze zu gönnen, zumal da er der Stützpslanze keinerlei Saft entzieht, also niemals sd>marotzt, wie vielfad) angenommen wird. An Gebäuden und altem Mauer- werk dagegen ist der Efeu von verschiedenem Nutzen, wie in England kürzlich durch eine genaue Umfrage festgestellt nt. Ec hält zunächst die Mauern trocken, sei es, daß er ihnen durck) feine lurzen Haftwurzeln Feuchtigkeit entzieht, lei es, daß er durch das nach auswärts und unten gerichtete Blätterdack) den Siegen abhält und ableitet. Nicht zu unterschätzen.ist ferner der Zusammenhalt, den er durch die Verankerung seiner Zweige und Aeste am Stein der ganzen Mauer gibt: dagegen ist dec schaben, Den das Eindringen der Wurzeln in die Spalten bei sehr sehlechiem Mörtel bietet, geringfügig und selten. Endlick) bietet die Eseu- betleioung der Wände einen bemerkenswerten Schutz gegen die Kälte, so daß Der richtig überwachte Efeu bei uns nicht nur als Dekoratives, svirdern auch als entschieden nützlickst's Gewächs an Gebäuden zu gelten hat. Kleine Tagcschronik. Mittwoch den 13. ds. Mts., nachm. 2 Uhr, werden im Bicker'schen Saale versteigert: . „ 1 Sofa, 1 Sofa mit 6 Stühlen und 2 Sesseln, 1 .^leiderschrank, 1 Tisch, 3 Bilder, 1 Nähmaschine, 3 Kastenwagen, 1 Piantno, drei Pferde, 1 Partie Schuh- und Sattlertvaren u. a. in. (5642 Geißler. Gerichtsvollzieher. Meiner sehr geehrten Kundschaft bringe ich hiermit zur Kenntnis, dass (DJ4, ilugust Wallenfels, N irktplatz 17 15268J Tcleph.262 ['Clener Ekkehort redet von einem Ordensbruder, der mit ge- jiuungener Axt die Reisen aus Weidenbolz vom Faß lösen will. Lr unbequem waren diese alten Fässer insofern, als sie nur re* obere Oessnung, zum Ein- und Ausfüllen, besaßen. Erst kerrählich sah man ein, daß es praktischer sei, auch dem Faßboden ti kleines Loch, zum Ab füllen, zu geben. Dieses Loch wurde k schlossen mit dem fangen Laßzaosen. Im 1-5. Jahrhundert habe Ainu 2lbfassen die Röhre mit dem drehbaren Hahn ge lu^ichlich, eine Vorrichtung, die sich bis heute gehalten hat. Für V Leistungen der Böttcherei im 16. Jahrhuirdert reden gewisse ö.chenfässer. Den höchsten >RuI)m gewann das 1Ö91 unter Kurfürst piann Kasimir erbaute große Faß, auf, der Burg in Heidelberg, ptnrf Ludwig ließ 1664 ein neues Faß aufstellen, das Karl -tbeoh 'r [1751 Durch das jetzt nod) vorhandene, 221726 Liter lw fall de M ersetzte. In unseren Tagen, da die Böttck)erei aus dem Kanhtocrt zum Fabrikationsbetrieb übergegangen ilt, wollen solck)e uiLsenfässer, wie das Heidelberger, nicht viel besagen, wenn n sein muß, werden mit Leichtigkeit noch größere gebaut. Rh. UechtsjchllWeiie erteilt unentgeltlich (DMZ» Rat unb Auskunft an Frauen und Mädchen. Sprechstunden Mittwochs von 5—7 Uhr, Alleeffrahe 311LI. DiHsMkoMI ohne Spiegel 42 Mk-, mit Spiegelaufsatz 45 Alk. gegen Einsendung v. ö M. Rest in monatl. Raten ä 5M. J.C. Wallenfels Färberei Erstes u. ältestes —-------- Geschäft der gegründet Branche am 1857. hiesigen Platze. Chemische Wascherei Vettsederu -Reinigung nnd Dekatur ° Anstalt Handschuh - Färb- und Wäscherei Fabrik und Laden hinter der evang. Stadtkirche. 5652) * 1-A«s der £>e Caters, 2. ^s-reis, 1. te f, ot-2. Preis (5000 ® MG Baron de Catei: ^Äeltbciverb (2400 U Donnerstag vormittag lOUbr '**- wird aus dem Hofe der neuen Kaserne ein auörangierteö Kriimvcrvfcrd öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Llrümper-Verwaltung D*-7i0] lInf.-Reg. Nr. 116). Das neue 25 Pfennigstück wird voraussichtlich mitte Dezember zur Ausgabe gelangen. In den nächsten Wodien soll mit dec Prägung begonnen werden. Ans dem Wege zw ischen Bretthausen und Liebenscheid im Westrrivald wurde der Maurer Jung aus Bretthausen mit durchschnittenem Halse aufgcfunden. Zwei Hunde nahmen die Spur nach Bretthausen auf, und stellten dort einen noch schlafenden 22 jährigen Burschen. Dieser gestand den Mord ein. (Sin kühner Raub wurde am Ntonfag abend auf der Strecke Duisburg-Münster verübt. Einer älteren Lehrerin, die nach Ost-Bayern fahren wollte, wurde im Kupee unpäßlich. Ein Mitreisender bot ifa ein Riechpulver an, das die Lehrerin betäubte. Bei ihrem Erwachen war der Mann verschwunden und mit ihm ihre in ein Ta)ck)entuch eingewickette Barschaft von 1000 Äfark. Die Dame Eoiuitc nähere Beschreibung des Täters geben. . . . . _ .... Am gestrigen Montag vormittag fand die Eröffnung der neuerbauten, elektrisch betriebenen No n s b er g t a l b a h n von Trient nach Male statt. _ In dem kaiserlichen Palast Krasnoje Selo wurde eingeb rochen. Ein Teil der gestohlenen Gegenstände wurde m dem nahen Walde versteckt gesunden. . Ein Stiefsohn des ehemaligen Ministers Petrino, der Millwnär fstoman Freitag, wurde in Wa schkoutz von einem Baucni ermordet, weil er dessen Grundstück wegen rückständiger Schuld hatte mit Beschlag legen lassen. Original-Drahtmel-ungen. Paris, 12. £tt. Nad) einer Bieldung Der Agenee Havas erfolgt die Hinrichtung Ferre os am Mittwoch abend durck) Erschießen. Der Verteidiger Ferreos ist verhaftet worden. Athen, 12. Okt. Ministerpräsident Mavromick;alis erklärte in der Kammersitzung: Wir sind glücklich, daß wir die Ordnung aufrecht erhalten und die Ruhe der Gemüter wiederherstcllen konnten. Die mangelhafte Führung der Staatsgeschäftc und die dadurch hervorgerufenen schmerzlichen Täuschungen verwundeten Die Bolksicele und schufen eine außerorDentlidjc Lage, aber das alles gehört der Vergangenheit an. Wir sind von dem Wunsche beseelt', dos Land wieder aufzurichten; aber die Krankheiten, die seit dreißig Jahren vorhanden sind, können nicht in dreißig Jahren geheilt werden. Wir können die Verantwortlichkeit für das Unglück des Landes eingestehen; sie fällt uns allen mehr ober weniger zur Last. Aber in diesem Augenblick heißt es vor allem, der Zukunft ins Auge zu sehen. Ich appelliere an alle draußen, die Parteien und Personen, und rufe Euren Patriotismus auf, die Reformen sicherzustellen. Einigen wir uns, das Parlament wieder zum Ideal des Landes zu erheben, indem wir es zu einem wirksamen Organ machen. (Beifall.। Der Minister des In- nei n, schlug eine Abänderung der Geschäftsordnung vor, wodurch unnütze Reden vermieden werden sollen. Ter Kriegsminister erklärte, Griechenland wolle seine Armee in gutem Zustande erhalten, ohne irgend femand zu bedrohen. Er legte Pläne vor, die den Militärdienst der Prinzen des Königshauses betreffen, das Generalkommando der Armee a b - schaffenund den Generalstab nach dem Muster der fianzösischen reformieren. _ Ä Cap Haitien, 12. Okt. Im Staate San Domingo ist eine Revolution ansgebrochen. Die Aufständischen griffen am 11. Oktober früh die Stadt Dajabon an, wurden aber zuruck- adelphia, 12. Okt. Der britische Konsul erließ ein Zirkular, das Die Schiffahrt warnt, in gewissen Fällen sich Den Häfen des britischen Reiches anders als unter großen Vorsichtsmaßregeln zu nähern. Es fei ein besonderer Argwohn erwacht, offenbar im Hinblick auf periodische Manöverübungen oder dergleichen. Die Veröffentlichung berücksichtigt and) die Möglichkeit, daß die Beziehungen zwischen Großbritannien und irgend einer Seemacht gespannt werden, wobei Daun nötig werden könnte, besondere Maßnahmen zur Turchfuchung von Schiffen zu ergreifen, die Haien oder Ort- schäften des vereinigten Königreichs oder gewißer Besitzungen an- lanfen wollen. ;r" w 6.16, 7» 3i/2 „?"5 leinj SBtt ? ele9ant ( \eint: :&rad)t r, robeftuoe 'Seinic: i beiDuniem chüii SÄD B-sss fcajUtebetW Russt nie! Brennt absolut geruchlos! 50—60% fiasersparnisl Bei allen Gasanstalten u. Installateuren erhältlich! 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Rur vereinzelt etwas Regen. 2)1 über. ■ 2raubcitlejc, mulienj -• t roic das jW ; ’ibtn, Mderit dem . , „yolzes lugusl, .m süi deii iimn Wem ^ ■ $ 0DH.M» i* * y.srea lroße» ^riai sen schl" «x'iMtt •r i, ein memS fltj 1 mein unU-- lL [ultent ,PI|L MN das Salier,- ied0,.'5' 2lbel * Die Mufterkarte der neuesten Mode. In dem xvchen Drama voller Spannungen, Sensationen und lleberrasch- rwen, das die Mode in jedem Jahre aufführt und dessen Gang i Frauen mit lebhaftester Aufmerksamkeit verfolgen, ist der eite Akt vollendet: alle die Neuheiten, die Wunder an Luxus tii) Extravaganz, mit denen die führenden Pariser Firmen die ‘3dt beglücken wollen, sind kreiert und bieten sich ut venvlrrcnder iijlgeftaltigtcit dar. Aus allen Tellen der Welk, aus Newyork aus St. Petersburg, aus Berlin wie aus Tokio sind die Bstreter großer Nlodehäuser herbeigekommen, um die Drodelle ui«ur prüfenden Kritik zu unterziehen; Beratungen werden ge- flu.gen und Aenderungen vor genommen. Es ist gleid)sam wie ein co.üLs Reimen, an dem sich unzählige Einzelheiten der Mode iteiiligen, von denen dock) nur wenige das Ziel und den Sieg (Trauten können. Aus all der Fülle des Neuen werden sich erst c'linählich die entscheidenden Elemente der neuesten Mode lstraus- tssai; alles Sd)öne und Originelle soll in ihr wie in einer Essenz üb mimengedrängt werden. Erst die Aiusterkarte liegt vor, aus h der launische und unberechenbare Geschmack der Frau l.e 9luswahl treffen wird. Doch aud) diese kapriziösen Eis in- - nnr, hrtgen gehorchen einem großen Gesetz und lassen die Tendenzen lahtt blieb de l\ rlJ.nnen, denen alles zustrebt. Die Herrschaft der schlanken und -m 2inie, der elegaitten Silhouette, die in den ungcheuieii tu m, Den langen Jacketts und den riesigen Sdsteppeii vor allem li« llmriß der Figur betonte, beginnt einem anderen Stil zu t.iiljcn. Der wieder mehr die Form betont und die Einzelheiten ii 3igur herausarbeitet. Das Schneiderkostüm zwar behauptet t»d) immer seuie Herrschaft; doch Die kurzen, gerade den Erd- ß birm berührenden Röcke und die stärkere Akzentuieiung der Taille, ! -so die reicheren Garnierungen, die jetzt die ichai'scn Linien !. Kostüms umspielen, verleihen ihm eine gewisse fsteichl)altig- fiL und einen größeren Sck)muck. Auch der Gürtel, der die Hin wen Linien jetzt nxicber vielfach unterbricht, ist eine ungewohnte »?rQ doch pikante Verbindung, die dem Schneiderkleid ein ganz tuartiged Aussehen verleiht. Freilich bleiben daneben noch immer reu k 500.' 'Dif. Sie» l e Toiletten von höchstem Reiz, die die Figur ohne jede Pressung >n 23900 HTcf »ifa Gürtels umschmiegen. Auch sie haben die spannende Enge, ~ hc sie einst auSzeichnete, abgelegt, sind voller und breiter in 4 ' i' it Formen geworden. Diese Stoben, die in ihrem kostbaren u , U nuck hauptsächlich der Abendgesellsck)aft Vorbehalten sind, haben Itg 'Jlntnbtrg. tl mit dem einsack)en Schneiderkleid zusammen eine neue Form früh luc; uüt Ul' h Toilette gesck)afsen, die, zwischen PromenadenLostüm und Fest- , üll,pt|.plpn " tl-e die Mitte haltend, bei den jetzt immer zahlreicher iverdenden a JK. . ' ...... Li ilschaftlichen Vcranffalttingcn am Tage getragen werden. Ax-r ul poputic um 9 Ub dieser neuen Kleidart, die man Ivo hl „Tee-Kleid genannt Wht^weil sie hauptsäckstich beim clegaidett Five v'clock Tea angelegt ic Landung des Itrb, hat euren otock, der nickst länger ist als beim gewöhnlichen r 911hr ?jn| * vn / Mlb aßenkleid. Was diesen in Farbe und todtnüt ruhig gehaltenem c - udc erfolgen, oq . fa'übn seine erlesene Vornehmheit verleiht, ist entweder eine be- angsaml wird. Aui)ers kostbare Garnierung, etwa mit lang cherabgehenden ge- - |v icn Stolen und echten Spitzen, oder eine besonders geschniact- itilMhilwrfrhn fcir Drapierung der Taille. Die Aermel sind lang und eben aUlüfflUVlweuutü. ! . TC;il) garniert. Pelze werden in der nächsten oaifon mehr Wangen du ho: 4. n n jt> verwendet und getragen werden. Für die Fürstinnen der intmutionifa •,, sind die herrlich steil Jacken aus Fifck»tter und Zobel be- ii; mit. Aber auch Damen mit kleineren Geldbeuteln werden sick) rc Pelze verlängern lassen müssen und lange Revers, enge ruiet anbringen, wenn sie der Mode folgen wollen. Klein, [meid, geschickt und pikant sind die Pelz Halskrausen unb -Kra- h itirn, die zu jeder Toilette getragen werden können. Der schwarze (aiinm, der ein Lieblingsstoff auch für die Kleider werden soll, knet sich zu Pelzbesatz jeder Art. Das sind einzelne Merkmale tr neuesten Mode, aber daneben blühen in ihrem Reiche tausend c.bere seltsame Blumen auf. Antike Tunikaformen, Draperien Li wunderlichsten Art, Toiletten, die aus der Kostümgeschichte kn Ludlvig XIV. bis zur Zeit der Kaiserin Eugenie geborgt bbsrn, iverben um die Gunst schöner Trägerinnen. Eine mit : fLauterie betriebene Vorschrift, die fast durcygehend befolgt wird, i ftie völlige Einheit und Harmonie der Farben. Einige Firmen I tagen große Seidenschärpen, andere möchten die Panniers des soiwkos auch bei unseren Damen zu immer breiteren. Formen G, entwickeln lassen. In Hüten herrscht ein Chaos Der Formen, ei* dem noch fein Schöpferblick^eine feste Vorstellung gewinnen ttm Hier locken die reizenden Sammet- und Spitzenhaubchen des iiitectoiro-, dort bitten altertümliche Drei spitze um Erhörung; ZohMMSftttchLllltztt volle Stöcke, sehr reich tragend, billig abzugeben. Eim, 5645>___________Friedrichstraße 12. kWMHNllW-KilMMg billig zu ucrfauicn. [0/765 Zu ersr. in d. Geschäftsst. d. G. A. 41. Gcol Garde-7 Mittwoch den 13. Donnerstag den 14. 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