Nr. S Drittes Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme fccS Sonntags. Dis „Gictzener ZamMeir^lütter- werden bem »Anzeiger/ viermal Wochen lich beigelegt, das ..rrreisblatt für den Kreis Kietzen" MLimal wöchentlich. Die ..LandwirtschasLichrn Zellfragen" erscheinen monatlich zweunal. 1 ZN. Jahrgang Dienstag 12. Jarrrrar LNDN General-Anzeiger fflr GberheM Si*.tcfiön5brucf m,d Verlag der Brühl'schen UnroerfitätS - Buch» und Stcutbrucfctei. R. Lange, Gießem Redaktron, Exvedilion und Druckerer: Schul- ftraßc 7. Expedltwn und Verlag: es^5L Redaktion:-e=5g? 112. Tcl.-Adr.:AirzeigerGießen. Generawersamwlrmg btt Deutschen MittePüntzL-Deremigung. S. u. £>. Berlin, 11. Januar 1909. Tre Deutsche Mittelstands-Bereinigung hatte iür gestern nach dem „Kaiserkeller" eine außerordentliche Generalversammlung ein- berufen, um zu verschiedenen Tagessrugen Stellung zu nehmen. Die zahlreich besuchte Versammlung wurde von dem Vorsitzenden, Landtagsabgeordnelei: titemhardt, eröffnet. Der Generalsekrelär der Bereinigung, Just, schilderte hieraui die Borgänge, die zu dem viel» besprochenen Austritt der Ortsgruppe Düsseldorf gesuhrt hatten, woraus die Versammlung ohne weitere Diskussion einstimmig iolgende Resolution annahm: »Die Generalversarnmlung nimmt mu "Genugtuung von der Rückkehr der Düsseldoriea MUtel- siands-Bereinigung zu ihrer ursprünglichen Bestimmung als Schutz- verein für Handel und Gewerbe Kenntnis unb geht über die Sin* aelegenheit zur Tagesordnung über." Weiter wurde beschlossen, ein MonatSblatt herauszugeben und .eine straffe zentralistische Organisation nach dem Muster anderer großer Lerussoereine zu bilden. lieber die R e i ch s st e u e r v o r l a g e n referierten I a n s s e n «Barmens, Generalsekretär Beythicn (Hannover) und Buchdruckereibesitzer Graes (Anklam). Dre Vereinigung einigte sich aus folgende Entschließung t , _ Tie außerordentliche Generalversammlung der Deutschen Mittelslmtdsvereinigrrrrg betont die dcotwendigkeit einer umfassen- -den Reform der ReichMnanzen, stellt aber fest, daß dre Vorlagen der Regierung hauptsächlich die mittleren. Erwerbsschi-chten belasten and das leimytgSMLge Großkapital, von. dem der Reichs,chatz- fefretör befremdücherweise erklärt Hal, daß es „pfleglich behandelt werden müsse", nicht in ausreichender Weise heranKiehen. Deshalb bittet die Vereinigung den Reichstag, in den Kreis seiner Be- mtungen über die Finanzre-orm befondars- die Frage einer Baut- iMifatzsteucr, einer MüHlenuinsatzsteuer, einer Erhöhung der Börsen- steuer, des Lalimonaxvls und des PetroleunmnvnopvlS zu sichen. Die Deutsche Mittelstands-Vereinigung möchte ftrner auf den wünschenswerten Ausbau der Luxusst-euern emyfthlend Hinwersen. Lebhaftes Bedenken äußert die Vereinigung gegen die Zigarren- bandervlensteuer, die zweckmäßig durch eine Erhöhung des Tabae- zolles »Xi. ersetzen wäre. An die Stelle der Aransteuer sollte eine progressiv steigende Steuer auf das Krüge Bier treten, die so hoch zu geftoltcn wäre, daß die volle 'Abwälzung der Steuer auf die Konfumeitten gewöhrlcistec wird. Falls der Preußische Landtag den Entwurf der Gesellfchasrsfteuer äblchnen sollte, was die Deutsche Mittelstands-Bereinigung nunrrrchr bedauern würde, als gerade diese Steuer einen ausgesprochen Mittelstands freundlichen Charakter tragt, ist der Erlaß einer Reichsdividenden- und Coupon- steuer dringend zu empsthlen. Die Deutsche Mittetstands-Ver- einigung spricht sich ferner gegen Einführung der Besteuerung von Licht und Kraft aus. Sie hält diese Steuerarten sür einseitige Belastungen des erwerbstätigen Mittelstandes und andererseits für geeignet, das Finanzwesen vieler Konrunen schwer zu erschüttern. Die Vereinigung spricht endlich die Erwartung aus, Laß der Reistag sich gegentiber den Anzeigensteuer ablehnend -verhalten werde und erhebt Einspruch gegen die Behauptung des 'Reichsschatzsekretärs, daß es im ivesenclichen die Großmsereuten '(eien, die durch diese Steuer aeLroffen würden. Die Generalver- ifaüumlmrg betont, daß der Ätittelstalch auf das. Hilfsmittel der ZeittmgSreDamL angewiesen ist und durch eine Verteuerung des Änzeigewesens empfindlich geschädigt werden würde. Nachdem die neuen Satzungen der Bereinigung angenommen morden waren, erfolgte die Wahl des Vorstandes. Darauf schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einer Tantesrede an die Teilnehmer. Vermischtes * Der Kadavergehorsam. Bon einer seltsamen Tragödie weiß die „All. Ztg." zu berichten: Am 28. Dez. ist der Gutsbesitzer Artur Kreide, Bronikowen beim Schlittschuhlaufen auf dem Eise eingebrochen und ertrunken, lieber die Einzelheiten dieses beklagenswerten Unglücksfalles geht dem „Berl. Tagebl." nachträglich eine eigenartig berührende Schilderung zu, die folgendes besagte Gutsbesitzer Kreide lief aus dem bei Sensburg gelegenen See Schlittschuh und brach in der Nähe der Badeanstalt ein. In nächster Nähe befand sich ein Militärposten, den der Untersinkende um Hilfe anrief. Der Soldat — mutmaßlich in der Ansicht, daß er seinen Posten „unter keinen Umständen verlassen" dürfe — tat jedoch nichts zur Rettung. An der Badeanstalt befanden sich zahlreiche Stangen; der Soldat hätte nur nötig gehabt, an das Ufer heranzugehen, dem Ertrinkenden eine Stange zuzureichen, und dieser wäre gerettet gewesen. Der Soldat tat das aber nicht. Herr Kreide rief ihm zu: „Netten Sie mich, ich gebe Ihnen 300 Mark!" Als das nichts hals, bot er ihm 1000 Mk., aber vergeblich. Der Unglückliche sank unter und ertrank. — Daß den Militärposten genau vorgeschrirben ist, wie weit sie sich von ihrem Standort entfernen dürfen, ist richtig. Und das Ueber- schreiten dieser Grenze wird streng bestraft. Der betreffende Soldat wäre, wenn er den Ertrinkenden gerettet »hätte, vermutlich mit 14 Tagen Arrest bestraft worden und hatte danach die Rettungsmedaille außer den ihm versprochenen 1000 Mark erhalten. ES muß aber — das lehrt der traurige Sensburger Fall — in Fällen dringender Not, wo es sich um Menschenleben oder die Verhütung eines schweren Unglücks handelt, den Wachtposten gestattet sein, nach eigenem Ermessen zu handeln. Eine Gesährdung der Disziplin wird auch der eingefleischteste Militärfanatiker hierin nicht erblicken können. Und das Schilderhaus hätte während der Rettungstat sicherlich niemand gestohlen. Kranken vorgefunden, tvelche durchaus zu keinem Geständnis darüber zu bewegen war, wie dieser Käser in ihren Magen gekommen sein mag. Der Arzt fand ihn woh Erhalten, innig vermischt mit Schleim und Galle, nebst viel saurem Schleim und Speiseresten in dem Waschbecken. Diese allseitige und innige Umhüllung mit Galle und Schleim spricht gegen die Annahme, daß das Tier zufällig vor dem Erbrechen sich schon im Becken ausgehalten habe. Gegen die weitere Annahme, daß die Kranke ihn mit dem Triniwasser verschluckt habe, läßt sich geltend machen, daß solch ein Insekt von 2 bis 2h-> Zentimeter Länge und s/4 Zentimeter Breite nur mit einem ausgiebigen, kräftigen Schluck Wasser in den Schlund hätte gelangen können, zu welchem die Kranke aber nicht fähig war, da sie kaum ein halb Kafseelöffelchen Flüssigkeit einzunehmen imstande war. Es bleibt nun trotz allen Leugnens, auch der Angehörigen, nur die Annahme bestehen, daß das Insekt von einem Kurpfuscher beigebracht worden ist, etwa in Oblate gehüllt und zusammengefaltet mit Aufbietung großer Willenskraft und in fester Hofs nnng aus Heilung. Diese Absicht mag ja den größten Abscheu überwinden und auch sonst schwachen Willen stimu- lieren. Der Maiwnrm, Oelkäser, Meloe, läßt bei Berührung aus den Gelenken der Beine einen gelben, zähen Saft aus treten, welcher eine blasenziehende Substanz Ea.nlchari.din wie bei den Pflasterkäsern) darstellt. Dieser Saft wird in einigen Gegenden anstatt der Canthariden verwendet oder auch den Canthariden zugemischt. Der Saft sowohl als auch die gepulverten Käfer waren früher offiziell gegen Gicht und Wassersucht und bilden den Hauptbestandteil des sog. preußischen Gehcimmittels gegen Hundswut. * Herein gefallen Junger Dickster (zu seinem Freund : „Gestern hab ich um mein Ideal, die schöne Staatsawvaltstvchilu, schriftlich angehalten, und der Werbung meine iierrlichsten Gedichte beigelegt." -- Freimd „Nun, und hast du schvn Nack- erhallen/' — Dichter: ,,Ia, eine kurze Mitteilung vom Aapa, die Gedichte seien gerichtlich beschlagnahmt!" * 'j)l a n mußsich z n helfen wissen. Air einem kleinen Sörnmertheater erttankre vor der Vorstellung des „Wilhelm Teil" der Hauptdarsteller. Der einzige, bet jf)n vertreten könirte, ist ein Sachse mit fürchterlichem Dialekt. „Schad'l nischt!" cntscheidcl resolut der .Herr Direktor, „da lassen mir das Stück eben einfach in der sächsischen Schweiz spielen!" * Ue6er einen merkwürdigen Fund berichtete vor kurzem nach dem „Neuen Tagebl." in einer Versammlung eines württembergischeu ärztlichen Bezirksvereins Herr Dr. Huber, Leutlirch. Er zeigte eineu Maiwnrm (Oel- Mser) vox, der sich, gut erhalten in dem Erbrochenen einer stark 5 Umtausch. . Gc!d- Garantie - ;ür gutes Tragen, — Elegante' Original -Etuis. — — Erhältlich in GoldwarenhandluDsen. "^3 61 «j o* es s & Ä -2 s s s — 715.' P CT'rt; rt rt I? rt TE« s _ er « St CD P rt «&? S! — 5» “ — o ' 5 er G rt et !-Lä 2 » 6) JX. rt 2. s re — o u et C GV G er» er X 61 = 2.« P er ZL <^er£ H io® - • s er Xi SS? _. et «v - a» o er 2 = c - E — CD <-.^=1 di S ”1 es o P1 & X s .. <3 2. ~ P ■; d" = 0^*2 CP S: = V. — CD -r S°crät 3^ a p s to cr-DD 3 et re s 2 soo- sTg5« S, S ü. -e Sg q C-. rt rt. S ^2 et cm co — ** 2 O — 5 5. «'N 2,& •@2 ^2 *-t — ~ e — 2 s rt O 'S'’—: - ^2Z — ~ • s es i ? ,^,22c «0-^2 c? l^. >— rt Cr Jo CSD —■ 2 CD qy " " GOrt => SS rP« csKKz cC-T’ rt -- *• O rt _ s 8 ßumfonorngfr -vov« amrvpiß « najßu(pna£ L 3mjolqr6 r»mr mq c 2 ttocv D G b< Cr S> e: L 2 M s *ts o •A -»ft w o £ N <=» J-> c-> 8 es e g 6 s Z — a :• §L xN L *» <3> A G • CT «« PL ft ■2* = 3 L. L- CT, jO L r-» so z N Z. l3 .5« e>e: ra e- SL, cs X a g Z ai Sä ä| 3* AN >0-2 ZZ7 £• »2. e v ® = 5 8 8? i = Hs o, 1 cs Z iS . S.Q O 1» * i cs r ZK “g 5 £ r« 5ZCT -O <« ö o LZ^2 2L K v» A «e> «i s •2 1 V D r 3 g fl C-> o c -Q 2 g «Q® *S» x»'S >C, 2-2 - 3,'P w V 3 sSa C 2 = « «* C * V Zs Z- v * CS "ft 7- ■> -" Z b cs e _•• e S= 8L -" x =-• x -- « o a irCS k- c =' Ä. CS ZZ cj t? -3 Sei" »S « - 1 '*■* — --. iQ v E» CCO 1> .. 'L U *§S& Jll« X — ei es 5 -s> ’S .5 <->ttr' ° "3$t 5 = M— E-S-^' $ Ti 5-^ x i _ ja o O v x t"~ -->o Z-i^.-s Q E S 2 o JZ '-' S= u» v jG i s — ft» --> L.d S 5$ S L 15 X «s CT E ^ZZ-Z-ß o E — — X a s ft» ZZ •> x z: , gte «Z Sjs ' , -G ._ •_, •^) = -e* -s3 H = » — 3 — cs> 7* L ZM^L ZZZ-^W S . — "Z '_! 3 f* C o — »iZfe5* c-s --L s E H o *c-5c -LZZ ^'9 - 5’C? o - 5 z x °SS^5l < =OCT *O -0^2 wihtQaj .0 mv .laiauioingr s^RH S i 3*-2 eY ,3 2 2.^ -_ _cj Z" |l§.S 3,-5 ' L-- 3ic E c E Sie? xs CJj= %=>=' .? 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