Nr. 184 Freitag 11. Juni 1909 Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'sch« UnwersilätS - Buch- und Steinbrucfereu 9t Lange, Gießen. gelangte er nicht mehr zu Einfluß, obgleich man es an ehrenvoller Behandlung von oben nicht fehlen ließ. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» stkaße 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:^zKll2. Tel.-AdruAnzeigerGießen. Der 50. Todestag Metternichs. Am II. Juni 1859 starb der geistige Vater der heiligen Allianz fast unbeachtet zu Wien, nachdein er politisch längst ein toter Mann geworden. Fürst Metternich, dessen Stellung schon vor Ausbruch der Wiener Märzrevolution in dem Augenblick unhaltbar geworden war, als sich die altkonservative Partei mit den Liberalen zu seinem Sturz verband, mußte buchstäblich aus seinem Amte gedrängt werden. Am 13. März 1848, als schon Blut in den Straßen Wiens geflossen war, demissionierte er endlich, als ihm der Kaiser durch Erzherzog Johann, den nachmaligen Reichs- verweser, sagen ließ, .es sei seine Pflicht, nunmehr zurückzulreten'. Inzwischen ivar seine Villa auf dem Rennwege von Volkshausen erstürmt und nur mit Mühe von den Studenten vor völliger Zerstörung bewahrt worden. Am nächsten "Morgen erschienen wiederum drohende Volksmassen vor fetner Wohnung, ko daß er es für geraten hielt, in das Palais des Fürsten Liechtenstein zu flüchten, der ihn bis zum Einbruch der Nacht verborgen hielt. In grotesk-komischer Weise ward die Flucht aus Wien bewerkstelligt. Ein Fiaker brachte ihn und seine Frau über die Jagerzeil vor die Linienwälle und an die nach Olmütz führende Bahn, wo er, um Tätlichkeiten aus dem Wege zu gehen, als Engländer auitral. Auch' im Personenwagen ivagte er nicht zu reisen, sondern ließ seine dicht verhängte Reisekutsche in einen Güterwagen stellen, in dem er wie ein Stück Frachtgut befördert wurde. Nach 17slündiger Fahrt zwang ihn giiälender Diirst, die Tür zu öffnen nm Wasser zu verlangen, wobei er resigniert meinte, .es bleibe schließlieh gleich, ob man vor Diirst ober eines anderen gewaltsamen Todes sterbe." Er wurde aiich wirklich von Mitreisendi n erkannt, aber vom Zugführer diirch sofortige Abfahrt gerettet. Auch in Frankfurt am Main, wohin er über Dresden gelangte, tvnrbe er, als er dem Oberst von Nobili einen Bestich machte, erkannt unb mußte oor der drohenden Volksmenge über einen Zaun in den benachbarten Nothschild'schen Garten flüchten, lieber Holland gelangte er dann nach Richmond bei London, wo er soiort eine umfangreiche politische Korrespondenz begann und für Kaiser Franz Josef Pläne zur strafferen Zentralisierung der Monarchie lind Nieder- iverfimg der Aufstände entwarf. Tie Sache wurde in England aber ruchbar, die liberalen Blätter protestierten heftig dagegen, daß ihr "and ein Hort der Gegenrevolution werbe, und als die Char- listen Miene machten, ihn gewaltsam zu verjagen, forderte Lord tzalmerston ihn ebenso höflich roie entschieden auf, den britischen Loden zu verlassen. ^Jn Brüffel, wo man Metternich unbehelligt ließ, wartete er den Sieg der Hof- und Militärpartei ab, ging im Bommer 1851 auf seine rheinischen Güter, dann auf seine böhmischen Besttzungen und kehrte im Herbst desselben Jahres nach Wien zurück, wo die unter dem Druck des Ministeriunls Bach gehende Bevölkerung nichts mehr gegen ibn zu unternehmen wagte. Die Wiener nahmen keine Notiz mehr uen ihm und auch indirekt damit werden beraten der Antrag der Abteilung Westliche Vororte : Berlins, wonach in den deutschen Schußgebieten die deutsche Sprache Staats- und Verkehrssprache werden soll und der Antrag der Abteilung Berlin, der dahingeht, daß in den deutschen Schutzgebieten. der deutschen Sprache der Charakter als Staatssprache ; gewahrt uni) ihr als Verkehrssprache mindestens vor jeder anderen europäischen Sprache der Vorzug gegeben werde und ein Antrag ’ der Abteilung Berlin: „Die Hauptversammlung möge folgende Resolution beschließen: Im Vertrauen darauf, daß die Regierung ' berechtigten Wünschen der Bevölkerung nach Möglichkeit entzegen- 1 kommt, erklärt die Deutsche Kolonialgesellschaft, daß sie die in Deutsch-Südwestafrika eingesührte Selbstverwaltung grundsätzlich als einen geeigneten, den derzeitigen Verhältnissen entsprechenden Antrag betrachtet und fordert die Bevölkerung in Deutsch-Süd- westasrika auf, durch tätige Mitarbeit einen baldigen weiteren Ausbau der Selbstverlvaltung zu ermöglichen." Nach längerer Debatte wurde schließlich der Antrag Idar und folgender Kompromißantrag des Ausschusses angenommen: „Die Deutsche Kolonial-Gesellschaft betrachtet es als erstrebenswertes Ziel ihrer Arbeit, daß in den Schutzgebieten die deutsche Sprache zur Staatssprache wird. Als Forderung für die Gegenwart muß mindestens verlangt werden, daß der deutschen Sprache der Charakter als Staatssprache gewahrt und ihr als Verkehrssprache vor jeher anderen europäischen Sprache der Vorzug gegeben wird." Darauf beschäftigte sich die Versammlung mit dem Antrag der Abteilung Berlin dahingehend, „daß die Deutsche Kolonialgesellschaft den Staatssekretär des Reichskolonialamts bittet, seine in der Reichstagsrede vom 2. März d. I. ausgesprochene Absicht, die Eingeborenen der Schutzgebiete zum Eide zuzulassen, nicht zu verwirklichen unb es bei dem bisherigen Zustande zu belassen". Nach längerer Debatte wird die Resolution der Abteilung Berlin angenommen. Es gelangt darauf folgende Resolution zur Annahme: „Die Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft beschließt, an den Reichsianzler folgende Entschließung abzusenden: Die Hauptversammlung hält es für schädlich, die Pflanzungen und Erzeugnisse unserer Kolonien durch Ausfuhrzölle zu belasten, weil dadurch 1. die Rentabilität der Pflanzungen in Frage gestellt und unter Umständen unmöglich gemacht wird, und 2. weil uns dadurch unentbehrliche Erzeugnisse für unsere heimische Industrie in unwirtschaftlicher Weise verteuert werden. Unter feinen Umständen dürfen solche Ausfuhrzölle eingesuhrt werden, ohne Anhörung der betreffenden Gouvernementsräte und der heimischen Interessenten und Berufsverrretungen." Nach unwesentlicher Debatte wird sodann ein Antrag München angenommen, der sich auf die Waldwirtschaft in den Kolonien bezieht und in dem es u. a. heißt: „Ehe in den deutschen Kolonien an umfangreichere Waldausnützungen und Waldneuanlagen getreten wird, dürfte es sich empfehlen, zuerst eingehender die naturgesetzlichen Grundlagen in den tropischen und subtropischen Waldungen einerseits und in den Steppengebieten andererseits zu untersuchen, um die Mißerfolge zu vermeiden, welche andere 9?ationen in der Lösung des Waldproblems in ihren Kolonien zu verzeichnen haben." Der Antrag schlägt dann vor, durch eine Kommission die entsprechenden Feststellungen machen zu lassen. Sie soll sich auch mit folgender Frage beschäftigen: „Welche und wie große Gebiete sollen als narionales Eigentum der deutschen Nation, als Natwnalparkc, von jeder Besiedelung und jeder Ausnutzung ausgeschlossen werden, um ein unberührtes Bild einer natürlich-typischen Landschaft mit ihrer Flora und Fauna der Nachwelt zu erhalten?" Desgleichen gelangt folgender Antrag der Abteilung Bremen mit geringen redaktionellen Abänderungen jur Annahme: „Die Deutsche Kolonialgesellschaft solle an das Reichskolonialamt den Antrag stellen, in Kamerun beim Gouvernement schleunigst ein der Bedeutung der Waldwirtschaft entsprechendes Forstamt einzurichten, welches in der .Hauptsache dem Studium der Kixialültur in den dazu geeigneten Bezirken der Kolonie seine Austnerksamkett zuwende, damit solche als Eingeborenen-Volks- kultur unverzüglich in die Wege geleitet werde." Ohne Debatte wird ferner ein Antrag der Abteilung Westliche Vororte Berlins angenommen, „bic Niederlastung eines Rechtsanwalts in Togo dadurch zu ermöglichen, daß einem die nötigen Voraussetzungen er- üUenben Juristen bic Notariatsgeschäfte übertragen werden" ginen Antrag der Abteilung Königsberg i. Pr., „die Deutsche Kolonialgejellschasr möge erneut beim Bundesrat wegen Errich- ttmg von Professuren für sinologische Studien an den deutschen Hochschulen vorstellig werden", befürwortet Oberregierungsrat Jacob t (Königsberg). Bei der wachsenden Bedeutung Ostasiens und der immer starker werdenden Neformbewegung in China er- icbeine nicht nur die Förderung deutscher Studien in China, Reform der inneren Verwaltung in Preußen. 95or kurzem hatte sich ein Kronrat mit der notwendig 9^^?rd^nen Reform der inneren Verwaltung in Preußen beschäftigt und die Einsetzung einer Jmmediatkommission zur Vorbereitung der Reform beschlossen. Ueber die Bil- ottng dieser Kommission, ihre Zusammensetzung und Tätig- kert veröffentlicht der Staalsanzeiger jetzt einen königlichen GrtoB, twrtn es heißt: „Ich Wunsche'die als notwendig erkannte Reform der gesamten inneren Verwaltung in jeder Werse gefordert und beschleunigt zu sehen. Ihn die Einheit- ^chkert dieses die verschiedensten Gebiete der Verwaltung umfassenden Werkes zu wahren, zugleich aber für seine Vorarbeiten den Rat und die Einsicht sachverständiger, erfahren"r :^?"uer aus weiteren Kreisen zu gewinnen, habe ich beschlossen, unter dem Vorsitz des Ministers des Innern eine besondere Jmmediatskommission zur Vorbereitung der Verwaltungsreform einzusetzen. Die Kommission hat in der Richtung des von mir nach der Beratung int Kronrat in feinen Grundzügen gebilligten Reformplanes zu prüfen, welcher Aenderungen der gesetzlichen und Verwaltungsvorschritten im Sinne einer Vereinfachung und D^entrali'sation es bedürfen wird, um die Geschäftsformen, den Behörden- aufbau, die Verteilung der Verwaltungsgeschäfte auf die Behörden und die Ordnung des Rechtsmittelwesens und der Jnstanzenzüge in der gesamten inneren Verwaltung den Anforderungen der heutigen Entwicklung des öffentlichen Lebens anzupassen. Das Ergebnis ihrer Feststellungen Hal die Kommission mir mit ihren gutachtlichen Vorschlägen zu unterbreiten. Diese Vorschläge werden dann die Grundlage für die weiteren Verhandlungen im Schoße des Staats^ Ministeriums bilden. Die von mir genehmigte Anweisung für die Kommission folgt anbei zurück. Als Mitglieder will ich nach dem Vorschläge des Staatsministeriums in du Kommission die hierdurch in beiliegendem Verzeichnis ge nannten Personen berufen, worunter ich zugleich den Staats- Minister Grasen zu Eulenburg mit der Stellvertretung des Ministers des Innern im Vorsitz der Kommission betraue Der Minister des Innern hat die Genannten von ihrer Berufung in Kenntnis zu setzen und das Weitere wegen des alsbaldigen Zusammentritts der Kommission und der Aufnahme ihrer Geschäfte zu veranlassen." , Ein Hirn ml ischer Vagabund. Nur wenige Monate trennen uns noch von dem Augenblick, in dem der berühmte Halleysche Shimet nach 75 jähriger Abwesenheit wiederum aus dem Dunkel des Weltalls auf!aueben und die gespannte Auf- merhamkeit aller Astronomen, bald aber auch, nachdem er dem DloBeri iüuge sichtbar geworden, diejenige des großen Publikums auf fich lenken wird. Es läßt sich mit großer Genauigkeit be- .oak dieser Komet, der sich zurzeit schon in dem Raum »Wochen den Bahnen des Mars und des Jupiters befindet, aber noch zu lichtschwach i|t; um im Refraktor gesehen zu werden, lesende der Erdbahn nahe kommen unb im April lyio die Lomiennähe erreichen wird. Zuerst wird ihn, vielleicht schon tm Juli oder August, die Himmelsphotographie entdecken, weil die lichtempfindliche Negativplatte ein viel feineres Wahrnehmungsvermögen besitzt, als das selbst mit den schärfsten Fern- ^ren beroarmete. menschliche Auge. Wenn die astronomische WiNemchast von Ieiner Beobachtung die wulstigsten Aufschlüsse uver die noch, ungelösten Fragen der Kometenbeschaffenheft er- ftmrtet, interessiert den Laien hauptsächlich seine bisher in 17 Erscheinungen beobachtete Wiederkehr. Zum ersten Male lenkte er im Jahre 12 vor Christi Geburt die Aufmerksamkeit auf sich (Meicf) anderen Kometen war es sein Los, bei seinem Wiederkommen 'edesmal den Menschen als Unglücksprophet zu gelten. Im Jahre 14ob wurden aus Befehl des Papstes täglich die Mittagsglocken gelautet um die von ihm angeblich angekündigte Türkengefahr abzirwenden, und auch bei feiner nächsten Wiederkehr im Resor- mattonszeitalter erregte er in vielen Teilen Deutschlands pa- nrschen Schrecken. Kepler notierte 1607 zum ersten Male genau feine Bahnelemente und machte es dadurch dem englischen Ästro- nomen Halley, nach hem er seinen Namen hat, moalich, im Jahre 1682 aus der Periodizität der vorerwähnten Erscheinungen seine s,"r bas x$abr 1 - 08 vorauszusagen, was genau eintraf. Auch im Jahre 183a kehrte der Komet, dessen Umlauf um die eoime wegen des Einflußes der drei großen Planeten Jupiter Uranus und Latum Unregelinäßigkeften bis zu 500 Tagen er- leiben kann, pünktlich wieder. Halleys Komet schweift auf fetner Jiene irni die Lonne weit über die Bahn des Neptuns, des fernften b« brsher bekannten großen Planeten, bis zu einem Sonnenadstand von o Milliarden Kilometer, also in eine Gegend hinaus hinter der die moderne Astronomie aus theoretischen ©narben noch zwei bijijer nicht .gWne Planeten vermutet. Während er dort im Schneckentemoo von nur 900 Metern in der Sekunde dahinschleich* steigt ferne Eigengestbwiiioigkelt in Sonn.-miähe auf 54 Kilometer ™ Sekmide. Er wird voraussichtlich an Sternbilde der -Zwillinge sichtbar werden, durch tzie Sternbilder der Zwillinge« Apolitische Tagesschau. Die Konferenzen der einzelstaatlichen Finauzminister haben gestern vormittag 11 Uhr im Reichsamt des Innern in Berlin ihren Anfang genommen. Den Vorsitz führt Reichsschatzsekretär Sydow. Als Vertreter des Reichskanz- lers wohnt den Verhandlungen Unterstaatssekretär von Loebell oer. Die Beratungen dauerten vorgestern mit einer dreieinhalbstundigen Mittagspause von 10 Uhr vormittags big 9 Uhr abends. Den Entwürfen des Erbansallgefetzes und der Aenderung des Stempelsteuergefetzes wurde zuge- stimnit, dagegen wurden die Reichswertzuwachssteuer und die Kotrerungssteuer abgelehnt. Ueber die Einzelheiten wird Stillschweigen beobachtet. Die Vorlagen gehen am Montag abend dem Reichstage zu. * Sie fcattbeUffttnmer und die Beschlüsse der Finauzkommiifion. Die .Handelskammer zu Berlin und die Aeltesten der >'Mif7nann>chaft zu Berlin richteten in Verbindung mit 18 Handelskammern und anderen kaufmännischen Körper- ick-asten des deutschen Reiches an den Reichstag und den Bundesrat eine längere Eingabe betreffend den Beschluß der ^ftnanzkommission über die Besteuerung der Wert- papiere. wird darin zum Schluß gesagt, daß ein Rückfall ui die borsenfeindlichen Tendenzen der neunziger Jahre mft unwiederbringlichen Verlusten verbunden sein würde. ?ie Arteten deshalb zuversichtlich von den gesetzgebenden Ko«pe^ck)aften daß sie den Beschluß der Finanzkom- Mission nicht zum Gesetz werden lassen. mid des Stiers laufen irn Sternbilde der Fische umkehren unb, oureb den Walfpch wandernd, im Orion verschwinden. O. K. Sjtr JE böfioj ogie körperlicher Hebungen xei Kamps für und wider den «Port wird zu großem Teil von Lmen gesührst, die mehr von rein sportlichen Regeln als von wissenichaftlichen Gesetzen verstehen. Gleichwohl ist das letzte Wort Wenn -ber Wissenschaft Vorbehalten. uUcei bie Zuträglichkeit und Zulässigkeit mancher Uebungen durch praktische Erfahrung ein Urteil ge- ^00^^ roerben Fann, das häufig das richtige trifft, so ist doch schließlich die sorgfältige ärztliche Untersuchung die einzige Grund- lage einer wirklich zutrefsenden Behandlung solcher Fragen. Tie England und Amerika beschäftigen sich in den wissen,chaftlichen Verössentlichungen immer wieder mit der an d^- Kor Perubungen. Ein Aussa^ von Lee in der ®cirlce ToQ1>t die Anwendung der Lehren der Physio- ?us körperliche Leistungen zchammen. Zunächst wird iest- f^ellt, daß der men,chliche Organismus fähig ist, gan*, ungeheuer- äu leisten.' Sowoh? Laft chs L Ausdauer werden nur selten voll verausgabt bwftn Fallen erweisen ,ich die erzielten Leistungen als ganz erstaunlich groß. Zur Vermehrung der Fähigkeit zu körperlichen ^E^ugen ist nach physiologischen Grundsätzen das „Training" von höchstem Wert. Nur muß die Gefahr, dabei über das '-Hel hinauszuichlietzen, forgsältig vermieden werden, denn die vlivi'io' logischen Wirkungen der Hebungen besonders auf Herz und Nieren Zeichen bei übertriebener Durchführung sehr leicht die Grenze ?? ^s Krankhafte beginnt. Em weiteres physiologisches Gesetz lehrt, daß die Hebermudung irgend einer Oraanaruvv? nurh Crgane in MA-id-nsch-ft ii°h?. iKnäfcÄffig Är? nüfi nur ein Zuruckgehen der Muskelleistung sondern auch eine Schwächung der geistigen Regsamkeft Zedenialls ift nnrfi hhhf? r km ä&SÄSS. Grade sind unbedingt zu meiden, da körperliche Hebunaen ÄS Zu starker Uebermüöung fortgesetzt werden rw^ii d e bw nonnal ift, ist bem anbVÄreito er eines ernfthnsten Schabens" gewNseA,i3Ucä,u6rcn- W mu6 Eulenburg stellt fich dem Gericht. Fürst Eulenburg hat, infolge einer Anordnung der Berliner Staatsanwaltschaft die Kur in Gastein abbrechen müssen. Er traf gestern abend mit Gemahlin und seinem Leibdiener in Salzburg ein und machte im Sanatorium ' Schenk Station. Die Unterbringung des Fürsten im Sanatorium erschien geboten, weil Eulenburg durch die Strapazen der Reise sehr mitgenommen und er durch die Ordre der Staatsanwaltschaft ziemlich erregt war. Im Sanatorium mußte der Fürst mehrfach ärztliche Hilfe in An- spruch nehmen. Gestern morgen hatte sich sein Besinden gebessert, so daß die Weiterreise unbedenklich erschien. Mittags 1.40 Uhr reiste der Fürst von Salzburg ab. Er will in Prag übernachten und heute nach Berlin weiter reisen. Wie dem Lok.-fAnz. von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, scheint die Gerichtsbehörde jetzt gewillt zu sein, unter allen Umständen das seit mehr als Jahresft'ist gegen Eulenburg schwebende Verfahren zur Durchführung und wenn möglich zum Abschluß zu bringen. Die englischen Geistlichen in Hamburg. Anläßlich des Gegenbesuches der englischen Geistlichen fand gestern vormittag in der Hauptkirche St. Nicolai zu Hamburg eine kirchliche Feier statt, woran die Vertreter der staatlichen und kirchlichen Behörden, sowie zahlreiches Publikum teilnahmen. Hauptpastor Grimm und Reverend Marshall hielten Ansprachen, worin sie betonten, daß die christliche Kirche beider Länder stets auf gute Beziehungen zwischen blutsverwandten Völkern und aus die Erhaltung des Friedens hinwirke. Sologesang, Orgelvorträge und Chorgesang bildeten den übrigen Teil der eindrucksvollen Feier. Später wurde eine Rundfahrt um die Alster gemadit und ein Frühstück im Rathaus eingenommen. — Zu Ehren der englischen Kirchenmänner findet am Sonntag in der Kaiser Wilhelms-Gedächtniskirche zu Berlin ein deutscher und englischer Gottesdienst statt. Kreta. Die gesamte türkische Presse beschäftigt sich fortdauernd mit der Kretafrage, spricht jedoch nicht mehr von Gewaltmaßregeln. Trotz Versicherungen von türkischer Seite neigen alle politischen Kreise der Ansicht zu, daß das Auslaufen oes türkischen Geschwaders wegen der Kretaftage auch demonstrativen Charakter habe. Es verlautet, daß die diplomatischen Vertreter der Schutzmächte sowohl in Athen, als auch hier Mäßigung in der Kretafragc anempfehlen. In Kreta selbst reagiert man bereits auf die türkische Demonstration. Aus Kreta wird nämlich der Frkf. Ztg. gemeldet, daß dort umfassende Vorbereitungen im Gange seien, die kretische Miliz entwickle rührige Tätigkeit, denn die Haltung der Türkei habe den Kretern als Warnungssignal gedient. Seit einigen Tagen versorgt sich Kreta reichlich mit Kriegsmaterial. In Konstantinopel erkennt man die Schwierigkeiten der Lage keineswegs und bemüht sich nun die Gemüter zu beruhigen. So erklärt das türkische Blatt „Labah" gegenüber den Nachrichten europäischer Blätter aber die Kretaftage, die Türkei beabsichtige weder einen Land- noch einen Seekrieg zu unternehmen, sie führe vielmehr nur mit den Schutzmächten Kretas diplomati che Verhandlungen. Hauptversammlung der Deutschen riolonlärgesellschast. u. H. Dresden, 9. Juni. An erster Stelle begründete *oerr v. Bornhaupt den Antrag der Abteilung Idar, welcher lautet: „Die Hauptversarnrn- ung wolle bejchlietzen, daß an den Staatssekretär der Kolonien die Bille gerichtet werde, in Deutsch-Südwestaftika die Umwandlung der aus den verschiedenen Eingeborenen-Sprachen herrührenden Farmen- und Ortsnamen in deutsche Namen, und zwar durch geeignetes Zusammenwirken der Behörden und Ansiedler, durch- zuftihren und zu verhindern, daß neue Farmen und Stationen i mit Emgeborenen-Namen belegt werden." — In Verbindung j Zweites Blatt 139. Jahrgang l erscheint tllgNch mtt Ausnahme des Sonntags. ? A ä a aa Die „Gießener werden dem W. Mr V' ? 'Sf äj Ä E 8 M N .Anzeiger' viermal Wochen lich beigelegt, das |£ Ä K ® ßL •.Kreisblatt für den Kreis Slehen" zweimal v w XS ™ wöchentlich. Die ..candwtrtschastlichen Seit» — < fr«,«- «Kleinen monaUi* ,rotun.L GeNSkill-ANMßer sÄr OverhtMN RcichsgerichtSbries (Nachdruck terbotrn.j des Klägers, da dieser Änne, indem er vielleicht zurückverwiesen. Haadal 8Reichten) eihe do. 8‘/,e/e Kon*ole 3*/. do. Oesterr Silberreat« 4*.e Ungar. Ooldrcnte V . Julien. R*nU . 171te 117.70 um (vrtiiprTttiunp »einer Mandanten Oiese. der Herliner Hör*r t für »einen Mandanten ja bittet horouflhebt aber, die eventuelle hnn ■n, mtl 1444t Anaeklagt rtaateanwalt verzichtet mij eint :'i pkL sind jiir S o 37. n 116.10 iMto 19 LOO 178.10 117* 151* 1*7 70 Verteidiger insviem eine '?it’rv'*ut:in>- Heritell in Pa Boebnm Gua» . Bud*ru« K. W Tendeni: f 153 ffc-2u 86.00 V5.1O 8M) (M.15 VC. 90 V9.7U 104.*) 62.60 M 00 9H.M0 1*5^0 9X20 144.-0 50.40 MMJ0 9X20 166.7*, tau« 11. JenL AnfangakatWi HarpcLtr Bergwerk . . Laa rahn LU . . • • Ix>-.nbarden E. B. • • • Nofdd. Lloyd e e • • Turkenium . • • e • bützt ui erNa fache, da >: de vehorl habe. ITK'JU W» er Marlen für die Tie ein leinen Molo- Beurteilung des AnNagcmaterials WeteimbünDclei zu führen, flenünc datz die Organifatwn den beuiicbni gencfsenschaft Mainz erhält. Das Landgericht Rottweil erkannte aus B c r u r t e i l u n g des Beklagten zu drei Vierteilen. Das L b e r l a n d e s g c ri ch t Stuttgart entschied auf '.’lbuvüun *" Verteidiger von 'ARrvmit und l'rebeii findet c- unv.niendlich, büß man gegen seine ".andanten überhaupt Mlagc erhoben bäte - R. \*l. Tr. Mn oll macht non der Auslassung der übrigen die Erwähnung der Tat'ache, Behörden verheimlicht Worten das, sie öurdit vor russischen sich, ob die Furcht vor oen der Furcht vor der deutschen Katholische Gemeinde. rotterSienst. Samstag den 12. Juni: Nachmittag- um ö Uhr und abends um v Uhr: GtltfltebR Spiclplan öes Kurl)ausHI}tattts Bai) Haulytim. Direktion: vermaim Steingoeller. Freitag den 11. Juni .Sherlock Vclniet“. Tetekuv-Ro ate' in 4 Akten nach (Sonan Tonic und Aüeue van Albert Bazenhärtz Canada E B. Darmutldter Buk . Deutsche Bank Dortmander-Union C. Drciiucr Bank . . Tendcai: fuL F.lektrix. Uheeyer . . . Elektrie. Schnei m . . . M-bwcilar Benrwerk . . (TClvokireka® Bergwerk Hambnrr* Amerik Pak elf. Harpeaer Bergwerk . . . ................. \ irdd* Lloyd..... Dberaehles. Eisen-Industrie berliner Handelagea. . . Da re elidier Raak . • • Deutsche Bank . . . . Deutsch - ArieL Bank . . Di«konto- K rr mandit . • Dresdner Baak . • . • Kn-liuktlen . . . • • Baltimore- and Ohl»- Euenbahn . . . • • Gotthard baba . . • . • Lombard. Eisenbahn. . . Oesterr. Staat»baba . • • Pnace - Henri- Eisenbahe . ■ Xki : 1 tcaen ■ iiHub I heil. Beicht. nntag den 13. Juni, 2. S o n n t a g n a ch T-i» nghea Bornilttags von K'/, llhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Übt; Die erste heil. Messe. 4ntM Suatianl. 1906 4 Japan. Staauanleiba 4•/, Conr.Türken von 1$K)8 • 4* , Griech. Monopol-AnL . 4e,', nassere Argentinier . 3*, Mexikaner . . . . 47,*/. Chinesen . . . . Aktien* Kirchliche lladirichteie. Evangelische Semeinde. Sonntag den 13. Juni, 1. nach Trinitatil: Gottetdienft. 3n der Ztadttirche. Aormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Ehrisienlehre Iür die Neukon firmierten aut der Markus- und Militärgemeinde. Vormittags 9*/, Uhr: Pfenrasslstent L> anstein. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwade. Nachmittags 3*/, Uhr: Rinderkirche >ur ber Maii^nisgemein»'. Pfarrer D. Schlosser. 3n der Johanncrkirchc. Vormittags 8 Uhr : Piarrer tl n 4 Ield. Zugleich ILHristenlehre |ur die Neukonftrmierten aus der Iohannesgememde. Vormittags 9*/, Uhr: Plärrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Rinderkirche Iür die LukaSqenieinde Plärrer BechtolSheinier. Nachmittags 2 Uhr: Taiibnimiineii-tionedbienfL Plärrer Bechtolsheimer. tau- Rücksicht ov Nacvoestellung utcn werden lonucn. IHärttc. tb. Wieben, 10. Juni. Ter gestrige^ Schwernemarkt halte einen Vorrat von etwa» mehr als 5dO <2:ucf. Begunstiqk von gutem 2Belter war zahlreich die kleine Rundichalt zum Markt ge- kommen. Tie Preise lunren die alten hohen, die nicht im Verhältnis zu den sehr gesunkenen Ereilen Iür schlachte, e Ware 'lehen. ttehanüell mürben da» Paar: Ferkel, 6—8 iJodxn alte, 50—60 Mk.. bi5 13 Wochen alle Tiere 70-80 Mk., Spunder, leichtere Ware, 90 -120 Mk., schwerere Tiere lehlten am Markt ganz. Feite schlachtreife Tiere smd in den letzten 11 Tage» u.: lucucrc 2 Mk. der Zenmer Schlachtgewicht »uruckgegangen um ind mit 62—64 Vtk. der Zentner bequem in der 0>< ^nd zu Haden. sieben, 10. Juni. Vieh markt. Bei dem am m. unk 9. Juni abgehaltenen Markte waren auiaelrieden 951 Stuck Nindoieh und 622 Schweine. — Ter nächste Markt fmdet a», 22. und 23. Juni statt; am letzteren Tage auch Rräinermartl. 3"/k, Hewn ... 3‘ ,eL Oberbessen 4eL Oeatcrr. GoldrenU Portojrieaen Serie I . PorUuiesea . III . . . 22X1 > . . 109.75 s wird nicht leicht itm, den llctelftanb I. S. Leipzig, Juni. Telefonische Kursberichte des Giessener Aaxeirere, mitgeuili von der Baah (lr and Industrie, Giessea. Franldnrter Börse, 11 Inni. LI« lat Haftpflicht wegen Stchenlassens von Wagen aus der Stratze. Mit dieser Frage hatte sich unlängst da» Ncichsgerrcht zu beschSitigen. Cs handelt sich um eine Rlagc des MetzqcrgeseNen 2. m Dornstattca gegen den Fuhrwerksvei'iher und Tolmüller G. in vallwangen. Der tttäger ist nut seinem Fahrrade aus der Nachbaricl^astsslrabe von Untermußbach-vallivongen dadurch zu Fall geko.nincu. daß er auf das linke Hinterrad eines dem Beklagten gehörigen, mit Langholz beladenen Wagens, der rechts von seiner Fahrtrichtung auf teuer Skratze stand und nicht beleuchtet war, aufacsahren ist. Der Wagen, teilen Langholzitamme etwa 7 Meter weit überragten, war aus Versehen ohne Beleuchtung m sväter Äbendi'utnde auf der Strotze^ itehcn gelassen tvorden und zwar batten der Beklagte und sein Fuhrknecht geglaubt, vor Tunlelhe t zurückzukehren, so datz iic oas Mitnehmen einer Laterne für überflüssig hielten. Fnsolgc »üfclcntungcn, die fie anderen Fuhrtverkcn gewährten, Ivar cs aber später geworden, als man anfangs geschätzt hatte. Die Lchädigung des Klagers beliebt in einem Bruch des linken Unterichenkels. Sein Anspruch beläuft sich auf Ersatz für die Verminderung feiner Erwerbsunfähigkeit. soweit er nicht Unterstützung durch 'die Fleifcheret-Berufs- Fur diesen Fall ist Voriorge getroffen Tur* ein Ttfr-'t tef <• ciuocrnrur» :mb die lokalen Ponverwalrnngen n.:mh(h er^ichii^. Marken iu „Überdrucken', d b. den umrünalnten Wert ivr Marke durch irnen Wert ;u r'etzen. te’ifn man ceraOc teamirn aufgebaut. Tif Herren machen die Ausnahme ;ur sie richten ihre Bestellungen beim Minnrer mm so be’rtxiten «■, dos; bald dieser, bald lener Wen auSqehen muß und Kteakilii •rüber erschöpft ist, als die neuen 3mbunqen ;ur Stelle >cu können amrpiidKn wird mit Hochdruck cm .Zleberdruck" v arbeitet Tat Resultat sind dann logenonnte SeltendeitSwene oioni kostspielige Raritäten werten ober nebenbei noch dadurch erzeugt, datz einzelne Buchstaben beim lieberbrurf verw.'chi irrrb-n Fehldruck Auch anher Kurs gefetzte cremplarc werden durch diesen lleberbrud ux neuem, kurzem 2ebA erweckt und ihnen wenigstens für den Seltenbeitsammte. boder Wert verliehe». Tem „Matm' wurde längst eine Kollektion Marken ren oer Fnfel Madagaskar oorgelegi, auf denen alle diese lukraNven Irrtümer |ururirren: Autzer Äuro gesetzte Sremptare m.t neucnr Ueberdruck Marken von Tb Uwe Fehldrucke VU<),1 statt 0,01 Dank dieser kleinen ..Korrektur" ftotirn en- mentan eine Marke, die am Bostschalter mit ;roet ceutirn.s Belauft wird, mit sänfzebn Franc Tas oieiduiit blüht und man braucht nicht erst zu versichern, dass 'ich in den „i^ewmn" au- dieser nutzbringenden Tätigkeit riniac Bevorzugte »eilen. T«e stierte Pari'er Blatt fügt feinen Mitteilungen noch be, Aus einer tHunbfrage, die in dieser Angelegenbeit veranstaltet rnard ging hervor, das; auch die Behörden von Madagaskar au.- t<$ „Frrturne" Borteil zogen Auf Beranlaffung eine» Richters ubei- druckte man mit 0,06 Centimes eine Aniabl Marken von 30 ern- times braun aus Madagaskar . ircz Auf das RmU» eines anderen hoben Beamten ist es »u fetzen, datz einige Block» Clarken mit 0,02 überdruckt wurden So verichanteu uch aet ■ 'Jicbcitfinnabmcn, die sich aus 30000 bis 40000 Francs belunr Gerichtshofes ftcllt Bon den Bcrteidigcrn sprach zunächst der Rechtsanwalt Di Liebknecht (Berlin, ter behauptete, datz die llebcrnhidning her Russen im AusUmte feit etwa 6 Wochen datiere und nur die Initiative tes ;tarai mrückzufuhren sei. Redner besprach dann die Creignisse nnibvcnb der rufiifdicn Revolution und Wegen tebolution und verwies auf den ztöuigsberger ^eheimbundprozetz Von 1904, der mit dem vorliegenden ein trabe, kririfirrte die Matznabmen ter rustischen und im An schlutz daran die der teuticben Behörden und bestreitet, datz die russischen Snidenten das Gastrecht in Deutschland verletzt hätten. Di-r Benriri Revolutionär bedeute in tstutzland ganz etwas anderes als nt Deutschland In Mhifflanb hätten die Revolutionäre das Bestreix-n. Crbnung im Reiche zu schaffen, allerdings nicht tm CiiLerständms mit ter russischen Regierung. Revolutionäre in unserem Siniie seien die AngeNagten sicher nicht. Sie hatten auch in (hl Anfchlust an eine hiesige Imk-ste heute Crganiiatu>n griud't. Der Redner kam dann auf das Lockipltzelwesen zu sprechen, das sich ter gröstten Begünstigung durch die deutsche Polizei erfreue Der Borsitzende ersucht hier den vertridiger, sich in seinen Ausdrücken ;u niätzigeii. - R-A. Liebknecht erklärt ichlies'lich, datz die HerbiHtmffe, wie sie ter Rönigsderger Proz.tz off en gelegt liabe, sich mcht verbessert, sondern noch bedeutend terfdxiiit halten <£tne BeruNeiliuig der Angeklagten würde Deulseliland und ter deutschen Fustii nicht zur Ehre gereichen. — Bert. R -A. Dr E odn würdigt ein»wheiid die 'rst-weisaufnahm- mid verbreitet sich i'.wn iiber die redytluten Cfimm-nbungen gegen § 128. .iurüd,um»eifen fei die Ansicht teS Borfitzenten, baß von feiten ter Bert, ldignng versucht merte, den Prozetz politisch au» Auteufdai, eine Art politisches Theater zu spielen. Die BnverS aufnabmv habe in keiner Weise erbracht, datz bic Organisation der teflvbeutelt Gruppen geheim war übrigen müsse man von der politischen 'Bolyei, die sich für die Lrganisatwn unteichvltener russischer Staattzanaehöiiger interessiere, verlangen, datz sie sich genügend russische ^prachkenntnisse aneigne und einen Einblick in die nissischen Gesetze verfcteifir. Jedenfalls hätten sich die An geklagten, namentlich nicht seine drei Mandanten, der Q^benn - bihitelei nach dem Deutscten Strafgesetzbuch schuldig gemacht. Er beantrage teiber die Freisprechung, andernfalls die volle An- rechming ter unschuldig erlittenen Untersuchungshaft. — R.-A. Di X? neblet tezn»>iw1t nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme ebenfalls, datz Anzeictem dafür vor banden seren, datz 'ich du- Angeklagten an einer geheimen Verbindung beteiligten Er bittet Die Berhandlungen in dem Prozetz wegen Okbcimbünbelci gegen 10 Angeklagte, überwiegend Studenten der hiesigen und anderer technischen Hochschulen wurden heute vormittag fortgesetzt. . - IHtuioaufnnbme luiro noch einmal eröffnet. Auf '.’lnrrag öir Verteidiger sind eine Anzahl Nummern der russischen Zeitung ,.n stelle Die Berteidiger wollen durch Berlefung von einzelnen Notizen den Beweis erbringen, datz die Ankündigungen von Sitzungen der l^ruppeu in den verschiedenen stabten statt and n. - Ter Staatsanwalt hat zum Beweise caiüt, datz die Zeitung „GoloS" weder in Berlin noch in Dresden ausliege, auch nicht durch den Buchhandel be zogen roeroen könne, eine Anzahl Dresdener und Berliner ürimuial beamte als Zeugen geloben Ter Dolmetscher Höhne übenetzt mehrere Notizen ans der ,,(»olos", aus denen hervorgeht, datz die (Gruppen in dem Blatte über ihre organnatorndje Tätigkeit ans lübrhd) berichteten Auf Antrag der Verteidigung gelangt weiter eine Erklärung aus dem „Vorwärts" jur Verlesung, in der ,ich das ausländische Zentralburcau der sozialdemokratischen Arbeiter Partei Rutzlante energisch gegen die Unterstellung verwahrt, irgend wie zu dem Waffen und Brofchürenfunde in der Vankstratze 3u Berlin, im öauie des sozialdemokratiicheii Stadtverordneten und (Gastwirts Stcrfin gestanden zu haben. Hierauf wird der von der Dresdener Ortsgruppe an den Berliner Iournalisten Ananji gc richtete Brief verlesen, in dem dieser um die Ueb.rnahrne eines Vortrages ersucht wird. Der Brief wird bann von den xol welschern Höhne und Buchholtz unter Kontrolle der Angeklagten überlebt Es wird feftgcstellt, datz die von Berlin and zu den Akten gegebene Ueberfetziing des Brieses in einigen Punkten den Siim entstellt. Diese Feststellung wirb burch bcn Vorsitzenben bestätiaL der mich bic Voilwltuiig eines Angeklagten zurnckweilt. es fei doch merkwürdig, datz das Gericht auffälligenueifc gerade die,en jthledit übersetzten Brief inkriminiert habe. Einige Polizeibeamte crflären hieran!, datz nach ihren Erkundigungen die Zeitung „Golos" im Postverkehr unbekannt sei, ebenso sei sie in gröberen Buchlmiidlungen nicht bekannt. Darauf wird wiederum die Beweis- aufnahme geschlossen und Staatsanwalt Zburth ergreift das 21'ort iU seinem PlaidoYer: Ich werde von der AnNage alles ans- scheiden, was nach der Beweisaufnahme old nicht erwiesen oder nicht aufgeklärt erscheint. Datz unter den in Deutschland lebenden und hier ftutecrcnben Russen eine Organisation, eine Auslands otgamjatwn zur Unterstützung der ruiftfdjen fozialbemokratilchen Arbeiterpartei bestanden hat, ist zweifellos. Datz die einzelnen Ortsgruppen Fühlung unter einander batten, fei eben io erwiesen, wie der Zweck unb bic Ziele ber Organisation. Die Frage, ob die (Gruppen, speziell die Ortsgruppe Dresden, Beziehungen zu der deutschen Sozialdemokratie unterhalten habe, scheide iür die aus. Um den Beweis der Marken nach Motnnialmim n. datz dieser sei. Die Angeklagten behaupteten, Spitzeln gehabt hätten: er frage russischen Spitzeln identisch sei mit Polizei. Es sei erwiesen, datz die Absicht der iWimbünbclci bestanden Hal und sonach die Voraussetzungen des 8 12b . 3 o Io len» auf H 2S orten und geg.-n ten Fngenieur Ä r u a » likow ebenfalls aus 6 Äochen Ge'angniS. Tie übrigen Angeklagten wurte-n fmflriprocten. Sämtlicte Strafen gelten durch dir .rhttenc Untersuchungshaft als oerbützt. -- Zn bet Urteilsbegründung wurde bervorgehoben, datz Otc Auslandsorganiiatron ter ruififeten sozialdemokratischen Arbeiterpartei auch in Dresden Utucniurunt gefunden habe: ebenso fei durch bi: Bewe >auf- nabm1* emnefen, datz sich tee einzelnen Gruppen ;n öffentlichen Angelegenheiten agitierend im Sinne ter vaterländischen Partei besmtigt haben. Be, ten Freigesprochenen bestehe wohl ter Verdacht. sich in denselben Punkten vergangen zu haben, doch reiche das Belastungsmaterial zur Verurteilung nicht au-y ledensaUs unvorsichtig gefahren fein durch einen Stein obgcvrallt unb in den Üiagcn hincingekommen fei, trorcem er ihn gesehen habe, was auch viel eher dec Wahf fcheinlichceit entspreche, als bic Erzählung bes Klägers. Durch Urteil des Reichsgericht.' würbe bas Urteil des Cber lautesgcrichts jedoch wieder ausgehoben, ba es verkehrswidrig und fateläffig fei, c ijt Fuhrwerk zur Nachtzeit ohne Laterne auf der St ratze stehen zu lassen. Diese Umstände hätte ter Bciusungsrichter bei Bemessung des eigenen Per schuldens in Berücksichtigung ziehen müssen. Tie Sache wurde deshalb zur anterweitigcn Entscheidung an das Lberlandesgericht sondern auch der chinesischen in Deutschland immer notwendiger Wir muffen im Osten festen Futz zu faffen suchen. Nach der ganzen Entwicklung scheine es aber, als ob Die deutsche Regierung schUetz lich da,u gl .iviingen werden müsse, diese Professuren zu errichten In der Debatte nahm auch der Präsident das Dort und führt, aus: Air rennen nicht offene Türen ein, sondern stotzen mit unserer Anregung immer wieder auf taube Ohren, weil man überall im Deutschen Reiche die Wichtigkeit des ErnDringens in die chinesische Bildung noch nicht anerkennt Ostaiien ist im Begrii', sich zu emanzipieren. Die> mgen Nationen, die weniger mit Kanonen, sondern mehr mit Wissen und Bildung Futz gefotzt haben, haben die Zukunft. Unsere Kaufleute, Dwlomoten und Itonsuln können sich nicht, mit den chinesischen studierten Ären en verständigen Es kommt darauf an, junge Leute in die chineii'che Bildung einzuführen, damit wir mit allen chinesischen Streuen rechtzeitig Verbindung erhalten. Wir bleiben fönst zurück. Wir lorbern also diese Professuren immer wieder, und wenn man sagt, wir kommen damit immer wieder und wieder, so kommen rott eben damit immer wieder, denn steter Dropsen höhlt den stein. Es kommt hinzu, datz der Bundesstaat Hamburg uns bereits mit gutem Beispiele vorangegangen ist und eine Professur genehmigt hat. Aas Hamburg kann, können die anderen Bundesstaaten auch. Pros. Ratgen ^Hamburg) bittet ebenfalls, sich der Resolution jiönigsbergS anzuschlietzen, das Eisen fange an, weich zu werden. Wir brauchen die Leute im Osten, die uns biente- dank.nwelt des Ostens erfchlietzen unb näher bringen. «Sehr richtig., Der Antrag wirb einstimmig angenommen. — Zum Ort ber nächsten Tagung wirb Stuttgart gewählt unb daraus die Versammlung mit den üblichen Dankesreden gefchlos (öcfjcimbunöprojeb gegen russische Studenten. S. u. H. Dresden, 10. Juni. II Illingen für ihre cbone» an das r lliiteisuchungsdast iür verdös Writ.’.nbnit und die le: miiatxon ntrr kurze Zeit an- Vcrmifcbtcs. ♦’ Der tödliche Staub. In dem Jahresbericht des Arbeits-Bureans der Bereinigten Staaten für 190b, der soeben veröffentlicht worden ist, wird eine Untersuckping über bic verhängnisvolle Rolle, die der Stcrub für den allgemeinen Gesundheitsznstand fpiclt, mitgeteilt. Es wird berechnet, daß tm Lande jährlich das Leben von mehr als 22000 ^nschen gerettet werden konnte, ivenn nur die Ventilationsbedingungen in den Werkstätten, in denen die Luft mit „tödlichem Staube" gesättigt ist, verbessert würden. Die Zahl der Falle von Tuberkulose würde um ein Drittel vermindert werden 24.8 Proz. der Todesfälle unter den Fabrikarbeitern sind nach dieser Aufstellung durch Staub aus organischen Bestandteilen und 36.9 Proz. durch Metallstaub verursacht. Tie höchste Ziffer wird bei den Arbeitern an den Zerreibungsmaschinen erreicht, und 49.2 Proz. der Todesfälle werden bei diesen durch Tuberkulose nerbcige- führt. Die miigetciltcn Zaylen sichren zu dem Schluffe, das; eine der 5^allvtursachen der Sterblichteil unter der A'.bciler- bcvölkerung dem Mangel an reiner Luft Hllzuschreiben ifL Der Staub in den Räumen, in denen die Arbeiter sich den größten Teil des Tages aufhalten müssen, ist schädlicher als die Wirkung von ansteckenden Krankheiten; *,ubem ist riese Ansteckung in staubgeschwängerter Lust noch besonders erleichtert. Es ist ja eine alte Erfahrung, daß die Arbeit unter freiem Himmel gegenüber der in geschlossenen Räumen mit ihrem ständig auigennrbeltcn Staub ganz ailßcrordenl- liche Vorteile bietet. Die Ventilation der Räume kaun bis ui einem gewissen <Ärade die schweren Schädigungen, die der Staub für alle darin Weilenden mit jid) bringt, herab- mindern, so daß also eine ständige und ftrenge üngienifmc Montrotle durchaus erforderlich in. Als „tödlicher Staub" werden alle die kleinsten rtörperteilcbcn bezeichnet, die sich beim Gebrauch von den Äcrkzengen oder den hergestellten Okgcnftänbcn ablösen. Von welchem Stoffe diese Teilchen auch herrübren mögen, sie bringen den Arbeiter in <^?fahr, indem sie durch den Mund und die Nasenlöcher ,n die Lungen eindringen unb sich in den Luftröh Zur Bekämpfung des /v wirb in dem Bericht des ArbeitSburcauS eine Reihe von praktischen Anweisiingen gegeben, die auf Obrunb der Untersuchungeii der Professoren Hoffmann, Richardson und Haldane erprobt worden sind ' rfahren einer amerivmi scheu Elektrizitätswerfstatt, in der der Staub durch Saug- rohren aus Den Ärdeitsraun befördert wird, wie durch den Kamm der Rauch ins ^retr neter Weise durch die Arbeit grotze Dienste zu leisten. ♦ W i e man „Seltenheiten erzeugt. Datz die : begenterler Bricimarkensammlcr nicht Okgennant'c mehr oder minder einioanDfxcur Spekulationen g<- madu wird, ist eine bekannte Tatsache, 'teradezu klassnch find in dieser Beziehung einzelne füdamerikanifche Republiken, die die Schmerzen des SiaaiSdefiiitS durch eine neue Markenausgabe lindern oder bestehenden Markenivven durch bic freiwillige Ur- Aeugung von „Fehldrucken' Raritäkswert verleihen. Ater aua» en. datz durch lieber- grotzen Markenhandlern eine Verteuerung einzelner Werte künstlich wie die Internationale Sammlerzeiiung Verlag H. iro».. Leoben bertdnci, neu 'irns auch hohe Funkiionärc_ter franzöfiseten Kolonien gefolgt. Als konkrete Fälle werden Schirdungen mit Madag skar-Marken angeführt. Der V.-rgang in geraden: ras i mert zu nennen und gründlich zu teieitigen rronidiodieii nolonuu n all er wo Hungen hader tKahgate tev oorau« t sterium ui richten, •teil. Zrinitati!: nprmiertee iHrmrrtkn aü k tret ed)rvobt. ? Mttlrnnsgomei D. 6d)loV|tr. bad 8aG eiter. >". Delektiv-Kc: j Olt Sllbert SJot-:? i lsheimer. ! Lukasgemeu» lesdienst. chtolsheimil. ncinde. -Üd-Anla^ , 1909: $roeinemartt te, *rf- Begünstig! x. Oau gum , '< die nicht i,„^ len für |d)lafe tfettel, 6-8 )-803JU, ep,;:: iehlleu am letzten 11 iagi.N $utiidgegangen bj 'er (Segenb ,u!& ei dein am 8. leirieben Al -: te Markt f^v i) Rrämermari; uni: „8 Ujt: «»■ -nach Pst" ut Stil. Mi t Kommunion. 8k. cedigt. ; .„i Andacht nüM C’>t 9^cn Ä, scn bet d*M i [obeigN ’ Uli >"ib t VW; Ä? °r- h)erÄ Etl”eih SM c '-Bert 1 c'c ^hatibtn' Me •"66- etl i/öeiuinn" ugte teilen, f 'cn noch bfr S Wsfat jne» $id)tet5 iaiklJ von An» cci- Alls bas äcr’. ■' °.a,b einige Slp'i • ;etlNten üd) / ! Wen uneuöt., ™ Francs bt|li:.. 16?--' uü< . ■& ßer^' . ' tnE>’ ' ' ’j& j JE?* °K»- »D. 11Sj. r^eyer. • M giert- • 'M f^gwerk-jg lÄ**? ierg’^etl • *78 ie 8 . ' 'SU tf »*: io»®“"“ . 4 w» •.* ihn • ' , i &abD' ' >; »ri-E«1’ w 3 S A y P 2» E to <10 er es 2 =, e P p D .2, TO 2"—■ er er gff s •—,O TO. —> o ■2'^2= 5, < or — 2. k-, :e?ro Cb TO 225 TO CT O (V)5 Z C?2.2.= 2 3-0 - SC - er = - = ö-r. Gö- —■? «b 2" , = „er^S = - cs — X, °7Z Z - ~ 2-2*2 SsS5»s 2. (23 • „ —> S'o,~. => ~ ” er =■ fr")3*—■ a __c» r» - 61K Co to ■ts "ts er ,Cv er »-,. ro er — o" » to a- 3 3 rD — - =3 Co " D S> n 3 ? s to »-£ R.TO — — d @3 c/ w» rj LS^" dS o --»Ls » ro 3 «oH 50 i=i o® <5 CT L,?2 = ’ re KZ - -- ?o-2< 5 o ^S.2 c,(^ 9"^ o S :3 « E oi OS» 2 32? AP 4SZ » KZLS' .. o S Co O O _ — E. rs ö»3 3 P CO •-■ — ec pr er 3' -5- » « « »"» er Ä 2 « ® 6)o -S'os- M) Ö O P E » O § co Co S 7L> CO r». -> Cf) der Lu^t Absolute peuchtigkeil . gielattve C? Windrichtung S« o Windstärke CD co CD e «CD s> D Ct m c o cD T CO OT O | S er ro y =3 o» r> *-t V) **- ö er A «o o " er - ro _ «0 X .=> : s-— 37 3 ist to " p bD_ y. ®. QP = 2 o = S> ?°»Z ^^P - c- — °2® So 6 ' ■ er

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