Nr. 34 Ter Meßmer Anzeiger erscheint täglich, arrtzer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich Tlehener§annlicnblätter; zweimal wocheutl.llreiL- dlattsürdenUrcirEichen f Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- ivirtschastliche Seitfragea Rcnifpred) - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag ».Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Wieben. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt Mittwoch 10. Februar 1909 159. Jahrgang RotationrdruS und Verlag der Vruhl'schen Univ.-Such- und ZteinöruSerei H. Lange. Betaftion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. 8nzeigewe?l?^Beck. Bezugspreis: monatlich 75Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellerr monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. 58cfteUgr ZeilenpreiS: lokal 15Pf-, auswärts 20 Pfennig» Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson: f.Feuille- lon und „ Vermischtes E K. Neurath; für „Stadt u.fianb" und „Gerichts- ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten. Das englische Uönigspüar in Berlin. Demi gestrigen Einzüge der englischen Gäste hielt der Berliner Oberbürgermeister Zttrschiler üut dem Pariser Platze sol- gcitbe Ansprache: „Euerer Majestät entbietet die Hauptstadt des Deutschen Reiches den ehrfurchtsvollsten herzlichsten McklkommenSgi-uß. Das Erscheinen Euerer Majestät in unterer Stadt erfüllt un» mit aufrichtiger Freude. lDi.it besonderer Wärme gedenken mir am heutigen Tage der Staimnverwaudtsct) i" diesem^ alten Schlosse meiner Vorfahren aufs herzlichste willkommen zu heißen. Alte Traditionen und enge Baude der Verwandtschaft verknüpfen uns miteinander, und unsere mannig- sachen Begegnungen sind mir stets eine Quelle besonderer Genugtuung gewesen. Noch vor mcitig mehr als einem Jähre iixrr es der Karserin und mir vergönnt, unvergeßliche Tage als Eurer ILajestüt Gaste in beni altehrwürdigen. Schlosse von Windsor bu verbringen. Wir hoffen, daß es Euren Majestäten auch bei iuns gefallen möge, und daß der leider nur zu kurze Aufenthalt nur angenehme Erinnerungen lstnterlassen wird. Es gereicht der Reifer in und mir zu ganz besonderer Freude, daß Ihre Majestät die Königin, unsere geliebte Tante, den Glanz dieser feftliä'jen Tage durch Zauber ihrer geluimtenbcn und liebenswürdigen Anwesenheit erhöht. Wir sind ihr besonders dankbar, daß sie die Reise üt dem nordischen Winter nicht gescheut hat, um unä durch ihr Erscheinen in Vertut den Beweis ihrer verwandtschaftlichen Gesinnung zu geben. Eure Majestät können versichert fein, daß zugleich mit nur auch meine Haupt- und Residenzstadt und das gesamte Deutsche Reich in Eurer Majestät Anwesenheit eilt Zeichen der freundschaftlichen Gesinnung erblicken, welche Eure Majestät zu diesent Befuche bewogen hat. Das deutsckie Volk begrüßt den Beherrscher des mächtigen britischen Weltreiches mit der ihm gebührenden Achtmtg und sieht in dem Besuch eine gefunbe Bürgschaft für die fernere friedliche und freundschaftliche Entwicklung der Beziehmrgen zwischen unfern beiden Ländern. Ich weiß, wie sehr unsere Wünsche nach Erhaltung und Festigung des Friedens übereinstimmen, intb ich kann Eurer Majestät kein schöneres Willkommen bieten als mit dem Ausdruck der zuversichtlichlm Ueber- Seuguug, daß Eurer Majestät Besuch zur Verwirklichung jener unserer Wünsche beitragen nrirb. Indem ich noch der Hoffnung Ausdruck verleihe, daß das weite Reich, über ivclches Eure Majestät herrschen, auch fernerhin gedechen und bluherr möge, weihe ich mein Glas Eurer Majestät und Ihrer Majestät der Königin Wohl!" Auf den Trinkfpruch des Kaisers erlmberte der König von E n g l a n b gleichfalls in deutscher Sprache: „Im Namen der Königin, wie für mich selbst sage ich Eurer Majestät unfeven wärmsten Dank für big Worte des Willkommens, mit denen Eure Majestät uns soeben begrüßt haben, und nicht weniger für bat ebenso freundlichen wie glanzender'. Empfang, welchen Eure Majestät und Ihre Majestät die Kaiserin, sowie Eurer Majestät ganzes Haus und Ihre Haupt- und RcsideuzjtE ttus heute bereitet haben. -Obgleich ich meine wiederholten Besuche in Kiel, Wilhelmshöhe ober (Kronberg in angenehmster Erinnerung behalten habe, so gereicht es' mir doch zu besonderer Genugtuung, baß es der Königin möglich war, mich beim gegenwärtigen Besuch zu begleiten, und daß wir ibn in diesem alten Schloß Eurer Majestät Vorfahren in der Mitte Ihrer Haupt- und Residenzstadt Berlin abstatten konnten. ES bedarf wohl nicht der Versicherung, Paß wir beide den liebat Besuch Eurer Majestät und Ihrer Diajestät der Kaiserin in Windsor nicht vergessen habett. Eure Majestät häben ütbetreff dos' Zwecks und des er- wünschteu Resultates unseres Besuches meinen eigenen Gefühlen beredten Ausdruck gegeben, und ich kann daher nur wiederholen, daß unser Kommen nicht allein die engen Bande der V e r wa n dt scha ft z wi s ch e n unseren Häusern vor der Welt in Erinnerung zu bringen beabsichtigt, sondern auch die Befestigung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern und dadurch die Erhaltung des allgemeinen Friedens, auf welchen mein ganzes Streben gerichtet ist, erzielt. Mit dem Wunsche, daß die gedeihliche Entwicklung Ihrer Majestät ganzen Reiches auch in Zukunft andauern möge, erhebe ich mein Glas auf das Wohl Eurer Majestät, Ihrer Majestät der Kaiserin und Ihres Hauses." .... !■ I I ■HLT-.IHI — Ein Markstein in der Geschichte Europa;. An demselben Tage, an dem das englische Königspaar seinen ersten offiziellen Besuch in Berlin gentacht hat, ist ein hochbedeut s a m e s Abkommen zwischen Dcu11 ck) laud und F r a n k r e i ch in der deutschen J;eichshauptstadt unterzeichnet worden. Französische Zeitmtgen sehen in diesem Abkommen über Marokko etwas Epochemachendes, einen „Werkstein in der Ge- schichte Euwpas". Mau sucht die Hauptbedeutung dieses Ab- • kommens darin, daß es selbst für zwei sich so lange entfremdete Mächte wie Deutschland und Frankreich Mittel und Wege gibt, sich friedlich zu versündigen. Man fmut in diesem Llbkommen vielleicht foen ersten sachbedcutsanvur Schritt zu einer späteren größeren AmmHerung sehen. Das Abkommen, das gesterrt vormittag int Berliner Auswärtigen Amte von dem Staatssekretär des Auswärtigen, Frhrn. D. Schön und dem sranzösischar Botschafter Eambou unterzeichnet wurde, hat folgendat Wortlaut: „Die kaiserlich bcutfdte Regierung und die Regierung der französischen NeMblik sind, geleitet vvn beut gleichen Wunsche, die Ausführung des Vertrags von Algeiras zu erleichtern, über» eingebomrncn, die Bedeutung, die sie dessen Bestiniinimgen beilegen, genauer festzustellen, um künftig jeden Anlaß zu Mißver- stünduifsen untereinander zu vermeiden. Demgemäß ist einerfeits Die Regierung der französischen Republik, die an der Wah-rnng der Integrität und Unabhängigkeit des scherifischen Reiches unbedingt festhält, entschlossen, die wirtschaftlickie Gleichbereastigung aufrecht zu erhalten und demzufolge den deutschen Handel- und gewerblichen Interessen daselbst nicht entgcgeuzuwirken. Anderseits ist die Kaiserliche Regierung, die in Marokko aus schließe l i ch wirtschaftliche Jnkereffen verfolgt und anerkennt, daß die besonderen politischen Interessen Frankreichs mit der Sicherung von Ordnung und Frieden da- selLst eng verknüpft sind, bestimmt gewillt, diesen Interessent nicht entgegenzuwirkcu. Beide Regierungen erklären, daß sie keine Maßregel ergreifen noch ermutigen werden, die geeignet wäre, zu ihren eigenen Gunsten ober zu Gunsten irgend einer Macht wirtschaftliche VorreckTte zu schaffen, und daß sie trachten werden, vljre Staatsangehörigen an denjenigen GeschLstLn gemeinsam zu beteiligen, berat Ausführung diesen übertragen werden sollte." In Paris ist der Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich ebenso wie in Berlin mut großer Befriedigung aufgetw armen worden; ebenso in St. Petersburg, Ttadrid, Wien und London. Ter französische Minister Prchon Hat sich gestern zu einem Mitarbeiter der „TempS" über das Abkommen folgatdermaßen geäußert: „Diese Vereinbarung ist das Endergebnis freundschaftlicher Besprechungen, bezüglich deren ich nur ein Bedauern ausdrücken kann, das nämlich, daß sie nicht schon früher zum Ziele geführt haben. Ich sehe diese Vereinbarung in der Tat als den Forderungen der Situation Deutschlands und Frankreichs üt Marokko in jeder Hinsicht cntfticcdjenb an. Sie mürbe nach mehrwöchigen Besprechungen avgeschlofsen: - welche sich auch nickst einen einzigen Älugenölick auf andere Fragen als diejenige erstreckten. Die sie 5mit eigentlichen Gegarstande hatten. Sie ist also mit keinerlei Marokko fernestehenden Angelegenheiten verknüpft. Die beiden Regierungen batten nur das einzige Bestreben, sich zu ucrflläitbigen, um zwiscl-en einander alle Ursachen von möglichen Vemäcklungen in den marokkanifchen Angelegenheiten auszuschalten, indem sie den verschiedenen Interessen jedes ber beiden Länder beit chnen zuLommeudmt Teil gewährten. Die aus dem Meinungsaustausch zwischat Staatssekretär v. Schön und dem Botschafter Eambon hervorgegangene Formel muß au) durchaus befriedigend angefchou werden. Das wird zioeifellos die Ansicht aller derjenigen fein, welche mit der ntarokkanifchen Frage und ihrer jüngsten Geschichte vertraut sind. Keüt Entwurf könnte dem allgemeinen Friedat nützlicher feixt; das- ist, wie ich weiß, der Eindruck der Vertreter derjenigen Mächte, welche ihn kamen, und £.&■ kann nur bat versöhnlichen Gesinnungen, welche in dieser heiklen Unterhandlung die deutsche Regierung beseelt haben, meine Huldigung barbringelt." Aehnlich hat sich auch der deutsche Botschafter Fürst R a do l i n ausgesprochen. Er erklärte dem Mitarbeiter des TempS, baß er es für eine dir genehme Pflicht halte, hervorzuhebat, daß Minister Pichon persönlich einen sehr gwßeu Anteil an der Vor- bcreitmig des so erfreulichen Ereignisses habe. Es war unmöglich, mehr Loyalität, Voraussickst und Eifer diesem fruchtbaren Werke der Beruhigung entgegenzubringen. Alle, welche in Deutschland und Frankreich diese Verständigung gut heißen, sind chm Dmtk schuldig. „Ich füge hinzu," schloß ber Botschafter, „daß diese offene Auseinanbersetzung Folgen haben kann, welche sich nicht auf Marokko beschränken, und baß imfcrc beiden Länder den Beweis darin finden toerbat, daß man mit gutem Willen chlle Zwistigkeiten zu lösen vermag, ivelche die VerteLigung ber miteinander verknüpften politischen und wirtschaftlichen Interessen Hervorrufen kann." Mle Blätter messen ban dcutsch-französischen D^arvkko-Ab- konmteu gwßc Bedeutung bei und sprechen sich über dessen Tragweite sehr günstig aus. Der „Temps" sagt: Dieses Ende des mawkkänischcn Streites kann, wenn man will, einen Markstein in der Geschichte Europas bilden. Marokko war in der Tat, tote Fürst Bülow wiederholt sagte, nur eine „Gelegenheit". Ter „Siöcl e" schreibt: Wenn zwei großeNationen, wie Deutschland und Frankreich, nach der schiedsgerichtlichen Regelung des Zwisckxmfalles vvn Easaolanca durch ein endgültiges Ab kommen die Mißverständnisse beendigen, welche Cmropa durch mehrere Jahre beunruhigt haben, so muß die ganze Welt sich über diesen doppelten Erfolg friedlicher Bestrebungen freuen, und die Staate Oberhäupter und Minister, welche an biefan Erfolge mitgearbeitet haben, haben sich um bie Menschlichkeit verdient gemacht. Die „Sibert e" sagt, man müsse das Entgegenkomulen und die Aufrichtigkeit, welche die deutsche Regierung bei der Verwirklichung dieses Abkommens an den Tag gelegt hat, offen . ,,L'Italic" meint,! das Ablvmmeu werde von Europa mit um so größerer Befriedigung^ betrachtet p:ls es zu einem 'Zeitpunkte abgeschlossen wurde, iw Frankreich bie Ordnung in Marokko für genügend gefestigt hält, um einen größeren Teil seiner Truppen zurückziehen zu l'önnav politefd?c L«gcs?Chan. Demonstrierende Arbeitslose beim Eivznge des englischen KönigS- paares in Berlin. Vormittags sanden in Groß-Benin 15 Versammlungen, von der fozialdemokratischen Partei einberufen, statt, mit der Tagesordnung : Die Arbeitslosigkeit und das Verhalten! ber Kommuuen.'i Nach Schluß der Lcrsanuülungen formierten sich 2)enconftrc* tionsumzuge mit ber ausgesprochenen Absicht, vor das Rathaus zu ziehen und zu demonstrieren. Die T-enwnstranten wurdet alsbaÜ> von der Polizei zurtickgeioiesen. Die Deinonstzratwneirj begannen mit Versanunlungen der Arbeitslosen, zu denen fickü ca. 6000 Personen eingcfunden hatten. Es wurde yt allen Versammlungen eine RefoluLion angenommen, iit ber ilo. auf) die zu nichts verpflichtenden Redensarten dcs Oberbürgermeisters hingewiesen wurde. AutzLrüem wird erklärt, daß alle bisher vor- geschlagenen und borgenonßneiten Abhilfemaßrcgeln gegen die Ar-j beitslvsigkeit wertlos seien. Eine gründliche Abhilfe fei nur mbg^ lich durch vollständige Aenderuug des Systems im Sinns, der sozialdemokratischen Weltanschauung. I»! ber FriÄwichstwße biclteit halbwüchsige Burschen, die sich in beuä Zug gemischt halten, die Omnibusse an, rissen die &ab->. u c n bcriintet. Auch versdüedeue vor den Läden hängenbej Fahnen wurden niedergeholt, durch die Straßen^ geschleift und zerrisseu. In der Dirksenstraße nahe beti Zentral-Markthalle veranlaßte eine große Schlägerei bie Polizei,< die Temonstranlen mit bet blanken Waffe nach dem Stadtäußerr»-' abzubrängeu. Hierbei gab es blutige Köpfe und Sistierungckr^ Die Blätter aller Parteirichtungen sp-recheir sich entschieden, gegen die Ausschreitungen auch * Kriegerische Stimmung in Serbien. Sovgefteut besuchte der russische Gesandte in Belgrad den serbischen Nilnister des 2leußern, Milowauowüsch, und teilte ihm trat, daß er von der russischen Regierung, die in dieser Hinlicht gemeinsam mit Frankreich vorgehe, beauftragt sei, Emspruch gegen bie geplante Abfendnng des serbischen Memorandums an die Mächtei zu erheben und die serbische Regierung vor biefcnt unübcvlcgteni Schrille zu warnen. Rußlcu»d lueibe sich bemühen, für Serbien' Kompensalionen zu envirken. In einem sofort einberufenen Mi- nislerrat machte MUowauowilsch Mitteilung von bett Eröffnungen des russischen Gesandten, bie bei allen Ministern lebhafte Erregung beroorrißien. Der Kriegsminister benutzte bie Gelegenheit, für den Krieg z u p I a t b t e r e n und den Vorschlag zn machen, soiort Truppen an die bosnische Grenze zu eutfenben. Verschiedene Blätter drücken d!e Ansicht aus, daß infolge dieser Wendung ber Dinge bie Position des Kabinetts nod) unhaltbarer geworden fei.; Angesichts dieses Verhaltens der Serben katm man ivohl jagen y wen die Göller verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheu. Deut?ches Reich. Die Geschäßtsorbnungs-KommisfiondeSReichS-, t a g e s lehnte die von den OlaiumaUiberalen beantragte Zulassung/ von kurzen Alüragen tatsächlicher Natur an den Reichskanzler mir 14 gegen 11 Stimmen ab. Tie Finanzkommission des Reichstages setzte die, Abstimmung über den Nachlaß st euergesetzentwnrf au§i und überwies ihn einer Subkomuuftion von neun Nfttglledern. Die neue B e r g n o v e l l e ist dem preue. Abgeordnetenhause zugegangen. Sie fordert die Einrichtung von Aussichrsbeamten und Grubenkontrolleuren und bringt Bestimmungen über Arbeiter-^ ausschüffe und Kündigungsfristen. Ter olbenburgische Landtag hat gestern bei wiederholter Abstimmung das P l n ra l-W a hl recht mitStimmen- glerchheit abgelehnt. ArrsLand. Abkommen zwischen England und Siam. Wie1 das Reuter'fche Bureau eriährt, schlossen England und Siam ein U eb ercinkommen, nach welchem Siam die Staaten Ke lan tan, Trengganu und Kcdah an England ab- tritt. Dieses gewährt dafür Siam gemiffe Konzessionen, wahrscheinlich solche kommerzieller Natur. ParlamenLarjjches aus LZeften. R.-ß. Sormit abt, 9. Febr. Der GefetzgebungL- a u § s ch u ß der E r st c n St a m in e r hielt gestern unter Vorsitz deL stellv. Präsidenten, Geh. Jnstizrat Pros. Dr. Schmidt- Gießen, eine gemeinsame Besprechung mit den RegierungS- vertrctern, Staatsminister Dr. Ewald, Geh. Staatsrat Krug v. Nidda und Ministerialrat Lorbacher, ab, in der die allgemeine Situation in Beireff ber Wahlrechts.- Vorlage erörtert wurde. Der Ausschuß kenn nach längerer Beratung dahin überein, der Kammer zu empfehlen, sich bem von der Zweiten Kammer befchlossenen Ersuchen an bis Ri> gierung um Vorlage eines neuen WahlgesetzentwurfL auf Grundlage des direkten Wahlrechts anzu- schließen und weiter bie Regierung zu ersuchen, mit diesem (Befer; entrourf gieiajjettig auch den Lanbstanden enlsprechende Vorlagen über die Abänderung der Verfassung (:m Sinne der Versündigung zwischen den Ge'etzgebungGauSich.' ^en be-'cr Sammern- und über die WahlkrerSeinteilung vorzulegen. Tic Vorlage über die Wahlkreise.nteilung bunte sicherem Vernehmen nach ganz der dem vorigen Landtag imtetbretitlrn Vorlage, also Einteilung aus Gtunb der AmlsgericblSbezirke, crüspcechcn. während für die Veriassungbabänderung der Antrag Glossing grundlegend sein wird. Au» Stadt und Land. Gießen, 10. Februar 1909. Zchlutz der Anzeigen-Annahme: für Geschäfts-Anzeigen bis abends 7 Uhr am Tage vor der Aufnahme, für Kleine Anzeigen bis morgens 9 Uhr am Tage der Aufnahme. • • • — Tagerkalender für Mittwoch. 10. Febr.: Stadttheater: ,Tie KönigSkinder.* Anfang 7 Uhr. Gemein de- Fra neu verein: Bonrag von Vrokeflor D. Schian: Sa3 lernen wir ouS der Geschichre der christlichen L'iebrttäiiflfeit für die gegenwärtige Praxis? Abends 8 Uhr im Ranfumanbenfaal der Fohanueskirche. Verein für Frauen st i mm recht: Vortrag von Frau Dr. Altmann-Do ltheiner aus Frankfurt: Lie Frau in der Gemeinde. AbentL 8*/4 Uhr im Hotel Schütz. -Militärdienstnachricht. Oberarzt d. Res. Dr. med. Schäffer in Gießen, ist zum Stabsarzt der Reserve befördert worden. ** Ter Hassia-Kricgerbund hatte im Jahre 1908 eine Einnahme von 57 130 und eine Ausgabe von 54 507 Mark. DaS Vermög en des Verbundes cinid>licHlid) der Stiftungen beträgt 236 306 Mark und fcat um 11509 Mark zugcnommen. Ter Vetcrancn-Unter'stüvungSfvnd4 beträgt noch rund 14 000 sMark. (frttva 455 Borträge wurden in brtt Verbands vereinen ge- Italien. Tas Lcrsicherungskavital der Sterbe lasse ist auf über t* Millionen gestiegen. Ter Tclegicrtauog für 1909 findet am 13. Zunr in Ober-Ingelheim statt. ** Studentische Unterrichts kur se für Arbeiter jlini) 11 nt erbe amte 3» ben drei Hauptproben deS Mufik- gestes sind den tUurStrihiehmtrn und ihren Angcl>örigen eine größere Zahl von Harten ;n niedrigsten Preisen :,ur Verfügung «eftellt worden, die im. Unterricht und bei dem Leiter (Weser- Kraße 31) nbgelmft werden können. - - Einen einführenden Vor .trag wird Oleh. Hirthnrol Pro;. Ti Jt rüget nm Tfreitog abend f!» Uhr tu bet Universität halten, (fv sind i'-iju die Besucher der ttomerte aus den Kreisen der Arbeiterschaft und Unterbeamten freundlichst eingeladen, auch wenn sic an den Untcrrichtskursen mirfit teil nehmen — Ter Unterricht in der Bürgerkunde wird mit yUuffid't auf den Vortrag entsprechend gekürzt werden. — Für die Sitzung der Stadtverorbneten- Versautinlung Donnerstag, 11. Febr., nachm. 4 Uhr jwenn nötig, Fortsetzung am Freitag, 12. Febr., üachm. 4 Uhr), ist folgende Tagesordnung aufgestellt: 1. Mitteilungen. 2. Straßenbahn. 3. Straßcnpflaster. -1. Er- iveiterung be3 ElektrizitätSwerkcc,. 5. Gesuch dcS Dr. Rrine- watb uni Genehmigung zur Anbringung eines HoftoreS an teinem Wriinbftüd Liebigstraßc 32t 0. Ankauf dec Hofreiten /Große Mühlgaffe 3, r» und 12. 7. Anlage eines erhöhten Fußwegs an bei KrciSflraße Gießen—Hansen, d. Verlegung der Rreißfttafjc Gießen—WiLurar; hier: Genehmigung der tgetroffenen Vereinbarung mit Stoß, Wellhöfer und Walther. L Erwerb von Ctraßenland für bie Verlängerung der Wil- 1-elmstraße und der Liebigstraßc, sowie für die VerbindungL- siraßen zwischen diesen. 10. Beseitigung der Taubentränke, tll. Einspruch der Finna Friedel u. ASprion gegen die Bc- irechnung der Etraßenkosten für die JohanneSstraße. 12. Gesuch deü 6. Elsoffer um Erlaß von Bürgersteigkosten für die Rittergasse. 13. Benennung von Straßen zwisch-n Mittelweg und Detennarklinik. 14. Befestigung deS Weges entlang der Oberhessischen Eisenbahn vom Ecdkautenveg bis zur Bänninger- ^schcn Fabrik. Id. Gärtnerische Anlegung der Wieseckböschung tun der Alieeuraße. 16. Gesuch des Kaufmännischen Vereins sum Erhöhung beO Beitrages zu den Kosten der 5laufmännischen Fachschule. 17. Beschaffung von KieSschottcr zum Schlachlhof- Meubau. 18. Beschaffung eines OsenS für bie städtische Kaserne. 19. Heritellung eines Fußbodens im Dachraum des südwestlichen Flügels im alten Schloß. 19a. Vergebung der Fasel- Haltung. 20. Benutzung deS AnschlußgeleiseS an der Mar- -garethenhütte durch btc Lolat - Eisenbeton - Aktiengesellschaft. 2L Rechnung der Löberstislung für 1907. 22. Voranschlag derselben für 1909. — Die Steigerung bei Erträge unserer landw. Kulturpflanzen wird nicht allem dadurch ermöglicht, daß wir dem Boden die nötigen Nährstoffe durch Düngung Auführen, sondern wird erheblich beeinflußt durch btc Leistungsfähigkeit unserer landw. Kullurpflanzen, unter gegebenen Verhältnissen die höchsten Ertrage zu liefern. Dec Landwirt mu6 daher, wenn er Höchsterträge von seinen Grundstücken erhalten will, stets dafür Sorge tragen, bie für seine Vcr- hältnisie leistungsfähigsten Sorten anzubauen. Diese Leistungsfähigkeit wird bedingt einerseits durch die den einzelnen Sorten zukommenden Eigenschaften, rote auch durch die Be- schaffend eit bei Saatgutes. Tic Leistungsfähigkeit unierte wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturpflanzen wirb am besten durch Eortenanbauversuche geprüft, wie sie bie Landw irtschastükammer für Heffen ausführt. Weiterhin ist aber für unsere Landwirte noch die andere Einrichtung getroffen. daß sie Saatgut dieser in den Sortenanbauversuchen sich al« lesttungsfähig erwiesenen Sorten in bester Qualität 1'ich beschaffen können, aufl den Saatbaustcllen der Land- fwirtschaslSkammer. Tie Vermittelung des Saatgutes auv den Saatbaustellen. die unter Kantrole der Landwlrtschaftökammer flehen, geschieht durch die LandroiitschaftSkammer, die auch in jeder Beziehung bereit ist, Auskunft zu erteilen und Saat- listen zu versenden. Unseren Landivirten bietet sich hier Ge- legenheit, bestes Saatgut unserer ertragsreichsten Hafer-, Gerste-, Sommerweizen- und Kartoffelsorten zu erhalten. ** 2lk. Stenographenverein. Ter kürzlich ge- ßrihibde ^Akademische Steiwgraphenociem Stolze - Sch reu' hielt am Montag eine Versau:inlunim R staurant Royal ab. Dec junge Verein, besten Mitglieder z»i den verschiedensten Korporationen zählen, bezweckt bie Pflege und Förderung der vereinfachten Stenographie an Schulen und Universität und legt seinen MÜg'edern fast keinerlei 23er- pstichtungen auf. Wenn auch bie ‘Iknammhmg nicht allzu stark besucht war, so wurden doch recht viele Vunkic der TageSordnunq erledigt. Am Sck usie hielt der Schriftführer sind, theol. Otto Thei» eine Rede über den Altmeister, EabelSberger. den die Stolze-Schreyaner ebenso ehren wie dessen eigene Anhänger, -lach Beendigung der mit starkem Beifall ausgenommen en Rede wurde bie anregende Versammlung auf 14 Tage später vertagt. "Sprechstunde des Lehrers für die Eltern. An» Eltville schreibt man: Ein eigenartiger Antrag, der in der gesamten beutschcn Lehrerschaft sowohl, ro:e bei vielen tausenden von Eltern besonderes Intercffe erregen dürste, wurde seitens des Bürgervereins an den hiesigen Stadt- magistrat gerichtet. In einer Eingabe ersucht der Vorstand deS genannten Vereins nämlich um die Einrichtung von besonderen Sprechstunden, bie seuenS der Lehrer für die Eltern der ihnen anoertrautcn Kinder angeietzt werden sollen. Durch diese Neuerung will man eS den Eltern ermöglichen, zu bestimmten Stunden den Klaffenlehrer auf alle Fälle sicher im Schullokale sprechen und über die Kinder sich informieren zu können, ohne Gefahr zu laufen, dem Lehrer durch einen Besuch in seiner Wohnung lästig zu werden. Eine solche Sprechstunde soll von jedem Lehrer mindestens einmal im Monat abgebalten werden. •• Fernsv rech anlag e. Fni Intereffe inöglichst frühzeitiger Inangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernsprechanlagen ist c5 erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsprechanschlüste spätestens bis zum 1. März den Kaiferl. Telegraphenanstalten vorliegen. Versvätet angemclbele Anschlüffe, die infolgedessen außerhalb des Bauplanes nur mit Mehraufwendungen (z. B. durch besondere Entsendung einer Baukolonne u. s. ro.) herzustellen sind, werden in dem laufenden Bauabschnitt nur bann auSgeführt, wenn die Antragsteller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Alk. leisten ober wenn diese Mehrkosten den Betrag von 50 Mk. übersteigen, den wirklich aufgewcndcten Kostenbetrag erstatten. = Garbenteich, 8. Febr. Der Gesangverein „Liederblüte^ feierte am SarnStag sein 11. Stiftungsfest. Durch einen Prolog bcS Vorsitzenden PH. Borig wurde die Feier recht würdig eingeleitet. Zur Verschönerung deS Festes trug der Verein durch Gesänge unter Leitung des bewährten Dirigenten viel bei. Ter Vorsitzende gedachte in schlichten Worten der Ehrenmitglieder und brachte ein ,91U- Heil" dem Aadklub .Alemania- auß, dessen Vorsitzender dem Feste beiwohnte. Bi» zum frühen Morgen wurde bann noch getanzt. X Alsfeld, 9. Febr. Ein zweijähriges Kind spielte mit einer Katze, die auf den Deckel eines mit kochendem Viehfuttcr gefüllten Keffels gesprungen loar. Das Kind eilte der Katze nach, wodurch der Deckel durch bas schwerere Gewicht mS Nulfchen kam; eS fiel in den kochenden Inhalt und wurde so verbrüht, daß cs nach sechs Stunden verstarb. — Auf eigenartige Weise wurde der Arbeiter 91 enod)ß vor einem Unglück bewahrt. In einen größeren Brunnenschacht sollte ein schweres Zementrohr hin- untergelaffen werben. 91. stand bereits in halber Tiefe, als dem am Brunnenrande stehenden Arbeiter daß schwere 9lohc entglitt und über N. Hinwegsiel, derart, daß es über den die Hände nach oben streckenden N. hindurchfiel und in die Tiefe sauste, so daß N. mit dem Schrecken davon kam. O Laubach, 9. Febr. Landwirt Elbert aus Wetterfeld beabsichtigt bie Erbauung einer Käserei mit WirtjchaftS- betrieb an der Straße nach dem Namsberg. Sein Gesuch wurde mit & gegen 3 Stimmen vom hiesigen Gemeinderat genehmigt, was in der Bevölkerung große Entrüstung veranlaßte. Diese gab sich in mehreren Petitionen an bad KreiLamt Schotten kund; man befürchtet die Zerstörung des LandschaftSbilbcS und die zu erwachsende Schädig- ung unseres Luftkurortes. Auf den AuSgang ist man gespannt. — Der Volksbildungsverein beabsichtigt einen Mürchenabcnd mit Vorführung von Lichtbildern an einem Wochentag zu veranstalten. FC. Vilbc l, 9. Febr. Vor einigen Wochen fand hier eine Versammlung von Landwirten, Gewerbetreibenden ufio statt, die Stellung nahm gegen die seit November vor. IS. in Kraft getretene Wertzuwachssteuer. Nunmehr berief gestern der Sozialdemokratische Wahlverem eine Versamm- lung ein, um für bie fragliche Steuer sich zu äußern. Stadtv. Krumm-Gießen referierte. Er führte auß: Die von der Stadtvertretung festgelegten Sätze der Wertzuwachssteuer, 4 bis 20 Prozent, feien nicht zu hoch gegriffen. Immobilien- verkehr und Bautätigkeit gingen deshalb nicht zurück, wie die Statistik beweise. Die Besitzer, die länger wie 15 Jahre ihr unbebautes Grundstück besitzen, haben beim EigemumS- wechsel 2 bis 15 Prozent zu zahlen, bei bebautem Gelände kommen ebenfalls 2 b:S 15 Prozent in Anrechnung, Ctempel- gebühren, Gerichts-, Straßenbaukosten usw. werben vornherein abgezogen, so baß ber Wertzuwachs unbebeutenb ist, bernnach auch bie Steuer. Bei Erbfällen und sofortigen Verkäufen daraus fällt die Steuer weg. Der Protest, der hier gegen die Steuer erhoben worden vi, fei ungerechtfertigt, und die Petition, die man an die Regierung behufs Aufhebung der emgcführten Wectzuwochsstcuer richten wolle, fei lächerlich. Die Diskussion ergab cm .Für* für die Wertzmoachssteuer. Krumm emiahnte in feinem Schlußwort die Gegner, die geplante Eingabe an die Regierung nicht zur Ausführung zu bringen und stellte fest, daß die heutige Aussprache Klarheit über diese Steuerart, die den Boden- wucher vornehmlich beteiligt und trifft, erst gebracht. AB. Darmstadt, 9. Fcbr. Der Darnistädter Staatsanwaltschaft ist tv allem An'chcrn nach gelungen, den IQörbrr deS Landwirts GeiS in Ober-Kainsbach, der kürzlich erschlaaeu ausgcmndrn wurde, zu crmilldn. Es ist ber erst 18iäbeige Taglödner Georg Di ii’ auo Cbcr-jhrin^bcdL der als Rohling bekannt ist. Ter Verhcr'kere bestreitet zwar jede Schuld ■ ist jedoch idxüit er bcbcuunb früher von dort fortgegangm und auf bar. Ruckwr^c mit Geis »uiammengettrnen zu fein, dcn cx Dttmuilid) erst bürd' Stoä'chiage mißhandelte unb dann tou'chlug, uni sich Ujigclcgcnbcitfn zu ersparen w. Llainz. 9. Feln. dieier Nacht ist ut der 3rrenanflali der *1'1 ü U e r Thomas auL Nieder - Saulheim i^oemve^en ', 90 3abrc all, g e n o r b e n. Thomas war, wie utcllcicti noch er- umerlid) km Dürfte, nach Verlust eines Pro;ene4, dem er jein ganzes t'Cimögen geopfert Haue, nut der Behörde m Konflikt icten, wüce: es be» oucren zu jufcimmenflcbcn kam. Ba einem solchen wurde semerzeu cm GLndarrncrieivachmreister erfchoffen und ein anderer schwer cerounbd. Die aan*r Chcrbir'icrmcuttr Troic eui Bild :üic ud> der ht -Mchrige städtische Etat gestalten r-ürte. l*4 seien rur.b I000>>' Äark mehr aui;ubruiwn wie rrn Vorjalrrc und deshalb eine Steuerhöhung von 33 Prozent nicht ;u umgehen. •• Kleine Mitteilungen aus v essen und den a d> b c r 1 > ten J brr- p :arn lln ß I rf4 f a ll de» C: 'luller r.*t pflichtet und in fern Amr ctngcroicien — Revakienr unb Verleg.r Crbemann von .3 ießdn ba i n , der sich infolge AuS-gleit.'ns in ,einem «^'chäft-^ Zirner io schwer iwrlctzre. daß er in bie Klimt zu Marburg überführt nrrber. mu|ir. ist heute dort an ben Folgen einer Schlaganfalles verschieden Ei erreidttc nur ein Alter von etwa üj Jahren unb war em mtrflißenrtt unb hock geachtet, r Mann. — Ein strieg-veterMi auv dem badischen fvtlh- ;u lution annahm: „Die Vertrauensmannerveriaminluiig der bcul|dHo* zialen Partei des Reichstagsivahltreiies Gicßen-Grünberg- Ridda bedauert, daß der Abg. sköhlcr-LangSdorf durch sein Eintreten für den Pfarrer >dorell, den r>dandidatcn des Mittelstands- und landwlrtschaftoscind^ lichen Freifinns, die Grundfätze, zu denen er sich als Mitglied bet Deutsch-sozialen Partei vor der letzten Reich.- tagswahl bekannte, völlig verleugnet hat Seine Erklärung, die überdies ohne Wissen der Partclleitung zugunsten des linksliberalen Hanbibatcn erfolgt ist, UHir eine Difziplinwidrigkeit, die im Falle feines nicht freiwilligen Austritts durch Ausschluß Hütte geahndet werden müssen. Seine Angriffe gegen die 5>alUuig der T-cutsch- fozialen Partei bei bem Reichsvcreins- und Börsengesetz entbehren der zurcicl)enden Begründung. Gegenüber diesen Angriffen suhlt sich die Vertrauensmünner-Ver- fammlmig veranlaßt, der Tentsckb-sozialcn Partei und der Wirtschaftlichen ^Bereinigung iht uiibebuigtro Vertrauen auszufvrcct)en. Sie wird mit aller Entschiedenheit bapir Sorge fragen, daß der Wahlkreis Gießen-Grünberg Ridda der Deutsch-sozialen Partei erhalten bleibt." Aach der ?lbstimmung erklärte der einzige biffentiereiibc . Vertrauensmann, der aus dem Wohnorte des yernt Köhler stammend, aus Gründen persönlicher Freundschaft so gestimmt hatte, daß er unter allen Umstanden zur Dcutscb- sozialeu Partei stehen werde. Er wurde infolgedessen mit in den Wahlkreisvorstand gewählt. Ick habe hierzu einstweilen zu crHoren: 1. Daß ich für die Kandidatur des Pfarrers Korell cingctrctcii wäre, ist unwahr. Er selber bestätigte mir in einer Zuschrift an btc „Kleine Presse", daß ich selber „den Graden" bezeickmet hätte, der iui-5 in wirtschaftspolitischer und rassetheoretischer Einsicht trennt. 2. Die Deutsch-soziale Partei und ihre Leitung haben in meine Entschlüsse als Abgeordneter gar nicht- da- rcinzureden Tenn längst vor Auflösung des Reichstags berief die Parleileiwng der Deutsch-Sozialen int Kreise «vreßen eine Versammlung der Vertrauensmänner in das Gasthaus zum Löwen in Gießen, um einstweilen den Reichstags kandidaten nominieren. Da er Härte ich: „Tamit Sic nicht länger im Zweifel verharren, bemerke ich Ihnen, daß tch der Kandidat des Kreises schon bin. Der Bund der Landwirte wirb — trotz mancher Umtriebe — meine Wahl unterstützen. Unb wenn Sie (Die Leitung der Deutsch-sozialen Partei) das nun auch tun wollen, so seien Sic höflichst dazu cingeloden." Sic taten so, weil sie nicht anders konnten. 3. Tic Deutsch-soziale Partei hat für bas Re ich-- Vereinsgesetz in allen Punkten gestimmt. Damit ist zugeführt unb IMS vor allen Tingcn der P o l i z e i z w a n g uns in Hessen eine Fülle unsrciheitUcker Bestimmungen der vorherigen Anmelbung der Scrfamm- lungen aufgehalst worden; ja es ist den Deutsch-Sozialen durck ihren DerroriSmus gelungen, meinen Freund, den christlich-sozialen Abg. Franz BehrenS (man kann fast sagen) zu zwingen, mit ihnen für den Sprachenvarogra- phen unb andere freiheitsbeschrankende Bestimmungen zu stimmen (ich rief dem Abg. Lehrens damals zu: „Aber Franz, was tust du dal" Mir selber hatte man derweil ben Haften, der bie Abstimmkarten enthalt, entwenbet, um mich in her Abstimmung zu hindern-, auch batte mir bie Fraktion das Referat über das ReichSvcrcmSgesetz entzogen . 4 Die Deutsch-soziale Partei hat im Reichstag für das im Interesse des Großkapitals abgeschwächte Börseu- gesetz gestimmt. 5. Teutid)-fO)idIr Abgeordnete bezeichneten es mir als ihrer Ucberzeugung gemäß, daß iic cS für richtig halten würden, wenn 'Abgeordnete, denen von Wählerti ober anderen Leuten Geheimnisse anvcNraut seien, diese Geheimnisse dem Gerichte mitteilen würden und daß in diesem Falle selbst der Zeugnis zwang angebracht wäre. Daß diese (4efin lung sich mit der meinigen niemals vereinigen kann, das ist doch klar. — t Im Januar 190b wurde eine Resolution Löhler^. betreffend die Einführung landwirtschaftlichen Unterrichts im Reichstage eingebracht nnd am 5. Febr. 1908 mit allen Stimmen gegen die Stimmen der Sozial-- demokraten im Reichstage a n g e n o nt m c n. Unterdessen hatten die Abgeordneten v. Liebermann und Vogt-Hall in der Komnrission versucht, die Resolution Köhler mit ihren eigenen Namen zu kennzeichnen. Ja, der Abg. Vogt-Hall unternahm es in höchst unkollegialer Weise, mir in der Sitzung des 5. Febr. durch eine Anfrage au den bayerischen Bundesbcvollmüchtigten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nachträglich und ganz im Sinne dieser Machenschaften schrieb nachher die „Deutsche Tageszeitung", daß es dem Abg. Vogt^Hall (!) gelungen sei, den landwirt- schaftlichen Unterricht Beim Militär durchzusetzen. Dahingegen rufe id) die Großh. Regierung und den Landtag auf, daß ich als Allererster in 3 Anfragen und Anträgen schon seit dem Jahr 1902 diese Forderung aufgestellt habe. Und dazu die Annahme der Resolution tröhler vom 5. Februar 1908! 7. Die Deutsch-soziale Partei spielt den „Kteine-Gerne- groß", wenn sie sich) gebärdet, als hätte sie den Wahlkreis Gießen zu vergeben. Tie Wähler, die mich wählten, das waren keine Deutsch-Sozialen, das waren die alten und jungen Böckelianer und Zimmermannianer. Und werden es wiederum sein, wenn es gilt! Der Langsdorfer Freund, Friedrich Bonrmersheim heißt er, von dem ,im ,,Reich" die Rede ist, schrieb mir übrigens heute: „Die heutige Versammlung war nicht stark besucht (siehe das „sehr zahlreich" im „Reich"); „--ich konnte die Resolution nicht verhindern, 3 Stimmen dagegen (im „Reich" nur „eine einzige")." Die Parteileitung hatte den durch seine blutrünstige Reichstagsrede sattsam bekannten, aus Lyck an der preußisch-russischen Grenze gebürtigen Dr. Böhme als Antläger geschickt. — Ich meine, der hätte doch lieber in seinem litcruisch-masurisch-polnischen Stammlande bleiben sollen. Wir Hessen bedürfen seiner nicht, und auch die Marburger werden sich die Sache auch noch einmal überlegen, ehe sie ihn Wiederwahlen. — Berlin, im Reichstag, 9. Febr. 1909. Köhler-Langsdorf. LLnivertziLäts-Nachrrchten. de. Marburg, 9. Febr. Dein Oberarzt der medizinischen Klinik zu Marburg l)r. nied. Oskar Bru ns wurde die venia legendi sür innere Medizin in der medizinischen Fakultät daselbst erteilt. erid)ts$aaL 8 Marburg, 9. Febr. Die S t r a s k a m in e r beschädigte sich heute den ganzen Tag mit einer Anklage gegen den wegen Urkundenfälschung und Betrug im vorigen Herbst zu einer Gesamtstrafe von 2 Jahren und 9 Atonalen Gefängnis verurteilten Schuhmachermeister Lochet aus Wehrda, der damals durchgegangeu und in der Schweiz sestgenommen worden war. Es handelt sich um den Rest der ihm zur Last gelegten Straftaten, nämlich um die durch die Fälschung eines Bürgscheines er'olgte Schädigung eines Geschäftsmannes in Kassel und um eine Reihe Wechsel- sälschungen. Das Urteil lautet insgesamt auf vier Jahre sechs M o n a t e Gefängnis. Gleiwitz, 9. Febr. DaS Sch würg e r iBst verurteilte gestern einen Grubenarbeiter, der am 15. Juni vor. Js. feine Frau, mit der in Scheidung lebte, seine Schwiegermutter und deren Schwester erschossen hatte, dreimal zum Tode. «lerne TageSchrvnr?. Die Rappen, die den G a 1 a w a g e n der Kaiserin und der SjHtigiit von England zogen, wurden bei dem Einzüge infolge der schmetternden Fansoren unruhig. Ms sie die Schloßbrücke Datierten, scheute das Sattelpfcrd infolge des lauten Kanonendonners und sprang beiseite. Das .Handpferd wurde dadurch »nm Stürzen gebracht und riß das Sattelpscrd mit. Ein bercitgehaltener Ersatzwagen nahm die fürstlichen Damen auf. Als die Tiere wieder aussprangen, wurden sie non einem neuen Schüsse erschreckt, rissen sich los und stürmten davon. Bei dem Bemühen, sie aufzuhalten, wurde ein Geffcitcr front Regimente der Garde du Earps" aus dem Sattel gehoben und stürrle mit dem Kam so heftig gegen einen Latcrncnpsal, daß er sich eilte stark blutende Wunde zuzog. Bei dem gestrigen Einzug König Eduards in Berlin kam es zu mehreren Unfällen. In der Siegesallee erlitt eine Frau aus Chemnitz einen Schlaganfall und war sofort tot. In den fünf Unfallstationen des Roten .Kreuzes wurden elf O h n in a ch t § • und mehrere Krampfanfälle behandelt. In Dorstfeld (Rbeinlandel wurden heute in früher Morgenstunde zwei heftige Erderichütterungen verspürt, deren Ursache noch nicht festgestellt werden konnte. Tas n a t i o a l e Hilfskomitee hatte der Besatzung von Messina 12000 Lire als Ehrensold überwiesen. Tie Soldaten verzichteten jedoch zu Gunsten der Geschädigten. — Ter amerikanische Botschafter übergab dem Abgeordneten Ohimirri l1/« Million Lire. Von den Zinsen wtrd eine A ck e r b a u k o l o n i e für kalabrische Bauern errichtet.____________ Lrttgedcrnor. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik siebenden Artikel übernimmt die Redaktwn dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) _ Die Ausführungen des Herrn Jughardt drängen mich zum Schlußwort: Herr Jughardt will nicht eiusehen, daß es keine „sozialdemokratische n K o ns um v er e in e" gibt. Vielleicht begreift cr'y, wenn ich ihn folgendes frage: 1. Ist die Gießener Gewerbebank ein Institut der freisinnigen artei, weil dabei Parteifreunde Jughardts die Leitung haben? 2. Macht nicht die Gewerbebank den Bankiers die gleiche Konkurrenz wie ein Konsumverein den Spezereihändlern? Also ein Arbeiter, 21 Jahre alt, bei einem Sozialdeinokraten beschäftigt, erhielt wöchentlich nur 16 Mark. Ja, verehrter $?err Jughardt, 19U7 waren in Hessen 46 269 Steuerzahler mit 500 bis 600 M. Einkommen, 50 139 mit 600—750 M., 54 416 mit 750 bis 900 M. und in 1907 betrug der Turchschnittslohn in der Ziegeleibernssgenossenschaft 659 M., in der Bekleidungsindustrie 814 M. pro Jahr. Wie viel Parteigenossen des 6 ernt Jughardt mögen loohl zu den Arbeitgebern gefrören, die derartige Hungerlöhne bezahlen? Ferner: eine soztaldemokrakische Verkäuferin erhält 65 Mark monatlich, eine weitere 20 M. (kann doch hier nur ein Lehrmädchen in Frage kommen). Will Herr Jughardt drauflegen, was den in Gießener Ladengeschäften tätigen Mädchen monatlich an 65 M., oder was den in Gießen beschäftigten Arbeitern an 16 M. Wochen- lohn fehlt? Ich glaube, er wäre bald bankerott! Tie Vorgänge in der „Leipziger Lolkszta." sind längst geklärt, es handelte sich um eine llebergangszeit bei Aufstellen neuer Maschinen: hätten alle Arbeücr Deutschlands die Arbeitsbedingungen der „Leipz. Volksztg.", die meisten würden glauben, das goldene Zeüalter sei angebrochen. Ja, werter Herr Jughardt, cs ist nicht so ganz leicht, Splitter in anderen Augen zu suchen, tuenn die nächsten Freunde der Balken so viele haben. M. K. * Gegenüber der Behauptung des Gabelsbergerschen Bundes- Vorsitzenden, daß in der S ch u l e S t o l z e - S ch r c i) --) die Unterrichteten anders gezählt worden mären als bei Gabelsberger, kann ich nur nochmals versichern, daß diese Annahme nicht zutrifft. Unsere Frage richtete sich dahin; „Wen haben Sie im Systeme Slolze-Schrey unterrichtet?" und nicht: „Weir haben Sie f o r t g c b i l ö c 1 ?" Die Gabelsbergersche Schule freilich ift genötigt, ausdrücklich zu betonen, daß sie nur Anfänger- und Eie- menlarkurfe zählen will, tveil sie früher das Berfahren beobachtet hat, das sie icljt uns vorwirft, sogar ausdrücklich nach Elementar- und Fortbildungskursen gefragt und dann beide Zahlen zusammen- gezählt hat. Ein Vergleich der Bereinsmitgliederzahleu gerade mit der Gabelsbergerschen Schule hat deshalb wenig Wert, weil sie auch Mitglieder zählt, die feinen Beitrag zahlen, die also vielleicht in 50, 60 Vereinen zugleich Mitglieder sein können. Max Bäckler, Vorsitzender des Stenographenverbandes Stolze - Schrey, Berlin W. 35, Potsdamer Straße 123 b. *) Wir schließen hiermit den Meinungsaustausch der beiden Stenographie-Systeme, da da§ große Publikum kemerlei Interesse an ihm Hal. D aubr ingc n. Fast aus dem ganzen Reiche hört man Klagen, daß seit 30 Jahren eine derartige Ueberschwemmung wie in tiefem Jabre nicht vorgekommcn ist. foicr in unserem Orte Daubringen können wir Dank der Regulierung des Flußbettes der Lumda berichten, daß man von Ueberschwemmungen nichts gemerkt hat, die Lumda ist aus ihrem Bett nicht ausgetreten (ein Trost für spätere Zeit?. Eichender dieses möchte hiermit anregen, da inan das Gelände «an der Kreisstraße zur Haltestelle iticht mehr als Sumps bezeichnen kann, ohne Bedenken in Zukunft zu genehmigen, daß Leute, die an der schönen Straße gerne wohnen möchten, nicht zurückgewiesett ivcrbcu und- dort bauen können. Von vielen Seiten würde es begrüßt, wenn jetzt Einsicht genommen mürbe, wo wir einen hohen Wasserstand haben. Auch wäre an dem fraglichen Gelände bei Daubringen-Haltestelle eine Entwässerung mit Leichtigkeit hergestellt, da das Terrain über ein sehr gutes Gefall verfügt. Es würde sich dadurch hier in unserem Orte die Baulust regen, und eine engere Verbiitdung mit der Haltestelle herbei- gesührt. Mögen diese Zeilen die Aufmerksamkeit anziehen und eine endgültige Genehmigung der Baulinie Taubrmgen-Haltestclle herbeiführen. ( SanöeL. Ehemische Werke vor m. H. & E. Albert, A m o n e- burg bei Biebrich. Auf eine Anfrage, ob die Erträgnisse der Gesellschaft infolge des Preisrückganges für Zuckerphosphat und Schwefelsäure stärker berührt werden, hat die Gesellschaft geanl» roortet, baß den schlechtesten Verhältnissen in diesen Artikeln bessere Ergebnisse anderer Zweige des Unternehmens gegenüber flehen. Die Gesellschaft hält au ihrer Schätzung der Tividende auf wieder 32 Proz. unverändert fest. MärttL. tb. G i e ß e n , 10. Febr. T er gestrige R i n d v i e h m a r k t halte einen Auftrieb von ca. 900-950 Stück Großvieh und etwa 200—250 Kälber. Ter Austrieb in Milchware war gegenüber der stark erschienenen Kundschaft von Main, Ratze uiid Mosel nur mäßig, so daß wieder sehr hohe Preise für Milchkühe gezahlt werden mußten. Ter Handel in Fetloieh war 'ehr flau und die Ware roar nur zu weichenden Preisen an den Mann zu bringen. Ten Markt m feilen stützen machten die Einkäufer aus den kleinen Landstädten, die billig zu Ware kamen. Für den stälbervorrat waren die großen Städte wieder Abnehmer, ohne daß es möglich wurde, höhere Preise zu erzielen. Eine schöne Auswahl in Fatzr- ochsen lockte Refleitariteii an, die die Tiere auf Spekulation an- kausteu, aber nur mäßige Preise für die Gewanne anlegen wollten, so daß die Händler, die enorm hohe Forderungeir slelltcn, am Preise stark Nachlassen mußten. Jungvieh war recht schwach vertreten und erregte bei den Einkäufern fein Interesse. Bezahlt wurden für Kühe frischmelkend u nb tragend 1. Qual. 475 bis 550 Mk. (einzelne bis 600 Mk.), 2. Qual. 375—450 Mk., 3. Qual. 280 bis 340 Mk. Gehandelt wurde Fettv reh der Zentner Schlachtgewicht Rmder 1. Qual. 69—70 Mk, 2. Qual. 66—67 Mk., Kühe 1. Qual. 58—59 Mk, 2. Qual. 53—55 Mk., fette Ochsen sind in der Gegend 1. Qual, m t 74—76 Mk., 2. Qual, mit 72-73 Mk. beguem jn haben. Kälber gingen fort der Zentner Schlachtgewicht 1. Qual. 70-73 Mk., 2. Qual. 63 bis 67 Mk., 3. Qual. 55 - 59 Mk. Der Markt wurde fo ziemlich bis auf wenige geringwertige Milchkühe geräumt. ko. Frankfurt a. M., 10. Febr. Schweinemarkt. (Crg.- Tel. des Gieß Anz.) Zum Verkaufe standen 1063 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweine 1. Qual. 70—73 Pfg., Lebendgewicht 56,0 bis 00,0 Pfg.; 2. Qualität 69—00 Pfg., Lebendgewicht 56,0—00,0 Pfg., 3. Qual. 64—68 Pfg. Geschäft gut, Ueberstand unbedeutend. Airchliche Nnchriehten. Lvangelische (vememde. Tonnerstag den 11. Februar, abends 8 Uhr, im Markus» saal: Btbelstunde. (2. Johannes-Brief.) Pfarrer Schwabe. Freitag den 12. Februar, nachmittags 5 Uhr: Versammlung des Gemeinde-FraueüVereins der Markus- g e m e i n b e. Giefiener rLetterdieust. BorauSsichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag den 11. Februar: Wechselnde Bewölkung. Btelfach Schnee. Tempe^ ratur wie heute. Westliche Wmde. Gr'igittal-DrahtmelSLrttgen. Wien, 10. Febr. Wie offiziös nritgeteilt wird, begrüfst die ö ste rr e i 0> i s ch - n n g a r i s d; c Regierung bad bcuLid>» franzöiische Wtommen mit großer Genugtuung. Oesterreicb-Un- garu fei schon seit Jahren bemüht gewesen, die Eittente auf diesem Gebiete zwischen feinend Bunbesgenofsen und Frankreich, das für Oesterreick-Ungarn ein aufrichtiger Freund sei, zu erledigen. Durchs dieses Abkommen, so schreibt das ,,Frem de n b I a 11", stellen srch die beiden Mächte auf einen vollkommen klaren, jedes Miß- vcrständnrs ausfchiließenden Standpunkt. Mailand, 10. Febr. In dem Dorfe Tortoli kam es zu einem blutigen Kampfe zwischen Carabinieri und 50 Briganten, die das Tors überfallen hatten. Mit Mühe gelang es den Carabinieri, die Briganten zu vertreiben. Paris, 10. Febr. Dcleasse erklärte in einem Inter- bienu mit einem Redakteur des Echo de Paris über ins Ab lammen zwischen Tentschlaird und Frankreich,dasi dieses Einvernelpneir befriedigend sei, sowohl aus dem Grunoc, baß beide Regierungen versichert Haden, daß daS Abkommen ans dem Wunsche tzervorgegangen sei, zukünftig MeinungsverschiLden- heilen äti vermeiden, als auch weil die wirtschaftlimen Interessen: Deutschlands und die politischen Frankreichs gewahrt bleiben. Delcassö fügte hinzu, daß dieses' Abkommen ähnlich laute, wie das Abkommen uiit Engi and und Spanien. Paris, 10. Febr. Jntransigcant bcljauj.itct, Deutschland hätte bezüglich der Einführung deutscher Werte au der Pariser Börse Zugeftäudnisse erhalten, eine Nachricht, für die anderweitung leine Bestätigung vorliegt. Sofia, 10. Febr. Der Minister des Äußern, Rtalinolu, teilte den Vertretern der Presse mit, die Regierung habe beschlossen, nachdem sich der türkische Gegenvorschlag gegen eine Grenzberichtigung ausgesprochen hat, mithin der türkisch-bulgarische Streit in eine friedliche Phase getreten sei, die DcmoLilisicrung sämtlicher Grenztruppen nn-*. zuordnen. Sofia, 10. Febr. Tie „Sobranje" votierte eine Jurtg-« gesellen st euer, wonach feder Jmtggcselle, sobald er das 30. Lebensjahr überschritten hat, eine jährliche Steuer von 10 Franks zu bezahleir hat. Man nimmt 2 bot Kathreiners Malzkaffee, mahlt ihn nicht zu fein, setzt ihn mit einem Liter kalten Wassers an, bringt den Kaffee zum Kochen und lässt ihn noch 3—4 Minuten auf dem Feuer. Erst dann giesst man ihn durch und hat nun den echten wohlschmeckenden Kathreiners Malzkaflee. lerliNer fe-tes Vollkommener Ersatz für sogen, echtes Pilsener empfiehlt in Flaschen, Syphons and Gebinden Tel. 83. Biergrotzhandlung. Tel. 83. 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Bezugnchmend auf vorstehende Bekanntmachung empfehle ich mich zum Abschluß von.Hagewersicherungen aller Art gegen Ddltge, feste Prämien ohne jede Srachäabluug und bm ich zur Erteilung jeder weiteren Austunst gerne bereit. hv% Heinrich Reinhardt. pofipatet=2löreften »# zirma wr.. buitan BräDI’ithc Untoerßtäts-örudercL Sietzra. Münchener Bürger-Bräu Emil Schmall, MerkrgtzhNdlNg, 8 Schlittschuhe Kinderschlitten Rodelschlitten Eissporen ctc. empfiehlt Edgar Borrmann § Eiseuhandluug, Neustadt 11. Beteiligung. Suche mich mit Fabrikanwcscn an rentablem Unternehmen zu beteiligen. Schriftliche Angebote unter 914 an den Gießener ‘Jlnsctger erbeten. Morgen Donnerstag früh trifft eine große Sendung [194 sriHe ÄeWe ein bei Georg Wallenfels. Marktplatz nnr 21. Telefon 46. Gegenüber der Engelavottzete. Bestellungen erbitte frühzeitig! sunt Bügeln wird angenommen. 10910 Marburger Straße 56, IV. Sielt. Mädchen, perf. tmLIochen u. Scruieren, entvf. sich für nachm. u. 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