ooin Mi rÄ?n$titt8rmt8. DWK von Peter Prang. SmwariM Znm »raten Haie: Liebesmanßver" tütcn-Programm trat Bretten-Darsteller, s« -W rann; ,Kll->ch " ter 1909: is-Maskenbsli und HerreuMasken n ben bdiumten Power- ebevst ein 10881 E. loffemnS Gieren. d. med. sucht sofort »tifrtn Zwecks Sflcnfv irmderMederMckn i'ti.Anged.m. Sm/Mate 617 cm den S/eö. -10000 IPX iwoi abenb: neaach ^er sn** Technikum | Mittweida U Direkt»! Prtf«« Sollt rugf, teebü*he LehnMtilt T^Lr^TMMchinait6±riit LK^lang® ßf 1^* ■S2ST»etaÄ* v.TTrtodL-labonteefc ltk&bSrbU^. 8M= e-c. koetento . (in Glessen-.Boetter.\ n^ Lor^ bett p- 3SÄ «agS' IA-L- Er*-* ae, der (r' üal>n iw» Nr. Ö Zweites Blatt 159. Jahrgang Dienstag 12. Januar 1909 Erscheint tSglich mtt Ausnahme deS Sonntags. Die „Sietzener FamiliendlStter" werden dem «Anzeiger* üicnnal wöchentlich beigelegt, dar „KrtlsWatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzriger fflr Sbrrheffen Rotationsdruck und Verlag der BrühNche« UnwersilälS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: esg^öL Redaktionen 112. Tel.-AdruAnzeigerSießew ■■! WH 'I IT MIUB Aoosevett und der Kongreß- Was matt bei dem Ansehen und der Beliebtheit des arneri- Lanischen Präsidenten Roosevelt faunt für mögt ick) gehalten hätte, scheint Wahrheit werden ;u wollen. Wenn eä sich beseitigt, daß der Kongreß chn in Anklagezustand setzen will, nachdem Senat und Repräsentantenhaus sein Verhalten bei der Organisation deS Geheimdienstes und der Ernennung öffentlicher Bemnlen untersucht haben, dn)l>en ihm noch vor seinem Rücktritt von der Pväsi- dentscyaft die größten Unannehmlichkeiten. Wohl laßt.sich an- nehmen, daß — trotz der jetzigen Empörung gegen Roosevelt — Lei den ganzen amerikanischen Verhältnissen die Untersuchung und eventuelle Strafverfolgung mit einem, „non liquet" endigt, aber nnmerhin ist es sehr bedauerlich, daß ein Mann, zu dem die gantze alte und neue Welt voll Bewunderung aufsah, am Albend seines öffentlichen Wirkens fvlckre Erfahrungen machen muß. Ter Grund für die Aktion, die sich jetzt gegen den Präsidenten vor bereitet, durfte, wenn man dabei auch kaum an eine kerartige Wirkung gedacht hat, allgemein bekannt sein. Der Kvnareß hatte an dem Budget für den Geheimdienst einige Abstriche vvrgerwmmen, woraus Roosevelt Anfang Dezember eine geharnischte Botschaft erließ, in der er dieses Vorgehen nicht nur tadelte, sondern auch in recht scharfen 2lusdrucken darauf hinwics, daß der rcongreß den GehrimoiensteEtat, dessen Erhöhung Vkoose- toelt überdies gewünscht batte, nur deshalb gekürzt hätte, damit jdie weitere Erllhüllung gesetzwidriger Biachenschaften, wie sie sick> xinige Kongreßmitglieder namentlich Lei ihren Lanbschivindeleien in Oregvn zum Sck-aden des Staates hatten zu schulden kommen lassen, verhüwert wurde. Natürlich mußte dieser Passus in der Botschaft Präsidenten viel böses Blut machen Blochte doch unter den biederen Repräsentanten so mancher ein schleck-tes Ge^ wissen haben, so daß man ihnen — natürlich immer vom amen» Lrnckchen Standpunkt aus gesehen — kaum verdenken kann, wenn sie oaS DauwLesschtvert, das über ihnen schwebte, nichä noch lyä«: schärfen wollten. läßt sich auch andererseits nicht leugnen, daß Swosevelt besser getan hätte, sich diese Herausforderung yj sparen. Inr Kampfe gegen die „r-nchen Räuber" hatte er schlecht Lbg^schnteten, dazu stand er kurz t»r seinem Rücktritt, so daß es entscyieden angeiirack-ter gewesen wäre, anstatt den Löwen jetzt noch zu reizen, seinem Nachfolger Tafst, wie die endgültige Aus- fechtung des Kampfes gegen die Trusts, so auch den Kampf gegen die ^ndspekulation mit Hilfe elloeS verstärkten Geheimdienstes überlassen hätte. Daß er es nicht tat, sondern den Kongreß beraus- strderte, ist ein Beweis dafür, tote der verhätschelte Teddy alte grrnach begonnen hat, sich als Diktator zu fühlen. Sprach man doch schon "im ZusaMmenhang mit seiner dreimaligen Wiederwahl und der jetzigen Nachfolgerschaft seines JMimus Tast von einer Dynastie Zioosevelt. Dem fteihettlichen Amerikaner erschemt natürlich dieser Gedanke als ein Unding, wie er denn auch jedweder Verstärkung der Präsidialmacht abhvll» ist Da aber gerade das Institut des Geheimdienstes ganz besonders dazu bestimmt ist, neben tzer Verfolgung staatsgefährlicher Verbreckien, Schmugge- Xeien und Zolldefrauärtionen Über die persönliche Sicherheit des Präsidenten zu wachen, so befürchtete man nach dieser Richtung hin sein Auswachsen zu einer Art Prätorianergarde und schob deshalb den Wünschen dos Präsidenten einen Riegel vor. Das Repräsentantenhaus hat demgemäß am 17. D.Zomber, dem Vorschläge des Ausschusses entsprecheiw, eine Protestreiointion gegen hie Roojeveltsche Botschaft angenommen und von deut Präsidenten Beweis für seine Behauptung von der Bestechlichkeit und dem unlauteren Gebühren der Kongreßmitglieder, sowie ihre Namhaftmachung, gefordert. Gegenüber dieser front Repräsentantenhausc einstimmig angenommener: Resolution erließ Roosevelt eine Erklärung, Me feine Behaupmngen rechtfertiget: sollte, aber in der Sitzung deS Repräsentantenhauses vom 8. Januar nicht als gc- snügeud erachtet wurde. Ein besonders schwerer^ Schlag war es für Roosevelt, daß an diesem Tage auch der Senat mit einer Mehrheit, die durch den Zusammentritt von 25 engeren Parteigenossen Roosevelts zustande kam, eine Resolution annahm, die sich gegen seine Polllik richtete. So scheint die gtairzvvlle Praste dentenzell Roosevelts mit einer recht verdrießlichen Dissonanz ci> digen zu wollen. Deutsches Reich. In Gegenwart des Kaisers faitb gestern int Aarser-Franz-Grenadier-Regiment die Feier des 60. Jahrestages der Ernennung des österreichischen Monarchen zum Chef des Regiments statt. Der deutsche Militär-Attache: Graf Klageneck wurde gestern mittag in Wien vom Kaiser Franz Josef in Audienz empfangen und überbrachte ihm ein Handschreiben Kaiser Wilhelms. Dem Reichstage ist eine Novelle zum Gesetz über die Doppelbesteuerung zugegangen. Die Reichstags-Ersatzwahl int Wahlkreise Siegen-Wittgenstein-Biedenkopf hatte folgendes Ergebnis: Mumm (christlich-sozial) 13429, Vogel (nationalliberal) 7820, Nuschle (srs. Vgg.) 4576, Scharmützel (Ztr.) 3046, Schneider (christlichnational) 1022, Gogowski (Soz.) 1694 Stimmen. Es ist also Stichwahl zwischen Mumm und Vogel erforderlich. Eine deutsch-englische Grenz-Kommission hatte an der Nordwestgrenze von Kamerun, und zwar auf englischem Gebiet, schwere Kampfe mit den Mundschis zu bestehen gehabt, die auf beiden Seiten der Grenze ansässig sind. Der Führer der deutschen Expedition, Oberleutnant von Stefany trug dabei eine Verwundung davon, behält jedoch trotzdem die Leitung seiner Truppe bei, von der zwei eingeborene Soldaten im Kampfe gefallen sind. Ausland. Eine Million für die Opfer des Erdbebens. Der französische Ministerrat hat gestern beschlossen, die Kammer zu ersuchen, die Interpellation über Marokko gleich nach der Wahl be§ Bureaus aus die Tagesordnung zu setzen. Beantragt wird ein außerordentlicher Krebit von einer Million zur Hilfeleistung sür Unterilalien, ferner die öffentliche Belobigung des Admirals, der Offiziere und Mannschaften des Geschwaders, das zur Hilfeleistung nach Messina geeilt war. Die französischen Mediziner haben mit ihrem Protestieren und Demonstrieren Erfolg gehabt. Der französische Unterrichtsminister teilte gestern dem Ministerrat mit, daß ec von der Einführung des kürzlich angewandten Verfahrens, die Zulassung zum medizinischen Studium von einem Wettbewerb abhängig zu machen. Ab st and nehme und die Wiedererösnung der medizinischen Fakultät für Studierende des ersten und zweiten Jahres angeorbnet habe. Neue Melbungen über die Lage in Indien sind für England im höchsten Grad beunruhigend. Es handelt sich gegenwärtig um eine scharfe Feindschaft zwischen den Hindus und den Mohamedauern. Die Gäh- rung unter den letzteren sei sehr groß, man befürchte blutige Zusammenstöße zwischen den beiden großen Klassen der eingeborenen Bevölkerung. Die „Daily Mail" meldet, daß Polizeitruppen in die Gebiete entsandt worden find, in denen die Gefahr am höchsten ist. Deutscher HimKlrtag. S. u.H. Berlin, 11. Jan. Unter dem Vorsitze deS ViseprvswLMen des Reichstages Stadte ältejren Kaemps trat heute int Langenbeckhav.se die 35. Volte versamnrluug des Deutschen Handelsiages zusammen. Nach ber Eröffnung durch den Vorsitzenden verstchcrte Staatssekretär von Bethmann-Hollweu die Teilnehmer des regsten Interesses der Staatsbehörden an den Verhandlungen und wünschte, daß die Versammlung mit dem wellen offenen Blick des beul|d)en Kaufmanns an die Erledigung ihrer Hauptaufgabe, die Besprechung der neuen Steuervorlagen herantreten möge. Der Staatssekretär deS Reichsschatzamtes Sydow betonte, daß es sich bei der Reichsfinanzreform um eine Lebensfrage des deutschen Volkes handle, denn gesunde Finanzen seien die Vorbedingungen für polnisches und wirtschaftliches Gedeihen. Man habe die Regierung im Verdacht aefrabt, daß sie vor geschlagen habe, das sei aber nicht der Fall, der Bedarf [et im Gegenteil recht knapp bemessen. Wenn die Finantzreform ictzt^ nicht zustande konune, würde es notwendig rceeben, die direkten Steuern, auch nach der unteren Grenze hin, bedeutend $u erhöhet:. Ein Rückgang des Reiches in wirts^ft- licher und finanzieller Beziehung würbe zunächst den Handel treffen, der daher die nächste Veranlassung haloe, das Zusianbeämrmeu der Reichssinanzrefonn zu unterstützen. Nach, dem Referat des General- sekretärs Soetber über die „Ordnung des Reichshaushalts" wurden die einzelnen neuen Steuer Vorschläge der Regierung einer engehenden Kritik unterzogen. Die Versammlung einigte fick- schließlich auf folgende Leitsätze: Daß der falsche Wog, die Fehlbeträge durch Vertehrssteuertt zu decken, bei der Fiiuurzreform nicht voi: neuem beschritten wird, ist gutzuheißen, uns wenn die Gelegnheit benutzt werden sott, zwei verfehlte Ndaßregeln auf diesem Gebiet die Fahrkartensteuer ureb die Erhöhung des OrtSpvrtos für Postkarte,:, wieder auszuheben, so spricht der Deutsch' Handelstag seine Zustimmung dazu aite. Diejenigen Vorschläge der Regierung, die eine Besteuerung deS Besitzes bezwecken, finde,: im allgemeinen die Billigung dcs HaudelStages. Industrie und Haiwel sträuben sich nicht gegen Mehrleistul^en für das Reich, wenn sie auf gerechter Grundlage beruhen. Sie befürworten daher die Erhöhung der Erbschaft1 steuer und ihre Ausdehnung auf Kinder und El-egatten, hon ber sie keine Erschütterung des Familiensinnes befürchten. Doch ist es Uveckmaßiger, die Erbschaftssteuer einheitlich auszubauen, als ihr die Nachlaßsteuer zuzusüge,:. Ferner ist Verwahrung gegen die Sonderbegünstigungen der land- und forstrottticliastlia/en. Zwecken biencitecn Grundstücke einzulegen; lvill man diesö nicht deselligen, so rind sie auf die anderen Zirecken dienenden Grundstücke ausTudehncn. Mit der Ausdehnung des Erbrechts des Staates und der Einführung einer Mehrsteuer, aber nicht aus der Grundlage der Nachlaßsteuer, ist der Deutsche HMwelstag ebenfalls einver- standen. Ter Gnttvurf eines Gesetzes über den Zwischenhandel des Reiches mit Branntwein ist avzulehuen, da er em Stuats- nwnopol einführt und den gegeniDärtigcn Besitzern van Breimereien euren ungebührlichen Vorteil zuwendel. Zur Erzielung der er Ivrderlichen Niehreinnahmer: aus dem Branntwein wird die Ausübung der bestehenden steuerlichen -Begünstigungen und eine an ■ gerne)|enc Erhöhung der Verbrauchsadgave empfohlen,- nebet: der iw übrigen Brannllveinsteuern zu beseitigen sind. Der Entwurf eines. Gesetzes wegen Abänderung des Braustevtergesetzes berücksichtigt u:cht die Ersahnm^, daß u:fvlge der hierin liegenden stacLn Be günftigung der lleinen Brauereien die AbwalzurT ixr 1906 beschlossenen Steuererhöhung aus die Verbraucher mißlungen ist Um der Gefahr eines weiteren Niederganges der Braurndustrie vor- zubeugen, ist eine Bevenguug der Staffelung erforderlich. Bei der Tabaksteuer ist das Bandervlesystem. zu venverfeu, ba es eine ooll- ständtge Umwälzung des GerchäftSöetriedes berbeiftchren würde. Insbesondere würde durch die Banderole das Geschäft nach Marken bestimntter Firmen sich einbürgern und dadurch der Wettbewerb bei kleinen gegen die großen Geschäfte erschsvert werden. Unter Verzecht aus eine genauere Bemessung der Steuer ,mch dem Wert ber Ware ist daher der Ausvau dos bisherigLN Steuersystems vvrzu- ziehen, wobei jedoch, der Rauch-, itau# und Schrmpftabai geschont »verden müßte. Durch die im Weinfteuergesetzentwurf vorgesehen. Banderotesteuer auf Flaschenwein würde dem Weinhandel ein großer Teil seines Geschäftes entzogen und eine Fülle von Erschwerungen und Belästigungen auferlegt werben, so daß eine andere Form der Besteuerung gesucht werden muß. Energischen Wioerspruch erhebt oer Deutsche Handelstag gegen beu Eullvurs eines Elektrizitüts- und GaSsteuerge- setzes. Elektrizität nnb Gas |inb als Masterzeuger z. T. auch als Lichterzeuger Produlcionsmittel, und es ist mit den Lehren der Flltanzwiisenschaft nicht vereinbar, Produktionsmittel zu besteuern. Mit Eletirizität ober Gas betriebene 1U icrnehmen stehen int Wettbewerb mll Unternehmen, die andere Produktionsmittel benutzen, und eL verletzt die Gerechtigkeit, die ersteren ntit^eüter Sondersteuer zu belegen. Dis Durchführung der geplanten Steuer stößt auf große technische Bedenken und Schwierigkeiten. Daß auch Die nicht zu, Verwertung gcLutgenba: Bdengen von Elettrizlläl und Gas besteuert werden sollen, ist unzulässig.^ Besonders^ Schaden würbe die Steuer denjenigen Industrien -sufügen, die ttne z. B. die elektrochemische Industrie, die auf ben Großverbrauch von Elektrizität angetaiefen sind und durch Deren Verteuerung im Wettbewerb mit Dem Austaitde, wo durch Wasserkräfte billige Elektrizität zu gewinnen ist, aufs härteste getroffen werden würden. Grundsätzlich ebenso verfehl: :st ber Entwurf eines Anzeigen st euergesetzes, weil er darauf abzielt, ben zur Erlangung eines erhofften Gewinnes gemachte,: Aufwand ohne Rücksicht auf den Erfolg zu besteuern. Die Anzeigensteuer würbe eine Sonder- b c l ä ft u n g ber Gcwerbezwcige bedeuten, die auf Reklame angewiesen such. -Äiweit sie eine RMinderung der Anzeigen gur ox)lgc hätten, würde sie namentlicl) die Leistungsfähigkeit der Presse beeinträchtigen. Zudem erscheint es sehr bedenklich, bad ganze Gewerbe der Zeitungen und Zellschristen, die Anzeigen als Einrückungen ober als Sonderveilagen verbreiten, in den Meust II» i i Hiiiimi ■! iiiiir iiii bim i iiii■ iiiiiim 1 if~n~irn~~rt~irr MUitte» KerrMeton. — Aus Mainz wirb uns unterm 10. b. M- geschrieben: Gestern erlebte Harry Pohlmauns Einakterreihe „Wie man's nimmt" ihre Uraufführung. Das Werk, das benselben Grundgedanken in tragischer, versöhnlicher nnb humoristischer Art behandelt, ist die neueste, so ziemlich burchgefallenc Uraufführung ber hiesigen Bühne, deren künstlerische Höhe Direktor Behrenb fortgesetzt zu heben bemüht ist. Der Reihe geht als Prolog ein sehr stimmungsvolles Zwiegespräch zwischen einem Arzte und einem Schriftsteller voraus, der bas Beste erwarten ließ. Leiber gingen bie Erwartungen nicht in Erfüllung, benn bie Hand- Umg ber folgenben Teile grünbet sich fast burchnoeg auf Zufälle, wie benn auch bie Katastrophen nicht künstlerisch aber künstlich herbeigeführt werben. Es hanbelt sich dabei um Verfehlungen gegen bie sittlichen Gesetze ber Ehe, was der Verfasser nicht ganz ohne Geschick barzuftellen wußte. Die Charaktere sind im allgemeinen gut gezeichnet, aber vhne Tiefe und ohne lebenbigen Atem. Der erste und ber zweite Aufzug würbe mit lebhaftem Beifall ausgenommen, der britte aber, „Der Grand Prix" erfuhr eine scharfe Ablehnung, und nkit Recht, denn es kann weder ethisch noch künstlerisch befriedigen. Die Darstellung war durchweg gut und auch die Regie unseres neuen, sehr schätzenswerten Regisseurs Reißig hatte nichts versäumt, um eine in sich abgeschlossene Aufführung zuwege zu bringen. on. — Eine Kundgebung ber Münchener Künstler, die bem Reichstag wegen feiner sonberbaren Stellung ben Iankschen Bildern gegenüber eine scharfe Rüge erteilt, ist soeben veröffentlicht worben. In bieser Kundgebung wirb zunächst die Geschichte ber von ber Reichstagskommission genehmigten Bilbec unb ihre Entfernung, sowie die im Reichstage durch zwei Abgeordnete geübte Kritik erwähnt unb betont, baß durch dieses Vorgehen gegen einen anerkannten Meister die Gesamtheit der deutschen Künstler gekränkt wurde. Man werbe es niemanbem verübeln, über £ün fiter fragen eine besonbere Meinung zu äußern; etwas anderes sei es, wenn ein Volksvertreter im Parlament versuche, den Wert künstlerischer Arbeiten mit leicht hingeworfenen Worten zu vernichten. Was würde man von einem Parlamentarier sagen, der sich erkühnt hat, das Lebenswerk eines erfreu hervorragenden Gelehrten öffentlich zu machen? Die Werke hervorragender Künstler müssen bie gleiche Achtung beanspruchen. Die Unterzeichneten erblicken iu ber wegwerfenben Art unb Behandlung der Jank- schen Bilder einen bebauerlichen Mangel richtiger Empftn- bungen unb gerechter Ansicht, unb zugleich jenen Mangel an Achtung vor der Kultur ber eigenen Nation, ber uns Deutschen immer noch anhaftet. Wir sinb überzeugt, daß dieses Verfahren ber Gesinnung unserer gebilbeten und kunstversränbigen Kreise entspricht, unb wir legen gegen ein Vorgehen, bas geeignet ist, beutsche Kunst unb bie beutfche Zusammengehörigkeit nach innen unb außen zu schäbigen, feierlich Verwahrung ein. — Neues von Poc. Tie Jüudertjalftferer Von @bgar Allan Poes Geburtstag steht für den 19. Januar bevor und die von Tragik und Schuld urndüstecte Gestalt des großen Dichters wird wieder heranfbeschworen werden aus dem geheimnisvollen Halbdunkel, in dem sie sich hinter der unheimlich träumerischen, nachtdunkel blitzerhellten Welt seiner Werke verband. Wir tvissen so wenig von den Einzelheiten seines traurigen unb schicksalsreichen Lebens, daß wir jede neue Aufklärung dankbar begrüßen müssen. So weiden denn auch die neuesten Mllteilungen in: Century Magazine Interesse erregen, die sich mit dem „Roman von Poe und MrS. Whittnau" beschästigen. MrS. Whidnan war eine anmutige, dichterisch begabte Same, die mit 25 Jahren den Bostoner Rechtsanwalt Whituuri: geheiratet hatte und sell 1838, nach fünfjähriger Ehe, W:twe war. Poe begegnete iljr ziun erstenmal 1845 unter romantischen Umstünden. „Poe cvblidtejic zum erstenmal, als er eine weiße Gestalt in einem vom Moudlicht erfüllten Garten in Providence sah, währeitd er sich auf ber Rückreise von Boston befand, ^iuhelos wanderte,er noch um Mitternacht aus seinem Hotel fort durch die Straßen und erblickte sic, wie sie einem Schatten gleich durch ihren Garten wandelte." Später hat er diese erste Begegnung in einem schönen Gedicht feftgeljalten. Poe, ber vor kurzem erst feilte angebetete Gattin Virginia verloren hatte, wurde von leidenschaftlick>er Liebe zu der sechs Jahr älteren Frau ergriffen unb drang in sie, ihn zu heiraten. 1848 verlobten sie sich miteinander, uub bie Bestiuunuugeu der Eheschließung waren schon festgesetzt, als es zivischeu ihnLN zum Bruch tarn. Die Mutter der Mrs. Whllman und ihre Verwandten hatten sich auf bas entschiedenste diesem Bunde widersetzt, bem man nur Unglück unb Elena voraus>agen konnte. Poe war ganz arm unb auch seine Fran hatte keine Mittel, war zudem durch ein schweres Herzleiden den aufregeiwen Szencn nicht gewachsen. Die ihr bei dcs Dichters unglücklichem ^Naturell sicher bevorslandLii. Seiner letdenschaftlichen UeberrebungSkunst war es gelungen, MrS Whllman ganz für sich zu gewinnen, aber ihre Mutter und Schwester schleuderten dem leichterregtei: Manne so schwere Vorwürfe unb Kränkungen ins Gesicht, daß er im tiefsten beleidigt und gebemütigt von ber Verbindung jurüdtrat AIS er sich :mch einigen Wochen in einem flchentlichen Briefe noch einmal an bie Geliebte um Nachricht wandte, antwortete sie nicht, auö Furcht, daß er sonst fein Werben wieder erneuern würde. Noch eine andere tragische Herzci^affäre fällt in dies letzte Jahr vor seinem Tode, der Versuch, sich einer Mrs. Shelton wieder zu nähen:, der einst der sechzehnjährige Student feine ersten Huldigungen borge-- bracht hatte und die nun feine letzte Liebe werden sollte. Auch hier war Poe, über dessen Leben ein unheilvoller Dämon waltete, nicht vom Glück begünstigt. Mrs. Whlluurn hat sich nach dem plötzlichen Tode deS Dichters, der 1849 nach einer burchzechten ■Jiadjt in Baltimore toofeanr' ind .<30;vital gebracht worben war, an sein eSchwiegernrurter Äiaria Gülcnint, die rührend aufopfernde .Helferin in seinen Leidenstagei:, gemattet, um üvn ihr Nachrichten über Poes Eltern zu erholten. Poes Vater Ivar ihr Bruder gewesen Der lange Brief der Mrs. Clemvn rillhält einige neue Angaben über den Eheöutw, b.m dieser große Sohn entsprossen. „Mein Bruder David," schreibt sie, „ber Vater Eddies, war niemals in England. Er rvar Rechtsftudent in Baltimore unb ging Dann nach Mrfolk, Virginia, in BerufsgesckMtem Sah hier unb lieble die sck)öne junge Schauspielerin, bie sein Weib werden f-jlUe unb fast noch ein Kind war und heiratete sie nach wenigen Monaten; er war noch nichr neunzchiu Meine Eltern waren so erbittert. Daß sie ihm nicht vergeben fonnten, benn wir wußten ja uichrs über sie bis nach der Geburt ihres ersten Kindes, unb cs war dies erste Enkel kitte meiner Eltern, wesivegen sie ihnen vergaben und sie wieder aufnahmen in ihr Herz unb ihr Heim. Sie war ein liebliches kleines Geschöpf und Oodjboiabt. Sie starben lxide in jungen Jahren an ber Auszehrung. Ich habe oft meinen Vater sagen hören, sein Vater Wäre italienischer Abslaurmung gc wejen unb ihr jeame wäre ursprünglich Po geftiji leben worden wie der Fluß Po in diesem Lande." — SCleine Chr0nte aus Kunst unb Wissenschaft. In Kopenhagen hat sich cm Komitee zur Vorbereitung eines imeuiüüonQlcn Kongresses zur Wahrung der Rechte Der -Lchrite Heller und Künstler gebildet, der vom 22. biü 30. Juni 1900 ab« gehalten werden soll. — Die Columdia-Univer'ua: kündigt an, daß Benjamin Ide Wheeler, Präsiden: der Universitär von Kni!« fornien, der »tachste Rooseve lt-Profesfor in Berlin jem werde. (— ) 2) (- > —r. eijin: Berlin Mar (- C+ (— (— (— l— (— (— (— (- (- ) ) ) 1) ) ) ) 1) ) 4) 2) 3) (- V ( 3) 1) 1) 1) 1) 1) 1) 1) ) 172V,(— 182', 17d "<— 173 (— 4> ) 3> ) 1) 3, 3) 15b 161 158 155 156 175 17U 173 171 176 157 174 162 178 167 175 175 185 172*/. 16b 211.00 Weizen 213 ( + 211 (- 205 (+ 202 (- 201 (— 208 (+ 202 (- 202 (- 202 (- 203 (— 200 (— Königsberg Danzlg Stettin Polen Breslau Berlin Magdeburg Haue "eipzig Brauujchweig iHoftod Hambuig Äiel 'Pannouci Tüsfetdorf Frankfurt a.M. Manuheun Lirasiburg Slutigart Alünchen Vorwoche in Haler Dcrmifd^tcs. * Ueber Taufnamen veröffentlicht Pastor Schaber! von der Rigaer Gertrudkirche im „Gertrud-Boten" einen lesenswerten Artikel: „Tenkt daran" — schreibt er — „daß Namen eine Bedeutung haben; gebt daher euren Kindern nicht irgendwelche schön klingende und doch nichtssagende Namen. Nenne ich mein ftind Marie oder Martha, so bedeuten mir diese Namen viel; vor mir im Geiste erstehen alle die biblischen, edlen Frauengestalten, an die ich mein Kind erinnert sehen möchte, wenn es seinen Namen rufen hört. Das tut nichts, wenn es auch nicht weiß, was solche Namen im Hebräischen bedeuten. Nenne ich aber das Kind mit Namen, deren Bedeutung ich nicht kenne, und von denen mir kein Träger dieses Namens bekannt ist — was hat denn das für einen Sinn? Bei Enid, Berna. Amine usw. können sich die meisten Menschen nichts denken. Gebet den Kindern Namen, die unter Deutschen üblich stnd. Tic Deutschen machen sich mit ihrem Frcmdnamen lächerlich, so kam jüngst ein gesinnungstüchtiger Reichsdeutscher namens Karl zu mir und erklärte, daß er seinen jungen Sohn Boris Wladimirowitsch nennen wolle, denn da er in Rußland geboren sei, müsse er einen russischen Namen bekommen. Als ich ihm erklärte, welchen Unsinn er seinem Kinde an tun wolle, war er beschämt und nannte es Karl. (Der große Unsinn wird erst recht verständlich, wenn man weiß, daß der schöne Name Wladimirowitsch nichts anderes heißt, als Sohn des Wladimir. Der Name Wladimir ist übrigens selbst nur eine russische Umformung des Namens Waldemar. D Red. d. G- A.) Aegidius, James, Boris, John, Leon usw. mögen ganz schöne Namen sein, aber nicht für deutsche Kinder. Gebt einfache Namen! Eine alte Bettlerin stellte sich mir vor als Esperance, Isabella Meier, waö natürlich sehr lächerlich klang. Ta ist mir Hans, Peter, Friß, Franz, Anna, Marie, Liese lieber. Gebt den Kindern nicht drei oder gar vier Namen. Zwei genügen vollständig und einer tuts auch. * Gemütlich. Blümchen sitzt im Coupe und will schlafen. Plöblich fällt ihm aus dem Gepäcknetz ein ziemlich schwerer ft ff.r auf den Kvpf. Der Eigentümer stellt ihn mit vielen Emichul- digungcn wieder ins Gepäcknetz. Als der Koffer noch ein paarmal auf Blümchen gefallen ist, sagt er bei einer neuen Entschuldigung: ,Nn brauchen Se sich nich mehr zu entschuldigen — nu bin ichs geweehnt!" (4- *, (4- 2) l-st 3) (- ) <4-3',,) tT-2'.) (4-3'/-) (-h 2, c~ 1/ (- 2/ (-2'/,) Gerrctdc-Wochcnbertcht der Prcisbcrichtstelle des Deutschen Landivirtschaftsrats vom 5. bis 11. Januar 1909. Weder in den auswärtigen Berichten, noch in den Witterungs- verhältnisscn lag diesmal eine sonderliche Anregung für den deutschen Getreidehände! vor. Wenn trotzdem die bereits in der Vorwoche beobachtete freundlichere Stimmung auch während der letzten acht Tage dte Cbcrbanb behielt, so war der Grund dafür vor allem in der Knappheit bcS inländischen Angebots zu suchen. Es bezieht sich dies in erster Reihe auf Weizen und HcUer, aber auch tu Roggen ist das Angebot merklich zurückhaltender, als vor einigen Wochen. Während sich dieser Umstand bei letzterem Artikel vorerst weniger fühlbar macht, weil der Export augenblicklich nur mäpige Ansprüche stellt und auch dte Mühlen infolge ungünstigen 'Mehlabsatzes wenig kau'geneigt sind, beginnt man den erwähnten Verhältnissen, namentlich soweit Weizen m Betracht kommt, erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Abgesehen davon, daß sich tm Jn- lande wieder etwas mehr KausbedürimS zeigt, zumal das Ausland an seinen hohen Forderungen festhält, haben in der letzten Zeit neuerdings gröbere Abschlüsse tn deutschem Weizen nach Belgien und Italien ftatlgeinnben, deren Deckung angesichts mangelnden Materials zur Bewilligung höherer Preisanfprüchc Veranlassung gab- Andererseits beamnt mau nut der Notwendigkeit zu rechnen, 'ür die nach dem Auslande abfließenden Mengen Ersatz zu schaffen, wöbet der Umstand, daß Deutschland feit 1. August v. I. um ca. 185 GOu Tonnen weniger als gleichzeitig im Vorjahre eingeführt hat, besonders ins Gewicht fällt. Auch bei ya'er sieht der allgemein lebhafteren Bedarfsirage vom Julande nur stllr spärliches Angebot gegenüber, so daß namentlich für die am meisten gesuchten Mitielgualitäten höhere Preise angelegt werden mutzten. Für russische Futtergerste zeigt der Konsum bei billigen Preisen gleichfalls mehr Interesse, doch waren dte Umsätze in diesem Artikel, ivie ui Mais, dessen,Forderungen zuletzt etwas angezogen haben, nicht von Bedeutung. folgt: 162 160 162 159 166 167 165 168 168 163 160 lb6 165 161 170 172 ) ) 2) ) ) SEßinbccfen abgehaltruen Ja hrcLv ersammlung detz 5RibbertaI»Sängcrbunbe3 wurde beschlossen, für 1909 von der Feier eine» Bundeöfeste» Abstand zu nehmen und nur ein Gartenfest größeren 3nlS zu arrangieren. , ? AuS dem Kreise Wetzlar, 10. Jan. In einzelnen Gemeinden des Kreises ist cS immer noch üblich, dos Läuten der Kirchenglocken, Reinigen der Kirchen und Schulen, Treten der Bälge für Orgelspiel :c. durch Schulkinder vornehmen 31t lassen. Es märe Pflicht der beteiligten Schuld und ftitd)cul)tl)örbc, auf eine alsbald Bcseit'.-zung 111113:1- rotrlen und diese Arbeiten auf Kosten der Gememden ausführen *-u lasten. Nach den neuesten gesetzlichen Bestimmungen ist 209'/. 202 2Uö 210 212V, 220 215 222V ""220 Markte. in 11b ei t du. 'Jlui heutigem Worben 4'd. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. b—8 l'i., ftcJemaite 2 St. 5—6 Via., Roggen (- (— (- Giesicu, 12. Januar, mailte losiete itittev pr Kreise und sprach für den ipannenDen Vortrag Dank aus. AuS dem Niddertal, 12. Jan. In der in gewissen Gefahren für Körper und Gesundheit verbunden sind, Schulkinder verwendet werden. 4- Winnen (Rr. 2)larburg), 11. Jan. Tie beiden alteflen Einwohner unserer Gemeinde sind innerhalb einer Woche gestorben. Frau E Witzner, die Mi ller unseres Bürgermeisters, erreichte ein 9(lter von 92 Jahren und wurde am Sonntag beerdigt. Adam Dörr war 98 Jahre alt und wird morgen beerdigt. Beide waren geistig und körperlich noch sehr rüstig. 8—9 t'fg., Käse pr. Erbsen p. P'd. 18—, Ans 5taOI und Land. Glesien, 12. Januar 1909. •• Tageskalender für Dienstag, 12. Jan.: Stadttheater: „John Gabriel Bortman." Anfang 8 Uhr. Vortrag von Dr. phil. Helene Stöcker: Die Ehe in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Abends 8 Uhr in Stein- Garten. •• In Audienz empfangen wurden von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog am Samstag u. a. Professor Günther von (Siegen. — Preisgekrönter Giesiener. Aus Düsseldorf rnnrb un5 mitgeteilt, daß Architekt Ludwig Sonn, ein ge. borener Gießener, bei einem Wettbewerb zur Erlangung von Planen für ein monumental-architektonische» Brunnendenkmal für die Stadt Düsseldorf unter 44 Bewerbern, barunter bedeutende Fachleute, in Gemeinschaft mit dem Bildhauer Schmieding einen Dritten Preis erhalten hat. — Deutschtum im AuSlande. Wir wollen noch einmal darauf Hinweisen, daß der Beginn der öffentlichen Versammlung in Steins Garten morgen (Mittwoch) abend auf 81 /4 Uhr angesetzt worden ist. Die beiden Redner, lUniversitälsprofessoren Rachsahl von hier und Theobald Fischer au3 Marburg, werden die Geschichte und die augenblickliche Lage bc5 jetzt so bedrängten Deutschtums im deutschen Osten und in Oesterreich besprechen. Ta» Thema, die Bedeutung dieser nationalen Sache und nicht zuletzt die iangesehenen Redner werden sicherlich die deutsch gesinnten 'Kreise unserer Stadt bei dieser Kundgebung zahlreich zu- !sammenführen. Auch Damen haben Zutritt. " Der Gabelsberger Ctenographen-Verein (13cgr. 186 1) hatte am Samstag seine Mitglieder und ihre Angehörigen zu seiner M 0 natsversammlung eingeladen, mit der ein äußerst interessanter Vortrag des Professor» K 00 b über den Mond verbunden war. Ter Vortrag wurde durch eine größere Anzahl schöner Lichtbilder illustriert, und mit Intereste folgten die zahlreich Erschienenen den Ausführungen des Vortragenden und seinen Erläuterungen an Hand der Lichtbilder. Der ebenfalls für den Abend vorgesehene zweite Teil bc5 Vortrags wurde als besonders Vortrag für eine der kommenden Monalvversammlungen in Aussicht genommen. Die seit Beginn des lausenden Vereins- jahreS eingerichteten Vortragsabende erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit und tragen das ihre dazu bei, daß auch die Vereinsmitglieder, die den Unterricht nicht mehr besuchen, den Veranstaltungen deS Vereins großes Interesse entgegen bringen. Anmeldungen zu dem gestern abend begonnenen AnfäugerlurstiS sind biß zum Mittwoch, 13. d. 2?!., noch möglich. ** I n Amerika verstorbene Hessen. Schriftsetzer Heinrich Hisierich au» Homberg a. d. Ohm, 75 Jahre alt, zu Alleghenp, Pa. — Farmer Werner M 0 g k aus Grebenau, 85 Jahre alt, zu New-Hamburg, Ont. R. Babenhausen bei Mücke, 10. Jan. Daß im Sommer der Landwirt öfters seine Mahlzeiten während der Feldarbeit bei Mutier Grün einnimmt, ist wohl nichts außergewöhnliches, daß es aber bei der jetzigen Jahreszeit vorkommen kann, gehört wohl zu den Seltenheiten. Im folgenden nur ein Beispiel: Vier junge Burschen von hier »holten dieser Tage etwa um Mitternacht von einem Landwirt, der tagsüber geschlachtet hatte, eine Schussel voll Kraut und Speck. Nachdem man das Gefäß biß auf den Rand gefüllt hatte, gingen die Burschen etwas abseits von dem (Orte entfernt und ließen sich da häuslich nieder. Nachdem !fie noch ein Lagerfeuer angezündet hatten, ließen sie sich das feficn gut schmecken. Auch wollten sie gerne einen Trunk jbaju haben, aber leider waten die Wirtshäuser schon ge- Ischlosten. Alles wurde nun bis auf den letzten Bissen verzehrt. -r. Bübingen, 9. Jan. Heule fanb hier die KretS- 2 eh Vorkonferenz statt. Als Mitglieber ber KreiSfchul- (fommiffion waren amvesenb Krcisrat Boeckmann, KreiSamt- mann LöSlein und Schulrat Scherer. Nach Eröffnung der tKonferenz durch den Vorsitzenden verlas Schulrat Scherer 'den Jahresbericht über die Volksschulen des Kreises Büdingen, iwonach d:c Zahl der Volksschulen int laufenden Jahre 38 ^einklassige, 26 zweiklasstge, 3 drciklassige, 3 vierklafsige und '2 mehrklassige beträgt. Tic Schülerzahl ist 6954, 6725 ^Schüler sind euailgelifch, 116 katholisch und 113 israelitisch. Tie Zahl der neuen Schulhäuser hat sich in den letzten fünf Jahren m erfreulicher Weise vermehrt. In einer erklecklichen Zahl von Orten wurden neue Schulbauten, bic in einem Zweckentsprechenden, stattlichen und doch billigen Stil aufge- 'fuhrt wurden, hergestellt. Ten Mittelpunkt ber Konferenz bildete der Vortrag von Dr. Held- Gebern über dieSchul - arztsra ge. KceiSrai B 0 eckmann gab nun einen lieber» blick über bic Entstehung beü Instituts ber Schulärzte im und :i(mi iieikt) uv. Pfund 80— 90 l'a.. Halbflct -U..HI8UI üu_.„ .. ;i I »och ntU I ciuv; 10-15 Pstg., p. Es stellten sich die Preist <ür inländisches Getreide am letzten Marktlage in Mark pro 1000 kg fc nach Qualität, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber der Klammern () beigeiügt ist, rote untersagt, Kinder zum Anfsetzen bei icgeli), ■’ iür Geschaflslenie, wie ÄuSliagcii vouBrö: n, unb^ igu benutzen, umsowcniget durften zu Atu .en, d - i Pia. Linie» p. Bio. 25—40 Psg., Tauben ... v ulmer pr. St. 1,00—1,60 Mk„ >?ät>ue pr. i' aufc V. PW.60—70 P .. Eulen in. —0.0o. - Aepsel per Zu. Weil Marktpreise: Budapest April 218.65 1- 2.7u‘." Paris Iauuar 182.95 (— 0.85). tlrocipoo! März 171.80 (J- 0 80). (il)icago Ata. 164.80 ,— 1.6M. Roggen: Berim Mai 175.75 (4- 0.75,. tiafer: Berlin Mai 166.75 (+ LOj) Mk. L;zu fallen unb d_:i ber Sstucr rTtWcfarq .-•••-• • r, " '• rbnt.jife I - ■ idi'fccr viril-' ■ ” ' rr:.1 rurv.cn : : 3 .ist und auf all- mög- Ltchen öfstnstst r. nno pl • ncr :• cue-ij^hner i Der rv i?.?t c...n «ich c r Hoffnung hm, bnR es iban Reick.Lst^ acliivn j -irc, vm dem Bund-trat vher eine £rb- kiumg des 1 .-rü :n " ' f im vvr- Mftvbcn nicltrrde^en Anschir ngen cuo'rrid??. krrrchtigl: In Iliessen vvn ? runiftrie uns lixnio.'l ebeKÜroenin n r von anbrrm .'streifen verletzt und auf die Dauer das Gleichgennch: >wilä)cn Etn- mahm- n uns Ausgaben des Reiches berst-llt. Margen rocrcen di' Berhmchlun .?n fortaefetzt. Heute abend findet im Zoologischen Garten ein Festmahl statt. 8—10 Mk.. Birnen per Ztr. 10—15 Mk. Nüiic 100 Stück 50—0 lig., per Ztr. 0—00 Mk. Marktzeit von 8—2 Uhr. — Kartoffel markt-Bericht vrm 11. Januar 1909. Friedberg töcffcn): Note Sorte Mk. 1.8 —2.00, Alaqnuni l onum 2.30—2.65. weiße runde 1.80—2.00 Gelbfleifchige. blaue, 0.00 l-i-:- 0.00, weisic 0.00—0.00. Frank' 11 rk c. M.: Role Sorte '2.11. 1.75—0.00, Maanum bouum 2.35 — 0.00, weiße runde 2 00 - 0 00, o clbfleifcbiac,blauc,2.1v-2.20, weiße 2.60. Wiesbaden: Magnum bonuin 0.00—0.00, Gclbsleiicknge rote C.0\ ivcifcc 0.00. ?! a n rill eim: Magnum bonum Mk. 0.00—0 00, weiß«, runde 0.00, Gelb» rletichi e blaue < .00 bis 0.00, lote 0.00—0.00. Köln: Rote Tnl'er u.00 - 0.00, Maanum bonum 3.00 - 0.00, rocifec runde 0.00, («clb'leifchiqe blaue 0.00—0 00. rate 3.25—0.00, weihe 4.20-0 00. Dortmund: Note Tabcr 0.00- 0 00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00. Maanum bonum 2.85—0.00, weiße runde 2.15—0.00, ('>clbfledd)iqe blaue 0 00—0.00, rote 3 40 -0.00, weiße 3B0-0 00. Rtcielb: Note Taber f. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00 - 0.00, Magnum bonum 0.00—0.00, weihe runde 0.00—0 00, Gclbflei'chiae blaue 0.00-0.00, rote 0.00—0 00. Saffig: Rotc Taber 0.00—0.00, andere rote Sorten S.00 - 0.00, Magnum bonum 2.83—0.00, weiße runde 2.60-0.00. Gclbsteifchige, blaue 0.00 bu» 0.00, rote 0.00—0.00, weiße 000—0.00. Saar!oi?i«: Role Taber 0.00 - 0.00, andere rotc Sorten 0.00—000, Magnum bonum 0.00—0.00, weihe runde 0.00—0.00. Gelbüeifchige, blaue 0.00 bi" 000, rote 0.00—0.00, weiße 0.00—0CO. Frankenthal (Pfalz) Rote Sorten 2.00— ü.OO, Magnum bonuin 2.00—0.00, weihe runde 1.90—0.00, Gelbfleischige blaue 2.73—0.00, rote 2.75-0.00, weißel 3.00— 0.00. Kempen: Note Tabcr 0.00 - 0.00, andere rote Sorten 3.20—0.00, Magnum bonum 0.00 —0.00, weihe runde 9.50- 0.00, Gelbfleischige blaue 0.00.—0.00, rote 0.00—0.00, weiß^ 0.00 - 0.00. M u nchen: Magnum bonum 2.2b, weihe runde 0.00. Gelbflencküge blaue 0.00-0.00, rote 0.00— 0.00, weihe 2.00- 0.00, Regensburg: Note Sorten 0.00—0.00, Magnum bonum 0.0Q (Alles per 50 Kgr.) Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch« und Broiprcise am 11 Januar 1909. Höchste Schlachtviellpreise in Frankfurt a. M. Fleischpreise in Dießen Schsen Kälber Lchweine 50 Kg. Schlachtgewicht 79—81 Alk. '. Kg.Schlachtgew. 90—95 Pf. , 71-72 , Kg. 76-84 Pfg. V, , 70-78 , V, , 80 - 84 , Gctrcidepreise in Mannheim Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. OO.UO-OU.OU Atk. Roggen 100 Kg. 00.00- 00.00 Alk. Weißbrot 2 Kg. 62 Pig. Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pfg. Lingesaudt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik sichenden Artikel übernimmt bic Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantmortung.) Londorf. Zn dem Ein^rfaubt in Nr. 6 des Gicß. Anz., daL den armen ftirchturmhapn von einem bieftgen üxnis wieder herunter haben will, da demselben bod> nur misiörünchlich fein Platz dort angewiesen wäre, sei bemerkt, daß der betr. Eigentümer den Hahn wohl nur deshalb auf seinem X?aus bat anbriugen lassen, weil er eben Ja Iw hunderte fang eine Kirche so treu bewacht hat. Hat. doch derselbe liJbmn aus seinem Taubenhaus ein Kreuz anbringtn lassen, wohl doch nur, weil er seine Tauben dadurch v»'r Gefahren sicher glaubt. Wa-5 nun die Berunzierung unserer Kirche anbelangt, so trägt jedenfalls das famose öoligclnnbt'r, das an der Treppe entlang angebracht ist, mehr dazu bei, als der unschuldige Hahn. Dieses Geländer sieht so abgeschmackt aus und paßt wirklich dahin, tote die Faust anfs Auge, daß es hoffentlich mit dieser Anregung bedarf, um es durch ein eisernes Geländer zu ersetzen. Fcblt c-5 doch der Kirchen gemeinde Londorf wirklich nicht an Geld hierzu. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, raitgeteilt von der Bank für Handel nnd Industrie, Glessen. Frnnklnrter Börse. 12. Januar, 1.15 Uhr. 3^e/„ Eeichsanleihe . . 94.70 0% do. . . 85.75 Konsols , . , . 94.76 ‘6% do. .... 85.60 3H°/o Hessen.....94.10 ^>1°/» Oberhesoen . . . 93.20 t?a Üesterr Goldrente. 97 85 4l/5 % Gesten. Silberreute 97 60 4 % Ungar Goldrente . . 92.65 456 Italien. Bente . . —— 3,°S Portugiesen Serie I 58 55 3% Portugiesen „ III 59.40 4 Ü V, russ.Staatsanl. 1905 97 00 4>io;o japau. Staatsauleihe 92.70 4% Conv. Türken von 19U3 93.20 Türkenlose......144.90 4% Griech. 3Ionopol-Anl.. 49 30 4 56 äussere Argentinier . 86.00 3% Mexikaner . . . 63.60 4 jj°/t Chinesen .... 98.40 Aktien: Bochum Guss..... 223.75 Buderus K W.....111.50 Tendenz: ruhig, aber fest Berliner Börse, 12 Canadu E- E. . . . 176.40 Darmstädter Bank . . . —- Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Union C. . . 62.20 Dresdner Bank .... —.— Tendenz- fest. Elektriz. Lahmeyer . . . 117.60 Elektrir. Scbnckert . . . 117.30 Esebweiler Eercrwerk . . 189 00 Gelsenkirchen Bergwerk . 190.20 Hamburg-Amerik. PaketL 112.70 Harpener Bergwerk. . . 195 00 Laur&bütte..... 199.75 Nordd. Lloyd . ... 61.40 Obeiscblfcs. Eisen-Industrie 96.30 Berliner Hondelages. . . 168.30 Darmstädter Bank . . . 127.90 Deutsche Bank .... 242.30 Dentscb-Asiat Bank . . 135 00 Diakouto-KommandiL . . 180.60 Dresdner Bank . . . . 148 00 Kreditaktien.....196.30 Baltimore- und Ohi»- Eisenlahn.....110.00. Gotthard bahn.....—.— Lombard. Eisenbahn . . 18.00 • 'esterr. Staatabahn . . . 144 40 Pnnce-Henn-Lisenbanu . 12X50 . J anuar. Anfangs kirne. Harpener Bergwerk. . . Laurabntte ..... 200.00 Lombarden EL B. ... 18.00 Nordd. Lloyd.....91.40 lürkenlaae......144.60 Das echte UI 5 P p j mit dem mAUVM Kreuzstern ist das Beste, daher Billigste. Seit 20 Jahren bewährt Angelegentliohst empfohlen von EmiO Fischbach, Seltersweg 24 Be Bleichsucht-u-d Blutarmut,! Appi titmausrcl nnd Schlnfiosipkeit empfiehlt es sich. I liliGloroX. dzis neu« auf clektn chem We«e | hur^cäteUte Eieenpraparat zu gel>rauchen. Hv^io- pon »ird von .'ivztlichen Auioritäten als hen'or- ra^-rnd'ies blutbüdendes Krafticunjrsmittcl wann empfohlen. — Oritrinalilaschen M. 1.75 und M. 3 — in den Apotheken erhältlich. General 15 -pvi für Deutschhind: Dr. Wasserzug, Frankfurt a. M., Thenlerpiatz L j c*kb ©sondert zum. Aussuchen, zu ganz hervorragend billigen unterworfene Waren. 120 Stück 500 Stück Stück 300 Stück Ca. 100 500 Meter 200 Meter Ca. 100 Stück Ca. 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Anz., das m Haus wieder herunter ränchlich sein Platz dort : viofTttumer den bahn : mi? ringen lassen, weil ) treu b?M(bi hat. .hat aus ein streu; anbringen «n dadurch vor Gejahren ing mierer Kirche onbe- »jrgelSnder, das an der i bei, als der unschuldige! irf; aus und paßt wirklich s hossentlich mir dieser res (Mäntel M fflW nbori wirklich E cm. elegante fertige Handarbeiten, Milieus, Läufer, Gobelins, reduziert aut 1.00 elegante, etwas verblasste Cravatten, Vorhemden. Manschetten etc. zu Eine hervorragend günstige Einkaufsgelegenheit bietet unser von Mittwoch dem 13. bis einschliesslich Mittwoch dem 20. Januar dauernder Ca. 100 Paar Hamen-Strümpfe, wolleplattiert, deutsche Länge," äusserst solid. _ Paar 65 u. So Ca 100 Paar Hamen-Strümpfe, reine Wolle, deutsche od. eng! Länge, Paar 95 u. 125 Ca. 100 Paar Damen-Gla^e-Handschuhe, eleg. 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