Nr. 101 Zweites Blatt Samstag 1. Mai 1909 159. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Der Redner beschäftigt sich sodann in langen Ausführungen der Wertzuwachssteuer auf Effekten. Wollen Sie ein Gesetz mit und WM Die „Giehener Kamlliendlätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das «•Kreisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'sche» UntversitätS - Blich- und Steindruckeret. 9L Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e^>5L Redaktiom^qVIIL. Tel.-Adr.: Anzeig erGießen, Nai itigung ;ur Germania' liessen» Hetropof itag onzert . Begimentekapellt Ihr. LV Pitz- Ans StQdt itttfc Land. Gießen, 1. Mai 1909. •• Tageskalender. Konzertverein: 2. Kaminer- musik-Abend, Sonntag nachinittag 51/, Uhr in der Neuen Alila. Kolosseum: Samstag abend Programmwechsel, Feier des 25jährigen Jubiläums des Direktors Nappnlann. Klnematographen-Theater: Programmwechsel. Konzert der Regimentsmusik Sonntag 'nachinittag 5 Uhr auf der LiebigShöhe. R e It a u r a n t „M e t r o p o l": Familien - Konzert abends 7 Uhr. Anlagemusik um ll1/, Uhr in der Süd-Anlage. Spiel- plan : 1. Ouvertüre zur Oper „Stradella" von Flotow. 2. Früh- lmgslust! Walzer von Fetras. 3. Fantasie aus der Oper „Mignon" von Thomas. 4. Kaiser-Mnsketlere, Marsch von Krauße. die der Neichsbankpräsident der Mobiliarzuwachssteuer zugeschrie- tcn habe. Man müsse Steuerquellen suchen, die von den Einzel- staaten nicht in Anspruch genomvlen würden. Bei der Erbschaftssteuer gehe das ja, aber man könne doch auch nach anderen Wegen suchen. So lange man in der Lage sei, andere Steuern zu nehmen, müsse man von der Erbschaftssteuer absehen. Der preußische Finanzminister habe sein Damaskus noch nicht gefunden, denn seine früheren Bedenken gegen die Erbschaftssteuer besteheit noch und nur bie momentane Verlegenheit lasse ihn darüber hinwegsehen. Die Wertzuwachssteuer könne bei vernünftiger Ausgestaltung annchnibare Erträge liefern. Das Zen lrum werde dem Anträge Dietrich zustimmen und sich das Eingehens auf alle Einzelheiten enthalten, bis die Vorlage von der Regierung ausgearbeitet sei. Das Mobiliarvermögen müsse mit getroffen werden. Schatzsekretär Sydow erwidert, für ihn habe die Einführung der Zuwack-ssteuer auf Immobilien nicht die Konsequenz der Einführung auch auf den Mobiliarbesitz. Die Sätze müßten sehr hoch genommen werden, wenn die Kommunen beteiligt werden sollen. Der Deklarationszwang fitt das bewegliche Vermögen könne bei der Erbanfallsteuer nach Möglichkeit durchgefl'chrt werden. Der von Dr. Rösicke angegebene Weg sei als ungangbar nachgewiesen. Der letzte Redner vor.der Mittagspause ist Abg. Mommsen (Fr. Vg.). Er sei zufrieden, daß die Konservativen ihren Antrag hätten begründen rönnen, beim die Begründung zeige, daß der Antrag nicht nur nicht genügend durchdacht sei, sondern auch auf ganz falschen Berechnungen ruhe. Doch auf Ine sachlichen Ausführungen, sie mögen richtig oder falsch sein, komme es weniger an, denn der Anttag der Konservativen habe, politisch betrachtet, ein großes Loch. Denn ohne Erbschaftssteuer gebe es keine Finanzreform : das habe die Negierung von Anfang an gesagt, das habe gestern der Staatssekretär mit erfreulicher Deutlichkeit be- tont, das sei auch der Standpunkt der Freisinnigen, und das sei — das sei besonders wichtig — auch der Standpunkt weiter Kreise im Lande, und namentlich, von einem Teil der Großgrundbesitzer abgesehen, der überwiegenden Mehrzahl aller vermögenden Leute. Der Kreis der Parteien, die ernsthaft an der Finanzreform mtt- arbeiten wolle, scheide sich demnach und in erster Linie durch ihre Stellung zur Erbschaftssteuer. Die konservative Partei könne, so lange sie an ihrem negativen Standpunkt, wie ihn gestern Herr v. Richthofen erklärt habe, festhalte, nicht zu den Parteien gerechnet werden, die die Finanzreform »vollen. Dies feststellen zu können, sei für die Linke das Ergebnis des gestrigen Tages. Die Freisinnigen seien fest entschlossen, gegen jede Steuervorlage zu stimmen, wenn eine ausreichende allgemeine Erbschaftssteuer nicht zustande komme. Ter Antrag Dietrich setze sich übrigens auch mit den Erklärungen der Konservativen beim Besitzsteuerkompromiß in Widerspruch, beim er stelle gar keine allgemeine Besitzsteuer dar. Gerade die reichen Leute pflegen ja ihren Besitz in Grundstücken und Wertpapieren dauernd zu behalten; sie würden also nie oder mir in geringem Maße steuerpflichtig. Der Gewerbetreibende, der mit Immobilien, mit Wertpapieren zu tun habe, der Kaufmann, der vorübergehende liquide Mittel in Wertpapieren anlege, die Banken und Banliers, die in mehr ober minder großem Maße eigene Effekten halten müssen, seien die eigentlichen Träger der Steuer. Das sei aber, soweit diese Kreise in Verdacht kämen, keine Besteuerung des Besitzes, sondern eine Reichsgewerbesteuer, die mich dazu ohne jede Rücksicht auf die auf dem Geschäft lastenden Unkosten erhoben werde. gegen die Finanzen des Reichs machen, dann führen Sie diese Wertzuwachssteuer oder Ihren enormen Umsatzstempel ein. Den dadurch bewirkten Ausfall an Einkommen-- und Gewerbesteuer hätten die Finanzen der Einzelstaaten obendrein zu tragen. — Um 1 Uhr tritt die Mittagspause ein. Nach der Mittagspause nahm Graf Westarp (Kons.), der mit 2r. Rvesicke den Antrag der Konservativen ausgearbeitet hat, das Wort: Die Kritik, die der Antrag gefunden, ist nicht immer sehr freundschaftlich gewesen, manchmal wohl über das richtige Maß hinausgegangen. Insbesondere ist es nicht richttg, wenn angenommen wird, der Antrag sei nicht genügend durchgearbeitet. Wir wollen nur auf gewisse Dinge Hinweisen, nicht ausgearbeitete Gesetzentwürfe vorlegen, da nicht wir, sondern die verbündeten Regierungen dazu verpflichtet sind. Wir scheiden den Erbanfall der Kinder und Ehegatten aus. Desl)alb ist es logisch, die lieber» lafsungsverträge vom Vater auf den Sohn im Gewerbe- und in der Landwirtschaft ebenfalls auszuschließen. Daß versucht werden muß, den Verkauf im übrigen in allen seinen Formen zu treffen, ist selbstverständlich. Die Vorbereitung der Steuer ist sehr einfach, indem es sich nur um den Vergleich mit dem letzten Verkauf handelt. Aus dem System sind wir gefallen bezüglich des gebundenen Besitzes aus praktischen Gründen. Die Frage, ob man dem Gesetz rückwirkende Kraft geben soll, bejahen wir entschieden. Wie weit das Reich in dieser Beziehung zurückgehen soll, mag späteren Erörterungen Vorbehalten bleiben. Wenn ein Teil des Wertzuwachses von der Steuer frei bleiben soll, jo kann man den Steuersatz nach der Bejitzdauer ermäßigen ober deni Prozentsatz des frcizulassenden Teiles des Zuschusses nach der Besitzdauer bemessen: letzteres ist vielleicht vorzuziehen. Dagegen halte ich es nicht jür nötig, die kleineren Zuwachsbeträge, etwa bis zu 10 Proz., frei zu lasten. Tie Beteiligung der Gemeinden ergibt sich schon aus dem Umstande, daß die Gemeinde die Veranlagung vorzunehmen hat. Den Staat einzuschieben, halte ich nicht für richtig. Viel Zeit ist nicht zu verlieren, wenn nicht nock) mehr Gemeinden die Hand auf die Stiener legen sollen. Sie tun es, um das Maß ihrer direkten Steuern herabzudrücken. Die Rentabilitätsberechnung beruht auf zuverlässigen Unterlagen. Daß der (Ertrag ein schwankender sein wird, ist zuzugeben. Die Kritik unseres Antrages betreffend den Wertzuwachs auf Effekten ist sehr scharf gewesen. Unser Antrag ist in diesem Punkte nicht ganz verstanden worden. Im übrigen laßt sich über die Einzelheiten reden. Wir wollen den Konjunkturgewinn besteuern, der aus der Differenz der Kurse bei den einzelnen Verkäufen von Wertpapieren entsteht. Die Form der Steuer ist also die einer indirekten. Die Erhebung soll durch dieselben Personen erfolgen, welche schon jetzt nach § 11 des Reichsstempelgesetzes den Schlußnotenstempel zu verwenden haben. _ Der Redner begründet die Forderung der Wertzuwachssteuer auf Effekten in sehr eingehenden Ausführuntzen und bemerkt zum Schluß: Wenn es sich hier auch nicht nm eine eigentliche Besitzsteuer handelt, so trifft die Steuer doch den Besitz, wenn auch nicht allgemein. Wir sind überrascht, daß die Auffassung dahin geht, daß die Wertzuwachssteuer lediglich als Llusgleich für den Ausfall bei der Erbichaftssteuer angesehen werden solle, und nicht in Frage komme, wenn sie den dort erwarteten Betrag nicht bringe. Dem kömien wir nicht zustimmen. Der Gedanke ist nicht tot, auch wenn er heute abgelehnt werden sollte. Wir werden dafür sorgen, daß er lebendig bleibt. Abg. Müller-Fulda (Zentr.): Die Steuer wird viel mehr bringen, als man annimmt, insbesondere bezüglich der Mobilien. Jetzt gehts noch, in fünf Jahren nicht mehr, da die Gemeinden sich der Steuer bemächtigen werden. Man sollte doch lieber den mühelosen Gewinn heranziehen, als den sauer erworbenen und ersparten Besitz. Die Jmmobiliengeschäfte haben Riesen- gewinne abgeworfen und Riesenvermögen aufgehäuft. Der Wertzuwachs ist nicht nur in großen Städten zu verzeichnen, sondern auch in mittleren und kleinen. Richtig gehandhabt sind noch wett Deutsches Reiein Wort- Ährer ist Dr. Spahn. Er erklärt: Tas Zentrum halte den konservativen Antrag für einen gangbaren Weg, um damit die Erbanfallsteuer zu vermeiden. Habe der,Staatssekretär die etinv inen des Bundesrats auch ht seiner Tasche? Sonst hätte er mit feiner Erklärung noch 'warten sollen. Die Jmmobiliar-Wertzu- r>achssteuer müsse als Reichssteuer eine ergiebige Steuer sein. Der erste Antrag in der bayerischen Kammer bezweckte Teilung Les Erttages zwischen Staat und Kommune. Wenn man aber eine Jmmobiliarsteuer wolle» dann müsse man auch den Mobiliar- Wertzuwachs treffen, in dieser Auffassung werde er gerade durch Lie Ausführungen des Reichsbmikpräsidenten gefestigt. Eine Lirekte Vermögenssteuer wolle das Zentrum nicht. Er könne bch aber einen anderen gangbaren Weg denken. Jede indirekte «Steuer habe mehr oder weniger dieselben üblen Nachwirkungen, Kchemt LzeUe General-Anzeiger für Gberhesten größere Summen aus der Steuer zu ziehen, als die Anttag- steller angenommen haben. Schatzsekretär Sydow: Mit den erhofften Sätzen ist mm einmal nach dem Urteil der Sachverständigen nicht zu rechnen. Zudem wird es niemals eine sichere Steuerquelle sein. Die Deszendenten müssen bei der Erbschaftssteuer herangezogen werden. Neichsbankpräsident Haven st ein: Irgend ein praktikabler Weg für die Besteuerung bei den Wertpapieren ist nicht gezeigt lvorden. Ich habe objektiv und ehrlich nack-gedacht und nttgends einen Anhalt gefunden. Die Rentabilitätsberechnung der Herren Aittragsteller bezüglich her Wertpapiere würde nur dann stimmen, wenn eine Durchschnittssteigerung der Wertpapiere anzunehmen wäre, das ist nicht der Fall. Sehr möglich wäre es, daß unserer Industrie nicht mehr das nötige Kapital zugeführt würde: das wäre volkswirtschaftlich sehr bedenklich. Die Kontrolle würde überaus schwierig für die Regierung und lästig für die Veräußerer werden, und zwar umsomehr, je drakonischen die Bestimmungen getroffen tverden. Die Papiere werden den Weg ms Llusland suchen. Der Redner schildert den Geschäftsgang der Banken bezüglich der Abrechnung in Effekten, um nachguweisen, wie störend jeder Eingriff sein würde. — Rühren Sie an diesen Dingen nicht. Abg. Dr. Wi eMer widerspricht der Aeußerung von Müller- Fulda, daß der konservattve Antrag gerade zur geeigneten Zeit gekommen sei. Der Anttag habe im Gegenteil neue Verwirrung geschaffen und weitere Schwierigkeiten in die ohnehin verfahrene jwlitische Lage bineingetragen. Wie man auch sachlich über eine Wertzuwachssteuer für Immobilien oder für Wertpapiere denken möge, zweifellos fei, daß damit sofortige Abhilfe für die Reichssinanznot nicht geschaffen werde. Die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs über die Besteuerung des Wertzuwachses erfordere viel Zeit, da außerordentliche Schwierigkeiten zu überwinden seien, zumal bei Berücksichtigung der' kommunalen Interessen, die unbedingt gewahrt werden müssen. Auf alle Fälle werde auch der Ertrag einer solchen Steuer nicht so groß sein, daß er als Ersatz für die von der Regierung vorgeschlagenen direkten Steuern in Frage kommen könne. Die Besteuerung des Wertzuwachses bei Wertpapieren sei undurchführbar. Alle agrarische Screbtfamfcit reicht nicht aus, das Gegenteil zu erweisen. Ueberhaupt werde auch bon agrarischer Sette zugestanden, daß es sich gar nicht dabei Um eine Besitzbesteuerung handele, sondern um eine indirekte Steuer auf bestimmte Erwerbsgeschäfte. Von einem Ausgleich, der auf diese Weise zwischen der Besteuerung des Grundbesitzes und des mobilen Kapitals erzielt werden solle, könne ferne Roede fein. Wer einen solchen Ausgleich durch eine gleichmäßige und einheitliche Besteuerung wirklich wolle, müsse für die Erbschaftsbesteuerung in Verbindung mit einer Vermögenssteuer stimmen. Der Vorzug des freifinnigen Antrags sei, daß durch diese Konstruktion eine Konttolle der Vermögenssteuer-Veranlagung durch die Erbschaftsbesteuerung geschaffen werde. Wer für den konservattven Anttag stimme, erschwere das Zustandekomwen der Finanzreform und werfe dem Reichswagen Knüppel in den Weg. Was das Schicksal der Erbschaftsbestenerung, ohne welche nach der Erklärung der verbündeten Regierungen die Finanzreform sticht zustande kommen könne, sein werde, sei zurzeit nicht mit Sicherheit zu übernehmen. In der Kommission werde sich voraussichtlich Stimmengleichheit ergeben. Aber imPlenumverfügtenKonservative,Zentrum und Polen noch'nicht über die Mehr he i t. Wenn aber Ietzt zum zweiten Male in der .Kommission die Forderung einer ausreichenden Erbschaftsbesteuerung abgelehnt würde, so würden sich die Parteien, die auf ihre .Reputation halten, überlegen müssen, ob sie noch weiter Zeit und Kraft an eine nutzlose S isiphus a rbeit in der Kommission setzen wollen. Nach der Rede des Abgeordneten Wiemer wird Mit Mehrheit der Konservattven, Zentrum und Sozialdemokraten Vertagung der Beratung auf heute, Samstag, beschlossen. Die Sitzuung beginnt schon um 9 Uhr. Auf der Rednerliste stehen noch die Abgeordneten .Herold, Dr. Rösicke, von Skarezynski, Weber, Mommsen Und Müller-Fulda. Dann dürften die Abstimmungen erfolgen und in der Beratung der Branntioeinsteuer fortgefahren werden. Bitterung T die tigung nicht statt. VilhelmR* m grosten Saale ’onza skavellc. lirekior 6. Kram. Eintritt lOPtf Mon wie immer. M Vollst* leck 'An biel Livh" ßWN 1 | P rel 658. | JgV Herein foptoiwfc 10,, sKs- •• Der Taschen -Fahrplan deS Gießener Anzeigers tft heute der Stadtauflage beigefügt, während die Bezieher der Landauflage ihn anfangs nächster Woche erhalten. Trotzdem das Format durch Verkleinerung handlicher geworden tft, wurde der Inhalt durch die Aufnahme der Strecken Ltch— Grünberg, Butzbach—Nockenberg und Frankfurt—Bebra aber- mal- vermehrt. — Von unserem Regiment. Noch den am Donnerstag beendeten Bataillons- und Gefechtsübungen unseres Regiments auf dem TnippenübungSplatz Darmstadt und dem Jnfanterieschießplay bei Messel Hot daS Regiment gestern morgen um 8 Uhr unter klingendem Spiel dte Residenz wieder verlassen und sich über Arheilgcn noch langen begeben, von wo eS mit der Bahn hierher zurückkehrte. (LS kam am Nachmittag hier an. An seiner Stelle wird am nächsten Montag daS Infanterie-Regiment Nr. 168 auS Offenbach resp. Butzbach zur Abhaltung mehrwöchiger Uebungen auf dem Truppenübungsplatz eintreffen. ** Fortschrittlich politischer Bildungsverein. Am Donnerstag abend trat der im Februar bc gründete neue politische Verein das erstemal mehr an die breitere Oesfentlichkeil. Der Borstand hatte für die nur als Lereinsversammlung gedachte Veranstaltung, in der Gäste willkommen fern sollten, im Hotel -Schütz das Vereinszimmer gemietet, jedoch erwies sich dasselbe als viel -u klein, um den Erschienenen Raum .^u gewähren, und so mußte man in den größeren Saal umziehen, der von etioa 120 Personen, darunter eine größere Anzahl Frauen, gefüllt wurde. Prof Urstadt sprach über die Geschichte des deutschen Bauern^ standes. Er verstand es, ein abgerundetes hislor sch.s Bild der Entwickelung dieses Berufs landes zu geben Der Redner betonte, wie es der Liberalismus gewesen, der im vorigen Jahrhundert den Bauern Raum geschaffen hat zu ihrer freien Entwicklung und daß es heule dieselben Leute seien, die den Bauern in früherer Zeit zu Hörigen gemacht hätten, welche im Bunde der Landwirte sich des Bauern standes bedienten, um unsere weitere freihertliche Entwick hing in Deutschland zu erschweren, indetn sie künstliche Gegensätze zwisckien Stadt und Land zu schaffen suchen. An den Vortrag schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion an, an der sich u. a. Professor Dr. Biermann, Dr. Voigt, Lehrer Schmidt, Studiosus üeßler ufw. beteiligten. Als Mitglieder für den Verein meldeten sich in der Versammlung 20 Personen neu an. ** Kun st verein Die bei Eröffnung der Penz- Ausstellung noch fehlenden Bilder, die im Katalog angefillxrt sind, wie das Pastellbild „Allegro" und einige „Bleizerclptungen" sind noch eingererht worden. Ferner ist noch ein „Doppelpvrtrait" von Marie Felchner neu hinzn gekommen ** 2 5 Ja hre sind verflossen seit Gründung eines unserer bedeutendsten hiesigen Geschäfte des Kolonialwaren Großl>andels, der Firma Tribus & Sundheim. Klein war der Anfang, doch stetig die Entwicklung. Energische Sck-afsenskraft und rastloser Fleiß haben reichliche Früchte gezeitigt. Wenn auch die Inhaber mit ihrer Person wenig !in die Leffenilichkeit traten, so miro andererseits ihre be rufliche Tätigkeit in Stadt und Provinz afifeitig gewürdigt, was die zahlreichen Glückwünsche zum heutigen Ehrentage aus nah und fern befunden. — DaS Personal der Firma gab seinen gleichen Gefühlen durch Wort und Adresse ent sprechenden Ausdruck Möge dem Unternehmen auch ferner der Segen ziel bewußter Arbeit beschieden sein! • • Der alte studentische Brauch, den Eintritt des Wonnemonats durch das Singen des Liedes »Der Mai ist gekommen' zu feiern, wurde heute nacht wieder mehr geübt wie in den letzten Jahren. Namentlich auf dem Marktplatz und dem Kreuzplatz verlies die studentische Maifeier recht sttmmttngSvoll. ** Allerlei auS der Stadt. Ein entlassenes Dienstmädchen trieb sich umher und borgte in einem G. schäft mir Rechnung ihrer früheren Herrschaft und bestritt so ihren und den Ihtierbaü ihrer Freundin. Die Person wurde dem Gericht yu geführt, aber wieder entlassen. — Von dem Dache eines Hauses in der Sounenslraße fegte gestern morgen der Sturm etnen Schornstein herunter auf die Straße. Beinahe hätte ein Passant die Sterne auf den Kops beklommen — Aus einer Loggia an einem Haust b.r Göthestraße versckhvmtden in verfloßener Nacht ein Stuhl und uvet Decken. Cb es sich um Diebstahl oder Unfug handelt, bedarf noch der Ausklärimg • • Preußische Klaffen-Lotterie. Die Erneuerung der Lose 5. Klasse muß unter Vorlegung der Lose 4. Klasst bis zum 8. M a t geschehen. Auch müssen die in der 4. Klasse gezogenen Lose bis zu diesem Tage gegen Freilose zur 5. Klasse emgelöst werden. • • Zum Maschinisten wurde Johs. Will aus Bad Nauheim im Elektrizitätswerk der Badeanstalt Bad Nauheim ernannt. x Heuchelheim, 29. April. Verhaftet wurde ncute der 19 Jahre alte Wcißbmdergeselle H. 91 c i b e l vou hier wegen SitilichkettSvcrbrechenS. Er hat mit demselben Schulmädchen, an dem sich der kürzlich verhaftete Taglöhner Ludwig Müller von hier vergangen hat, Unsittlichkciteu getrieben und ist auf bellen Geständnis hin verhaftet warben. — Lollar, 30. April. Bei dem kürzlich zu Gießen ab- gehn (feiten Probefchie ß e n 3um Diesjährigen Bezirk, vr^io schiessen des Bezirk- Gieszen der Kriegetkamerabschaft Hassia schoß der Bammvatt Heinrich Fuchs von hier die auSgesctztr Ehren- scheibe. 'V i r t o r f (Cbcrhcffen), 30. April Heute vormittag vemmflückte im Steinbruch ans dem Heidenberg der Arbeiter Wild. Lanz, indem herabfallende Erde und «tein- massen ihn crbriidtvn. Es war niemand weiter zur Stelle, so daß ihn seine Frau, als sie ihm das Mittagesten bringen wvNte, l o t vorsand Lan.z hinterläßt außer feiner Frau noch 4 Kruder im Alter von 2—14 Jahren — Rödgen bn Bad-9tauheun, den 29. April. In der Wetter wurde gestern jbie Leiche emeS seit mehreren Tagen vermißten Rianneü gefunden. Der Tote ist em Italiener, bet in Bab-Nauheim alö Terrazzoarbeiter beschäftigt gewesen ist. 4- Datmftabt, 30. April. Am Sonntag sinbet im Hotel-Restaurant «Zum Storch* in Frankfurt a. M. eine Versaininlnng ber VereinSvorsiände bet verschiedenen Unter- beamt en Der eine be« Großherzogtumü Hessen zwecks allgemeinen ZiisammenschlusseS statt. [j 9Ä a r b u r g , 1. Ma, Auch bidSnuil nahm die M a , fe i e r der Ma rburgci s t u b e n t e n imcber ihren btrtomm - ucben fdwncn Vertan, - al n vebnt ix r Umgebung egten 'ich Hangen und Feuerwerkokorve-. • 'rann • ...» t\: tre? ;:.••• Feier ber ixiii? Jünpihii u.1: -1.; \- Notnand. uabin caic gcoiic Mensche: .. ,. ^tl £•. . utx v AuSiichtSpunktc boten cu$ rnzvolies Buo h. Frankfurt a. R, 30. Avril. Heute mittag Fun nach 12 Uhr stürzte auf dem Blase der LuitschiffSauenellung ö,e nehrftödigc, im fltmmermann-'robbau fertige Barscvalballon lalle unter donncrähnlichem Getöie ein. Beim Einsturz wurden drei Arbeiter schwer verletzt. davon ist einer, der Zimmermann "onrao Meller, gestorben Einig: Personen trugen leichtere Ber ; , ;ngen davon In der Halle, Die nach den Klanen von Artur Muster, Berlin, von bet Firma Geritner ist Maar- ausgtfühtt wird, wurde feit etwa 8 Tagen gearbeitet. Siebener Strafkammer. X Gießen, 30. Avril. Beigeordneter und Polizeidienet. Ter Bcigevtbncte H. L. von Hartmannshain batte sich vor Dem Schöffengericht wegen Beleidigung des Polizeiditners R. zu verantwotten. Er halte bet der Gendarmerie die Aitzeige gemacht, ber Polizeidiener habe ihm tu>5 feines Wider sorucv- em Stück Palm suchen aus fernem Haust mitgenommen. Weiter er rubr bet Poltretviener, daß ber Angeklagte ihn einen Lügner ge nnnnt und dabei bemertt halte, er werde ihm die blaue Kavve absetzen. Der Polizeidiener und daS Kreisamt als vorgesetzte Behörde stellten Strafantrag: die Parteien eimgtcn sich aber auf Drängen ihrer Angehörigen und der Angeklagte fertigte im Namen des Lrtsgerickts ein diesbezügliches Protokoll rät, das Der BolizciDiener wie er auch selbst unterzeichnete, um dann feine eigene Unterschrift zu beglaubigen Das jtzreisamt nahm aber den Strafantrag nicht zurück, weshalb es zur Verhandlung vor Dem Schöffengericht kommen mußte, das den Angeklagten frei ,'vrach und zwar weil in der Anzeige wegen Diebstahl keine Beleidigung liegt, da die Anzeige förmlich er Hattet woroen in, und falls diese gegen besseres Wissen erfolgt fein sollte, nicht Geleit igung, fonbwn falsche Drschuldigung Dorliegen würde. 3m anderen Fall sei eine Aeußerung mr engsten Familienkreise erfolgt, und diese ist nur durch die ZndiSkrenon der Schwiegertochter des Angeklagten zur Kenntnis des Polizeidimers gelangt. Uebrigene sei *-ie ganze- Sache nur durch 9BabIl'tmtigfrüm hervorgerufen norden. Fnfolge Berufung der Staatsanwaltschast stellte di, -Strafkammer fest, daß "bas fragliche Protokoll keine Rücknahme deS Strafanttags, sondern nur eine Einigung bezüglich der Kosten enthält, cs übrigens auch unberücksichtigt bleiben müßte, bn bas itrcisamt ben Sttafantrag mcht znrückgenommen hat. Bezüglich der Anzeige wegen Dieb- ÜahlS reichten bie Beweise zur Ueberführung wegen falscher An sck.uldigung nicht aus: dagegen mußte wegen der beanstandeten Aeußcriing Verurteilung ein treten Es wurde dafür 10 Mark Geld strafe für angezeigt erachtet und im übrigen erging Freispruch Um nicht in daS AibestshauS 3U kommen, Ijat ber Installateur Ehr W. auS Dffcnbad) ein SchösfengerichtSurleil, nach dem er wegen Bettelns zu 3 Wochen Hast ocrurteilt rotlrbc, und nach deren Verbüßung er der Lanbespoli Afibehörbe überwiesen werden sollte, migesochten. Die letztere Maß nähme hielt daSScbösfeng. für angezeigt, >oeil berAngeklagte mehrere Bettelstrafen im Sommer erhalten hat, wo ihm stets Gelegenheit zum Arbeiten geboten loar. Der Angeklagte bat von der Maß regel der Ueberweisung abzusehen, da er feste Wohnung und Arbeitsgelegenheit habe und er erst dreimal wegen Bettelns bc straft ist. Das (Bericht hielt die genannte Maßnahme doch für zu hart, zumal der Angeklagte, ber 64 Jahre alt geworben ist, nicht als Landstreicher bezeichnet werden kann. Das Urteil wurde im genannten Sinne abgeänbert. cricbt»f ad L Köln, 30. April. Bor dem Kölner Gewerbegericht klagten 2.3 von Leipzig gelegentlich des Aerzteftreiks nach Köln grfemmene erste gegen Den Kölner Arzt Dr. AlberSheim wegen Beleidi.pmg In einer Vmammlung der Gesellschaft für soziale Reform~battc ber Beklagte hinsichtlich der Leipziger Aerzte den Ausdruck Streikbrecher gebraucht. 3chn Mia gen würben ab gewiesen, weil ein Siihnetermin vorher nicht itottgehmben hatte Der BeNagte wurde fteigciprod)en, weil er in Wahrung bc rcd>tigtcr Interessen gehanbelt habe und unter ben obwalienbn: Umständen eine Beleidigung nicht iwrltege, Luftschifsahtt. Auf dem Gelände der Luftschiffbcrit-Gesellskbaft Zkp pelin geht die neue Halle ihrer Vollendung entgegen. Die Fertigstellung des neuen Z II in der i'duvinnnenben Reichs- Halle wird mit Eifer betrieben, es soll noch im M a i f a h r bar gemacht werben. Gestern vormittag r i ß sich auf dem Uebungsplatz des Luftschifserbataillons in Berlin der Militärfesfel- b a l l o n los und ging in der Richtung nach Wikhelmsruh davon Plötzlich schlug eine Helle Flamme auS dem Ballon, der sich rasch senkte. Tie Reste tarnen in Reinickendorf Ost nieder. In dem Korb des entflohenen Ballons befand sich ein Jnfanterieofftzier, Leuttiant Gruber vom 6. (Grenadier Regiment, der eine Schädelverletzung erlitt. Der Ballon ist nur in einer Länge von zwei Metern verbrannt, da Leutnant Gruber die Flannnen ersticken konnte. Die Ursache deS Brandes konnte noch nicht genau festgestellt werden. Man nimmt an, daß der Ballon, ebenso wie im August u. Js das Zeppelin-Luftschiff bei Eclnerdiugeu, vou elektrischen Entladungen getroffen wurde. Beim Einholen riß infolge eines G e w i 11 c r w i r b e l- Windes das Fesselseil. Leutnant Gruber zog das Ventil, aber der Wind trieb den Ballon ab. Der Magistrat der Stadt München hat heute ein sttmnng den Grafen Zeppelin -um Ehrenbürger der 3tniyl Mundvi' cuumnt____________________________~ Dcrmifcbte». • Maiwetter. Nicht mir in Europa, sondern auch jenseits dos Meeres ist ein gewaltiger Wellcrumsrälag eingetreten, der ziemlich viel Schaden angerichtcl hat. In Lsnabruck ist starker Sräncefall nngetreten und auch aus nnberen Teilen be» Reiches werden stark Sckmeefälle gemeldet. Im Schwarzwald liegt wieder Neuschnee In N o r b f r a n f« reich herrschen beitige Stürme. Bhm befürchtet ernste Unfälle Zahlreiche Fischerboote sind vom Sturm überrascht worben. Die Telephon- imb Telegravhenleitmtgen sind geüött. Ueber bie ganzen Vereinigten Staaten rochen heftige Stürme Dichte Schneefälle haben das Loitd mit einer mehrere Zoll hohen Decke überzogen. Schneestürme roeräicln mit heftigen Gero11 lern und Hagelschlag ab. In Pittsbu rg liegt der Schnee 11 Zoll hoch Der Verlust an ')Jinn"d-aüeben durch bie neuesten Crfanc im Mississippitalc und m ben MMclstaaten roirb aut mehrere Hundert angegeben, bet Verlust an Eigentum auf 5 Millionen Dollars Ter 60 Fuß hohe Wall des Gefängmites von Michigan Ciw m Indiana wurde durch Den Sturm zerstört. In Tennessee haben 50 Personen da- Leben eingebüßt Ter Materialschaden betragt mehrere Millionen Dollar. Ter Siegeszug^der Lustigen Vitroe. In New- York hat man eine neue Statistik auittettdll. bie Den Truimpd- ;ug Der bekannten Coerette van Lehar illustriert: dmiach ist die Lustige Vitw in 422 bmritben, 1.54 amenkanlichen imb 135 englischen Städten auigtrührt worden, sie wurde in 1.3 per- schicdenc Sprachen übersetzt imb in^30 Ländern gespielt, barunti-r auch in China, in Hmdustan und 5®inen. Von Den 18(XN) lui iütrungen, df stangesunDen haben, cmiallen aus Amerika 1500 :nib aut England 1100. Tie Neu norker haben im verflossenen Fahre 4 Millionen Mark für Billctre aut^ugeben. Von Dem berühmten Walzer baden die euroväischeit Verleger 3 Millionen Nmeneremplare vcrkaust In Newnork. Edicago und Boston buben 9 Sonias und 3 Prinzen Danilo getanzt: au» Den amerikanischen v. . :tcii kam Der Walt r 4652 Mal zur Wiedergabe Ta die Gesamtzahl Der ‘.Xunübrungen in Amerika 1500 benagt, mußte also der Walzer Dank Dez Begeisterung der amerikanischen Theater- : . her bei jeder Vorstellung Durd,V.t).nttiid) Drama', wieder holl werden. Kleine TdiieeräroniL In Homberg bei Duisduri erkrankten im ^ranktn- baus eine Krankenschwester, ter Annaltsgeistlicke und ein Knecht an schwarzen Bocken Ter Miiedrt ist bereits gestorben. Ans ber Zech: „Hugo" bei Essen wurden vier Bergarbeiter Durch Erdmassen verschüttet, zwei von ihnen konnten nur als Leichen geborgen werden. Aon den auf Zeche „Eintracht Tiefbau" in Freisenbruch am ?••. April durch Mobkniail verunglückten vier Bergleuten wurde einer tot zutage gefördert Er stand aufrecht, die <*rubcnlam®e im Munde, als ob er im Begriff stände, ber Ofciabr zu enteilen. Mit ben drei anderen Bergleuten wurde beute mittag ernt Verständigung erzielt, wobei sich herausstellte, daß sie unversehrt seien. T:e Rettungsarbeiten dauern fort Um 7 llhr abends gelang bie Bergung. Sie erholten sich verhältnismäßig Tie berühmte, von Äör( dem Großen erbaute Kirche in Dallenhorst bei Osnabrück, ist durch einen Blitzstrahl ein Staub ber Flammen geworden. Wach einer Meldung aus Tuala an das Reichs^olonialamt wurde um 7 Uhr em starker Ausbruch de» großen Itamerun- berge» beotarätet. Ter AuSdruch erfolgte auf der nordwestlichen Seite imi starkem Feuerschein und ßarkem Lavastrom In Buea zeigen die Häuser, namentlich dos GouvemementA- gebäude durchgehende Risse Schwache Stoße werden andauernd bemerkt Ter Ausbruch des Vulkans dauert an Im Vienenhofvark bei S?aurabütte betraten gestern einige Personen nichts ahiwnd btt russische Grenze, als ein Kosak sieben scharfe Schüsse auf sie abgab, die über ihre Köpfe hinweggingen. In Ncwvork lovvelten Räuber die Lokoinvlide und bei Bostwaaen eines Zuges ab, fuhren damit fort und raubten bie Postsäcke. Bei einem Branbe in Newvork entstand wilbes Entsetzen, bei Dem Mütter ihre Kinder auf die Straße war»0tz wo sie zerschmettert liegen blieben. ----------------------- SanfccL Köln, 30. 2lpril Tie Felten und Guill-nume-Lalimevev» Werke haben 1908 einen Rtlngeroinn von 5 127519 Mk 1907 6 164 084 Mk erzielt. Der am 27. Mai stattiindenden C*mrrab» Versammlung soll die Verteilung einer TiviDenbe von 8 Yn>|. i. V. 10 Proz vorgeschlagen werden. Ab'chrtidungen betragen 2.304 993 Mk i. V 2 126 771 Mk , Der »^ewinnvortrag 439 439 Mk. (i. V. 435 202 Mk - — """ ■ ■ — ■ , Gießener Wetterdienst. Voransstchtlichc Viilernng für Heiieu am Sonntag 2. Mai: Wolkig, vereinzelt Regensälle. Nacht» Frost. NörbliL« Winde. (DrigiitabDrnbfmcl^uniXcit« Pest, 1. Mai. Wie Die Blätter melden, planen btt h-ffije* Sozic^lbemokrattn am Dienstag gelegentlich ber tnfun*- Kaiser Franz Joses» M a s s e n b e in o n ft r a 11 o n e n ru' de-: Straßen für bas allgemeine Wahlrecht. Petersburg, 1 Mai. Anläßlich der Maifeier nahm die Polizei zahlreiche HanSfuchungen vor und beschlag nahrntc mehrere hunberttausend Proklamationen Eine große Anzahl sozialdemokratisct-er Agitatoren wurde verhaftet. Die Firbriken, die die Maifeier gestatten, iverden mit hohen Geldstrafen belegt. Polizei- und Militär Patrouillen werden am Tage der Maifeier verstärkt n start tin opcl, 1 Mai Tie P i l l a Al l a d i n r in Saloniki, die dem abgesetzten Sultan als .Infenthaliso« angewiesen tvurde, ist füindig von einer Volksmenge umringt. Die Truppen müssen scharf aufpassen, um ei nm Ucderfall der Villa durch die Volksmenge zu verhinderM Tie feindliche Haltung der Menge ist auch die Ursache weshalb Addnl Hamid nach Morianrr uberfübrt werd.» soll. Der Vildiz üiosk ist noch immer militärisch bewacht Wie verlautet, hat Abdul Hamid noch in letzter Stunde vor seiner Absetzung einen Mord verübt, indem er eine junge Tscherkejjin niederschoß, die sich weigerlc zu be schwören, Daß sie bis an ihr Lebensende ledig bleiben werb« Konstantinopel, 1. Mai. An leite» zwird bei Gerücht bestätigt, daß bet frühere Sulla,, nach j n a ft i überführt werden roirb, ba bie Vage Saloniki» 2 Glaier. 1 Schmied. 1 Vcbrmatidien. 1 «Hanner. 4 laocvctf. und -ßolftercr, 1 Wagner. 1 AcUnvr, 1 Schneidet. 1 flaufmann. 1 Vadicrer. b. bet au»ivartigen Arbeitgebern: 1 jüngerer Metzger 1 längerer Schreiner, I Schneidet 1 laadm flvbciicr. 2 Dicninuadchcn. Sfcbrlingr: 2 Backer, 2 Schlöffet, 2 Bcbretncr. 2 Memer 1 Schmied Es iudicn Arbeit: 1 Hanülungsgedilfe. 2 Schmiede. 1 Kellner 2 «Hlnler F ‘Wobtnrr glafcv- 2 Schlöffet und Fuflallaieure. 2 Buchbinder. > ."‘adrt 2 Bau'chlollci. 3 Spengler u. .Uvmüateurc. > 2dmhntnchet Poluerer uno Tavezieier. 4 Schreuter. 3 Aubttnecbu. 4 .au* buviWcn. 2 Ufaricnnxbeiter, 10 Arbeiter, 8 kauOrauen, 1 Wav trau, 2 Kindermädchen. ______Vfbrlingr: 2 Sdiloner. _ Llüdlischkr ^olinnniisnfliliwfis Witpti. WartenftraNc 2. Jimmcr 2. iGeschänsiiunDen von *-l und von 3-s Uhru 1 1 Wodnung von M Munmern. 2 Wobuungen von . v;ntwve 1 Wodnung von tz-7 ftmmcm. 1 Wodnung von 8 -z,uimer». 6 Wohnungen von 5—6.1 immerx 4 Wohnungen von 5 '.immer«. 5 WodtiiilUiei! von 4 '.immrrn. 1 Wodnung oon 3 j’.'.mrwir 1 Wohnung von 3 Zimmern mii 9aben. 2 Wodnun»u v**- 2 flimmern. 1 Wohnung oon 1 .Ummer. 12 mobilem immer. 1 iitimdbl. flimmer. 1 WagenbaUc flu mieten gciudit: 34 Wodmu n von 2-« . .inimcm p_i (§tjd)äft5=llcbcrnal)mc. Dem gcebtien Publikum von Wetzlar ctzikßen rntb llmgeoens zur geü. Nachricht, daß ich Die WmrtM,,'jvr flroBc" in ^ktzlsr übernommen habe Die Lokalitäten find neu renoviert. flch halte dtefelben besonders für Vereine und größere Ke» icllfcbaiicn beiten» empfohlen Indem tt4, gute und Dienung »uitchere bitte ich um gütigen fluioruch. ,niyi Jnkob Wörner, früher Lc-waldHgarte«, Gieße»- Fräulein Clotilde Wetter Q im Alter von 64 Jahren, was wir schmerzerfüllt anzeigen. Giessen, Süd-Anlage 18, den 30. April 1909. Die iieftraMersislesi Hinterbliebenen Die Beisetzung findet Sonntag den 2. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofs aus statt. 2628 Giessen, den 30. April 1909. Gießen, Bahnhofstr. 58, den Die Beerdigung findet Montag nachmittag 3 Uhr in Grofien-Buseck statt. 03224 Professor Dr. W Mittermaier und Frau. Gießen, den 1. Mai 1909. Heuchelheim, den 1. Mai 1909. 03096 03255 I lasse, sondern ich, Jttmann, beweise Ihnen jederzeit, daß Sie nirgends billiger und besser bedient werden als bei I. Jttmann, Gießen, Blockstraße 14/16. (aV8 MW O Die tieftrauernden Hinterbliebenen: H. Wagner, Telegr.-Leitungsaufseher Familie Seipp, Großen-Buseck. Mai 1909. M 1 2Ie!t größte «inderwagenfabrN Lachsen» 0. einzige deutsche, welche direkt m-janiiL arbeitet u. umsonst buntfarbigen Pracht, katolog Ihnen sendet, ist Julius tretbar, Grimma 571 Heute verschied sanft in Heidelberg unsere treue Mutter Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der schweren Krankheit und bei der Beerdigung unserer lieben teuren Entschlafenen Christine Dreher sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen Allen herzlichen Dank Die tieftraueruden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer teuren Entschlafenen sagen wir Allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Schneider u. Angehörige. Heute vormittag ^/zi2 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager meine inniggeliebte Schwester, unsere teuere, herzensgute Schwägerin und Tante Todes-Anzerge. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern abend um 11 Uhr 20 Min. meine innigstgeliebte Gattin, die treusorgende Mutter meines Kindes, unsere geliebte Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Elisabeths Wagner geb. Seipp nach langem, schweren, mit Geduld getragenem Leiden im Alter von 32 Jahren ins bessere Jenseits abzurufen. 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Marz 1910 in das Reichs- ober TlaatSschuldbuch einzutragen sind, ermanigt 'ich der ZeichnungSoreis um ''27, c-betragt also: " für die 4 Anlegen 102,45 Mark für ic 100 Mark Rennwert. für die 3' ,% Anleihen 95,35 Mark iiir ,e 1(M) Mark -Jicnniöert. i Die Buteilunu erfolgt tunltd)-i bald nach der.'Zeichnung dergenalt. San ziinach't die -chnld buch-'ieichiiungeu. iodann diejenigen .-Zeichnurn.en vorzuiswene berucknchti.it werden, für welche der Zeichner sich, ohne Eintragung ins «chnldbuch. einer Lvetre bis zum 1». 2io- vemher 1909 mit rroorlen Hat: im übrigen entscheidet da? Erme"en der ZeichnunaSstelle. i. Die Zeichner fonnen die ihnen zngeieilten «nlcibcbctrdgc vom 13. Mat d. J. ab lederzeti voll bezahlen, sie sind icbodi verpflichtet: 3o - „ des zugeteilten Betrages fvateitenS biß -um 13. Mai d. 30o- , , , „ , „ 22 Ainu d. I. de/i 15’/« 2 , „ . » • 22. äuli d. I. 10°/ ; ; ; , , , st. August d. I. 1 , »n 22. 2ei)ieniber b. 3- in bezahlen. ZetchnungSbeträge bis 1000 Mark einschliehlich finb am 13. Mai b. I. ungeteilt Nähere- eVgebeVi^di'e ^elchnungSscheine, bie bei allen Zeichnungsstellen kostenlos veradsolgt werben. Berlin, im April 1909. NeiLsbllnk-Tirdtonnm. fi'öniql. Lkchandliinq (^rcufiiiifir gtnntabnnf). Kanaricuvöyel, feine -Zanger. Lt vram. m. Ehrenor.,-. vert. “*1W.tfeichtwei»,^onnenitr IM. Habe ioiort V ter. MeiMer empfiehlt feinen 08024 bÜMlichJitlngW ui 80 13ig., im Nbonuement billiger. Ächtung! $615. bis 7. Juni jinbkt in Großen-Linden eine Grosse Allgemeine Kaninchen- und W-tidhig statt, woran sich Züchter, ob Mitglieder ober Srtchtmitglieder ____ la Kaiser FrieH. 60 Liter Vollmilch 2619 I abzugeben. Vb. Zcbnbt, 1251/7) Hofgut Londorf. Bordereiiender VtztzNk- und (, Bcrlitzichule, Zchul tr. IO 2ib. I «allein» 2 Mk : in Sei. v *<» B* ! an. -kur gepr. na.tonale Lehrkraite • Itr2 ranffurt nach $flb=2il|lli!8itn — bciia beteiligen wollen, fahren b ' vor^ nach Bad-Lalzhaulen. 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