ISS. Jahrgang Dienstag 9. Februar 1909 General-Anzeiger für Gberheffen erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich GiehrnerKamilienbiätter; zweunatwöchentt.lircis- blalt färben Kreis Siehrn (Dienstag und Freilag); zweimal monatl. Land- Virlschestliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüße: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Nr. 33//f Erstes Blatt Der Eschener Anzeiger--— a gjx Bezugspreis: monatlich 75Pf, viertel- lehener Anzeiger ■wep Verantwortlich General-Anzeiger für Odecheffen ss Annahme von Anzeigen vy v 1 1 u. Land- und „Gerichts- bis »on^äTiM BotatiottsW und Verlag der vrühcscheil Uulv.-Such- MI» Steilldruckerei «. ranze. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schulstratze r. HSMüBa Der vusuch der engUschen UömgLpaares in Berlin. Am heutigen Dienstag ist das englische Königspaar zum Besuche in Berlin eingetroffen. Dieser Besuch trägt den Charakter einer offiziellen Staatsvisite, und infolge dessen ist das englische Königspaar von einem großen Gefolge begleitet. Es ist das erste Mal seit seiner Thronbesteigung, daß König Eduard von England die deutsche Reichshauptstadt besucht. Die bisherigen Zusammenkünfte König Eduard mit unserm Kaiser in Wilhelms höhe oder Homburg erfolgten gewöhnlich auf der Turch- reise des Königs von England nach Marienbad, waren immer nur von kurzer Dauer und entbehrten des offiziellen Anstriclys'. Es ist oft belyauptet worden, daß hmitzutage die Beziehungen von Staatsoberhäuptern zu einander für den Gang der politischen Ereignisse keine Bedeutung mehr hätten; dann ist aber König Eduard eine Ausnahme, die die Regel bestätigt. Es ist unleugbar, daß Differenzen zwischen Oheim imd Reffen nicht ohne Einfluß auf den Gang der englischen Außenpolitik geblieben sind. Mögen sm auch nicht in erster Linie maßgebend gewesen sein, so hat Eduard VII. sicherlich unter dem Druck seiner persönlichen Empfindungen Alles getan, um die antideutsche Richtung des Londoner auswärtiger: Amtes zu fördern und zu festigen. König Eduard ist ein sehr umsichtiger Politiker und es ist zivcifellos, daß er die auswärtige Politik des britischen Reiches mehr dirigiert, als es den Herren in der Downing-Street angenehm sein mag, aber ebenso verfehlt wäre cs, hinter jeder Aktion Englands König Eduard zu wittern und zu meinen, daß alle Maßnahmen Englands lediglich von dem Gegensatz zu Deutschland geleitet seien. Die Abneigung der Engländer gegenüber ihren deutschen Betterm läßt sich nun einmal nicht ableugnen, Man befürchtet gar zu sehr, durch uns auf wirtschaftlichem Gebiete aus dem Sattel gehoben zu werden und Hot un- begrciflicherweise auch die lebhafte Besorgnis, daß wir uns eines Tages daran machen könnten, die englische Vorherrschaft zur See zu vernichten. Tas ist natürlich eine sehr törichte Besorgnis, aber sie ist eS wohl hauptsächlich gewesen, die die engt. Diplomaten in das Lager der Gegner Deutschlands getrieben hat. Man scheint sich indessen auch in England selb st allmählich klar darüber geworden zu sein, daß es viel- lc^cht doch noch besser wäre, sich mit dem deutschen Reiche in irgcnd einer Form zu verständigen. Aus dieser Erwägung ist der famose Abrüstuugsvorschlag hervorgegangen, der den: Wachstun: der deutschen Flotte Einhalt tun sollte, während England nach wie vor im Besitz seiner kolossalen Uebermacht bleiben wollte. In Deutschland ließ man sich aber von den: überschlauen John Bull nicht übers Ohr hauen, was in London einige Berstinunung hervorrief. Der Gegensatz zwischen beiden Nationen wird sich in absehbarer Zeit kann: überbrücken lassen, es wird höchstens nröglich sein, ihn Hi mildern, und hieraus ist ja auch das Bestreben Kaiser Wilhelms kurvorgegangen, das soviel Mißdeutung erfahren und ixe unliebsamen Vorkommnisse gezeitigt hatte. Daran soll aber heute nicht erinnert werden, wo König Eduard mit friedlichen Absichten nach Berlin kommt tzikid es nicht ausgeschlossen ist, daß cs bei einigen Fragen, die zwischen beiden Länden: schweben, zu einer Verstau- digung kommt. ES ist nicht unbedingt notwendig, daß beide Nationen einander den Rcurg abzulaufen iudjen. Die Welt ist so groß, daß sie für beide Teile Platz hat und Deutschland denkt garnicht daran, Englmid verdrängen zu wollen; mir würden gern in die Land des Detters emschlagen, wem: diese nur aus ehrlichem Herzen entgegengestreckt würde. Man wei ßsehr wohl, ivcldye ungeheuere Gefahren eine fortgesetzte Einkreisungspolitik gegenüber Deutschland in sich birgt und möchte daher an der Themse gern, so weit es irgend cnrgeht, einlenken und am liebsten Deutschland in der einen oder anderen Form mit in eine Entente der Mächte hineinziehcn. Wir könnten uns das auch gefallen lassen, vorausgesetzt, oaß unsere Interessen dabei nirgends beschnitten würden; - freilich müssen wir in Deutschland dieses Mißtrauen stets haben und daher vor England doppelt auf der Hut sein. Wenn es gelingen sollte, in offener "Aussprache zwisdyeu den beiderseitigen Staatsoberhäuptern und deren hauptsächlichsten Ratgebern während der nächsten Tage diese Zweifel zu beheben, so lväre das eine herrliche Frucht des Berliner Besuches König Eduards. Unter den Staatsmännern, die den englischen König begleiten, befindet sich der Kolonialminister Earlof Crewe, eine der interessantesten Gestalten unter den heutige:: englischen Staatsmännern. Zu nennen ist ferner Sir Charles Harding. Er begleitet seinen König nicht zum ersten Male nach Deutschland als Vertreter des Londoner Auswärtigen Amtes. In dieses Amt wurde er 1906 als ständiger Unterstaatssekretär berufen, nachdem er schon in verhältnismäßig frühem Lebensalter mehrere Jahre lang Botschafter in Petersburg gewesen war. Lady Har dinge ist Hofdame der Königin Alexandra. Als sogenannter „Goldstick in Wai- ting", auf Deutsch: „diensttuender Generaladjutant" des Königs fungiert der Feldmarschall L v r d G r e n f e l l, der, mit 68 Jahren, ans eine lange und ehrenvolle militärische Laufbahn zurückblicken tonn, die er größtenteils in Afrika zurücklegte. Tie britischen Streitkräfte in Aegypten befehligte er zweimal und vier Jahre lang war er Generalgouverneur von Malta. In politischer Beziehung hat nie viel von sich reden gemacht. Er begleitet bem ökönig, nm die Armee zu repräsenticren. Außer dem Flügeladjutanten und Stallmeister Oberst Ponsonby, der zugleich der Privatsekretär des Königs ist, ist noch dessen Leibarzt, Sir James Reid, zu nennen. Die Einkunft König Eduards und der Königin "Alexandra von England in Berlin erfolgte heute den 9. Februar, 11 Uhr vormittags .auf dem Letztster Bahnhof. Tort wurde das Königspaar durch den Kaiser und die Kaiserin, den Kronprinzen und tue Kronprinzessin, sämtliche Prinzen inib Prinzessinnen des kgl. Hauses und des fürstlichen Hauses Hohenzollern sowie durch die in Berlin und Potsdam anwesenden Prinzen und Prinzessinnen aus regierenden deutschen Häusern empfangen. Tas Hauptquartter des Kauers sowie Generale und Admirale der Garnison Berlin waren dabei zugegen. Sodann erfolgte die Fahrt nach dem kgl. Schlosse mit Eskorte. Auf dem Pariser Platz sand die Begrüßung durch die städtischen Behörden statt. Tie Weiterfahrt geschah auf den: Mttelwege der Straße Unter den Linden. König Eduard nahm Wohnung in der Wilhelmschen Wohnung, Königin Alexandra in den Königskanunern. Um liy4 Uhr fand int Garde-du-Corps-Saal Empfang unter großem! Vortritt statt; um 1 Uhr mittags findet int kleinen Speise- des Schlosses eine Fantilienfrühsttickstafel statt, der sich unmittelbar Marschalltafel int Elisabethsaal anscküießt. Um 8 Uhr abetkds findet Galatafel im Weißelt Saale statt. Ter Besuch des Rathauses durch die englischen Herrschaften erfolgt Mittwoch um 12 Uhr mittags. Um 1 Uhr schließt sich ein Frühstück in der großbritannischen Botschaft au. Ter Ball Ün kgl. Schloß beginnt um 9 Uhr abeuds. Füc Donnerstag ist uni 10 Uhr vormittags eine Auto- vwdilfahrt nach Potsdam geplant zum Besuch des Mausoleums Les Kaisers und der Kaiserin Friedrich. Dieser Fahrt schließt sich um Vs2 Uhr nachmittags ein Frühstück beim Offizierkorps des L Gardedragoner-RegimentS „Königin Viktoria von Großbritannien und Irland" an. Die Familientafel beim Kronprinzen und der Kronprinzessin beginnt um 7 Uhr abends, während im Garde- du-Corps-Saal des Cgi. Schlosses Marschalltafel ftattfindet. Beiden Tafeln folgt um V?9 Uhr eine Galavorstellung im kgl. Opernhaus. Zun Aufführung gelangt das Ballett Sardanapal. Vor der Abreife des englischen Mnigspaares am Freitag nachmittag 5 Uhr werden am Vormittag Besichtigungen in der Stadt stattfinden und um 2 Uhr nachmittags eine Frühstückstafel im kgl. Schloß. Stimmungsbild aus dem Reichstage. Berlin, 8. Febr. Ms acht Tage hat dar Seniorenkonvent den Etat des Herrn von Bethüimrn-Hvllweg kontingentiert. Einen oder zwei Tage davon wird man ja der Erörterung der Kapitel und Posittonen des Etats selber toibmen müssen, und ein Tag soll für die Aussprache über die Theaterverhältnisse in Aussicht genommen sein. Herr von Bethmmut-Hollweg wird also demnächst auf die Bc- willigung seines Gehalts rechnen dürfen. Der heuttge vierte Tag der sozialpolitischen Revue Eonnte diesen Wunsch nur verstärken, denn mit einer einzigen Ausnahme hätte alles, was heute gesagt wurde, ohne Minderung des Wertes dieser Etatsdebatte aus den stenographischen Protokollen des Reichstags fortbleiben können. Rur der letzte Redner, Dr. Pachnicke, brachte eine neue Anregung. Ohne viel Worte zu machen, empfahl er eine Unterstützung des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise und erbat hierzu einen Nachttagsetat, um schon in die gegenwärtige noch nicht überwunoene Wirtschaftskrise eingreifen zu können. Aufmerksam wurde wie immer der Abg. Dr. Naumann der es erforderlich hielt,, gegenüber den Worten des Staatssekretärs über die Ucberspannung des KoalitionsbegriffS die andere Seite der Frage etwas zu unterstreichen. Die schon zur Genüge besprvdyene 2lngelogenheit der schwarzen Listen bot ihm hierfür bequemen Untergrund und düs' in der Presse erörterte Vorgehen der von Gieschescheu Grubenverwaltung in Oberschlesien gegen eine Anzahl ihrer Ingenieure war ihm Anlaß, die Praxis des Kvalitionsrechts in ihrer Beziehung zu den §§ 152 und 153 der Gewerbeordnung mit einem gewissen Pessimismus zu behandeln. Herr von Bethmann-Hollweg ging, obgleich ihn Dr. Naumann persönlich interpellierte, auf den oberschlesischen 3aII nicht ein; er verhielt sich auch passiv, als der Konservative Vertreter von Breslau-Land, Graf vonCarmer-Osten, offensichtlich ^auf Grntid persönlicher 'genäner Information durch die Verwaltung des angegriffenen Werkes, eine andere Darstellung des Sachverhalts gab, bei der er den Spieß gegen die angestsltten Ingenieure mnkehrte. Die Mittelftändler aus dem Zentrum und der wirtschaftlichen Vereinigung Irl und Rieseberg hielten zum Teil polemische Vorträge über die Lage des Handwerks, und daneben hörte man eine .Polenrede des Abg. Kulerski, der zur Alnoechselung die russische Lvckspi tzelaffäre Asew in die Debatte brachte. Wenn die Objektivität des Herrn von Bethmann-Hollweg noch eines Zeugnisses bedurft hätte, so war ein solches in den Reden des Abg. Kulerski und des Freiherrn von Gamp zu finden; denn der polnische Redner beklagte-sich über zu großes, und der Sprecher der Reichspartei über zu geringes Entgegenkommen gegen den Standpunkt und die Wünsche der Arbeitgeber. Von Seiten der Regierung griff nur der Geheimrat Dr. Fischer in ine heutigen Verhandlungen ein, um in seiner tordialen Art die Handhabung des Vereinsrechts durch seine sächsische Regierung gegen sozialdemokratische Eingriffe zu vertreten. StimmungrbUS aus Sem preutz. Abgeordnetenhaus. Berlin, 8. Febr. 1909. Genau nach dem Rezept, das sich die Budgetkommission für die Heilung der finanziellen Gebrechen der Beamtenschaft aus- erfah, hat auch die Kommission für die Lehrerbesoldungs- Vorlage operiert: Auch in dieser Kommission haben die bürgerlichen Parteien ein Kompromiß geschlosjen, dem sich die Staats- regiertmg wohl oder übel anbequemt hat. So brachte denn auch die zweite Lesung des Lehrerbesoldungsgesetzes feine Sturmflut neuer Anträge und keinen hitzigen Redekampf. Aber aus den Plaidoyers der bürgerlichen Sprecher für das Kompromiß klang doch ein etwas anderer Unterton heraus als bei der Beamten- besoldungsdebatte. Zwar auch heute waren alle Redner auf den Grundton abgestimmt, daß man den Lehrern von Herzen gern mehr bewilligt hätte, wenns sich nur irgend hätte ermöglichen lassen. Aber wenn man beim Beamtengesetz die Zustimmung der Ersten Kammer zu den Beschlüssen der Zweiten sozialen als eine Selstverständlichkeit behandelt hatte, so lugte aus den Reden zur Lehrerbesoldungsreform an allen Ecken und Enden die Besorgnis der Komprommparteien und der Regierung hervor, das Herrenhaus möchte Späne machen und an den mit Mühe mid Not und in wirklich nicht geringer Selbstbeschneidung aller Beteiligten zustande gekommenen Einigungsbeschlüssen her- umzumäckeln. Kein Redner, der nicht mehr oder minder verbllimt an das Entgegenkommen des anderen Hauses appelliert hätte; vornehmlich Herr Schwartzkopj, des Kultttsministeriums eigentlicher Verweser, hat in dieser Beziehung ein Uebriges. Und noch in anderer Hinsicht unterschied sich diese Debatte in etwas von den Geleitsprüchen, die das hohe Haus der Beamtenvorlage mit auf den Weg gegeben hatte: Wurde dort immer darauf hin- gewiesen, daß auf daS Bearntenkomprorniß das ho.nerisck^ „Klein ist die Gabe, aber sie kommt von .Herzen" zuttejfe, so betonten l-ier namentlich die Redner Lor Rechten, aber auch dcr Nationalliberale Dr. v. Campe und die Freisinnigen Cassel und Ernst, daß diese auch von Herzen kommende Besoldungsgabe doch recht erklcÄlich sei: f)ü)ch kein Stand habe mit einem Schlage eine so getoattige Aufbesserung erfahren, wie sie der Lehrersäwft durch das Kompromiß zu Teil werde. Bis an die äußerste Grenze des Möglichen fei das Parlament gegangen, mehr zu geben sei ihm angesichts der mangelnden Tcckung nicht möglich gewesen. Man darf es den Herren glauben, denn daß auf allen Seiten wirklich die Neigung bestanö, den Lehrern tuxf) mehr entgegenzukommen, das lehrte die Erörterung mit überzeugender Kraft. Zu Ende kam man mit der Besprechung heute noch nicht; immerhin sind bereits die ersten fünf Paragraphen dos Gesetzes — und zwar einstimmig — genehmigt. Ein außerhalb des Kompromisses gestellter Polenanttag, die O st m a r k e n - zu lagen für Lehrer a b z u sch assen oder sie aut alle ostdeutschen Lefper auszudehnen, sand keine Gegenliebe, und das Haus vertagte sich auf Dienstag. politifd?e Tagesschau. Adolf Stöcker t. In Bozen ist gestern mittag der frühere Hosprediger, ReichS- und preußischer Landtagsabgcvrdneter ^ldolf Stöcker an Herzschlag gestorben. Stöcker war ^terzleidoud und batte sich daher kürzlich genötigt geseben, sein Mandat für den ReichstegÄvahl- kreis Siegen, Wittgenstein und Biedenkopf nicderzulegen. Mit Stöcker ist einer der eigenartigsten Persönlichkeiten unseres politischen Lebens baljätt gegangen, ein Mann!, der von den einen: ebenso glühend verehrt wurde, wie ihn die anderen haßten. In den letzten Jalwen freilich zwang ihn fein Leiden, sich mehr und mehr vom politischen Leben zur,ück;uziel)en, zumal auch sein poli- tifdyer Einfluß allmählich zurückgegangen nxrr. In den 80 er Jahren war Stöcker einer der gefeiertsten Kanzelrcduer unbrauch als Politiker stand er damals auf seinem höchsten Gipfel. Schon im Jahre 1878 hatte er die christtick>-soziale Partei gegründet und sich an die Spitze der antisemitischen Bewegung gestellt. Unter seinen Gegnern befand sich auch Bismarck, und es kam damals zu manchen Irrten Zusammenstößen zwischen beiden Männern.^Bald nach dem Regierungsantritt Kaiser WillZelms II. verlor Stöcker allmählich feinen großen Einfluß. Stöcker war am 11. Dez. 1835 zu Halberstadt als Sohn eines Wacistmeisters geboren. Er studierte in Halle und Berlin Theologie, war mehrere Jahre Haus- lehret in Kurland und wurde bann 1863 Psarrer in Seggerde bei Halberstadt, später iin Hamersleben, 1871 Tivisionspfarrer in Metz, 1874 Hof- und Domprediger in Berlüu Im Jahre 1890 nahm er seinen Abschied. Dem preußischen Abgeordneten hause gehörte er seit 1879 .an, dem ReickMige mit Unterbrech-ungen seit 1881, Der abgelehnte Gegenvorschlag. Von russischer Seite werden zum ttirkischen Gegenvorschlag über die gänzliche Ablösung der Kriegsschuld folgende Einwendungen erhoben: Die Jahresquoie von 350 000 P,und, welche die Türkei an Rußland noch 74 Jahre zahlen muß, stellt leineswego eine Rettte dar, welche aufgehoben werden, könne. Ter Berliner Kongreß habe die tttrkische Kriegsschuld auf ungefähr 700 Mill. Fr cs. gesckwtztt Aus Rüch'icht auf die schwierige Steuerlage der Türkei und um ihr einen Beweis des Wohlwollens zu geben, habe Rußland später vorgesehen, daß die Türkei zinssrei die Schuld in Jahresraten von erwa 8 Mill, abtragc. Auf diese Einwendungen hin ist nun der türkische Gegenvorschlag znrückge- zpgen worden. Man ist auch im Prinzip nicht altgeneigt, die Ver- l-airdlungen zur Liquidation an einem späteren Termin wieder aufzuuehvren. Wie der Botschafter Sinowejew dem Großvezir erllärte, lehnte Rußland es ab, neue Elemente in die Verhandlung zu tragen.w Es sei von dem einzigen Wunsche geleitet, eine Versöhnung der Gegensätze herbei Zufuhren und den Frieden auf dem Balten zu erhalten und habe darum die Rolle eines Vermittlers A'bernommen. Tie Türkei müsse uitumwundeu erklären, ob sie den Vorschlag Iswolskis annehme, im anderen Falle müsse Rußland die Vermittlung anderen überlassen. Deutsches ReSeh. Der Kaiser nahm gestern Vormittag,im hiesigen Schlosse Vortrüge des Handelsministers, des Staatssekretärs des Reichs- kolpnialamteS und b«.\> Chefs des Zivilkabinetts entgegen. Staatssekretär von Schön ist, wie die „B. Ztg." am Mittag erfährt, vom Großherzog durch die Frei- herrnwürde ausgezeichnet worden. Schön ist betänntlid) Hesse, Et stammt von Worms. Im oldenvurgischen Landtag obsttuierten die Agrarier und das Zentrum. Sie verhinderten durch Verlassen des Sitzungssaales (b-en sicheren Fall des Plural-Wahlantrages. Tie Sitzimg wurde vertagt. Ausland. Auflösungder italienischen Kammer. Ter König hat gestern dias Dekret über die Auslösung der Kammer unterzeichnet. Die Neuwahlen werden am 7. März, die Stichwahlen am 14. März stattsinden. Tas neue Parlament wird am 24. März zusammentreten. — Ter „Secolo" idyreibt, die neue Kammer müsse sich vom Trcibuude lvssageu, den öffentlichen Vermal- tungsdienst reorganisieren, und den Sd;aden wieder gut machen, der durch das Erdbeben verursacht worben ist. Die russische Reickysduma hat gestern einen Gesetzentwurf betteffend die Besteuerung von Zigaretienhülsen und Zigarettenpapier angenommen. Ter König und die Königin von England sind an Bord der Jacht Alexandra gestern Mittag 12 Uhr 45 Min. bei herrlichstem Wetter in See gegangen. Tas Gerücht von. der Erkrankung W enelitZ bc* stärigt sich nicht. Aus Stadt und Land. Gießen, 9. Februar 1909. — Tageskalender für Dienstag, 9. Febr.: Stadttheater: »Tie Rabensteinerin.- (Volksvorsrellrtng.) Anfang 8 Uhr. * • Ordensangelegenhett. S. K. H. der Großherzog haben dem vortragenden Rat im Ministerium des Innern OberregieiungSrat Dr. Ernst Weber zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm vom König von Preußen verliehenen Roten Kreuz-Medaille dritter Klasse erteilt. * • Gesellschaftsabend beim Herrn StaatS- Minister. Am Samstag abend fand beim Staaisminsster Dr. Ewald in den Räumen des Ministerhotels zu Darmstadt ein Abendessen mit nachfolgendem Tanz statt, an dem etwa 170 Gäste teilnahmen. Der Großherzog und die Großherzogin, die Prinzessin Ludwig von Battenberg, sowie die Prinzessinnen Dorothea ztl Solms-Hohensolms-Lich imb Luise von Battenberg beehrten das Fest mit ihrer Gegenwart; die Vertreter des diplomatischen Korps waren mit ihren Damen ebenfalls der Einladung gefolgt. Das Fest hielt die Gäste, vorwiegend aus den jüngeren Ofstziers- und Beamtcnkreisen, bis gegen l1/, Uhr zusammen. * • Landtags-Ersatzwahl. Bei dcr gestrigen Ersatzwahl zum Landtag für den Bezirk Hirschhorn-Beerfelden- Wimpfen wurde Bürgermeister Kredcl-Aerlenbach mit 15 Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat, Schulmspektor Kissinger-Darmstabt, erhielt 11 Stimmen. • • Erledigte Lehrersiellen. Erledigt sind: E:ne mtl einen! evang. Lehrer zu besetzende Lchrerstellc an der Gemeindeschule zu Arheilgen. Tie mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Genremdeschulc zu Wolf. Mit der Stelle ist Crqaniitcnbienfi verbunden. Dem Fürsten zu Vstnburg uud Büdingen in Büdingen steht daL Prosen- tationSrecht zu. • • Die DenkmalSpflege, für die Helfen den anderen Bundesstaaten von jeher vorbildlich gewesen ist, soll nunmehr zum Gegenstand deS Unterrichts gemocht werden. 3U diesem Zwecke ist beabsichtigt, auf dem Predigcrseminar m Friedberg noch im Laufe diese- JahreS einen Kursus für Denkmalspflege einzurichten. • • Protest Versammlung. Dein Vernehmen nach beabsichtigen die hiesigen Braliereien und Gastwirte eine Pro- testversammlung gegen die Einführung der Brau steuer. Ter nähere Termin wird im Lause dieser Woche noch festgesetzt werden. • • Ter HesslscheLandcSvercinvvmRvtenLreuz hielt gestern nachmittag in Darmstadt unter Vorsitz de- Lber- konsistorialrot i. P. D. Buchne r seine Hauotoersamm- lung ab* Gdmtiuhc hessische Städte waren vertreten. Nach einer Begrüßungsansprache dc» Vorsitzenden, ehrte man da- Andenken der verdorbenen DontandSmitglieber «^oldmann, >Rznib und Oberpfarrer Strack, durch Erheben von den Sitzen. dtach Mitteilungen geschäftlicher Art fötalen Wahlen. Für die aus- schrioenden Rechnungsrat A-ratz und Rauh wurden Cberftimnont v LeydhecLer und Generalarzt Tr. Lindemann gewählt In d-m BerwaltungSrat wurden Ministerialrat Dr. Beiler und Genera! v. Grvlmann neugenxchlt, die übrigen 'atzungSgemäß au-scheinenden Herren wurden wiedergcwahlt. ES folgt RechnungS- obläge und Festsetzung des Voranschlag- An Einnahmen werden verzeichnet 20617 Mk, Ausgaben 15 299 Mk., der jkasicn- Vorrat betragt 5222 Mk Im Boramchlag sind vorgesehen 19850 Mk. lieber die Tätigkeit de« Roten Kreuzes beim Erobebenungluck in Messina erftotlctc nvnurursienrat Hickler Bericht. Es wird Ixrvvrgehoben, daß in solchen Fällen ein reichlxUtigeS, komplett eingerichtetes Magazin von großem Segen sein binn. Ter Vorsitzende erörtert weiter die Tätigkrit der Sanitat-kolonnen und erwähnt die Reugründung eines VcrbandeS Hessischer SonitatS- kolonnen. Mit den al- Krankenträgern ausgebildeten! Schülern höherer Lehranstalten hat man in Hessen gute Er Winningen gemacht, entgegen in Straßburg und Dresden, desgleichen mit den neuen ftrengfren Bestinimuiigen bezüglich Ausbildung von Mranfett» psleoirinnen Mit der Bitte, die Sacl'e de- Roten Kreuzes auch in Suhinft zu unterstützen, icbloft der Vorsitzende gegen 6 Uhr hie gut besuchte Versammlung • • (Sin Jubiläum Am 27. März blickt der Mittelrheinkreis auf ein fünfzigiährigcs Bestehen zurück. Er ist der älteste Turnkreis TeutschlandS und älter als die Deutsche Turnerschaft, die int Juni 1860 auf dem ersten deutschen Turnfest ut Slobina gegründet wurde. Sein Gebiet umfastt zur Zeit da- Großherzogtum Hessen, den Regierungsbezirk Wiesbaden, dcn süd nesllichen Teil des Regierungsbejirts Dassel, die Regierungsbezirke Koblenz und Trier, das Fürstentum Birkenfeld, sowie Grenzgebiete von Lothringen und Bayern. In letzter Zeit hat auch der bai tf dy? Turnverein in Pari-, der im vorigen Zähre von deutschen Turn sahrern nach dem Ihnnffurtrr Turnfest dort begründet wurde, seinen Beitritt angemeldet Ter strcis zählt über 100 000 mann lidic und 2500 weibliche Mitglieder, außerdem nodi 5500 turnende Knaben und Riödchcii Diese verteilen sich auf über 1000 Vereine in mehr als 900 Lrtrn. Tic .3a bl der Gauc betrügt 25. Zn der Stärke der Mitglieder zahl übertrifft ihn nur bet 14. MTriS Königreich Sachsen,- Tas Jubiläum wird am 27. März, dem l^rüiidung-tag, bei Gelegenheit des 71 ÄreiSturntages tu der Stadthallc in Mainz festlich begangen werden. Im Mittel- jmnft der Frier stehen außer der Festrede, turnerische Torbietungen, die den Stand des Turnens auf seinen verschiedene Gebieten zeigen werden. Zeder Bereut kann zu den vom Kreis in Aussicht genommenen Riegen an Reck, Barren und Pferd je einen l-ervvr- ragenden Turnet stellen, der spätestens bis zum 15. Februar bei dem AtciStutwoatt A Bolze. Frankfurt a.M. Eckenhcimcr Bandstraße 95 UI., anzuiucldcn ist. " Stadtthcater Ls sei iwctunals auf die am Mittwoch statt findende Premiöre der „L önigskinder" hingewia- sen. die alle htcrarifdKn und musikalischen Steife Gießens interessieren dürfte Zahlreiche Klavier prvocn, Dekoration-vroben, Toben mit verstärktem Orchester u. s. f. haben stattgefunden, um dem Derk eine sttmnrungsvoUc Wiedergabe zu silbern. Die zum Teil neuen 2ncii werden sehenswerte Bühnenbilder ergeben. Um Irrtümer zu vermeiden, sei besonders bemerkt, dost oumperdincks prächtige Musik ouSgefprvchen melodramatischen Cha^ raftet trägt, da szoas Werk also kiuiöcrftdnölid) für Ccbauiptuer geschrieben und überall aussidließlich mit Schauspielbesetzung gegeben worden ist, Tac Hauptr'.m werden hier von Frl. Roder und den Herren Roden und Pauly gegeben • • 3m Kaifervanoramo sind z.Zt. Bafel und tue T rupoenmanäver n der Schwerz von 1908 zn leben. Bon Basel sind schöne Ansichten von Strafen. Platzen ime* önrnt- lichen Gevauden ausgestellt und vorn ^athevralturm ero intet iuh ein schöner Blick au» die 3cab: »n der ScaelitbaiL Tie Truvrvn Manöver, die sich in landschastltch schönem CHelänbe abfpeelen, btetrn auch für uns viel Interessantes Tie Schrreizer haben eine gaiu i'tenlidx Ann«, an deren lu^nlbung man sehr viel arbeitet. Wir ,'ehen Truppen aller Laftengatrimgen m ver'chiebenen Gefechrs- steUtmqen, in Parade und int Lager, und es ist ein aan, hüb»ches Bud für den Gefechtsbummler, das »uh da zeigt. T*r Sil beim Buich-Abend, der auf Leranlasiung des kaufmännischen und des LrtSgewerbeverems gestern abend tn Steins Saaloou stattfand, war außerordemsich zadlreud besucht, fo bafe selbst Pünktlich kommende nur mit Mühe Platz erhielten. Die Veranstaltung, die mit einer ooetlfchen Berberr- adning und Charakterisierung Buschs begann, verlief in bester Lrii'e Der Rezitator, Herr Georg Frrtzschler von Lage, sprach bte Verse in schlichter Natürlichkeit und dabei »'ehr ausdrucksvoll, so daß der fonntge Humor des grosten Hunwnsbm vollauf zur Geltung tarn und da- Publikum bald in eine behaglich- heiter eStunmung versetzt war. Die au den einzelnen Äntvigai gezeigten Lichtbilder waren echte Bv'chs und ergänzten das ge- imr)d",enc Dort in schönster Seife. Der Vortragende brachte „Ter Dichter", ,,2-ie Geschichte von Maler Llezel", ^Herr und Frau Knopp", „Plüsch und Plumm" und ,,HanS Huckebettr-, fast zu viel des Schönen, und erntete wiederholt lebhaften Beifall. • * Die Eisbahn in der Moltkestraße bat sich den Freunden des Eissportes seit gestern wieder aufgetan. Eine spiegelglatte Fläche entsdiädigt die SdÄittschuhlaufer für die überstandenen Tage der Schneefülle und oes Tauwetters. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, baß einige in diesem Sinter vvm Eisverein ringe führte Neuerungen vom Publikum sehr aiigtnehDt empfunden ir erben. So ist eine au gesteckte Fläche für die Kleinen vorhanden. Sie können darauf ihren Erfttingsüi'ungen buloigen ohne dast sie brr Gefahr deS Ucberrennens übereifriger Läufer ausgesetzt find. Tie Abteilung für Kunstläufer ist nur für ausdrücklich dazu Bevollmächtigte befahrbar, und stets in tadellosem Einstande, wie denn überhaupt auf die Unterhaltung der Eisfläche die größte Sorgfalt vcnvendet wird. * * Ter Evang. Arbeiterverein hielt am letzten Samstag seine H a u pt ve r s a mm l u n g ab. Rach dem vom 1. Schrift führ er erstatteten Jahresbericht bat der Verein z. 3t 377 und die Sterbekasse 112 Mitglieoet. Ein weiterer Zweig oeS Vereins, die Baugenossenschaft, umfaßt 112 Mitglieder. Si<* wird in diesem Frühiahr voraussichtlich mit ixm Dau neuer Sohuhchrser am Erdkaulerweg für die Mitglieder beginnen. Tie von dem Verein vor einigen Jahren ins Leben gerufene Elisabctl>-Zllein> kindersdiule wird 3. Zt von ca. 70 ändern besuckst. Seinen Zweck, ivirtschastliare und wissensdvftliche Bildung zu fördern, juditc der Verein inr vergangenen Zahr burd) Abhaltung von 2 Buchftibrungskurs il, 6 Vortragsabenden sowie GratiS-Vertrilung sozialer Schriften ($ic Vorteile der freiio. Znoaiidenversid;crung und Ratgeber in der Unfallversicherung- zu erreichen. Von Gründung einer Zugendabteilung mutzte im letzten Jahre noch abgesehen werden Ter Gemischte (Lhor v.'rfügt z. Zt. scher ca. 40 Mitglieder. Er ist md)t nur an Zahl hervachfen, lortocm hat sich auch in Bezug auf Lristungiui unter Leitung seines Xingrntrjt, Muiiklehtcr Gernhardt, im letzten Jahre außerordentlich entwickelt. Ter vom Rechner erstattete Kasf.nberickst zrigle rinc Mehrausgabe von 184 Mk. gegenüber den Einnahmen. Ein vvm Porstaud eingebrachter Antrag auf Beicra.iserhöhung wurde nach längerer Diskussion wobl von 29 gegen 18 Stimmen gutgehristen, galt aber, da der Stimmen satzungi-geunist nvtweichig waren, als abfleicbnt. Tie vvrgenommcncn Wahlen ergaben die Wieder-- wähl lanrliidier ansld^idenden Vorslaiidsmitglieder, neu gewählt wuroen, da der Vorstand von 15 auf ! 7 Personen erhöht iinirbc, Eisendreher Müller und Pfarrer Bechwlshriurer. *• Postalisches. Nach den Wahrnrhninngen der Grenz-AuSgangL-Postanstallen rechnet das Publikum bei der 91uflieferunß von Bciefsendnngen nach überseeischen Orten saft nur mit den letzten Bersendungtzgelegcnheilen, die auf Grund deS Beihefts zum Amtsblatte deS Reichs-Postamts durch die Zeitungen bekanntgegeben werben, während über das Bestehen von Dorversanden kaum etwas bekannt ist. Da die letzten BcsörderungSgelegenhelten infolge von Störungen im Gange der Eisenbahnzüge nicht selten m den Hafenorten den Anschluß an die abgehenden Dampfer verfehlen, empfiehlt es sich dringend, die Briefsendungen möglichst zeitig aufzuliefern, damit sie mit den Dorversanden Beförderung erhalten, die auch bei Verspätungen der Eisenbahnzüge die Schiffe in den Abgangshäfen rechtzeitig und sicher erreichen. ** Der Vorfall auf i>ct$)cud)cl6ctmei Straße. Wie uns der Bahn bedien stete Germer von Heuchel Herrn mit- teilt, ist der von ihm zur Anzeige gebrachte llebenoll nicht erdacht, vielmehr bleibt n heute noch dabri, daß er überfallen Kleine# Feuilleton» C.K. Bedrohte alte Brücken Blan schreibt uns - Der alten Mainbrücke in Frankfurt a.M. hrobt setzt ernstlich die Ge'.rhr des Abbruchs. Tos ehrwürdige Baudenkiiral, das Wohtzridien der alten Rcul^- mtb .strönungsswdt, soll ohne zwingende ^ftttwendigkeit rinrm Reu bau Platz machen, der angeblich gerade so sclwn, aber für die modernen r>ttkcbrsbednrfnlsse pvaktisdrer sein soll. Die Mainbrückc, eines der nx3tigtn itxxh erhaltenen Veifmele mittelaltcrlicher Brückenbau tun st, soll so das gleiche Sckncksal wie unlängst ihre Dresdener Schwester erleiden; mich der Regensburger Äbllrgin droht bekannt!ick, die gleiche iMabr. Tie Frankfurter Brücke, bu Goethe „das einzige ,'cbönc und einer so großen Stadt würdige Tcpuumrut aus der ’rübprnt 3«t" nannte, wurde im Gefolge d^S Kriege- von 1866 Eigentum dcs Dreußisdxii F-rSkus. Dieser hat für ihre bauliche Instmib- Ixxltung seither wenig getan. To her nnri> sie jetzt als baufällig und reif zum *?(bbnid) bargefU’lh. Tie trrtien Abtretung deS Bruckrneigentumv Hwiscbcn Stadt uid> preußischem Staat schon lange schwebenden Verhandlungen sollen dem Abschluß nahe sem. Schicksal der allen Brücke wirb oanrit besiegelt, denn man liebt vonseiten der Stadt in ihr ein Hindernis für den Sch.sfSver- febr Mich dem letzt im Ausbau bcfinbiidxm stödtifdun Osthofen JaRi nmrbc aus Fachkreisen naclrgewiesen, itne man eine Erhaltung der Brücke g l e 1 d» zeitig mit der Erfüllung d e r V e r ke h rSer f 0 r de r n i s se ermöglichen kann, .’hir wenn bet PmiHudK genommen bähen und tin'cr Betrag samt Portemonnaie tot »dm addanden gekommen. Tie Tarstclluna 11 :n unserer Rotr; rom 6. er. seren unrichtig, ba Germer mdH etwa Zechsctmlden lemacln batte, sondern daS Geld nxibrcnb ter 3ri: feiner Xrannxnt von nut bekannten Wirren geliehen barte, vfcnnrr will abfolut niche nötig haben, fick: ein solches Märchen zu crt-rchlen. da er noch Vermögen besitze, mit dem er noch «eine i"laubiger brinebtgot könne. J irr »eit stehe er wegen 5iinberiabn» Pork Etty. — Frau Eva Bühler, geb. Weicker, au8 Darmstadt, 82 Jahre alt, zu Fairport, — Iah. At m Hildebrand auS Laubnch. 80Jahre all, zu Rew-Roche'cke. N.-P. — Hrinnch H assinger auS Griesheim be; Tarrn- stabt, 52 Jahre alt, zu West-Lrange, N.-J. — 28:hoc Etreib, geb. Bach, 78 Jahre all, auS Lindenfels, zu BucyruS, Cbio. — Frau Marg. Hehn, geb. Hahn, auS Oberkleen, 68 Jahre alt, zu Normanby Townichrp. ^Lollar, 8. Febr. Der Gesangverein Liedertafel hier hielt gestern seine Hauptversammlung im Lokale deS Herrn Konrad M00S ob. Der Vorsitzende eröffnete die nahezu vollzählige Versammlung, gab einen kurzen Ueberblick über dnS abgelnufene Geschäftsjahr unb bankte den Mitgliedern für die jederzeit pünktliche Beteiligung an allen Veranstaltungen be3 Vereins unb besonders für den regelmäßigen Besuch der GriangSstunden, bet es dem Dirigenten W. Gernhardt au5 Gießen wesentlich erleichtert, den Derem in gefänglicher Hinsicht auf ber Höhe zu erhallen. Ter Vorsitzende sprach die Ueberzeugimg anS, daß im neuen Geschäftsjahr den passiven Mitgliedern fliehr Gelegenheit gegeben wird, geselligen Veranstaltungen deS Vereins beiwohnen zu können, indem bic Lokalfrage endgültig gelüst ist und dec Verein am 1. März 1909 fein alteS Stammlokal zur Lmde wieder bezieht. Die NechnungSablage ergab ein sehr erfreuliches Bild. Sämtliche Vorstandsmitglieder wurden wieder- geivählt. ? Hungen, 8. Febr. Gestern abend veranstaltete der Gesangverein ,Liederkcanz* un Saale ber ^Traube* einen BolkSlieberabenb, der sich eines zahlreichen Besuches, auch von ciuuroärtS, zu erfreuen hatte, (ringelcitrt wurde der Abend durch einen Vortrag deS Dirigenten, Lehrer Lehn in g, über das deutsche Volkslied. DaS hierauf zur Älufführung gelangende heitere Singspiel: ,DaS deutsche Volkslied^, in welchem ca. 50 Perionen mitroirflen, und das eine Reihe herrlicher DolkLmelodicn in sich birgt, wurde von den Darstellern mit großem Geschick durchgeführt und erntete reichen Beifall. Auch bic lebenden Bilder, die die einzelnen Szenen unb Lieder näher erklärten, fanden lebhaften Anklang. In vorgerückter Stunde wurden bann noch einige Chöre zum Vortrag gebracht. Hierauf wurde in ausgiebiger Weise dem Tanz gehuldigt. Tie Deranstallung kann als wohlgelungen betrachtet werden. - ----Burg-Gemünden, 8. Febr. Am 6. b. MtS. feierte der Eisenbahnverein Burg- und Nieder- Gemünden in den festlich geschmückten Räumen deS Gastwirts Herrn Philipp Schäfer zu 9!iedcr-Gcmünbcn den Geburtstag des Kaisers. Recht zahlreich halten sich bic Vereinsmilglledcr nebst Angehörigen, sowie auch Freunde unb Gönnet beS AercinS daselbst emgerunben, so baß alle Plätze beseht waren. Der zweite Aorsitzenbe hielt eine kernige Ansprache unb schloß seine Rebe mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Das auS 16 Nummern bestehende Programm bot reichlich Unterhaltung. Die humoristischen Aufführungen endeten mit großem Lacherfolg. Nach Abwicklung beS Programms begann ber Tanz, bet bic meisten Festteilnehmct bis zur frühen Morgenstunde ziisammenhiclt. X Mainz, 8. Febr. Ten vom Kaiser für die besten Leistungen im Daiietritt gestifteten Ehrenpreis für Kaoalle tieoffiziere erhielt für 1908 »m 18. Armeekorps Leutnant Nö mpler vom Magbeb. Dragoner-Regiment Nr. 6. Die bei bem Tauerritt zurückgelegte Entfernung betrug 137 Kilometer, bte gebrauchte Zeit 15 Stunden 13 Shnuten. Der Ritt zählte 38 Teilnehmer au6 den 4 Kavallerie-Regimentern beS 18. Armeekorps. • b. Krofdorf, 7. "Febr. Die Mitglieder deS Bütger- DCtetn 8 waren seht zahlreich am gestrigen Abend bet Gastwirt Lubwig zusammengekommen. ES galt einen Vortrag be3 Lehrers Frischh 0 lz über Elektrizität anzuhoren. Mit Jntereffe folgten alle Anwesenben ben Ausfühningen, die durch praktische Ausführungen ergänzt wurden. ,a Wetzlar, 9. Febr. Ter VcranügunaZrat bet Easino- Gesellschaft in Wetzlar bat seinen Mitgliedern ui btwarf W Utter Lurch Engagement derGlcßcncrRegimcnl-musik zu vier SinsonieKonjerteu rmc Neuerung gebracht, welche allgemein freudig begrüßt wurde. Tic reichhaltigen Programme der Gießener brachten außer neuer und neuester Musik an Sinionten: Hopdn T-hur. Beethoven T our und C-mwll. Zum Schluffe als Otbjdnntririrr Mendelssohns, deiicn derrluhe A - d u r - Sinfonie Tic <3talienifd)ri, Priester Marsw a Lthalüi, Finale au> der unvollendeten Cpcr „Loreley" und Fanlalic a. d. Smnmernachi^ttaum Tu trcrilidx AuSfübruna von der Kapelle fpeziell der fmfmiischcn Werke, wir heben briovders alf schwcrimcacndrn Faktor Beethovens E-mvll«Smionie sowie ben Mendelssohn - Abend hervor, geben Zeugnis von dem feinsinnigen musikalischcii Verständnis, ba» Musikdircllor Jhaufee ben Werken bat »utril werden lassen ES ist mit diesen Konzerten für Wetzlar einem lauge gehegten Wunsche Rechnung getragen Dorbcn. — Fellingshausen, 8. Febr. Die gestrige Generalversammlung be J K0nsurnverein3 wählte Konrab Leib als Kassier. Ter Schriftführer Georg Wagner hat sein Amt niebergelegt unb auch Frau KrauSkopf beabsichtigt, bie Kauft'telle nreberzulegen. 0 Marburg, 8. Febr. Die böse Klatschsucht hat eine ganze Anzahl hiesiger Männer unb Frauen in schwere Unangelegenheilcn gebrocht lieber 20 Personen sind wegen Beleibigung verklagt. — Infolge bhnben Feuer- lärmS entstand letzte 9!acht bei einem Ball eine Panik, bei der Tarnen ohnmächtig wurden unb andere Teilnehmer Verletzungen baoontrugen. (ScridytsiaaL £ei.D»ig, 8. Febr. In dem Prozeß gegen die Tischlers- \ r n u Lohmann und Genossen, in dein die Äffaire des zerstückelten Dienstmädchens Emma Heine uor dem Leipziger 'Schwurgericht zur Verhandlung gelangte, lautet das Urteil gegen Frau Lohmann auf sechs Jahre Zuchthaus, sechs Äschen Haft und 8 Jahre Ehrverlust, gegen den Ehemann Loh- maiui aui 6 Monate Gefängnis, 6 Wochen Haft und 3 Jahre Ehrverlust. Vier weibliche Angeklagte erhielten Strafen von 4 Wochen Haft bis zu,2 Jahren Geiänqnis. Der Liebhaber eines der ver- urteilten Mädchen, ein Geschäftsreisender, erhielt 9 Monate Ge- ,'ängnis. Das Hochwasser ist überall im Rückgang begriffen, auch in Frankfurt, Ivo die Situation gestern nod) bedrohlich schien. Ter Wasserstand des Maines erreichte dort gestern nachmittag um 2 Uhr eine Höhe von 5,91 Meter, um etwa ein Meter höher als der Höchststand am Samstag. Tic niedergelegenen Strasten der Altstadt, insbesondere die Schlachthausgassc, die Kleine Frschergasse und die Metzgergaste stehen metcrtief unter Wasser. Auf dem Rönrerberg reicht die Ueberfdftotmntung bis zur Nikolaikirdfe. Ter angerichtete Schaden ist bedeutend. Heute morgen war der Wasserstand auf 5,40 Meter zurückgegairgen. Der Main hat gestern das ganze Tal bis nach Hanau, Kesselstadt, Steiuheim, Auheim und Klein-Auheim überflutet. Zwischen Hanau imd Kessclstadt wird der Verkehr durch Rachen aufrecht erhalten Bei Älein-Ltuheim war der Wasserdamm gefährdet. In der Nacht auf Montag wurde die Feuerwehr in Klein-Auheim alarmiert. Auf der Eisenvahnbrücke bei Stein- Heim waren in der Nacht auf Montag 20 Pioniere stationiert, die den Auftrag hatten, die Brücke zu schützen. JnGelsenkirchenertranken bei den Rettungsarbeiten drei Mann. Die Saale erreichte heute vormittag ihren höchsten Stand seit 1882. Sie wuchs seit vier Tagen über 5 Meter. Einzelne Stadtteile in Halle wurden überflutet, mehrere Strasten polizeilich geräumt. Der Verkehr wurde nur durch Kähne aufrecht er- 'halten. Feuerwehr und Militär wurden heute nacht zur Hilfe gerufen, um das Maschinenhaus der Kornhausgenossenschast zu schützen. Die Eiseubahndirektion teilt mit, dast die Strecke Breslau— Hirschberg zwischen Dittersbach und Fell Hammer wegen Senkung Udes Schönhuter Tunnels seit gestern gesperrt ist. Die Brcslau-Hirschbcrger Pcrsonenzüge über Dittersbach werden über Bad Salzbrunli—Fellhammer geleitet. Außerdem verkehren An- schlustzüge zwischen daedersalzbrunn-' Fellhanrmer imb Fellham- ruer—Helbstadt. < Das Braunkohlenbergwerk Joseph Hermann-Grube inTroit- jchendorf in Schlesien steht unter Wasser. Der Betrieb ist Eingestellt. Alle Arbeiter mußten entlassen werden. In Kittwitz ist ein Arbeiter beim Abstößen von Eisplatten ertrunken. Kleine Tageschrontr» InHambnrg smd von 11 unehelichen Kindern, die em Ehepaar in Pflege hatte, in einer Woche ach i g e st o r b e n. Der Fall kam durch die Anzeige eines Dienstmädchens ans Licht. Nach einem Verweis durch seinen Lehrer hat sich in Schwedt o. d. D. der 13jährige Gymnasiast v. Goetz, Sohn eines Adjutanten der Kavalleriemspektion, erschossen. Der Leichnam des Dichters Eatulle Mendes ivitrbe in einem Tmmel bei S t. Germain gefunden. Die Umstände, die den Tod herbeigeführt haben, sind noch nicht bekannt. Emige tausend Dieter von der Küste von E a m o q l i entfernt, unweit Genua, fiel vorgestern ein B a l l o n i n s M e e r. Tie Insassen, drei Lustfchiffcr aus Turin, konnten ge rettet werden. . Neue (Erbftö6e sind gestern m Mesltna, Syrakus, Seit tim verspürt worden. Die Stöße veranlaßten eine heftige Panik unter der Bevölkerung. Bei dem Brand in der deutschen Gesandtschaft in Santiago de Ehile sind auch die Archive der Gesandtschaft zerstört worden. Allem Anscheine nach liegt Brandlegung im Anschluß an einen Einbruch vor. Ter Körper des Kanzlisten Beckert wurde, wie bereits gemeldet, unter beit Trümmern ausgesunden. Ter Verdacht, daß ein Verbrechen verübt wurde, ist durch den ärztlichen Befund fast zur Gewißheit erhoben. Man bringt den ganzen Vorfall mit anonymen Drohbriefen in Verbindung, die wiederholt bei den Mitgliedern der Gesandtschaft eingegangen waren. Bei einem Erdrutsch in Java verschwand das Tors T j i h u b u h a n mit 453 Bewobuern kurz vor Tagesanbruch blitzschnell in einem tiefen Schlund. Nur etwa 40 Torsbewohuer kamen mit dem Leben davon. Bei dem Orte M e I e k e ß wurde beim Bau der Bahnbrücke über den Fluß T s ch e m e rn s ch a n während der Verfenkung von Caissons m 8 Faden Tiefe im Sande aus das Skelett eines Marnntuths und aus Knochen eines Höhlenbären gestoßen. öanöei. — Deut scheAn leihen. Die steigende Bewegung in ben Anleihen des Reichs, Preußens und der Bundesstaaten dauert fort. Es stellt sich nahezu ein wirklicher Mangel in diesen Werten heraus. Tie Kurse ziehen denn auch langsam so doch stetig an und eä muß dabei hervorgehoben werden, daß die 3^/sprvz. sächsische Staatsanleihe nach sehr langer Zeit als erste 3VsVroz. Bundes-Anleihe wieder den Pari-Kurs erreicht hat. Es ist darauf hinzuweisen, daß Sachsen der einzige große Bundesstaat ist, der im Mai 1902 keine Anleihe ausgenommen hat. Paris war auch am letzten Samstag wieder am Markt und es sind recht ansehnliche Beträge von 3- und LV-Vroz. Anleihen dort hingegangen. Auch Schiveden hat einige größere Aufträge speziell für 3^-proz. Anleihen gesandt. — Auf die neue 4proz. Hanauer Stadtanleihe von 51/2 Millionen gab das Höchstgebot mit 100.97 Prozent der Hessische Bankverein, Andre n. Herzog, H. Schwarzenberg il Co., S. u. I. Wertauer jun. Nachs., Wlllmann u. Plaut, Gebr. Zahn, sämtlich in Cassel und Magdeburger Privatbank in Magdeburg ab. Außerdem lagen noch von 7 weiteren Gruppen Angebote vor. Tas niedrigste lautete auf 100.62 Prozent. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Tas höchst bedauerliche Zusammentreffen der beiden Vorträge der F-rau Dr. Altmamr-Gottheincr und des Herrn Professor D. Schian am Mittivoch abend legt den Wunsch nahe, daß doch bei solchen Veranstaltungen, die wesentlich «auf denselben Kreis von Teilnehmern rechnen, künftig vorher eine Verständigung stattfinden möge. Einsender möchte durch diese Zeilen dazu Anregung geben. Bei der vielfältigen Personalunion, in der die hiesigen Frauen- organisationen miteinander stehen, sollte das nicht so schwer fein'. S. Gießener Wetterdienst. voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch den 10. Februar: Heiter und trocken. Frost. Veränderliche Wmde. Grrgrnal-Drahtmeldrnrsen. Paris, 9. Febr. Zu dem I nhal t der Ab ma chu ngen zwischen Deutschland und Frankreich in Bezug auf Marokko, wie aus Acußerungen von Persönlichkeiten, die der Regierung nahe stehen, geschlossen werden muß, fdjeint die Weiter- entioidehing der Dinge in einer Weise geregelt, daß politische Mißverständnisse, wie sie in den letzten Jahren vvrkamen, für die Zukunft noch Möglichkeit ausgeschlossen bleiben. Man ist demnach überzeugt, daß die öffentliche Meinung in Frankreich diese Abmachung mit Genugtuung begrüßen wird. Pari s, 9. Febr. Ter Motin erfährt, daß die deutsche Regierung cs gewesen sei, welche die Initiative zu dem Marokko-Abkommen ergriffen habe. Ter deutsche Kaiser habe im Einvernehmen mit dem Reichskanzler cs? bciu Staatssekretär des Acußeren von Schön und dem Pariser Botschafter Fürsten Radolin überlassen, eine Grundlage für die Verständigung ausfindig zu machen. Paris, 9. Febr. „Petit Republiquc" meldet über da- deutsch--französisck'e Marokko-Abkommen, das; beide Regierungen von dem Standpunkt ausgegangen find, baß füe die französischen Interessen in Marokko ber politische Charakter, für die beutschen Interessen ber wirtschaftlictie (ibarnftcr maßgebend sein sollte. Beide Regierungen sind dahin einig geworben, sich zum' Abschluß ihres Aktes von Algeciras als Grundlage zu bedienen. Eine Einigung ist erzielt worden über alle Punkte, die Anlaß zu künftigen Meinungsunter schieben geben könnten. Dem genannten Blatte zufolge handelt cs sich um solgcndc Punkte: 1 > In ber Frage der vffcntlichcu Bauten in Marokko Hot für Frankreich nur Interesse, was wegen der Nähe von Algerien von besonderer Wichtigkeit ist. 2) Tie Finanzfragc, über die ein Ergebnis erzielt wurde bin sichtlich ber Mittel und Wege zur Hebung des inarolkanischn Budgets. 3) Tie Räumung dcS Schauia-Gevictes, über die eine prinzipielle Vereinbarung getroffen worden ist. „Das Kind fittfl von selbst an, Essen zu verlangen." Leivzig-Lindenau, Hebelstr. 19, 1. Januar 1908. Unser jetzt 4jähriger Kurt hatte in seinem 2. Lebensjahre sehr unter Brechdurchfall zu leiden, der allerdings glücklich überwunden wurde. Seit dieser Zett schmeckte dem Jungen kein Essen mel)V, und er mußte zu federn Bissen genötigt werden. Ta§ Kind magerte von Tag zu Tag ab, und es wollte in teiner Weife mehr mit ihm vorangeyeu. Die verschiedenen Mittel, die wir angewendet hatten, nützten nichts. Ta entschloß ich mid), auch einmal Scotts Emulsion zu versuchen. Ich konnte sofort bemerken, daß der so lang geschwundene Appetit wiederkehrte, und daß das Kind von selbst zu cssen verlangte, waS lange nicht mehr a der Fall gewesen war. Heute ist unserKurt ein frischer, lebhafter — fast zu lebhafter — Bursche geworden, ber /Wf jebeMahlzeit ißt, wie es sick; gehört, und bem man an- h sieht, wie gut sie ihm bekommt, (gcz.) Mar Herbert. Efe Angesichts dieses schönen Erfolges sollten Sie X/h\ nicht zögern, Scotts Emulsion anzuwenden, ff I/i I vSL Das echte Präparat ist lelcht erkennbar an unserer bekannten Schutzmarke — der Fischer mit dem Dorsch. Wie so viele Eltern werden 9htr echt mit dieser Mark—demFischrr — dem ffiarmiic* zeichm des Scott» schen DersahreirSl auch Sie erstaunt und froh sein über die kräftigende Wirkung und ben Einfluß von Scotts Emulsion auf ba§ ganze Wesen Ihres Kindes. ScoriS Emulsion wird von un» auelcklietzUch tm großen verkauft, uno zwar nie lose nach Ecwicht ober Mab, ionbern aut tn vernegclren Onginalslaschmk in Karton mit unserer S-uyinarte (Fischer mit dem Dorsch). Scott u. Bowne, ©. m. (1. fi., Rrantfurt a. M. Bestandteile: Feinster Medrztnal-Oebertran 150/), prima Elvzerin 60,0, nntcrptioSpborigfourcr Kalk 4,3, unterphoSphorta'cmrer Natron 2,0, pnlu. Tragant sX), feinster nrab. toummt pulv. 2,0, beftilL Wasier 129X>. Ltlkokiol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Hunt--, Monde,, und ß'nuiltbennöl ie t Trovlcn.________ TreiWorte nenn' ich Euch, inhaltsschwer, ____ Erkältung, Krankheit — und Sodener! Erkältung, vor der ■ kein Mensch sicher ift; Mrantbeit, die sich aus jeder uubc Bg|| achteten Erkaltung ergeben kann: und Sodener — natürlich Ulli Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen, die jeder Erkältung 1111 des Halses, jedem Katarrh der Luftwege schnell ein Ende II BI machen. Wer also Erkältungen fürchtet , und nicht krank Illi werben will, ber soll regelmäßig Fans ächte Sodener gc- brauchen. Man kauft sie überall für 85 Psg. die Schachtel. Couverts mit Firma billigst vrühl'sche NniverfltatrvruSerei. - • Beates nach unten brennendes GasglühlichL ca. 50% Gasersparnis. ca. -. 60*16 Gasersparnis. In allen Installations- geschäften erhältlich. Auergesell schatt Berlin 0.17. ''Ä Submission. Für die Großh. medizinischen- und Frauenkliniken in Gießen soll sür das Rechnungsjahr 1909 auf dem öffentlichen Submissionsweg vergeben werden: ». Die Lieferung deZ Bedarf? cm Maschinenkohlen Nußkohlen ca. 50 Rm. Tannenscheitholz b. Die Lieferung von 1. Backwaren 2. Zwieback 3. Fleischwaren 4. Spezeretwaren und Verbrauchsgegenständen 5. Kaffee 6. Butter und Eier 7. Milch 8. Bier 9. Schreibmaterialien 10. Maschinenöl und Putzwolle 11. Bürstenwaren 12. Scheuertücher 13. Seife und Soda 14. Eis 15. Porzellanwaren c. Das Reinigen des Küchenherdes und der Oefen, die Entleerung der Kehrichtgrube, die Abgabe von Knochen, leeren Flaschen und Lumpen, Gespul und leeren Oelfässern. d. Transport der Wäsche. Die Bedingungen können auf dem VerwaltungSbureau der medizinischen- und Frauenkliniken, Klinilstr. Nr. 32 an den Wochentagen, nachmittags von 2—4 Uhr eingesehen werden. Offerten auf Lieferung von Kohlen und Holz sind vcr- schloffen mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröff- nungstermin, Samstag den 20. Februar 1909, nachmittags 4 Uhr bczügl. der übrigen unter b, c und d aufgeführten Positionen sind die Offerten bis zum Eröffnungstermin, Samstag den 6. März 1909, nachmittags 4 Uhr einzuretchen. Proben der unter b) 2, 4, 5, 8, 9. 10, 11, 12, 13 und 15 bezeichneten Gegenständen sind den Angeboten bei- zufügen. Zuschlagsfrist erfolgt bis zum 20. März 1909. Gießen, den 8. Februar 1909. Gr. Verwaltungsdirektion der mediz.» und Frauenkliniken. V o i t. B8/, Holz und Horst versteigert 25,67 Fm., 2547 Fichten-Derb Fichten-Stämme — 142 908) 72 88 78 Zusammenkunft Distrikt Finkenholz an der Straße nach Gießen und kommt das Stangenholz zuerst zum Ausgebot. ftangen — 143,97 Fm. Rm. Fichten-Nutzreisig, 9 Rm. Krefern-Nutzscheit „ Kicsern-Brennschetk, 56 Rm. Kiefern-Knüppel, , Stockholz, 6310 Nadel-Wellen. Leihgestern, am 6. Februar 1909. Großherzogliche Bürgermeisterei. Heß. Ortsgruppe Gießen des heff. Landes- Vereins für Frauenstimmrecht. Mittwoch, bat 10. Februar, abeuds 81/« Uhr NN Saale des Hote! Schütz Vortrag von Frau Dr. Altmann-Gottheiner, Vorsitzende ber Ortsgruppe Frankfurt a. M des Allgemeinen Deutschen FrauenoeremS über: „Die Frau in der Gemeinde.“ Eintritt 50 u. 30 -Cla. <7W'____________SiMuiiion. Holzversteigeruug. Samstag bett 13. Februar l. Z., von vorntitt. 9 Uhr an, werden auS der hiesigen Gcmcindewaldung, Distr. Finken- Obcnhausen. n c Londorf «Oberhessen), den 8- Febrmrr 1909. Freihcrrliche Obersorsterer Rabenau. — ■ Brill.____________ Holzversteigeruna. Kreitan den 12? Februar werden aus den Distrikten Eibscken Hain und Rangen versteigert: Stämme, Lärche: 2 Stück mit S^S Km.. 36-38 Ctm. Dchm. u. 17-19 Mtr. lanL Rersttangen, Fickte. 128 Stück mit 147 Fm. (ans dem Ampel), gebettet, Rm.: L95L, 2 II. Äl., 2 Eicke, 22 Siebte IL ML (hierv. 14 ruid», lOÄtefer, 2 Lärche von 2.5 Mtr. Länge. Knüppel. Rm.: .123 Buche I. Kl., 2 11. Kl, 5 Eiche, 51 Kiefer I. KU 6 II. Kl., 32 Fickw b Kl. (wovon 5 - 2'/- Mtr. langt, 13 II. Kl. Reiier, Rm.: 256 Buche, 26 Eiche. Knüvvelreiier, Rm.: 24Ktefer, Mchteiworunwr o7 in 12^chlch^ Hausen von 4—5 Mtr. Länge, stocke, Rm.: 27 Buche, 5 Elche, aO Äte,3ufmnut?n£unh:*’BmunittagS 10V« Uhr rat Hainerhof in Distr. Eibfchenhain 12. Nähere Auskunft eileilt Forsnoart Leyerer- Kalk- u. Marmor-Werke, Dampfziegelei Aug. Gabriel jr., Giessen Telephun 84 TelePbon 84 Bau- und Düngekalk (auch kohlensaurer Kalk) in SrtcJien u. eemahTen. — Verblend- u. 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