Donnerstag, 8. Juli 1909 Zweites Blatt 1S9. Jahrgang Nr. 157 zur reform. Abg. Günther-Plauen (Fr. Vp.): krschetw mit AuSnahm« W Sonntag». Die ^Otttzeu« SamMendlLtler- «erden dem .Anzeiger' atermol wöchentlich betgelegt, da» LrettdlaN ffli 6<1 «rett Stehen" zweimal wöchentlich. Die »Laadwirrschafllichev Lett- trage»" ertcheineo monaUich zweimal. RotattsnSdrn« «nl Verlag de, Vr0hs1ch« llawersttätS - Buch- und Stemörudetti. 9t Sange. Hieben. Vizepräsident Dr. Pansche: Falls Herr Hue seine Aeußerung über die Verhöhnung des Christentums hier für daß Haus gemeint hat, so rufe ich ihn z"r abgelehnt. Donnerstag 11 Uhr: Rest der Finanzreform (Stempel- und Finanzgesetz). Schluß: 674 Uhr. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: es® ÖL Redaktion: ^^113. Tel.-ALr^ An-eigerGieben» Gietzener Anzeiger General-Anzeiger str Gberhefteu Abg. Hue (Soz.) weist auf den Umfall des Zentrums hin, das in. den letzten Tagen mit aller Energie für den Kohlenausfuhrzoll cingetreten sei. Eine durchgreifende Reform und einen wirksamen Schutz der nationalen Bodenschätze werden Sie nur durchfuhren, wenn Sie die Kohlengruben enteignen und verstaatlichen, du- letzt in den Händen einiger weniger internationaler Großkapitalisten such. Freilich wenn die Herrenmenschen, die Stinues und Kirdorf, kommandieren, die so mächtig sind, daß sie über den Kop. des Kaisers Minister st ü r z e n (Minister Delbrück zeigt fragend auf sich) _ n ,nÄ Sic nodi niett aefaam finb, Herr foin.ter, bann matten Ordnung. Handelsminister Delbrück: Herr Gothein spricht von bestellter A r b e t t. (Abg. Gothein ruft: Gestehen Sie es doch ein! Heiterkeit.) Das ist nicht richtig. Ich bin von verschiedenen Mitgliedern des .Hauses vor einigen Tagen darauf aufmerksam gemacht worden, daß man beabsichtigt, eine Resolution zugunsten eines derartigen Zolles einzubringen, daß man aber darauf verzichten wolle, wenn ich bereit sei, auf eine Anfrage zu antworten Ich habe mich darauf mit dem Staatssekretär des Innern verständigt, und wir haben uns 'auf die Antwort geeinigt, die ich vorhin gegeben habe Aus folgenden Gründen: wenn Sie mich als Generaldirektor der preußischen Werke fragen würden, so wurde ich sagen: die Sache ist zu schwierig, um darauf zu antworten. Als preußischer Staatsminister habe ich mich verpflichtet gefühlt alles zu tun, um einen Schaden für den preußischen Staat als Unternehmer abzuwehren. Ich habe mir aber gleichzeitig die Frage vorlegen müssen, was wird, wenn das Kalisyndikat nicht zustande kommt? Und als vorsichtiger Mann habe ich auch einen Gesetzent- Wurf über einen Kaliausfuhrzoll entworfen, den ich dem Bundesrat natürlich nicht vorgelegt habe. Was wäre geschehen, wenn ich die Anfrage nicht beantwortet hätte und ich würde dann m einigen Monaten an den Bundesrat und an Sie herantreten wegen Einführung eines solchen Zolles? Dann würde man mir mit Recht sagen: Du wußtest, daß etwas derartiges im Bereich der Möglichkeit ist, da war eL Deine Pflicht, alle Beteiligten vorzubereiten. Das ist die Veranlassung gewesen, warum ich diese Frage beantwortet habe. Herr Gothein ist der Ansicht, daß daS Ausland eine solche Maßnahme als feindlich auffassen konnte. Gewiß würde dieser Tadel berechtigt fein, wenn der Ausfuhrzoll unsere Auslandspreise erhöhen sollte. Es würde aber lediglich geschehen, um ein Heruntergeben der Auslandspreise weit unter das fetzige und unter daS wirtschaftlich berechtigte Niveau zu verhindern. Das kann niemand als feindliche Maßnahme anseyen. (Zuruf links: Und wie steht es mit dem Zweischachtsystem?) Minister stürzen (Minister Delbrück seigt jrageno auT — wenn Sie noch nicht gefallen sind, Herr Minister, dann warten Sie erst mal ab, welZes Ressort für Sie Tret Wird —. bann freu lich spricht die Regierung ihr unannehmbar, und dann werden Konservative und Zentrum davor weich. Wir vertreten hier auch die christlichen Arbeiter; das Zentrum hat in unerhörter Weise gezeigt, daß deren Interessen ihm nichts gelten, ^r Redner verliest unter fortwährendem Hort! HortURusen der Soz. und Rufmr aus dem Zentrum, zur Sache! Stellen ans Angriffen der christ. lich-nationalen „Leimarbelterzeitung gegen das Zentrum. Schließlich ersucht ihn Vizepräsident Dr. Paa, che, nickt ine gesamte Finanzreform in seine Rede zu ziehen. Für die Arbeiter haben Sie niemals einen (Sprung t n S Dunkle gemacht wie hier nun schon seit acht Tagen für den Großgrundbesitz, (Zuruf rechts: Bei der sozialen ©ef Begebung!) Ihr Verhalten ist barbarisch, das Christentum haben Sie verhöhnt, die Barmherzigkeit haben Sie mit Fußen getreten. (Große Unruhe, Abg. Kreth (Konst) ruft: DaS wmfi er der Mehrheit vor, das Christentum verhöhnt zu haben! Gelächter und Lärm bei den Soz. Abg. Kreth ruft: Unber- schämtheit!) Hoffentlich halten die verbündeten Regierungen diesmal an ihrem Unannehmbar fest. Die Mannheimer Mühle wurde 59 Prozent ihres Aktienkapitals und die Wesermühlen in Hameln, die im letzten Jahre einen Verlust von 319 000 Mk. gehabt haben, würden 282 000 Mk. Steuer zahlen müssen. Je kleiner die Dividende, um so größer die Umsatzsteuer. Die Kleinmuhlen würden bald erkennen, daß die Umsatzsteuer ihnen nicht auf die Beine hilft, sondern nur eine Vorspiegelung falscher Tatsachen ist. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Nest): Da?. Geld muß geschafft werden für die Vesoldungsrekorm, die die Regierung wegen einiger Millionen scheitern lassen will. Der Redner bestätigt die Berechnungen des Dr. Roesicke. Kein Betrieb wird erdrosselt werden. Die Staffel trifft ja nur die Ueberproduktiou, nicht die Produktion, wenn sie sich in bescheide- nen Grenzen hält. Die bayerische Umsatzsteuer war zu niedrig, um wirksam zu fein. Die ablehnende Haltung der Regierung wird im Lande bitter empfunden. Man würde da sehr zufrieden sein, wenn man nur einen Teil des Entgegenkommens erführe wie das Großkapital Aber man vernimmt nicht einmal die Sachverstän- digen der größten Müllergenossensckaft! Man erwartet von der Regierung, wenn sie jetzt ablehnt, daß sie bald Ersatz bietet an Schutz für den Mittelstand. Der größte preußische König hat erklärt: Ich will ein König der armen Leute fein! Die armen Leute sind heute der schwer ringende Mittelstand. (Beifall rechts.) Preußischer Handelsminister Delbrück: Mir haben Eingaben von Vertretern sowohl der Großmühlen als der Kleinmühlen Vorgelegen. Teils von mir, teils von meinen Referenten sind Vertreter des Deutschen Mullerbundes und des Vereins deutscher Müller empfangen worden. In stundenlangen Audienzen habe ich mich auch persönlich unterrichtet. Dann habe ich meine Vertreter hinausgeschickt. Sie haben eine große Jn- zahl größerer Mühlen in den verschiedenen Landesteilen vestchngl und sich über ihre Verbältnisie unterrichtet. Ich muß es allo zurückweisen, daß ich mich einseitig unterrichtet und um die anderen Interessen nicht gekümmert hätte. Wenn man em König der armen Leute sein will und eine Regierung der armen Leute, dann soll man genau prüfen, wen man belastet, und nicht daS Geld nehmen, wo man es findet. Wenn Herr v. Liebermann glaubt das verantworten zu können, die Verbündeten Regierungen können das nicht verantworten, sondern sie halten e5 für ihre Pflicht, in jedem einzelnen Fall genau zu prüfen. (Lebhafter Beifall links.) Abg. Gothein (Fr. Vg.): Wozu eigentlich diese ganze Diskussion? (Heiterkeit und sehr richtig links.) Wir waren bereit zu verzichten, hätten nicht die Herren Roesicke und Liebermann diese Reden gehalten. Und dabei weiß man doch ganz genau, daß die nachher in d e r dritten Lesung gegen diese Steuer stimmen. (Sehr wahr! links.) Wozu also Die Vergeudung der Zeit in dieser Situation. (Sehr richtig! links. Lachen rechts.) Wie können Sie das der- antworten! Sie treiben wirklich Obstruktion. (Heiterkeit.) Abg. Dr. Hoefsel (Rp ): Die Reichspartei steht grundsätzlich auf dem Boden der Vorlage. Wir wissen ja, daß die Frage außerordentlich wichtig und für die kleinen und mittleren Müller von größter Bedeutung ist. daß sie den nötigen Sckutz erhalten, und im ^>üden wissen wir das noch mehr als im Norden. Wir sehen aber in dieser tftage Haupt- sächlich eine wirtschaftliche, und wir glauben nicht, daß sie im Rahmen der Finanzreform zu einer Losung kommen kann. Wir haben deshalb auf ein materielles Eingehen auf den Gegenstand verzichtet und werden aus diesem Grunde auch heute die Steuer ab lehnen. Die Diskussion wird geschlossen. Die n a m e n t l i ck e Abstimmung über den § 1 ergibt dessen Ablehnung mit 188 gegen 170 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Dagegen stimmen die ganze Linke, die Neichspartei, die Polen und einige Zentrumsabgeordnete. Die übrigen Paragraphen und damit die ganze Vorlage werden ebenfalls ad- gelehnt, nachdem die Anträge Roesicke und Speck zurück, gezogen waren. Abg. Vogel (Natl.): ganz verschieden wirken, so» Gruppen als auf die einzel. Deutscher Reichstag. 277. Sitzung, Mittwoch, den 7. Juli. Am Tische des BundeSratS: v. Bethmann-Hollweg, v. Rhernbaben. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 16 ^Das^Abkommen mit Dänemark vom 12. Juni 1909 über den aeaenfeitiaen Schuh der Muster und Modelle wird nach kurzer Befürwortung durch den Abg. I u n ck (Natl.) in erster und zweiter Lesung angenommen. v. „ c Es folgt die Beratung des Gesetzentwurfs über die A u - - gäbe kleiner Aktien in den Konsulargerichtsbezirken und im Schutzgebiete K i a u t s ch o n. Danach kann dort an- geordnet werden, daß Aktien und Jnterimsscheme von Aktiengesellschaften, die dort ihren Sitz haben, auf einen Betrag von weniger als tausend, dock nicht von weniger als zwei- purtbert Dkark ausgestellt werben dürfen. Abg. Kirsch (Zentr.) äußert Bedenken. Es fei nicht sicher, ob em Bedürfnis für das Gesetz vorliege. Abg. Semler (Natl.): DaS Gesetz wird die Bildung kleiner Gesellschaften erleichtern. Wir werden uns in Kiautschou damit leichter der englischen Konkurrenz erwehren. Abg. Dr. Arendt (Rp.): Den Kolonialgründungen müssen wir sehr vorsichtig gegen« überstehen, gerade als Freunde der Kolonien. Die Vorlage geht an die Budgetkommission. Der Handelsvertrag mit Venezuela. In der ersten Lesung nimmt das Wort Abg. Stadthagen (Soz.): Der größte BundeSstaät Preußen hat erklärt, Staatsvcr- träge, Handelsverträge gelten nicht für Arbeiter. Er begeht Vertragsbruch durch seine Ausweitungen ausländischer Arbeiter. Der Minister des Auswärtigen von Italien will sich wegen dieser Vertragsbrüche an das Haager Schiedsgericht wenden. Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: Ich habe mich wiederholt über die Frage der Legitimations- karten und über das Ausweisungsrecht im Verhältnis zu unseren Handelsverträgen ausgesprochen. Genau das, was ich da ausgesprochen habe, findet hier in diesem Vertrag Anwendung. Es versteht sich ganz von selbst, daß, wenn in einem Handelsverträge das Recht der Meistbegünstigung den Angehörigen eines anderen Staates zugesprochen wird, dieses Meistbegünstigungsrecht sich auf jedes Mitglied des anderen Staates grundsätzlich bezieht. Der Vertrag wird in erster und zweiter Lesung angenommen. Zweite Lesung der ReichSfinanzreform. Die Mühlenumsatzsteuer. Die zweite Beratung der Reichsfinanzreform Wird fortgesetzt bei der Mühlenumsatzsteuer. Abg. Speck (Zentr.): Die ablehnende Erklärung deS preußischen Handelsministers gegenüber dem Entwurf läßt wenig Hoffnung, daß er Gesetz wird. Der Grundgedanke des Entwurfs hat aber eine so große volkswirtschaftliche Bedeutung, daß an ihm festgehal. t c n werden muß. Trotz der Erklärung, daß die verbündeten Regierungen die Steuer einmütig ablehnen, hoffe ich, daß sie ihren Standpunkt abändern werden, zumal da die Hauptbedenken durch den Antrag Roesicke-Speck, die bis zu 500 Tonnen vermahlenden Mühlen freizulassen, beseitigt sind. Abg. Roesicke (Kons.): Der Einwand gegen die Mühlenumsatzsteuer, daß durch sie das Brot und Mehl verteuert werden, ist nicht stichhaltig. Nach der in unserem Anträge vorgescklagenen Skala würde das Pfund Brot 7« Pfg. Belastung zu tragen haben. Preußischer Handelsminister Dr. Delbrück: Wenn man die Ausführungen der Herren Vorredner hört, so könnte mau, wenn sie nickt widerlegt würden, meinen, daß die tier- bünbeten Regierungen mit einem gewissen Eigensinn an der Ablehnung der Mühlenumsatzsteuer festhalten, ohne daß sie diesen Standpunkt zu begründen vermögen. Demgegenüber erkläre ich, daß die verbündeten Regierungen wiederholt und erneut die Frage der Mühlenumsatzsteuer geprüft und zu dem Ergebnis gelangt sind, daß die Steuer für sie unannehmbar ist, welche Sätze sie auch immer enthalten möge. Abg. Bafsermann (Natl.): Wir lehnen auch den Abänderungsantrag ab; denn auch diese Satze würden für eine Reihe von Betrieben als Erdrosselungssteuer wirken. Wir lehnen die Mühlenumsatzsteuer ab, weil sie nicht in die Finanzreform gehört, sondern eine wirt- schaftspolitisckfe Maßnahme ist; und wenn mein Freund Neuner sich seinerzeit für eine solche Neichsaewerbesteuer aussprach, so dachte er dabei gewiß nickt an solche Sätze. Und dann: wir lehnen die Steuer ab, wie jetzt alle Steuern bei dieser Fiuanz- Der Kohlenausfuhrzoll würde ganz verschieden wirwn, sowohl verschieden auf die einzelnen Gruppen als auf die einzelnen Reviere. Ein Kohlenausfuhrzoll, der als Fmanzmahregel gedacht ist, müßte mindestens alle Betriebe gleichmäßig treffen. Dia Verschiedenartigkeit der Belastung kommt durch das verschiedene Interesse der einzelnen Reviere am Export. Der wirtichaftucy schlecht gestellte Osten würde von dem Kohlenausfuhrzoll weil höher getroffen werden als der Westen. Der Osten unseres rheinisch-wcstfälischenBezirkes würde andererseits abiolut nicht vom Kohlenausfuhrzoll getroffen werden, ebenso die Reviere in der Mitte von Deutschland. Die ganze Folge des Ausfuhrzoll» wurde sein: auf der einen Seite eine außerordentlich starke Belastung einiger Reviere, Vernichtung einzelner Gruppen, auf der anderen Seite Freilassung von Revieren. (Beifall bei den Natl.) Der Kohlenausfuhrzoll wird einstimmig Der KohlenauSfuhrzov. Die Kommission beantragt, den Zollsatz für einen SoppcI- Rentner Steinkohle auf 10 Pfg., für einen Doppelzentner Soks auf 15 Pfg. festzusetzen. Preußischer Handelsminister Dr. Delbrück: Die verbündeten Regierungen haben von dieser Stelle aus wiederholt die grundsätzlichen Bedenken erörtert, die sie gegen jeden Ausfuhrzoll zu erheben haben. Ich halte es nicht für notwendig, auf die grundsätzliche Seite der Frage noch einmal ein» zugehen, denn die Gründe, die gegen einen Kohlenausfuhrzoll besonders bestehen, glaube ich im vorigen Tionat Angehend bar- gelegt zu haben. Es liegt im Interesse der Geschäftslage des Hauses, diese Gründe nicht zu wiederholen. Die verbündeten Regierungen stehen nack wie vor auf dem Standpunkte, daß em Kohlenausfuhrzoll für sie unannehmbar ist. (Beifall links.) Abg. Frhr. v. Richthofen (Kons.): Gegenüber der entschiedenen Erklärung der verbündeten Regierungen sind meine politischen Freunde entschlossen, gegen den K o h l e n a u s f u h r z o I l zu stimmen. (Abg. Mommsen: Das hätten Sie sich eher überlegen können!) Wir haben uns überzeugt, daß wesentliche Gegengründe vorhanden sind. Auch mit Rücksicht darauf, daß der Kohlenausfuhr-. zoll auf leine Annahme zu rechnen hat, habe ich namens meiner politischen Freunde und der Wirtschaftlichen Vereinigung zu erklären, daß wir dagegen stimmen werden. Ich möchte aber im Hinblick auf die bekannten Vorgänge auf dem Kali- mar k t an den Handelsminister die Anfrage richten, wie die Regierung sich zu einem Kaliausfuhrzoll stellt. Preußischer Handelsminister Dr. Delbrück: Die Frage des Kaliausfuhrzolles hängt mit der Frage der Einführung eines Kohlenausfuhrzolls nur nach der grundsätzlichen Seite der Frage hin zusammen. Immerhin bin ich bereit, auf diese Frage einzugehen, weil Sie gerade an diesem Spezialfall sehen, wie recht die verbündeten Regierungen gehabt haben, wenn sie sich gegen den Kohlenausfuhrzoll gewehrt haben. Die grundsätzlichen Bedenken, die gegen den Kohlenausfuhrzoll bei den verbündeten Regierungen bestehen, bestehen selbstverständlich auch gegen einen Kaliausfuhrzoll, vorausgesetzt, daß er als eine dauernde Institution gedacht ist, wie der Kohlenausfuhrzoll von feiten der Parteien der Rechten und der Mitte gedacht war. Anzuerkennen ist ja, daß die grundsätzlichen Bedenken, die gegen einen Ausfuhrzoll zu erheben sind, sckwinden können, wenn ganz besondere Verhältnisse einen derartigen Ausfuhrzoll als eine vorübergehende Maßnahme erfordern sollten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß, wenn eine Kaliverkaufsvereinigung nicht zustande kommen sollte, ein Sinken der Preise, insbesondere der Auslandspreise eintreten würde, in einem solchen Umfange, daß der Gewinn des Auslandes und der Verlust der einheimischen Produktion ein außerordentlich beträchtlicher sein würde — ich veranschlage ihn auf 20 bis 30 Millionen. (Hort! hort!), daß man in einem solchen Falle zu überlegen hat, ob man nicht dem Abströmen des Gewinns während einer syndikat- losen Zeit nach dem Auslande einen Riegel vorlegen konnte. Ein derartiger Zoll würde einmal den Erfolg haben, daß dem Reich derjenige Uederschuh verbleibt, der sonst dem Auslande zugute kommen würde. Er mürbe aber auch den Erfolg haben, daß es uns nach Beseitigung der syndikatlosen Zeit leichter sein wurde, unsere Auslandspreise zu halten, während es sonst sehr schwer sein würde, die einmal durch die Konkurrenz bis auf em Minimum geworfenen Preise im Auslande wieder hock zu bekommen. Wie die verbündeten Regierungen zu dieser Frage stehen, weiß ich nicht. Ich sage also das hier nicht im Namen der verbündeten Regierungen, sondern als meine persönliche Auffassung, und die geht also dahin: ein Kaliausfuhrzoll, der etwa automatisch in Kraft tritt, wenn ein Kalisyndikat nicht zustande kommt, — unter bestimmten Modalitäten, die ich hier nicht erörtern will, — der automatisch außer Kraft tritt, sobald ein derartiges Syn- bifet gebildet wird, ein Kaliausfuhrzoll, ber so bemessen ist, daß das Ausland feine höheren Preise zu bezahlen hat, als jetzt, ein Kalimissuhrzoll, der eventuell durch den Bundesrat in einer bestimmten Gxenze nach oben und unten geändert werden könnte. würde nach meiner Auffassung unter Umständen -ine nützliche und Uiit den grundsätzlichen Bedenken der Regierung wohl oereinbaxe Maßregel fein. (Beifall.) Abg. Herold (Zentr.): Ein Teil meiner Freunde hält einen Kohlenausfuhrzoll durch» aus für zweckmäßig. Nach ber Erklärung der Regierung werden wir aber aescklossen dagegen stimmen. Beim Kali liegen die Dinge anders. Das Aukland ist auf unser Kali angewiesen. Wir stehen daher dem Gedanken emeS Kaliaussuyr- z o l l e S sympathisch gegenüber. Abg. Elrcsemann (Natl.): Nach dem Umfall der neuen Mehrheit hat die Frage deS Kohlenausfuhrzolles nur noch theoretische Bedeutung. Der Red. ner legt die in der Presse bereits geltend gemachten Bedenken gegen den Kohlenausfuhrzoll nochmals dar. Mit welchem Rechte wolle man eventuell einem Baumwoll-Ausfuhrzoll der Vereinigten Staaten entgegentreten! Abg. Gothein (Fr. Vg.): Die Anfrage deS Frhrn. v. Richthofen über den KaliauSftchv- zoll und die entgegenkommende Erklärung des £anbel8mmifter8 schmeckt stark nach Bestellung. Es sieht so aus, -AS ob der Minister als Chef der Bergwerksverwaltung einen Druck auf das Kalisyndikat ausüben will. Bei den Verhandlungen mit den widerstrebenden Kaliwerken mag der Min-.ster tun, was er will. Wir protestieren aber, daß ber Minister hier "vni einem Rechts über alles und jedes zu reden, m höchst bedenklicher Weise Gebrauch macht, um eine solchen Zwang zur Erneuerung des Kali- syndilats zu üben! Koloniale Zutunflrmusil. Es ist unbestreitbar, daß die Entwicklung unsere:- Y'on delsverkehrs mit den Kolonien einen großen Auiscluounq erfahren hat. In den legten 12 fahren b.n sich der L6 rt de- Einfuhr wie der Ausfuhr rund verriestacht er in von nicht ganz 32 Millionen Mark im J-^hre 189 . aui b'it 130 Millionen Mark im Jahre 1907 gestiegen. Anderst i ist jedoch nicht zu verkennen, daß diese Wahlen angesi c.- des deutschen (»Ksamtaußenhandels uno angesichts dec großen .Handelsverkehrs mit anoeren Ländern immer noch klein sind. Es lohnt sich wohl, die Frage aufzurverfen, ob die Aussicht besteht, den handel mit unseren Kolonien in demselben Maße wie bisher zu entwickeln und zu Wahlen zu gelangen, wie sie der koloniale Handel anderer Länder aufweist, oder ob eine Wahrscheinlichkeit dafür besteht, daß wir mit der Entwicklung unseres kolonialen Handels bereits im wesentlichen auf dem Höhepunkt angelangt sind und eine weitere Entwicklung im allgemeinen unwahrscheinlich oder gar ausgeschlossen ist. Als Vergleichspunkte feien die beiden englischen Molonien Goldküstc und Nigeria gewählt, die in nächster 9lähe unserer beiden hoffnungsreichsten Tropen kolonien, Kamerun und Togo, liegen und ähnliche Bcdiu gungen aufweisen wie diese. Goldküstc und Nigeria befinden sich bereits seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im englischen Besitze, trotzdem ist bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts der sandel, und zwar augenscheinlich infolge der schlechten Vcr kehrsverhältnisse. nur allmählich gestiegen und betrug bei der Kolonie i^oldküste im Jahre 1850 1,8 Millionen Mark in der Einfuhr und 15,4 Mill Ml der Kolonie Nigeria im Jahre 1865 2,2 Mill. Mk in der Einfuhr und 3,6 Mill. Mk. in der Ausfuhr. Diese geringen Summen haben jedoch in den dazwischen liegenden Jahr zehnten eine ungeheure Steigerung erfahren, und zwar ganz besonders, was für unsere heimische Industrie von Bedeutung ist, in der Einfuhr. Diese ist bei der Kolonie Wölb- 1850 bis 1907 von 1,8 Millionen Mark auf 52,8 Mill. Ml, also aui mehr als das 25 fache gestiegen. In der Kolonie Nigeria hat sich die Einfuhr in dem wesentlich kürzeren Zeitabschnitt von 1865 bis 1906 sogar fast verdreißigfacht, indem sie von 2,2 Mill. Mk. auf 6.". Mill 0 : stieg In der seinen auch die Ausfuhr van 3,61 Mill. Mk. auf 63 Mill. Mk, also aus fast das 20 fache gestiegen, während sie sich bei der Kolonie Golbtüste vom Jahre 1850 bis zum Jahre 1907 nur von 15,4 Mill. Mk auf 52,8 Mill. Mk. gehoben hat. Doch ist hierbei zu berücksichtigen, daß die Ausfuhr, ivenn auch mit manck>erlei Schwankungen, in der Zeit von 1850 bis 1903, wo sie 19,6 Mill. Mk. betrug, fast dieselbe geblieben ist und erst seitdem, infolge der Erschließung der Kolonie, sich andauernd schnell gehoben hat bis zu 52,8 Mill. Mk. im Jahre 1907. Da, wie erwähnt, die Verhältnisse in den beiden englischen Kolonien und unseren deutschen Kolonien ähnlich sind, so läßt sich mit großer Sicherheit der Schluß zielen, daß unsere Kolonien in absehbarer Zeit einen ähnlichen Aufschwung nehmen werden, wie diese beiden englischen Kolonien, deren eigentliche lolonisatorische Erschließung durch Verkehrswege ebenfalls erst jung und daher noch lange nicht abgeschlossen ist. Wir haben also die begründete Hoffnung, daß bei einer ent- fpreclienden lolonisatvrischen Tätigkeit Deutschlands unsere. Kolonien sich in wenigen Jahrzehnten zu einem wesentlichen Fattor in unserem Wirtschaftsleben entwickeln und uns in weil erhöhterem Maße, als das bisher der Jckll in, von der Einfuhr aus anderen Ländern unabhängig machen werden. Sine Versammlung des deutschen Bauernbundes. Guesen, 6. Juli. Heute ist hier der neue Bauernbund gegründet worden, als dessen erste Lebenszeichen fick vor einer Woche kurze Notizen in bei Bresse kund gaben, die darauf hirnoiescu, hier sei eine dem Bund "bei Landwirte und seiner einseitigcn iTOßanxubbe'i&rt Politik qem Wie ite n dem Baud.- h > im Auge. T tirbcnrailirtter Li surck ius n cht ?.ir Ocn Bauern unannehmbar. Tu Bauern in der C ft m n r ’ seien oiird) die Bildung deS „schwarzen Blocks" aui da. schwerste geschädizt Tu :Heahion zu dun r. nabe der Bauer wahrlich keinen Anlaß, es sei daher *u rofinich-.n, bar, die Regierung an das Bolk oppdierl Der Redner iahrte aus; Es gereicht dem Bunde Oer Landwirte nicht zur Ehre und es stehl nickt in Einklang mit dem lauteren Patriotismus, dessen er sich immer rühmt, ioenn er tm Verein mit der körnetoatwea Partei für bic Sttafiung von Rrstgülem und uir Abgaben ob den Großgrundbesitz eingetreten ui. Ist das di Vertretung.der bauerlich-'n Interessen, denen iich der Bund der Landwirte stets rühmt" 5enr richtig! Dresc Jutercisenver . tung ui d cselbe, bir wir beim Bund der Landwirte in M.icklcnburg sehen Haben wir schon einmal etwas davon gehört, daß der Bund d i Land wirte in Mecklenburg den Kampi gegen die Stände ausgenommen hat und iur die Interessen des tleinen Bauern eiitflctreun iü ? Hehr gut!, Nichts haben wir davon gehört I ^t mad i d r Bund der Landwirte in Gemein,'ckan mit den Kom.roatio.n, dem imtrum und den Polen cm • Finanzreiorm, die aus^die Interessen des kleinen Bauern gar feine Rücksicht nimmt Sehr richtig! Er hat die eraanialliteuct, Oie für den kleinen und mittleren Besitz gar nickt so unannefjmtar mau zu 5au gebracht Er hat dadurch den Sturz unseres oI1d<"ehrten Reichslanzlers, der uniet volles Bertraucn besitzt, mit herde.'uhren helfen Etn ncu.r Block ist gegründet, ein Block, an dein di Polen tcilnehuten Ich brauche, um die Situation zu tharahcniieicn, wirklich nur den .'tarnen des Grafen Westarp zu nennen. Sehr gut! Denn auch der alte Block unsererseits nickt als der idealste Block an gescheit wurde, so begrüßen wir dock den Zusammenschluß aller nationalen Parteien. Dieser Black sagte uns mehr zu als der gegenwärtige neue Block. (Lebb Zustimmung Man müßte lachen und höhnen, wäre die Sacke nicht so h:rd)!bar ernst Äir können nur wünschen, daß dem deutschen Bolle Gelegenheit gc geben wird, ans biciedjieuc parlamentarisch: Bündn'S die richtige Antwort zu geben. Stürmischer Beifall. Dir Rede gipfelte ui einem Hock auf den Kaiser, an den eine Hnldigungsadresse ab gesandt wurde. Landwirt Reinecke begründet die Abwendung vom Bund der Landwirte. Jahrelang habe dieser die Bauernpolitik in den £ftnmrten bekämpft. Ter Druck sei nickt von außen oder von den Parteien gekommen, sondern vom Bunde der Landwirte slbs: und vom Latidesökonomielollegium. Zn der Restgüterfrage sei man dem Bauerntum auch nicht einen einzigen Sckritt entgegen gekommen. Statt dessen habe die Bund«'svresse auf Anwemmg des Vorstandes die schmählichsten Angrnse gegen die Bauern und tendenziöse Entstellungen ihrer Bestrebungen gebracht Aus ge nossenichastlichem Gebiete macht der Bund der Landwirte den Bauern die größten Schwierigkeiten, insbesondere bekämpft er den Raiffeisen verband Als schwer beleidigend habe der Bauer es empfinden müssen, daß die Führer des Bundes ihm die Fähig- feit für öffentliche Aemter abivredyen. Als der Redner dieses ausiührte, brauste mehrfach ein Sturm imteibaltenen Zornes durch die Versammlung. Die, Restgüter - frage kritisiert der Redner in der Weise: Der Großgrundbesitz bat sein Betriebskapital Derbraud:t, jefd möchte er die Außen sckläge an die Ansiedlungskvnimiisionen verkaufen, dos gute arron Vierte Land als Restgut behalten. Der Germanisierung der Ost mark ist dem Großgrimdbesin gair, egal Als dritter Redner sprach der Reich-uagsabgeordnete Aack borst d-' Wen le. Er wies darauf hin, daß die extreme Agrarpolitik des Bundes der Landwirte die (tzegnestchast des gesamten Volkes gegen die Landwirtschaft wachruse, und iührk an eiitzelnen aus, daß es nötig sei, für die kleine Landwirtschaft in Harmonie mit allen Berufsständen zu stehen. Rack ihm sprach noch der Landtagsabgcorduete Wam hos s. Es wurde der Versammlung zum Schluß ein Telegramm an den Reichskanzler vorgelegt, in welchem das Bedauern über die inuerpolitische Lage uird msbesoudere über die Ablehnung der Besiysteucr ansacivrock-m ivurde. Die Versammlung spricht and) dem Tränten Bülow ihr Vertrauen hüiiidülid) seiner äußeren Politik und hiniicntlid) feinet Tätigkeit für die Aufrechterhaltung der Machtstellung Deutsch- l-nds aus. _ . , . . . 7- Z-ranstolttmg war von 3000 Penonen be icht und roar ' Kragen von stürmischer Begeisterung für den neuen Deutschen Bauernbund. 21uf uit^ Eand. Gießen, 8. Juli 1909. Warnung für Verreisende. Während der Redezeit kann nicht dringend genug davor gewarnt werden, die Wohnungen ganz ohne Aufitcht zu isien. Meist „arbeiten4 die Einbrecher in der Weise, daß sie Wohnungen aufsuchen, die sich von der Straße au8 durch geschlossene Fenüervorhänge usw. als verlaßen zu erkennen .eben; dann klingeln sie, um festzu stell en, ob wirklich nie« i’ianb da ift. Ist alles genau erspäht, so gehen sie ans Wert, schleichen sich gegen Abend n d.e Häuser em und offnen mittels Nachschi nsielS die Tür. Gegen den Einbruch schützt man sich am besten dadurch, daß die Rontbortüren mit guten Sicherheitsschlössern versehen werben. Man laste die Wohnung auch möglichst niemals ganz ohne Beaufsichtigung und übertrage diese einer zuverlässigen Person. Tein Hausioirt ober Portier teile man mit, bast man verreist ist, und bitte ihn, ber Wohnung einige Aufmerksamkeit zu schenken. Auch gebe man ihm in versiegelten, Änoert sämtliche Schlüssel zu Äorribor unb Zimniem, fall» etwa Jener, cm Wasterrohrbmch oder ein anderes unvorhergesehenes Ereignis eintritt. Die Nachtwächter ersuche man, während ihrer Dienslslundeu bic Wohn»mg zu beobachten. Schlüster unb Korridortüren versieht man am besten mit Alarmklingeln, die sofort in Tätigkeit gefetzt werden, wenn ein Unberufener in die Wohnung embringen will, e 44 Stadttheater-Abonnement 1 909/10. Die Gutscheine hatten früher nur für AbonnementS-Vorstellungen unb für SonntagS-Vorstellimgen, soweit biese bei gewöhn- ! chen Preisen ftattfanben, Gültigkest. ^Rachdem sich b;e Direktion nun entschlossen hat, in der nächsten Spielzeit einige literarische Abende einzurichten, an denen solche Stücke zur Llufführung gelangen, die sich für das Abonnement ivenigei eignen, sollen die Abonnenten zur Benutzung der Gutscheine auch an diesen Abenden berechtigt sein. An dem ersten dieser Abende wird vorauSüchtlich Ludwig Thoma'S neue Komödie .M oral4 zur Austührung kommen. Eine weitere Vergünstigung wird den Abonnenten bei außer Abonnement fiaUfinbenbcn Gastspielen geboten werden; so oft nämlich die Bedingungen, unter denen ein solches von der Direktion ab- geschlossen wird, es zulasten, sollen die Abonnenten Karten zu ermäßigten Preisen erhalten. Bezüglich der Anmeldungen zum Abonnement wird eS nicht überflüssig sein, zu bemerfrn, daß diele genau nach der Reihenfolge ihres Einlaufs zur Erledigung koinmen, und daß deshalb alle, bie sich neu anmelden, desto eher auf Erfüllung ihrer besonderen Wünsche rechnen können, je früher sie ihre Anmeldung bei der Bürgermeisterei einrcichen. *4 Ein sehr praktischer V-Zug, der nicht im Fahrplan steht, ist der Vorzug zum Zuge n Uhr 56 nach- mittags nach Fran kfurt a. M. Dieser Vorzug, der nur mährend der Badesaison verkehrt, verläßt den Bahnhof Gießen um 5 Uhr 32 Minuten nachmittags und tnstt in Frankfurt a. M. 6 Uhr 35 Minuten ein, während ber D-. ,.ig 5 Uhr 55 Minuten erst 7 Uhr 5 Minuten in Frankfurt (anbei Wer also den Vorzug benutzt, kann noch bequem in die Oper oder in das Theater gehen, ivaS bei dem späteren Zug seine Schwierigkeiten hat. 44 Eine verbesserungSfähige postalische Einrichtung ist daS automatische Telephon auf unserem Bahnhof und auch in Bad Nauheim. In Gießen z. B. hört man sein Kleine» Feuilleton. — In der heutigen Nummer unserer Familienblättcr beginnen wir mit der BeröffenNichung des Romans „Die P f l a st e r m e i st e r i n" von A l s r e d B o.cf. Dieses Jöerf nimmt im Entwicklungsgang Bocks eine bedeutsame Stelle ein, sofern damit die Reihe der Heimatromaiie anfctzt, die den Namen des Dichters weit über die Grenzen seines engeren Vaterlandes lnnansgetragen und ihm seinen dauernden Platz in der Literatur erobert haben. Bi - dahin war das oberhessische Land für die Literatur jungfrdiihdier Boden und mir von mehr oder weniger berufenen Lokal dichtem betreten. Alfred Bock hat aber seine Heimat für die Poesie gewonnen Was den Roman „Tie Pf läster meister in" vor allem auszeichnet, ist die scharfe Eharakteristil samt lieber Personen, die ber Dichter vorführt. Jede von ihnen bat ihre ausgeprägte Eigenart, von der sie auch nichi um Haaresbreite abweicht, ,ede von ihnen stellt in plastisck)ci Geschlossenheit vor dem Leser da. Die Schilderung verläuft, getragen von der ganzen obieltioeu Ruhe eines reinen Wirklichkeitsbeobachters, der diese enge beschränkte Well nüchterner Tüchtigkeiten, Fühlen Pflichtlebens, dumpfer Gehässigkeiten, kleiner Feindschaften und starrer Herköinmlich- feit mit überlegenem Geist, aber auch mit verständnisvoller Liebe burd>bringt. — Indem wir diese für Bocks Schaffen so markante Dichtung unseren Lesern bieten, glauben wir ihnen damit einen herzliasten Gemeß zu bereiten. — Es ivird uns geschrieben: Nachdem Elizabeth D un c a n von entern Freunde der Schule die zur Erhaltung notwendigen Mittel bis zur Fertigstellung des Darm st ad ter Heinis zur Verfügung gestellt worden sind, wird sie mit den ihr kontraktlich verpflichteten stinbern, mit denen sie in der letzten Zeit eine Retlw von Vorträgen hielt, bie Sckmle zunächst m Frankfurt Bockenheimer Landstr. 98, weiterführen Auf Erund der zwischen der Eroßb Kabinetts ■ kanzlet und Elizal'eth Duncan geschlossenen Vertrages, sowie der vorerwähnten Tatsacheii, hat das Komitee in der am 3 Juli in Frankfurt a. M. stattgehabten Sitzung beschlossen, eine 01 in. b. zum Zwecke des Betriebes eines Instituts für rbntbmifcb-gnmnaftifdic Korprransbitdung und musikalische Erziehung in Darm stad t unter Leitung von hliza bell) Duncan zu gründen und es Elizabeth Duncansche Schule zu benennen. Ausgabe des Instituts ist a' Ausbildung eines Tanzchore- im Sinne der von Elizabeth Duncan bereits gepflegten Bestrebungen ideal künstlerischer Art. v. Heran bilbuiig von Lehrerinnen sür rhvthmisch-gmnnaüisd e Körper tultui und musikalische Erstehung, c! ' iinstlerische Ver aiiftaltungeii. bereit Haupt sitz bic Niederlassung bei Dar m stadt fein foll die aber gewünschten Falle auch an anderen Orten stattsinden können Tas Komitee ha: aus keiner Mitte einen Ausschuß gewählt und ihn mit Durch fuhruug bei Arbeiten betraut, tri eruehung ber x »der ivird nachfolgender Plan zugrunde gelegt: 1. A. Koq>erlLd)e und inusilalifchc Erziehung: Gymnastik-Unterricht nach schive- dischem System: Rhythmisch-gymnastischer Unterricht und Tanzunterricht nach dem Prinzip Elizabeth Duncan. Musikunterricht: Stimmbildung, Ausbildung des' Gehörs, des rhythmischen Empfindens und der Tresssicherl-eit indezug auf mehrstimmigen Ehorgesang. B. Die wissenschaftliche Ausbildung wird den Landesgesetzen gemäß nach dem Lehr plan der achtklassigen Mädchen-Mittelschule erteilt: besondere Berücksichtigungen finden jene Lehrfächer, die 1. eine prak tische Betätigung des Kindes erfordern z. B. Zeichnen und Modellieren, 2. feine Beobachtungsgabe schärfen inbezng auf die künstlerische Körpertnltur unb 3. Sprachuuterrichl (englisch, französisch'. Aller Unterricht wirb von staatlick, geprüften, eigens angcftelltcn Lehrkräften erteilt. 2. Zur Aufnahme für bic rein künstlerische Heranbilbnng gelanget nur Kinder, die das 6. Lebensjahr, für die zum Lehrberuf solche, die das 10. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Für die Aufnahme ist ausschlaggebend die iKesnndheit und Bildungsfähigkeit des Körpers und die musikalische Ber anlagung des blindes: die Kinder bleiben an die Schule bis zu ihrem vollendeten 16. Lebensjahre kontraktlich gc bunben. 3. Für bic Erhaltiing des Kindes wird ein Er- Aichungbbeitrag erhoben; fnr besonders talentierte nnbe mittcltc Kinder werden Privatsttpendlen erugcrichtct, bzw. steht dem Verwalttingsrat das Reckn zu, solchen Kindern eine kostenlose Ausbildung zu bewilligen. Zur Aufnahme gelangen nicht nur deutsche, sondern auch anderen Nationen angehörige Kinder l. Die Leitung der Schule in pädagogischer und künstlerischer Hinsicht wird Elizabeth D u n c a u übertragen. 5. Die öffentlichen Aufführungen außerhalb Darmstadts unterbleiben, während der ersten zwei Jahre vollständig. — Das S^tudium der Theologie in Deutschland. 2382 Theologen sind in diesem Soinmersemestcr scheu Universitäten immatrikuliert, gegen 2072 im hinter icimmer 1908 09 und 2^311 im Sommcrseme v ipstg und Tübingen, nämlich je X«*. Es folgen: Halle mit 280, Berlin mit 25x, Marburg mit 169. Erlangen mit l ' >, ^Greifswald mit 119, Göttingen mit 112, Bonn mit 96, Straßburg mit 91, Heidelberg nut M. Königsberg nut • 9. Breslau mit 74, Gießen mit 65, Rostock mit 63, Jena 1827, 1890 91 4190, 1893/94 3175, 1896 97 2676 und 1899 1900 2352. Au den fatb.-tbcoL Fakultäten studierten un Sommerfemester 1909 1766 Theologen, gegen 16- . im i 18 Straßöiira 157, München 147 unb Würzburg 85 Theologen. lä7O/.7L waren y katholische Theologen immatrikuliert, 1884/85 975, 1887/88 1123, 1893/94 1341 unb 1899 1900 1546. — tiin Jubiläu m der Telegraphie Am 8 Juli dieses Jahres ist ein Jahrhundert pcrfloiirn, seitdem dem gelehrten Arzte Samuel Thomas von Sommering die Ernndung o>. erste» eleltnicken,Telegraphen unter Zeilumstünben gelang, die oen tiert der schnellen Nadirichtcnübermittclimg nicht nur iür bic Zwecke des Friedens, sondern auch nie kriegerische Auiaabcn in ein dkl les Lickt stellen. Die ickoii 1753 begonnenen Bestücke, mit Histe von Rstbungselektriiität zu telegraphier n. toaren 'anitlich Vera blich gewesen. Dafür hatten u Frankreich die optiid»en Scmaobor- telcgraphen nadi dem System v happe eine Ixbaib-nbr B rbefterung erhalten, die, in anderen Ländern unbeachtet, von Napoleon bei seinen kriegetifchcn Operationen häufig mit großem BoNcil benutzt wurden. Als die Oesterreicher im Apstl 1809 autv neue bat Krieg eröffneten, und unvermutet in Bauern anhefen, erhielt Napoleon davon iveit schneller Kenntnis, als iene es erwarteten. .König Mastmilian, der Hals über Rodt von München nach Tillingen, tm äußersten Nordwesten Bauer ns, ilücbtete, int, als er bori anlangtr. höchlidm davon überrascht, den «zranjoienkaiier dort schon bt-i seinem .yrcrc zu finden^ 'Jhir der Semaphor« lelearaphie hatte er eS zu danlen, daß die Oesterreicher unter Fella- d.ich seine von ihnen am 16. Aortl eingenommene ?aurtstadß sckoit am 22. loi oer verlai'en mnntrn Lieie Tal'achen oerirblie« nicht, einen außerordentlichen Eindruck zu machen und bei Mi- • der Bstsü'nkchasten, darunter oudi sömmering, häufig nach iciner Bille in Bogenham'en zum Soei'en rialuh. nahm b«i einer solche» Gestgenbeit den Anlaß, sic ;u Bor'cklägen übet Einführung von Telegraphen auhuforbern Sömmering, der aus Ihorn stammte, bart sich schon in der Zeit seiner ärztlichen BrariS in .vrenf» rurt am Main viel mit den Entdeckungen Voltas unb der oon Tage nach brr Unter haltmig mit bem M in Hier stand sein Bla» seit, die chemischen Sirtur.arn der Belta« uib . mSbefondeie ihre v genschaft, cn den trnen Enden ber Boldrähte Gasser in seine lili-mentc, Gaiieniofs und Saucrswsf, zu erlegen, zum Ick« graphn-ren zu benutzen. Am 22, Juli war sein Apparat vollendet, mit dem er am 6 August über 724 Fuß TrahULnge telegraphierte, :• otuui er am 28 Auiust vor brr Akademie nvt Bmutzung vo» 2000 Fuß Drahtlänge die Erfindung d-monürierte In bi r vo» Sömmering gegebenen Form konnte iich die allzu fompliünte Er'.ndnng, bir Naooleo!' ..une ick4e allemande“ nannte, nicht durchs,tzen. Aus seinen vkdankrn aber haben tmHcnllub unb unici'ientlief), offen vor gehend oder geistigen Diebstahl v !ubenb alle ipdteren Ifrhnbrr bis au« Moste iveitcrg arbeitet, bei durch Konstruktion des elelNomaanctl'chen SchrnbapparalS nut beweglichem Anker der elcftt.idien Telegraphie bic iKestatt gab, tl der sie sich die Dell eroberte. O. K. .Kleine Chronik aus Kunst und Bissenschait. Tie 50iät)r'4c Toktoriubellcier begeht am 11. Juli brr ?r?entti(N tkokfioi der inneren Medizin nii der Universnäi Göt11gen. ttzrb. Mrdizuialrai Tr. ineb. Gilb. Ebstein. — An den Uioicflot 6 o b n b e t m in Heidelberg, iü die ehrenvolle Aufforderung ergangen, in Nero-Bork tväbteitb de^ Dezembers cme Reihe von i.cki)siolagisckei, Vorträgen, die lagenoimtc vc x i er Ee c 1 n rel ui l allen. - Eine eigenartige AuL'ielluna ivird iw 2 tpirmbtr in London eröffnet werden, nämlich eine Jui|icQiu< von örauciiesiuibuugea. ,2 0 C. Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: E. Heß. Handel Les Frankl ar ter Mörse, tz. Juli, 1.15 Uhr. 95.35 Elektriz. Lahmeyer . do. 3°/. Berliner Börse, 8. Juli. Anfangskurse. auf Ser Welt!" < . 230.70 . 109.00 Harpencr Bergwerk . Lauraliütte . . . Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd . • . Türkenlose . • • • 173.00 131.75 243.50 144.25 187.30 153.70 200.40 116.75 20.80 154.70 129.00 183.00 20.80 89.90 145.2) 62.20 64.00 99.10 95.80 92.00 145.70 48.90 88.60 66.00 99.20 100-20 99.80 95.90 86.25 95.35 86.25 94.75 Hug, der nicht im lige 5 Uhr 55 nach, r Vorzug, der nur läßt ben Aohnhoj ags nnd trifft in während der st-Fig nuten in ZrankjnN kann noch bequem hen, was bei bem e postalische ®in» , aus unserenr Bahnhoj , $. hört inan sein Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg • Amerik. Paketf. Türkenlose 4°/0 Griech. Monopol-Anl. 4°/0 äussere Argentinier 3°/e Mexikaner . . . 4*/,% Chinesen . . . Aktien» Bochum Guss ...» Buderus E. W. . • • Tendenz: fest. Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . » Deutsche Bank . . . • Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank . . » Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . • • Gotthardbahn . . . • Lombard. Eisenbahn. . . Gestern. Staatabahn . . . Prince- Henri-Eisenbahn . • Berechtigte Klage. Reicher Ungar (bem eine Fliege auf der Rase sitzt): „Merkwürdig! Hob ich 500 Morgen Land, warüin setzr sich Fliegen verflixtes grob auf inet Noumspitz!" * Ucbcrtrumpft. „Was glauben Sic, mein öoiyn hat schon mehr Einkommen als ich." — ,^Ja, und denken L>ie nur, mein verheirateter Sohn hat sogar den »ausschlüssel." * §)vchste Z ei t. Bauer (der ein Schwein schlachten Ionen mitt, bas gerade gähnt): „Ja, ja, Ruckelchen, 's wird langweilig Kleine Tageschronik. Als der Prager Kardinal v. Skrebensky, zu dessen Diözese ein Teil der preußischen Grafschaft Glatz gehört, nach der Firmung in Niederhannsdorf durch das Svalier des Kriegervereins zum Pfarrhof schrttt, stürzte sich ein Unbekannter auf ihn und schüttelte ihn heftig. Die Menge warf den Attentäter in den Straßengraben und verprügelte ihn. Bei seiner Verhaftung gab er an, aus Prag eigens zur Störung der Kirchenfeier gekommen zu 37,°/0 Hessen . . • • • 3l//lo Oberhessen . . . 4°/0 Gestern. Goldrente. . 41/6°/o Gestern. Silberrente. 4°/0 Ungar. Goldrente . . 4°/0 Italien. Bente . . . 3°/0 Portugiesen Serie I , 3°/0 Portugiesen „ III ; 4’/,% russ. Staatsanl. 190a 47,°/0 Japan. Staatsanleihe 4°/„ Conv.Türken von 1903 Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für and Industrie, Giessen. 75, 1887/88 1123, Oteteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 9 Einladungen zu dem nächstjährigen H-est, «Teiches m Starkenburg stattfindet, liegen aus Groß-Umstadt und Oftenbach vor. Es wird beschlossen, der Einladung des Kirchenvorstandes von Groß-Umstadt Folge zu leisten. Im Anschluß hieran teilt der Herr Vorsitzende mit, daß der Vorstand künftighin die seither befolgte Regel, den Festprediger stets ans einer anderen Provinz zu wählen, nicht mehr streng zu beachten gedenke, auch außer- hessische Redner sollen zugezogen werden. Nachdem noch die von den Vereinspfleglingen zu erfüllenden Bedingungen bciannt gegeben und genehmigt worden waren, wird die Litzung ge>chlosteu. sein. - . Die russischen Intendantur-Skandale dauern fort. xie Kiewer Intendantur lieferte dem Stawropolschen Regiment, das den Sicherheitsdienst längs der Eisenbahnlinie versieht, die der Zar auf seiner Reise nach Poltawa benutzt, verfaulte Nahrungsmittel. 500 Soldaten ertränkten an Vergiftungserscheinungen. ben Druck allen Zweigvereins-Vorständen mitgcteilt werden und auf der nächsten Hauptversammlung in eingehende Beratung genommen werden sollen. . . t Auf Antrag des Schriftführers beichliestt der Verwaltungsrat weiter, in Rücksicht auf die Führung der Vereinsgesck)afte als Ablieferungstermin für alle Kollekten und Beiträge statt des 1. Mai den 1. April feftzusetzcn. Punkt 6 der Tagesordnung: Anträge der Kirchenvorstände der ev Diasporagemeinden Dietesheim, Gustavsburg, Heideshmin und Mombach um Auf- bezw. Wiederaufnahme in den Unterstützungsplan. Nach kurzer Diskussion werden die Gemeinden einzeln ausgenommen. a . ono Zu Punkt 7: Feststellung des Unterstützungsplans für 1909, sprechen nach kurzen Erläuterungen des Schriftführers btt Herren Pfarrer Dr. Preuschen, Berit, Bechtolsheimer und VogeL Der Plan wird einstimmig gutgeheißen. Die Zinsen des tzubenschen Legats werden noch dem Borschlag des Vorstandes der Gemeinde Gaw-Algesheim zugewiesen, und als Empfänger der Zweigvereinskollekten 1910 die Gmieinden Frei-Weinheim, Horch heim und Herbstein empfohlen. Zur Generalversammlung des Gescnntvereins im September in Bielefeld Nwr- den der Voftitzende Professor Trümpert, der Schriftführer, Setaii Bayer und der Stellvertreter des Vorsitzenden, Pfarrer ^ingeldey. 1909/10. Die ^ents.'Lorslellungen ,°’e'c bei lfewöhn- Wm sich bie Wen Spielzeit einige 11 solche Stücke zur lbonnemeiit weniger der Gutscheine dein ersten dieser wa's neue Komödie &ne weitere 91er» ouftr Abonnement so ost nämlich die m der Tirettion ab» 1 Abonnenten Karten ich der Anmeldungen ig [ein, zu beinctfcn, >res Einlaufs zur Er- e, die sich neu an» besonderen Wünsche Jung bei der Bürger» eigenes Work nicht, wenn man am Fernsprecher mit jemand sprechen will, falls gerade ein Güterzug den Bahnhof durch- siihrt. In Bad Nauheim hört jeder Fremde, was man dem fernen Teilnehmer für Mitteilungen zu machen hat. ES hat dies für den Geschäftsmann und auch für Liebende, die die schöne Einrichtung häufig benutzen, seine Schattenselten. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um unsere Postbehorde zu veranlassen, an beiden Stellen schallsichere Telephonzellen em- Landwirtschaft. — Biedenkopf, 7. Juli. Tie Hmlerländer Herbbuck- Gesellschaft zur Züchtung des Bo g e ls b e r q er R t nb es, die mit ihrer Sammlung bet der Ausstellung der deutschen ~anb- mtrtschasts.Gesellschait in Leipzig so glänzend abgeschmtten Hat, veranstaltet in diesem Fahre bret Tierschauen nut Auizuchtvrannen und zwar am 12. Juli in Battenberg, am 26. in Breidenbach und am 6. September in Naunheim. stuverts mit ßirma billigst Vrüh!'sche Universitäts-Druckerei. H. Lange, Gießen 3°/e 37,% Konsols 3l/,e/o Reichsanleihe. do. • Märkte. ko. Wiesbaden, 8. Juli. Biehmarkt. Zum Berkans standen: 27 Ochsen, 69 Luhe, 3!'8 Schweine, 57o Kalber (öanmter 360 Aiastkälber, 215 Landkälber), 48 Hännnet und Schake. Bezahlt wurde für 50 Kilogramm Scklacktgcwtcht: Achsen 1. Qual. 75 00-77,00 Mk., 2. Qual. 73,00—75,00 Mk., stütze 1. Qualität 63'00-65,00 Mk., 2. Qual. 00,00-00,00 Mk. Bezahlt wurde für 1 stilogr. Schlachtgewicht: Schweine, vollfleischige, 1,38--1,40 Mk., Sauen 0,00—0,00 Mk., Eber 0,00-0,00 Pik.; stalber: Mastkalber 1 88—1,90 M., Landkälber 1.44—1.58 Pik.; Hammel und Schate 1,46 bis 1,56 Mk. - Rinder notierten: 00-00 Mk., Ferkel das Stuck: 00—00 Pik. Tie Zufuhren stammten au§ Norddeutschland, aus den streifen Limburg, Untertaunus, Wiesbaden-Land und Gießen 8 Ochsen und 36 Landkälber). Limburg a. d. Lahn, 7. Juli. Fruchtmarkt. Durch- chnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassaui.cher) 22,00 Mk., veißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 00,00 Pik., Korn 14,50 Mk., (tzerste: Futtergersle 00,00 Mk., Braugerste 0,00—00 Mk., Haier 10.10—0.00 Pik., Erbsen 0,00 Pik., Kartoffeln 0,00—0,00 Pik. 116.00 124.80 191.20 179.80 116.80 Harpener Bergwerk. . . 190.90 Laurabütte . . . • . . ^83.40 Nordd. Lloyd 90.00 Oberschles. Eisen-Industrie 97.00 apbie. Am 8. 1, fcitöem dem geichsteil ie lülindung des erstell 11 gelang, die den Leck ht nur für die Z«eL Ausgaben in em HA !n Beckcbe, mit M oaren janillichvergM e optischen semaMP bedeutende VttbchecM iIel von Aapo eon ta arößcm Vorteil belB 1809 aufs neue ds ,licrn cinnelen, * ,C11C cs erivartet^ n“ flüchtete, ipaj g , nahm vec n über gjJ stammt', >er aus A jn W -chen Nund der jj -n Voltas ,0|l dm iäul'. «inW Jbr* 1 »1« u zerlege»'^ ■ sein^^aAgraph'^ milk n'lt gR lon'tneA (ontpli^ 1 d'e K MNte. lemande ^ent[icb ^ >«»'’r’wWS Dezent ,.oect"^^ lärt,i,,e vernementsvea.mier vor. gau uh, vcuuinuyi s*1 ärmere Familien in Vorschlag zn bringen, die monatlich eine Staatsunterstützung von 18 Rubel erhalten sollten. Darauf holte er ein dickes Buch hervor, und begann die einzelnen Familienmitglieder einzuschreiben. Für das Einschreiben berechnete der angebliche Beamte drei Rubel fünfzig Kopeken und zwar, wie er erklärte, zur Bezahlung des Stempels. Fast die meisten Familien gaben dem Schwindler das Geld, da sie ja in der bestimmten Hoffnung lebten, dadurch 18 Rubel monatlich verdient zu haben. Bei den Behörden des Ortes stowel erscheinen andauernd Personen, die sich erkundigen, von wann ab sie denn endlich ihre i monatliche Unterstützung erhielten. . .. *> ßine Episode von der Todeästatte von Newport, wo jetzt 600 Arbeiter Tag und Nacht am Werke sind, die Leichen ihrer Kameraden zu bergen, wird dem Eorriere della fera berichtet. Etwa einen Meter unter der Oberfläche konnte man von einem gewissen Punkte aus liefen, 78 in Etartenbnrg, 17 nt VbW, »i, fefc«. taf> in ben -W®" jammen 140. Auf diesem Gebiet mögen 1816 nur einige Hunderte gewaltigen Balten emgepreßt lag^ ^te Oeffnung,^ durch Evangelische gewesen sein, im Jahre 1825 waren es 2381, i. I. die man den Unglucklicyeu fah, war lebod) lo kletn, daß 1875 10 721, L I. 1890 16 685, t I. 1900 23 985 und 1905 feiner der Retter etnzrtdrtngen vermochte. Endlich fand 29 263, abgesehen von Mainz, wo die ev. Bevölkerung (ohne ftch ein fünfzehnjähriger Junge, Thomas Lewis, der^daS Garnison) in der gleiclfen Zett von 2545 auf 15 232, 19 435, tüt)ne Wagnis übernahm; mit einer Feile und einer Läge 25 592, 29 091 wuchs. Jn den ersten 50 Jahren nahm bic Zahl ausgerüstet, gelang es ihm, nach wiederholten fruchtlosen der Evangelischerr in jm genannten Orten außer Mamz um I sßCTjUCßert/ endlick), durch die Oeffuung sich hindurchzuschie- jährlich 167, in den stHen^m lo Jahren um lahrltch 397, von öem Gefangenen zu kommen. Sofort begann der »Ä“. S »nabe mit dem Wer^eug den letzten 30 Jahren die ev. Bevölkerung in ben Vororten der I nach zweritundrger angestrengter Ai-bett war der Bt.rwun- Zndustriestäbte Mainz, Offenbach und Worms. Mit Hilfe des l dete fast frei. In dem Augenblick, da die beiden sich daraus Gustav-AdolftVereins sind auf diesem Gebiete 18 Pfarreien und vorbereiteten, die unheimltche Höhle zu verlassen, ging em 22 Filialgemeinden entstanden, von denen bis jetzt nur 6 ans gucken und Ättistern durch die Trümmermassen, als ob die seiner Pflege ausgeschieden sind. Nach Schilderung der Zu- ^d«'. bebe. Von draußen rief man dem Knaben zu: „Äomrn sanunensetzung und fiitanzielbm Leistungsfähigkeit der hElNscheu . tomrn heraus." Thomas kam auch durch die Oeff- Ä Ä’ei X In der Ä&Sl«“sind" Sanab«6bic" Ein. Cejfuung begräbt. Rur einmal hörte man noch einen furcht- nahmen nicht so stark wie die Diaspora gewachsen sind, haben die baren VerzwerflungSschret: ,^aßt mich nicht allein hier. Schulden der Einzelgerneinden eine solche vöhe erreicht, baß die Dann war alles still. . . Hilfen, welche der Verein zu reichen genötigt ist, für vrele ^atjre hinaus den größeren Teil der für das Inland zur Verfügung stehenden Mittel verzehren. Es fabelt aber noch 12 Gernemben bereits in Pflege des Vereins, die in dem nächsten Jahrzehnt ebenfalls kirchliä)e Bauten dringend irotroenbig haben. Ente Prüfung der lleberfiäst zeigt, daß zwar ein weiteres starkes Wachsen der Zahl unserer Pflegekinder ntcht zu erwarten ist, daß wir aber doch darauf rechnen müssen, daß immer noch einige wettere in die Pflege des Vereins hereinwachsen. Der Haupt-1 verein steht vorerst noch größerer Sorgen und schwereren Aufgaben gegenüber, als früher, und wird nach neuen Mitteln und Wegen suchen müssen, um diesen Aufgaben gewachsen zu sein. Nach entern kurzen Dankeswort des Herrn Vorsttzenden für die Zusammenstellung dieses statistischen PMaterials, welches eine I wertvolle Unterlage für die ferneren Entschließungen der Verems- leitung abgebe, erstattete der Schriftführer, Herr -Letan BayerGroß-Gerau sein Referat über die Frage: „Was rut not im Hinblick auf die alten und neuen Ausgaben des Gnstav-Adols- Vereins?" Der Referent beschränkte sich daraus, die stoniequenzen aus den Ausführungen des Vorredners zu ziehen unb tnachte eine Reihe praktischer Vorschläge, tote der Gefahr, baß die Einnahmen in zu hohem Maße festgelegt werden, vorgebeugt, der Vereins- leitung freie Hand und Mittel für neue Ausgaben gefidjert und die Jahreseinnahmen gesteigert werden körnten. An die beiden Referate schloß sich eine lebhaste Diskussion an, bei welcher nch die Herren Pfarrer Dr. Bert, 5lirchenrat D. Schlosser, Ober- Konsistorial-Präsident Nebel unb Pfarrer Dingeldey betethgten. Sie wurde unterbrochen und führte am Schluß der Verhandlungen zu dem Beschluß, das; die Vorschläge des zweiten Referenten durch Airehliehe Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der 5t)nagoge (Süd-2lnlage). Samstag ben 10. Juli 1909: Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Schrifterklärung. Sabbatausgang 9.35 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Gottesdienst. Sabbatkeier am 10. Juli 1909: Freitag abenb 8.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.35 Uhr. . . ... Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abenbs 7.30 Uhr, 'Jpol»ans ■** WEL T- TAFEL CE TRA 'NK.« Niederlage bei: Jean Weisel, Mineralwasserhandler, Giessen, Sonnenstrasse 6. 3472 D'ct einem in San Francisco aufaeftiegenett Lenk- Ballott mit Motorbetrieb geriet in einer Höbe von 50 Fuß üw folge des Abbrennens von Raketen ein Seil in Braitd, was Explosion des Ballons zur Folge hatte. Zwei Jn^ fassen wurden tödlich verletzt. Unter den Zu schauer n brach große Furckft aus, wobei viele Persvmnt schwer verletzt wurden._______ Sandel und Verkehr, Volkswirtdchaft. — Elektrizitäts-Aktiengesellschaft W. Lahme per u. Eie. Frankfurt a. M. In der vorgeitttgen Gc- neralvcrsamntlung stellte ein früherer Angestellter der Firma, Aktionär Baumgart, eine Reihe von Anträgen, ut denen er nähere Auskünfte über die Bruttoergebnisse eines ieden Werkes verlangte, ferner auSführliä« Berichterstattung über das Oberrheinische Elektrizitätswerk Akt.-Ges. in Wiesloch (Baden), über die Mühlheimer Meinvahn usw. Vom Vorstände wurden nähere Erklartmgen über die Punkte abgelehnt und auf den Geschäftsberickt verwiesen. Mitgetcilt wurde dmtn unter anderem, dast die, Russische Tochtergesellsdiaft der Lahmeyer-Gesellschaft im letzten ^ahre mit 27 779 'Mk. Verlust abgeschlossen habe. Der obengenannte Aktionär beantragte, an Stelle der vom Vorstand und Aussichtsrat rorgeschlagenen 6% Dividende nur 4a 4n o zu verteilen, ^er Aii trag wurde icdoch abgelehnt und deii Beschlüsse linder Verwaltung gemäß eine 6%ige Dividende beschlossen. Zum schlüge der Versammlung gab Aktionär Baumgart Protest zu Protokoll. Canada E.B 181.70 Darmstädter Bank . • . 131.70 Deutsche Bank . • • 243.50 Dortmunder-Union C. • • 61.70 Dresdner Bank . • • • 151.60 Tendenz: fest. Höchste Temperatur am 7. Juli — + 16, Niedrigste , , <• „ = + 11,8 °C. 5Öj*.s ^09. “i01 * M '"d'n °M,7?7 9ano °l)nt 4 Sfr ' ^.man Oer, NmertiQmteil üet|tc9elteni ÄUOftt ^NMh-rgesehe^ 7'n°n. währ^ obachten. 1 ""t Alarinklingein nn E>n Unberufener rurichten. , t „ — Friedberg, 8. Juli. Eine bedeutendeBeretcyerung erfährt die Bibliothek des Friedberger Geschichtsvereins. Herr Forstrat Dr. L. Dteffenbach aus Ltch bat sich in hochherziger Weise bereit erklärt, die von fernem Großvater, dem bekannten Historiker Philipp Dieffenbach, ererbten Bücher unter EigentumSoorbehalt zur Verfügung zu stellen So kommt Friedberg allgemach zu einer Bibliothek, in der sich bic gesamte kulturelle, geistige und wirtschaftliche Betätigung der Wetterau, Stadt wie Land, widerspiegelt. Denn es sind in letzter Zeit nicht nur aus Prwatbesitz zahl- reiche Schenkungen zugeflossen, sondern die Stadt kauft auch, nand in Hand mit dem Geschichtsverein, alles Gedruckte und Handschriftliche auf, wa§ in die Geschichte von Friedberg und b-r Wetterau Licht bringt. Die Bibliothek des Geschichts- Mreins ist jüngst in den südlichen Llebfrauenkirchturm über- führt worden, wo auch die umfangreichen Archivbestände Aufnahme gefunden haben. Der ehrwürdige Raum mit feinen trächtigen Glasmalereien hat eine zweckmäßige Ausgestaltung erfahren. Er ist eine würdige Ruhestätte für all die Zeugen □ergangener Tage. Eines der nächsten Hefte der „Friedberger Geschichtsblätter" wird ein Verzeichnis der Friedberger Archlv- mib Bibliothekbestände bringen. Ebenso ist dort außerdem Oie Veröffentlichung eines Führers durch die wertvollen, rasch cinwachsenden Sammlungen des Museums geplant. ±± Biedenkopf, 6.Juli. Die heute hier stattgefundene bauptversammlung des Geschichtsvereins^ für __________________ öen Kreis Biedenkopf war des ungünstigen SbcttcrS I regen nicht besonders stark besucht, obgleich die Mitglieder- Hauen 7. Juli. Die Strafkammer verurteilte ben -ahl auch im letzten Jahre wieder bedeutend ^genommen 15jä()rlgen «ebrling 6 d) u 11 e, bet P u ft m o r b an bet Ibjäfaigen hat AuS dem Bericht der Museumskommission ist hervor- Perkäuferm Schweitzer verübt hatte, zur höchsten zulasstgen zilheben, daß neuerdings wieder zahlreiche und seltene Stücke | etraie von 15 Jahren G eiangnis. ’rroorben worden sind. Die rechtlichen Verhältnisse des Ge- ÖßrmÜcbics chichtsvereins gegenüber dem Fiskus als Besitzer der Aus- b e u t f otten herein hielt die tellungSräumlichkeiten bedürfen mbefan noch ^er endgültigen ordentttche Mitgliederversammlung am Montag in Leipzig Regelung. Emer Anregung des Vorstandes gemafi beab- qiUg9cinc Vorberatung der Vertrauensmänner ichtigt der Verein in Zukunft AuSfluge mit Vortragen zu Landesverbände zwecks Beratung der endgültigen Satzoeranstalten und das Interesse weiterer Kreise für unsere , n OoramS. Die Satzungen selbst wurden mit mehreren Heimat durch Herausgabe von Ausichtspostkarten nut Dar- den bayerischen Delegierten eingebrachten Abänderungen ftellungen baulich bemerkenswerter Hinterländer Gebäude zu angenommen. Der Luftflvttenverein wird sich künftig tu necken zentrale, Landes- bezw. Provinzialverbände und Drt^ gruppen gliedern. Der Sitz verbleibt bis auf weiteres ut 65i laDresuetiammlung debhMchenhauptvereinL der Gustav-Adolf-dtlswng. iodung der Ortsgruppe in Leipzig statt. Der Verein zahlt II. bereits 10 000 Mtglieder. . Am 7 Juli fand morgens von 9 Uhr an die ordentliche * Ein neuer Hauptmann von ft 0 p e Nick, ^zn Jahres s itzun g des Verwa l tungsrates im Künfirman- fam russischen Orte Kowel bcfuchte vor einigen Monaten densaale der Johannesgemeinde statt. Sie wurde mit Gesang unb Wohnungen der ärmeren Einwohner ein nut einem Gebet eröffnet. r .... .. Portefeuille versehener Beamter und stellte sich als Gou- Der Vorsitzende, Herr Professor Trümpert, begrufae die vernernentsbearnter vor. Er gab an, beauftragt zu fein, Erschienenen und stellte sest, datz vom Vorstand 6 Mitglieder - - ' antoefcitb, 29 Zweigvereine durch Abgeordnete vertreten nnd. Auf scknen Vorschlag werden die Herren Pfarrer V o g e l - Gernsheim und N a u m a n n - "Nauheim zu Schriftführern beftellt. Die Rech- imnn für 1908 ist bereits von Herrn Oberrechiiungsreviior, Korin ann-D arm stabt vorgeprüft, ohne baß sich für ben Abschluß ber= VLbcn eine Aeudcrung ergeben hat. Mit der Nachprüsting werden die Herren Kirchenrat Schrimpf, Pfarrer Dr. Bert unb -tefaii Magner betraut. Die nach den Satzungen aus dem Vorstand ausscheidenden Mitglieder werden wiedergewählt. Da Herr ^chul-1 rat Müller-Darmstadt eine Wiederwahl aus GesundlieitSrücksichten «blehnt, wird auf Vorsctstag des Vorstandes Herr Justizrat Dr. Lueius-Mainz neu in den Vorstand gewählt. Hierauf gibt Herr Äirchenrat Gro sch-Kastel Erläuterungen Zu der von ihm gefertigten Ueberficht über das Wachsen der Hess. Diaspora von 1825—1905. Redner führt aus 7 Jn den politischen Veränderungen am Anfang des vorigen Jahrhunderts waren dem Großherzogtum Hessen Gebietsteile mit ausschließlich, ober fast ausschließlich katholischer Bevölkerung zugefallen, außer Atainz, der Hauptstadt des früheren llurstaates, noch 45 Städte und Dörfer in Rheinhessen, 78 in Starkenburg, 17 in Ober Hessen, zu- Juli 1909 Barometer aut 0° reduziert Temperatur der Luft । Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 7. 2» 734,1 16,0 10,3 76 SW 4 Bew. Himmel 7. 916 737,0 12,5 9,6 90 SW 2 u « 8. 7« 738,8 13,4 9,1 80 SE 4 V w 7 Zimmer Sudwigitrahe <2 fmonc Wohnung von 7 Rimmern, Badeztm., Oonenanteil n. fonn Siibcbdv per 1. Cti tu uermict Wabere» Vubroinur. U v |37?i t 6 Zimmer | Uaiier Ällce 7 :;i7ii .,imm^ Sn;.e *'• Mädchen-. ui der ihnnc. Balkon ii. ‘‘«rrnnbo, «IcitbolüG. < vodgiib.. Boden.'. v I, C!t, u. | 6 Zimmer 1 । •' Zimmer Wohnung. 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