Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. letranl! SW Kolstische Tages?cbarr. Vom scheidenden Reichskanzler. Das Diner im Reichskanzlerpalais am Dienstag sah noch einmal die Vertreter aller deutschen Bundesstaaten beim Fürsten v. Bülow vereinigt. Naturgemäß waren die Gespräche von den innerpolitischen Fragen beherrscht. Tischreden oder sonstige politische Ansprachen wurden nicht gehalten, wohl aber hat sich der Reichskanzler mit den leitenden Ministern eingehend ausgesprochen. Die Minister fanden den Fürsten in durchaus ruhiger, aber sehr ernster Stimmung. Allseitig wurde das tiefste Bedauern über den Rücktritt des Fürsten geäußert, und aufrichtig bekundete sich die Dankbarkeit aller einzelnen Regierungen dafür, daß Fürst v. Bülow die Geschäfte so lange weiterführt, bis sich jetzt, unter Vermeidung Wallungen \M I1 Andreas Euler» z gtofe und breit, daß Sie M8'll.62s!ro6??ek iche, Gaskocherüschi leist!! Mi Daily •MS* M' user Rodheimerstr^-- dem Fürstentum und dem Reiche für die Zukunft zu statuieren oder richtiger zu modifizieren. Aber schon zu Anfang kam der Gegensatz zwischen dem Recht- und dem Macht- bewußtsein unverhohlen zum Ausdruck und machte alle weiteren Erörterungen im Grunde überflüssig. Mit frommer Feierlichkeit und zugleich mit unverkennbarer Entschiedenheit formulierte im Namen der finnischen Kommissionsmitglieder der Erzbischof Johansen den Grundsatz, baß alle Finnland betreffenden Bestimmungen nur nach Sanktionierung durch den Landtag Gesetzeskraft erlangen können; er wie seine Kollegen erachten es für eine^rwt- wendige Voraussetzung ihrer Mitarbeiterschaft, das; Finnlands Grundgesetze rund Verfassung, nach dem Evangelium das höchste Gut ihres Volkes, unangetastet bleiben würden. Demgegenüber erklärte der russische Vertreter Deutrich, daß diese Frage verfrüht sei und der Kompetenz der Kommission nicht unterliege, da sie nur den materiellen Inhalt der allgemeinen Reichsgesetze, die Finnland betreffen, festzusetzen habe. In feinem eigenen Namen fügte er jedoch die vielverheißenden Worte hinzu: „In Finnland erheben sich Stimmen für eine Ueberweisung Der Angelegenheit an den Landtag zur Entscheidung. Allein 'ein solches Verfahren ist undenkbar und zwar vom russischen Standpunkt undenkbar." Der ganze Ton, den der russische Vertreter anschlug, ließ dann erkennen, daß die Arbeiten der Kommission auf die verbrieften Gesetze des Fürstentums keine Rücksicht nehmen würden. Vergebens hatte Johansen auf Recht und Gerechtigkeit hingewiesen, indem er sagte: „Das finnische Volk ist bereit, seine Pflicht zu erfüllen, aber von uns werden Opfer verlangt, auf Die kein Volk eingehen kann." Der Stärkere ließ von vornherein seine Kraft und seinen Willen durchfühlen und gewährte dem Schwachen bloß eine Galgenfrist. Denn im September soll die Kommissionsarbeit ihre Fortsetzung nehmen und den Konflikt in aller Schärfe heraufbeschwören. Bedarf Rußland zu seinem. Glück wirklich der Beugung Finnlands? Also hat einer Der finnischen Vertreter nach ben Verhandlungen gefragt. Die Antwort aus diese Frage geben ^etzt alle patriotischen Blätter in ihrer unausgesetzten Verhetzungsarbeit. So wird selbst das teuflische Lügengerücht verbreitet, daß die Finnländer dreißig Motorkähne von großer Schnelligkeit gekauft hätten, um die Zarenjacht zu ertränken, und der Vorfall mit Woodburn wird damit in Zusammenhang gebracht. Daß dieses Treiben nur dazu bestimmt ist, die ex* forderliche Anti-Finnlandstimmung bis zum Herbst wenigstens in gewissen Kreisen vorzube. eiten und tnii einer gefälschten öffentlichen Meinung aufwarten zu können, ist ohne weiteres klar. Denn die russische Regierung weiß sehr wohl, daß sie in ihrem Streben nach Bedrückung Finnlands das russische Volk auf ihrer Seite nicht har, daß dessen überwiegende Mehrheit im Gegenteil in der konsequenten Bekämpfung des sein eigenes Leben führenden Fürstentums einen Uebermut sondergleichen erblickt und mit einer gewissen religiösen Scheu die Verantwortung dafür weit von sich weist. Zum Nordpol mit dem Zeppelin. Dr. Eckener, welcher sich in Friedrichshafen niedergelassen hat imb dem Grasen Zeppelin und seinem Unternehmen nahestehl, hat dem „Hamb. Fremdenblatt" einige Erläuterungen bezüglich des kürzlich erwähnten Planes gegeben, mit dem lenkbaren Luftschiff Zeppelins das- alte Streben, den Nordpol zu erreichen, zur Durchführung zu bringen. Er läßt sich folgendermaßen aus: Die Meldung über eine geplante Nordpolexpedition des Grafen Zeppelin entspricht durchaus den Tatsachen. Prof. HergSsell, der an Bord der „Prinzeß Alice" des Fürsten von Monako dieser Tage in Kiel weilte, hatte, wie er uns mitteilte, die Absicht, den deutschen Kaiser für den Plan zu gewinnen. Nach den neuesten Preßmeldungen scheint ihm dies vollkommen gelungen zu sein. , .... Die Idee den Nordpol im Motorballon zu erobern, rst keineswegs so überkühn, wie es auf den ersten Blick erscheinen möchte. Sie liegt vielmehr durchaus nahe. Man weiß, daß schon im Jahre 1907 der Amerikaner Weltmann den Versuch mochte, im Luftschiff zum Pol vorzudringen. Freilich mußte dieser Anlauf mißlingen, weil es ein Unding ist, mit einem völlig neuen, unausgeprobten Fahrzeug sofort eine derartige Expedition zu wagen. Wellmann benutzte denn auch die erste Schneebö zu Anfang Jul: 1907, schnell mit seinem Ballon auf einem Gletscher zu scheitern, als er knapp eine Viertelstunde in der Luft gewesen war. Man hielt damals die ganze Sache für eine Reklame einer großen Zeitung, die hinter Weltmann stand. Bekanntlich ^rüstet Wellmann sich dieses Jahr wieder zu einer Expedition. -Lv kann uns rm nächsten Jahr das Schauspiel eines grandiosen internationalen Wettstreites dort oben in den arktischen,Regionen bevorstehen. Was gerade die Polargegenden so besonders geeignet macht, von Luftschiffen überquert und durchforscht zu werden, das ist in erster Linie das Fehlen von Tag und Nachtwechscl mit seinen Temperatur- und Bestrahl-ungsdifferenzen. Man weiß, daß die Sckwanrnngen der Temperatur des Füllgases bei Freiballons und auch, wenn auch in geringerem Maße, bei Motorballons zu sort- gesetzten Verlusten von Gas und Ballast führen und unter Umständen sehr schnell der Fahrt ein Ziel setzen. Nördlich des Polarkreises, wo Die Sonne ein halbes Jahr lärm ununterbrochen am Himmel steht, fallen diese schädigenden Einwirkungen in der 4 Hauptsache fort, zumal auch bei wechselnder Bewölkung die Bestrahlung längst nickt so intensiv ist wie unter südlicheren Breiten. Alan Darf deshalb damit rechnen, daß ein Luftschiff stets so lange in der Luft bleiben und fahren wird, wie sein mitgenommener Benzinvorrat reicht. Ebenso sind Gewitterbildungen und heftige Niederschläge, die z. B. in diesen Tagen den „Z. I" zur Landung bei Biberach zwangen, nicht sehr zu fürchten in der Nähe des Pols. Rechnet man nun so mit einem vollständigen „Ausfahren" des Luftschiffes in Den Arktischen Brüten, so kommt man zu folgender Leistungsfähigkeit eines für Die Polarexpedition zu erbauenden Fahrzeuges Zeppelinscher Konstruktion: Der „Z. II" halte auf der Pfingstfahrt eine Tragkraft für 8 Personen und wettere 2800 Kilogramm. Das genügte für die Mitnahme von Betriebsmaterial für -10 Stunden, wenn man an Stelle des Wasserballastes weiteres Benzin und Oel hätte einnehmen wollen. Die neuen „Z.-Schiffe", die gegen 17 000 Kubikmeter Inhalt haben und durch reichliche Verwendungen von Goldschlägerhaut und fonfiigen leichteren Baumaterialien erheblich größere Nutz- tragkrast aufweisen werden, dürften außer den nötigen Bedienungs- monnschaften Betriebsmaterial für zwei 150 Pserdestorke-Motoren für 70 Stunden oder, wenn immer nur ein Motor läuft, für 140 Stunden mit hochnehmen können. In dieser Zeit könnten die Fahrzeuge, die durch einen dritten Motor gegen etwaige Defekte gesickert sind, mindestens 70x50--8500 Kilometer oder IM x 35— 4900 Kilometer durch die Luft zurücklegen. Nun beträgt Die Entfernung vom nördlichen Spitzbergen zum Nordpol und zurück oder nach Amerika hinziber etwa 2500 Kilometer. Es ist also klar, daß das Tätigkeitsfeld der Schiffe ausreicht, den Pol zu gewinnen unb Den Ausgangsort ober einen anderen Hafen wi«ck)er zu erreichen. Nun kommt aber ein Faktor hinzu: der Wind. Wenn ein heftiger arktischer Sturm zu überroinben ist, kann das Ziel event. unerreichbar bleiben. Man wird in dieser Beziehung nun allerdings ganz vorsichtig und oehuifam zu Werk gehen. Man wird ruhig am Anfangsort warten, bis es ganz windstill ist ober bis, noch besser, eine günstige Luftströmung herrscht, die man benutzen kann. Wenn die Luftströmung nur bis zum Pol oder in dessen Räche hinaufreicht, ist es völlig genügend. Denn man wird ;a nicht gegen Den Wind an ben Ansgangsort zurückzukehren brauchen, son-dern kann, ioenn man ben Pol einmal erreicht hat, mit tebem Wind, der dort gerade herrscht, zurückkommen und wird schnell wieder im Süden Land erreichen, sei es nun das nördliche Der Kampf um Wrrlands SelbständigM. Aus Petersburg wird uns geschrieben: Etwas Feierliches haftet dem düsteren Kampf um Finnlands Selbständigkeit an. Wie sich die kleine, aber kerngesunde Nation auf allen Etappen und in allen Situationen gegen die bald brutalen, bald listig verlogenen Anschläge der übermächtigen russischen Reaktion wehrt, ist voll Tragik, aber auch voll Schönheit. Diese Erscheinung war auch bei den Verhandlungen wahrzunehmen, die dieser Tage die sog. russisch-finnische Kömmisjion in Petersburg einleitete, um schon nach der ersten Sitzung abzubrechen und auf den Herbst zu verschieben. Fünf Vertreter Finnlands und ebenso viele russische Bureaukralen, deren innerste Abneigung gegen die finnische Selbständigkeit bekannt ist, hatten gemäß allerhöchster Anordnung die Beziehungen zwischen Sibirien, Amerika ober Grönland. Wir glauben deshalb, daß die Ucberouerung des Pols und die Rückkehr zu bewohnten Gegenden viel schneller vor sich gehen wird, als man auf Grund einer bloßen Entfemungsabschätzung vermuten wird. Natürlich wird man die Expedition, wenn sie auch durchaus Bequem ausführbar erscheint, sorgfältig vorbereiten. Man wird im nächsten Fahre Depots mit Betriebsmaterial, Reparatur- material und Proviant anlegen, auf Franz Josef-Lauck in Grönland, im nördlichen Sibirien und anderswo. Erst im Fahre 1911 kann frühestens an die Ausführung des Unternehmens selbst gedacht werden. Auch muß die finanzielle Seite der Sache zuvor geregelt werden. Mit weniger als 2 Millionen wird kaum die Expedition auszuführen sein, und wenn auch anzunehmen ist, daß die Uebemahme des Protekwrats durch ben deutschen Kaiser sehr bald die nötigen Geldmittel lockern wird, so ist u. W. bisher doch noch die finanzielle Basis nicht gegeben. Heber ben wissenschaftlichen Wert einer Nordpolexpedition im Luftschiff kam: es sAverlich zwei Meinungen geben. Zwar Meereslotungen, Untersuchungen der arktischen Fauna und Flora und dergleichen wird man kaum in dem Maße vornehmen können, wie auf einer Schlittenexpedition ober von Bord eines Forschungsschiffes aus. Aber die geographische Aufklärung kann man mit Der Kamera und mit freiem Auge von der hohen Warte eütflS Luftschiffes aus in geradezu idealer Weise vornehmen. Wir werden Bilder von den eisigen Regwnen ermatten Dürfen, wie sie gleich anschaulich und reich nie sonst zu erlangen sein werden. Eoetyo eignet sich das Luftschiff ausgezeichnet, Beobachtungen und Messungen ohysikalischer und aerologischer Art zu machen. So muß jeder Deutsche hoffen, daß die Expedition zu ItanDc kommt, um Den Ruhm deutschen Unternehmungsgeistes und ben Schatz menschlichen Wissens zu mehren. Ter alte 71 jährige Jüngling ie iagesnummet Rofaf;ottsöru' u n d mobil zu machen, mit aller Entschiedenheit entgegen ,’iitrcten, da hie Ortsgetverbevereine, denen lediglieb die Weiterbildung' und rein fachliche Vertretung des Hand werter- und Gewerbestau des am Herzen liegen müsse, sich im Interesse einer ruhigen und gedeihlichen Entwicklung streng von allen politischen Strömungen fern halten müßten Auch 'könne der Hansabund, in dem hauptsächlich die Interessen der Großindustrie, Großbörse, Warenhäuser usto. zur Geltung kämen (?), für die dem Mittelstand angehörenden Handwerker und Kleingewerbetreibende, die gerade unter der rücksichtslosen Koulurren', des Großkapitals schwer zu leiben hätten, als zweckdienliche Vertretung in keiner Weise angesehen (?j lverden und wurde demgemäß dringend vor dem Beitritt <;um Hansabimde gewarllt. Ein etwa beab sichtigtes korporatives Beitreten der Ortsgewerbevereine zum Hansabund sei auch schon deswillen als gänzlich aus geschloffen zu erachten, iueil die Gesalir bestände, daß daun und zwar namentlich auf dem Lande, die seither von Gemeinde, Sparkasse usw. gewählten Beihilfen künftig entzogen werden könnten und wurde, von dieser Erwägung ausgehend, die Hergabe der Unterschrift des Vorsitzenden desBezirksverbands Gießen des hessischen Landesgewerbe Vereins unter den in letzter Zeit in einigen hessischen Zeitungen zwecks Ausbreitung des Hansabundes veröffentlichten Aufruf lebhaft unb einstimmig bedauert." Dir bedauern diesen Beschluß, d^r uns ohne genügenoe Kenntnis der tatsächlichen Verhältnisse oder nur auf Grund einseitiger Informationen gefaßt zu fein scheint. Ter.Hansabund soll eine Interessenvertretung der gesamten gewerbe- und handeltreibenden Stände und insbesondere auch des geiverblichcn Rtittelstaudes fein und dgzu dienen, handel unb Wandel und das Gewerbe in Stadt und Land gegen den liberhandnehmenden Druck des Großgrundbesitzer t ums zu schützen. Das wurde in weiten Kreisen des gewerblickn'n Mittelstandes dnrch Unterstützung des Hansabundes aner Tannt, und durch die Organisation des Bundes ist dafür gesorgt, daß die Interessen des Gewerdestandes vollattf ge wahrt sind. Taburdy ist es oeini Hansabund von vornherein unmöglich gemacht, daß er einseitig die materiellen Interessen einer einzelnen Schickst vertritt, wie es $. B. bei der Organisation der Landwirte der Fall ist. Bei ihm ist die Leitung unb Vertretung ganz in den Händen der Großgrundbesitzer, nnb bei der ReichSfiuanzresorm haben diese gezeigt, wie sehr sie die Mackstmittel des Bundes zu ihren Gunsten und zum Schaden des kleineren und mittleren «Ärundbe.- sitzes auszunntzen verstehen. Deshalb mürben wir es begrüßen, toenn unsere kleinen unb mittleren Bauern sich ihrer Interessenvertretung, dem Deutschen Bauerubuud, anschließen würben In der gleichen Richtung wie ber neue Bauernbund will der Hansabund tätig fein; er will die gleichmäßige Fürderung aller Erwerbsstände, unb ihn zu unter stützen Iregt im eigenen Interesse ber Geiverbetrcibenden. Uebrigens irrt ber Vorstand des K?. G. B. Homberg auch in seiner Annahme, ber neue .Hanfabuud sei politisch Er tft lediglich eine wirtsck-aftliche Interessenvertretung. Die Be siirckstnug, baß ben Gewerbevereinen ivegen ihrer ,'»uge- hörigkeit zum Hansabund von vKuneinden und Sparkassen die bislierigen Zuschüsse entzogen iverben konnten, scheint uns banad) unbegründet fein und beweist mehr als alles anbciv, wie sehr das Handwerk einer machtvollen In terefsenvertretung betKirf. um gegen derartige Eingriffe in seine Unabhängigkeit geschützt zu sein. In Frankfurt a. M. fand geftern auf Einladung des Hansabundes eine von mehr als 2000 Personen, dar unter zahlreickien Damen, besuchte Versammlung fmtt, bic n.ad) einem einleitenden Vortrage des Laudtagsadg. 3- u u d unb verschiedenen anderen Ansprachen einstimmig folgende Erklärung faßte: Tic Versammlung protestiert aufs entschiedenste gegen die beabsichtigte d r ü ck e n d e u n d e i n - feilige Steuer belastung der erwerbstätigen Äreiie. Sie begrüßt auf das wärmste die Gründung des Hansabundes für Gewerbe, Handel unb Industrie und hält es für ein (*tebot ber Selbstachtung, daß die Angehörigen der genannten Erwerbsgruppen in ganz Deutschland sich vereinigen, um ihre berechtigten Interessen gegen bro: ende Schädigungen unb Vergewaltigungen zu wahren. Die Ver sammlung hofft, daß sämtliche Angehörigen von Handwerk, Handel unb Industrie in dem aufgezwrmgenen Mampfe um ihre wirtschattlick-cn Interessen fest zufammenstehen unb spricht die Erwartung aits, daß auch in Frankfurt a M. al 1 e selbständigen Gewerbetreibenden und Angestellten, sowie alle Freunde der Bestrebungen des Hansabundes sich ber ncugegrüttbeten Crt^gruppe besselben anschlicßeu. Zn Moburg gründeten 1400 Landwirte bes Herzog tums einen Bauernbund. Zur $rage öcr Zleischpreise wirb uns geschrieben: In Ihrem werten Blatte erscheinen in letzter Zeit mehrmals Notizen über Vieh- und Fleischpreisc, welche mehr oder weniger geeignet sind, das Publikum irre zu führen und dadurch unnötig aufzuregen Von vornherein erkläre ich, daß ich persönlich und mit nur wohl alle meine Kollegen ber Ansicht nnb, haft bas Publikum, welches sein Fleisch bei Gießener Metzgern kauft, keine Ursache hat, sich über bic Wurst- und Ilciichprerfe zu beklagen, insbesondere ben Preisen in anberen Städten unb sogenannten Lanbmctzgern gegenüber. . . Was ben Artikelschreiber anbetrifft, so sollte sich bersclbc in erster Linie doch besser informieren und vor allem die Preise, wie solche jetzt hier unb in anberen Stabten bestehen, einholen kürzlich hat offenbar bersclbc Herr u. a. auch in einem Artikel verlangt, baß mit bem Kalbflei ickic im Preise abgeschlagen werben solle, ba ber Verkaufspreis nicht im richtigen Verhältnis zu bem Einkaufspreise stehe. Hierzu bemerke ich, daß bamals ber Einkaufspreis auf nur einem Gießener Markt etwas ge fallen war, baß aber dagegen bic anberen Märkte f ofort wieber andere, höhere Preise zeigten: es wurden Kälber sogar mit 8 0 Pfg vro Psund Schlachtgewicht verkauft. Daraus geht aber unzweifelhaft hervor, daß die .Preise, wie sie oft im Marktbericht veröffentlicht find, nicht stets und nicht immer die eigentliche Höhe ini Durchschnitt zeigen, unb es ist ein Unbing, daß mir Fleischerineistcr ben sortwährenben Schwankungen in bett Einkaufspreisen auch mit ben Berkausspreisen folgen können. Zu hoch halten wir bic Preise nicht, barür sorgt schon bic Äon kurrenz unb nicht etwa ber betr. Artikelfchrciber. Gewiß, wir rechnen und müssen als orbentliche Geschäftsleute, auf bic wir nun einmal Anspruch erheben, rechnen, allein wir lalkuliercu bic Preise so gering, Ivie sie unter Berücksichtigung der vielen, gerade auf dem Metzgergewerbe ruhenden Auslagen unb Unkosten äußerst bemessen werben können. Ich komme jetzt auf ben Artikel in Nr. 156. 1. Bekannter unb betreffender Artikelfchrciber ist der Ansicht, daß feit Mitte Juni 1909 ein Fleifchobfchlag hätte eintreten müssen. Als Fachmann kamt ich aber versichern, daß eher ein Ausschlag als ein Abschlag im Preise hätte erfolgen müssen, unb dies ins besondere beim Schweinefleisch, da gerade die Schwcinevreifc mehr als 10 Pfg. pro Pfund im Schlachtgewicht gestiegen sind , auch die Preise für Ochsen sind teurer geworden Wir haben aber nur um deswillen nicht aufgeschlagen, weil wir selbst in aller Kürze einen Preisabschlag im Einkauf erwarteten. 2. Gibt Betreffender bic Preise ber Garnison an. Bor allem kommt aber doch hier bas Quantum unb bic Stücke ber Garnison im Gegensatz zum Publikum in Betracht unb bic bei der elfteren uiaftgebeubeu Bedingungen. Geben wir denn nicht auch Schweinefleisch (Bauchlapvcu und bcrglj schon zu 70 Pfg. pro Pfunb, Füßchen unb Kopf noch be beulenb billiger, weit unter Einkaufspreis unb zwar auch im Klein- bezw. Einzelverkauf ab? Der Schluß bes Artikels erinnert an bic Taktik gewisser Herren Politiker, welche einzelne Wörter aus ben Reden anderer hcrausgreifen, um solche bann zu gunften ihrer eigenen Intci essen unb der von ihnen vertretenen Staubesgenoffcn zu verwende». Warum gibt er nicht den wahren Sachverhalt ui Wetzlar an? Wie steht bic bortige Einrichtung heute nach kaum einem Jahre? Kauft nicht dort seit gcrmimci Zeit schon eine größere Anzahl Mitglieder der Bereinigung wieder bei ihren früheren ober bei ihnen beliebigen Metzgern? Offenbar unb doch nur, weil bic Erfahrung sie gelehrt, baft sie bork besser bebicnl locrbcn; ja, es fragt sich sehr, was ber betreffenbc Lieferant heute tun würbe, wenn er nochmals 'm beginnen hätte Ist doch vor nicht langer Zeit ein hiesiger um bl der größte .Konsumverein mit ähnlichen Wünschen an ben betreffenden Wetzlarer Lieferanten herangetreten, aber ohne Erfolg unb warum? Tic Tatsache, baft criigc größere Genosfcmchastsschlächtercien, welche mit großem Mapilal "begrünbet, ja z. D. sogar von großen Agrariern mit unter stützt wurden und nach ganz kurzer Zeit ihren Betrieb mit großem Verlust cinfteUen mußten, dürste in dieser Hinsicht mehr wie genug ’(wn Wenn der betr. Artikelschrcider glaubt, baß durch eine ge- toiffe Ringbildung der hiesigen Metzger die Preise hochgehalten seien und würden, so ist er hier im Irrtum Gewiß, es wäre von feilen bec Metzger mit Freuden zu begrüßen, wenn behufs Vermeidung eigener und mancher Schädigung einheitliche Per- kaufspreise von Zeit zu Zeit sestgelegi würden, allein dis jetzt ist und war dies in Gießen nicht möglich F r. S ch r e i n e r. rrus Stadt und Land. Gießen, 8. Juli 1909. " Mittlere Finanz beamte. Ans Beamten- kreisen geht uns solgeude Mitteilung zu: In Nr. 153 Ihrer geschätzten Zeitung sprechen Sie unter „Stadt und Land'" von mittleren Finanzbcamten der Großhcr- z o g l i ch e n Finanzämter. Diese Bezeichnung ist weder durch eine Verordnung noch durch ein ministerielles Aus- schreiben festgelegt, sondern scheinda.r eine imllhirlicb zu- gelegte Benennung der auf den Finanzämtern befebäftigten Gehilfen. Gegenwärtig gibt es in Hessen im Finanz- b i c n ft nur eine Kategorie mittlerer Beamten. Es sinb bies nie, welche die Prüfung für die mittleren Stellen im Ilnanzsach nach der Verordnung vom 24. Juni 1905 bzw. vom 20. Sept. 1853 abgelegt haben. Voraussetzung sür die Zulassung zu dieser Prüfung ist: 1. der Befitz des AvgangSzeugnifses einer Realschule mit siebenfährigem Kurs oder der "Nachweis der Reife für die Unterprima eines Gymuafinms, Realgymnasiums oder einer Oberrealschule; 2. das Bestehen eines mlndestenS dreijährigen Vorberei- ttlngsdienstes bei verschiedenen Staatsbehörden. Dagegen hnrb von denjenigen Kandidaten, die sich der Fach Prüfung der Finanzgehilfen (früher Stcuerkommifsanats- gebissen) unterziehen wollen, verlangt, außer einem Nachweise darüber, daß die t^esuchsteller nach vollendetem 17. Lebensjahr drei Jahre zur vollen Zuftriebenheit ihrer Vorgesetzten im Finanzamts dien ft beschäftigt gerne n sind, daß sie m i n de st e n s gut e V ölte f d> u l b i l - düng genossen haben. Nicht lmerwähn't soll bleiben, daß es auf Grund lande'slrerrlicher Verordnung noch mittlere Bea'mke im Justiz-, Verwattungs- und Baufach gibt, die hier aber bei oer Bchandluna dieser Frage nicht in Betracht kommen. Vorstehende Ausfüyrungen sollen nur dazu dienen, feine falschen Ansck-auungeit unter denen auf kommen zu lassen, die genxfit sind, sich dem einen ober dem anderen Beamlcnstande zu widmen. •* Großb. Zentrale für Säuglings und SRutterfdiur. Wik mitgeteilt wird, ernannte der Groß- ' Herzog ben Mimfterialsekretär a T Ernst Piftor lum Ver- 8 waltuiigsdircktor der Zentrale für Säuglings- unb Mutierfcl utz unter Erieüung be- Charakters als Regierungsrat. Betanntti-r, oerbanh die ;>cnttale ihre iSntftcbung brr Initiative J oes GroftHerzogS. Vor einiger Zeit hat Seine MömglidK Hoheit ; in einen: Erlaß an den Minister bes Innern angeregt, bic im Laube auf dem Gebiete bes Säuglings- unb Mutterfcdutzes wir fi-nbcn Kräfte in einer Zentrale zu vereinigen unb sie baburch in gemeinsamer Arbeit zu stärken Tie Mugtieber ber Zentrale, unter bciien bic Streife unb größeren Stabte fast vollzählig zu fmbeu fiub, haben in einer vor einigen Wowen abgehobenen Sitzung Den Ausschuß der Zentrale gewählt, so baft also jetzt ntraft die prakischt Arbeit be- gnmnt farm. Ter Zweck brr Zentrale ist, die Verminderung der Säuglingssterblichkeit in Heffeu herbeiunübren. Man kann nur wünschen, baft insbesondere auch aus ben Arbeiterkreisen bem Unternehmen bas Interesse unb bas Vertrauen entgegengebracht wird, dos es verdient: unb ebenso auch bem neuemannten Verwaltungsdirektor, dessen Persönlichkeit alle Garantien dafür gibt, baft er allen Ansorberungen. bic an ibn herantreten, vollauf gerecht werben wirb, benn fRegtcnmgsrat Piftvr ist ein Sozial- Politiker, ber mcht nur über großes theoretisches Wissen herlügt, sondern durch viele Reisen im In unb Auslände auch praktische Eriadrungen in reichem Maße gesammelt bat lieber ben Arbeitsplan, bat ber Vorstand zu entwerfen hat, wirb später berichtet werben. — Lehrcrpersonalitn. Uebcdrogen wurde dem SchulamtSaspiranten Aug. Lenz aus Effolderbach die uiede Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Höchst t. D. •• Stadttheatcr. Für das nächste Cpereitengaftfpiel am 13. Juli (die 4. Vorstellung deS Operettenabonnements), bei dem Karl Millöckers ^Bettelstudent^ zur Aufführung gelangt, zeigt sich das lebhafteste Intercffe. Außer den bekannten und hier bestens eingefühden Kräften, dem Fräulein Großkopf und den Herren Hilsing, Hildebrand und Schwind wirkt als Bromslaiva ein Gast mit, Frl. Aline 5 a n b a r von der Wiener VolkSoper. DaS Auftrdeti ber Künstlerin, die über glänzende Stimmittel und Technik sowie über vorteilhafte Erscheinung verfügt und auch uit Kurtheater . gaflied, durfte unfenn Theaterpublikum eine angenehme Abwechselung bieten. ** Kolosseum Gestern abend führte das Intime Theater Mannheim den rcizenbeii Schwank „T c r W c 1 b b r i e i 11 ä g c r‘# vor. Tie Premiere erlebte einen solchen Heilerkeusersolg, baß bet AktsckKuft ber Vorhang unzählige Male m bic Höbe ging Tic Regie führte Tir. Wciftmöller. Tas Stuck war vorzüglich besetzt, unb bic Tarnen Stürgkh, Gasiren, bie Herren Maiewsku, Branbis unb Franke führten in gerabeju musterhafter Weife ihre Rollen burch. Heute abenb ist wieber ein schöner Schwank zu fehen. "Die Aufführungen der Herrn an ns ch lacht werden der ungünstigen Witterung wegen bis auf weiteres verschoben. ** Vortrag über Rembrandt. Vor einem im maßen Höri aal der UniDcriität zahlreich erschienenen Publikum hielt am verflossenen Dienstag Herr Privatdozcnt Tr R a u ch auf Ersuchen ber Abteilung für Kunst und Wissenschaft ber Gießen«: dreien Srubentenfchaft einen öffentlichen Vortrag utui „R e m - b raubt". Das Thema bietet, wie ber Rcbner austübttc, uns ein Problem hon gewaltiger Wucht und Tiefe, un verlftmgmsvoller fem, als eine zu äußerliche Behandlung, benn bie rein äußerlichen Tatsachen im Leben unseres Münftb r . haben für feine Kunst recht wenig zu sagen. — Tie Mehrzahl ber Munü*. Historiker steht immer noch im Banne riapjidHirduiiniidi.t ?iu- fthüuungcn. Doch wie bie anberen SBiffenldiaficit iid, mehr uiib mehr vom Tag mal grid)id)te, unb man kann jetzt erst mu einiger Berechtigung von einer Kunsiwffsenfchaft reden Audi die Archäologie hat iidi der neuen Strömung nicht entziehen können Lange mit großer Zähigkeit an dem von Winckelmami uns seinen Schülern ausgestellten Ideal von edler Einfalt unb stiller Große. Ihre Vertreter verachteten bas moberne Lehen, wie es bu Romantik tat, aber im Gegensatz zu dieser aud) bic eigene, nationale fünft« u I' Romantikei hingegen haben gerade rung einer uiobcrncn nauonalcn Kunst beigetragen, bie auf bem richtigen Gedanken fußt, baft alle grofto Kunst national »em nmft. scholl rein äußere Erwägungen, die z. B. die BersdnedenHeit des ".limas unb ber Raffen verfchiebeucr Läuber zum Gegrnftanb haben, bringen uns bicien Gebanken Fiat zu Bewußtfcin. So erklärt sich bte Eigenart > unu g i nüber o. r italienischen. Tie südlid flar unb vlasttfch hervortreteu, unb in ber bellen Beleuchtung lammen bie zarteren Farbeunüauccn nicht auf; im Narben liegt em seiner Tust über ber ganzen Gegcnb, ber ;war bi-' Plastik bei eine unendliche Juli uou feinsten Farbenidiattterungcn bewirft. Daher bet den Süblandern die Vorliebe für bav Plastische, aud) in ber Malerei, bei ben Naiblänbem bic für bie Darsielluug bed iwitercu Raums, besonders der Landschai ber nordischen Kunst ist nun .lirinbranb^ Nack) einer furyn Darstellung seines Lebens, gab ber Redner ein Bild der fünft» ifters an der Hand von uei!>attnis- inäftig recht guten Lichtbildern Gleich in feinen ersten Werken arbeitete Rembrandt mit genialer Benutzung des Lidueifekts, der b-i ihm damals noch durch febars abgegr nzte Strahlen bervvr- gebracht tourbe und fcharfe Kontraste erzeugt 2pater fam er mchi unb mcht von bieici Technik o." -■ 'N ni in ; an war er '."i'eift 1 ber Behanblmig bes Helldunkels, oao ihm anfangs nut Mittel zum Znxck war, ipaicr aber immer mehr Selbstzweck wurde, unb in dessen Darstellung er cts zu unendlicher Verfeinerung bei Lichtabsninrngen btaaue Bei immer etiffachcr lucrbenber 1rom» poiituru brachte er bic psucholagische Vertiefung feiner Mstallen zur bödiftcn Vallendung Alle Wiberwarligkeiten feines Lebens, der Tob feiner Mmbcr, seiner ersten und feiner zweiten Frau, der finanzielle Ruin konnten feinem Schaffen feinen Eintrag tun, felbl't nicht der völlige körperliche luto geifägc Verfall in ieinen letzten Lebensjahren, io daft man hier fap sagen kann: Der Künstler Hat ben Menschen überlebt. Es zeigt sich auch bür wieder bic unzerstörbare Macht einer gewaltigen Persönlichkeit. Tic originellen unb ftbad buTchbachien Ausführungen des Redner- uxurben mit reicheni Benall aufgenommen. Sie haben w inches Licht in die Tiefe bisher noch ungeklärter Probleme qeiporicn und ,'ichcrlid) nicht verfehlt, ben großen niederländischen Meister all en Anwesenden naher zu bringen. ee Katholische unb evangelische Rechenbücher. Em pcnfiomeder Lehrer kauft, wenn er in eine fremde Stadt kommt, die in den Volksschulen der Stadt gebräuchlichen Rechenbücher. Er hat bereits eine ganze Sammlung davon znsammengctragcn. Jüngst verlangte der Herr auch in Fulda in einem Papiergeschäft ein Rechenheft für eine bestimmte Stufe, ,3a/ frug der Inhaber, .ivollen Ste ein katholisches ober ein evangelisches Rechenheft?* Tas war unsere« hessischen Pädagogen doch noch nicht vorgekommen. ,Lieber verr*, meinte er ironisch, ,ift bei den Katholiken nicht 2x2 auch 4?* .Gewiße, entgegnete der Verkäufei lächelnd, .aber eS if: in Fulda mm einmal so. Hier muß jede Konfession roafi Besonderes haben/ \ I«. «* suchungen erschienen, die eine (Erweiterung unserer Kenntnisse von der ältesten germanischen und deutschen Namenichöpiung brachten: auch bat die vcrgleickienbc Sprachforschung über einzelne der namenbildendcn Wortstämme neues Licht verbreitet. Der Verfasser hat die Ergebnisse dieser verschiedenen Untersuchungen m der neuen Auflage verwertet und in dem Namenverzeichnis selbst 4rur solche Veränderungen vorqenoinmen, die ihm die Ueber- sichtlichkeit und Brauchbarkeit des Büchleins zu erhöhen geechiret schienen. So erwirbt cs sich zu den alten Freunden hoffentlich zahlreiche neue. Geschworener Konsul Bo Hs en: Wir Geschworenen haben von dem Zustande des Angeklagten Kenntnis genommen, wir können unseres Amtes als Geschworene gegen diesen kranken nicht walten. — Bors.: Ich habe den Beschluß des Gerichts zu veriünden' Es hat sich mit unbedingter Beweiskraft ergeben, dar. die Verhandlungen eine Gefahr für das Leben des Angeklagten bedeuten, baß der Angeklagte cmitweilen nicht ver- h an d l u n g s f ä h i g ist. Das Gericht beschließt daher, d i c Verhandlung bis auf weiteres zu vertagen ^vs Befinden des Fürften Eulenburg hat sich tm Laufe des gestrigen Abends so weit gebessert, daß vorläufig keine G e - fahr besteht. Der Angeklagte wird sich bald nach Schloß Lieben- ■ bt 8or einem im grofeen ienenen Publikum hielt an zent Dr. Rauch auf En Biffenschaft der Gietzener Öen Vortrag über „ReInder Redner ausführle, nti md Tiefe, und nichts tau Milche Mandiimg, denn en unseres Künstlers haben - Tie 'l.WjQh! der Jtunft« kiassii'llf-archaifMn ijicnidwiten sich mehr md auck letzt die der M? dieser Manu nicht allzu krank wäre. Es besteht ber nur der Verdacht auf Gruird des Gutachtens der Wissenschaftlichen Deputation, daß der Angeklagte simuliert oder doch Mittel weiß, um seinen Zustand nach Belieben zu verschlimmern, beantragt daher, den Angeklagten zu verhaften, um ihn unter ständige Aufsicht zu stellen. Dieseir Antrag auf Ver- haftimg bestärke ich noch dadurch, daß, wie bewiesen werden wird, in den leßtcn Tagen Versuche gemacht wurden, Zeugen Kleine Tagcschronik. Ter Kronprinz hat den Ehrenschuß über den „Invalid e n d a n X", Verein zur Förderung der Erwerbstätigkelt und Unterstützung deutscher Invaliden, sowie deren Hinterbliebenen, Berlin übernommen. ... . r Zeppelin II, der bei Göppingen verunglückte, soll soweit hergestcllt sein, daß er in der nächsten Woche wieder fahren kann. Gestern wurde Gas in die Halle geschafft. Luftschifserkapitän Spelterini trifft in Chomounrx Vorbereitungen für feinen Aufstieg Eiide Juli, um photographische Aufnahmen des Mont Blanc-Massivs zu machen. In der großen Berliner Kunltausstellnng ist geltem eine 25 Cm. hohe Marnwrstatuette, einen Steinadler darstellend, entwendet worden, obgleich sie mit Draht befestigt Ivar. Ter aus dem Delmenhorster Zbricgerverein ausgeschlossene Ehrenvorsitzende Müller Nutzhorn wurde von der Ortsgruppe Wildeshausen (Oldenburg, Deutsch. Kriegsvcteranen wegen seiner Verdienste um das Kriegervereinswesen zum Ehrenmitglied ernannt. In der Gegend von A m m l i l a (Algerien) wurde gestern ein heftiger Erdstoß verspürt. Zwei Eingeborenenhäuser stürzten ein und zwei Menschen wurden unter den Trümmern begraben; die meisten Gebäude zeigen große dtih'e. vermischtes. * Deutsches Namenbuch. In der Reihe seiner Ver- deutscliungsbücher hat der Allgemeine Deutsche Sprachverein vor 17 Fabien das Deutsche Namenbüchlein von Professor Khull in Graz mit der Absicht hcrausgegeben, die alten prächtigen deutschen Tauftiämcn in weiteren Kreisen unseres Volkes bekannter und beliebter zu machen, und zu zeigen, daß auch hier das Gute so nahe liegt und unser Volk keine Anleihe beim Auslande zu machen braucht, um seinen Söhnen und Töchtern klangvolle und zugleich bedeulsame Namen mitzugeben. Dieses Namenbüchlein, das sich schon in vielen Familien Leser und Freunde enuorben hat, ist jebt i-i vierter, verbesserter Auflage im Verlage des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins, F. Berggold, Berlin W 30, zum Preise ooit jO Psg. erschienen. Zn den seit der ersten Auslage verflossenen JahriM sind -leuausgaben alter Kaminiammlnngyi mW U«Xer> Vvieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Nach Ober-Schmitten. 2 Jahre. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag dem 9. Juli: Aufheiternd Geringer Regen. Kühl. Nördliche Winde. Märkte. tb. Gießen, 7. Juli. Ter gestrige Rindviehmarkt hatte einen Austrieb von 1300 Stück Großvieh und 250 Stuck Halbem. Ter Handel in Milchvieh, das in schöner Ware am Markt war, gestaltete sich heute etwas besser als beim letzten Markt, obgleich es an fremden Käufern fehlte und nur Handelsleute aus' der Provinz in das Geschäft eingriffen. Erstklassige Ware wurde wie immer gut bezahlt, doch zogen auch die Preise für geringere Kühe unbedeutend an. Der Fettviehhandel bewegte sich in öen alten Bahnen und wurde von den Käufern aus den Vahnorten gemacht. Neuerdings kaufen auch die Gießener Metzger, veranlaßt durch die hohen Preise der Schweme, sogenannte Wurstkühe. Jungvieh war nur sehr schwer unterzubringen. Einzelne Paare Fahrochsen mürben zu hohen Preisen verkauft, die als Storm für eine reguläre Preisbildung nicht angesehen werden können. Der Kälbermarkt war, was den Umsatz angebt, flott. Wenn auch infolge davon die Preise etwas anzogen, so wurde doch die Ware >ii sehr billigen Preisen abgegeben. Gehandelt wurden Kühe, frischmelkend »md tragend das Stück 1. Qual. 480 bis 530 Mk. (einzelne Ertra-Qualität bis 580 Mf.ß 2. Qual. 370-440 Akk., 3. Qual. >70 bis 340 Mk. Junge Stiere unb Rinder zur Zucht und Mast je nach Form und Alter 130-180 Mk. Fettvieh wurde bezahlt, der Zentner Schlachtgewicht: Rinder 1. Qual. 69—71 Mk 2 Qilal. 66-68 Mk., Kühe 1. Qual. 59 bis 61 Mk., 2. Qual. 56 bis 58 Mk., 3. Qual. 50-53 -Mk. Halber 1. Qual. 62-65 Mk., 2. Qual. 54-60 Mk., 3. Qual. 50-53 Mk. Die wenigen Paare Gangvieh gingen zwischen 900 — 1100 'Ulf. das Paar fort. Der Warft blieb in Milchvieh überständig. Fette Ochsen hielten sich, bisher in der Gegend auf 75 bis 76 Mk. der Zentner Schlachtgewicht in bester Qualität und sind reichlich vorhanden. th Gießen, 8. Juli. Der gestern auf der Lämmenveide des Gießener Ziegenzuchtvereins au der Licherstratze abgehaltene Ziegenmarkt hatte einen Auftrieb von ca. 130 Tieren, sämtlich Saanerrasse, gebracht, unter denen sich erheblich viel gutes Zuchtmaterial befand. Trotz des ungünstigen Wetters war der Markt von Reflektanten leidlich besucht, so daß sich cm zufriedenstellender Handel entwickeln konnte. Bezahlt wurden für gute Böcke und Ziegen zur Zucht 50—60 Mk., für ältere Ziegen 35 bis 45 Mk. Die gestrige Veranstaltung hat gezeigt, daß der Markt änem Bedürfnis entsprach, auch die Lämmerweide an der Llcher- straße hat sich als geeigneter Platz bewährt, wird aber als Marktplatz noch geeigneter sein, sobald die Straßenbahn nach der Käster- allee benutzt werden kann. Es ist zu hoffen, daß dieser erste Versuch, für Gießen einen Ziegenmarkt zu schaffen, dein sehr rührigen Kreis-Ziegenzuchtverein Veranlassung geben wird, diese Einrichtung zu einer dauernden zu machen unb noch besser aus- zubauen. Mit dem Markt war eine Ziegenschau verbunden, wobei die besten Tiere Preise erhielten. , th. Gießen, 7. Juli. Der heutige K i r s ch e n m a r k t hatte in der Hauptsache nur Vorräte aus dem Taunusgebiete gebracht. Bezahlt wurde für beste Ware 20 Pfennig das Pfund. Ueberreife ; Kirschen wurden schon mit 15 Pfennig abgegeben. Trotz des ■ schlechten Wetters war der Markt von Käufern gut besucht, so daß der Vorrat frühzeitig ausverkaust wurde. OrrgLnal-Drahtmel-ungeir. Essen, 8. Juli. Auf der Gewerkschaft Deutscher Kaiser stürzte der Förderkorb ab. Sämtliche bann befindlichen sechs Arbeiter erlitten schwere Verletzungen, davon zwei lebensgefährliche. v Dresden, 8. Juli. Em von Charkow nach Karlsbad reisender Russe wurde gestern als choleraverdächtig nach dem hiesigen Krankenhause gebracht. r Wien, 8. Juli. Eine Anzahl reicher serbischer Kaufleute und Offiziere hat ein Komitee gebildet, das in kurzer Zeit Geld zur Bezahlung der Schulden des früheren Kron-. Prinzen Georg aufbringen will. v. Paris, 8. Juli. Der seit einigen Tagen hier tagende K o n g r e ß d e r P o st b e a in t e n hat einstimmig einen Vorschlag angenommen, worin die ungeschmälerte Ausübung des ShndikatSgesetzes von 1884 gefordert und jede Einschränkung desselben zurückgewiesen wird. Weiter wurde^ beschlossen, daß die allgemeine Vereinigung der Poft- und Telegraphen- Angestellten sich in politischer Hinsicht neutral zu halten, aber nichtsdestoweniger bei den nächsten Wahlen die Kandidaten zu bekämpfen haben, die ihre Rechte und Interessen nicht wahrnehmen. P a r i s, 8. Juli. Der Zustand des Generals G a l l i s e t hatte sich gestern abend derart verschlimmert, daß sein Ableben stündlich zu erwarten ist. Petersburg, 8. Juli. Bei der gestern erfolgten Abreise des Zaren nach Poltawa ist die größte Vorficht bcobaajtet worden. Wie gewöhnlich, wenn der Zar in bas innere des Reiches reift, wurden vorsichtshalber drei Zuge abgetanen. Der Zar befindet sich meistens im zweiten oder dritten Zuge. Die ganze Bahnstrecke bis Poltawa war dicht von Militär befetzt, welches, mit dem Rücken gegen den Kaiserzug gekehrt, mit geladenem Gewehr eifrig Wache hielt . . Belgrad, 8. Juli. Eine öfterreichische Kommission, bestehend aus Beamten, einer Eskadron und 50 Gendarmen, hat die serbische Insel S a r a c e w o in der Trina besetzt und den serbischen Besitzer vertrieben. Die serbische Regierung protestierte bei der österreichischen Regierung in Wien gegen diese Verletzung der serbischen Souveränität. s)c c iu 1) o r t, -8. Juli. Da die Börsenleitung in letzter Zeit mehrere Drohbriefe erhalten hat, daß die Börse während der Geschäftszeit ui die Luft gesprengt werden; würde, wird auch das Börsengebäude von Detektivs aufZ schärfste beiog-ckst. -m. Lollar, 7. Juli. Ein recht trauriges Bild seiet sich bei dem setzt anhaltenden Regenwetter den Passagieren iiiseres Bahnhofs. Im strömenden Regen stehen Dutzende von weisenden ohne irgend welchen Schutz auf beit Bahnsteigen, um ihre Züge abzuwarten. Man sollte doch meinen, bic Verwaltung, he doch weiß, welch großer Verkehr hier herrscht würde auch nmal daran denken, wenigstens einen Teil der Bahnsteige zu il^rdachen, dies sollte eigentlich schon wegen den Beamten ge- h»chen, die säst ständig, ob es regnet oder schneit, außen zu tun' 1Cd>en. Die Bahnhöfe, der Großstädte werden Mit allem mog- W oder tau ^Uglingz. lUr Q' iUtn ®v "tadle iQ|t 7 die tbcit be- U U^ten tt?9 den ArbeiÄ nur ttstuuen en ^''-n dm -»rrKr -orttisch^ sozial- -nd änb * Lbct'ö9t( -'ammelt ha, Ä Die Verhandlung im MeineidSverfahren gegen den Fürsten Philipp Eulenburg begann heute int Kriminalgebände zu i.iioabit Vor dem Schwurgerichtssaalc drängte sich beängltigenb )ie große Zahl bei Zuhörer unb Journalisten. Die Anklage u rtritt ber Erste Staatsamvalt Dr. Preuß, ihm zur Seite id)t Staatsanwaltschastsrat Dr. Porzelt. Nachbem sich ber Uhörerraum gefüllt hat, erscheint Fürst Eulenburg aus seine iiciben Süchte gestützt unb nimmt auf einem Lehnstuhl Platz. Gleichzeitig erscheiiU die Fürstin, seine beiben Verteidiger Justiz- . riK Di. Wronker und Dr. Chodziesner. Der Vorsitzende untersuchen. . r- mdgcrichtsdircktor Kanzow eröffnet die Verhandlung und be- Bei Wiederaufnahme der Sitzung sieht man den Angeklagten i ui fit bic 26 Geschworenen, von beneit sich einer für besangen aus bem Lehnstuhle ausgestreckt liegen. — Medizinatrat Tr. v o ss - , klärt imd entlassen wird. Der Vorsitzende fragt den Ange- manu und Prof. Dr. Für bring er sind um rhn beschaftrgt. fLngtcn, ob er imstande wäre auszustehen unb zu antworten. - - Vor s.: Der Angeklagte hat uii ber Pause emen schfveren girrst Eulenburg, ber einen sichtlich kranken Eindruck macht und Anfall gehabt, von dem der Gerichtshof und dre Geschworenen regelt Gesicht bleich unb verstört aussieht, antwortet langsam Kenntnis genommen haben. Ich bitte die anwesenden Aerzte, uiid mit ichlevpeiider Stimme, daß er uw hl aufstehen, aber wenig darüber berichten zu wollen. Angeklagter koniteir Sie rnrch ver- ii rechen könne. Nach Feststellung seiner Personalien werden i>ic I ft eben '> — Ter Angellagte gibt keine Antwort. — Der Bor - 3eugen (iiifgcnnen, unter diesen, ungefähr 60, befinden sich der scheuch' fragt noch mehrere Male mit erhobener und lauter Stimme Tusch Händl er Riedel aus München und Fischer Ernst aus — Endlich, als Medizinalrat Dr. Ho ff mann den Kops des Starnberg, .Hofrat Kistler, Dr. Magmis Hirschfeld, Justiz-1Angeklagten ein wenig cmporrichtet, antwortet dieser mit lener T Gt Di. Schulich. Ein 5)auptzeuge, der Bergmann Trost wird Stimme:„So ungefähr." — Vor,.: Ich werde mir Muhe geben, Haler erscheinen. Als Zeugen treten ferner auf Baron von sehr laut zu sprcclfen. — Sachverst. Prof. Kraus: Ter div lldcndelstadt, Justizrat Bernstein, ein Detektiv M üller, I geklagte hat einen schweren Anfall von Herzschwäche gehabt, ^ct) b er Bürgermeister Rettenberg von Tegernsee und Landgerichts- habe eine Steigerung des Pulsschlagcs' bis zu 132 schlagen wahr- r dt S chm ib 1. Graf Kuiw Mo l t ke ist nicht erschienen, ebenso genommen. Ich bin ber Ansicht, baß ber Fürst nicht oerhanblungs- s»hlt Graf Edgar W e be l. Prof. K a u l b a ch in München hat sich fähig ist. — Sachverst. Pros, ^ür bringet: ^ch bin ber häuf gerne (bet unb General von Plessins k i erscheint morgen. Ansicht, baß imter keinen Umständen verhandelt werden darf. — 5ie Fürstin unb Graf Eduarb Eulenburg werden, da sie aussagen Sachverst. Sanitätsrat Tr. D enrich: Ich muß sagen, d^aß Kd;sZnli,e Theckci er toclborieiträgei" Mn veueckeitsersolg, daß Wt w die höhe ging. Tie loar vorzügliiü be- en- du hem» Majewch, 6u muitcrhaster Weise ihre r ein schöner Schivank ___________ er Mst Philipp Eulenburg vor den Geschworenen, wegen bis auf weites $crUn' 7' SuIL S Ruppertenrod, 7. Juli. Daß es manchmal nur einer EiMietcn AnreguMf bedarf, um merkwürdige Alters 1'tnmsfunde zu bergen und sie vor dem Ver orengehen zu Dützen, zeigt folgeiides Beispiel: Der Lehrer tzeugen Ober- f chse batte seinen Schülern gelegentlich des Geschichtsunterrichts m S^in.zeitaller erzählt und dabei ettvahnt, daß Stcmaxte aus I bi hem Zeitalter noch manchmal heute gesunden wurden ^.ags > dö^nach überbrachten ihm die Schüler drei sehr.gut erhaltene ^teinärte, von benen eine von einem Knaben beim ftleelteuren b qj.ju nben worden war. Die ^derehatte aAfeinemAckergelegen, ti bi:' dritte in ber Erde, woraus sie beim Au^graben cmsgeleieii! ' itrirbe. Die drei Steinäxte bilden em wertvoll^ Stuck der Crfjub rcmmlung für den Anschauungsunterricht. ähnlicher Wege «ihen sich auch, von den Leuten aufbewahrt, Mcteorsteme, ^mter^ berg Mrückbegeben. <9erid?tslaaL Köln, 7. Juli. Heute wurde von der Kölner Strafkammer das Urteil 'gegen die 12 Personen gefällt, die an ber Gründung der Spielbank auf Korfu beteiligt waren. Das Urteil lautete auf Freisprechung sämtlicher Angeklagten. Die Beweisaufnahme endete am vergangenen Samstag nach fast einmonatiger Dauer. . . i'R o in , 8. Juli. Vor einigen Monaten beging die <)0,e der Gattin des befannteu Komponisten Puccini Selbstmord, weil Frau Puceini das Mädchen beschuldigte, em Liebes- Verhältnis nut ihrem Manne zu umerhalten. Die tfamilte des Mädchens klagte darauf gegen Frau Puccini, die nun gestern wegen Verleumdung zu f ü n f M o n a t e n G e f a n g n i s verurteilt wurde. Eine Sektion der Leiche hatte die völlige Unschuld des Mädchens ergeben. turrben sämtlich bis auf Riedel, Bernstein, Hirschfeld und Ernst Qll. Sachverst. Medizinalrat Dr. Hoffmann: ^ya, bitte, ciltlassen. von ber Verhandlung Abstand zu nehmen. — Pros. «>t r a ß- Der Vorsitzende verliest den Erösfmmgsbefchluß, aus denr mann erklärt, daß der starte Ausall eine schwere Gefahr be- '■ l>:rvorgeht, daß der Angellagte int Dezember 1907 sich zweier deutet unb baß er einen solchen nicht voransgeiehcn habe. — 4 Verbrechen schiflbig gemacht habe, 1. wissentlich einen Meineid ZtaaWanwalt Dr. Preuß: Ich stelle den A n t r a g a u s B e r- i gideiftet und 2. den Fischer Emst zum fOlemeibe verleitet zu Tagung der Verhandlung. I Üben. Der Vert. Justizrat Wronker macht darauf aufmersam, - " 03 ' f‘r" I loiß der Fürst schwer leidend sei. Der Angellagte bittet ums Wort. Er führt mit leiser Stimme aus: „Es fällt mir sehr 1 i jpver, den Verhandlungen zu folgen. Trotzdem hege ich Noch 1 bic .Hofftiung, daß sich meine Gesundheit bessern wird, denn • Fern Mensch hat so großes Interesse daran, daß das Verfahren; burchgeführt wird, wie ich. Ick) habe deslfalb alles getan, um 1,1: meine Gesimdheit zu kräftigen. Deshalb bin ich auch nach Bad ou vcrlM^ Lastern gefahren. Ich bin kaum in der Lage gewesen, hier zu elfte« scheinen. Ich muß auch darauf aufmerksam machen, daß ich wicht in der Lage sein werde, schon morgens halb 9 Uhr hier zu mscheirren. -- Bors.: Die Wissenschustliche Deputation hat sest- > erstellt, daß sic glaubt Sie werden iu den frühen Morgenstunden nm besten verhaublungsfähig sein. — Angell.: Die Herren, die Las Gutachten aufgestellt haben, haben mich niemals weder vorder noch nachher untersucht. Sie haben gesagt, daß üe auf meine -irbjektiven Aeußenmgen feine Rücksicht nehmen dürfen - Vors.: W besteht fern Zweifel, daß Sie tatsächlicki ein kranker Mann sind: •eher es kommt mis doch so vor, als ob Sie von öftrer Krankheit beliebigen Gebrauch machten. Die Wissenschaftliche De- .mtatmn hat festgestellt, daß Sie im Garten waren, als die Herren •5ie besuchten, nachher' aber, als die Herren angekommen waren, ich ins Bett legten und sie im Bett empfingen. Das ist doch wchst auffällig. Es wurde endlich fcftgeitellt, daß Sie bei der Untersuchung den Atem angehalteii haben, daß Sie, auch beim flehen übertriebene Beschwerden zeigten. — Angell, (sehr erregt -: Dagegen muß ich auf das entschiedenste proteitteren. Es kommt ror, daß ich mich cm einem Tage sechsmal ins Bett lege. Ich uar, als die .Herren mich besuchteii, auf dem Wege, mich zu Sette zu begeben — Vors.: Sie haben aber bei der Uittersuchung >en Atem ungehalten. — Angell, (mit der Hmid auf den Tisch chlagend): Das ist nicht wahr, das habe ich nicht getan! Vorf.: Sic können aber doch nicht von uns verlangen, daß wir uns leben Morgen hierher setzen und nun warten, ob und bis Sie berhanb- lungsfäl)ig sinb. — Vert. Justizrat Wronker: Ich bitte darüber ten praktischen Arzt Sanitätsrat Dr. Denrich zu vernehmen. Dr. Denrich hüt den Angellagten zu einer Zeit behandelt, wo von Simulation durchaus nicht die Rede sein komtte. — R.-A. Ehod- >icsner: Ich machte darauf aufmerksam, daß die Herren von )er Wissensckfaftlichen Deputation ossen gelassen haben, ob nicht ber Angeklagte wegen seines nervösen Zuftandes verhandlungs- unfähig sei. — Staatsamv. Dr. Preuß: Daß der Angellagte berzleibend ist, wirb zugegeben. Wenn er aber eine beschwerliche Kesse von einem Tage und einer Nacht unternehmen konnte unb liachher noch Luft hatte, in ein EafeHaus zu gehen unb Kaffee zu trinken, ja sogar Humor genug besaß, mit sich bei dem ihn bcglet lenden Polizisten zu bedanken, so sck)eint es uns doch, als pb ' Z>°ch|t i. O. "* 0Pereitengaf«„iel J b ,Pn t'tte.nQb°nn"n,ntä). ' , r‘ut M»l)run« ** äuta d-« bn"«riu!tin i(Mr«nk unb 6^i„b «li'läqe hält, ein Glaube, der in uraltem germmiischem Gotter- Wrt sowie über Müden wurzelt und auf Donar hiniverft. t . m Kurlheate- ch Rockenberg, 7. Juli. Die n eue ev an g elisch e blikuiu eine anoenehm’ -Virdie ist nahezu vollendet und wird am 29. August etu- 9 W g«tvciht. Vor zwei Jahren schlossen sich tue 220 evang. s mwohuer zu einer Kirchengemeiude zusammen. Der kath. f-emeinderat stellte in dankenswerter Weise den Bauplatz kostenlos zur Verfügung und mit tatkräftiger Unterstützung Gustav-Adols-Vereills konnte zum Bau geschritten wer- n ':cht unerwähnt soll bleiben, daß der hiesige runge Tum- L eincm Gaj^6(tujC eine Tasse Kaffee trinken will. Wenn er aber Mreiu mit seinen vorzüglichen Stabubnugen und Pyramiden bfn beu überwachenden Beamten zu kranken, u osten Beifall erntete. I so muß an seinem anscheinend guten Willen doch gezweifelt werden. . - n cym-g o& TMrtnrhmrr'f mir einer I J-ustizrat Wronker: Man muß doch bedenken, in welcher Lage fich der Fürst befand. — Der Vorsitzende unterbricht ihn mit der Bemerkung: Bedenken Sie, ic kurzer eine Rede ist. um so mehr Gewicht kommt ihr zu. Wir haben also die zwei Fragen zu entscheiden: ist der Angellagte verhandlungsfahig unb ferner: ist er haftfähig. Zur Entscheidung dieser Fragen werden nun die Sachverständigen vernommen. — Sanitatsrat Tr. 2 e n - r id): Der Angeklagte ist verhaublungsfähig, aber nicht auf lange Zeit. Dem Gutachten ber wissenschaftlichen Deputation, bas von Prof. Geheimrat Tr. Straßmann verfaßt ist, kann ich mich nicht auschließen. Ich halte es für richtiger, einen Sachverstanbigen zu befragen, ber nicht, wie Straßmann, nur mit Leichen, fonberrt mit Ubcnbigen Menschen zu tun hat. Auch bas InhaltenJ)C5 Atems ist eine Begleiterscheinung seines Leibens unb keine Simulation. — Geh. Mebizinalrat Prof. Tr. Straßmann: Ich halte ben Ton, ben mein .Herr Vorrebner angeschlagen hat, nicht für üblich vor Gericht unb werbe natürlich nicht in benselben verfallen. Von Voreingenommenheit kann keine Rebe sein. Wir halten ben Fürsten für verhaublungsfähig. Wir behaupten, baß bas Stocken beS Atems auf Willkür beruht. —Vor,'.: Herr ^achocrftanbiger, gibt es Mittel, bie ben Einbruck des Verfalls bei Kranken Hervorrufen und sind diese Mittel von Medizinern bisweilen nicht nachzuweisen? -- Sachverst.: In dieser Form gibt es derartige Mittel nicht. — Sachverständiger Medizinalrat Dr. Hoffmann: Ich stehe noch heute auf demselben Standpunkte, den ich im Vorjahre vertrat. Der Angellagte ist zeitweisevcr- han dlungs fähig. Wenn im Gefängnisse die richtige Pflege waltet, so kann von einer Haftfähigkeit gesprochen werden. — I sachverständiger Medizinalrat Dr. S 1 ö r m c r: ^d) habe fe|h gestellt, baß bie Atembeschwerben unb bie Pulsvermehrung auch ohne Willkür im Schlafe cintratcn. Lebensgefahr würbe bei ber Verhaftung bes Angeklagten nicht bestehen. — Sachverstanbiger Pros F ü r b r i n g e r: Ich muß bas Gutachten bes Mebiziniicheii Kollegiums vertreten, bas auf bemselben Stanbpunkt steht Wie bas Gutachten von Dr. Hoffmann. — Sachver,laubiger Prof. Dr Kraus: Ich habe mich dem Gutachten angeschloslen, daß der Fürst verhandlungsfahig ist. Im übrigen müßte ich den Angeklagten jetzt nochmals imterfuchen. — Tiefem Wunsche schließen sich Prof. F ü r b r i n g e r , Prof. Str ufern a nn unb Tr Ä osf- mann an. — Das Gericht beschließt, eure Pause eintreten zu lassen, in ber die Aerzte den Angeklagten im Schwurgerichtsiaale 1 einiger ÄeieckliDNg ton ic Archäologie bat sich btt iten. Sange Zeit hing fit ciniann unb feinen -Stbülcin t unb stiller Größe. x^tt eben, wie e» bic Aomanti! die eigene, nationale fünll- liker hingegen haben gerat! Wien wesentlich zur Mop üt beigetragen, bic anf ben üe .Amt national icm M . B bie Berschiedenhett dü 1 fiaC nüKeneniit«■ twollen"''nont“ Dorsitze'nben eindringlich zur Wahrheit vermahnt, I der" Angellagte einstweilen nicht verhanblimgssähig ift. — itrniani'di n Nurn J 3 . ^ugenbfünden bürsten nicht verschwiegen werben. Die Zeugen Sachverstänbige Dr. Störmer sdflreßt sich bicicm Gutachten WÄwr •..........- " - .............. """ WM- ’ aud,s a Steten b&t Neigung >k WMst --- "-Äm® e&en. 9J niaer w breiig ber ffinib enuMg des, jet», ibgcgrenzte - _ M« te crzeuglf- M b unb nioiia an >rmret gjiüts er we r A' zu H?L?merdenderU ier emiachcrp L . ^ftnltc MeSnfeÄ letwartigkelte« > ^au,^ e feaH '« < jtö geistige w (alin hier A ch m es zeigt iW|5nIl(w a»88: nf qanze ü a m dul XIX. Jahrhundertfeier der Schlacht im Teutoburger Walde Wegen der ungünstigen Witterung werden die Aufführungen der Hermannsschlacht bis aus weiteres verschoben, sollte wider (Erwarten morgen das Wetter beffer sein, so findet morgen abend 7 Uhr die L. Aufführung und Lamstag um 5 Uhr die Lchüler- Aufführung statt. Näheres wird noch durch AuShang an der Geschäftsstelle des (tzietzener Anzeigers und durch Plakate an den Qm- nibuffen bekannt gemacht. Die Auffuhreudeu: I. b. N. Dr. Bernbeck. d*/t Bekanntmachung. In da4 Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen: 1. Die Firma Max Baer zu Gießen. Inhaber Max Baer. Kaufmann in Gießen. 2. Bezüglich der Firma Gebrüder Baer zu Gießen: Der Kaufmann Max Baer ist am 1. Juli 1909 aus der offenen Handelsgesellschaft auSgeschieden und diese hierdurch erloschen. TaS Geschäft wird unter der bisherigen Firma durch den seitherigen Gesellschafter Jakob Baer fort» geführt. B7, Gießen, den 1. Juli 1909. ____________________y:; ti 1 AmtSqerichf.__________________ Bekanntmachung. Än Stelle de» Gerichtüoollzieber-Asviranten Peter Drodt tfr der Gerichte voll uelrer-Aspiranr (ibriinan fünfer In Gießen tum Vertreter de» Ar. Gerichtsvollziehers Aeihler dahier bestellt word-'n Gießen, 7. Juli 1900. Der Präsident Ar. Landgericht» der Provinz Oberßesfen Dr Aünaerich. RW Amtliche Bekanntmachung. Die Straße von Satzbilden nach der Schmelz ist wegen Ein- brrfunn der sorstfiskal,schon Strecke mit Kleinschlaa und Einmalzen desselben mn der Danuiswalze vom 12. bi» 20 Juli für den ftubr* Dcirebr gesperrt. jy/, Arbeitsvergebnng. Die zur Herstellung dcS Hauses Steinstraße Nr. 10 für Zwecke der Aliceschule erforderltchen Maurer», Schreiner, und L)eißbiudcr.Arbeitcn sowie die visen.Licfcruug sollen Donuer-tag bat 15. Juli ds. Js., vormittag» 10 Uhr vergeben werden. ArbettSbeschreibungen und Bedingungen liegen auf dem städtischen Hochbauamt zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bitz zum genannten Termm an daS städtische Hochbauamt emzu- reichen. — ZuschlagSfnst 14 Tage. Gießen, den 7. Juli 1909. Für den Alice-Schul-Verein. Mecum. rvv# Arbeitsvergebung. Eamotag den 10. Juli, nachmittag» 3 Uhr, sollen in der Gemeinde Mainzlar nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden und zwar: Pflasterarbeiten, veranschlagt zu 352.53 Mk. Materiallieferung, , „ 64.50 , Gießen, den 3. Julr 1909. Sentzfelder, Kreisstraßenmeister. Kirschen-Vcrfteigernttg. Samstag den 10. Juli 1009, vormittag» 11 Uhr, werden die Kirschen, beflehend in sehr schonen Herzkirschen, dec (ßemcinbe Treis a. d. Lda. an Ort und Stelle an den Meistbietenden versteigert. Treis a. d. Lda., am 7. Juli 1909. Großherzogliche Bürgermeisterei TreiS a. d. Lda. _____________________Benne r._________________3877 Pfl ichtfeuerwehr. Die Mannschaften der Pftichtfcuerwchr de» Jahre» 1909 haben Montag bat 12. Juli ds». I»., abend» 8 Uhr vüuktlich, am Turmhaus am Brand auzutreten Gießen, den 7. Juli 1909. b%Tas Kommando. Aiice-Kochschule. === Beginn des (^inmach-Kurscs Montag den 12. Juli. Anmeldungen nachmittags an Irl. Deutsch, Kirchstraße 20. Auch Bestellungen werden daselbst entgegengenommen. v Ich habe mich in Lauterbach als Rechtsanwalt niedergelassen. Mein Bureau befindet sich Bahnhofstrasse 60 Telephon 56 Freiherr Schenck zu Schweinsberg Rechtsanwalt. Lauterbach (Hessen), den 7. Juli 1909. 3880 Kuverts mit Firma 1,111 1 11 HK* druckerei,GteSen,Schulstr.7 und PüfffuSS < tJc. Basisch VyT > Natu-xfeflymo L Geräuschlos 2 20 Jahren alte Nachahmungen an Feinheit, Aue- gleblgkelt u Billig- kett. [C*, Deabalb empfehle loh stets das echte Maggi. Lodwig Loth X'-'alitoretraße Ä übertrifft .MAGGI» Würza ■il See Mrwitten 4 > i>A Aug.Ossmann Giessen, Seltersie^ 89. Telephon Nr. 738. ” Verlangen Sie Broschüre ” Dr. Diehl-Stiefel Dr DiPh 1-Stiefel verbinden mit Formenechßnheit und . £Jir?ll 1 Eletran» die höchste Bequemlichkeit. Dr. Dlehl-Stielel Schalstrasse 10 Telephon 435 A.SalomontCie den nach Bahnhofstraße 66. D»/, H. Plippftcin in Kmglbirf. 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