p" M LH K Samstag 9. Oktober 1909 159. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umfahr 16 Seiten. 'nen Chürlaran und ton Vezugsprer monatlich 75Vi., vierteljährlich Tlf. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monntlid) Go Vf.; durch diePost Aik.2.— viertel- jährl. ausscht. BesLellg. Zeilenpreis: lokal IbPst auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den poliufchen Teil: August Goetz; für „^einde- ton" und .Vernnschles^ K. Neurath; für „Stabt sDienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- virtschastltche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsie: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. stark übertrieben, entwickelte sich aber späterhin recht anmutig. Munter und liebreizend war Franzi K o ch als reiche Witwe und auch Lore Scholz traf den Schwankton sehr glücklich. Eine prächtige Gestalt lieh Hermann Norden dem Naturpropheten Vogelsang; die überspannte Frauen- reck)tleriu gab Ada PaulY in köstlicher Karikatur. Schneidig und herzlich wie immer war Rudolf Goll als Ulanenleutnant. Von den übrigen Darstellern sind namentlich noch Kurt Gühne als Baron, Erna Güldener als Elisabeth und Elly Gühne als Tante zu erwähnen; aber auch alle anderen machten sich um die Aufführung recht verdient. Karl Neurath. GesÄlschau ul London nannte Bennau untoürmittii Reporter «einen Helfers. bis SrauLey sich durchsetzen konnte. dllche FjchiusbilduDs t Prü- wieSchlosser.Hontsure.Kecii- □. a. m. in VierteijabresKurwi in 1. Januar, I, April I ektromonteur* sc/iuie ihKölff/ t£ich$ch.u.6ttoflXu(s.Prop. iL K61na.Rh.,L0lUcherstr.l Es dau.- lange, !gen der itogisFarsefi IM nächsten Lonntag lvir^ tteru-Wanäemi ■onLdenn.Okü. QL ^LektionöleituK. Giessen. itigg: H— ** Sfim8sFu"‘ ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen v . u.Land" und „Gerichts- rür die Tagesnummer Hofafionsötiic! und Verlag der Vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Steindruckerei B. Lange. Bedaktion, Expedition und Druckerei: Fchulstraße 7. Ai^eigentei'. \ *£>. Beck, bis vormittags 9 Uhr. __ Politische Wochenschau. Gießen, 9. Oktober. -Die parlamentarischen Arbeiten in Hessen, die in dieser Woche in den Ausschüssen wieder begonnen haben, toben am Mittwoch eine ernste Neberraschung gebracht. Der hessische Staat beabsichtigt, den Ertrag der direkten Steuern um 25 bis 30 Proz. zu erhöhen! Das wird zweifellos ein allgemeines Kopffchütteln der Steuerzahler zur Folge haben, denn die Steuerleistungen in Hessen sind heute ohnehin schon hoch genug, und mit den neuen oom Reiche erhobenen Abgaben sind viele Familien an der Grenze ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit angelangt. Nun noch die Zuschläge für den hessischen Staat! Ernst ist der Anblick der Notwendigkeit, und ins Unvermeidliche heißt es sich mit Würde fügen, allein die hohen Ziffern der F-ehlbeträge in der Staatsrechnung geben doch zu denken. Nicht nur die Landboten werden die Einzelheiten ihrer Haushaltung in sich vorüberziehen lassen, man wird im Lande Umschau halten nach mancherlei unnützen Ausgaben, die dem Staate auferlegt worden sind, und vielleicht wird man da zu dem Ergebnis kommen, daß unter dem finanziell schwer um- aölkten Himmel die Hüter der staatlichen Finanzen sich iner zu lebensfrohen Auffassung hingegeben haben, daß iie — oft unter dem Druck der Landboten — für das Wohl nb die Bequemlichkeit des Daseins in unserem Hessenlande allzu tief in den Säckel gegriffen haben. Uns dünkt, für hessische Staatsbauten sind in der letzten Zeit unverhältnismäßig viel Gelder aufgewendet worden. Auch wir sind jür das künstlerische Aussehen der Bauten und den Fort- Ichritt der kulturellen Anlagen gerne zu haben, aber alles nruß sich nach der Decke strecken. Schließlich geht die Humanität zu weit, wenn man den Strafgefangenen prunkvolle Paläste erbaut, wie zum Beispiel in Mainz geschehen ist. Dort wurde allgemein bewundert, nie man für die innere Einrichtung eines.Provinzialarrest- lauses über 200 000 Mk. veräup,gaben? und wie trrnn für eine Strafanstalt gerade das teure Gelände auf der Schloß- Freiheit ausersehen konnte. Derartige Beispiele tverden noch mehrfach vorhanden sei. Die allgemeinen Sparsamkeits- Grundsätze müssen auch für Hessen angewandt werden. Die Dienstreisen müssen auf das Notwendigste beschränkt werden, jrtb in der Verwaltung wird, wie in Preußen, mancher Lopf abgeschnitten werden können. Unser Parlament w'rd -sich ernstlich zu fragen haben, ob derartige durchgreifende Maßregeln uns die in Aussicht gestellte gewaltige Steuer- «rhöhung nicht wenigstens zum Teil werden ersparen können. Gleich hinter der erwähnten ernsten Erklärung des Hinanzministers wurden schon wieder Mehraustvendungen für die Ausdehnung der Gewerbeinspektion gefordert. Es -ist klar, daß derartigen Wünschen jetzt keinesfalls näher ge- Nr. 237 Der Sktzeirer Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich 6k&ener$antilknbiätkr; iwennalivöchentl.Areis- dlattfürdenLceirGktzcn GsstzeneV Staöii^catcr. Im Klubsessel. Lustspiel von Karl Rößler und Ludwig Heller. Das neue Lustspiel, dem seine Verfasser den Namen Im Klubsessel" gegeben haben, ist natürlich kein Lustspiel, sondern ein wenig eigenartiger Schwank, der neben manchen witzigen Einfällen and) manche altbekannten Gemeinplätze enthält Immerhin verwendet er die bewährten Sckwank- rianren mit Geschick u. weiß mit guter Laune zu unterhalten, ivenn auch die Verwickelungen nicht sonderlich neu und nicht stets gerade geistvoll sind. Sieht man aber von Lebens- ipahrheit und Wahrscheinlichkeit ab, dann kann man stch m der recht hannlosen Spaßmacherei schon einmal herz.lu.ch erfreuen, zumal, wenn sie so flott und munter dargestellt uird wie gestern auf uirserer Bübne. Am meisten gefiel anscheinend das Luftbad, wie denn die beiden Vers ass er in der Verwendung dieser neuen Hilfsmittel eine recht glück- liche Hand bewiesen haben. Der tolle Inhalt ist in der .Hauptsache also: Der Stammsitz des leichtlebigen Grafen Johann Georg wird versteigert und seine ihm bis dahin unbekannte, nach der Scheidung von seiner Frau geborene und in England erzogene Tochter erwirbt das Schloß mit ihrem mütterlichen Erbe. Im Geiste ihrer Erziehung, die eine alte Jungfer geleitet hat, will sie nun Vater und Bruder zu ^.ugend- helden erziehen, aber die kommen durch eine alte Liebste des Vaters wieder zu Geld. Sie, ziehen in eine nahe Anstalt für naturgemäße Lebensweise ein, weil dort eine sehr reiche Ungarin wohnt, die denn auch schließlich des Mters Braut wird, da der freiheitliebende Sohn nicht für sich, sondern für ihn geworben hat. Das -Schwesterchen ändert natürlich auch seine Ansichten und heiratet seinen Setter. Schluß! ... _ Kurt Gühne hatte sich des Werkes mit eifriger Sorgfalt angenommen und eine hübsche, gefällige Aufführung piwege gebracht. In der Rolle als Gras ^ohann Georg Zeigte sich Hermann Bakof von seiner besten -L-eite und erfreute durch fein fein überlegtes Spiel, das die größten Unwahrscheinlichkeiten menschlich erklärlich machte. ^ein Sohn wurde von Karl M arx mit jugendlicher Frische gegeben, dock) wäre vielleicht noch etwas mehr Schneid wünschenswert. Gusti N e y war als Sarah anfangs etwas Phrasen gespart und dafür nack fruchibringendeo neuen Gedanken getrachtet werden. Die wirtschaftlichen Interessengegensätze sind unter der Geltung und dem Einfluß tarrer Parteiprinzipien mehr als nötig war au'-gebauscht worden. Wenn dann noch der Reichstag daran gehen wollte, nach den Vorschlägen besonnener Abgeord'e er den allgemeinen Redesport auf das Notwendigste zu beschneiden, könnte man einer Zeit neu und kräftig ansschlagenden politischen Lebens entgegensehen. , Wir sollten aits der Betrachtungsweise des großen Altreichskanzlers uns Rat holen. Der gestern veröfsentlichte- Brief Bismarcks, die Erinnerung an den dreißigjährigen Bund mit der Donaumonarchie, geben uns eine Fülle von Lehren. Bismarck war fein Freund von starren Prinzipien, wie er von den Ereignissen und Notwendigkeiten des Tages ich leiten ließ, zeigt uns geraoe das Kapitel von 18/9. Auch er fand in den Nachbarstaaten durchweg keine Verständnis- vollen Förderer feiner Pläne, llud doch hat er sw alle gebraucht. Er suchte für das junge Reich, das sich durch zwei siegreiche Kriege au zwei Grenzen den Drang nach Vergeltung zugezogen hatte, nach zuverlässigen Stützpunkten. Rußland bot materiell mehr als Oesterreich, wo die „wandelbaren Eindrücke der öffentlichen Meinung in der ungarischen, slawischen und katholischen Bevölkerung" wenig Vorteilhast erschienen. Aber Bismarck ließ die Erfahrung sprechen, und Rußland hatte sich äußerst selbstherrlich zu der Berliner Regierung herabgelafsen und sie allzusehr seine Unentbehrlichkeit fühlen lassen. Schon hatte her ^ar mit Krieg gedroht, wenn das Deutsche Reich nicht ote russischen Forderungen des Berliner Kongresse - bedingungslos unterstütze. Dazu kam jene sonderbare, diplomatisch ungewöhnliche telegraphische Anfrage aus dem russischen yoflager von Livadia, ob Deutschland neutral bleiben wurde, wenn Rußland mit Oesterreich in Krieg geriete. So w:es die politische Situation dringend auf ein Bündnis mit Oesterrei-u hin. Der gestern miigctciltc hochinteressante Brief Bismarcks an den Grafen Anbrach' ist vom 29. September 18.-9 datiert. Oesterreich stand gleichfalls unter Dem rusch scheu Druck, und der Vertrag kam nach sehr kurzen Veichandmugen nach wenigen Tagen zustande. Daß der dreißigfährige Gedenktag auf beiden Seiten amtliche Kundgebungen dauernder Vündnistreue hervorgerufen hac, ist wieder eine Kennzeich- nung der Lage, die der letzte Ballankonflich geschaffen hab Leider tritt "das, was Bismarck schon vor 30 Fahren als Bedenken bei dem Bündnis in Anschlag gebracht hatte, heute schärfer hervor als kaum zuvor, A m.'g leicht- frage ist noch.immer nicht, gelöst, und unversöhnlim mutet das DschechewAm gegtn Se Dtzichstlmn "^:e berechtig, ist auch heute noch die Bismarckjckc Mahnung. Mmn in Ungarn stets die besonnene tolttnche ErwaguM bat Ausschlag gäbe, so würde diese tapfere und nnabyaugige Nation sich darüber klar bleiben, daß sie als 3mel w dem Ivetten Moere slawischer Bevölkerungen sich hei ihrer berhaltnisinatzlL geringen Ziffer nur durch Anlehnung an das deutsche Element m Oesterreich und in Deutschland sicl)er stellen kann. In die Feier des dreißigjährigen BundniStages misckt sich leider die Erinnerung, daß der Nationalckätnistaat an unserer OsLgrenze heute noch ebenso zerrissen ist, wie vor 30 Jahren. . .. Wien, 8. Okt. In der heutigen Sitzung dev Ge- meinderats führte Bürgermeister Dr. L u eg e r aus: Am gestrigen Tage waren es 30 Fahre, daß das Bündnis mit dem' Deutschen Reiche geschlossen wurde. Dieses Bündnis hat wahrend der ganzen Zeit seines Bestandes sich als eine der s e g e n s r e i ch st e n In st i t u t i o n e n er- treten werden kann. Ueberraschend ist es, daß die Sozialdemokraten, die doch sonst immer den Säckel der Steuerzahler schonen wollen, bei der düsteren Finanzlage des Staates dennoch den Mut zu solchen Mehrforderungen finden. Uns scheint, daß eine her nächsten Aufgaben unseres Landtages darin bestehen sollte, darüber zu beraten, wie man die wachsenden Ausgaben beschränken kann und ob es nicht angebracht erscheint, auch eine Berwaltungsreform für das Großherzogtum Hessen ins Auge zu fassen. Der Kamps der politischen Parteien soll nicht das Mld einer wilden und verzweifelten Schlacht bieten, sondern die Gegner sollen einander näher rücken; die Stärke und das Können des Gegners muß nach ruhiger Ueberlegung eingeschätzt werden und das eigne Vermögen danach eingerichtet sein. Die politische Berechnung trachtet nicht nach Blut und Racke. Heute wollen freilich oft Minoritäten todesmutig sich der 'Vernichtung preisgeben. Nach träum'aer Erfahrung aber dämmert die Erkenntnis, daß dies nicht so weitergehen soll. Nach vielen Irrfahrten erhob sich im liberalen Lager die Sehnsucht nach einer Einigung. Die freisinnigen Elemente haben zur Verwirklichung dieses Zieles einen Ausschuß gebildet, und der Parteitag der süddeutschen Voltspartei in Heidelberg will gleichfalls einer Einigung der drei linksliberalen Parteien nachstreben. Feder Politiker, der ein möglichst getäuschloses Verfahren liebt, wird diese Entwicklung mit Freude und guten Wünschen begrüßen, denn der bisherigen zerstreuten Schlacht Unordnung ist man herzlich überdrüssig geworden. Und manch kleines lintsliberales Grüppchen hak mit unerhörter, sichtbarer Kraftanstrengung seine Klimmzüge doch nur zum Spott her Majoritäten ausgeführt. Also Ordnung und planvolle Einigung! Die Durchführung wird schwer sein, aber der leitende Gedanke hat heute überall Geltung, hat sogar in manchen Köpfen das Ziel einer einzigen, völlig geeinigten Linken, einschließlich der Sozialdemokratie, er- u ach en lassen. Daß dieses traumhafte Ziel vorläufig nicht zu erreichen ist, hat Bebels Antwort an Konrad Haußmann auf dessen offenen Brief bewiesen. Daß der alte Svzm- listenHäuptling den Ratgeber von der Volkspartei plötzlich bundesbrüdertich. ans Herz drücken würde, hatte wohl kein Mensch erwartet. Noch stehen die dicken materialistischen Klostermauern, noch wird drinnen mit fanatischem Eifer der Glaube gehütet. Und gerade Pebel war ja der Hohepriester, der das strenge Dogma a:[geriet).!(i, der seine ganze LebcucarbM dqan^srrck hach ' Trotztrcm W es ’M« übU Einfall von Haußmann, dem alten Bebel seine Vorpellungen zuzurufen. Der letzte sozialdemorratische Parteitag hat gezeigt, daß die Zahl der „Revisionisten" wächst. Wenn Bebels (Stimme nicht mehr zur Sammlung rufen kann, wenn die m hl re ich en aegensätzlicken Elemente immer heißer aneinander geraten werden, dann wird vielleicht ein Gintger erstehen, her mit der alten Tradition bricht und bereit fein wird, in die linke Schlachtordnung einzuschwenken. Der interessante Briefwechsel zwischen den beiden Parlamentariern hat aber schon heute etwas Gutes gezeitigt. Er hat dem Linksliberalismus gezeigt, daß das Liebäugeln mit her Sozialdemokratie absolut keinen Sinn und Zweck hat. Der Anschluß muß also nach her andern Seite gesuckt werden. Das Sehnen Haußmanns nach, praktischer politischer Arbeit braucht nicht aufgegeben zu werden, wenn her Liberalismus, stark und geeinigt, an den starren B.ilken her Programme abzurüsten beginnt. Es muß an unfruchtbaren — Forscher, die keinen Glauben fanden. Die Welt steht Den Reiseberichten Cooks und Pear ys noch immer mit ungläubigem Kopsschütteln gegenüber. Wenn sie em reines Gewissen haben, könnten Pe.ary und Evok sich aber nut dem Schicksal anderer Forscher trösten, denen es einft genau jo ergangen ist, wie es jet.t ihnen ergeht. Es wurde bereits auf die Anum- forscher Spele und Burton hingewiesen; auch das Schichal Stanleys, des unbekannten Stanley, der im Auftrage des Eigentümers des „New Bork Herald" Gordon Bennett, au-zog, um bat verschollenen Livingstone in Astillt aus- rnsuckcn, bietet ein Seitcnstück hierzu. Im Januar 1871 kam Stanlci) in Sansibar an. Nach längerem Aufenthalt trat er die Reise nach dem Innern an, erreichte auf unbetretenen Wegen unter außerordentlick>en Schwierigkeiten am 28. Oktober Ujiji nm Tanganjika und fand hier Livingstone. Der heroische alte Mann war nur iwch ein Skelett, aus dessen Augen aber ein un- betohmbarer eiserner Wille glänzte. Stanley maste ihn wieder gesund zu machen. Er zog ihn aus Not und Elend, überrei-üste ihm die Briefe feiner Kinder und brachte chm Nachrichten aus der Sodmat. Dann machten beide zusammen eine Reise um das nördliche Ende des Tanganjika. Livingstone blieb in Unjam- jLinbe, um Mittel z-ur Fortsetzung feiner Forschungen zu erwarten, während Stanley zur Küste weiterzog und diese im Mai 1872 wieder erreichte. Was er auf diesen Wanderungen durch Afrita zu erduldeii totte, tot er in seinem Buche „Wie ich Livmgstone fand" geschildert. Als er dann aber in Sansibar die europäischen Zertung-n bis, sand er das Allerschlvmmste, das ihm passieren konnte: man glaubte nicht an feine Steife. Gorton Bennett antwortete auf die Angriffe: ,^ch habe für diese For- schuiigsreise 100 000 Ml. aus gegeben. Das ist eine Tatsache." Man erklärte auch da-: für Erfinhiuie, und die Geographisckte ID* ,*o «ften spiel i«3 uui)ivig iie« an’S io nad)H'II,uy K|eine prt^ ne Pre>se' . , — Frau Christus. W. Vallentin e'czählt in seinem Buche Brasilien (Berlilt, Paetel), das hie von ihm besuchten, für das Deutschtum besonders wichtigen Teile diejeck Landes behandelt, wie er 10 Kilometer nördlich von Sao Leopoldo an den Hamburger Berg und dann jenseits^von Sapyranga zu den Berglüppen her „beiden Brüder" (Dous Jrmaos) und zum Muckerberg gekommen sei. Die Benennung Muckerberg habe ihm eine alte Deutsch-Brasilierin also erklärt': Vor etwa 30 Jahren war es, da gab sich die Frau des dort lebenden Zimmm-rnanns namens Johann Maurer als „Frau Christus" aus. Jaiobine, so hieß die hysterische Person, fand Glauben und Anhänger und gründete nun zusammen mit ihrem Mann in Sapyranga die „Mucker- sekte". stommun-ismus und freie Liebe mit Austausch von Weib lein unh Männlein, wobei das Oberhaupt nicht zu kurz kam, wurden gepredigt, und — das Volk „gläubete". Auf dem vorgenannten Berge wurden befestigte Wohnungen angelegt, wie es hieß, zum Schutze gegen die sogenannten „Spötter", die Andersgläubigen. Verachtung und Haß gegen letztere stempelten sie eifrig zu einem Glaubenssatz. Der Fanatismus stieg derart, daß eines Tages beschlossen wurde, sämtliche Bewohner, die nicht zur Derce gehörten, in einer bestimmten Nacht zu vernichten. Da Hub im Juni 1874 ein wüstes Morden und Brennen in dem sonst so friedlichen .Tale an. Viele Gehöfte gingen in Flammen auf; die ahnungslosen Bewohner wurden auf die gräßlichste Weise umgebracht; sogar kleine Kinder in her Wieg? fanden keine Schonung. Was nicht rechtzeitig flüchten tonnte, fiel unter den Kugeln und Messern der „Gläubigen". Erst beim An rücken von Militär zogen sia, die „Mucker" auf ihren befestigten Berg zurück, wo sie sich zur Wehr setzten und die wiederholten Angriffe der Truppen hartnäckig zurückschlugen. Endlich gelang es den Soldaten im Verein mit den deutschen Bauern, die ganze 47tuckergesellschaft zu überrumpeln und zum größten Teil aufzureiben. Nur ivenige entkamen. Die „Frau Christus" aber und andere Hauptpersonen fanden chren Tod, und bamit hatte hie Sache ihr Ende erreicht. — Der Südpolforscher Leutnant S hakle ton ist am Freitag nachmittag in Hamburg eingetroffen und abends nack) Berlin wreitergefahren. ? 1909 1"«-»SiUetl®4 Son»?“'*'11 “niWe”1,h'W6 Qph Theater 12 'eute: *:ie Polizistin«. ^,R^"usbeß.emr! bnitfnmnn, (üieriir, S-i^ni)ßh,lllertid)L ■^CMlcrn oberer siane ent M aneck gyind. ■Htl. Angedoie unter W ' ®te5encr Anzeiger erst MM 000.- an I. Stelle k 1- yanuar 1910 10 000.- an II. Stelle rer ioiort SOOO- an IL Stelle uer sofort rgebcn. riftl. Angebote unter N n Giehener Anzeiger erbe ' zäfwa'Ee ansa ; Tii U6r hic,,flC ÄiUtcli'1 u J cLM ÄMl'j wiesen. Wir alle gedenken noch baitfbar an die Wirkung, die das Bündnis speziell dahin gehabt hat, daß ein strieg in der letzten Zeit vermieden wurde. Ter Bürgermeister erbat sodann die Ermächtigung, aus diesem Anlaß dem Kaiser eine atteruntertänigste Huldigung barbringen und gleichzeitig dem Wunsche Ausdruck geben zu dürfen, daß dieses Bündnis für immerwährende Zeiten erhalten bleiben möge. (Leblmrter Beifall.) Tie Ge- nxeinberäte erhoben sich von den Sitzen. Die Spanier in Hiaroifo. Melilla, 8. Okt. Die Spanier besetzten die Halbürsel Trcs F 0 rcas ohne Widerstand und begannen dort mit der Errichtung eines Leuchtlurmes. P a r i s, 8. Okt. Ter Kriegsmini st erhat von dem General d'Am ade die Aufklärung erhalten, die er von dem General wegen dessen Unterredung mit einem Berichterstatter des „Mann" über die marokkanische Angelegenheit verlangte. Ter Kriegsminister wird morgen mit dem Ministerpräsidenten Briand eine Besprechung über die Angelegenheit haben. Wie der General sein Verhalten begründet hat, wird leider nicht mitgeteilt. Vielleicht loirb die Sache durch eine langwierige „Untersuchung" hinccusgeschleppt, bis alles ziemlich vergessen ist. Eine Maßregelung wird den Geucral schwerlich treffen._____________________________________________ Deutsches Reich. Ter Kaiser begab sich Freitag vormittag im Automobil von (Sabinen nach Frauenburg, wo er das K'o- pernikus-Tenkmal besichtigte und dem Bischof Bludau einen Besuch abstattete. Danach kehrte er um 1 Uhr im Automobil nach (Sabinen zurück. Um 2 Uhr erfolgte die Abreise nack) Marienburg über Elbing. Tort mürbe er um 6 Uhr 25 Min. vom fommanbierenöen General des 17. Armeekorps von Mackensen empfangen. Hierauf begab sich ber Kaiser mit v. Mack en seit, vom Publikum stürmisch begrüßt, nach dem Neubau des Patschkerchmises int Upenhagcn-Park, um dort die Zimmer, welche mit 'Majoliken aus (Sabinen ausgestattet sind, zu besichtigen. Sodann fuhr der Kaiser in das Offizierskasino der Leibhusarenbrigade, wo um 7 Uhr Tafel Itattfand. Um 10 Uhr 30 Min erfolgt die Weiterreise des Kaisers nach Hubertus stock. Aus Stu ttgart wird gemcibtt: Zur Einschränkung der Einlegung von Berufungen durch die Staatsanwaltschaften sind neue Vorschriften her ausgegeben worden. Darin werben die S.aatsanwaltschaf- icn angewiesen, nur noch bann Berufung einzulegen, weint sich iiberiuicgcnb sachliche Gründe aus ber Beschaffenheit des einzelnen Falles oder ber allgemeinen Bedeutung von Rechtsfragen ergeben. Tie Tatsache, daß der Angeklagte seinerseits Berufung eingelegt hat, darf für btc Entschließung, ob die Staatsanwaltschaft Beruiung einlegen soll, nicht entscheidend sein. Der elfte ordentliche Vertreter tag des ReichSverbandes ber Vereine ber nationalliberalen Jugend wird am 16. unb 17. Oktober in Jena ftattfinben. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Anträge, die interne Angelegenheiten b. handeln, wird er sich mit den Vorgängen ber inneren Polin! rin geh en b besckstiftigen. Der politische Bericht wird die Frage der liberalen Einigung erörtern unb vom S.anb- punlt des 'JcationaUiberaiiymuö zu den Beschlüssen innerhalb des Lütköliberalismus Stellung nctymen. Daneben wird man sich mit den Vorgängen in Baycün und Hessen beschäftigen. Eilt weiterer Antrag verlangt die „reinliche Scheidung der nationalliberalen Partei von dem Bund der Llanbwirle". Zuletzt wird uod) die Frage der Verwaltungsreform in Preußen erörtert werden Am Sonntag dem 17. Oktober finden dann die Referate über die staatsbürgerliche Erziehung des deutschen Volkes stall. Am Niou- tag dem 18. Oktober soll ein jungliberaler Redner auf der Wartburg die Bedettlltng des Nationalvereins für die innerpolitifche Entlvicklung Teutschlands barftellcn. Ausland. Hanbelsminifter Churchill hielt in London am Freitag eine Rebe, in der er ausführte, es sei nicht anzunehmen, daß das Oberhaus das Budget bcriDcrfen roerbe. Eine Ablehnung des Budgets von feiten des Oberhauses würde ein Gewaltakt gegen die Verfassung sein und auf den Anspruch hinauslaufen, daß das Oberhaus Regierungen ein- unb absetzen tönne. Die Regierung werbe keine von dem Oberhaus an dem Budget vorgenommcne Abänderungen in Erwägung ziehen und sich auf kein Kompromiß einlassen. Das c n g 1 i f d) c Unterhaus hat in dritter Lesung das Lanbeskullurgesetz unb ein Ergänzungsgesetz zur Finanzbill angenommen. Tie drille internationale Konferenz für Ber einheitlichung des See rechts in Brüssel hat am Freitag ihre Arbeiten beendet und eine Einigung hinsichtlich der Hilfeleistung bei Schiffs Unfällen geschaffen. Die Frage der Verantwortlichkeit des Schisfsreeders sowie die Fragen der Schiffshypothekcn und Schiffsprivilegien wurden durchberaten, um den bei der Konferenz vertretenen Ländern Material zur Aufstellung von Entwürfen zu geben. In sechs Monaten soll die Dinferenz wieder tagen. Aus Saigon meldet man: Eine französische Abteilung zivang den Seeräuber T e 11) a m, ber sich mit 350 Anhängern im dichten Buschwerk verschanzt hatte, nach hartem Kampfe zur Flucht. Tie Piraten ließen acht Tote am Platz: die Franzosen hatten an Toten sieben weiße unb elf eingeborene Soldaten. 35 wurden verwundet. Rach langen Beratungen über die Antwort der Pforte, welche die Zurückziehung der De m i s s t o n des armenischen Patriarchen verlang.', beschloß die a r m e n i s ch e R a t i o it a 1 u c r j a m m lung, tag der Patriarch auf seiner Demission beharren solle. In einer Unterredung erklärte der armenische Patriarch, die Armenier würden bis Privile- giuiu des Patriarchats bis aufs äußerste verteidigen. Der Freisinn und die wahlrechkvorlage. h. AlSfeld, 9. Okt. 3m hiesigen frei'umiqen Verein ivrach gestern Landtagsabg. Reh über den gegeiiwüitigin Stand ber W a hl r e chl s s r a g e in frei jen, besonders üuer das Ergebnis der Vn Handlungen des Gcst^ebungsauSichiistes der Znx iten Kammer, Dem der Rckner Idbft angchön. Nach einer kurzen Würdigung der ersten Drei dem Landtag vorgelegwn Wal>lred)tsfragen führte . r aus, bau un Ans fdju’i uni allcii Seiten das Bestreben ge» ecrschl base, diesmal die Reform zustande zu bringen, denn es fei nie stcher anzusthen, bag im .volle des alermaiegen Scheiterns der Wauireanseariage du Regierung in absehbarer Zeit i.v.ic Vortag- mein cinurui.;ai werde. Lcr Ausschuß habe sich bis jm mit den Eescizenm-ucien über die Vermssimysänderung und die Lanvirändc bdd)äftigt und beide Entwürfe so weit erl-digt, daß voransficÄlich rm November das Uenum der Kammer sich damit befassen könne. Ter ntichtigüe Teck ber gesamlen Vorlage fei die Frage der Verfanungsandenurg en, da von der Verständigung hierüber ine Zustimmung der Ersten Kammer zur Einführung hei direkten Wahl abbängc. Tie von der Regierung vorg-eschlagene Abänderung des Artikels 67 der Verfassung sei insoweit gutgeyeißen worden, als man der Ersten Kammer das seither mrr gewohnheitsmäßige Recht, über die ein seinen Budgetvo s i tionen ab stimm en zu können, mmmebr gesetzlich cm räumen wolle, zumal bei dem N ichtMÜandekommen eines über» ein stimmenden Beschlusses der Beschluß der Zweiten Kammer schließlich als angenommen gelten wllc. Dagegen wurde vom Ausschuß ausdrücklich scstgestellt, daß der Zwecken Sammer das Recht der Ablehnung des ganzen F-iuanzgesetzcs zmtehe, das einer -Steuer« ttoeigenrng gleich zu achten sei und eine Durchstimmung beider Kammern in diesem Falle nicht zulässig sei. Ter bctr. Absatz der Regierungsvorlage imrrbc denrcnti'prechcnd gestrichen. Ter Artikel 75 der Verfassung, der un wesentlichen ein Kron recht ist, sieht vor, daß die Regierung eine Durchstimmung beider Kammern veranlassen kann, wenn eine Kammer eine Gesetzesvorlage abgelehnl hat. Tas seckherige Recht schreibe hierbei einsache Mehrheit vor, wodurch die an Zahl stärkere Zweite Kammer im Falle ihrer Geschlossenheit ein Bortegegenüber der Ersten Kammer besitze. Die Regierung schlug enti'predenb den Wünschen der Ersten Stantmer statt der einfachen Mehr Heck eine Zweidrittelmehrheit vor, durch die Stellung der Volkskammer verschlechtert werde. Ter Ausschuß lehnte sowohl die Beibehaltung des seck- herigen Zustandes, wie die Einführung einer Zweibrittel- oder Treifünftelmehrheit ab und einigte sich bann auf einen Antrag Wolf, ber, falls bie Zwecke .Stammet das bctr. Gesetz mit Zwei- brcktelmehrheit angenommen hat, die einsache Mehrheit bei der Durchstimmung vorsieht, im anberen Falle dagegen die Zweidrittelmehrheit. Es ist aiiznnehmcn, daß Regierung und Erste Kammer sich diesen Beschlüssen anschließen werden, so daß damit das Vorrecht der Zweiten Kammer genxdjrt bliebe. ES sei für die frei)innige Partei erfreulich, daß mit diesen Beschlüssen der gesamte Ausschuß hvisichttich der Verfasfungsfrage sich dem in dem letzten Wahlkampfe eingenommenen Srandpunkt der Links- literaleii genähert habe. Tas Wahlgesetz selbst sieht zurrächst eine gewisse Modernisierung der Ersten stamm er durch Berufung zweier Vertreter des Handels und der Industtic, zweier Vertreter der Landwirtschaft und eines VerttetetS des Handwerks vor. Ter Ausschuß nal>m dazu einen Antrag an, daß die Regierung mit dem Inkrasttretcii des Arbeitskammergesetzes auch für die Berufung eines Vertreters der Arbeiterschaft in die 1. Kammer sorgen möge. Tic von der Regierung oorgeschlagene Vermehrung der 2. Kammer um fünf städtische und drei ländliche Abgeordnete sei vom Ausschuß gutgeheißen worden und es sei umsomehr zu hoffen, daß auch das Plenum diesem Beschluß beitxetcn werde, als dann immer iwch ans einen städtischen Abgeordneten 2200 Einwohner mehr entfallen als auf einen ländlichen Vertreter. Die vom Frauenstimmrechtsverein erbetene Ausdehnung des Lanbtagswahlrcchts auf die Frauen wurde von der Ausschußmehrheit abgelchnt, auch gegen die Stimme des Abg. Reh. Ebenso bemühte er sich vergeblich, die Voraussetzungen der Wahlfähigkeit fortschrittlicher zu gestalten als der Regierungsentwurf vorsieht. Aber Die Regierung habe erklärt, daß von der Annahme der vorgeschlagenen Kautelen das Zustandekommen der Vorlage überhaupt abhängig sei. Danach sind 25. Lebensalter, dreijährige Staatsangehörigkeit und dreijähriges Wohnen im Land unmittelbar vor der Wahl als Voraussetzung der Wahlberechtigung unb der Wählvarkeit gegeben. Weiter roanbte sich ber Rebner gegen den Ausschluß zahlreicher Verwaltungsbeamten, Richier usw. vom passiven Wahlrecht, der namentlich beim direkten Wahlrecht gänzlich überflüssig sei. Tas neue Wahlrecht sehe ferner vor, baß, falls ber erste Wahlgang feine absolute Mehrheit für einen Kanbibaten ergibt, ein zweiter Wahlgang stattzufinden hat, bei dem die relative Mehrheit entf(treibet unb neue Kandidaten ausgestellt werben können. Für die fünf Städte, die mehr als einen Abgeordneten zu entienben haben, ist bas System der Verhältniswahlen beschlossen worben. Gegen bie Mandate bei brci kleinen Städte hat sich im Ausschuß fein Widerspruch erhoben uab bet Redner wuche nur bann für ihrt Abschaffung stimmen könnest, wenst eine völlig gleichmäßige Wahltrciscin- teilung burch bas ganze Land geschaffen werde. Tie übrigen Bestimmungen des Wahlgesetzes über das Wahlverfahren send durchaus liberal unb werben wohl Annahme finden. Mit dem Dritten Gesetzentwurf, bet Wahlkreiseinteilung, hat sich ber Ausschuß noch nicht befaßt. Er wirb wohl größere Schwierigkeiten bieten, ba babei hauptsächlich Partei- und persönliche Interessen in Frage kommen. Im übrigen hält der Redner das Zustande- kommen der Reform jetzt für möglich und meint, es sei nicht ausgeschlossen, daß die. ländlichen Abgeordneten aus die Vermehrung der ländlichen Mandate verzichten würden, um das Zustandekommen der Vorlage zu ermöglichen, zumal sie ja mit 40 gegen 15 Stimmen immer noch die große Mehrheit in der Kammer hätten. Tie freisinnigen Abgeordneten würden unter Zurückstellung weitergehendcr Wünsche sich bemühen, die Vorlage durchbringen zu Helsen, um endlich einmal Den Fortschritt Des biretten Wahlrechts zu erreichen. Ter Vortrag mürbe mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Eine Diskussion fand nicht statt. Da; bahnprojekt Zriedderg-Ranstadt. Aus der Wetterau wird uns geschrieben: Die an der Bahnstrecke Friedberg-Ranstadt interessierten Gemeinden (Ossenheim, Nieder- und Ober-Florstadt, Staden, Nieder- und Ober-Mockstadt > hoffen zuversichtlicli, daß sich dieses Projekt nach Fertigstellung des neuen Bahnhofes in Friedberg verwirkliche. Leider aber sprechen triftige Gründe gegen die Realisierung des Projektes, und vorläufig wird toohl aus dieser Strecke nichts werden. Als vor Fahren den Gemciitden diese Bahn angeboten wurde, lvehrten sich maßgebende Persönlichkeiten dagegen, weil sie glaubten, durch die Bahn insofern gescl-üdigt zu werden, als sie die billigen Arbeitskräfte verlören, die die Bahn dann benutzt hätten, um in der Stadt bei besseren Lohnen in Fabriken und anderswo Arbeit zu finden. 'Jhtn sind infolge davon die Sttecken Friedberg-5)ungen und Friedberg- Nidda gebaut worden. Tic projektterte Bahnsttecke Friedberg-Ranstadt wäre also jetzt nur noch auf die paar Gemeinden, die an die Strecke zu liegen kamen, angewiesen — nicht wie früher, wo man auch noch auf anliegende Gemeinden rechnen könnte, die jetzt iljrc eigene Bahn haben — und eine Rentabilität dieser Strecke ist also, da es sich nur um sieben Ortschaften handelt, in Frage gestellt, zumal von einer Industrie in dieser Gegend keine Rede sein kann. Kein größerer Steinbruch, feine bedeutendere Russenbrennerei, kurzum fein Unternehmen gäbe es in der Nahe, das einen regelmäßigen, regen Güterverfehr bedingte. In dieser Gegend blüht ausschließlich der Llckerbau, der ivohl auf einigen Güterverkehr in der Erntezeit umfomchr hoffen ließe, als die großen Guter Florstadt und Staden eine große Ein- und Ausfuhr aufzuwcisen haben. Nun wurde auck) davon geredet, daß diese Bahn nicht über Ossenheim, sondern über Asjenheim laufen sollte, so daß man noch mit dem 2300 Morgen großen Gut Wickstadt, als einem ganz be deutenden Fut.vr, -,u rcajucii Hille. Tabci darf aber nicht vergessen werden, daß dann nad) Wickstadt zu der Florstudler Bahnhof zu liegen Linie, so daß jetzt wieder -das F-lorjtädter Gut viele Accker Hütte, bie bcin Reichelsh. imer Buhnhof näher lägen, als dem eigenen. Und für Wiaftadt trifft diese Talsact,e, was den Aj,enheimer Bahnt,os in trifft, immer zu. T. h. Florfiadt rjiro einen Teil feiner Euler auf der Friedberg Audacr Bahn unb Wic.'.apt ar., de F.iebo.'rg- .van au er Bahn versenden. Nehmen wir aber au, aus; fiq> FUustaot uiio Wickstadt vcrpjlichten, ihren jumuuycii Gitter- verkehr ber Friedderg-RMTstädrer Strecke zugute kommen zu lassen, dann müssen mir daran denken, daß bi«* Strecke Florstadt-Friedberg keine 12 k'lometer lang ist. Ter Verdienst wird also für die Bahn selbst unter diesen Bedingungen nicht allzu groß sein. Hier macken lange Strecken das Geschäft aus. Ucbcrhaupt darf man nicht vergessen, daß Friedberg von Ranstadt kaum 24 Kilometer entfernt liegt, daß also die ganze Strecke schon aus dem ohtunbe fick schlecht rentieren wirb, weil sie eben zu kurz ist. Bon bem Personenverkehr, ben auch noch fast missck'icßlick die vierte Klasse zu tragen hätte, wollen wir sckon gar nickt reben. Denn am Prussagierverkehr ist noch ferne Bahn reich geworben. Tirnn müssen wir aber and) bie Frage aus- werfen, wer soll benn eigentlich diese Bahn bauen? Ter Staat bat fein Interesse daran. Er wird sich hüten, wo das Geld eben so wie so schon rar ist, sich auf unsichere Unternehmungen einzulassen Unb eine Privatgesellschaft, bie aus purer Menschenfreunblichkeit unb Nächstenliebe unrentable Bahnstrecken baut, gibt es bis heute noch nickt. Subern ist uns aus guten Quellen befannt, daß die Firma Lenz, die einzige, die in Betracht kommen tonnte, dies Projekt schon seir langem hat fallen lassen Wir wollen nickt unerwähnt lassen, daß vielleicht sogar die Gemeinde Mockstadt diesem Bahnbau Schwierigkeiten in den Weg stellte, da sie in der Tat gar nicht allzuviel Interesse daran habe. Für ihren Derscnrdt liegt ihm Ranstadt nahe ‘genug. Die einzige Gemeinde, die tatsää)lick horrenden Nutzen aus dieser Bahn zöge, ist Florstadt, unb es ist doch zum mindesten sehr fraalia), ob diese Gemeinde, die selbstverständlich alle Hebel in Bewegung setzen wirb, allein imstande ist, dieses Bahnprojekt Friedberg-Ranstadt in die Wirklichkeit umzusetzcn. Und so wird man sich ein)troeücu noch mit ber Äutopost begnügen müssen, die zwar verhälttrismästig häufig genug oerkchrt und sehr pünktlich ist, dafür aber zu teuer, zu un- zuverlüssig ist — wir meinen nicht Unfälle, sondern bie Gefahr, wegen Ueberfullung nicht mitgenommen zu werben unb bann vor allen Dingen Somitags, wo man sie natürlicher Weise am notwcnoigste,! gebrauchte, nur vor Tau unb Tag nach Ranstadt und in dunkler Nacht erst wieder nach Friedberg zurück fährt. K'. W. Die Obsternte öe$ Kreifes Gießen. . ch Gießen, 9. Okt. Die Krcisstraßenverwaltung hat bie Obsternte ihrer reichen Obltanpflanzungen in eigene Verwaltung genommen. Es Hal dus einen mehrfachen Zweck, einmal sollen Die ObsU'üume mehr geschont unh geschützt unb außerdem eine bessere Verwertung, S'e'cl- schätzung und Verwendung des zum Teil erstklassigen Obstes berbet- gcfühit werden. Bei Versteigerungen leiden nicht leiten die Bäume durchs Das ungeschickte Brechen sehr, und osl rocrDen werwollc, cDIc Sorten, die höchste Preise verdienen, bei Bcrstciacrnngen wie geringe Sorten vcrkaust unb vielleicht so nur Der Teil ihres Wertes erzielt. Tas zeigte sich dieses Jahr z. B. wieder an der Straße Klein-Linden— Tiitenhofen bei Bäumen mit der edlen Landsberger Reinette. Trotz des noch jugendlichen Alters lieferten die Baume etwa 5 Zentner wohlausgebildetc Früchte, die nach den jetzigen Obstpreifen einen Wert von etwa 70 Mark haben. Erfahrungsgemäß wären diese Aepfel bei einer Versteigerung auf nur 20 Mark gekommen, somit ist Der Allgemeinheit ein Nutzen von Dem einen Baum von etwa 45 Mark geworden. In noch viel weitgehender Weise zeigt sich Diese Erscheinung an ent'- rnter -n Kreisitraßen, z. P. an Der Strecke Bettenhausen—Bellersheim Dort hatte man vielleicht 50 Mark durch Versteigerung gelöst. Die Verwaltung hat nun aber das Obst selbst gepflückt und m Dem Kreisamtskeller zum allgemeinen Verkauf ausgestellt. Hier büDen sie einen Wert von 4 50 M ark, io daß nach Abzug der Pflückkosten usw. ein Mehrgewinn von 300 Mark minDcr.46 allem an dieser einen Straße bleibt. Diese Taisackw kann iv*r Verwattung nicht gleichgültig sein Tas Verfahren hat auch firr bie Wertfcl-ätzung eblcr Sorten Nutzen. Leute, Die irüyer gar nicht an das Lagern von Obst in Kellern dachten, sehen jetzt un Küteisamtsketter bas Obst m sachgemäßer Art sortiert und ,.uin Kauf ausgestellt. Dori sieht man in schöner Anordnung Pracht- ■ volles Obst — besonders Aepfel — lagern, und zwar in zwei Sortierungen als Tafelobst und zum -teil als 3. Sortierung iKelterobst). Tiefe Einrichtung der Kreisstraßenverwaltung bat bei den bisherigen Abnehmern große Bcsriedigung hervorgcrufni unb sie melden sich alliährlich wieder. Ter dicsiährige vb]!* Vorrat stammt von den Straßen Lich—Nieder-Bessingen, «ich - " Langsdorf, Eberstadt—Ober-Hörgern und Klein Linden Turm- Hosen. Die vorhandenen Birnen wurden in der .Hauptsache an der I Straße Bellersheim—Bettenhausen gebrochen. Als ed-elsler .'tpfel | kostet der Zentner Schöner von Boskoov 1. Sortierung 18 Mark, I 2. Sortierung 10 Mark, Goldparmäne 15 Mark bezw 8 Mark, | Landsberger Reinette 15 bezw. 9 Mark, Harberts Reinette 15 bezw. 8 Mark, Gelber Edelapfel 15 bezw. 8 Mark, Orleans« i reinettc 12 Mark, Deutscher Cfolbpeppina 12 Mark. Tie Pastoren« Dirne kostet das Pfund 12 Pfg., Neue Poiteau 10 Psg. uno Hof- | ratsbirne 10 Pfg. Tie Kreisstraßenverwaltung ist feit einer Reihe I von Jahren bemüht, forlgefctzk Neuvflanzungen an den KreiS-N sttaßen vorzunehmen und wählt bie Sorten je nach Lage, Bor.n- beschaffenheit unb Klima sorgfältig aus. * Die Zwetschenernte geht ihrem Ende zu Sic war in unserer gesamten llmgegenb sehr reichlich. Dähieno anfangs dir Zwctschen infolge des Regens aufgsplatzt waren, sogar am Baume zu faulen begannen, sind bie zuletzt gereiften Früchte gut ent« | wickelt unb von schönem Aussehen Ta sich bic ersten Zwetjchen I nicht lange aufheben liegen, würben fic in vielen Orten in I großen Massen an Hänbler ober Likörbrennereien zu den Preisen I von 1,50, 1,80 bis 2 Mark pro Zentner verkauft Tie belferen I Früchte fliegen wieber auf 3 Mark, ja in ben letzten Tagen auf I 4 Mark pro Zentner. Infolge bes reichen Zwetsch^nsegens wird 1 in Stabt und Land allenthalben „donig" gekocht, und die I Zwetschenkuchen gehen btc ganze Woche über nicht au». Viele Leute nehmen auch bas früher beliebte Torren Der Ilverfwen wieber auf. Ans Stadt und Land. Gießen, S. Oktober 1909. ** Tageskalender. Stadt l hca ter Sonntag nacb- mittag^Zp, Uln: Der selige Toupi nel. Abends 7^ Uhr: Ein Sommernachtstraum. Kolosseum: Taglich Voritdhing. Kinemat 0 gra ph: Täglich Vorücttnng. Biograph: Täglich Vorstellung. Militärkonzert: Sonntag nachmittag 4 Uhr in Steinl ©arten Obstünd Ackerbauausstclkung in der Turnl-alle am Lswaldgarten: Samstag, Sonntag und Montag. K a n i n ch cn aus stcl lu n g auj ter L.'icvigshöhc: Sami* tag, Sonntag und Montag. ♦* Ter Großherzog und die Großherzogin von Hessen, sowie bic Prinzessin Heinrich trafen am Freiiag nachmittag um 5* 2 Uhr im Automobil auf dem Flugplatz der F r a n l s u r t e r A u s st e l l u n g ein. Tie Herrichaf en wurden von Gchellnrctt Gans und Major Tfd-udi begr-ißt und nach den Hallen, in denen die Flugapparate ausgesteUr find, geleitet. Leider ist cs infolge ocs starken Windel, des regnerifchen Wetters und des stark aufgeweichten Ter* rains nod) unsicher, ob heute geflogen werden lann. ** V 0 l k s zä h l u n g 191u. Am 1. Tezemoer 1910 wird vorausficviick meder eine Volkszählung ftailju, men haben. Ttc oabci in Betracht kommenden ^eftöjtOSt sind Di ehni. B9/, ? Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 9. Oktober 1909. 07731 Münchener Sammlung gleichmäßig zu unter- zu erraten, von lueni dem Wölfischen Bureau angegangen ist, die sich in scharfen Wider- Ansführungen des Geheimrats Dr. BuSley Attinchener Tagung mitteilte, daß die d c n t - fnrter wie die stützen. Es ist leicht diese Mitteilung s p r u ch zu den setzt, der auf der es auch seinerzeit bei der Elektrizitäts-Ausstellung der Pfaff gewesen ist. Schließlich versteht doch ein Monn wie Zeppelin auch etwas vom Luftschi,iwesen — trotz der Herren in T-rank- iurt — und es wäre deshalb wohl angebracht, etwas auf seine Ansichten zu hallen, selbst wenn sie einem Geschäft znwider- laufen. Wir glauben, daß die erwähnte Zuschrift mit ihren Anschauungen ziemlich allein stehen wird. Verkauf von Taselbirnen. Mittwoch am 13. ds. Mts., von vorm. 9 Uhr ab, kommen im Kreisamtskeller ca. 35 Zentner Tafelbirnen „Neue Poiteau" zum Verkauf, pro Pfund 10 Pfg. Gießen, am 8. Oktober 1909. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. ©sf(s Eh ei. f-tufc ätotig iihtni § Has im Tops. scheu Luftschifferve reine sich gegen das Museum in Frankfurt ausgesprochen haben. Es ist deshalb nicht recht klar, auf wen sich die „interessierte Seite" in ihren Mitteilungen stützt, aber es ist wohl anzunehmen, daß hier vor allen Dingen ein rein geschäftliches Interesse die Feder geführt hat, um eben die unter wesentlich anderen Bedingungen gesammelten Ausstellungsobjekte der Ila in einem Museum unterzubringen. Nun hat aber ein Museum andere Zwecke zu erfüllen als eine Ausstellung, zumal wenn sie lediglich Geschäftsinteressen wahren will und die wissenschaftlichen Erfordernisse nur als unumgängliche Beigaben betrachtet. Gerade in diesem Punkte aber hat die Frankfurter 'Ausstellung vollständig, versagt und nur im Grunde ein begreifliches Interesse ausgeschlachtet, wie Ein LiiftWsfahrtr-kMseum in Zranksurt. In der Vorstandsratssitzung des Deutschen Museums in M ü n d) c it, über die wir am Donnerstag berichteten, sprachen sid) namhafte deutsche Forscher und Ingenieure, unter ihnen auch Zeppelin, klar und scharf gegen die Errichtung eines zweiten Museums für Lujtschisfahrt aus, das in Frankfurt geplant ist. Es wurde dabei besonders hervorgehoben, daß vorläufig noch viel zu wenig Material vorhanden sei, um es auf zwei Museen zu verteilen. Aud) die deutschen L n s t - s d) i fj e r V e re ine haben sid) gegen d i e Errichtung eines Museums in Frankfurt a. M. ausgesprochen. Hierzu schreibt das W o l s f s ch e Bureau: Frankfurt a. M., 8. Okt. Zu unserem Münchener Telegramm vom 6. Oktober d. I. über die Gründung eines Lnf t schiff ah rt--M u seu m s in Frankfurt geht uns folgende ÄMteilimg zu: „Das für Frankfurt geplante Luftschisfer-Museum soll in erster Linie die in der I l a zum erstenmal vereinigten, zum Teil sehr wertvollen Objekte der Luftschiffahrt zusammenhalten, soweit irgendwie erreichbar,, und als Schausammlung der Stadt für alle Zeiten sichern. Durd) ständige Ergänzungen auf dem Laufenden erhalten, soll diese Sammlung das große Interesse der Bürgerschaft für das gesamte Gebiet der Aeronautik wachhalten und befruchtend aus die Entwicklung der Industrie wirken. Die Gründung eines Spezialmuseums für Luftschiffahrt gerade in Frankfurt wurde von nahezu 200 hervorragenden Fachmännern, Industriellen und Vertretern von Behörden aus allen Teilen Deutschlands warm befürwortet. Von vornherein lag die Absicht fern, dem von wesentlich anderen Gesichtspunkten geleiteten und großartig angelegten Deutschen Museum in München Konkurrenz zu bieten. Tie Notwendigkeit und Berechtigung der Gründung eines Museums für Lustschisfahrt in Frankfurt wurde auch von den Delegierten der Deutfcheu Luftfd)iffervereine anerkannt, die anläßlich des Deutschen Lnftschifsertages am 18. und 19. September hier einstimmig beschlossen, die Frank- parscoal in Eiche. Der Zeppelin is nett gcfumnie, Er is tn’m weite Boge Trotzdem ich cm geschriewe hott' To letzt vorbei gcflogc. Bei Garlaheim lät er die Lahn 9)lit Grazie überflicjc, Wenn er nach Gieße funime mär, Wär ich mit uffgeschlicje. Ich kenn kaa'n Schwindel un kaa Forcht, Aach hält mei Krinoline, In der als Mädche ich gedanzt, Als Fallscherm könne diene. Freund P a r f e v a l, es freut uns sehr, Dich heut ze seh' in Gieße, Ganz Lwerhcße werd' Dich auch Mit .Hurra hoch" begrieße. Ich und mei’ Schorfch zieh'n uff de Tribb, Die Supp' kann allein deriveil brozzele, Der Brate kann, komm' ich schpät haam. Heut aach emal verhozzelc. Ganz Gieße wird bis dort enaus 2ln die Ballongfahrt denke Uit alle Gießer Atadercher Ihr Sacktichelcher hoch schwenke. Die Gießer Buwe komme all', Sie probier'» ihr Schtunm' inzwische. Und ivenn De uff dem Tribb aalangst, Werd' nix iuie „Hoch" gekrische. Weil so e Luftfahrt sehr aafchtrengt, Tie hoch iind ivcit tun fliese, So wirft De uiuierivegs gewiß So was wie App'lil lneje. Ich lad' Dich deshalb freundlich ei', Mich heut' aach zu besuche, Was id) ufftijd), is in der Reih' Un gut mei’ Ouelfchekuche. Fraa Hannewackel. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Heimgangs unserer lieben, unvergeßlichen Mutter Flllil Margaretha Bellas Wiv. geb. Körber sagen wir innigsten Dank. Todes - Anzeige. Nach langem, schwerem Leiden verschied sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Henriette Schwalb geb. Fendt. .Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schwalb Minna Kaufmann geb. Schwalb Marie Corvinus geb. Schwalb JFritz Schwalb, Forstreferendar Ferdinand Corvinus, Reallehrer Kurt Kaufmann, Rechtsanwalt, u. zwei Enkel. Büdingen und Giessen, 8. Oktober 1909. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 10. Oktober, 372 Uhr nachm. zu Büdingen statt. stellen sich die aus den beliebten Dr. Mellinffhoff’s Essenzen selbstbereiteten Liköre, Kognak-, Rmn- u. Arrak- ähnlichen Getränke nur auf 1 Mk. 10 Pfff.-l Mk. 50 Pfg. das Liter. Dr. Mellinghoffs Tafel-Likör-, Limonaden- und Punsch-Essenzen in Originaltiaschen ä 75 Pf. sind, wie jeder Kennerder Verhältnisse weiss, die ältesten, i.Gebrauch die ausgiehigstenu. bewährtesten. Man weise Ttachahmungcn zurück. — ,.B»ie tietränke-Destillierkunst für Jedermann’*, welche über 100 Rezepte enthält, ist bei den Verkaufsstellen umsonst erhältlich oder aut Wunsch umsonst u. franko von der Essenzenfabrik Dr. MeHinghoff & Cie., Bückeburg, hv’/io) Dr. Mellinffhoff’s Essenzen sind zu haben in Giessen bei: Emil Fischbach, W. Kilbinser, €'. Müller Gerhardt Xachfi., Otto Schaaf, Carl Seibel u. («corg Waiienfeis. Wßin-Reslaur. Metzger Inh.: Conrad Köhler verbunden mit Stadtküche empfiehlt Diners - Soupers reichhalt. Frühstückskarte Saisonspeisen Austern - Hummer - Kaviar die Behälter umgesetzt bzw. zum Verkauf und Versand gebracht wurden. Die Äusnschung selbst nahm den ganzen Tag in Anspruch, da viele im Teich liegende Ouellen, sonne der durd) den Teich strömende wasserreiche Bach die ,Arbeit sehr erschwerten. In aufgcschlagenen Zelten roir den Besuchern Gelegenheit gc geben, Karpfen, Schleien oder Hechte frisch von der Pfanne weg zu kosten. Tie Preise waren allerdings hoch, da das Pftmd Lebendgewicht mit 70 Pfa. berechnet wurde. -t2 Dedenbach, 8. Okt. Gestern nachmittag wurde das neue Pfarrhaus hier mit den üblichen Feierlichkeiten ein- geweiht und seiner Bestimmung übergeben. Nach dem Gesang des Liedes „Danket dem Herrn" durch den Schülerchor hielt Herr Psarrverwalter Trautmann hier die Weihercde, worauf die Festversammlung den Ehoral „Sei Lob und Ehr den höchsten Gott" sang. Alsdann übergab Herr Dekan Wagner unter Worren des Dankes an alle, die zum Gelingen des Baues mitgewirkt hatten, den Sd)lüssel dem Pfarrer der Pfarrei Ober- Ofleiden, Herrn Laut, der das Haus zur Besichtigung" öffnete. Es war nur eine Sttmme des Lobes über das schöne und solide Bauwerk und die wuirdervollc innere Einrichtung des Hauses, das mit verhältnismäßig geringen Kosten von den ad)t Gemeinden des Gesamtkirchspiels erbaut wurde. Nach der Feier fand in der Gastwirtschaft zur Rabenau ein Festessen statt, an dem Vertreter aller Gemeinden teilnahmen. Hierbei wurde in Reden und Toasten der Herren gedacht, die die Trennung der großen Pfarrei und die Erbauung eines neuen Pfarrhauses her- beigesührt haben. Außer dem Baumeister, Bauinspektor Fischer, gebührt für ihr Wirken Kreisrat Hölzinger zu Alsfeld, Dekan Wagner zu Grünberg unb Pfarrer Laut zu Ober-Ofleiden besonderer Dank. Hierbei möge dankend Erwähnung finden, daß 700 Mark im Dekanate gesammett worden sind und daß der Zentralkirchenfond die erkleckliche Summe von 2000 Mark zu den Baukosten bewilligte. — Bad-Nauheim, 8. Okt. Bis gefienf find 30 851 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 1709 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 7. Oktober 405 087 abgegeben. )( Marburg, 8. Ott. Das unter der Leitung des Direktors Steingötter stehende Stadttheater eröffnete gestern abend seine dieswiitterliche Spielzeit mit der Aufführung des L'Arroug- schen Volkssttickes „Has em an ns Tochter". Das vollzählig erschienene Theaterpublikum spendete den Darstellern lebhaften Beifall. Gießens Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag dem 10. Ctiobcr: Rach vorübergehender Aufheiterung neuerdings Trübung und Regen. Unbeständig. __________________ Süßer Apfelmost, täglich irisch von öcr Steiler, t -'- Bärtti. Mutzer, „Zum strotobil" Stmser-Allee 27. Telephon 348. Haben Sie Bedarf in Bindfaden Packstricken sowie Seilerwaren'Am so bitte meine Spezialprets- lifte cinzufordern. 5531 Ladwig Lazarus Asierweg 53. Telephon 505. Eine nationale Tat. Ich halte es für eilte geradezu nationale Tat, daß in unserem nervösen Zeitalter ein Genußmittel geboten ist, das die schwere Schädigung des Koffeins vermeidet. Daß dem wirklich so ist, kann ich mit folgendem Beispiel einleuchtend belegen und ich gebe gern die Erlaubnis, Gebrauch davon zu machen. Meine Frau bekam nach dem K.rfsee- gennß, wenn der Aufguß auch noch so dünn war, Herzklopfen und Schwindelanfälle, so daß sie dem ihr liebgewordenen Getränk völlig entsagen mußte. Der koffeinfreie „Kaffee .Hag" nun hat ihr, die jetzt noch bedeutend empfindlicher gegen die Koffeinwirkung ist, nicht die allergeringsten Beschwerden gemacht. Auch ich habe ihn sehr gut vertragen und ziehe ihn nunmehr seines Aromas und Geschmackes wegen allem anderen vor. Krefeld. Professor K. Telephon 274 |K3S 'M Ende zu. Sic M« SrBs * && »■* ie$ Sieben. .M-r, 9. oit • Wrnte ihrer rech« »men. Es ha, S he Lbftbäumc mehr «- tiScre Scimertiing, y(rt. uftflanigen Obstes herfo »scht leiten die Bäueu Mtwetbm iDertsolit, : ”cr|"tcigcningen irr' lo^nur der 5. Teil jh^ * z. B. wieder a ei Baumen mit der tbla Mdlchn Alters liejertfi budete Früchte, die ntq n etwa 70 Mark hader ■t einer SBeifteigerun.) atj Allgemeinheit ein Nutzu Karl geworden. Fn ncc, rlcheinung an entfcrnitrei cttenhauien-BellershüH uch Versteigerung gclä 'ft Mil gepflückt und ii verkauf ausgestellt, hin :t, io baß nach Äozu 'n M Mark minbeyvea diese Lchache kann dr i)(ü auch fz Auir, die früher gs m dachten, sehen jetzt ii er Art sortiert und za höner Anordnung Mö igern, und zwar in Teil als 3. Sortier^ reissttatzeMrmltung k jesriedigung hervorgcnn: c. Ter diesjährige ttp -Aieder-Äessingen, W inb Aein-Linden-Tut» r in der.Hauptsache ai> d' rochen. Als edelster^ D 1. Sortierung 18 « 15 Marl bezw. 8 Aen uf Parketts Kemettc! bezw. 8 Mark, 2rkan- a 12 Mark. Tie Tatwrv Poiteau M aaltung ist,eit einer lanzungen an den Km rten je nach M, s. ft On9 ist. ^itonietp °et9q|cr PK j>d jich L r-, "n.b » .15 ta!*1-«» könnt, daö? W 'nen tönnt^-^a c die (üeSn^ld,t n in desftMvck- Äteresse ^e, nahe &n nden 2ie abekzntS^ tto CÄH K. V. Orsgrttal-DrahtmelSrnrsen. Dresden, 9. Ott. Russische Studenten der Freiberger Bergarodemie drangen in das Barietetheater „Reichshallen" ein und bedrohten, da sie sich durch eine Programmnummcr verletzt fühlten, den Direktor. Schließlich bewarfen sie den Direktor und die Künstler mit Biergläsern und verletzten einige Sck)auspieler. Paris, 9. Okt. Bei E p e r n a y (Dep. Marne) überfuhr der deutsche Ehauffeur Otto Do bl ei zwei junge Mädchen und wollte flüchten. Mehreren Arbeitern gelang cs jedoch, das Automobil zum Stillstand zu bringen. Sie nahmen den Chauffeur fest, mißhandelten ihn und brachten ihn zur Polizei. Die beiden überfahrenen Mädchen sind t o t. Drontheim, 9. Okt. Der deutsche.Dampfer „Helene Ruß" lies gestern an der norwegischen üüste bei Harstad auf Grund und wurde schwer beschädigt. Wahrscheinlich muß das Schiff als Wrak bleiben. Die Mannschaft konnte gerettet werden. Fast zur gleichen Zeit lief an derselben Stelle der russische Dampfer „Petersburg" auf. Beide Dampfer tarnen von Archangel. iTLfl. ttobil aus Herrs^ i g ei«- r2i bcgl^ i Wilf» M1 M. Schäfer Ww 56091 Vaiier-Allce 4. ^^Oktober 19°9- >cn’ ‘ uic Abonnenten gesunden zu haben. Die Anlagenmusik findet wegen der Ankunft plicfevals am Sonntag ausnahmsweise auf dem Trieb laatt. Das Musikkorps tritt um 11 Uhr an. Es kommen ,mm Vortrag: 1. Deutsche Bundestreue, Marsch von Friede- nunn. 2. Ouvertüre zur Oper ,Der Freischütz^, von Karl ■Dijana von Weber. 3. Große Phantasie au§ der .Walküre*, )att Richard Wagner. 4. Mondnacht auf der Alster, Walzer )an FedraS. ** Unsere Regimentsmusik konzertiert morgen rachmittag in Steins Garten -um erstenmal unter ihrem i tuen Dirigenten Obermusikmeister Löber. - Auf Einladung des Bürgervereins fand an Donnerstag im Hotel Einhorn eine Sitzung der Vor» icundsmttglieder des Bürger-, des Detaillisten, und des Z irkehrsoereinS statt, um gemeinschaftlich über die Frage zu «raten: WaS kann und muß geschehen, um für Gießen «ssere Verkehrsverhältnisse in geschäftlicher Be- ichung zu schaffen? Nach allgemeiner Aussprache wurde fügende Entschließung einstimmig angenommen: Die heute bereinigten Vorstandsmitglieder des Burgervereins, Detaillisten- ereinS und des Verkehrsvereins Gießen beschließen wie folgt: iv; sollen für die Zukunft Verkehrs tage eingerichtet wxrden. Die anwesenden Vorstandsmitglieder werden ersucht, )nem Verein entsprechend Bericht zu erstatten. Die Ver- stiiunelten empfehlen die Bildung einer Kommission zur ^ cderung der Idee von Verkehrstagen, dergestalt, daß die 'obgenannten Vereine geeignete Persönlichkeiten ihrerseits für üa besagte Kommission abordnen und zugleich auch die tätigen interessierten Vereine heranziehen. Der Vorsitzende :eiS BürgervereinS wird gebeten, zu letzterem Zwecke mit den ilorftänbcn der weiter interessierten Vereine in Verbindung jj treten. Stadtverordneter Helm ist auf Ersuchen bereit, lie Idee, ,ui Gießen Verkehrstage einzurichten", vor der tzstkehrskommission der Stadtverordneten zu vertreten. ** Der Schiklub Wintersp ort Gießen wird i-r.cn diesmaligen Winter, den zweiten seines Bestehens, in ici nächsten Woche mit einem hochinteressanten Vortrag hiiieS auswärtigen Mitgliedes I. C. Luther aus München beginnen. Luther, ein geborener Gießener, ist einer der hervorragendsten deutschen Schiläufer und Mcisterschastsspringer von 1908. Alles Nähere wird anfangs der folgenden Woche in Anzeigenteil unseres Blattes bekannt gegeben. = Hausen bei Gießen, 8. Ott. Ein seltenes Tierchen ii?t der Arbeiter I. K o o b, nämlich einen Siebenschläfer, it er am Samstag im Arbeitshäuschen des Schiffenberger Stein irchs lebend mit selbst hergestcllter Falle gefangen Hot. Das ter hat die Größe einer mittelmäßigen Ratte, befttzt einen ltgen buschigen Schwan.) und ist blaugrau gefärbt mit weißer Her feite. Daß es selten vorkommt, geht Daraus hervor, daß eitere Forstbcamte erklärten, ein solches Tier noch nicht ge- fh«n zu haben. Der Besitzer gestattet die Besichtigung. (:)WeningS, 8. Ott. Dcw rotweiße Bcurd, das sid) von tcinffurt a. M. nad) Alsfeld über den Vogelsberg hinüber- iiefit und dabei aud) unser Städtchen berührt, ist die Ursache, 13 sich dieser Tage aud) hier ein Zweigverein des V. H. E. bildet hat, dem zunächst 15 Mitglieder beitraten. Neben der eefolgung der allgemeinen Zwecke des V. H. C. will man hier di für die .Erhaltung der noch vorhandenen ^Baudenknräler, bioic für die Verschönerung des Ortes Sorge tragen. 93er» i Lene Wegmarkierungen — u. a. Fußpfad WeningS-Merl'en- und Wenings-Hirzenhain — sollen im kommenden Früh- chie zur Ausführung gebracht werden. X Fischborn, 7. Ott. Heute wurde der im vorigen übre beim Hofgut Entenfang angelegte Fürstlich Jsenburg-Bir- Lwlische 120 Morgen umfassende Karpfenteich ausgefischt, oberte von Zuschauern waren aus der Umgegend herbei- sldömt um dem interessanten Schauspiele anzuwohnen; auch 2 Birsteinischen Herrschaften mit Besuch waren zugegen. Das rgebnte war überraschend, da nach oberflächlicher Schatzung a ^verständiger 3 bis 400 Zentner Karpfen und Schleien in Versteigerung. Montag den 11. d. M., nachm. 2'/rUbr, sollen babicr, Walltorstraße ti (Tarmst. HauS): mehrere Pferde und Wagen, 1 gv. Partie Sdmh- u. 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Die ^'iendelssohnsche Biusik dazu wird wiederum von der Kapelle hiesigen Infanterie-Regiments auSgeführt. — Lebhaft ist paS Interesse für das Sandrock-Gastspiel am kommenden ül tittwoch; besonderen Anklang scheinen die Preisermäßigungen Gemeirrdefranenverein. Mittwoch den 13. Oktober 1909, abends 8 Ubr, im Saale der 2obauueskirche: (De/i0 Vortrag von Pfarrer Schwabe über Auch Frauen, die nicht AUtglieder sind, werden dazu willtonnncn sein. LyDWZG AUER Hof-Möbelfabrik DARMSTADT En gros En detail Zeichnungen und Vorschläge Kostenlos Export 7BI Zil MM ä tirokse die an der (De/W Sicliorheils-SeilwiEflw Prima Tafel-Obst! bei [5365 Privat Prospekt gratis. Ph.lajlarthtCe/T^ Umzugs-Räumungs-Ausverkauf zu den billigsten Preisen. (07673 07550t Vinbcnptnb 4. kaufen. Marktitratze 14. poülagernd Gietzen. ,07734 1 1 rückiichtigt werden. [3552 Kleine Preis*! Kleine Preise! 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