Nr. 32 Erstes Blatt ISS.Jahrgang Montag 8. Februar 1909 Kxstiss /i|Z ♦ Awfr A*fr A-t* 11 ***a< AAM®1® groetmnlroödientLKteis. W WvM W W W>L Ä| W M ö M M & ' faf fä £1 JT Md kd M M R W EsV monatlich 65 Pf.; durch blatt für öen Kreis liegen H WWW WW W^ W W W^ W -M LW gJX U ■! WZ Sfl die Post DLL-viertel- (Tienstagunb^reitan); HU M M W VW W Wä jF W W W HA WU WWW W^ W fährt. ausschl. Bestellg. «äK/IV|)VIIVI «IlJMJJVlarast General-Anzeiger für Oberheffen Annahme von Anzeigen V 1 • M u.Land" und.Gerichts- bls vornüE'9'uhn Rotakionrdnick und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- nnd Zteindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. y^eiflenteaf:^sbes. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Relchrfinanzreform oder Reichrtagsaufiösung. Die Ablehmung, die die Nachlaststeuer in der Finanz kommission von den Konservativen erfahren hat, scheint die Veranlassung zu einem Gerückt von der bevorstehenden Reick-stagsauflöfting gewesen zu sein. Ernsthaften Glauben verdient dieses Gerücht einstweilen jedoch nicht, denn die Konservativen werden es sich jeden- falls noch sehr überlegen, ehe sie das zweifelhafte Glück der Neu- wählen anrufen. Wie die Situation augenblicklich ist, das zeigt recht deutlich die letzte Sitzung der Finanz- und Steuerkommisswn des Rcichs- tages am Samstag. Tie Konservativen brachten da den Antrag einA> ie Abstimmung über die Vorlage bis nach Erledigung der Erbscl>astssteuer ausznsetzerr. Ein deutliches Zeichen, dast sie Zeit gewinnen wollen und durchaus nach nicht auf eine Entscheidung drängen. Aus den Ausführungen des Zcntrumsredners glaubt der württembergische Fiiranzminister die Hoffnung entnehmen zu dürfen, dast das Zentrum an der Finanzreform positiv Mitarbeiten werde. Im übrigen nahm der Minister zu den Anträgen über Reichsvermögenssteuer und Veredelung der Matrikularbeiträge dieselbe Stellung ein, wie seine Kollegen aus den anderen Bundesstaaten. Die Vorzüge der Reichsver- mögenssbeuer gegenüber der Nachlaststeuervorlage der Regierung werden von nationalliberaler Seite eingehend dargelegt. Auch die Nachlaststeuer greife in die Souveränität der Einzelstaaten ein. Für den Fall einer Einigung auf den Antrag der Reichspartei verlangt der Sprecher der Nationalliberalen auch die Heranziehung der Landesfürsteu zur Steuer. Die Sozialdemokraten schicken einen Redner vor, der die Aufgabe hatte, die Wirkung der gestrigen Aeusterungen seiner Parteigenossen über die guten wirtschaftlichen Folgen des Zolltarifs abzustlIvächen. Die Sozialdemokratie etftärt sich auch gegen alle Luxussteuern, da sie wenig einbringen, und verlangt eine reine Vermögenssteuer. Ter Sprecher der Wirtschaftlichen Vereinigung bekämpft die Nachlaststeuer, der Vertreter der Konservativen die Vermögenssteuer. Von konservativer Seite wird eilte Unter kom- mission vorgeschlagen und die Aussetzung der Abstimmung damit begründet, „dast das Geschäft tm ganzen gemacht werden müsse"; nicht eüva die direkten Steuern vor den indirekten, wie eS der Freisinn anscheinend wolle. Das Zentrum^ hält die Vertagung der Entscheidung nicht für angebracht und äustert sich heute schärfer als gestern im Sinne der agrarischen Opposition. Der Zentrums- t ebner verwahrt sich ziemlich gereizt gegen die Schlußfolgerung des württeml-ergischen Ministers, als sei seine Partei daran, eine Schwenkung zu vollziehen; die Fraktion könne nur nach ihren Beschlüssen in zweiter und dritter Lesung, aber nicht nach früheren Äußerungen von Rednern beurteilt werden. Wer die Schwenkung vollzogen habe, sei der preußische Finanzminister. Dieser erwidert, seine Bedenken gegen die Nachlaststeuer seien genau so gwst wie ftüher; sie müßten aber zurücktreten gegenüber der Notlage des Reiches; und gegenüber der Neich-svermögens- fteuer und auch der Veredelung der Matrikularbeiträge sei sie von seinem Standpunkte aus das kleinere Uebel. Freiherr vvnRheiw- baben bezieht sich auf die bekannten Ausführungen Labands und ersucht dringend, die Vorlage der Regierung nxiter zu beraten, da es einen anderen Weg zur Verständigung nicht gebe. Dann wurde die Beratung auf Dienstag vertagt. Stimmungsbild aus dem Reichstage. Berlin, 6. Febr. Schon vor fast einem Jahre konnte der Präsident den Schriftführern für ein duftiges Angebinde danken, das sie ihm zur wohltätigleitsionzert des Rronbauerschen chuattett Vereins in Siegen. Die Zeiten sind, rote es jetzt glücklicherweise scheint, end- giltig vorbei, da die Zusammenstellung eines KonzcrtprogrammS lediglich dem Zufall ober den Virtuosenlaunen überlassen blieb Ein jedes Konzert, das unter dem Gesichtswinkel echter Kunst bewertet sein will, muß schon in seinem Programm — in dem, waS es bietet und in der Reihenfolge, wie es geboten wird — einen einheitlichen Gedanken verraten, eine Absicht, ein Wollen, ein Ziel. Das Konzertprogramm als Erzieher. Wir hier in Gießen haben diese Forderung der modernen Musikfreunde nahezu erreicht, und auch das gestrige Wohltätigkeitskonzert dcS Kronbauer'schen Quartettvereins im Saale des Gesellschaftsvereins war ein neues, schönes Zeichen hier- ,für. Das reichhaltige Programm begann mit Hegars wundervollem & oapvlla-Chor.Schlafwandel". Ausgezeichnet gelang hier der Zusammenklang der Stimmen nnd der Marsch- rhythmus, fein charakterisiert war dec einschläfernde Marsch unter der glühenden Sonne, das dumpfe Träumen von der fernen Heimat, der Ueberfall, der Kampf und das erneute all- mählige Einschlafen der „Truppe Haupt für Haupt unter der Sonne gesenkt, Von der Gewohnheit Etsenfausi in Schritt und Tritt gelenkt". Daun spielte Herr Walter Daoision aus Frankfurt a. M. (Violine) die Romanze op. 40 in G-dur von Beethoven und Frau Berthe Boulin-Berg aus Berlin folgte mit 4 Liedern von Brahms. Das paßte alles vorzüglich in die Stimmung hinein. Ebenso aber auch die weiteren Shunmern des Programms, die Chöre a capella von Abt und Filke, die Soloftucke alter Meister für Violine mit Begleitung des Pianoforte, die Volkslieder für Chor a capella, die Sololieder von Wagner, Wolf und Strauß und schließlich die beiden l)errlichen Chöre mit Begleitung des Pianoforte von Schubert; vor allem: „Mondschein* (fünf- stimmig) und dann das stimmungsvolle .Nachtgesang im Walde* als Schluß. Eine bunte Reihe schöner Traumbilder, wie sie die armen, unter der afrikanischen Sonne marschierenden Fremdenlegronäre erquicken mochte: Bilder der Sehnsucht, der Liebe, der heimatlichen Flur und des heimatlichen Waldes. Feier der Hundertstel: Sitzung der Session hergebracht hatten. Auch heute bedeckte ein Rosengewinde den Tisch des Präsidenten. Nur einmal, im Jahre 1892, als die Verabschiedung der Gewerbeordnung ein mehrmaliges Vertagen des Reichstages erfordert hatte, ist die Arbeitsleistung des Reichstages in ununterbrochener Häufung bis zu 200 Sitzungstagen gediehen. Herzlicher Beifall erfd^ll, als Gras Stolberg der Arbeit deS Blockreichstages gedachte. Und an diesem Beifall beteiligten sich auch die Mitglieder der Parteien, die es1 lieber gesehen hätten, wenn die heutige Erinnerungsstunde auch die letzte Stunde des Blocks gewesen wäre: Rosen blühen auf dem Hcidegrab! Aber nicht viele nahmen den Dank des Präsidenten für den in diesen zwei Jahren bewiesenen Fleiß persönlich entgegen. Joattc gestern die programmatische Rede des Herrn v. Bethmann-Holl- roeg noch einen stattlichen Zuhörerkreis gehabt, so zeigten an der heutigen Fortsetzung der sozialpolitischen Aussprache nur wenige Dutzend Abgeordnete Interesse. Als den Reigen der heutigen Redner der Herausgeber der „Wahrheit", Herr Bruhn eröffnete, suchte man im Saale selbst seine drei antisemitischen Spczial- genossen vergeblich, und die wenigen im Saale befindlichen Mitglieder anderer Parteien liehen ihm nicht ihr Ohr. Ten Hauptgegenstand der heut:gen Erörterung behandelten die drei nachfolgenden Redner, das Verhältnis der reinen Walzwerke zumStahlwerkSoerband, den Existenzkampf der Siegerländer Eisenindustrie. Der Konzentra- tionspwzeß zieht die dort bodenst.llchige Arbeiterschaft in starke Mitleidenschaft und daS hat auch das Zentrum für den Schutz dieser Industrie mobil gemacht. Der Zentrumsgewerkschaftler Becker aus Arnsberg begründete eine Resolution, die diesen Betrieben den Wettbewerb erleichtern will durch zvllfteien Bezug ihres Roheisens, soweit sie ihre Produkte ins Ausland absetzen. Graf K a n i tz erblickte hierin irrtümlicherweise die Forderung einer Aushebung der Eisenzölle schlechthin, woran abgesehen etwa von den Sozialdemokraten, niemand ün Hause denkt, er machte daher dem Sprecher der Nationallioeralen, Tr. S t r e s e m a n n, die Erwiderung nicht schwer. Natürlich liest sich der in diesem Falle stets nur für seine Person sprechende konservative Heißsporn die Gelegenheit nicht entgehen, sein ceterum censeo gegen das Kvhlensynditat von neuem auszurufen. Dr. Stcesemann ging auf dieses Thema nicht ein, sondern vertrat, in der Hauptsache im Sinne auch der Zentrumsresvlution, den Standpunkt seiner Parteifteunde, die, um die Möglichkeit staatlicher Maßnahmen zur Erhaltung und gedeihlichen Fortentwickelung der reinen Walzwerke erörtern zu Tünnen, die Vorlage einer Denkschrift noch möglichst in dieser Tagung wünschen. Aus der Stimmung in den Kreisen der sächsischen Kleinindustrie heraus glaubte der national- liberale Redner der Annahnte einer Weltausstellungsmüdigkeit der deutschen Industrie entgegentreten zu können und forderte die beteiligten Stellen auf, das Ausland in die deutsche Reichs Hauptstadt zu Gast zu laden. Entsetzensvoll flüchtete alles aus dem Saale, als dann Herr Zubeil sich mit seinem Material auf der Rednertribüne aufpflanzte. Der Staatssekretär v. Beihmunn- Hollweg unterzog sich mit seinen Räten auch dieser Geduldprobe. Ter Schleswig-Holsteiniiche freisinnige Fabrikbesitzer Carstens war der letzte Redner; er rechnete mit den Herren auf den sozialdemokratischen Bänken ab. Stimuiüngsbüö aus öcm xreug. RögeoröueLenhaus. Berten, 6. Februar. Bei kaum irgend einem anderen Ressort — die innere Verwaltung nicht ausgenommen — wird alljährlich der Rui nach Reformen jo laut, wie beim Iustizwesen. Und es sind immer noch fast ausnahmslos dieselben Wunsche und Besmwerden, die die Justizdebalte zn Tage fördert. Tiesmal waren es vornehmlich 2 frei Juristen, die sich zum Sprachrohr der oft geäußerten Volkswünsche IHM II Hl II ,■111111 HITlildl III m -T~ J-— JT"~-rwr*— -Tn™ ' »-Ttr—* -7-7'1--TTTTTl-- Die Leistungen der Chöre waren unter Leitung des Herrn Professors Traut mann ganz ausgezeichnet. Außer dem Eingangschor und den beiden Chören von Schubert gefiel mir ganz besonders das „Heideröslein". Wer kennt sie nicht, die alte hebe Werner'sche Weise »Sah einKnad' ein Röslern stehn* ? Herr Dav isson erwies sich als ein tüchtiger Meister seines Instruments. Sem Ton ist weich und zart, und in seinem Spiel liegt tiefe Innigkeit. Las zeigte sich besonders in Pergoleses Arie. Daß dem Künstler auch das Heitere vorzüglich gelingt, erkannte man an seiner vortrefflichen Wiedergabe der Gavotte von Bach und dem Menuett von Haendel. Dieses mußte er puf Verlangen wiederholen. Die Solosänge.ün, Frau Berthe Boulin-Berg, verfügt über einen sympathischen und sehr ausgiebigen Sopran. Die Aussprache war nicht immer ganz fehlerfrei, um so er- treulicher aber wirkte der ausdrucksvolle Vortrag. Besonders gut gefielen mir die ,Salome" von Brahms, das wunderschöne Lied von Richard Wagner „Schmerzen" und dos Wiegenlied von Richard Strauß. Hugo Wolfs „Morgentau* sang sie ungemein zart, man möchte beinahe sagen: duftig. Als Zugabe fang die Dame ein reizendes französisches Lied, eine Komposition von Weckerlin. -n. — Neues vo n W ilhelm Busch. Wie uns aus München gemeldet wird, sollen in diesem Jahre zwei Werke im Verlage von Lothar Joachim erscheinen, die für Verehrer W. BustO lebhaftes Interesse haben werden. Am 15. Ap il, dem 77. Geburtstage des Dichters, soll ein Band mit 70 noch nirgends veröffentlichten Gedick/teu erscheinen. Im Herbst 1909 soll ihnen die von seinen drei Neffen bearbeitete Biographie Wilhelm Busch's folgen. Tas reich illustrierte Buch enthält Aphorismen und Tischgespräche von großem Jntercsie und großer Bedeutung für Alle, die den feinen Geist des Heimgegangenen verstanden und verehrt haben. — Preisausschreiben für landwirtschaftliche Höfe. Ter Verein für Heimatschutz im Herzogtume Braunschweig erläßt ein Preisausschreiben für Entwürfe von landwirtschast- lidjen Höfen, die im Stil der niedersächsischen Heimat gehalten sein und dabei allen Anforderungen der landwirtschaftlichen machten: Herr Cassel von der VolkSvartci und Herr P o l t a * sohn von der Vereinigung. Namemlich Her-r Cassel unterzog pas preußische Justizivesen einer eingehenden Kritik, und die mil modern • soitschritilicheni Geist gepaarte Objefuvität dieses Sachverständigen sichert ihm die rege Aunnerksamkcit des Hauses. Wie alle Sachkenner sieht er die Wurzel f a ft aller Mißstände in unserer Rechtspflege in der unzweckmäßigen a Fabern i f d) e n und praktischen Ausbildung unseres ju- ristischen Nachiouchses. Herr B e s e l e r aber ist ein vorsichtiger Mann; er wollte lischt recht an die Reform des juristischen Studuims heran, und die von Cassel vorgeschlagene Einsetzung einer Kommission von Theoretikern und PraFukerri zur Vorberatung dieser Rekorm war nicht nach seinem Geschmack. Desto größeren Euer prastierte er in der PoletniF gegen den Polen MizerSFi und den Sozialdemokraten Leinert, die unter großen llcbertreibungcn die Unparteilichkeit unserer Justiz rtiudweg geleugnet hatten. Tie lloiijervativen hatten Herrn Strosser vor- geschickt, der mit mehr Temperament als Logik Herrn Leinert die Leviten las. Ter Montag wird die zweite Lesmtg der Lehrer- und Pkarrerbesoldungsgejetze bringen. politifctyc Lagesschar». Die Brennstcner. Angestchls der Situation, die durch die Ablehimng deS Brannl- weinmouopols in der Steuerkommlssion des Reichstages geschaffen woiden ist, hat die von dieser eingesetzte SubFommission nach Beendigung ihrer Beraiungen der Negierung nunmehr einen Kompromißantrag übergeben, der auf etwa folgender Grundlage beruht: Tie Regierung verzichtet aus die Forderung des Monopols, die Maischraumsteucr wird abgeschafft. Dagegen wird die Verbrauchsabgabe, die ehedem 70 Mark für das Hektoliter betrug, auf weit über 1GU Mark erhöht; diese Abgabe wird erst dann tätlig, wenn tatsächlich ein Konsuln des Fabrikats erwirkt ist. Sie ilt also keine Fabrlkatsteuer. Die Brausteuer soll daneben in der bis« icrigen progressiven Welse ausgestaltet werden. Von einem Wegfall der sogenannten Liebesgabe ist nicht die Rede. In dem Vorschläge der Subkommission wird sie nur ermäßigt. • Ein türkischer Gegenvorschlag. Die Türken geben den Russen ostellbar nichts an Schlauheit nach. Sie akzeptieren den russischen Vorschlag im Prinzip, machen aber gleichzeitig Gegenvorschläge, die den russischen Vorschlag von Grund aus verändert. War der russische Vorschlag unklar, so ist es der türkische no chmehr. Tie Pforte sandte ihren Gegcn- vvrschtag am Samstag äsend an die türliich: Botschaft in Peters bürg unb eine Kvpie an die Konstantinopeler russische Botsck)uft. Die Pforte fuhrt darin aus, was Bulgarien ihr zn zahlen ijätte, und was die Türkei an kapitalisierter Kriegsentschädigung an Rußland chulde, sich beinahe ausgleiche. Tie „Jeni Gazetta" sagt: Ter Ministerrat faßte einen sehr wichtigen Beschluß, dank ivclchem die Türkei von der Schuld, die sie an Rußland innerhalb 74 Jahren zu zahlen hätte, befreit werde und die Annuität von 350 OliO Pfund im Staatsschätze bleiben und für das Wohl des Landes verwendet werden könne. Der Großwesir erklärte denv Redakteur der „Jeni Gazette": Wir akzeptteren im Prinzip den Vorschlag Rußlano«.'. Der Muttster des Innern sagte: Wir nahmen den Vorschlag im Prinzip au, weil wir dadurch Der Möglichkeit eines Krieges aus dem Wege gehen, wir hielten es für unsere pattiotische Pflicht, ohne Bedenken das Opfer zu bringen. Wenn wir die 74 Annuitäten der Kriegsentschädigung kapitalisieren, werden wir diese durch Zuzahlung von 800 000 Pfund vollständig liquidieren können. Unser Gegenvorschlag an Rußland geht dahin, ihm 800 000 Pfund zu zahlen und ihm eüw Summe zu überlassen, die es sich verpflichtet, uns unter dem Titel einer ftnanzietten Kompensation Bulgariens zu geben, um den Rest 6er Kriegsentschädigung zu begleichen. Dieser Betrag umfaßt auch die für die Orientbahn zu zahlende Snnmie. Aus diesen Gründen nehmens Technik entsprechen sollen. Ter 1. Preis beträgt 750 Mk., der 2. 600 Mk., der 3. 450 Mk. Außerdem wird noch eine größere Anzahl vvn Enlloürfen zum Preise von je 100 Mk. angekauft werden. Alle guten Zeichnungen sollen auf der großen land- wirtfckraftlichen Ausstellung zu Braunschweig im Juli 1909 ausgestellt werden. C. K. Ein neues Opfer der X-Strahlen. Aus London wird berichtet: Tie gefährlichen. X-Strahlen haben von der Wissenschaft ein neues Opfer gefordert: Hekry W. Cox, der englische Forscher, der sich schon seit Jahren mit Experimenten mit den X-Strahlen beschäftigt, hat sich jetzt einer Operation unterbieten müssen, bei der er drei Finger und den größten Teil feiner rechten Hand verloren hat. Schon vor einigen Jahreü mußte er sich einen Finger der linken Hand amputieren lassen.. Wie Tr. Hall-W>wards, der bekanntlich beide Hände verloren hat und mit dem Cox früher gemeinsam experimentierte, ist Harry Cox einer jener Märtyrer der Forsckwng, die als erste Pioniere rwch unausgerüstet unbefaunten Gefahren entgegenziehen. Ihrem bitteren Schicksal verdankt man die Kenntnis der Gefährlichkeit der X-Strahlen; die heute mit ihnen operieren, sind solck>en Unfällen nicht mehr ausgesetzt. Man hat inzwischen erkannt, daß Blei ein sicheres Aöwehrmittel ist und unter bleigetränkten! Gmnmimasken und mit eben solchen Handschuhen geschützt arbeiten heute die a*nbercn Forscher, die ihre Sicherheit den teuer bezahlten Erfahrungen von Edwards uiü> Cox verdanken. — Eine nette Stilblüte findet die T. R. im Bazar Jahrgang 1909, S. 75, wo es in einer Erzählung heißt: „Tie alte Frau wurde woritkarger von Tag zu Tag. Tie Moll weinte darüber. Aber diese alten, treuen Magdtränen lösten die seltsam verrosteten Riegel nicht, in denen es sich wie eine große Tür zutat in dem Innern der Stummen, alten strengen Frau, die mit ihren blauen Augen auf und ab durchs Haus humpelte und fein Fädchen verborgen blieb". — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Der R e t.ch s F a n z l e r hat den Vorsitz des Ehrenausschusses für den vom 24. bis 28. Juli d. I. in Stuttgart flattfindenden 4. Verbandstag der Schule Stolze-Schrey übernommen. — Geheimer Regierungsrat Pro'. Dr. phil. et mcd. Simon Sch wen den er, Ordinarius der Botanik an der Berliner ilniverfität, feiert am 10. d. Alts, seinen 8u. Geburtstag. — In München ist der UuiversitätsmusikdireFtor, a. 0. Professor a.D. Tr. phtl.Johann Georg Herzog inr 87.Lebensjahre gestorben. — Ter Augenazt Dr. Stetn- kühler in Zittau hat sich, der „Münch. Alediz. Wochenschr." zufolge, nach 'Jl b e f f i n 1 e n begeben, um dort im Austrage König Meneltks eine Augenklinik einzurichten. trtr also ben rnfitfdjcn Bo Schlag an ?n '«Sona bell man ben tftrtiftfrcn QkgeTtoDrjcfrtai, bie flanke turfx<* öntftfrittgun^.nimmt »u lüruibieren, nur für einen Scha ch i n g, um ine Turch- füfrtunrj deS russische« Wovd-'wi m üeretieLn. In Wiener ofiv* GiSsen ft reif en ift man nickt so prifüniHr'd). 57 c:: bett'. :*t bort ben türkischen i>kgenvorick/taq als ernftfraft lind steht ilnn lehr Imnoatbnd; gegenüber, da man darin einen hntbti'ten olavtl uir ftonfolunminfl des türMchen SUtcne: und zu ''einer Emanzwo-^ri Von ttroiDcn 6inf(üf«cn erblickt liefe machten »ich n immer wicder gelteiw, imnn btt -tfirf*’. mit ihren Arten.«Äulden int Ruck- ftanb blieb. Inzwischen scheint man aber in flonftanltnopel selbst feinebweg- mit einer platten Annafrme oes QkflenroridM 19t -d rechnen. man beredet sich nstrlgec 'ien ftfrin auf da Äeuftrr'. toor. Der ,Jrd(n. Ztg." wird tumurf) au; 3a(omfi vom 6. Irtbr {teleflxapfrurt: Ein Befehl von zlonsUrntinobel ordnet an, tast im qanjen dritten x»tp;be)irte Borke hrungm zur 'osorttgen Etn- terufunn sämtticher AlterSNassen netroiien inerbcn, derart. baH sie auf die erste Weisung bm marschbereit sind. Die »onditi't.1. -mäßige Zahl der Zraqttert für jeben Iruvpcntril sott beschälst werden Bon der WrtnK wird berichtet, dost auf DufgariidkT Seite die Bildung von ^retivilligenaoteilungen ftattfintal Deutsche» ttetch. Ter Kaiser paar fhttete Samotaq Bormittag um 12 Ufr bet Fürstin von Bülow artläulich ihre» G.burtitager einen Bei ml ab. — Ter Kaiser hörte vormittags r>en Bortrag bet Gfrek M Marme-5tabinettS Vizeadmiral v. Müller an Generalintendant von hülfen I>at vom Kaiser bt< landesherrliche Genehmigung erhalten, sich Gras hülfen4)äfeln zuncnnen. , , Bet der R ei chS t a g Ser sa d w a hl für den Wahl- kreis Lchrimm-Lchroda wurden im ganzen 17 936 ©tim- men abgegeben. Hiervon erhielt v Ntegolcwski (Pole 13911’ und v Gunther (ReichSpartei, 4009; zersplittert waren 8 Stirn Inen. Ersterer ist somit gewühlt. Ter hamburgische Senator ©tarn man» ist gestern Nachmittag in seiner Wohnung plötzlich an einem Herzschlag gestorben. Deutschland und die Affäre Azew Einem Pariser Blatte, dem .^Journal", zufolge beabsichtigen die deutschen So- statt) emo traten im Reichstag zu interpellieren. Da iic angeblich Beweise für stündige Beziehungen -wiid-en der deutschen und der russischen Polizei in der Affäre A.ew besitzen. Ein neues Theaterverbot, das rocit unverständlicher al» die bidlKr erlassenen ist, meldet der „Lothringer" aus Hamngen. üin Dort bestehender Verein von Elsässern wollte zivei Einakter im elsässischen Dialekt, Die vom Staatsanwalt öreber betrübten, zur Ausführung bringen, der Ertrag war für die durch die Erb- bebenfataftroDbc in ©Übitalien Qkfdwbigten bestimmt. Ter ihcid- tireftor von Tiedenhofen Ekst verbot tedvch ohne Angabe von Gründen die Aufführung. 2luslait&. TaS österreichische Beamtenkabinett, mit dessen Bildung Baron Bienerth vom Ataifn Fran» Josef betraut wurde, wird einen parlamentarischen Einschlag haben. Zn Abgeordneten kreisen werden Terschatta, BtlinSli und ZuchS für einzelne Ministerstellen genannt. Endgültige Beschlühe sind aber nach keiner Richtung hin gefaßt Ter Reichsrat dürste erst Mitte April anberufen werden. Tie die-jährigL RekrutenauS^hebung wird, wie bei der ungarischen Krise, bis zum Mai vertagt werden. Auch der böhmische Landtag ist gestern gesästossen worben. Ta gestrige Sonntag in Prag und der übliche Bummel da deutschen Studenten ist ohne Zwischenfall verlaufen. Ter böhmische Landtag »st'am Samstag geschlossen Waden. Ter italienische M r n i st c r r a t bat in seiner letzten Sitzung beschlossen, den Belagerungszustand in den Bezirken Messina »mb Regaw bi Calabria aus zu he ben. Weiterhin sagte Der Minister rat den Beschluß, dem König die Auflösung o c r ft a in in c r vorzufchlage n. und dem Ministerpräsidenten die Erinachugung ;,u erteilen, den Zeitpunkt für die Neuwahlen und für den Wieberzusammentritt der ftännitcr lestzusehen. S u in deutsch-schweizerischen Mefrlstreit. Der deutsche Gesandte in Bern hat bem Bundespräjidenten die neue Antwortnote bet 'Jleirirtrcgieruug betr. den Mehlzollkonsln't über- reicht. Ter Znbalt dieser Note wird al- eine teilweise Sin* nahetunaan ben schweizerischen € 10 n b d u nj t hinsichtlich ber ^yormulierung der Streitfrage zu Händen des Schiedsgerichts aufgesastt. Jahresbericht des Teutschen zilubS in Tavoe Grinin Satzungen gemäß, nicht nur den Zusaminenschlust ber Teutidxrn in Davos untereinander und mit dem Paterlande zu sesttgen, sondern uud> Maui-Meute mit Rat und Tat zu unter Kilben, Hai bet Deutsche ft lud in Davo- im 12. Geichästsiaur eine umfassende segensreiclsc Tätigkeit entwickelt. Neben einer Reihe festlicher und patriotischer Vcraustsltungeu darf besonders ber Fürsorge mittelloser, kranker 9kubibeund)Ci, die in TavoS zur ftur tveilen, Erwähnung getan werben. Zm .3al;re 1908 mürben nicht weniger als 68 Unterftützungsgesuck-e mit insgesamt 15 916 Fr. bewilligt Ter d)inef if d>c Verkehrs Minister Ehenpt ist mit drei seiner Rate au- bem Amte entlassen worden Sie wurden dem Zu stizm mister zur Bestrafung übetptben Die Berhattungen aiolglcn wegen Uuregchnäbigfctten tm Amte. 2lus Stadt und Can&. Giesten, 8. Februar 1909. — Provinztal - Siechenanstalt. Proseffor Dr. Bi er ni er hat in der letzten Sitzung des Provinzial-AuS- schuffe« vorn 6S Februar d. IS. die Stelle al8 Thtßhcb bc6 fturatoriumS der Provinztal-Siechenanslalt wegen zu großer Arbeitsüberlastung medergelegt. "Submissions-Resultat für die Arbeiten zum Schlack) thofS- Erweiterungsbau. Für Mauera 1 betten wurden folgende Angebote abgegeben: Biikensiock L Schneider 99951,73 Mk. (doch soll sich hier in der Offerte em Rechenfehler befinden, so daß sich die Forderung um einige Tausend Mark höher stellt); Georg Becker 111 437 Mk.; Bug. Scheppelinann 111 706,22 Mk.; Heinrich iviim & (io. 114 J 34,17 Mk.; Abermann & !Umg 115319,52 Mk.; H. W. Rinn 128 389,93 Mk.; ftarlWehtum 132 752,19 Mk ; ftönen & Co. - Stettin 222 417,70 Mk. Für Bruchsteine stellten sich die Angebote: Gebe. KaeS-Mayen 2046 SDtf.; Müllet & Ohligschlager-Rteder-Niendlg 2080 Mk.; Tcerazo- platten- und Zementivarenfadrik • WonnS 2104 Mk.; W. Lücke-WieSdaben 2226 Mk.; Bnkcnstock & Schneider-Gießen 2232 Mt.; Karl 'Jldermann.Siöln a. Rk. 2579 Mk.; Bötnn & Eo.«Gießen 2621,60 Nik.; Hessische Stetnbüche • Londorf 2723 Mk.; Ätzbach - G.etzen 2739 2)lt; Preußisch-Hessische Baialtwerke - ftesselbach 2750 Mk.: Wilh. Schnnt; - Maye», 3020 Mk. Tte Ardeiten für den Schlachtbof sollen nach Auschlagvertkilung tunlich sofort angefangen weid.n. " Neber die nationalen Auüsichtrn her Blockpolitik wird demnächst Adg. Ziminer,nann. der Führer der dentfchcn Reformpartet, hier tn Gie.ien sprechen Stadttheater. Cm besondrics Crr i»is bringt die 15. NbonnemeiitSvorslellung am Nt.ttivoch, 10. F.dtuar. Es gelangt an diesem 2l!dend zum ersten M. Bockmev^ Märchen ,d 1 e K ö nig-ltn de 1 mit HumperdmgkL bmihinter Thifif zur 2lufführung. Die PorsteUuiig erfordert gröger. Vorbereitungen, verstärkte- crchester. zahlreiche Proben, z. T. neue Tekorotionen ufro., so dast zum Erfoh der Kosten au* recht zahlreichen Besuch auch außer den Abonnenten aerechnel werden muß. E4 fei hier schon bemerkt, daß daü Werk bei den Wiederholungen wahrscheinlich außer Abonnement gegeben werden muß. — Tie morgige Aufführung von WildenbruchS .Raben'ie.uerin^ als DolkSvorstellimg ist die unbedingt letzt: Aufführung oeS WerkiS. •• Ter Bete ranenverein hielt am SomSiag Abend eine ordentl. Generalversammlung ab. Tie herkömm-. ltche Tagesordnung wurde wie gewohnt glatt erledigt imb der Vorstand durch Zuruf wiedergewählt. Rach Erledigun.-. der Tagesordnung wurde die Feier des 25 jähr. StiftungS- festes zu Anfang nächsten Jahres erwähnt. Ter Verein, dem die Eympbatien der Bürgerschaft, der Behörden und des Regiments vielseitig entgegen gebracht werden, hofft bei bei eit Jahren befolgten Ziirückhaltimg öffentlicher grösterer Feste auf allgemeine Beteiligung und Untfritügunq der Bürgerschast, Vereine :c. sicher rechnen zu dunen. Wie c3 von ölten Kriegern nicht anders zu erwarten ist, soll die Feier ernst und gemütlich, aber keineswegs prunkvoll oder überschwenglich werden. Wenn die Zeit herannaht, werden weitere Dkit- kilungen folgen. - Tie letzten Tage von Pompeji. Iw Kinematographen, dem Theater lebender Bilder, wwd am Freitag dieser Woche ein 400 Meter langer farbenprächtiger Nunst-Film, darstellend „die letzten Tage von Vompcji* zur Darstellung kommen. Tie Vorführung bauert ca. 40 Minuten. 68 ist HerrnKüßgen gelungen, dieAufnahme, bei deren Tar- UeQung hervorragende erste Berliner und Leipziger Bühnen- Künstler mitgewirkt haben, auf 3 Tage zur Vorführung zu erwerben, nachdem der Film bereits in PanS, London, Berlin, Dresden und Leipzig Sensation erregt hat. • • Tic Eisbahn ist von heule ab wieder geöffnet. - Ein Wilhelm Busch-Abend wird heute in stein« Saalbau veranstaltet. Nach EmleitungSoersen, die den berühmten Humoiisten ztigleich als Menschenkenner, als tief empfindenden Dichter feiern, folgen einige der bekanntesten Schöpfungen Buschs. Gingeflreule kürzere Gedichte sorgen für 9lbwechselung im Programm. Ter Redner verfügt über ein ausgiebiges Organ und eine lebhafte Vortragsweise, lieber 300 Lichtbilder veranschaulichen m einer Vortrefflich- feit, die Lichtbildern nicht immer eigen ist, die unoergleich- liche CharakteristcrungSgade deS Toppellünsllerö Busch und stcht in jeder Beziehung ein genußreicher Abend bevor. "Plattdeutsche in Gießen. Die steigende An- zfehungSkraft der hiesigen Universität hat in den letzten Semestern viele Studenten auS den plattdeutschen Gegendeu DeiilichlandS veranlaßt, in Gießen ihren Studien obzulicgen. Neuerdings kommen nun jeden Freitag die plattdeutsch sprechenden Studenten im Hotel Einhorn zusammen, um in gemütlicher Tafelrunde ihre Muttersprache zu pflegen und Neuigkeiten au5 der Heimat auszutauschen. Am letzten Freitag versammelten sich die Plattdeutschen zu einem „ftohl- actcn mit Speck und Pinkel* in dem oberen Saal des Em- t.ornS, der mit den Farben von Friesland, Oldenburg. Bremen, .Hamburg, Hannover und SchleSivig-Holstein festlich geschmückt war. Der nach alten friesischen Rezepten hervorragend zAberettete Braunkohl hatte über 30 Landsleute herbei- gelockt. Während der Dfahlzeit "pricS bet Präsident in einem urechten Plattdeutsch die Wasserkante und ihre Bewohner und schloß mit einem Hoch auf die plattdeutsche Muttersprache. Wad) dem Essen, daS allen herrlich geschmeckt hatte, blieb man noch längere Zett zusammen, um bei plattdeutschen Gesängen und Vorträgen der Feier einen würdigen Abschluß zu geben. Wir hoffen, daß in ben nächsten Semestern die Zahl ber plattdeutschen Studenten sich verinehrt, damit noch öfters in Zukunft ähnliche nationale Festtichkeitrn veranstaltet iverden können. • • Die Unioersitätüplakette kostet 3 Mark (nicht 8 Mark, wie am SainStag infolge eines Druckfehlers zu lesen war). • * Diebstahl. Ein gestern Abend mit der Bahn hier zugereister junger Mann wollte sich an einem Automat in der Bahnhofshalle Ehokolade entnehmen. Als ec sein Portemonnaie zog, um ein 10 Psg.-Stück daraus zu nehmen, entfiel ihm bad Portemonnaie und schnell hob es ein Unbe- fannter auf rind lief davon. In dem Portemonnaie sollen 65 Mk., darunter ein 50Markschem, gewesen fein. Ter Täter entkam unerfannt. — Renitenter Bettler. In dec Moltkestraße rind ben angrenzenden Straßen belästigte gestern morgen em Bettler, ber die gefüllte SchnapSstache bei sich trug, die Bewohner, indem ec schimpfte und skandalierte. Bei feiner Verhaftung zeigte er sich sehr renitent. • • Oldenburger Schweine. Heute morgen traf die erste Sendung Oldenburger Schweine, 62 Stück, für die hiesige Metzger-Innung ein. Ta die Schweine erster Qualität sind, so wird der Bezug wahrscheinlich von nun an allwöchentlich erfolgen. x Klein-Linden, 7. Febr C.ne fta 1 serS (Sc- burtStagSieier veranstaltete am Samstag abend der ftriüger- verein tm Saale jur „Deutschen Eche". Planer Göttel- ni a n n h elt die Festrede, die in ein Hoch aui ftau c und Grvst- Herzog auvt ang. Tann rviJeje sich do- reichhaltige Programm 'Rhein" in drei Bild rn: Äöfchied, Aa-ma.sch der Truvk^n, Helden- tud äui bem Schlacht seid. Fräulem Guter fang zu i?txm t't(bc eine Stwpfrc dcS Li^rcS ..Swtzeniels am Difrcni“ und erntete l..hasten Beifall. *2iua) die B.lder sechst, die ihe Herren Panne cke und Siebmann stellten, ge sielen au'S beste: diese Äuf- '..brungen biloetcn unstreitig ben lylaitjiranh deS AdeirdS Ten uvriten Teil der Feier cro? ncte der Borilhenoe Lehrer keil mit einem Hoch aus da- deutsche Bolk und Vaterland. Hieran sdftoß 'ich daS Thcaterst.ick „Die ItriegervereinSsiSung". Tie Svlovorträge Herren ^.irdervth und Pannecke und Oai .k’ta^erimei dcS r.'cb.erS i . P. ftarchcr trugen nrcht wenig mm Oelmgen des Abends bei. In den Paulen konzertteiie b« Kapelle Becker-Äieseck. g. Sb a b • 91 a u b c 1 m, 7. Fedr. Zum Nachfolger des aus GrsundheitSrücksichten vom Poften eures LuSgerichtS- . orftehcrS zurückgetretenen Beigeordneten flangsborf wurde Beigeordneter Uniertem zum Vorsteher des Großh. Orts- Gerichts ernannt und verpsirchlet. 21 nS der Wetterau, 7. Febr. Die Einführung 'c6 < lek Irischen Lichtes und der Wasserleitungen e chöftigen fortgesetzt die Genreindcn. Zn Offen heim de- schloß euw Bürgerverjammlung sich an daS Eleltrizttätsrvec Lrßberg anzuschließen unb die Ecrichlung einer Wafferleitung oorzuberettrn. Tie Gemeinde WeckerSheim plant eint elektrische Lichtanlage mit Anschluß an die Fürstlich -braun* selsifche Grube. Um eine Rentabilität zu erzielen, will man bie umliegenden Orte RcichelSheim, Tornaffenheim und Beien* heim mit anichlleßen. = Nieder-Wöllstadt, 8. Zebrrtar lTel.) Gestern morgen stürzte aus bem O-Zug 9k. 44, der kurz nach 6 Uhr in Frankfurt sein soll, der frteiigen Station der Oberleutnant Hermann Müller auS Weißenburg, Zn'.-Regt. 9lo. 60, au8 Sem Zuge. Er wurde eine Strecke geschleift, konnte aber dann nufitehen unb einige Schritte m der Richtung nach dem BahnwäcterhauS zu gehen. Ta erfaßte 1311 ber Zug aber- mala, er stürzte wiederum und brach daS Genick, sodaß der Tod sofort eintrat. Nachträglich wurde »dm noch dec Imke Fuß abgefahren. T:e Untersuchung über die Ursache deS HerauSsteigenS ist emgelettet, wahrscheinlich liegt eine Unachtsamkeit befl Verunglückten vor. -m rrtenbfrfl. 7 Febr. Auf V^ranla'urtg deSLrtS- gewerbevereins butt aciura a. elektrischen Strome» bat Jufrorern in klarer 29euc vvrzuführen. x Lüdellindeir, 7. Febr. Ter Konsumpercin hielt gestern abeno seine C«knrralDeriacimlung im Burkseben Saale ab Ter Verein zäbli 79 Mitglieder unb erzielte einen Geschäfte Überschuß von rund 3000 Mk Davon k.'imncn 6 Pwzent Dividente zur Verteilung. (] Marburg, 7. Febr. Ter Rektor ber hiesigen Uni- versität fordert in einem Anschlag am schwarzen Brett auf, die von einem Unbefugten abgeholte, bei der akademischen ttaisergeburtSlagSfcier gefronte phni 1 kalrsche PretS- aufgäbe schleunigst zurückzubnngcn. Wer Arifklärung über den Verbleib der wiffenschaftltchen Arbeit geben könne, möge dieS mitteilen. h Frankfurt a. M., 8. Februar. Eine geftem von etwa 6000 Personen besuchte Versammlung im Albert Schumann-Theater nahm Stellung gegen bte beabsichtigte Erhöhung der Brausteucr. Die Venannritung nahm eimtmimig ernt Resolution an, in der Protest eingelegt wird gegen die dem Reichstage unterbreitete Vorlage eines Braustenerge'etzeS. Die Versammlung sprach die bestimmte Erwartimg au«, daß der Reichstag der Brausteuer-Erhöhung seine Zustimmiing versagen wird. X Höchst a. SW., 7. Fcbr. Zn der Delegierten- Versammlung deS mtttelrhcinischen VcrbandeS eoang. Arbeitervereine wurde cm Antrag des Vereins Gießen angenommen, die (rinjeloercme aufziifordem, dem ^VolkSdunde zur Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Bild, Sitz Berlin", beizutreten. ■ ____ ■ ..... Gastspiel A. wohlmuchs. K. N. Gießen, 8. Februar. xec gestrige Abend brachte außer der unverwüstlichen ,Pension Scholler", deren flotte Darstellung im dritten Auszug bedenklich mS Schivanken geriet, Goethes anmutiges Lustspiel ,Ter Bü rgergeneraP, das von Hermann Bakof mit glücklicher Hand eingerichtet worden war. Dtit gutem Grund hatte er die Aufführung deS sonst üblichen LustspteltoncS entkleidet, derber gestattet und dadurch eine ausgezeichnete Wirkung erzielt. Auch als Darsteller U6 allen Marten ift Bakof mit unbedingtem Lob zu et* wahnen. Er zeichnete den alten Flapü mit der ihm eigenen feinen EharaktcrisierungSkunst, bie ihm bei der Darstellung älterer Herren in so reichem Maße eignet. 9116 Bürgergenerat SchnapS zeigte sich AloiS Wohlmuth, desien Eigenart wir bei seinem ersten Auftreten am Mittwoch eingehender gewürdigt haben, von einer neuen Seite. Er stattete den großschnauzigen Heilkünstler mit dem furchtsamen Hasenherz nut einer von reichem Humor getragenen Anschaiinlichkett aus uud charaktensirte schon m der beweglichen Behendigkeit das leichtsinnige fröhliche Temperament deS armen Teufels, der sich mit kühner List cm Frühstück zu verschaffen sucht. Totle Mayfarth als Rase war von liebenswürdiger Fröhlichkeit und spielte mit kecker Laune unb sehr lobensivürdigem Geschick. Auch KarlDolck als Görge war ganz nett, und Rudolf Goll, der die kleine Rolle des Edelmanns für E. Weingartner übernommen hatte, wurde seiner Aufgabe ebenio gerecht wir W. Bö Icker als Richter. ttb|lra tas vochwaffer zerstun. Der sonst so still und r-h.g fließende Salzfrödebach, der bei Ovenhausen in die Lahn mündet, ist bei der jetzigen Schneeschmelze zu einem reihenden Strom angeschwollcn, dessen mit starken Eisschollen, dahineilende Fluten auch der stärkste Brückenpfeiler nicht Stand halten konnte. Am Freitag irachmittag stürzte bei der Schmelz, 2 Kilometer oberhalb Salzböden, die Brücke ein. Abends um 7 Uhr siel die bei Odenhausen über den Bach führende Brücke unter donnerähnlichem Getöse den Fluten zum Opfer. Beide Brücken waren aus Stein erbaut. Tie erstere ist im Jahre 1848 ans Sandsteinquadern hergestellt, letztere bestand aus festem Gewölbe von Bruchsteinen. Ueber die Zeit ihrer Erbauung weist man nichts bestimmtes, jedoch ist er sicher, dast schon eine ganze Reihe von Generationen darüber gewandert sind. Infolge der Ueberschwemmungen an der oberen Lahn hatten am Freitag abend alle Züge lahnabwärts Verspätung. Kurz nach 4 Uhr fand am Freitag zwischen Nassau und Laurenburg ein Bergrutsch statt, der beide Gleise der Bahn sperrte. Ter Zug 8,18 ab Limburg mußte daher nach Limburg zurückkehren. Es gelang schließlich, ein Gleis wieder frei zu bekommen, so dast der Zug, der 5,14 von Coblenz in Limburg sein soll, wenigstens um 7 Uhr eintreffen konnte. Tie Strecke Köln — Gießen zwischen den Bahnhöfen Au und Horchen ist durch Einsturz der Brücke in Kilometer 50,2 und Beschädigung der Eulenbruchbrücke in Kilometer 61,3 für den gesamten Verkehr gesperrt. Ter Personenverkehr in der Richtung nach Köln und Uebergang erfolgt ab Betzdorf über Hagen. Aus Betzdorf wird uns geschrieben: Infolge der außerordentlich starken Schneemafsen und des plötzlich eingetretenen anhaltenden Regenwetters, ftiegen am Donnerstag die ^Wasser der Sieg und Heller in erschreckendem Maße und nahmen unheimliche Dimensionen an. Mit Bangen sahen die Bewohner der Däuser der Bahnhofs-, Sieg- und Dellersttaße, den bereits schon das Wasser zu den Fenstern herein drang und die unteren Stockwerke füllte, der . anbrechenden Nacht entgegen. Immer reißenber strömte die Flut heran und fortgesetzt wurde von Orten, am oberen Laufe der Sieg und Heller Steigen des Wassers gemeldet. Im ganzen Orte herrschte größte Aufregung und fast sämtliche Bewohner befanden sich hn Freien. Tie Gefahr war im Laufe der Nacht für die Häuser der Bahnofssttaste derartig gewachsen, dast die Feuerwehr arlarmiert wurde und in Kähnen die Bewohner aus den bedrängten Häusern abholte. Schon am Abend waren an einzelnen Häusern in der Bahnhofsstraste Nisse bemerkt worden und die Bewohner von der austerodentlichen Gefahr. welche ihnen drohte, in Kenntnis gesetzt. Gegen 12 Uhr wurden dann die Grundmauern an einem Hause, in dem sich der Weinkeller des Weinhäirdlers Aepfelbach befand, fortgerissen und etwa 2000 Liter Wein von den Fluten verschlungen. Zu gletdjer Zeit brachen die Mauern an einem Nachbarhause des letztgenannten heraus und die Fluten führten fast sämtliche Atöbel und Betten rm Nu von dannen. Selbst als die Häuser schon zu wanken begannen, war die Feuerwehr in den oberen Stockwerken noch tätig, um Möbel, Betten usm. in Sicherheit zu bringen. Gegen 3 Uhr mußten die Feuerwehrleute von ihrem Rettungswerk ablassen, da die Häuser immer mehr schwankten und eine halbe Stunde später stürzten zwei Häuser mit donnerähnlichem Gekrache zu- iammen. Es war das Werk eines Augenblicks, man sah ein schäumendes Aufspritzen und die Trümmer waren von, den Wellen verschlungen und fortgerissen. Auch ein schwerer Geldschrank, dessen Besitzer nicht anwesend war, versank in den Fluten. Unaufhörlich strömte, dec Regen hernieder, trotzdem waren die ganzen Bewohner, namentlich der an der Sieg und Heller gelegenen Häuser, im Freien und sahen mit Bangen dem Zerstörungswerl'e zu,, welches das schaurige Schauspiel anrichtete. Mit Tagesanbruch rissen dann die Fluten Teile der Fundamentmanern des Postamtes ein, so baß auch hier geräumt und das Postamt tu ein anderes Gebäude verlegt werden mußte. Man glaubt setzt doch, daß das Postamt erhalten werden kann, es ist mit eisernen Strebern unterfangen. Endlich bemerkte man im Lause des Freitag Vormittag rasches Fallen des Wassers und die Bewohner atmeten wieder erleichtert auf, da sonst sick)er noch mehrere Häuser dem Einsturz geweiht gewesen wären. Obwohl glücklicherweise keine Verluste an Menschenleben zu beklagen sind, dürste der Schaden, welcher die vom Wasser bedrängten Bürger getrosten hat, sich doch auf die Taufende belaufen. Trotzdem die Wasser letzt sinken und das Aergste vorbei ist, wird doch die bange Erinnerung hieran in Betzdorf noch lange bestehen bleiben. Für Franks u r t war für gestern nachmittag ein weiteres starkes Steigen des Hochsvafsers erwartet worden, doch blieb die schließliche auch kommende Flut hinter den Befürchtungen zurück. lUm 7 Uhr abends war der Pegelstarrd 5,53 Meter und um 8 Uhr 5,56 Meter. Tas Wasser stieg noch langsam. Auch vom Mittel- und Obermain wurde gemeldet, daß das Steigen sich verlangsamt habe. jAn der alten Main brücke ist eine Menge Flößholz angetrieben. Tas Frankfurter und das Sachsenhauser Mainufer stehen völlig unter Wasser, ebenso die tiefliegenden Straßen der Altstadt, wo das Wasser bis zum Römerberg steht. Besondere Unfälle finb nicht vorgekommen. Am Main wird in Würzburg der höchste Stand einge-/ itreten sein. In Aschaffenburg und Passau wird er heute eintreten. Die Seitenslüsse sind im allgemeinen etwas gefallen. Rachem das Hochwasser der Kinzig gefallen, ergibt sich, daß allenthalben großer Schaden angerichtet worden ist. 92a- mentlid) bei der Hanauer Kleinbahn haben sich beträchtliche Tammrutschungen gezeigt, so daß am Sonntag energisch an den Ausbesserungen gearbeitet werden mußte. Leider wird ie- doch noch geraume Zeit vergehen, ehe der Betrieb wieder voll auf- genmnmen werden kann. Wegen Sperrung der Lahnbrücke zwischen Nieder- lahn stein— Oberlahn st ein und Unterwaschung des einen Geleises zwischen Oberlahnstein und Block Hohenrhein werden bis auf weiteres die D= und Schnellzüge Frankfurt—Rüdesheirn— Niederlahnstein—Köln über Frankfurt—Mainz—Bingerbrück— Koblenz, die Eilzüge über Frankfurt —Wiesbaden—Mainz—Marnbach—Bingerbrück—Koblenz geleitet. Ter Personenzugsverkehr wird bitrd) eingleisigen Betrieb über Oberlahn stein—Block Hohenrhein—Niederlahnstein aufrecht erhalten. Zwischen Wiesbaden— Oberlahnstein und icmgekehrt verkehren die Eilzüge 47, 49, 55, 52, 56, 48 und die V-Züge 171, 68 für den Lokalverkehr. Ter Rheinpegel zeigte gestern in Köln 5,79. Ter Bahnhof Gelsenkirchen—Bismarck ist infolge Tanrmbruch der Emscher überschwemmt und teilweise unterspült und für den Verkehr bis auf weiteres nicht mehr zugängig. Tas Hochwasser der Fulda ist von 23onnittag bis Wend bei Kassel um 70 Zentimeter gefallen und fällt weiter. Tas Hochwasser der Werra riß die Flutbrücke bei Wanfried weg. Drei Knaben sind dabei ertrunken. Tas ganze Sa a letal ist meterhoch überschwemmt. Am Samstag abend begann die Elbe bei Dresden rasch zu steigen. Hunderte von Arbeitern waren beschäftigt, um den Brückenneubau zu schützen. Gegen 9 Uhr traf das böhmische Eis aün. Die Schollen hatten eine Stärke von einem Meter, so daß alle Schutzmaßregeln nichts nützten. Die großen Balken, die mau auf gestapelt und mit eisernen Tragern beschwert hatte, worden von den Schollen sofort weggespült. Für etwa 10 000 Mk. zugerichtete Balken gingen verloren. Gegen Voll Uhr staute sich das Eis an der Jnterimsbrücke, die starken eingerammten Psahle der Brücke hielten aber nur zum Teil stand, etwa zehn wurden weggebwchen und weggeschwemmt. Die nördlichen und westlichen Vororte von Leipzig sind teilweise überschwemmt. Das ganze Rosental steht unter Wasser. In der Antvinettenstraße und in der 9iödelstraße rettete die Feuerwehr am Samstag mit Kähnen die Bewohner der unteren Stockwerke und Fischer führten mit Kähnen den Bewohnern der oberen Stockwerke Lebensmittel zu. In Schleußig mußte die Feuerwehr die Bewohner aus mehreren bedrohten Häusern üt Sicherheit bringen. In Rieder kross en bei Orlamünde (Sachs.-^lltb.) verursachte das Wasser einen Erdrutsch, durch den Grabdenkmäler umgeworfen und Gräber blosgelegt wurden. Im Donaugebiet haben nur die linksseitigen Zuflüsse, Wernitz, Altmühl, Raab und Regen, Hochwasser gebracht. «lcme Tageschroutk. Ter Großherzog von Baden I)at den Raubmörder PHili psohn zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Am Samstag ist die Druckerei und lithographische Anstalt von Albrecht Katz in Mannheim völlig niedergebrannt. Der Schaden beträgt 100 000 Mark. Infolge Ausströmens großer Gaßmengen wurden auf Schacht Maximilian bei Hamm vier Bergleute getötet und einer schwer verletzt. In P h s ch e g in Schlesien erschoß der Häusler Janosch seinen tags znvvr getrauten Sohn int Rausch und tötete sich dann selbst durck) einen Schuß in den Kopf. In dem Sprengst» fsm agaz in der Bergwerke von Tucquegnieux bei Briey explodierten 1700 Kilogramm Pulver und Dyamit, sowie 10 000 Zünder. Sechs Arbeiter wurden getötet Das Gebäude wurde vollständig zerstört Aus Sunastvall in Schweden wurden von mehreren Orten ziemlich starke E r d st ö ß e gemeldet. Ter Sekretär der deutschen Gesandtschaft in Santiago de Chile ist ermordet worden. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß der Schädel gespalten war. Die Staaten Georgia, M i s s i s s i p i und Texas wurden von einem Zyklon heiingefucht, wodurch 22 Personen getötet und viele verletzt wurden. Zahlreiche Häuser ttnirben zerstört. Der Schneesturm, der kürzlich Kansas, Nebraska, Iowa und Oklahoma verheerte, kostet die Vemcherungsgesellschaften 12 Mill. Mark. • . . Bei Tampa in Florida fuhr ein Kraftwagen, in dem sich der ehemalige Präsidentschaftskandidat Bryan befand, gegen das Geländer einer Brücke. Bryan wurde am Bein schwer verletzt. Gestern früh wurde in Tiflis ein Erdbeben verspürt, das zehn Sekunden dauerte. Nack» anderthalb Stunden ereignete sich abermals ein heftiger Erdstoß. hanSeL. r 2 t ß b c r g, 8. Febr. Billiges H o l konnte man am Samstag bei der hiesigen Holzversleigerung kaufen. Schnitholz 1. Kl. kostet etwa 7 Mk., 2. Kl. ö—6 Mk. und Buchen-Reisig der Meter 50—60 Pf. London, 6. Febr. Nach dem Handelsausweis iviirben tm Januar in Großbritannien Waren im Werte von Lstr. 53 511359 eingeführt. Ter Rückgang der Einfuhr beträgt Lstr. 2 852 020. Die Aus'uhr (teilte sich tm Januar aut Lstr. 28 803 046, was eine Abnahme um Lstr 5 604 721 bedeutet. Die Ausfuhrziffern weisen in allen Fabrikwaren, hauptsächlich aber in Elsen, Stahl, Baumwolle, Wolle, Drogen und Farbivaren einen Rückang auf. Märkte. ic. Frankfurt a. M.» 8. Febr. (Orig.-Telegr. bcS „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Frucht markt preise. Weizen Mk. 21 50—21.75, Kurhessischer Ä!k. 21.75—22.00, La Plata Mk. 24.00—24.50, Kansas Alk. 24.25—24.75, Roggen (hiesiger) Mk. 17.00—17.25 Gerste (Wetterauer) Mk. 18.50—18.75, Franken- elber Alk. 17.50—18.00, Hafer 16.50—17.50, Mais Mk. 16.75—17.00. Weizenmehl Alk. 32.50—32.75, 00—00, 2. Qualität Mk. 31.00 bis Mk. 31.25, 3. Qualität Mk. 29.00—29.25, Sioggcnmebl 0 Alk. 25.50—25.75, 1.Qualität Alk. 24.50—24.75, Weizenkleie Mk. 9.75 blS Mk. 10.00, Sloggeiillcic Alk. 10.25—10.50, Maiskeime Alk. 12.50 bis Alk. 13.50, Frauken, Pfälzer, Ried Alk.00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab biet’. le. Frankfurt a. M., 8. Febr. (Telegr. Orig. - Bericht deS „®ie£>. 9(115.".) Amtliche Notierungen der heutigen 1 c h 111 a r k t- p reife. Zum B^ckaufe slaudeu: 448 Ochsen, 82 aus Oesterreich, 50 Bullen, laus Oesterretd), 820Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 284 Kälber, 327 Schafe uiid Hämmel, 1673 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Schallämmer. Bezahlt ivurdeu llir 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 73—76 Alk., 2. Qiialität 68—70 Alk., 3. Qualität 58—60 Alk.-, Bullen: 1. Qual. 64—66, 2. Qual. 60-62; Kühe 1. Qualität 70—72 Alk., 2. Qual. 59—61 Alk., 3. Qual. 47—49 Alk., 4. Qual. 00—00 2)1 L, 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt wurden für das Pfiind Schlachtgewicht: Kälber 1. Qiialität 90 bis 95 Pfg., Lebendgewicht 53—57 Pfg., 2. Qualität 80—88 Pfg., Lebendgewicht 48-53 Pig., Schlachtgew. 65—68 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 70 bi5 00 Pfg., 2. Qual. 58—60 Pfg. Schioeine: 1. Qual. 70—72 Pf„ Lebendgewicht 56,0—57 Pf., 2. Quak 69—00 Pi., Lebendgewicht 56,0—00,0 Pfg., 3. Qual. 64—68 Pfg., Lebendgewicht 00—UO Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, fein Uebersland, bei Kleinvieh gut, fein Uebersland. Littgcsattöt. (Für Form und Inhalt aller unter die,er Rubrik stehenden Artikel Übernimmt die Redattwn dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Jeder kehre vor seiner Tür! Ein lustiges Winterbild. \ Bei Jient gestrigen sonntägigen Schneefall boten die Straßen unserer Stadt nicht nur ein hübsches Wintergemälde, sondern auch ein äußerst interessantes, ganz neiied Leben, wie es sich Bellamy in seinen Zukunftsschilderungen geträumt bat. Tie Gießener bewiesen einmal wieder mit echtem Bürgersinn, daß sie nicht nur int Stillen glücklich sind, von weisen Stadtvätern regiert zu werden, sondern daß sie mit dem glänzendsten Ausfassungsvermögen begabt siitd, die großen, modernen Ideen der ernsten, fürforgendew Versammlung in lebenidge Wirklichkeit umzuwandeln. In der Stadtllerordnetensitzung ooin 21. Januar 1909 wurde sehr richtig bemerkt, die Hausbesitzer könnten an Sonntagen „ganz gut" ihre Bürgersteige selbst reinigen, da fei eine gesunde Hebung. Und nun sah man in der Tat gestern Handwerksmeister, Regierungsräte, Landgerichtsdirektoren, hohe Mili- tärs, Professoren, Prioatdocenten, Geheimräte, Ladenbeiitzer, Rentiers etc. in voller Begeisterung für das neuerfundene iLonntags- oergnügen mit Schaufel und Besen in edlem, durch rosige Wangen belohntem Wetteifer Schnee schaufeln und fegen. Ta der Schnee an» b-auernb fiel, so wählte jede Straße ihren Obmann, der Wache hielt und mit der Trompete, „so oft als nötig" die tapfere Schar wieder aus ihren Zimmern in die herrliche, gesunde Wiitterluft hinausrief. Es war nicht nur das Bellautysche Ideal, daß Jeder jebe Arbeit für das Allgemeinwohl leistete, hier zum ersten Mab erfüllt: Wie das Böse fortzeugend nur Böses gebiert, so zeugte hier des Edle wieder Edles. Tie Vereinigung der Stände führten zu lebhaftem Anschluß, edle Freundschaften der Schneeschipper wurden geschlossen, viele fürs Leben. Es wurde auch ein Verein mit dem Namen „Lawinia" gegründet ^Beitrag nur 1 Mark) welcher den Zweck hat, die Mitglieder jedes Mal nach tapferer Arbeit (NB. mit Tamen) im Wintergarten das Eafe Amend zu Kaffee imd Krappeln zu vereinigen, um auf das Wohl der Stadtverordneten anzustoßen und sich auf die nächste Stadtverordnetensitzung zu freuen. •■öoläiiöjtft)11ichc Witterung für q-ejje» am Dienstag" iden 9. Februar: Heiter, später zunehmende Bewölkung. Anhaltend Frost. Schneebericht des Schiklnb Wandervogel-Gießen vermittelt vom Landwirtschaftlichen Wetterdienst in Gießen. In den Alnielgebirgen 5 Ztm. Reuschne. (Drigiiia Paris, 8. Februar. Nach einer Meldung des Echo dc Paris aus Bern sollen Deutschland und Italien entschlossen sein, einen gemeinschaftlichen Standpunkt in der Frage der Verstaatlichung der St. Gotthard-Bahn emzunehmen. Man spricht von einer Konferenz in Bern, an der Vertreter der beiden Staaten, die die Bahn bisher subventioniert haben, beiwohnen sollen. Paris, 8. Febr. Nach dem „Matin" sind alle Gerüchte von der Verhaftung Azews erfun-ben. London, 8. Febr. Die „Times" meldet aus Petersburg, daß die russische Negierung dem türkischen Gegenvorschlag keine Schwierigkeiten in den Weg legen werde. IJnpnlhphrlirh für alle, die auf einen schönen, reinen, zarten uneniueni nun ^jm Wert legen, ist die von Professoren und Aerzfen empfohlene MnrrboUnseife, die hergestelll aus den selnften Nohmalermtieu durch Zusatz des Myrrholinö böchjt wirk' ungsuollc kosmetische Eigenjchanen besitzt. [b4/t Todes-Anzeige. Heute nacht 2i/i Uhr verschied nach langem, schweren Leiden unsere liebe Tochter, Attitter, Schwester, Großmutter und Tante Irau Glisabeih Eßelmüsser geb. Ullrich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Auua Schmall Ww. ss? Gießen (Wolkengasse 12), Duisburg-Hochfeld, den 7. Februar 1909. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Febr. 1909, aachm.3Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Total Ausverkauf unter Einkaufspreis Kutter- u. 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Vermögen Kassevbestand 2547.41 Warenvorrat 3038.96 Aus stände 1942.41 7528.78 Schulden jft Kapitalschuld 400.— Mitgliederbeiträge 610.— Reservefonds 3 900.— Betriebsrücklage 2689.23 Noch zu zahlende Schulden 45.60 Reingewinn 1883.95 7528.7V Stand der Mitglieder am 31. Dezember 1907 Zugang in 1908 ....... . 117 7 124 Abgang in 1908 ......... __3 Daher Stand am 31. Dezember 1908 ..... 121 Reiskirchen, den 6. Februar 1909. Konsum-Verein II, Reiskirchen, E. G. m. u. H. Ph. Stumpf, Direktor. (882) Beck, Lagerhalter. Nutz- und Brennholz-Verkaus in den Waldungen bei Nordeck. Donnerstag den 11. d. Mts., von morgens 10 Uhr ab: 1. Submissipn auf Fichten-Bauholz 4. Kl-, Los t mit 19,53 Fm., CoS Ijvo heraus sind mit entsprechender Aufschrift verschlossen an die Forsttasse zu 'Nordeck abzugeben. Eröffnung morgens lOUbr. 2. Bon 11 Uhr ab werden an Ort und Stelle tm Walde verkauft..^^^0^. G^cn: § Stämme 5. StL, Nadel: 20 Stamme 4. Kl., Fichte: 1200 Stück Derbstangen 1—3. 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Dr. Roefe, Oberlehrer L ti. 873|______(Hoetbeftraüe 34._______ Schülrr aus gcbilb. Kam., der höhere Lehr- anuali in Darmstadt besuch, will, findet das. gute Verpflegung und ürAicbung in höherer tbeamten- familtc: iüilbclmftrahe 20, 11. Näheres in der nseichaiir stelle des «'hehenrr AnAeigers. (h74 11 lliflhdl welch, bereu» ttaL Untrer, gehabt hat, sucht weitere Stund, b. ein. Dan». Schriftliche Angebote unter 5t« an den bheftener Anzeiger erb. i)if. 4500 unb iNt. 6000 auf prima 11. Hvootheken au vergeben. Schriftliche Angebote unt 0N4 an die IHeschaftsu. d. CMieiu Anz S>«e gereizte Acuhcrung gegen f'yrau Rinn nehme ich zu ruck 0>4£»_______ Tb. <*eLiuctt. Äilberee Dametinbr mit Gold- ranb, L. B. gezeichnet. Sonntag verloren. Gegen Belohnung ab- zugeben Gartenftr. 30 pari. iOö4 «heliifurr Hotel bis Hotel ®ti\oria verloren. Hegen Belohnung abzu- geben Hotel Bictona fKb: Verloren. 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I naaj der vahn iabn. man in 4 Wochen durchaus gründlich Licher 2iraßc 17, 11. iK»t Tafelbn wird auch Lafchc an- von irrnu Roemer f ,, aiinni Engeld, chumverdinck K°StlchlIkslI».^^^i< an™na7Ut,r. Itobc g«.V.. Utt. Ter heutigen Nunimrr liegt eine besondere Beilage b