m Ostend ttaiier-Mtt Vl. .tag. den 10. dtumar inzvergatigen ««Tanzmusik < * fl 261 st** lU6 „uomjS 5^5550^ "staWeater üiessen. wr. fs-tse! jofitf*' , • Ü L VS 5i«a’L Ubt- ie! .^5 .WS- "Ls iE- j'”ü*» 18'1<*OW 6»16«b.®Uabtobe8U5t lilien-Abend WiUfllieb Ra-»rlrtd 11 EUUaden. [0iß5 — Ter Vorsiaild, Mm öenSLLMflmlame MW rcitö am Loomag, den Itö., in der LunchaUe an d-ückage [ifliL [v*,1! tdfiflfn $ w dka- fuib beitiauimcnn !i,Skuitübt4;tcfcrVicttc , nur nn Vorverkauf, •la- und l $11 bei Herrn iet, Stcuenroea. zu haben. g. PttlSjlhiW »antflfl, den 10. danucr, ifioin Hifch.Mg'MlL. Preis: eine Lmü-Uhr nie ti andere Weile. 10132 «MU na, Den 10. Januar, uach- »5UDt, nMWgcn t ergebend ein (0146 «U. van geu Haffeuo. in ij’ft (0192 eu-ns Giehen. _Ocbciit^^S5^ Uor OPAM einem :^äää£ Nr. 7 Crfdbetnl tägfift mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Sberheftru dr Eisbahn haamkimmt!" usw. usw. ES schen Urbewohner Äkexäos. Besonders interessant erweisen fiel) 117CH) vom kummc ijauai staypuL* Helmer ttvhln die ist Heute Eisbahn! Heute Eisbahn! An allen Plakattafeln, an allen Plakatsäulen hängen Zettel mit der verheißungsvollen Inschrift. Und kaum der letzte Rest des eiligst verzehrten Mittagsmahles dieser Kunstwerke, die bei den damaligen primitiven Hilfsmitteln oft von staunenerregender Schönheit sind, ist aber noch recht wenig bekannt, so daß hier der Archäologie noch manche verdienstvolle Arbeit wartet. So folgt am Straßendamm Urteil auf Urteil, ober- alle sind günstig, alle sind hold der Eisbahn. Heute Eis^ bahn! die kunstvoll errichteten Pyramiden, deren Seitenivände oft vollständig mit Reliefs überdeckt sind. Ueber die Bedeutung Redaktion. Ervebitwn und Druckerei: 6dml* strage 7. ExvediNon und Vertag: ct^5L Redaktion:^^112. Tet.-AdruAnzergerGlehen« hinter den emsig arbeitenden Zähnchen unserer Schuljungen und -Mädchen verschwunden, so eilen auch schon die kleinen Füßchen im Sturmschritt zur Moltlestrahe, zur Eisbahn. Heute Eisbahn! Sonntag nachmittag am E.shaus. Wie im Ameisenhaufen au heißen Sommertagen, so wiöbetts und ttibbelts am kalten Wintersonntag die glatte Bahn hin und her, die Kreuz, die Quer, bald vorschriftsmäßig auf blahtem Schlittschuh, bald unvorschriftsmäßig für kürzere oder längere Strecken auf dem Hosenboden. Hier sinken sich zwei in die Arme, die einander bis dahin noch nie begrüßt, ernsthaft umschlingen sie sich, um — nicht hinzu- fallen, nicht aber um sich zu küssen. — Wie schneidig der Studiosus jene Dame dort grüßt. Er ist zum erstenmale auf der Gießener Eisbahn und kennt den „Eisgruß" noch nicht; sein Auge, das nur die Herzdame sieht, übersieht den kleinen Riß in der Eisfläche vor seinem gleitenden Schuh, und in orientalischer Weise liegt der junge Mann einen Augenblick später vor der „Herrin" im Staube, wollte sagen, auf dem Eise. Seinen Körper deckt gleich darauf, warm und innig, ein Pärchen, das im Eifer heimlichen Geflüsters, das Hindernis am Boden erst bemerkt, als — es zu spät ist. So folgt Unfall auf Unfall. Aber nirgends gibt es häßliche Worte darum, selten ein schmerzverzogenes Gesicht, überall Lachen und Scherzen, oben und unten; bei denen, die eben noch rank und schlank über die polierte Fläche gleiten, und bei denen, deren Schwerpunkt sich eben — folgend dem Gesetze der Anziehung — dem Mittelpunkt der Erde genähert hat. Selbst der blasierte Straßenbummler, der heute auch auf stahlbewehrtem Schuh dahineilt, wird angesteckt von all der Lust. Ein scheues Lächeln huscht von Zeit zu Zeit über seine Züge, wenn auch die Lippen fest geschlossen bleiben. Sonst aber: ein Klirren und Klingen, ein Surren und Summen, ein Lachen und Rufen von überallher. Trotzlöpfe und Brummtöpfe kann die Eisbahn nicht gebrauchen. Und die Augen, sie sprühen, die Wangen, sie glühen, die Sprache, sie sprudelt vor Jubel und Freud? Heute Eisbahn! Heute Eisbahn! Kopf an Kopf gedränget stehen am Rande der Bahn, am hohen Tamm der Moltlestraße, die Zuschauer. Vater, Mutter, Schwester, Bruder, selbst Großvater und Großmutter scheuen den Weg nicht. 9iot sind die Ohren, blau die Nasen und die Wangen; die Winterkälte streicht die Farbe dick genug auf. Wer nicht tätig teilnehmeu kann an der Eisfreude, der begnügt sich mit dem „Zugucken". Und auch hier leuchten die Augen, wenn das Söhnchen, oas Töchterchen, das Enkelchen, der Herzensschatz, der von seiner Eigenschaft als solcher vielleicht nicht das geringste ahnt, vorüberziehen in rasendem Lauf oder in sieghaftem Schweben, in sanftem Gleiten oder in elegantem Kreisen und Bogen. Ein Wink, ein Gruß von beiden Seiten. „Wie das schön aussieht!" „Wie gesund ist doch das Schlittschuhlaufen!" „Was schmeckls dem Schorsch immer so gut, wann e von Die ..Gietzcner SamlUcnMatur" werden dem .Anzeiger* otennal rvöcben lich beigelegl, bad „Krctsblatl Mr den Kreis Siehrn" 6roetmal wöchentlich. Die ..candwtktsHaftltchen Sett- sragcn" erscheinen monatlich zweimal. Eisbahn und Spielplatz. Eine Anregung zur Errichtung von Spielplätzen in Gießen. hausen erbaut und zwar, wie es auf Der Inschrift über der Haustür zu lesen ist: „ad gloriam Dei et Civitatis orna- n. Ein sonniger Sommermittwochmittag. Die Schulen leeren sich. Aus dem Portale jedes UnlerrichtSgebrudeZ quillt ein Kinderschwarnr nach dem andern hervor. Des TageS Last ist für die meisten der Kleinen und Großen der Schule getragen. Heiteren Blickes verlassen sie darum den mächtigen Bau, der die prickelnde Lebenslust vier oder gar fünf Stunden lang im Banne hielt. Da flattert in der Nähe des Schulhoftores am letzten Baum ein Fähnchen. Hei! wie sich hier Gesichtcher verziehen zu freudigem Grinsen, wie dort nach dem flatternden Zeichen gedeutet wird. Und bald bricht, trotz der Nähe des von vielen gar geliebten Sch ul Hauses die Freude aus. Munter verkündet ein Mund dem andern: Spieltag ist heute! Heute ist Spieltag! Und am Nachmittag, da regt sichs auf dem Gelände unserer „E i s b a h n" wiesen, das wwbelt und kribbelt, eilt hin und her, die Kreuz, die Quer. Heller Jubel erschallt aus den K'ehlen der spielfreudigen Kinder, hier Gesang, dort der jauchzende Ruf: „Go- troffen!" wenn der geschleuderte Ball sein Ziel erreicht. Eifrig teilt eine Reihe Knaben — vor uns — sich ein zu zwei Abteilungen zu dem schönsten deutschen Knaben- kampsspiele, dem B a r l a u f. Nur eine Minute noch, und der Platz, auf dem das Spiel beginnen soll, ist abgesteckt. Die Gegner ordnen sich. Der Anschlagende geht langsam und würdigen Schrittes — er fühlt die Wichtigkeit seines Amtes — zu der feindlichen Rotte. Drei Schläge auf die vorgestreckte Hand, und bann beginnt das Spiel, das, richtig geleitet, alle guten Eigenschaften der Knaben weckt und fördert. Die Abteilung, die drei Kameraden als Gefangene au die Gegner abgegeben hat, hat das Spiel verloren. Und die Knaben fühlen es alle beim Barlauf von Spiel zu Spiel mehr, daß jeder von ihnen verantwortlich ist für Den Gang des Spieles, für den Erfolg oder den Mißerfolg. Und dieses Verantwortlichkeitsgesühl, dieses: einer für alle und alle für einen treibt zur Hebung äußerster Vorsicht im Interesse aller, es treibt aber auch zum Einsetzen aller Kräfte, wenn der Gegner ergriffen werden soll. Bändigung des Willens in der Zurückhaltung und wieder raschester Entschluß zum Vorwärtsftürmen, um den Gegner zu schlagen, das übt und kräftigt heute und für das ganze Leben. Allo Sinne sind angespannt, die Muskeln straffen sich, das Blut jagt in gesunder Eile durch die Adern, und mit Wonne schlürfen die Lungen die frische, staubfreie Luft auf dem prächtigen Wiesenplane. Wie gesund ist doch dieser ^lufent- halt im...... Doch wehe! mir sind die Pferde durchgegangeu. In ben Anblick deö winterlichen Eisspielplatzes versmiken hat mir meine Phantasie einen sommerlichen Spielplatz vorgegaukelt, der gar nicht ist. Noch immer huschen unsere Kinder bei ihren Spielen durch die Straßen und Gassen der Stadt, stets des Schutzmanns gewärtig, der sie zur Ruhe mahnt und zur Ruhe mahnen muß. Allzuängstliche Kinder gehen darum gar nicht auf die Straße heraus, sie hocken lieber im Höfchen und drücken sich das ganze Jahr hindurch mit allem möglichen Kleinkinderspielzeug herum. Kann in solchen Kindern jemals ein großes Maß von Kraftbewußtsein rege werden? Darum muß unserer Jugend ein Spielplatz gerschaff e n w e r d e n, das ist soziale und pädagogische Pflicht der Stadt, eine Pflicht, mindestens ebenso wichtig wie die übrigen sozialen Verpachtungen der Stadt der Jugend ge- genüver. Der Spielplatz ist des Kindes Werkstatt, sein Kampfplatz, hier bereitet es sich vor fürs künftige Leben, das einen kräftigen, gesunden Körper, aber auch Mut und Entschlossenheit von dem Heranwachsenden verlangt. Die Turnstunden 1 stählen die Muskulatur, das Spiel aber weitet vor allem men tum". j — Slavischer Silbersund in der vorgeschichtlichen Abteilung. Im letzten Frühjahr fließ man beim Ausroben von Baumwurzeln in der Nähe des Rittergutes Holm bei Driesen in der Neu mark auf einen Schatz von Silbersachen, die in einem Tongefäß vergraben waren. Wenn er auch der Kategorie der bekannten Hack- filbersnnde nahe st->ht, unterscheidet er sich doch vorteilhaft von ihnen; einmal durch den Umstand, daß die Silbersack-en nicht kurz und klein gehackt, sondern ziemlich gut er!)alten, jino, und zweitens durch das Vorkommen eines ganz neuen Typus, der unsere Vorstellungen über Die in diesen Funden vertretene Kunst wesentlich erweitert. Es jinD vier Teckeldosen, Die in Dec Form einander gleichen und sich mir durch Größe und Schmuck unter,che^den. Außer den Dosen gehören, zum Fund ein gleicharmiges hohles Kreuz, zwei Halsringe, zwei lange Ringietten und zwei Gehänge mit vec,chleDenen deinen Gegenständen; nachträglich waroe an derselben Stelle eine zerbrochene Scheidemünze gefunden. Wie Prof. Götze in den Amtlicyen Berichten miUeUi, wird Die Vergrabung mit der Besitznahme der Neumari Durci) Die Teut.cyen int 13. Jahrhundert zu erklären fein. Tie einzelnen Gegenstände bilden leine einheitliche Gruppe. Wayrend in den .-oalsringen typische Vertreter Der heionisch-staw.suzen Hack- |ilbeufuiii)e £ stdeud'chGnos tkrlicgen, fahren das Gehänge und die jictica in cp restliche Stunaubung. Tie Herkunst Dir Dosen ist wahrscheinlich im südlichen Rußland oder in angrenzenden (Gebieten zu suchen, da ihre Kunftweise mit christlicher nichts zn tun hat und an uralte heidnische Formen und Vorstellungen Osteuropas und Vordecas.ens anknüpft. internationale kriminalistische Vereinigung. IIL Am zweiten und letzten Sitzmrgstage war die Versammlung Wieder zahlreich besucht. Den Beratungen wohnte auch der Rektor der Beniner llnbcrjität Professor Dr. Kahl bei. — Kammer- gcrichtsrat Geh. Justäzrat Dr. Kronecker (Berlin). erstattete das Resera». iwer Das Thcnra: Die Organisation der Strafgerichte unter Berücksichtigung der Einführung der Berufung. Ter Dicbner wies daran, hin, daß die Arbeiten der Straf- rechtLDmmisiivn in den Kreyen der Knininaliststchen Vereinigung nicht günstig beurteilt toorücn seien. Man möge aber nicht allen GwU aus sein rpau.pt ajlaben, da er ja bei Mitgliedern der Kommission. für seine Person nur cm Einundzwanzigstcl der Schuld trage. (Heiterkeit.) Ec jeiuft haoe die Berufung ue» kumpst, sie werde aber von Den Parlamenten und dem Publikum -verlangt. Es muß nun befürchtet werden, daß von dem Rechte her Berufung ein allzu umjairgreicher Gebrauch gemacht werde. Wir können eben den deutschen Voltscharacter nient ändern, unD niöst wie in England dav gute Verhältnis zwischen Regierten unb Regierenden, jroifcfcn Publikum und Magistrates Herstellen. Also die Berufung 2onuut uud die Schwurgerichte olciben. Die Mitwirkung von Sckchffen bezw. von Laien in der Berufungsrnstanz stellt alierbingß bei Verletzung der Sonntagsruhe, der Besllm- mungen über oen Ladenschlust und ocr Bestimmungen aus 8 l‘^Ua der Gewerbeottmung ein großes und wichtiges Stuck Sozialpolitik bar. Es ist von hohem Werte, daß bet Amtsrichter sich mit zwn im drastischen Leuen stehenden SOtänncrn bearbeiten kann unb das Urteil nicht auä bem Handgelenk zu schütteln braucht. Was die Berufung bei der Strafzumessung betrisst, so ist allerdings häufig eine etlnas schablonenhafte ^eraomiiioerung des Stras- nwbed in der Beruiungsinstanr eingetreten. Empseh.e:.swert ist auch die Zuziehung von Laien bei Bagatellsachen. Ter Referent resümiert, daß die Vorschläge des Enlivurses zur Gerickstsorgani- fatixm im allgemeinen acs eme drauchoare Grundlage für wecke re Beratungen anzusehen seien, jedoch musste die Zuständigkeit dcs über die Zuziehung von Schöffengerichten entfü/eioenben Amtsrichters aus Übertretungen beschrankt werden, uno ferner auch für die Berufungsinstans die Zuziehung von Schössen erfolgen. tLebh. Beifall.) Nach einer kurzen Pause referierte Oberlandesgerichisrat Rosenberg (Colmar t Els.) Wer: Die Stellung her Staatsanwaltschaft im Strafprozeß. Die Ausführungen des Redners gipfelten in folgenden Leitsätzen: Das Legalitulspri'.czip ist als gesetzliche Regel beizubehalten. Bei Vergehen unb Ucoerrcetungcn kann die Staatsanwali schäft in besonoers leichten Fällen von einer Strafverfolgung absehen. In diesen Fällen ist jeder, der ein berechtigtes Interesse an Der Strafverfolgung nachioeist, zur Erhebung d.r fub,iöiaien Privat- klage befugt. Bei Vergehen, nnö Uebertrefungen, welche von jugendllchcir Personen begangen werden, wird die öffentliche Klage nur bann erhoben, wenn dies im öffentlichen Interesse liegt. .Tie Fälle der Privatklage sind zu vermehren. In dein Gerichts- -verfasiungsgesetz ist zum Ausdruck zu bringen, daß die dienstlichen Anweisungen der Vorgesetzten mit dem Legalckätsprinzip nicht In der sehr angeregten Diskussion kamen zahlreiche Freunde imd Gegner des Legalimtshrinzips zu Wort. Schließlich einigte sich die Versammlung auf Grund der Referate nub der Diskus,wn bie beiden Deratungslage auf folgende Entschließung: „Die Deutsche Landesgruppe der Internationalen Kruninaliftijchen Ver- einigung^blilt an ihrer Auffassung fest, daß für ble Besser,>.ng unserer Strafjustiz eine durchgreiseride Resvrm des Straiproze,ses erforderlich ist, die im Zusammenhänge mit einer Reform des Strafrechts vorgenonrmen werden müßte. Sie kann Den jetzt vorgelegten Entwurf nur als ben ersten Schritt für die notwendige gwße Reform von Strafrecht, Strafprozeß unb Strafvollzug betrachten. erachtet aber auch hierbei, folgende Aenderungen des Entwurfes für notwendig: 1. Bei der im Entwurf vorgesehenen Regelung der Berufung nfliffen auch in der Berufungsinstanz Laien zugezogen werden. Tabei ist die Möglichkeit ins Auge zu faffen, für die erstinstanzliche Verfahren mit zwei Gerichten, einem höheren unb einem unteren Gericht ohne eine Mittelstufe auszukommen. 2. Völlige Selbständigkeit der von allen inquisitorischen Elementen SU befreienden Haupwerhandlung, Beibehaltung der Grundsätze des icBigen § 244 Absatz 1 der Stra(prozc^Ordnung. 3. Gegen die Verhängung der Untersuchungshast hat auf Antrag mnudluhc Verhandlung stattzufirchen. Jedem wegen Vergehens oder Verbrechens Verhafteten ist auf Antrag ein Verteidiger zu bestellen. 4. Tnrchbrechungen des Legalitätsprinxüps sind nur unter weit er- — Vom Landesmuseum Durch ein sehr interessantes Geschenk ist die a 11 e A p 01 y e k e im Landesmuscum bereichert worden. Herr Albrecht Weis aus Frankfurt a. M. ließ ihr ein sogenanntes Einhorn überweisen. Ties ist gerade dadurch wertvoll, daß es im 18. Jahrhundert der hiesigen Einhornapothccc als Wahrzeichen d.cnle. Tas Horn ist ein nahezu 2 Meter langer, spiralförmig gewundener Zahn, der tatiächlich von Dem Narwal (MonoDon rnonoccrus- stammt. In früherer Zeit war dieser Zahn in den Arznei- schätz ausgenommen, alle möglichen heiirrastigen Wirkungen wurden ihm zugesprochen. Eine Apothekerkunst aus Dem Jahre 1805 schreibt jedoch schon, daß er vor anderen tierischen Knochen teilte besondere Heilwirkung habe. Während ehemals das Einhorn wegen seines häu,igen Gebrauches in der Apotheke sehr hoch im Wert stand, sindet cs heute nur noch zu technischen Zwecken als Ersatz für Elfenbein Verwendung und ist scyr im Preise gefallen. — Eine sehr alte Zliinmensur, sowie ein Avoiherorw^r^erbuch aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts wur^e von anderer Seile ebenfalls der ^lujcumsapathcke geschenkt. — Das Goethe-Haus am Frauenplan zu Weimar, das heute den stolzen Namen Goethe-Nation muscum führt, kann im kommenden Sommer auf zwei Jahrhunderte seines Bestehens zurückschauen. Es wurde im Jahre ru Wiberfinuch stehen Dürfen, unj) Daß Die dEnpckchcn Amveisungen der Vorgesetzten ftch nicht auf die tatsächliche Würdigung Des Beweism-aterials in der Haupt Verhandlung erstrecken Dürfen. In i auf die tatsächliche Würdigung Des ^auptverhandlung erstrecken Dürfen. In der Strafvrozeßorhnung ist zum Ausdruck zu bringen, daß im Ermittelungsverfahreic alle wichtigen Erhebungen Durch Die Beamten der Staatsanwaltschaft Persönlich bewirkt werden follen, und oaß an denjenigen Orten, an welchen ocsondere Krim mal- abtLilungen bestehen, ein unmittelbarer Geschäftsverkehr zwischen den Voi-iiandsi-eamten dieser Abteilung uno der Staatsanwaltfck)aft stattsindac soll. aehenden Kautelen als sie Der Entwurf aufstellt, zulässig. — Ferner wird Der Dringende Wunsch ausgesprochen. Daß Die Behandlung jugendlicher Ucbcltatcr in formeller und materieUer Beziehung Durch ein Spezialgcsetz geregelt roerben möge." Die Entschließung wurde einstimmig angenommen. Ferner nahm die Versammlung noch eine meliere Entschließung an. Durch wcla>e sie ihre ut Frairksurt am Main eingesetzte Straf- prozecikommiffton beauftragt. Die weitere leg Elative Bel;«udlung des Strafprozeßenlwurscs zu verfolgen unD im geeigneten Augenblick durch Veranlaßv.ng Der Emderusaug Der LanDesversammumg oder, soweit Das nicht durchführbar, selc-standig zu Dem Entwurl erneut Stellung zu nehmen. Darauf wurde D.e aullerordentliche Tagung mit Den Üblichen Schluß- und Tankesworten geschlossen. Mexikanische Attertiimer. Vierter Vortrag Der „Gesellschaft für Erd- unb Völkerkunde". Als im Jahre 1519 die Spanier unter Herrn and 0 Cortez Mexiko eroberten, fanden sie dort bereits ein Kulturvolk vor, dessen Hauptslämme, die Azteken, die Niayas, die Zapoteken u. a., noch heute die tropischen und gebirgigeren Gegenden deS Landes bewohnen. Leider gingen die Spanier bei ihrer Kolonisationstätigkeit mit der vollen Brutalität dcs Siegers vor und zerstörten die alten Kultslätten, um auf ihren Trümmern Kirchen zu errichten. Ging so vieles Wertvolle zu Grunde, so tat auf der anderen Seite Das feuchte Klima detz Landes daS ©einige dazu, um alle vergänglichen Kunsl- gegeustände, roie Gewebe, Federarbeiten von hoher Schönheit, Holzschnitzereien und *sJ)ialercien, ui kurzer Zeit der völligen Zerstörung zuzuführen, so daß davon nur ganz Minimales gerettet wurde. Das Wenige Davon bildet heute Zierden der Äiuseen zu Wien, Stuttgart und Berlin. Es ist daher ein verbienstllcheS Werk der Frau Professor C. S e 1 e r-Berlin, von dem altiuexikanlschcn Slulturbcftnnbe zu reiten, was noch zu retten ist uno dies der archäologischen Wissenschaft dienst» bar zu machen. An der Hand reichen photographischen Alate- nals ließ sie gestern 111 der „Gesellschaft für Erb- und Völkerkunde" das merkwürdige Kuliurleven längswergaugener Tage an Den Zuhörern voiuvcrzlehen. Die alliuexilauischen Kulturreste sind sowohl m Der Bilderschrift mit durchweg mythologischem Inhalt, als auch m Werken der Kleinkunst und ms- befonbere m bewundernswerten Ruinen und ffulptierten Steinen auf unsere Tage gekommen. Sie verraten eine merkwürdig dustere Phantasie und trübselige Weltanschauung der mbtani» Drittes Blatt 159. Jahrgang Samstag 9. Januar 1909 EMtNk ÄRMWEk Sellen günstiges Angebot Telephon 539 Mäusburg 92 Einzel Muster-Paare zuriickgesetzte Artikel — besonders preiswert. — sämtlicher Schuhwaren zu unerreicht billigen Preisen hat begonnen. Winter-Schuhwaren zu Einkaufspreisen, und darunter Gummi-Schuhe für Damen, Herren und Kinder staunend billig™ Der überlistete Teufel. "hantfciirkiirtr. 168”,13 offenen Markte recfil günfiig liegen. Tie Tifierenz von nanezrr 2 Proz. zwischen dem om^icden Zins'uß und dem Privoidlsfont mach: eine baldige (rnnögtqun.i des Retchsbanffatzes nicht i.i: wahr'cheinlich und cs i't auch fehr wohl ntoqlict, daß * a. ' von Eualai.d ihren Cio(ont noch weiter au» SProz. ’J-V* . . ut dec i_'age sein wird. Tart man sonnt auch für die nächste qcu roch mit sehr billigen Geld'ätzen rechnen, io bleibt immerbm doch ;u beachten, daß De;mmd)ft viele neue Anleihen herauokonuncu joden, d c den 'Geldmarkt »tart belasten dürften. lieber blnzelhelien des VerfebrS ist tvenig Bemerfenswenes zu berichten. Heumiche jZ 0 n ü s konnten sich weiter befestigen, auch einzelne fremde Jhlcnten, nur eerben und Tüllen lagen matter. Banken und Bahnen hoben ihre ooiwöchigcn Avancen wieder abgegeben. Bon Schisfahrtsaktien sind Uoijb beteiligt. 51 o 111 o 11 • d a d 1 e r e verkehrten in schwankender Haltung, ficUicn srch icdoch mein niedriger, andere Industrtepapiere sind wenig verändert. Prioatdiskouto 2'/,, Proz. die Lungen, es kräftigt das fter;, es reinigt das Blut. Ter Spielstunde folgt, wie dem Eislauf, ein guter Appetit, der Schlaf wird ruhig und fest, beide, Apvetit und Schlaf, bringen dem neuen Morgen neue, frische Kraft, die das Lind befähigt, die Schäden der modernen Schule mit Erfolg zu bekämpfen und zu überwinden. Tobet totio das eii^ zelne Ainb trotz aller Gemeinschajtsspiele selbständiger, es lernt aber auch einsehen, daß ein wirtlich großes Werden nur möglich ist im gemeinsamen Einsetzen aller verfügbaren fttäfte. Darum ergeht wieder an Stadtverwaltung und Stadl- Väter der Ruf: Schafft Spielplätze! so lange noch Gelände hierzu (so günstig gelegen wie zur Zeit) verfügbar ist. Gebt unseren ftinbern das Eisbahngelände für den Sommer frei, und die Kinder werden es euch danken. Und die Spender Gießens, die schon so manche Träne trocknen halfen, die schon so manches gemeinnützige Werk schufen, bitten wir: Helft durch Bereitstellung von Mitteln mit zur Ausgestaltung dieses Spielplatzes, der ein Kuttur- werk ersten Ranges werden — wird, wenn er — da ist und richtig ausgenutzt wird. Aber auch die Kleinsten der Kleinen fordern Beachtung; sie, die tagaus, tagein die Bürgersteige und Straßendämmc und nur diese als Spielplätze haben und behalten müssen. Sie haben erzählen hören, daß in manchen deutfcksen Städten von den Baudeputationen auch der Kleinsten gedacht wird. Von jedem Bauplatz innerhalb eines neu zu errichtenden Häuserblocks wird dort mindestens Vw des Raumes der Baubehörde überlassen, d. h. diese Behörde läßt den betreffenden Bauplatz um V* seines Rauminhaltes verkleinert dem Eigentümer zuteilen und bebauen. Alle aufbelassenen Zwanzigstel aber werden vereinigt, in der Mitte des Blockterrains bleibt ein entsprechend großes Stück des Baugeländes als Spielplatz für die Kinder des Blocks liegen. Bon jedem Hause des Häuservterecks aus ist dieser Platz leicht zu erreichen, und hier spielen dann die Kinder fern vom Straßenstaub, aber auch fern von den Gefahren der Straße, die von Aahr zu Jahr größer werden (Auto- mobile, die kommende elektr. Bahn usw.). Gehet hin und tuet desgleichen! —■P- Börscu-Wochenbericht. = Frankfurt a. M, 8. Januar. Tas Ge'chLft an der Boise, das nm die Zabreswende Amäne M einer Belebung zeigte, ist wieder stark zusammengeschrunivn. yerlcl)ubenc Einwirkungen haben der besseren ^tunmuim einen 2t0B verletzt und di- kaum wieder erwachte Beteiligung einzelner Prioalkrerte m Jyragc gestellt. Bor allem hat die ungeklärte v 0 • litt'die Situation wieder einmal ein liödnt nntcbaglirties GJenihl helvoraeru'en. patte mau sich zum Iadresschluß mit etwas größerer Zuoeiiicht der Vofiuuug auf eine baldige iiiedliche Rege- lung der Balkauwirreu Ijmgegeben, so würbe bereits in der er|tcn ■tiodie des neuen Jahres Cie Bedenklichkeit der Sage durch eme kfjari aggreffiuc Rede des bisherigen serbijcheii MuifterS des Aus- wärtigen 1:1 lebha'te Eriiuierung gebracht. 2ie cpaunuiig zwischen Ctftcrreid) und eeibien Hane an Schärfe gewonnen und es wäre Uvei'ellos zum Abbruch der biplomatiicben Beziehungen beibev Vänöer gekommen, wenn Serbien nicht noch rechtzeitig den Rück zug anqctreien und die Kra'tausdiücke des Munsters, Die eine ■LnoDofaiton Ccl'ieixetrtjt. bedeuteten, mit entid)ulDtgcncen Erklärungen abgeichwächt hatte. Au den Börsen konnte darauf wieder eine beruhigtere Auffassung Platz greifen, mil der Unternehmungslust war es jedoch vorbei; die erneute Erörterung der nach wie vor schwierigen Balkanpoluik hatte nachhaltig verstnuml. Boii gleich luiqüintigem Einfluß auf die Tendenz war der llmiianD, daß von der New - Y 0 rker Börse zeitweise recht scharfe Prns- riicfgänqe gemeldet wurden, die allerdings in der Hauptsache mein auf intime Vorgänge zurückzusühren waren. Ta aber auch die Nachnchien 00m ame'ikanischeu Eiienmaikt Den Erwartungen nicht entsprachen, ,ah man sich an den deutschen Börsen um jo weniger peranlaBt, aus der Zmuckhaltung herauszutreteii, und io weit mau Hd) am ^ejchä't beteiligte, war man bemüht, neuerdings cinge- aanqene Eugagemems wieder glatt zu stellen. Tie von Amerika erhoffte Anregung uir unjer Wirtschaftsleben laßt immer nod) auf sich warten. Tazu kommt, daß die Besserung in der heimischen Industrie nur langsam vorwärts schreitet, sie würde sich wohl bald mehr bemerkbar machen, wenn Die Verbände der Montanindustrie ihren Abnehmern mehr entgegenfämeu, als sie cs acaeuipäitiq lediglich aus Rücksicht für ihre eigenen Mitglieder tun. Tas Suiten der Preue für Roheiseii ist eben eine der Borbe- Dingungen mr Die Einleitung allgemeiner Belebung der Geichä'is- tätigten, aber es foinmt Doch auch sehr auf Den Grad der Verbilligung an. , c < . -<_• c Bor ent bleiben nun alle yonuungen au’ Da» yrubiabr ge- ricfitct Das angesichts der ^lüiügleu am Geldmarkt einen Auf- jchivimg des Baugejchäfts mit sich bringen soll, Der vielen Ge- uxiben zum Nutzen gereichen wird. Voraussetzung Dabet bleibt aber daß Die polittscheu Verhältnisse nicht durchkreuzen unb daß Die liege Des Geldmarktes auch weiterhin jo günstig bleibt, wie sie sich innerhalb der letzten 'JJlonate gestaltet hat. Zur I iahresivende in Die Teutsche Reichsbank außerordentlich stark m Änjpruch genommen worden, es steht aber zu erwarten, Daß Der Januar wieder große Rückflüsse bringt, Da Die Geldverhältuisse am Ltngcjandt. e inun man Mauch du wirst mich ^Zdeuer laust man SÄ' Dro.qerie oder ‘tamaljmuiigen nut Eiw ___ l6SS/C W Regenschirme für Damen und Herren empfiehlt billigst [0117 Fohanncs Zufall Schillerstr. 23 p. u. Sonnenstr. 1. Nevaratnrcn n. Ueberziehen bill. Bierhändlung^Trechsler Steinstrasse 48 ------------—----- Telefon 581 Gummischuhe! In grosser Auswahl. 235 Echt russische und deutsche Fabrikate. 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Die 'Angebote sind verschloffen, porto- unb Bestellgelbfrei unb nut betulicher Ansschnft der jemeibgen Arbeit unb des Loses biß spätestens 20 Januar 1909, vormittags 11 Uhr Holzvrrfteigerung im Vrießener Ltadtwald. Montag deu 11. Januar 1909, vormittag- 9V, Ubr be> nmnenb. werben m den ^9aldungen der -Ltaoi Uieben in den Tittriktcn Unlcrbag nnd Hegslrauch versteigert: 1553 lZichten-Dcibiiangen mit MAI Fm. 40 „ -NetSstanyen , 047 , 845 'Jim. SicTcrii'itnuypelbüle 1 „ Fichiem , 2d „ Liesern»Dwckholz 4,7 „ sichten- » IQbO Wellen -tuuern-Reifig 2870 . Fichten- „ 00 , Weiden. - Tic Sufammcntunii ist auf dem Lchiffenbergerweg (Ärei>- straße) am Waldeiugang. Gießen, den ti. Januar 1909. (Bd/i Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________________ 2. L.: Keller.______________________ Lerdillgllllg öoh Khansslkrmigsarbeitkll, Slatkriallieftrüllg uiiö üchleijtuiMn. Für bie Feldberetuigung Utphe sollen Montag, den 11. dS. Mt»., nachftchenbe Arbeiten unb Lieferungen getrennt in einzelnen Losen vergeben werben: 1) Auf dem Wege schriftlichen Angebots vormittags