Nr. 7 Zweites Blatt 139. Jahrgang Samstag 9. Januar 1909 Erscheint »Lgllch mtt Ausnahme des Sonntags. Die „Stetzenn LamNiendlStter" werden dem t9lnactflcr* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krctsbkrti für den Kreis Gletzen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- frage«" erscheinen monatlich zweimal. Ketzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck und Verlag der BrühNsche» Unwersttäts - Buch- und StembrudeveL R. Lange. (Ließen. Redaktion, Ecvedition und Druckerei: Schuld ftraße 7. Exvedrtron und Berlag: e^&L. Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen. ’-!3aU9n3«3^.1MUriEIW£CUI3BlWSWU parlamcntarifd?cs aus Weisen edjant Klingel Höffer zu Lrch; im Dekanat Lauterbach d ** Vom Großherzoglichen L>o fc. Prinz Lud' wig von Battenberg reiste nach der „Darin,l. Ztg." gestern mittag 1 Uhr 4-1 Min. k i.bec nach England. ** eichstagscrsatzwahl Bingen - Alzey. Pfarrer o teil hat die ihm von der frcistnnlgen Partei angetragcne Deutsches Ueich. Bürgermeister (scyucting. Der Regierungspräsident Schlesivig hat fid> nun mit der Amtsniederlegung des Burger meilters Schüaing einverstanden erklärt. Die Elektrizitätssteuer wird nicht zurück g e - 608 en! Unterstaatsjekrctär Twele erklärte, daß im Rcichsschatz- amt von einec^Zurückziehung der Elektrizitätssteuer-Vorlage nichts betonnt ist. Schade! Protest gegen das Branntweinmonopol. Der Verein der GroUrestlllateurL Sachfens protestiert gegen das in Aussicht stehende Branntweinmonopol des Staates. (Line dieser titage in Leidig abgehaltene Versammlung bezeichnete den Entwurf als ^inannehmoar und beschloß, sich vollstzindig dem Vorgehen und den Vorschlägen d»es Vervanües .Deutscher Spiritus-Interessenten anzuschließen. Aus Stadt und €aud. (ließen, 9. Januar 1909. Gedenket der hungernden Vögel! ** Tageskalender für Sonntag, 10. Jan. Stadt- t Heater. Rachmittags 3 Vs Uhr: „Die Pfarrerin"; abends 7y2 Uhr: „Vis früh um fünfe". Ko nze r t v e r e i n. 2. ^.oiistcnabend: Das Berliner Lokal- Quartett. Abends 64^ Uhr in der Neuen Aula. 51 o l o s s e u m. Täglich Vorstellung. K i n e m a t o g r a p y e n - h e a t e c. Pwgrammwcchscl. Kaiser-Panorama. Pvogrammwechjel. Deutsche Nord- seebäder. M ilitärkonzert der RegimenlSmusik auf der Liebigs- höhe. Anfang ö Uhr. Konzert im Restaurant Metropol. Anfang 7 Uhr. A-nlagemusik tuet günstiger Witterung) um 11 Vs Uhr in der Süd-Anlage. Spielpian: 1. Ouvertüre ^u „Sinibehn“ von ö^toiv; 2. Mein Traum, Walzer von Waldteufel; 3. Potpurri a. d. Afrilarcise von Suppe; 4. Ärmeemarich Nr. 2üu von Voigt. Zunächst sprach Prof. Dc. Nathusius M seinem Thema: „Die Pferdezucht." Als Autorität auf dtescin Gebiete, mit reichen Erfahrungen zu Seite, schilderte er die Pferdezucht im Allgemeinen. Er konstatierte zunächst, daß die Pferdezucht in Deutschland durchaus nicht die Fortschritte gemacht hat, ime viele annehmen, sondern daß es mit ihr noch recht schwach bestellt ist, oa im Verhältnis zur Einwohnerzahl die Zahl der Pfecoe um 5 Prozent abgenommen hat. Die V^lfte unseres Pferdeoeoarsts beziehen wir bis heule noch durch das Ausland, wo alljährlich 20 Millionen Mark für Pferdematerial hanvandcrn. Redner wLerlegt die Airsicht vieler Pferdezüchter, die Pferdezucht sei unrentabel und führte als Grund an, daß die Züchter selbst an der Unrentabilität dieser Zucht schuld seien. Ter Grund fei darin zu suchen, daß Pferde gezüchtet werden, die für ihren Betrieb garnicht paffen. Bei der Pferdezucht würde vielfach der Z-eh.er gemacht, daß die Mutterstute in erster Linie als Arbeils.ier betrachtet wird, und in zweiter Linie erst als Zuchttier; diis sei völlig zu verwerfen. In erster Linie Ijabe eine Muttccstute als Zuchttier zu gelten, unb in zweiter Linie erst soll sie zur Arbeit lerangezogen werden. Hierauf wurde das Trächtig- ouer Nicht- trachtigbleiben der Mutterstute mit treffenden Beweisen und Bci- ipiclen naher beleuchtet und angeführt, daß die zahlreich zu be- km-getlden Mißerfolge vielfach durch b^e Züchter selvst veifchuldct feien. Ter Referent Baut nun auf die Hcngsthaltungen zu sprechen, behandelte unb verglich die Haltungen der Staaisgeslliten und Genossenscl-asterr. Auch die Fütterung befprach er ausfuhriicl) unb er empfahl besonders, von der frühesten Jugend an bis zum 1. und 1 Vs Jahren nicht mit dem Futter zu sparen, denn bomn tterbc das Fundament für die spätere Leistungsfähigkeit des Tieres gelegt. DaS belgische Pferd ist ein guter Futtecverwertcr und anspiuchsloser Fresser gegenüber den Luxuspjeroen Norddeutsch wnds. Zuletzt nun kam Herr Professor T-r. van Nathusius aus die Bedeutung der Weide, für die Pferdezucht zu spreck-ru unb erläuterte nut schlagendelt Beivcifen, w.e unbedingt notwendig gerade die Weive für die Zucht des Pferdes ist. Die iiueresjanteii unb äußerst lehrreichen Ausführungen dieses ersahrenen pnch mannes aus dem Gebiete der Pferdezucht fanden außerordentlichen Beifall. Aber auch nicht minder wurden die Ausführungen des zweiten Referenten des Tagcs, Prof. Dr. Gisevius begrüßt, der das Thema behandelte: „Die neuzeitlichen Grund f ätze für eine erfolgreiche Bvdenbearbeitun g.^ Durch rech! praktische und einfache, dabei aber doch sehr überzeugeltden Erperll menten belegte nun der Referent seine ganzen Ausführungen. Zunächst wurde die Bo de n b e s cha f s e n h e i t in Bezug auf feine Zusammensetzung erklärt und besonders auf die Wichtigkeit der sogenannten Schiammteilchen hingewiesen. Es folgten bann längere Ausführungen im Vereine mit praktischen Vorführungen über den Wert des Wassers im Boden für die Pflanzen. Ta die Pflanzen keine Kauwerkzeuge wie Mensch und Tier bi- fitzen, um ihre 9iahrung zur Aufnahme ovrzuoereilen, so müssest die Pflanzen dieselbe im Boden in einer gelbsten Form vor- finden, diese Lösultg wird durch das Was.er bewirft. Auch für Oie Gare des Bodens ist vas Wasser von großer Jc^-utung. Aver auch die Luft steht im Dienste der Pflanzenernährung,- da sic den für das Gedeihen der Pflanze so wichtigen Stiastoff in reichem Maße enthält, den wir uns durch den Anbau von Grirn- büngungsljlanzen aus dec Lust holen können. Auch der Sauer- iboff dec Lust ist zu gewissen Vorgängen im Loden unbedingt notwendig. In driiter Linie behandelte yiebner die Bakterien als sehr wichtige Bestandteile des Bodens; ging dann weiter au oie wasserfassende Kraft de§ Bodens ein. Es folgte nun Oie Besprechung der mechanischen Bodenbearbeitung mit Pflug, Egge, Walze, Grubber etc. und wurde auch dieses mehr praktische Gebiet recht ausführlich und verständlich behandelt. In der naclMittags erfolgten Diskussion, die unter Leitung Oes stellv. Vorsitzenden der Landwirtschastskammer, Landtagsabg. Bahr stattsand, erhielt das Wort zuerst Neichstagsabg. Köhler der über die Bedeutung der Fortbildungsschulen Mitteilung machte. Tie beiden Referenten, Professor Dr. v. Nathusius und Professor Dr. Gisevius wurden stark in Anspruch genommen durch den Eingang sehr zahlreicher Fragen. Besonders stark diskutiert wurde über die Farben frage dec Pferde und die Schaffung von Unterorganen des Landespfecdezuchtvereins in Gestalt von beamter angesl . über die Abschnitte Bergbau, Verkehr, Handel und Gewerbe knüpften sich längere Erörterungen. So tarn bei den gewerblichen Unterrrchtsanstalten, für die die Ausgabe 246 100 Mark beträgt, der schon oft geäußerte Wunsch der Geistlichkeit zur Sprache, den Unterctcht der Fortbildungsschulen vorn Sonntag auf die Wochentage zu verleget:. Im Aus schuß wurde jedoch gegen oteses Verlangen heftiger Wider> fpcuch erhoben, da besonders die ländlichen Schuler nach der Lage der Verhältnisse nur an den Somttagen die nötige freie Zert für den Besuch des Unterrichts zur Verfügung Hüttern Abg. Ulrich hatte vorzugsweise über Kapitel Za, Brauntohtenwerk Lud w i gS h o n u n g, sowte über Lapttel 8, Salute, Badeanstalt und Tiesbauanrt Bad-Nauheim unb Badeanstalt Bad-Salzhausen zu referieren. Die Gesanttfumnte für Bctd-Nouheim stellt sich in Einnahme auf 1368000 Ml. unb in Ausgabe auf 1237 337 Mll, für Bad-Salzhausen Einnahme 21412 Mk., Ausgabe 62075 Mk Wahrend sich Bad-Nauheim auch nach ben großen Erweiterungsbauten resp. neuen Badehäuseranlageu fortgesetzt in erfreulicher Entwicklung befindet und immer mehr steigende Ueberschusse erwarten läßt, bleibt die Situation in Bad- Salzhaujen vorerst unsicher, da die dort seit längerer Zeit erfolgenden Bohrungen noch lein befriedigendes Resultat ergeben haben. Die Bohrungen sind jetzt auf 645 Meter Tiefe bei 40 Grad Wärme angelangt, aber noch nicht zunr Abschluß gelangt. Da die einz-elnen EtatsiapAel im neuen Budget nur geringe oder gar keine Veränderungen gegen bas Vorjahr aufweisen, war es möglich, die gemeinsame Besprechung Über sämtliche Positionen der beiden genannten Referenten heute zum Mschluß zu bringen. Die Beratungen des Ausschusses werden am nächsten Dienstag fortgesetzt. Obcipfarrcr Sei) mibt zu Schlitz u. Pfarrer Tür-k zu Frisch- vorn; nn Dekanat Wtööa Pfarrer Fischer zu EtchelSdors and Pfarrer Hildebrand zu Echzell; im Dekanat Rodheim Pfarrer Orth zu Rieder-Wöllstadt und Pfarrer Vetter zu SUcin-Siatben; un Dekanat Schotten Pfarrer Münch zu Schotten und Pfarrer Volp zu Laubach. * * S p a n i i ch e r .ü o n , u l. v.uf Grund Entschließung S. K. H. des Großherzogs ist dem zum Honorar-Vize- tonsnl für Spanien in Mainz ernannten Jules Beaury das Exequatur erteilt worden. Stadttheater. Die neue Posse ,Bi8 früh um fünfe*, die morgen abend zum nftenmale hier gegeben wird, nt besonders durch Paul Lmke's Üttustk bekaunt geworden, von der verschtedcne 9lummern, wie ine »Gavotte* und »Bis früh um fünfe* bereits populär geworden sind. Tie Musik wird von der Kapelle deL hiesigen JnfaMerie - Regiments gestellt. * * Konzert-Verein. Sonntag, 10. Januar. Das Berliner Vo tal-Quartet l. Zu den besten der sich tu den letzten Jahren zufatamengefchlossenen zkünstler-- gruppen, soweit es sich um Gesangsvereinrgungen handelt, zahlt unstreitig das Berliner Volal-Quartett. Von den hwrztl' gehörenden 2 Damen m.'d 2 Herren ist wohl der Mehrzahl unserer Leser nur Fräulein Le-ydhecker persön^ lrch betannt Da sich aber '.ie so hervorragende Sängerin nur mit gleichwertigen Künstlern verbinden tann, so ist diese Tatsache eine vollwertigere Empfehlung für die Mit- mirlenden, als ein Schwall von schönen Worten. Das Programm ist ein durchaus künstlerisches einheitliches, aber dabei trotzdem sehr abwechslungsreich; daß hierbei Altmeister Braljms neben Mozart, Schumann, Bennet und Haßler an erster Stelle steht, muß feder mit Freude begrüßen. * • Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veranstaltet ihren 5. und sür diesen Winter letzten Vortrag am Donnerstag, 21. Jan., abends 87* Uhr. Herr Dr. Gg. Wegener aus Berlin wird über das Thema sprechen: „Auf unbetretenen Pfaden in China." (Mtt Licht- bilbern.) ♦* Oberhess. Gesellschaft für 9latur> und Heilkunde, narurivrssenschastliche Abteilung. Am Donnerstag, 14. Januar, wird Professor Dr. Larl Fromme einen Vortrag „über den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse von der Sonne" halten. Zahlreiche Lichtbilder werden die Worte des Vortragenden anschaulich machen. Da die bisher abgehaltenen allgemeinverständlichen Vorträge sich eines sehr guten Besuches erfreuten, darf die Hosfnung berechtigt erscheinen, auch diesem Vorträge werde allgemeiner Zuspruch zuteil werden. Er findet in der alten Aula der Universität statt. •• Kunst verein. Die gegenwärtige Ausstellung, die sich immer noch eines regen Besuches zu erfreuen hat, verbleibt noch loeileie 8 Tage ausgestellt. Von Älontag den 18. d. Mts. ab wird dann em vollständiger Wechsel dec Gemälde oorgenommen. ** Oeffentliche Versammlung. Tas Deutschtum im Auslande, seine Geschichte und seine jetzige Lage, ins- besondere im slawischen Osten, wird in einer öffentlichen Versammlung nächsten Mittwoch abend im großen Saale von Steins Garten besprochen werden. Zwei angesehene Redner haben sich in überaus dankenswerter Weise dazu bereit gesunden. Der Vertreter der neueren Geschichte an der hiefigen Universität, Herr Professor Nach fahl, wird die Frage behandeln, wie der deutsche Osten und Oesterreich deutsch geworden sind, der bekannte Forfchungsreisende uno begeisterte Anwalt des Deutschtums, Herr Geheimrat Theobald Fischer aus Marburg, über die gegenwärtige Lage des Deutschtums in Oesterreich fpreajen. Die jüngsten Prager 9L v. Darm st ad t, 8. Jan. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hat gestern und heute feine Etatsberatungen eifrig weiter gefordert. Nachdem gestern die Ausschußmitglieder unter sich eine allgemeine Erörterung über die Etatscapitel abgehalten hatten, über die die Avgg. Dr. Osann und Ulrich das Referat zu erstatten haben, erfolgte heute eine gemeinsame Beratung über dieselben Kapitel mit der Negierung, für die Staatsminister Dr. Ewald, Finanzminister Dr. Gnauth und Minister Dr. Broun, sowie die Geheimräte Milbrand, Best unb Weber und die Ministerialräte Dr. Usinger und Süsfert erschienen waren. Abg. Dr. Osann referierte zuerst über die üopitel 23—29 des Ministeriums des Innern, Zentral Verwaltung; hier wurden keinerlei Anstänoe erhoben. Die persönlichen unb sachlichen Ausgaben für das Ministerium inb von 283 260 Mk. im Vorjahr auf 290 770 Mk. ge- tiegen; zur Bewältigung der Arbeitslast soll ein neuer sechster) Mmisterialrevisor unb ein vierter Buchhaltungs beamter angestellt werben. — An das Referat Dr. Osanns Bezirks-, Kreis- und Provinzialpferdezuchtvereinen. An diesem, äußerst interessanten Meinungsaustausch beteiligten sich Lber- landstallmeister v. W i l l i ch , Landtagsabg. K o r e l l, Beigeordneter Eifer und Oekonomierat Fritsch. Der Neserent gab daraus, gestützt auf reiche Kenntnisse und Erfahrungen, ferne immer mit großem Beifall aufgenommenen Antworten. Nach Beendigung der Diskussion des ersten Themas ersuchte der Bor- jitzende die Anwesenden zum Dank für die schönen und lehrreichen Ausführungen des Referenten am. heutigen Tage, sich von den Sitzen zu erheben, was geschah. Auch der zweite Referent, Pro- fefsor Dr. Gisevius, hatte feine leichte Aufgabe, denn auch er hatte eine Menge Fragen zu beantworten, die gleichfalls ver- ichiedentlich diskutiert wurden. Er gab viele auf seine, auf reichen praktischen Erfahrungen gestützte Ratschläge. Die sämtlichen Verhandlungen dieser vier Tage haben gezeigt, welch großes Interesse und welche Sympathien dieser, von der Landwirtschastskammer alljährlich abwechsemd in verschiedenen Städten Hessens abgehaltene Vortragskursus bei den Landwirten gefunden hat. Der Vortragskursus hat den Landwirten Wege gezeigt, die bei richtiger Anwendung dem landwirtschaftlichen Be- mfe nur zum größten Segen gereichen Lmieu. Mochte nun diese geistige Anregung dieser Kurse von recht nachhaltigen Einflüssen fein und unserer gesamten hessischen Landwirtschaft zum Nutzen gereichen. Vorgänge haben in erschreckender Weise gezeigt, was tschechische Anmaßung sich herausnimmt. Gerade die Bewohner einer Uniücr)uä^ftabt muß solche Heraus.orderung zur Unterdrückung deutscher Bildung, Sprache und Sitte im innersten empören, und die Zahl und Macht der Gegner, nicht nur in Oesterreich, ist vielfach im Steigen begriffen. Der Verein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslände (Allgemeiner deutscher Schulverein) hat die Sicherung unseres nationalen Kulturvejitzes und mit ihm unserer politischen unb wirtschaftlichen Stellung in der Welt zur Ausgabe: in jetzt 2«jähriger Tätigkeit hat er an seinem gropen Ziele erfolgreich gearbeitet. In einer von der hie- ligen Or.sgrttppe dieses Vereine veranstalteten Besprechung, in der Angehörige aller politischen Parteien und Gesell-- schaststreife zahlreich anwesend waren, wurde beschlossen, durch eine allgemeine Versammlung alle deutsch gesinnten jLiei|c unserer Stadt, Männer und Frauen, für un(ere ge- iäl}roeten Voltsgenv.sen zu erwärmen uno zur Mitarbeit an dem großen nationalen Werre aufzurafen. Sicherlich werden tue Freunde der deutschen Saa)e recijt zahlreich zu öiCjer Kundgebung sich zusammen,inden. Die Veranstaltung beginnt püurtlich um 81/4 Uhr. *• Volksunter ha ItungSabend. Der vom Evang. Arbeiterverein geplante VolksunterhaltmlgSabcnd, bei dem das Soziale Schauspiel in 4 Akten; ,Dte Söhnc^ Ausland. Neue Demonstrant, m Prag. Allem Anscheinc nach wird es dm morgigen Sonntag in Prag zu neuen Demonstrationen Iber Tschechen gegen die Deutschen kommen. Bei der Post wurden bereits Telegramme beschlagnahmt aus Belgrad an die nationalsozialistifche Jugendorganisation, welche Geldfendungen für die Prager Demonstranten ankündigten. Am Sonntag vormittag sind neue Ruhestörungen angesagt. 1500 Gendarm er. wurden in Prag zusammengezogen. Friedenskonferenz. An der gestrigen Sitzung dcs Exekulivkomickes der interparlamentartschen Friedensronfercnz i>. Brüssel nahm für Deutschland der Reichstagsabgeordnete Eillho,! teil. Im Nächsten Jahre findet die Sitzung in Brüssel statt al-> Sitz beS neugeschaffenen Bureaus. Der österreichische Botschafter in St. Petersburg Graf Bernhold wird vorläufig nicht nach Petersburg zuruckiehren. Blutige Kämpfe. In Mossul (asiatische Türkei) ist es Morschen Vork und sJJlilitac zu blutigen Kämpfen gekommen. Es waren 30 Tote und 40 Verwundete zu verzeichnen. Anarchie in Persien. Wie der Perersourger Tcle- Srapl)eii-Agentur über .Dshulfa aus Täbris gemeloet wirb, hat Satlac Khan die Kv n s i s k a t i 0 n d e r dem Schah gehörenden Besitzungen inAserbeidshan angeordnet. Präsident Roosevelt veschutdigr den Serrator Tilman, der Beleickgung an Landschwindeleien. Die Spannung zwi>ckMl dem Präsidenten und dem Kongreß wird immer größer. Dortragstur|us für prattifche £anöroirte m Gießen. Auch yer Dritte üchten dec Teere, weit Tierquälerei, sehr mißbilligt wurde. Bei dec DiStuuwn am ^iawmitmge uvautnwtiete der Referent des Vormatagsv^rt.rages ausführlich vie ihm vorgelegten F-ragen. Nach biefer Dismision wurve, auf Eilckadnng ms Proieiiors Dr. Gisevius, das.landw. Institut veiicht^gt, des,en Einrichtung uno Leistungen allgemein anerkannt tourueit. ^Hieruoer wurde schon berichtet.) Ter 4. uno le^te Tag des Vortragskursus für praktisck-e Landwirte in Gießen war augerornentiici) zahlreich besuckst von Larrdwirten ans Ooerlstsferi, Starkenourg, Rheinhessen uno Bat-ern. Wohl gegen 300 Hörer lauschten den fpatmenben Ausfuhruirgen der beiden heutigen Referenten. Kandidatur abgcll'hnt. Als nationallibcraler Kandidat wird neuerdings Brngcrlneister Wolf m Albig genannt, der zweite Vorsitzende des Bundes der Landwirte für Rheinhessen. •* Dekanatswahlen. S. K. H. der Groß Herzog hat die durch die evang. Dekanate des Landes vorgenommenen Wgcslern als Dekan und Pfarrer Glück zu Heuchelhenn als Stellvertreter des Telaus; im Dekanat Alsfeld Pfarrer Sauerwern zu Lllsfeld und Pfarrer Drei en- b ach zu'Eudorf; im Dekanat Büdingen Krrchenrat Ellenberger zu Orlenbcrg und Pfarrer Büchner zu Selters; un Dekanat Butzbach Kirchenrat Schrrmp s zu Butzbach und Pfarrer Wahl zu Beienherm; un Dekanat Grünberg Pfarrer Wagner zu Grüuberg und Pfarrer Georgi zu Ermenrod; un Dekanat Hungen Pfarrer Harner zu Hrrngen und Stifts- be5 Arbeiters* aufgeführt werden soll, findet nicht wie vorgesehen am 31. L MtS., fonbem schon am Sonntag den 24. L MtS. in der Turnhalle in der Steinstraße statt. Wegen der Erlangung von Eintrittskarten zu der Aufführung, zu der auch Nichtmitglieder Zutritt haben, sei auf das Inserat hmgewicsen. — Oberhessische Volkslieder. Lebhaftes Interesse erwecken die von der Vere inigu ng für hessische Volks-, künde beabsichtigten beiden Winter Veranstaltungen: ein Volksliederabend und ein Lieder sprelabend Der Volksliederabend findet am 20. Ian. in der alten Aula der Universität statt. Piarrec Schulle - Großen-Llnden hält einen Vortrog über: ,Tas Volkslied in Oberheffen' und zwei Damen tragen 14 Vollslicder zweistimmig vor, einige davon als Duette. Den Lredecspiclabend wird der Dichter der Odenwälder Liedecsprele, Seinrnarlehrec Bnxbaun,. selbst letten. Tie beiden Llederspicte werden von Professor Horn eingeübt. •• Po statischer. Jeder Landbriefträger führt auf seinem Bestellgaug ent Aunahmebuch nut sich, welches zur Eintragung der von ihm aiigenornmerreu Telcgramiue, iVcii* und Eiuschreibjeu- düngen, Postanweisungen, geivöynirchen Palere, Nachnaymescn- düngen und Zeilungsbellelllrngen sorvre der zur ßianüeruiifl der Sendungen, zur BefieUung der Zeitungen und zur Beschaffung von WeNzercheu ihm übergebenen Berrcige dient. Ein gleiches ünnalime- bud) 'ührt jeder Inhaber einer Posthrtisstelle für die bei diese, Niedergelegleii Wkilsenbuiigeu u.J. w. Es ist zweckdienlich, dai die Au'geber dre Erruraguu,» der Le»,düngen iu s. iv. in ine bezclch- nelen Annahmevucher ergenhandig beiorgen oder sich wenigstens von der Buchung durch den Landbrieuräger oder den Posthitsstellen- Inhaber überzeugen. •* Oeife >rtliche Lesehalle. Im Dezember wurden 2 5 4 0 Bände ausgeliehen. Taoon kommen am: Erzählendi Literatur 1163, Zeistchrnteu 165, Jugcudjchriiten 29b, Bers- dichltmgen 68, Literaturgeschichte 18, Länder- und Völkerkunde 107, Kulturgeschichte 16, Geschichte und Biographien 151, Kun'- geschrchle 10, lltaturwrssenschast und Technologie 143, yeer- uni Seewesen 18, Haus» und Landwrrrscha l 12, OiesunDyenslkhie 1 , Religion und Philosophie 23, Llaalswlssenjchasi 8, Sprachivissen schau 11, ilsremdsprachlicheL 16 Bande. Nach auswärts tamei 186 Bäildc. ** Unentgeltliche Benutzung der deutschen Patentschriften. Bei der Bibliothek der Großh. Zen trolstelle für dm Gewerbe, Darmstadt, 9icaarftrußc 3 befindet sich eine Auslegestcllc der vom Kais. Paleiitam. in Berlin herausgegebeuen Pcnentschri,ten über die fei dem 1. Juli 1877 erteilten Patente. Die Auslegeftelle if. geöffnet an den Wochentagen von lu bis 121« und von 3 bi& 51/3 Uhr (Samstag-Mrttag ausgenommen) und [atm von jedermann unentgeltlich benutzt werden. Durch die E.n- richtung soll jedermann Gelegenl-eit gegeben werden, f.ch über den Zilhatt von Patenten zu unierr«chten. Um auch cmswärls lvohirenden Per,onen die Einsicht der Patenlschris ten zu ermöglichen, ist die leihwe.se Avguoe einzelner Rum mern auf turzere Zeit gestattet. Die neu erfcheineuden Patentschriften lverden den Anslcgestelleu in eiiiwvchent- lichen Zwischenräumen über ui ’ftn uno dem Publtknm als bald nach ihrem Erscheinen zugänglich gemacht. — Der Ballon Schlesien wurde an dem fraglichere Tag auch von Lich aus beobachtet, wo er um 9,2ü Uh> von Nordost nach Südivest flregeird den Bahnhof kreuzte. — Dre Kalsermanooer finden in diesem Jahr, wieder in Süddeutjchland, voraussichtlich am unteren 9icckai statt. ES nehmen daran teil; das 13. (württembergsich«) Armeekorps, verstärkt durch die 2. bayrische Division, und die drei Divisionen deS 14. (badischen) Armeekorps. An dem Kaisermanöoer, für das 4 GefechlStage vorgesehen sind — vom 5. biS 8. September — werden sich zum erficninak auch lenkbare Luftschiffe beteiligen. ♦* Eine praktische Neuerung für die Winterfell bringt Satllermeister August st i l b i n g e r in Bertehr, nämlich eine Schutzvorrichtung gegen das Ausgleiten be. Glatteis, die — gewisfermasteil als Ueb.'rabfatz — an die Stiefelabsätze angeschuallt wird. Bei die,er Gelegenheit nwcbieii rvir die Au,mertfamteit aller, die es angeht, aus das Ueberhaudnehineii des gerneingesül)rlicheu Unfugs lenken, überall — besonders auch auf den Bürg'rsteigen — Schleifen zu ziehen. Polizei und Publikum foLte hllrg.g.n unnachsichtlich einschrcilen. In Amerika verstorbene Hessen. Frau Elisabeth Al e s s e r s ch m l d t, geb. Klingelhoier, au§ Weller bei Blarburg, 65 Jahre all, zu Baltimore. — Konrad Freimann aus Rodhelm, 84 Jahre alt, zu Richmond, Tp., III. ” Ein Ricsenkalb hat Metzger Henkel ge- schlachtet. EL halte 110 Pfund Schlachtgewicht und 170 Pfund Lebendgewicht. 4- Grosicn-Lin de n, 8. Ian. Morgen Abend findet das 25jä hrigc Bürgermctsler-Iubiläum des Land- tagSabgcordnelen Leun statt. Sämtliche Gemcmdevorstände, Korporationen und Vereine nehmen an der Feier teil, ivelche in der Turnhalle abgehatten wird. Auch die OrlSvoi- stände der Llachbargememden find emgeladen. Ter Iiidilai hat sich m feiner Amtszeit um unser Städtchen sehr verdient gemacht, ln feine Amtszeit fällt em reger Aufschwung der Gemeinde. O Burkhardsfelden, 8. Ian. Eine neue Straße von hier nach Nie der-Bessingen ist im Bau begriffen. Die Strecke von hier bis zur Kreuzung der Strotze Hallenrod. Lich ist schon vollendet. Die neue Strotze ist für den Holz. tranSport aus den Wäldern um Hattenrod, Ellingshausen, ölieder-Bessingen und Lich nach dem Bistccker Tal mrd bis nach (Sieyen von hoher Bedeutung. ? Langd, 8. Ian. Ter Gemeinderat hat die Erbauung einer W ass e r le 1 tung beschlossen. Die Vorarbeiten sind vollendet, auch ist reichlich und gutes Wasser vorhanden. Mit der Ausarbeitung der Pläne ist die Kullurnispeltion Grestcn beauftragt worden und öie Arbeiten sollen un Früh- fahre zeitig begonnen werden. Die Einwohnerschaft erwartet iehnlichsl die Fertigstellung der Leitung. C> Sc den bad), 7. Ian. Gestern abend fand in der Gastwirtichaft zur Rabenau zu Ehren de» unerwartet nach Mainz versetzten Pfarr Verwalters He derer eine Abschieds- feier statt, die Zeugnis ablcgle, welcher ansierordentlichen Beliebtheit sich der junge Geistliche in den 4 Gemeinden des Kirchspiels erfreute. Der von uuserein früheren Pfuiiverwalicr Böctncr gegründete St 1 r d) e n d) 0 r trug unter Leitung des .Jesus meine Zuversicht' sehr eindructsvoll vor. Laun hu 1 Lehrer Volk eine längere AbschieeSrede, ui der er die Irene Wirksamkeit und die friedliebende Gesiunung des Scheidenden besonders hervorhob und ihm alles Gute m seiner neuen Stelle wünschte, daran die Hoffnung knüpfend, daß er auch in der Ferne seine ihm ergebenen Gemeinden nicht vergessen mochte. Auch Lehrer Weber feierte den Herrn Pwrrer als Freund der Lehrer und reges Mitglied des Kirchenchors. Rach herzlichen Tankesworten deS Geistlichen für die große Ehrung und Unterstützung in seinem Amte, die ihm allgemein entgegengebracht worden sei, trug der Kirchenchoc noch einige schöne geistliche und weltliche Lieder vor. Die Pausen füllte Lehrer Weber von Höingen durch Klavier- und Diolm- üorträge und Lehrer Bolt durch humoristische Deklamationen und Eezählnngen auS. fc. Gedern, 8. Ian. Daß Gedern der Geburtsort des berühmten Generals v. Fransecky ist, daS ist bekannt, dasi aber Leuchten der Wisiens'chafl in dem .VuggelSbergk*. Städtchen das Licht der Welt erblickt, ist nur wenigen, kaum mer, bekannt. Am 17. Januar d. I. sind 160 Jahre verflossen, seitdem em hervorragender Rechtsgelehrter, Ioh. Ernst Friedrich Tanz, der Sohn deS 1780 hier gestorbenen Gräfl. Stolbergijchen KanzleidireltorS Friedrich Georg Danz, im sog. Prinzcfsiimenbau geboren wurde. Tanz, der von 1785—92 in Fürstlich Wiedschen Diensten in Neuwied gestanden, trat, iachdem ec einige Zeit in Glesien privatisiert, später in die Tlensle der Freren Stadt Frankiurt a. Dl., die ihn 1806 zum .'lppellationsgerichtsrat beförderte und ihm die Vertretung hrcr Interessen auf dem Wiener Kongreß anvertraute, wo er Die BundeSakle mit unterzeichnete. Als 1816 bie Bundestags- Versammlung in Franlsurt a. M. eröffnet wurde, nahm Danz .115 Frankfurterischer BundestagSgesandter an ihr teil, welche Funktion er biS 1832 versah. Er starb am 2. Januar 1838 m Franlsurt. Schriftstellerisch ist Tanz auch heroorgelreten. Zwei jüngere Brüder, Georg Jriednch, geboten 1768, geworben in Gießen 1793 als Professor der Medizin, der bahn- lechend auf dem Gebiete der Geburtshilfe gewesen, und lljilhelm Llugust Friedrich, geboren 1764, gestorben in Stutt- art 1803, em bedeutender Jurist, waren ebenfalls in Gedern jeboren. Mainz, 8. Jan. Wie das „M. I." erfährt, hat der Derhastcte Joseph Ralle in der lUilersuchungshail auf Ver ailaffung der Staatsanwaltschaft seinen Lebenslauf und jic Einzelheiten seiner Tat mit größter Ausführlich teil stedergefchriebcn. In den imchsten Tagen wird der Ver- /astete voraus,ichtlich nach Gießen und vielleicht später .och einmal nach Heidelberg zur L>cobachtung veroracht. Als techtsbeistand steht ihm auf Ersuchen der Verwandten ^uftizrat Dr. Schmitt zur Seite. W 0 r ms, 7. Jan. on dem ersten vollständigen Be- .riebsjahr der städtischen elektrischen Straßen- vahii betrug der fläo^jche Zuschuß nur 20 000 Mk. gegen vorgesehene -14 000 Mk. Die Straßenbahn beförderte 1380 000 Personen. — Tie Staotverivaltung läßt zurzeit in größerem Umfange Arbeiten, die im Sommer zurullgestellt werden, als Rotstandsarbeiten ausfüyren. Griesheim a. M., 8. Jan. Der Ballon „Zieg- ler" ist heute bei der Füllung jortgcflogeiL Der Frank» inner Verein für Luf.sllnf,ai,r^ eaii|trauten des Vereins, sondern unter der Leitung eines Monteurs geschah, der bet der Luftschiffer Abteilung gedient haUe und für die Ballon- .ülliing in Aussicht genommen war. Ein krustig einsetzender Sturm riß den erst yalbgesnllten Ballon los und entführte chn in nordwestlicher yiiujUng. Tie Hit.smann,chast tonnte trotz großer Anstrengung den Ballon nicht halten. Ueber den Verbleib des Ballons fehlt zurzeit jede Nachricht. -- Kinzenbach, 7. Ion, Die hiesige Dampfziegelei hat in diesen Tagen wieder ihren vollen Befried ausgetiommen. Es werden etwa 50 einheimische Ar- oeiter dort beschäftigt. Prolurist Ang. Muller gehört dem Unternehmen nunmehr 30 Jahre an. — In den Raumen der alten Schule soll eine zweite Zigarrenfabrik eröffnet werden. Die Firma Daniel .idaas ist Dillenburg beschäftigt in ihrem hiesigen Betrieb 100 Arbeiter; sie hat eine welkere Fabrik m Offenbach bei Herborn eröffnet. ** Kleine Mitteilungen aus Lessen und den Nachbarstaaten. Der Bürgermeister von Zahmen, Hch. Beyer, tft in der hiesigen Nstuit geflorben. Er rouvbc 62 Jahre alt. — Erschauen hal sich im Schlosigartcn zu Weilburg das Lljahrige Dien fi in aöa>en Mlnm Miaus. Lietzener Ltraftammcr. Gießen, 8. Jan. Freisprechung erzielte der Maurer K. G. von Ruppertenrod, der vom Schöffengericht Grunberg wegen Diebstahls zu drei Tagen Gefängnis verurteilt ivorden war. Rach den Feststeltungen des Schössen- gcrichls hat.e ein Landwirt im Frühjahr lnO6 Schweine in einem Pferch aui dem Markt zu Ruvöerienrod ausgestellt, und da er die Säüvcine in einem Nachbarorte verkauft batte, und diese dorthin bringen mußte, den leeren Pferch aus dem Marktplätze vor dem Laufe des Angeklagten iurüdgciaffen. Bei feiner Rückkunft war der Pfsrch vecfchwunden, und alle Rachforfchungcn nach ihm blieben ohne Erfolg. Aus einem späteren Markt sah der Eigentümer, dasi der P,erch von dem Angeklagten benutzt wurde, und auf Vorhalt gao er an: es sei seineczeu eine Frau in feiner Abivesenhett in sein Haus gekommen und habe gebeten, ihren LäMciuen, Die sie gekaust haoe, so lange Umerlunit zu gewahren, bis der Wagen anlomme uui die Tiere abzuholen. Ta es Regciuvener gewesen sei, wurde der Bitlc nachgekommen. Beim Abholen der Tiere fei der Pierch zurüllgeblieven, und da biet- Dura) der Platz versperrt war, habe er Den Pferch abgeschlagen und bciieitc gestellt _m der Annahme, der Eigentümer werde fich schon melden. Da sich aber niemand gen leidet hat, habe er den Pferch auf den Markt gebracht, um so dem Eigentümer Gelegenheit zu geben, wieder in den Besitz feine- Pierchcs zu kommen. Bon einem Ortsgespräch über das Berschwiirden des Pferches wolllc er nichts iviifen. Da die Frau, die in der Wohnung Des Angeklagten gewesen fein soll, nicht zu cimuiem war. Der Angeklagte auch von Dem Zurückbleiben Des Pserches niemand Mulcitung gemacht hat, sogar Der Gendarmerie, Die t-dnach forfduc, Dieses vor em hielt, nahm Das Sckwi senge richt an, der 'Jlngcllagtc Hape Den Piercy vom Marttptatze gestohlen unD uer» urtellte ibn wegen Diebstahls. Jnioige feiner Berufung fand eine ummngreiuie Beiveisau,nähme stall. Die Staa.sanwaltso»att hielt zum mindesten eine unterlch-lagung sür naäigewicfen und beantragte eine Geldstrafe von 25 Mk. Trotz iauverivu-geuder JnRzien e»nfd)ieD Die Straftammcr zugunsten des Ängcllagicn. lluie roue Lai verübten die T i e n fl f n e dj t e G G. und Hch. K. aus Dor- beim, «ie waren am Drillen Piing,l,cicr.ag nach:- in einer ^inidjajt mit einem ^^iveizer von Mmlnhaujec L'ji in einen oiliucu,lel geraten u..or».en war in er Den Wag unu> Dem Hof ungetreuu uatic, ivutue er von u. uceiolgL RnpLS Gutes ahnend, üuriicaic er sich aus einem Rartoneiader, doch G. sand chn, fchlug und trat chn mir den Füßen, daß er kaum noch in der Lage war, fid) amzurichten. Nun veranlaßre ihn G. mit ihm auf die Bürgermeisterei zu geben und nachdem er ihm sein Messer au5 Der Hosentasche genommen hatte, trafen sie K., dem G. müteiltc Der Sduveizer habe ihn mit bem Messer bedroht, er habe eS chm a^ctunnmeit und wolle mit ihm auf die Bürgermeisterei. Tarauf id:lugen beide Angeklagten auf den Verletzten ein und schleppten ihn in den Hoi des Bürgermeisters. Als dieser nicht aurmaebte, schleppten sie Den Verletzten an einen Bach und wuschen ihn ab. wobei sie ihn nochmals arg mißhandelten. Tann brachten sie ihn Dem Nachtwächter auf die Wachtstube, und G. gab an, der Verletzte habe chn mit feinem Diester verfolgt, er habe chm das- Mesi'er abgtnommcn und chn dafür schön „vermöbelt". 2lm andern Tag wurde der Verletzte in das Friedberger Spillll gebracht, wo er vier Wochen bettlägerig war, um bann wegen einer bei der Mißhandlung erhaltenen Verletzung eines Auges Die hiesige Klinik auizusud>en. G., der sich an Den Mißhandlungen am meisten beteiligt halle, wurde vom Schöffengericht wegen llörperoerleyung zu fechrs Monaten Gefängnis verurtellt, während fi. mit zwei 'JJiönaten durchtarn. Tie Angeklagten verfolgten Berufung, indem sie dionvebr vorsdmtzten ipid Frei- fprcdsung bezw. Strafmttderung verlaugten. Es stand sedoch fest. Daß sie aus purer Rauflust Die Tat verübt haben. ES bestand für die Strafkammer kein Anlaß, eine Aenderung der Strafe cintreten zu lasten, zumal sesisteh:, daß der Verletzte zurzeit noch innerlich Schmerzen spürt, die von den MißhanDlungen herrühren. und auch eine Minderung der Sehkraft auf dem einen Auge eüi- getreteu ist. Tas Urteil mußte^ fonadi bestätigt werden. Ruhestöruagea verübten der Knecht W T. in Dorheim und der Taglöhner I. G. hier. Ersterer hat auf der Ortsstraße in Dorheun mit iiersicher Stimme geschrien, weshalb er einen Straibeiehl über 6 Mark Geldstrafe erhielt. Auf seinen Einspruch, Den er damit begründete, er sei angefaUcn worden und habe deshalb schreien muffen, erhöhte das Schöffengericht die Strafe auf 10 Mark, da sich dies als unwahr ernstes. Er versuchte es mit Berufung bei Der Strafkammer; da er aber auf Grund des Referats ein- fal), daß Die Sache sür ihn ungünstig steht, zog er es vor, feine Berufung zurückzunebmen. G., Der manchmal abends einen „schweren" nach Hause zu tragen hat, wobei er regelmäßig skondoliert, bat in seiner Wohnung am Schistenbcrgcrtal Derart geschrien, daß cm Menschen- auf lauf entftanD und die Nochbarsdiott sich genötigt sah, einige Sdsutzleute l-erbcizuholen, um Die Frau, mit der er es zu tun hatte, aus ihrer schlimmen Loge zu befreien. Er bekam einen Strafbefehl über 10 Mark Geldstrafe^ dessen Einspruch vom Sdwifengericht zurückgewiesen wurde. 5eine Berufung begriutbetc Der Angeklagte Damit, er Hobe \tV$t schledsten Verdienst und könne Die GelDstraie nicht bezahlen; die Evenmalstrafe von sechs "Tagen zu verbüßen, sei nicht angängig, da sonst feine Familie mit fed» MinDcrn darben müßte Ta der Angeklagte aber Ruhestörung verübt hat und dies öfters vorkommt, was daraus heroorgehl, Daß ein Zeuge bekundet hat, die Bewohner des Schistcnbergerlals feien froh. Daß der Angeklagte von dort weggezogcn ist, bestand kein Anlaß, die Strafe hcradzusctzen. keitsverbrcchens, l>egongen an einem 10 johngeu Mäddxrn, jU 6 Monaten Gefängnis verurtellt. — Der schon vielfach vor ueftrafle Metzgergeseile M efserfchmccd aus Gocha, der üt Biedenkopf eine Tamcmihr gestohlen Halle, wurde zu l‘/i Jahren Zuchthaus verurteilt fc. Frankfurt a. M., 8. Jan. Bei dem M i l chhä n bl e r Josef Halb ig aus Petterweil, fireis Friedberg i. H., der täglich 600 Liter Milch aus der Lsielterau hierher liefert, ent- n-alym an zwei Tagen im vergangenen Lkw der die Polizei Miich- prvbcn. Tie Proben zeigten einen geringen Fettgehalt und starke „Ueberitiedung". Tas hiesige Schöffengericht verurlellle beiuc Halbig wegen nststenllickier Nahrungsmillelfälschung zu einer Geld strafe von 300 Mark. Weimar, 8. Jan. Ter S chr if t sl e l l e r Dr. W e r ns- Dorf ist wegen Beleidigung wenuarischer Justizbeamteu Durch die Broschüre „Blau II ber Rachlatzakten' zu einem Jahre unD neun Monaten Geiängrn» verunellt worben. Die Trucker Seüert & Köstritz erhielten je 100 Mark Geldstrafe. Der Dialer Freitag wurde sreigefprochen. Vie Entdeckung der Leiche der Leutnant; Zoertfch der nebst dem Leutnant Lümmel mit dem Ballon Her- gesell des Oberrheinischen Vereins für Lustschissahrt afif der Nordsee uulergmg, wird uns gemeldet Ein Telegramm sagt uns darüber: Hamburg, 8. Jan. Ter in ber vergangenen Nacht von einer Fijchreifc nach Geestemünde zuruckkehrende Tampfer „L r i 0 n" fischte am 6. Januar in der Norosec die Leiche des bei der B-allon-TauerVettfahrt verunglückten Leutnants F 0 e r t s ch auf. Tie stark in Verwesung übergegangene Leiche wurde in dem Meer bestattet, nachdem aus den Vorgefundenen Ausweisen die Persäillichkeil unzweifelhaft fe,tgeslcllt war. Leutnant Foertsch Halle dem 136. Jnfanterie.Illgiment in Straßburg angehört, und war am 12. Oktober in Gemeinschaft mit dem Leutnant .Hummel vom 9. Rhein. Hu- ,aren-Dlegiment 111 Bcr.ül au,ge,ll.gen. Ter Ballln "wurde neben einigen anderen in die Noro,ee g-trieden. Wahrend die andereii Ballons aber gerettet wurden, fand der Fisch Dampfer „Naddod" drei Tage 1 ach der Aosahrt der Ballon^ die halbentleerte Hülle des „Hergesell" 100 Mellen oou Helgoland. Das Lrdbcden in Süöitalien. General Manza telegraphiert an den Ministerpräsideatkn Grolllii, daß es gelingen werde, alles Geld und die öffentlichen Bureaus aus den Trümmern von Reggio z u bergen. Die Eisenbahnverbindung zwr. scheu bicggio und Neapel werde binnen drei Tagen wieder hcrgeftellt sein. .«ach F-eststeuung des Geologen Tr. Gravelitz in Jena bat sich die Ticie ber Meerenge von Messina burch bas Erdbeben um 500 Meier verringert Bon den kanarischen Inseln wirb ein erneutes Erdbeben von beträchtlicher Heftigkeit gcmcloet. In der Ortfchast Agadtc stürzten zahlreiche »auscr ein. Tie Bevölkerung konnte sich rechlzei.ig retten. Tas deutsche H i 1, s t 0 ni 11 c e hat bis jetzt etwa 300000 Man guammdt 2UUUJU Mari find dem chpten streu; ;ui B«-r 1: nuig gestellt worocn. Ter Reu ist an cas deutsche Gene - ralloniulat übetivufcn worden. -1C y k *- ■ - ■— n dauerten Ivährenb der ginz«il iacyt svre. Giuigc utaaube, Die noch nicht voll- a..Dig . r tL.r« rv^r.n, c.i.t^c.i n^u2 < « f««,ud.gangen. Tie '■ an dcr Ejscnoahnll..ie werden c«>f.g ivi:tgcl.yL ;.iuu) aus Brancaleons, üatau- i a 10 und P almi werden Erdbeben geweidet vermischte» ttoi höi FORNIAMINT M) Noack. 1)9'1 LD m 12 Stück = 7,78 tätige. 3 m 4. u. 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Sven He bin erklärte gegenüber/ dem Vertreter des „Svenska Telegrambyran" in Moskau, er glaube in Tibet bemerkt zu haben, daß die Stellung Englands dort seit der Thassaexpedition bedeutend ungünstiger sei., Tie Tibetaner, besonders die Geistlichen, seien den Engländern,' feindlich gesinnt, während anderseits der chmesische Einfluß wachse. Newpork, 9. Jan. Der Kongreß beginnt den Kampfs gegen den Präsidenten Roosevelt. Der Senat beschloß eine Untersuchung darüber, weshalb der Präsident die Verschmelzung des Stahltrustes mit der Tennessee-Company erlaubte., Tas 5)aus verweigerte die Annahme von Botschaften, die nicht in achtungsvollem Tone gehalten sind. Die weitere Entwickelung der Tinge wird mit Spannunng erwartet. Kgr. Sacha. 11 Technikum j I Mittweida 12 Direktor: Prof es so? Hont. Höhere technische Lehranstalt ftlr Elektro- u. Maschinentechnik. Sonderabteilungen für Ingenieure, Techniker u. Werkmeister. Elektro t. u. Masch.-Laboratorien. Lehrfabrik-Werkstätten, f“ 86. 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Ter Tamvfer Bayern des Norddeutschen Lloyd fuhr gestern früh von Civitavecchia mit dem amerikanischen Botschafter und der amerikanischen Hilfs-Expedition nach Messina. ___________________________________________ 3 /MSCÜZklllisZ- für 5kier und Jodler. /iu^usi ^ilbin^(?r, Selters weg 70. Telefon 274. Holz-Submission. Folgendes im Beucrner Gemeindewald lagernde Ban, Werk- und Grubenholz soll im Wege öffentlichen Angebti: Meine Näucher-Äpp«rates sind fein lackiert, nehmen bei groß. Nutzraum wenig Platz in Anspruch und können in jedem Zimmer ausgestellt merbetu [213 Preise sind billig'. Wilh.Dürbeck, Spezialgeschäft Neuenweg 20. deren Tummelplatz die Mund- und Rachenhöhle ist Dazu gehören die Erreger verschiedener Hals- und Rachenentzündungen, der Mandel- 6Chwellungen, der Diphtherie und alle jene Keime, die von der Mundhöhle aus weiter in den Körper wandern (der Influenza, der Masern, des Scharlachs, Keuchhustens, Ziegenpeters usw.). 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Marktzett von 8—2 Uhr. befahl seinem deutschen BaghtschewaN, er möge sich beS unter einer Regierung üblichen Fezes bedienen, der sich von der Form des anderen für den Kenner wahrscheinlich wesentlich, für den Uneingeweihten aber kaum wirklich unterscheidet. Aber Vater Wentzel kümmerte sich um den hohen Wunsch wenm, er trug seinen alten Fez nach wie vor ruhig weiter, bis der Sultan schließlich nachgab und den schnurrigen Deutsck)en, der seinem Willen zu trotzen wagte, ruhig gewächren ließ. Jedes zweite Jahr trieb das Heimweh den alten einsamen Ncann in das ferne Pommernland unb von dort wieder zurück in den Orient zu seinen geliebten Plantagen. Aber in der Heimat hoffte er zu sterben und in deutscher Erde zu ruhen. Beide Wünsck>e sind ihm nun, wie so viele andere im Leben unerfüllt geblieben. meine TagcSchrontL. Während eine (Seriditstommiiiion m Prag und dem benach» barten One Ra de sch ow itz wegen eines vorgestern dort verübten Ltlstmordes eine BeiichUgunfl voruahm, wurden in demjelben Orte zwei Heine Kinder auf ähnliche Weile ermordet. Die H u u g e r s n ot in einigen Provinzen Anatoliens nimmt bedeukUcke Ttmensionen an. In 9t e w - P o r k verwüsteten vorgestern drei gleichzeitige große Feuersbrünste die Geschästsviertel Bo^wery und Broadway. Ter durch das Feuer angerichtete Schaden beziffert sich am 7 Millionen Mark. Reell! Tüchtig., strebsamer fiattimutttt,, 30 Jahre all, rach., wünscht mit tatti- Dame zwecks baldiger heirat in Verbindung zu treten. Nicht anonyme Offerten möglichst: mit Bild und Angabe der Ber» w.ltmffe unter 0111 an die Ge- chäftsstelle des Gieß. Anz. erbet Diskretion Ehrensache. ' als wirksames Deslntizlensd. Mund-n. Rachen« hOhle vorzüglich bewährt a. ärztlich empfohlen Dichtung! 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