Samstag, 6. Februar 1909 159. Jahrgang Nr. 31 Erscheint ILgllch mÜ ÄuSnahmr des TonntagS. IH e Die „Gießener LamiliendlStter- werden dem ^Injetger* viermal wöchentlich beigelegt. daS „Krctsblott ffli den Krtb Ließen" zweimal wöchentlich. Die Landwirtschaftliche, Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. RotattonSßrnS tm> Verlag der vrüLNch« UnwerftiälS - Buch- und Sietndruckeret. R. Lang«, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e@5L Redaktion.e-O112. Tel.-AdruAn-eigerGießen, Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Vberheften scheu Handelsminister in Verbindung gesetzt. Wenn Sie unS erst einmal ein bißchen au-3 den Fingern lassen und uns wieder ruhig arbeiten lassen (Heiterkeit.), werde ich unter Zuziehung von Reichs tagsabgeordneten und Sachverständigen zunächst darüber eine Ueberemstimmung zu erzielen suchen, in welcher Weise künftig Enqueten veranstaltet werden sollen. Ich denke da^ an die Vornahme von Stichproben in einzelnen Stadien, nach deren Ergebnis man dann auf das ganze Reich schließen kann. Die gesetzliche Regelung des TarifwesenS, die eine Resolution Abg. Dr. Junck beim ReichLjustizarnt verlangt hatte, ist mir zur Erledigung überwiesen worden, weil ihr Inhalt wesentlich sozialpolitischer Natur ist. Das vergangene Jahr ist beionders reich gewesen an theoretischen Erörterungen über bie unzweifelhaft sehr schwierige Frage des Tarifwesens. Es sind von privater Seite aus vollständige Gesetzentwürfe publiziert worden. ES ist für die Praxis ein Tarifschema ausgearbeitet worden und das Statistische Amt hat daS Material zu einer Broschüre zusammengestellt. Schließlich hat auch der deutsche Junstentag auf,Grund eingehender Gutachten und an der Hand eines sachverständigen Referats sich mit der rechtlichen Seite der Tarifverträge emgehend beschäftigt. Auch praktisch hat daS Tarifwesen im letzten Jahre in Deutschland große Fortschritte gemacht. Besonders charakteristisch ist der Forischritt, der dabei gemacht worden ist von Orts- und Bezirkstarifverträgen zu Nationaltarifverträgen. _ Wir hatten ursprünglich Reichstarife eigentlich nur irn graphischen Gewerbe. In neuerer Zeit hat sich diese Reichöbewegung ausgedehnt auf die Maurer. Zimmerer, Maler, Stuckateure. Steinsetzer, Tischler, Schneider und Die Arbeiter der Lederindustrie. Bemerkenswert ist dabei, daß vielfach gerade die großen Arbeitgeberorganisationen es gewesen sind, 'velche das treibende Element waren. (Hört! hört! rechts.) Es ist unzweifelhaft, daß gerade durch diese großen, auf das ganze Reich sich erstreckenden Tarifverträge die Frage nach mannigfachen Richtungen praktisch weiter geklärt und vertieft worden ist. Je größer der Bezirk ist, auf den sich ein Tarifvertrag erstreckt, um so gefährlicher wird es, wenn der Vertrag bei seinem Ablauf nicht erneuert wird, um so größer ist die Verantwortung derjenigen, welche der Verlängerung eines Tarifvertrages wider, sprechen. Es ist auch interefiaiti, daß sich die Tarifverträge jetzt auch auf solche Kreise erstrecken, die nicht zu den eigentlichen Arbeitern gehören. Auch der Inhalt der Tarifverträge ist reichhaltiger geworden So enthält der Malcrtarifvertrag eine Bestimmung, wonach dem Mindestlohn eine Mindestleistung gegenüber stehen muß. Ich stimme mit dem Abg. Bassermami darin über, ein, daß von einer öffentlich rechtlichen Regelung, wie man sie in einigen australischen Staaten kennt, inDeutsch- land nicht die Rede fein kann. Es ko mite sich immer nur inn eine zivilrechtliche Erledigung handeln. Nun sehen wir aber, daß in den letzten Jahren die Tarifverträge sich in Deutschland ausgebreitet haben, ohne daß die Gesetzgebung sich irgendwie mit dem Tarifverträge beschäftigte. Ich glaube deshalb nicht, daß eine absolut dringende Notwendigkeit besteht, das Tarifwesen gesetzlich zu regeln. Die Praxis ist bisher ohne das Gesetz ausgekoni. men und hat etwaige (Streitig!/iten der Rechtsprechung zur Entscheidung unterbreitet. Durch dieses allmähliche An« passen an die tatsächlichen Bedürfnisse wird das Tarifwesen am besten geregelt werden. Wenn wir setzt mit einem Gesetz eingreifen würden, so würden wir die natürliche und in- solgedessen auch gesunde Entwicklung stören. (Sehr richtig!) Ich erinnere nur an die Erwerbs- und WirtschaftsgenosscnschaftLn. Sie haben sich in der Praxis 20 Jahre herausgebildet und erst bann ist man dazu übergegangen, das gesetzlich festzulegen, was die Praxis geschaffen hatte. Dieser Weg wird auch beim Tarifwesen der richtige sei». Es gibt nur in dieser Beziehung zu denken, daß die Führer auf beiden Seiten bisher noch keine gesetzliche Regelung verlangt habe», und es wäre mir interessant, hierüber die Ansichten der Abgg. Legien oder Dömelburg zu hören, die doch hiervon etwas verstehen. Eine andere Frage wäre, ob die Gesetzgebung gewisse Hindernisse wegzuräumeu haben würde, lvelche gegenwärtig dem Abschluß von Tarifverträgen entgegenstehen. Es würde sich hier wesentlich um eine Aenderung des § 152 Ws. 2 der Gelverbeordnung handeln. In dieser Beziehung liegt aber gegenwärtig dem Reichstage ein Antrag Hitze vor, dem § 152 einen neuen Absatz hinzuzufügen, wonach seine Bestimmungen^Taris- uerträge nicht berühren. ES wird das Beste sein, das Schicksal dieses Antrages abzuwarten; mir ist es sympathisch. Den größten Teil der Arbeiten im Reichsamt des Innern hat selbstverständlich die Reform der Ar beiter Versicherung beansprucht. Die „Reichsversicherungs- o r b n u ng", wie wir vielleicht daS zukünftige Gesetz nennen wür. den. ist soweit fertig, daß, wie ick hoffe, es noch im Laufe dieses Monats dem Bundesrat vorgelegt werden kann. Gleichzeitig werde ich es beröf f ent- licken, damit die Allgemeinheit dazu Stellung nehmen kann. (Bravo!) Ich bitte, zu bedenken, wenn ich jetzt über dieses Gesetz spreche, daß es noch nicht dem Bundesrat vorgelegen hat, und daß ich deshalb noch nicht hn Namen der verbündeten Regierungen sprechen kann. Herr Hoch hat mir borgeworfen, ich hätte die Reichsversicherungsordnung nach allzu bureaukratischem Muster borbereitet, hätte die Interessenten nicht gehört. Diesen Vorwurf hätte ich nicht erwartet. Die Herren sollten doch triff en, daß mein Bestreben in der ganzen sozialpolitischen Gesetzgebung — und ich glaube, die Beweise dafür geliefert zu haben — dahin geht, bie Arbeiter zu Wort kommen zu lasten. (Sehr wahr!) Und was dies speziell angeht, so sollten sie wissen, daß ich über die wichtigsten Fragen der Arbeiterversicherungsordnung Konferenzen abgehalten habe mit den Vertretern der Krankenkasten, die mir wertvolles Material geliefert haben. (Hört, hört!) Sehr gern hätte ich diese Vorverhandlungen mit den Interessenten auf einen sehr viel größeren Kreis ausgedehnt; aber Sic wollen bedenken, daß mir, seitdem ich mein Amt angetreten habe, jetzt also 1% Jahre, nur eine kurze Frist zur Verfügung stand, denn wie ein dunkles Verhängnis schwebt die Ler Trimborn. (Große Heiterkeit.) Herr Trimbom hat ja glücklicherweise die Frist vom 1. Januar 1910 verlängert auf den 1. April 1910 — ich bin schon außerordentlich dafür dankbar. (Heiterkeit.) Das neue Gesetz hat sich nun in seiner äußeren Form zur Ausgabe gestellt, unsere Versicherungsgesetzgebung einheitlich zu gestalten. Herr Mugdan hat das gestern bedauert, und ich will offen zugeben, ich selbst habe längere Zeit darüber geschwankt, ob es richtig wäre, diese Kodifikation vorzunehmen, denn an sich bleiben die großen Versicherungszweige als gesonderte Organe bestehen, sie werden nickst zusammengeschmolzen. Wer ich bin schließlich doch zu dem Gedanken der Kodifikation gekommen, weil wir in der Organisation eine gewisse Einheitlichkeit unter den drei Versicherungszweigen Herstellen wollen, und weil wir außerdem in das jetzt sehr künstliche, undurchsichtige und im» portionalwahl bei der Krankenversicherung stimmen wir zu, ebenso den sozialliemokratischen Resolutionen aus Regelung der Arbeits- zeit in den Glashütten und auf Einführung eines Reichsberg- g e s e tz e S. In den Kreisen der Gastwirtsgehilfen bestehen Befürchtungen, daß die Bundesratsverordnung abgeändert wird. Wir hoffen, daß diese Befürchtungen unbegründet sind. Vielmehr sollre man dafür sorgen, daß die Verordnung erst einmal vollständig durchgeführt wurde. Heute geschieht das nur in 35 Proz. der Betriebe. Der Redner bringt zum Schluß Wünsche der Ha n d ° lungsgehilsen vor: Sonntagsruhe. Regelung der Arbeitszeit, Kontor schluß und Schaffung einer staatlichen Zwangsversicherung (Beifall.) Staatssekretär von Bethmann-Hollweg: Alle Redner haben anerkannt, daß dem Reichstage zurzeit ein so umfangreiches gesetzgeberisches Material vorliegt, daß er wohl kaum noch mehr bewältigen kann. Und doch werd, n auch in diesem Jahre wie in den früheren, wieder allerlei Zukunftswünsche vorgebracht. Wenn ein Mann, der sich so große Verdienste um die Sozialpolitik erworben hat, wie Herr Trimborn, sich bewogen fühlt, seine sozialpolitischen Wünsche Revue passieren zu lassen, so habe ich dafür volles Verständnis. Unzweifelhaft werden auch durch diese Besprechung Fragen geklart, die zur Gesetzgebung noch nicht reif sind; aber andererseits stehen dieser Behandlung der Dinge doch auch wesentliche Bedenken entgegen. Jahr für Jahr wird alles, was für die Zukunft verlangt wird, hier zu einem Strauß Aufammengebunben, der dem Staats, sekretär des Innern überreicht wird. Muß da nicht draußen im Lande der Eindruck entstehen, daß wir hier — Reichstag und Regierung — untätig gewesen sind? Ich danke den Steinern dafür, daß sie erklärt haben, daß sie mir nicht den Vorwurf der Untätigkeit machen wollen, aber dadurch, daß immer wieder neue Wünsche hier vorgebracht werden, wird ein Element d^e r B e u n r u h i g u n g in alle beteiligten Kreise bineingetragen. Tas ist der Förderung des sozialen Willens nicht zuträglich, und ohne diesen geht cS nun einmal nicht. (Zustimmung.) Ich bitte es nicht als Unhöflichkeit zu betrachten, wenn ich nicht auf alle Fragen eingehe, sondern nur meniae hier berühre. Von verschiedenen Seiten ist die Unterstützung des „Handwerksblattes" befürwortet worden. Dieser Wunsch hat meine volle Sympathie. Für dieses Jahr konnte noch keine Summe m den Etat eingestellt werden, aber auS den Dispositionsfonds wrro sich eine Unterstützung ermöglichen. Im nächsten Jahre werden wir unS über eine weitere Förderung des Blattes verständigen. Von sozialdemokratischer Seite sind die Bundesratsverordnungen über die Arbeitsverhältnisse in der s ch w e r e n E i s e n - industrie heftig angegriffen worden. Auch eine Zentrums- resolution behandelt diese Materie. Man fordert m erster Lime Vorschriften in sanitärer Hinsicht. Wir sind nach reiflicher lieber, legung dazu gekommen, spezielle Vorschriften in diese Verordnungen nicht aufzunehmen. Die allgemeinen Bestimmungen werden aber durch die §§ 120a und b der Gewerbeordnung geregelt. Wenn man allgemeine Bestimmungen für eine große, weitverzweigte Industrie. wie die schwere Eisenindustrie, fasten will, so darf man über ein gewisses Durchschnittsniveau, das überall passend ist. nicht hinausgehen. Dieses Durchschnittsniveau ist in der Gewerbeordnung festgelegt. Glücklicherweise wird es vielfach übertroffen. Es schien uns daher nicht praktisch, noch besondere Vorschriften zu erlösten, zumal auch die Gewerbeaufsichtsbeamten durch den preußischen Handelsminister auf gefordert worden sind, gerade auf diese Dinge ihr besonderes Augenmerk zu richten und ev. einzuschreiten. Bei der R e g e I u n g d e r A r - b e i t S z e i t hat sich die Verordnung auf die Einführung der ununterbrochenen achtstündigen Ruhezeit zwischen Zwei ArbertSschich- ten beschränkt. Wenn man weitere Bestimmungen treffen will, so muß man vorher über die einschlägigen Verhältnisse genau mroi> rnieti sein. Wir sind aber über die schwere Eifenindustrie noch nicht so genau unterrichtet, wie wir es wünschen. Di e Lohnlisten weisen nicht nach, wieviel Arbeitsstunden wirklich geleistet worden sind, sondern sie bringen nur die der Lohnabrechnung zugrunde gelegten Arbeitsstunden. Hier besteht aber em UmenÄxeb. da Sonntagsarbeit, besonders unangenehme Arbeit und Heber. stunden höher bezahlt werden. Wir gehen nun daran uns die nötigen Unterlagen zu verschaffen, indem bestimmt worden ist. daß alle Arbeiten, die über die Dauer der regelmäßigen Schickten hm- ausgehen. mit dem Namen der Arbeiter m em Verzeichn eingetragen werden müssen, so daß die tatsächliche Zahl de Arbeitsstunden festgestellt wird Ich bm der Ueberzeu- gung, daß diese Verordnung unS in leuMer und fAnetter Beig ein zuverlässiges Material liefern wird. Andererseits bat sie auch den Vorzug, daß die Werkbesiher gezwungen werden jede Neber- arbeit einzutragen. Sicherlich wird dadurch die Zahl unzulässiger Ueberarbeitsstunden erheblich vermmdert. werden. Dann werden aber auch die oberen Leiter der Werke cmmal un genauen Ueberblick über die tatsächlichen Ber^altniffe bekommen. Jedenfalls wird die Verordnung auf eine Besserung der Verhältnisse hinwirken. ..... ; u „ Die Gutachten über die Denkschrift für die Privat beamtenberf iefjerung sind bereits zahlreich emgeaufen. aber noch nicht vollzählig. Wenn das Material vollständig ein- gegaugen fein wird, wird ein Gesetzentwurf ausgearbeitet und e"soennta53ru5e Ijaf™ wir im »origen Jahre gefvrochen. Ich habe damals darauf hmgewiesen, daß ich für eine Differenzierung bin. In der Zwischenzeit Ünd zahlreiche Gutachten bei uns eingelaufen. Die Zahl der Ansichten, die tn biefen Gutachten vertreten werden, ist beinahe so groß tote die Zahl der Gutachten selbst. (Heiterkeit.) Das zeigt, daß wir vor einer außerordentlich schwierigen Frage stehen. (Sehr richtig!) Von den meisten Gutachten ist d»^Differenzierung mi Provinzialstädte, Landstädte und flaches Land gutgeheißen wovden. Ich glaube auch heute noch, daß sich ohne eme solche.D'sferenz'e. rung nichts machen lassen wird. Ich übersehe dabei keineswegs die Bedenken, die gegen eine Besserstellung der Handlungsgehilfen lediglich in den Großstädten bestehen. Die an und tz* sich nicht erfreuliche Abwanderung von der Kleinstadt in die Großstadt wird dabei sicher gefordert werden (Sehr ’ richtig!) Alle diese Schwierigkeiten müssen beachtet werden, und wir sind jetzt dabei, die Gutachten zu bearbeiten. Herr trimborn hat an mich die Frage gerichtet, wie eS mit ’ der Enquete über den Mittelstand stehe. Es scheint sich in diesem Jahr dasselbe Spiel zu wiederholen, das ich 'm Vorjahre beobachten konnte. Im vorigen Jahre hat m der ersten ’ Lesung der Freiherr v. Gamp nur unter der Zustimmung des ge- : samten Hauses eine Strafpredigt geholten, daß ich zu ; Wund unnütze Enqueten veranstalte und dabei das schöne Reichs, aeld tieraeubc In ber zweiten Lesung regnete es bann Anträge ' auf Veranstaltung von Enqueten. (Heiterkeit.) Ich verkenne bie Bebeutung einer Enquete über ben Mittelstand m feiner ®eife. • Aber ich mache boch barauf aufmerksam, baß eine Enquete über : bas ganze Reich eine sehr kostspielige Sache fein unb sehr lang- . wierige Untersuchungen bringen wirb. Ich ^alte mich aber ,m । Prinzip nicht ablehnenb und habe mich bereits mit dem preußi- ■ 9bg. Schack (Wirtsch. Vg.) : Den anerlennenben Worten der Vorredner über die Tätigkeit des Staatssekretärs können wir uns anschliehen. Die beiden Resolutionen, die wir eingebracht haben, behandeln zeit- gemäße und notwendige Fragen. Tie Frage einer Regelung der Verhältnisse des Auskunftswesens ist auch ui der Presse, so m der .Köln, ata." und in dem „Berliner Tageblatt" als dringend der Reform bedürftig bezeichnet worden. Ebenso empfehlen wir etae Neuregelung der Bestimmungen über den Reservefonds Der nationalliberalen Resolution auf Ausbau des „Handwerksblattes stimmen wir zu. Daß den Reichstag gegenwärtig ein Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb beschäftigt, begrüßen wir, denn es gibt keinen Abgeordneten und überhaupt keinen mistan- Ligen Menfcken (Heiterkeit), der ben unlauteren Wettbewerb nicht bekämpfen wirb. Die Konkurrenz bie bas Handwerk durch die Gefängnisarbeit erleibet, ist leider immer noch nicht völlig besei. tigt. Die wirtschaftliche Absonderung der Beamten hat m weiten Handwerkerkreisen große Erbitterung hervorgerufen. Dieser häßlichen Begleiterscheinung d e s K a st e n g e i st es sollte die Regierung eritgegenwirken. Em weiteres Mittel, dem Handwerk zu helfen, wäre die Ausdehnung der S e l b st v e r s i ch e - mjifl. Der Resolution des Zentrums auf Einführung der ProDeutscher Reichstag. -r" 199. Sitzung, Freitag, den 5. Februar. Am Tische des Bundesrats: v. Bethmann-Hollweg, Dernburg. Das Haus ist gut befehl Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min. Die ReichShanShalts-Rechnunge« von 1903 und 1904. Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung der allgemeinen Rechnungen über den ReichshauS- halt für 1903 und 1904. Abg. Ulrich (Soz.): Zu den StatSüberfchreitungen und ben außeretatSmäßigen Ausgaben sinb nun auch noch Fondsverwechselungen in Sähe von 960 000 Mk. gekommen. (Hört! hört! bei ben Soz.) ie sinb nicht nur formaler Natur, es sinb falsche Buchungen. Man läßt einen Fonds auf Kosten deS anderen bluten und bringt da- durch Unklarheit in die Rechnungen hinein. Bei der Militärverwaltung sind nicht weniger als 900 Fondsverwechslungen vor- gekommen. Durch solche Schiebungen wird daS Budgetrecht des Reichstags gefährdet. Unterstaatssekretär im ReichSschahamt Twele: Die Reichsregierung wird alles tun, um Fondsverwechslungen möglichst zu vermeiden. Eine Absicht, das Budgetrecht des Reichstags zu verletzen, lag keinesfalls vor. Von den FondLverwechflun- gen hat ja auch kein Ressort einen Vorteil. Abg. Dr. GSrcke (natl.): Die Fondsverwechslungen sind nur formaler Natur. ES ist aber freilich wünschenswert, daß sie überhaupt vermieden werden. Darauf werden die Rechnungen genehmigt. Die südwefiafrikanische Indemnität. Es folgen die bisher ausgesetzten Abstimmungen über die zu den Rechnungen für die Etats der Schutzgebiete für 1904 gestellten Anträge. Der Antrag Erzberger (Zentr.) auf Zurückweisung der Rechnungen an die Kommission wird gegen bie Stimmen des Zentrums, der Polen und der Sozialdemokraten abgelehnt. Der Antrag der Rechnungskommission, die EtatS- uberschreitungen und außeretatSmäßigen Ausgaben zu genehmigen, wird von derselben Mehrheit angenommen. Die Abstimmung über die nachgesuchte Indemnität für die außeretatsmaßige Ausgabe von 200 000 Mk. zu Vorarbeiten für eine Eisenbahn von Windhuk nach Rehobot ist auf Antrag Basfermann (natl.) eine namentliche. Sie ergibt die Erteilung der Indemnität durch eine Blockmehrheit von 190 gegen 122 Stimmen. Der Etat Les RcichsamtS des Innern. (Zweiter Tag.) Die zweite Beratung de§ Etats des ReichZamts des Innern wird fortgefetzt. Abg. Linz (91p.): Erfreulich ist, daß das Verständnis für Mi fiel, ftandsfragen wieder zu wachsen beginnt. Wir hoffen, daß ber Mittelstand bald aus feiner bisherigen Aschenbrödelstellung herauskommen wird. Zum Staatssekretär haben wir das Vertrauen, daß er eine vernünftige Mittelstandspolitik treiben wird, und daß er bemüht fein wird, dem Mittelstände, ber bisher von her Gesetzgebung vernachlässigt worben ist, aufzuhelfen. Viele Kreise haben bahcr fast jebe Freude an sozialer und nationaler Arbeit verloren, weil ihnen immer neue Lasten aufgebürbet würben. Arbeiterwohlsahrrspflege unb Mittelstandsfürsorge müssen Hand in Hand gehen. Deutschland ist da» Mu st erlaub der sozialen Reformen. Daran ändert die verhetzende Kritik her Sozialdemokraten nichts. (Zustimmung.) Sie suchen mit öden Tiraden unsere Sozialpolitik in Grund und Boden schlecht zu machen. Wir werben trotzdem ben beschrittenen Weg weiter verfolgen. Dem Ausbau des Handwerksblattes stimmen wir zu. Man sollte auch den Handwerkern eine freiwillige Invalidenversicherung ermöglichen. Tarifverträge liegen im Interesse des sozialen Friedens, wenn die Vorbedingungen dafür gegeben sind. Vorteilhafter als ein Reichsarbeitsamt, das leicht bureaukratisch wirken könnte, erscheint uns eine an daS Reichsamt des Innern angegliederte Zentral i't eile fürbie Ar - beiterinteressen, bie bem sozialen Frieden dienen sollte. Eine Neuordnung des Krankenversicherungsgesetzes ist erforderlich. Unsere Ortskrankenkassen sind leider eine Domäne und 23er- sorgungsanstalt für sozialdemokratische A g l - tatoren geworden. Die Hilsskassen sollten erhalten bleiben. Tief bedauert habe ich das Vorgehen ber bayerischen Metallinbu- striellen unb ber Grieseschen Grubenverwaltung in Oberschlesien gegenüber bem Bunde ber technisch-industriellen Beamten. Der Staatssekretär sollte sich die Erhaltung der segensreich wirkenden bergischen Krankenkassen angelegen sein lassen. Das Privatversicherungsgeseh sollte auf kleine Vereine, bie Sterbekassen haben, nicht angewendet werden. Weiter fordern wir bte Herabsetzung ber Altersgrenze für Altersrenten von 70 auf 65 Jahre. Mit 65 Jahren ist ber Arbeiter an der Grenze seiner Leiftungs- fähigkeit angekommen. Er hat bann ein R e ch t a u f st a a t l i ch e Fürsorge. (Beifall.) glntfiieäfräe trröntdle StriaSm. bei ba2 er iie flt:tntluier verübte. bald an Settrartun^SgmAr, Laib a”. *± '-er*, r.tf’t er h*r, sich wendet, ein heil'ich« ®efi*?h)*infie t;ndn6ri-V’ .löücn. <*• frrb ü Be r 1700 S a r e<| t o p 6 e e. (Bewegung.) Ab« in unseren besetzenden Bern-5»eun7besetzen ba-cn .T'.r, ra-nentlid) rm KrankenversicherungSgcietz, uni Te. außerordentlich la *< Barographen mit außerordertl Ia:i3at €ä«cn. W'-r t Müh« ergeben, bei der neuen Kcd 'tüion ?äpc Tsrc.’ra; in flirr*:'. <2efc gut!) Natürlich ."-r-t Sv" olifteii. e «egrnwarNa im Oronftn« oder im Utstallverfich-rungSgcsetz 211 ^^-au Bescheid wi^en. e Zcitabschnitt. in dem i« Hinterbliebenenv'^iicheru' g nereg werd - mufp rerbirtct fa3 r-on vornherein. *”cj[ die wicktignen und größten Peränderuilger bringt der Abschn i t t über die Är auf eit 6 e tf i 4 c • tune. Um da« rm< onn, kurz ttnguf cf allen: Ta> Pec-altn'« der erngeschriebenen £>ilf8fefier zu den Krankenkassen wirr fcIBftper* Endlich fR da D-riick-rungS. rdr -.-g zu regeln fc r. a8 t'ckl-.eßr aber nicht au«. daß die ?? 0 b e 11 e 4 m m Hilf«kassengcsch, ne dem Reichstag« bcchcgt, verabschiedet verdat soll. ES rattc W handeln um Ausdehnung der Versicherung«. Vflrchr auf ba; Gesinde, bic Iand. und forstwirt- schaftlichen Arbeiter, die Hausgewerbetreiben, den und bic unständigen Arbeit er. TaS ganze Kapitel wird sehr große Schwierigkeiten machen. Tie Versiche- rung der land, und forstwirtschaftlichen Arbeiter läßt sich nicht nach einem gleichartigen Schema behandeln: zumal bei den wenig be- höflerfen Strichen im Osten, wo wenig Aerzte, wenig Apotheken, zam Teil auch sehr wenig Krankenhäuser sind, müssen die größten Entfernungen überwunden werden, um zum Arzt 3.1 kommen : das verteuert die Kosten und schafft große Schwierigkeiten. Auch die Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden und der unftänbt. gen Arbeiter ist ein schwieriges Kapitel, aber wir wollen e» zu losen versuchen. Die DersicherungSoronunz will weiter das Krankenkassenwesen in den Ortskrankenkassen im Jnierekle der LeistungSsähigkeit zentralisieren. Größere BetriebSkrankcn. .'affen sollen aufrechterhalten werden: die .KnappschaftSlaffen werden von der Neuregelung im weseirtlichen überhaupt nicht berührt. Vie Beiträge und das Stimmrecht in den Jl 1 a • ke«kaffen werden halbiert werden (Hört! Hörti) Der Vorsitzende wird gewählt werden. Für d i e ^obl wird das Proportionalverfahren borge- schrieben. Eine wichtige Aufgabe wird sein, da? seh! glück, licherwecse geregelte Verhältnis zwischen Krankenkassen und Geraten bester zu regeln Der Grundgedanke wird der iem, daß wir Schicdöbehördcn schissen, die die Fwisiiglci. ten zwischen Aerzteu und Kassen und Lvorbcken und Kassen möglichst zu begleichen versuchen 'osten, hoifentlich mit Erfolg, (rin bestimmtes Aerztesystem wird nicht vorge-- schrieben. Sowohl die unbcschr3nkte ivic beschränkte freie Arztwahl al auch dak Kaffenarztsystcin hat sich je nach den einzelnen Verhältnissen gut bUoährt: aber eines schickt sich nicht für affe, und bei jedem 5rüem ist VorauSbedingunu für ein gute? -funktionieren, daß Kosten und Aerzte Hand in Hand arbeiten. und doS wird um in mehr ctforberbdj sein, als die 3er- ncherungSgrundlage ausgedehnt werden soff. An diesem Hand in Hand arbeiten fehlt es leider GotteS. Ich brauche nur den Namen Köln ouSzusprechen. Ich will nicht aus bic speziellen Kölner Verhältnisse exemplifizieren. Aber wir strtzen liier Vor einer hoch- ernsten Erscheinung, wohin die llcberlreibung, die Auswüchse bet KoalitionSprinzip'-, führen kann. Die Boykottierung einet Knaulen oder eines Sterbenden — und darauf kann die Loche binaußlanfen — ist ein Rückfall in unsoziale Zustände, wie er nicht schlimmer gedacht werden kann. (£cb- Mio Zustimmung.) Und ich glaube, ein großer Teil der deutschen Aerzte ist bainit in keiner Weise einverstanden. Aber er wird durch di« Klammer des KoalitionSzwaugcS. unter dem Druck eines EbrengerichtSverfahrenS zu- sommengebalten. (Hört! Hört! und Bewegung.) Das find Au?- wächst, die rtcnfi) wie andere Auswüchse deS K 0 ali - tionswesenS. von denen wir tu den letzten Tagen gesprochen haben, beseitigt werden müssen. Ich glaube, darüber wird Ein- stimmigkeit bet un« bestehen. Aber lasten bi« mich dabei im Hinblick aus Worte, die gestern vnb heute gefallen sind, eine kurze Bemerkung machcul. Man hat wiederholt die Befreiung de? KoalitionSrccht- als den Angelpunkt der g eg enlD artigen und der zukünftigen Sozialpolitik hingestellt. Dieser Saß ist ausgestellt worden zu einer Zeit, al» da» Koalitionkwesen sich erst zu entwickeln begann, und ba mag er seine volle Berechtigung gehabt haben. Aber man Hot den Saß beibcbalien. ungeachtet dessen, dos; sich da- Ko- alitionswesen zu der üppigsten Blut --nlfaltet hat, und der Satz ist zu einem toten und ft arten Dogma geworden, ouf da? ngn schwören mnß, wenn man 1 bet Gemeinde der rechtgläubigen Sozialpolilikcr gehören will. '^Hört! Hört! und Sehr wahrl) Wer wie liegen die Dinge in Wirklnstkeit? Unser ganzes Pebeu wird nein Prinzip de» ^oali. ftonögedanken« beherrscht Wo Sie htnseben. ubcraQ finden Sie Intcrcsienverbändr. nach Standet-, nach wirtschaftlicher, nach geistiger Jntercsicngemrnnsäiaft. Man könnte sagen, da5 sei eine modern« Farm der alten Herdentriebe. (Serr wahr!) .Kem ÜRenfcf) wird die guten Absichten, die Erfolge und Errungenschaf ten des KvalitionSwesenS bestreiten. Ich bin der Letzte, der daö hrt Ach habe daß schon neulich sehr deutlich auSgefubrt. Aber «♦ ist gegenwärtig bic Kehrseite der Medaille, die die Aufmerksamkeit aller Menschen auf sich zieht. Erkennt man nicht, daß «in überstarker Koa liti on». wesen große Gefahren in sich birgt? iSebr wabr?> Ich spreche «fit davon, daß in dieser großen und vielfach trüben Flut d c r geistige In d iv i d u al' - m u « untergeben wird: ich baffe mich nur an konkrete Verhältnisse. Vorüber fiant man** Ach nenne Ihnen nur Stichwort«: Herrenftandpunkt — schwarze Listen —- Bo yk01t; da 3bg. Schock hat soeben bmzugefügt: Die wirtschaftliche abionbcrung der Vritatbfamtciu In baSieloe Kap'tek g-hört die Politi k der ohnbifaic und 21 tu ft». (Sehr richtig im Zentr. u. redjt-.) Herr Sntnbcrn xirrb vielleicht darau« ersetzen, daß ich an dieser Erscheinung gar nicht so achtlos dorübergrhe, wie er glaubt. Sind das denn nutzt nCft Qie»rü»f, die nur auf len Boden, einet starken unbbetfe! Koalition.Sprmz'rS erwacknen? lieb nun hebert man doch von 3Q;n Senen und oewri; mit Roch^ daß man gegen diese Erschei- rurtgen einsck: 'ten wll: und in gleichem Ar em sagt man: vor -2en Din'.en. d/r: de!« «S r'di darum, ba» KoalituwSwesen von -einen Reiteln zu befreien. Ta« kann doch nur einen . 5*nr l;ab«n. rrerm mar., yie daS «Crtbing« in der Negel ge- l :'t. unter der Ateiheit der KualitionSwesen« die Schrenicn- Uns . der « ren u d d-e T'fnmacht der anderen Koalitionen her. . sSehr richtig!^ C? kemmr nicht darauf an, daß wir bte Koalitionen tu ihrem gegenfeitigen Kampfe stärken, sondern b-irum, daß wir die Koalitionen, die an sich l..-rechtet und normend g sind, darauf enweifen, sich gegerfertig u verstrlmn. gegenseit'e auch miteinander arbeiten zu lernen. 65 !anr n: cn; alle Tage Kampf geben. Zch habe den Gedanken schon bei reridbicbenen Gelegenheiten, beim ArbettSkam- ^ergcsed. bei den sch:, -irzen Listen, hier vsu den verschiedensten Beiten bcleucstet; er ist nach meiner Ueberzeuqung eine Signatur derjenigen Sozialpolitik, die wir allgemein jetzt zu verwlgen hoben. (Beifall.! Da tzabe ich m.ch über die •ftT gen Vorwürfe de» Herrn Hoch doch sehr wundern muffen. Zeil ich neulich gefaat habe: will man einer Koalition verbieten, 'ich gegen die Angriffe einer anderen Koalition, die ihr an» Leden geht. c'J wehren — wittert Herr Hoch AuSnahmebesti m - nun gen gegen bte Sozialdemokratie. (Heiterkeit und hört! hörtl) Die Geschichte soll anscheinend zu einem Varadestück briHhnen werden. (Sehr wahr!) Da« Herr Hoch da gestern gesagt Bot. batte ich schon acht Tage vorher im .Vorwärts" gelesen. lHörtl hört! und Heiterkeit.) Und heute w'dmet der -DorwärtS" dem betreffenden Pössu» der Rede de« l-bg. Hoch eine ganz besonders fette und sensationell« Uebetschrift. ,^uc Ihre Presse mögen ja solche Märchen (die Sozialdemokraten rufen: Märchen? Kanzlerredel) — jawohl Märchen, für Ihre Proste mögen solche Märchen, an denen kein Wort wahr t st, Bedürfnis fein. (Sehr wahr!) Aber hier >n der ernsten Diskussion des Reichstage» verfangen sie nicht. (Lebhafter Beifall.) Ich habe bei diesen Gelegenheiten wiederholt b i e segensreiche Tätigkeit der Berufsgenossen- schäften und Versicherungsanstalten au-drücklich anerkannt und ich tue das auch heute noch, obwohl Herr Hoch auch in dieser Beziehung gestern sehr scharfe Angriffe gegen mich gerichtet hat. Aber Herr Hoch mag auch in oiefer Beziehung beruhigt sein; er möge sich an seine Parteigenosten in den Kranken- kasteit an Herrn Simauowöki usw., die Arbeitersekretäre tuenden, da wird er hören, daß mir die Beschwerden über da» Beruf»- sienosteuschaflvwcsen in sehr ausführlicher Weife vorgetragen wor. den sind. (Hört! Bort! bei den Soz., Hört! hört! bei den bürgerlichen Parteien.! Aber darum, weil Beschwerden vor kommen, nun mit einem Mal die ganz« Institution als unmöglich, da« ganze Werk al» unsinnig zu bezeichnen, da» ist dock eine ganz ungeheure Uebertrcibung. Nun die schwierige Frage. Wie man in Anerkenntnis der guten Tätigkeit der De- lufsgcnoisenfchaften und der Versicherungsanstalten eine Form für die Reutenfeftsehung findet, die dem auf der anderen Seite be» gründeten Wunsch der Arbeiter, die zwar keine Beiträge für die Unfallversicherung leisten, die aber ihre Knochen zu Markte tragen, in die Tinge hineinzufetzen, gerecht werden rann. Ich will mir heute versagen, darzulegen, wie man nach gründlichen Verband! ungeu und Erwägungen mit beiden Teilen dazu gekommen »st. jetzt auseinander zu gehen; ich hoffe aber, daß wir eine Form gefunden haben, die den beiderseitigen Ansprüchen gerecht wird. Der der Invalidenversicherung kam in Frage, ob man den bestehenden Lohuklasten eine neue hmzufügcn sollte, um dem Miticlstand eine größere Wohltat zuzulvcnden al« bisher. Gicgcn diese Aufhöhung der Lohnk lassen bestehen große versicherungstechnische Bedenken und Bedenken hinsichtlich der finanziellen Stabilität der Versicherungsanstalten. Diese Be- dcnken find Ihnen ausführlich dargelegt worden in der letzten Denkschrift zu der Frage der Privatbeamtenversicherung. Der (Meban!*. der der Statuierung neuer Lobnklasten zugrunde liegt, "t ja unter allen Umständen gesund und muß auf dem einen oder anderen Dege zum Ziele geführt werden, denn auL ich halte e« für dringend erwünscht, daß diejenigen, die mit iqrer Existenz, möchte ich einmal sagen, nicht dem Arbeiterstunde angehöre.1. aber tojrtfrfiaftlidi znm Teil sehr viel schlechter stehen, lSchc richtig?), der Wohltaten der Verjicheruna teilhaftig werden. Bei den nicht von der Land zu weifenden veriicherungstechnifchcn und finanziellen Bedenken habe tdi eS bisher nicht gewagt, in die DersicherungSordnmig diese Aussetzung neuer Lohnklasten cinzu- fügen. Dir werden un» bei der Beratung bc3 Gesetzentwurfes eingehend über dies wie über andere Fragen zu unterhalten haben. Tiefe ganz kurz« Ucberficht — ich habe nur Einzelheiten berauSgegriffcn: ich will mich jetzt nickt mehr eingehend mit der Regelung der OrganifationSfragc, des paritätisch zu bildenden VcrsicherungtzamleS, her Entlastung bc« ReichSvecsicvcrungsamteL usw. beschäftigen — dieser kurz« Ueberblick zeigt Ihnen, einen >vie großen KreiS von sozialpolitisch wichtigen und hockbedcutsanien Aufgaben die DerficherungS- ordnung umfaßt. IInb nun kommt bei der Invalidenversicherung noch hinzu bte Einführung der Hinterbliebenenversicheruna — nach feinen Wohltaten und nach der Belastung, die eS mit sich bringen wird, ein große-, ein neue« Beginnen. Wir werben daran zu arbeiten haben. Ich Batte «S lieber gesehen, wenn 'ck eS Ihnen später batte vorlegen können, denn ein so großes Werk bedarf einer sehr gründlichen Vorbereitung, aber schuld ist Herr Trimdorn. (Heiterkeit.) Str werden eine schwierige geschäftliche Lage herber Darüber wird sich ja der Reick»tag klar fein: mit btr Älaufd der Lex Trirnborn, daß, wenn da» Gesetz bi« zinn 1. Januar U">1O nicht zustande kommt, die Hinterbltebenen- verucherung versuchsweise clngcführt werben soll, ist nicht» zu machen. Wer werden ja das Gesetz, wenn e« borltept. auSarbeiten und verabschieden: bi» dahin werden wir Geduld haben müssen. Der schöne Traum, daß bic Gelder der Lex Trimtzorn so reichlich tmb so gleichmäßig fließen werden, baß man auf ihnen eine Hrn. wrSffcbniendcrsickerung aufbauen iami. dieser Traum wirb sich nicht erfüllen. Dir worben sie auf feste Beiträge be« Reich » zu stellen beben unter Zufckuß von Beiträgen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. «Hött! hört?! Rur noch eine Schlußbemerkung. Wenn die« Werk vom BundrSrat beraten, veröffentlicht und dem ReickStag botgclegt werden wirb, und wenn bann hier n.cht ein paar feindliche Koalitionen gegen einander ar- beiten, nicht mit Streik unb Boykott, sondern m paritätischer Arbeit bic Beratung erfolgt, dann wirb ci un» gelingen, auch bieseS Werk zustande zu bringen. (Lebhafter Beifall.) Sbg. v. 6|erIis»K (Pole spricht über den Sprach.mparagrevben beS Ve:e.nSgeseH«S. Richt bte Polen säen den Haß- da« grichieb: r :Inu5r tr^a deutscher $«:!c. Ueberall werden die Polen beschimpft 313 env Pole « eircm Berliner Blatte feine Verlobung anzeigte, erhielt er cme '.r.g.'n. Unseren Kinderreichtum macht man un» sogar zum Lor- truiL (Hcüerkeit.! Jede« Volk bat feine besondere Vewhigung. (Erneute Heiterkeit.! Dir lasten ur.S au5 unseren allen 5n>- vinzen nichr verdrängen; mau bemüht sich vergeblich, ur.8 au«zu- rotien. Freilich der Kampf ,st sck^wer. Mi: allen SBafftn gehr man unS zu Leib«. Die aegen un« gerichteten Gesetze sind der Ausdruck de» widerlichsten ChauviniSmu« (Unruhe.) Präsident Graf Stolberg: Tal dürfen S« nicht sagen, (v. Czarlin « ki widerspricht.) Nickten Sie sich nach dem. wa» ich sage. Ihr« ganz« Red« gehört überhaupt n.ckk h erher. sondern in ten preußischen Landtag (Oho-Rufe bet den Polen.) » EzarUaM: Ter -akatfften-Berein spielt eine immer größere Rolle. Affe seine Wunsche werden erfüllt, fo daß man sich trürkl.ch fragen muß. wo denn bic wirkliche Regierung sitzt, in Berlm eher in Posen? , tog. G»lhein (Ar. Sg.): Wenn bic Enquete über den Mittelstand wirklich veranstaltet werden sollt:, fo wirb dabei hoftcntlich auch feftgeftdl: werden, Wal der Mittelstand iit. Tarübcr -.st mar. sich neck Imgc mckt klar. 9hm zu den borliegenben Resolutionen Wir find gewiß keine Freunde der Abonnentenversicherung, zumal eS nicht immer die beste Presse ist, bic von ihr Gebrauch n;ad*:. Dir glauben aber nicht, baß t« gleich eine« (Eingreifen» der Äcse^gebun,; bedarf. Der Einführung der Derhältni«wahl in baf neue KrankenversickerunaSge-'ctz stimmen wir zu Da? die Arbcitlvor- hültniste in bet Schwereiseninbustrie aulangt. so glauben wir nid^t. bap schon alle Einzelheiten dieser Frage geklärt sind. Wir wollen erst einmal avwarten, waö bic Erhebungen be« Beirat« für Arbeiterstatistik ergeben werben. Auf bte hoher-. Unfall, unb Invalibirät»ziffern im deutschen Bergbau hatte ich bereits im Vorjahre hingewiesen. Ich batte boti c.nem Raubbau mit Menschenleben gesprochen unb schleunigst Er-> bedungen verlangt. Ter Staatssekretär batte auch bte Veranstaltung von Erhebungen zugesagt. Leider haben wir von dem Ergebnis der Erhebungen noch nicht« gehört. Ich bitte wirklich, mit diesen Erhebungen nicht zu lange zu warten. Dir haben die betrübende Tatsache zu verzeichnen, daß Deutschland bic höchste Unfallziffer im Bergbau hat. Fast bic Hälfte der Bergarbeiter werben bei un? nur .36 Jahre alr, loäbienb da« durchschnittlich« Leben-alter 41 Jahre auSnia.ht. (Hört, hört! links.) Seitdem im Bergbau der freie Aräettsvertrag besteht, ist ba« Invaliditätsalter ein viel geringeres geworden. Ich verckenne nid^t, ba§ mit der zunehmenden Tiefe der Gruben bie Arbeit-ver- hältnisie au unb siw sich schon ungünstiger werden. Aber da« er. klart nicht allein bte erschreckende Zunahme der Unfälle Zunächst müßte reichSgefetzlt.h die Arbeitszeit im Bergbau geregelt werden. Auch wer sonst ein Freund be« freien 3r- beittvertrayeS ift, darf nickt, allein für den Bergbau zur Gesetzgebung greifen, ba die Arbeitgeber eS an dem nötigen sozialen Geist fehlen lasten. Dir denken un» das fo. daß vom 1. Januar 1910 ab bte Schichteit inkl. (Ein« unb AuSfahr: höchstens noch 9, Dom 1. Januar 1911 nur noch 9 Stunden betragen darf. Die Erfahrungen, bie mau in Oesterreich mit der Herabsetzung der Schicktzeit gemacht hat. Baben alle Befurch, hingen, eS würbe bic Arbeitsleistung verringert werben, völlig zer- streut. Der Sibcrflanb ber Unternehmer ist decher unverstänblick. (Einige wären wiffil damit einverstanden, daß die eigentlichen- Kohlengewinnungdarvciter nur 8 Stunden arbeiten, aber die Förderer wollen sic länger beschäftigen, weil bi: Fördereinrichtungen einem Achtstunbenbetried nickt qeniiaen. Aber hier hanbelt cB sich um ein reine« Unternebmerinter» esse, do« hinter dem allgemeinen sanitären Intcreffe zunickzu- stehen bat. Daß wir daneben auch em RcichSberggcsctz fordern. ist selbstverständlich. Da aber dafür bei den verbündeten Regierungen keine Geneigtheit besteht, unb weil cm ReichSberggesetz. wenn eS wirtlich kommt, umfangreiche Vorarbeiten erfordern wird, sind wir für die Einreihung der Bergarbeiter in bte Gewerbeordnung, die man durch eine Rovellc ev. zu ver- beffent hätte. Wenn die Bergleute auf dem Bergarbeitertag für die Berginvaliden da» aktive Wahlrecht gefordert haben, so acht da» doch zu weit, denn sie tragen ja zu den haften nicht mehr bei. Dagegen hätten tote keine Bedenken gegen da» passive Wahlrecht für die KnappschaftSkasten, ba c» häufig den in Arbeit stehenden Bergleuten schwer gemacht wird, ihren Standpunkt zu vertreten. Affe diese Bestimmungen sollte man nicht auf di« Arbeiter beschranken, sondern sollte sie auf die Wrubcnbcamten ausdehnen. Dir sollten von Reich« wegen Kontrolleure anstellen unb bie gesamte Berggesetzgebung in die Hand nehmen. Da» ist eine Forderung, bte alter ist al« da« Deutsche Reich. Der Reichstag wird diese Forderung erheben, solange ein Deutscher Reichstag Veste st. Die Unzufriedenheit der Bergarbeiter ist xu groß! Deshalb haben wir den dringenden Wunfck, daß die von * der Wähler dev deutschen Volke« vertretene Forderung be» Reich»bergaesetze« endlich erfüllt wird, ehe e« zu spät ift (Lebh. Beifall links.) In einer persönlichen Bemerkung polemisiert | 2bg. Hoch (Soz.) yegen die Au«sührungen be« Dtaat«se1retär». (Er hätte sich mft feiner Acutzcrung über bic Absichten ber Regierung, ein neue« Sozialittcngc'etz zu erlassen, nickt bloß auf bte iurofte Rede de« StaatifefrctaTi gestützt, sondern vor ollem auf bic Rede b*i Fürsten Bülow im preußischen Abacordnetenhaufc. Bart ber beuhgen Rede de« ©taatifefretär« hätte er unmöglich annehmen können, baß man ben Fürsten Bülow mit seinen Reden ntcht mehr em ft nehmen dürfe. Präsident Graf LttlBerg: Ick rufe ben Redner wegen dieser Acußerung gut Ordnung. Ti« totr m so weniger angebracht, al» ich ihm nur au» reiner Höfl-ck' .*.af Dori gegeben habe. (Bravo! recht». Oho! b. d. Soz.) "Vc .Beratung: 6onr.aL'enb, 1 Uhr. Schluß 6*4 Uhr. 50 u. 30 Big. Ttflhrnieu. wenn Sie MAGGI8 Wü> ze in Original-Flaschen kaufen. „Sie haben die Garantie der Echtheit Ortsgruppe (Sitßto des heff. Laudes Vereins für Frauenstimmrecht. Mittwoch, beit 10. «Februar, abenb» 81/, Uhr tm Saale be- Hotel Schürt Vortrag von Hrau Dr. Älkmann-Gottheincr, Verfchende ber CnSnruroc -Frankfurt a M des Allgemeinen Deut'ckcn ,'vaucnDercms über: fl^rau in der Gemeinde.”4 BRAUBACH & FISCHER Fifberel, CheE Wascluptalt Grofltc.- ucschAft dieser Branche im GrotsherioKtnm Heesen. Gejnllndet ISO«, r Uchcr 30 Jahre ara bieftseu Platao. 'Li Flrbcrel u. Relnlcnb! Oirich Äporveko, Fronfturrer rtr. 4 Holzversteigerimg im Gickcucr Stadtwald. Montag den 8. Februar 1909, vormittags 91/» 118t beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Distrikten Hochwartc, Heingcsbodcu und Zollstockswäldchen verstelgert. Fichtenderbstangen mit 9,13 Im. 109 Rm. Buchen-Scheicholz 36 „ Eichen- „ 3 „ Kiefern- „ 1 „ Erlen- „ 61 „ Bucken-Knüppelholz 58 „ Eichen- „ 5 „ Fichten- 30 „ Buchen-Slockholz 28 „ Eichen- „ 1 , Kiefern- „ 13 Fichten- 4240 Wellen Bucken-Re'sig 3770 , Eichen- 30 , Fichten- „ 50 „ Erlen- Die Zusammenkunft ist auf der Grünbcrger Straße an der 8. Schneise. Gießen, den 3. Februar 1909. B8/a Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: Keller. Holzverfteigerung in den Waldungen der Gemeinde Ruppertsburg. 1. Donnerstag deu 11. Februar l. Fs., vormitt. 9V3 Uhr anfangend, in den Distrikten Räden und GeräumS: 7 Eichen-Stämme mit 4,17 Fm., 85 Kiefern-Stämme mit 43,51 Fm., 260 Fichten-Stämme mit 69,58 Fm. 388 Fichten-Derbstangen mit 28,60 Fm., 25,1 Rm. Eichen- Nutzknüppel 31,5 Rm. Buchen-Scheiter, 85,6 Rm. Buchen-Knüppel, 43,6 Rm. Eichen-Knüppel 12,5 Rm. Kiefern- und Fichten-Knüppel, 112 Rm. Buchen- Stammrcisig (in Schichten) 126 Rm. Buchen- und Eichen-Astreisig, 5,5 Rm. Buchen- Stöcke, 4,5 Rm. Kiefern-Stöcke 8,5 Rin. Jichten-Stocke, Hainbuchen- und Nadel-Reisig losweise. Zusammenkunft im Distrikt Rüden bei der Eisenbahn. 2. Freitag den 12. Februar l. Fs., vormittags S'/r Uhr anfangend, in den Distrikten Warthügel, Borngraben und Ziegenberg: 10 Kiefern-Stämme mit 3,72 Fm., 11 Fichten-Stämme mit 2,62 Fm., 3 Fichten-Derbstangen mit 0,24 Fm. 29,7 Rm. Eichen-Rutzknüppel, 3 Rm. Fichten-Nutzknüppel 15 Rm. Buchen-Rundscheiter, 94 Rm. Buchen-Knüppel, 110 Rm. Eichen-Knüppel 21 Rm. Kiefern- und Fichten-Knüppel, 500 Rm. 'Buchen- und Eichen-Stammreisig (in Schichten), 87 Rm. Buchen- und Eichen-Astreisig. Zusammenkunft im Distrikt Warthügel. NB.: Die auswärtigen Steigerer können für den zweiten Tag die Bahn benützen. Ab Hungen 732 Uhr, an Ruppertsburg 800 Uhr vormittags; und nachmittags ab Ruppertsburg 409 Uhr, an Hungen 436 Uhr. Ruppertsburg, den 5. Februar 1909. 826 Großherzoglichc Bürgermeisterei Ruppertsburg. Lehr. Nutz- llild Breuuhglz-Zerßeigerung der Fürstlich Solms-Braunfels'schcn Obcrförsterei Hungen in dem Distrikt Tbiergartcn bei Hungen. ES sollen versteinert werden: Freitag den 12. Februar l. Js., von vornnttags 10 Uhr an: 2 Eichen-Stämme, 2—4 m lang, 30—43 cm Durchm. — 0,81 Fm. 2 Buchen- „ 2—7 „ ,, 43—54 „ „ = 2,11 „ 30 Fichten- „ U-12 „ „ 12—16 „ „ = 4,00 „ 1 Elsbeer „ 3,6 „ „ 27 „ „ «= 0/21 „ 120 Fichten-Derbstangen, 9—10 m lang, 8—10 cm Dchin. — 6,30 Fm. 700 „ „ 7—8 „ „ 5—7 „ „ — 16,20 „ 300 Rm. Fichtcn-ReiSstangen, 5—7 m lang, zll Latten und Baum- stangcn geeignet, 1200 Fickten-Bolincnttanacn. ausgeputzt, fertig zum Gebrauch, 100 Rm. Buchen-Scheitholz, 37 Rm. Buchen Ltockholz, 10Rm. Eichen- Stockbolz, 170 Rm. Buä-en Prügelholz, 27 Rm. Eichen-Prügelholz, 230 Rm. Buchen Astretsig, 250 Rm. Buchen-Durchsorstungsrelscr II. Durchforstung, Erbsenreisig, 60 Rm. Eichen-Reisig. Die Zusammenkunft ist an der Schottener Straße. Hungen, den 5. Februar 1909. a6/a Fürstliche Qberförsterei. Horzversteigerung. Dersteraert werden: Freitag, 12. l. M. aus den Donianial.-oalddtstriklen Tcmvel 13 tt. 26, Törnergrund 55 u. Rabcnvfuht 63 der Jorstwartei Baumgarten: Stamme, Kiefer: III. Kl. 2 St. = 1,32 Fm.,- IV. Kl. 21 St. - 12,11 Fm., V. Kl. 29 St. - 11,61 Für.; Fichte: IV. Kl. 4 St. — 3,74 Fm., V. Kl. 292 St. — 57,98 Fm. Derbsiangen, Fichte: I- Kl. 945 St. — 74,81 Fm-, II. Kl. 218 St. = 9,28 Fm. Nntzickciter, Kiefer: 10 Rm. (3,5 Mtr. lang). Nutzkuübvcl, Fichte: 12 Rm. (3 Mtr. lang). Nutzreisig, Fichte: 231 Rm. (tit Schichten, zu Geruft- srangen und Baumosählcn re. geeignet»,-ferner: Scheiter: 89 Rm. Kiefer, 1 Rm. Fichte. Knuvvcl: 2 Rm. TL Kl. Eiche, 16 Rm. Kiefer, 2,4 Rm.^Fichte, 3 Rm Erle. .Reisig- Wellen: 140 Eiche, <920 Kiefer, 280 sichte, loO Erle. Rcrng: irn Rm. eingesetzt): 1168 Rm. Fichte. Stöcke: 101,4 Rnr. Kiefer, 156,5 Rm. Fichte, 2 Rm. Erle. Beginn vormittags 9 Uhr tn dem Distrikt Temvel 13 an den Gsteichen. Die mit einem blauen Kreuz bezeichneten F-dsien- stämme werden nicht versteigert. Das Ktefernremg (3000. Wellen) und die Kiefernstöcke (61 Rm.) im Dörnergrund werden nicht vorgezeigt. Weftere Auskunft erteilt der Großh. Forftmart M e u g e 5 zu Forschaus Baumgarten. Gießen, den 4. Februar 19O9._ Großh. Obersörsterer «chiffenberg. B*/, Trautwein. Holzverfteigerung. Donnerstag den 11. Februar 1909, vormittags 9^ Uhr an soll im Anneröder Gemeindewald folgendes Holz versteigert werden: a) Werk- und Nutzholz. 30 Fichten-Stämme V. Kl., 12—18 Mtr. lang, 7 Fm. haltend 565 Fichtenderbstangen, 6—11 Etm. Dchm., 27,46 Fm. haltend 7,4 Rm. Nutzreisig, zu Bohnenstangen geeignet. b) Brennholz. 5 Rm. Kiefern- und Fichten-Rundscheit 75 Rui. Eichen-, Kiefern- und Fichten-Knüppel 6780 Eichen-, Kiefern- und Fichten-Wellcn 110 Rm. Fichten-Stocke. Die Zusammenkunft ist beim neuen Pflanzgarten. Annerod, den 3. Februar 1909. Großh. Bürgermeisterei Annerod. 808) Horn. Holz-Submission. Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod soll olgendes Holz auf dem Submissionswege vergeben werden: Kiefern-Stämme II., IIL u. IV. Kl.: 8 Stück, 29—42 Etm. Durchm., 6,18 Fm. Kiefern-Stämme IIL, IV. si. V. Kl.: 33 Stück, 16—33 Etm. Durchm., 18,87 Fm. Fichten-Stämnie II. u. 111. Kl.: 30 Stück, 30—40 Etm. Durchm., 31,05 Fm. Fichten-Stämme IV. u. V. Kl.: 80 Stück, 20—29 Etm. Durchm., 66,58 Fm. Los I aus Abteilung 1 u. 2. Fichten-Stämme V. Kl.: 348 Stück, 12 resp. 11—19 Etm. Durchm., 87,13 Fm. Los II aus Abteilung 5a, 5b, 8, 9, 15 u. 27. Fichten-Stämme V. Kl.: 252 Stück, 12 resp. 11—19 Etm. Durchm. 60,79 Fm. Los I aus Abteilung 1 u. 2. Derbstangen Fichte: 491 Stück, 9—12 Etm. Dm., 53,52 Fm. Los II aus Abteilung 5a, 8, 9 u. 15. Derbstangen Fichte: 259 Stück, 9—12 Etm. Dm., 26,64 Fm. Der Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Gebote sind genau nach Sortimenten und Klassen, owie nach Abteilung und Lose getrennt zu halten, da keine Zusammenrechnung stattstndet. Die Offerten sind verschloßen mit passender Aufschrift zu versehen u. bis zum 9. Februar 1909, mittags 2 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Annerod einzureichen, wo alsdann die Eräffnnng in Gegenwart der erschienenen Bieter stattfindet. Ueber Vorzeigen des Holzes wollen sich die Jntereffentcn an Forstwart Schäfer wenden. Annerod, den 3. Februar 1909. Großh. Bürgermeisterei Annerod. 807) Horn. Holzversteigerung. Aus den Waldungen der Gemeinde Treis a. Lda. werden versteigert: 1. Donnerstag den I I. lfd. Mts. aus den Distrikten Hainwald und Nieder-^-eilbach: Stämme: 19 Fichten von 15—29 cm Durchm., 8—14 m Länge — 5,62 Fm. Tcrbstangcn: 890 Fichten = 66,55 Im. Kuüvvcl: Eiche 10 Rm., Fichte — 11 Rm. Reisig: Eicke — 20 Rm., Fichte (Stammreisig) — 30 Rm. Stöcke: Fichte = 10,5 Rm. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr am FÜgerbäuschen. 2. Frcitaa beit 12. lfd. Mts. auS den Distrikten Aspenstrauch und Neuer-Wald: Stämme: 52 Eichen von 21—53 cm Durchm., 3—10 m Länge -- 23,88 Fm. Dcrbftangcu: 68 Fichten — 6,15 Im. Nutzicbciter: Eiche = 4 Rm. Nutzknüpvel: Eiche = 6 Rm. (3 m lang) Sckcitcr: Buche = 392,8 Rm., Eiche --- 82 Rm. Kuiivvel: Buche = 247 Rm., Eiche — 48 Rm., Kiefer — 8 Rm. Reisig: Buche — 1647,4 Rm. (hierunter 620 Nm. Stammreisig), Eiche = 390 Rm. (hierunter 140 Rm. Stammreisig), Kiefer — 80 Rm. Stöcke: Buche — 104 Rm., Eicke — 38 Rm. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Distr. Aspenstrauch am Busecker Grenzweg bei Brennholz Nr. 320. Treis n. Lda., den 3. Februar 1909. Großh. Bürgermeisterei Treis a. Lda. 824 Benner. Die Gemeinde Salzböden bat im Distrikt „Faberstück" des Gemeindewaldes Salzböden freihändig zu verlausen: 9 Nadelholzstämme 2. Kl. mit zus. 15,15 Fm. 113 „ 3. Kl. mit zus. 65,-54 Fm. 141 „ 4. Kl. mit zus. 26,50 Fm. Angebote nach Klassen nehme ich bis 15. Febr. cmschlictzlich entgegen. Krofdorf, 3. Februar 1909. Der Bürgermeister. Braun. B5/, Jagd-Verpachtung. Dienstag, deu 16. Febr. vormittags 10 Uhr wird die Gemeindejagd in der Gemarkung Hartmannshain auf weitere 6 Jahre öffentlich meistbietend im Gasthaus ,311m Darmstädter Hof" verpachtet. Hiesiger Ort ist Bahnstation und fft durch die neue Vogelsbergbahn sehr leicht zu erreichen. HartmannShain (Vogelsberg) 28. 1. 09. Gr. Bürgermeisterei HartmannShain. Schmalbach. (686 Landwirte! vergesst beim Düngen das Kali nicht * Auskunft u. ausführl. Broschüren kostenlos durch die Landwirtschaftliche Ausknnftsstellc d. Koli- syndik. G.m.b.TL. Münsteri. W., Achtermannstr.20a. Ä FW 0799 Gieße» — Ederweg Nr. 8. Von Montag den 8. bis Freitag den 12. Februar finden täglich Religiöse Vorträge statt. Jedermann ist freundUch eingeladcn. Anfang 8V= Uhr- Anfang 8-/- Uhr. Mehrere 1OO Stück — einfache bis hochelegante — Reisemttster Samen - Wäsche außergewöhnlich billig. 538 J- Ksasrn jr.j Kreuzplatz 10. M im Gebrauch billigstes Waschmittel, erleichtert die Arbeit und giebt blendend läSSSSssy weisse Wäsche. 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L „Uchtherz" Ä IM Wohltätigkeits - Konzert des Kronbauer’schen Quartettvereins in Giessen Dirigent: Herr Professor G. Trautmann, Groesh. Üniv.-Mnaikdirektor. Sonntag, den 7. Februar 1909, abends 5 Uhr, im grossen Saale des Gesellschafts-Vereins Unter gütiger Mitwirkung von Frau Berthe Boulin-Berg, Konzertsängerin ans Berlin (Gesang). Herr Walter Davieeon aus Frankfurt a. M. (Violine). Programm. 1. Scblafwandel, Chor a eapelk . • • 2. Romanze hir Violine, mit Begleitung du Pianotorte op. 40 in G-dnr 1. Lieder am Klavier: a) Sehnsucht, op. 49 Nr. 3 1 b) Wie bist da meine Königin, op. 32 Nr. 9 I e) An die Nachtigall, op. 46 Nr. 4 I • d) Salome, op. 69 Nr. b ' • 4. Chöre a capellat a) Die stille Waeserrose . . . . . b) Frühling ...... 6. Solostöcke alter Meister itu Violine, mit Begleitung des Pianoforte a) Arie ..»•••••• b) Gavotte ...»•*••• e) Air . • • • e . • • • d) Menuett . . . - » - » • H. Volkslieder flr Chor a capella: a) E* flog ein kleines Waldvöglein b) Heidenröslein • . • • c) Wiegenlied • • • • fl. Lieder am Klarier: a) Schmerzen ..•••• b) Morgentau .«•••* e) Wiegenlied ...... 8. Chöre mit Begleitung des Planoforte: a) Mondenschem (fflnMimmig) \ b; Nachtgesang im Walde f rmlriUnborinn ee Mark 2.—, (flperoltx Mark 2.ÖO), Studentenkarten LluiriuSKdrivIl karten Mark O.öO sind in der Musikalienhandlung (Rudolph'» Nachfolger), sowie abends an der Kasse, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Ritter zu haben. Die von dem Diener betrogenen Sprrrvltskarten mü**cn bei Ernnt Challlcr umgetanerht werden.__________________________________ Fr. Hegar. L ran Beethoven. J. Brahms. Fr. Abt M. Pille. G. B. Pergolese. J. S. Bach. J. Matheson. G. F. Bindel. i Altdeutsch,c. 1650) H. Werner. Fr. Sllcher. R. Wagner. H. Wolf. R. Strauss. Fr. Schubert. Mark 1 —, Schöler- von Ernst Challier Brautpaare! Chauffeur hergestellt. ee“/n Man verlange Preisliste mit Abbildungen (photogr. 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