Nr. 31 Zweites Blatt 1S9. Jahrgang Samstag 6. Februar 1909 Erscheint «glich mit Ausnahme deL Sonntag». Die „Sirhener ZamkitenvIStter- werden dem ,9lnieiqer' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger sür Gberheße« Rotationsdruck und Verlag der vrühNch« UnwerfuätS - Buch- und Sieindruckeret. R. Lauge, Dießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: es@5L Redaktiom^OIlL Tel.-2ldr^AnzeigerGieße», Stimmungsbilö aus dem prsutz. Abgeordnetenhaus. Berlin, 5. Febr. Wer sich der hitzigen Debatten erinnert, die früher. und noch vor Jahresfrist bet Etat der Preußenkasse im Abge- ordnetenhause entfesselte, der konnte am Freitag sein blaues Wunder erleben, als die Vorlage zur Erörterung tarn, die das Grundkapital des genossenschaftlichen Zenttalkreditinstituts um die Hälfte, von 50 auf 75 Millionen, erhöhen will. Noch vor Jahresfrist entbrannte, lvenn die Rede aus die Preußenkasse kam, ein harter Strauß zwischen den Sclmlze-Telitz'schen und den Raiffeisen'schen Genossenschaftlern, und die beiden Genojsenschastsführer Dr. Crüger und Kreth pflegten einander Liebenswürdigkeiten zu sagen, !«inahe wie die Stenographen verschiedener Systeme. Und die Herren Hammer und Meyenschein ließen sich die Gelegenheit auch nie entgehen, ein kleines Schaufechten mit Herrn Tr. Crüger zu veranstalten, obwohl doch vielfältige Erfahrung ihnen gezeigt hatte, daß sie in solchem Wasfengang allemal nicht der obsiegende Teil waren. Diesmal ioars anders: Wie der Kurzschriftler, so scheint sich auch der Genossensclwstler allmählich die Ueberzeugung bemächtigt zu haben, daß es cm Interesse der Sache liegt, mehr zu betonen; was sie eint, als was sie trennt. So schlug denn gleich ein Raiffeisen- mann, der Konservative von Burkhausen, versöhnliäie Töne gegenüber den Schulze-Delitzschmännern an und ries sie zur Mitarbeit aus. Und Tr. Crüger hieb in dieselbe Kerbe. Das hinderte natürlich nicht, daß der Anwalt des bewährten Schulze-Teliöschen Systems gemeinsam mit dem volkswirtschaftliäzen Leader der Nationalliberalen. Tr. F r i e d b e r a, an der wirtschaftliäjen De- tätigung bet Preußenkasse nicht unbeträchtliche Kritik übte; war doch die Vorlage in gewissem Sinne eine Bestätigung dessen, was Tr. Crüger feit Jahren über die Entwicklung und die wirtschaftliche 8ivUc der Zentralgenossenschastäkasse geurteilt. Aber auch der Anwalt der Genossenschaften, die abseits der Preußenkasse, auf dem festen Boden der Selbsthilfe stehend, ihre Mission den Erwartungen und Direktiven ihres unvergeßlich Begründers emsprechend ersültt hoben, hotte kein glattes Nein, sondern ein bedingtes Ja sür die Vorlage, und es schchitt, als nahe sich der Wunsch Dr. Friedbergs wegen einer Ueberbrüifnng der Gegensätze zwischen den einzelnen Genossenschaftssystemen der Erfüllung. Die Vorlage ging an die Bubget-Kjommisjicn, und es hat nach dieser Plenardebatte den Anschein, als werde in der Kommission noch eine weiter gehende Verständigung zwischen den verschiedenen Richtungen im Genossenschaftswesen erziett werden. Setbswer ständlich, ohne daß eine dieser Richtungen ihre Grundsätze preisgibt. Am Ende führt mehr als ein Weg nach Rom. Nach dreistündiger Debatte war die Vorlage für jetzt erlebigt Tas hohe Haus wollte noch biligentiam pracstieren und lehnte einen Vertagungsantrag ab, um den Justizetat weiter zu erörtern. Aber daraus wurde nicht viel: Nach kaum halbstündiger Debatte — nur ein Redner sprach — lies ein neuer Vertagungsantrag ein, und diesmal fand er Gnade vor den Augen der Volksvertreter: Um vier Uhr vertagte das Haus die Weiterberatung auf Samstag. -psLktsßche Lages-chau. Der konservative Ersatz für die Nachlaßsteuer. In der Finanz Kommission des Reichstages hat die Reichs- Partei gestern bei der Generaldiskussion der Nachlaßsteuer einen Antrag erngebracht, wonach die Regierung im Falle der Ablehnung der Nachlaßsteuer ersucht werden soll, einen Gesetzentwurf vvrzulegen, auf gründ dessen die Aufbringung des Fehlbetrages durch die Bundesstaaten in folgender Weise geregelt wird: In den Bundesstaaten ist das Ge s a m tver mö geu nach einheitlichen Grundsätzen sestzustellen. Die Umlegung des Fehlbetrages auf die Bundesstaaten erfolgt nach der Maßgabe des seftgestellten Vermögens. Die Bundesitaaten sind verpflichtet, den Betrag durch Besteuerung des Einkommens und Vermögens oder von Erbschaften einzubringen. Der bai)erische und der fäch- sische Finanzminister und der Großherzoglich sächsische Bundesrats- bevollmächttgte erklärten den Antrag für ihre Staaten unannehmbar. Nächste Sitzung Samstag. * Detmold. Die DetNtvldcr haben schon wieder einmal ihre „Affäre". Der Regimentskommandeur der 55er, Oberst v. Hopfsgarien, feit längeren Alonaten in Detmold, hat, wie dem „Aerl. Tgbl. gemeldet wird, in der kleinen Residenz eine Affäre veranlaßt, die an die bedauerlichen Konstiktzeiten wahrend des Thronstreites erinnert und das peinlichste Aufsehen erregt. Mitten in der Lostheatersaison hat er ein Verbot erlassen, welches der Mitwirkung der Regimentskapelle bei den Opernaufsührungen ein vorläufiges Ende bereitet Wenigstens wurde eine solck)e Maßnahme am Mittwoch von der Direktion des Hostheaters z'emlich aggressiv in den Blättern des Fürstentums mitgeteilt Da das Hoftheater dem Fürsten gehört und der Spielplan mit dessen Genehmigung aufgestellt ist, sieht die Bevölkerung in dem Verbot des Obersten ziemlich allgemein eine Spitze gegen den regierenden Fürsten. Diese Annahme erführt auch durch die weiteren Tatsachen eine Stärkung, daß der Oberst letzthin die Veranstaltung von „Promenadenkonzerten" int fürstlicl)en Schloßpark untersagte und bei einer anderen Gelegenheit, wo Mitglieder der Regimentsmusik der Gemahlin des Fürsten eine Geburtstagsmorgenmusik dargebracht hatten, anordnete, daß hiersür der Hofkasse eine Rechnung einzuschicken sei. Darum ist es auch keineswegs auffallend, wenn auch die neueste Maßnahme als ein Glied in der Kette von Unfreundlichkeiten gegen den Fürsten aufgefaßt wird, Schluß des österreichischen Abgeordnetenhauses. Die letzten stürmischen Sitzungen be5_ öslerr. Abgeordnetenhauses haben die Regierung wohl davon überzeugt, daß es angebracht fei, die Regelung der Sprachenfrage in Böhmen aus eine ruhigere Zeit zu vertagen. Gleich zu Beginn der gestrigen Sitzung im Abgeordnetenhause, als das Ministerium im Saale erschien, in- szeniertrn die Tschechen einen beifprellofen Skandal. Der Mmffter- präsident horte eine Weile ruhig zu, bann griff er in die Talche und übergab dem Präsibenten ein Aktenstück. Dieser verlas baö Dokument unb es ergab sich, baß bie Session be« Abgeorbneten- hcmfeS geid)lohen war. Hieraus verließ baS Ministerium sofort ben Laaü Es kam zu einer regelrechten Prügelei, inber einigen tjch schlichen Abgeorbneten bie Kleiber zeuch en würben. Alan sprang über bie Bänke unb drang auieinanber ein. Es bauerte ziemlich lange, bis sich der Knäuel getost hatte und die Abgeorbneten ben Saal verließen. Die Prügelei, mit ber bie gestrige Sitzung des Abgeordneten. Hauses schloß, war wohl die wiberwärtigste Szene, die da- öster- reichifche Parlament bisher erlebt hat. Den Mittelpunkt bet Meuterei btlbete ber tichech'ich-rabikale Abgeordnete Spaceck, ber zu Boben gerchen würbe. Ein Dutzend Fäuste hieben auf feinen Schädel ein. Es hagelte Ohrfeigen, Fußtritte unb Rippenstöße. Ter Abgeordnete Udcrzal würbe in ben Daumen gebissen. Tie .Wacht am Rhein* *, bie österreichische Nationalhymne unb die Arbester-Marieillaifc tönten burchemanber. Wir evrlautet, soll die Wiedereröffmmg deS Reichsrates gegen Ende des Vtonats erfolgen. Inzwischen soll Ministerpräsident Bienerth daS Kabinett in ein definitives Beamtcnkabinett um» bilden. Ter Schluß der Seiston hat auch den Zweck, daß die Vorlage über die Staatsnotwendigkeiten an die erste Stelle rücken. Wenn sich dann noch für die Erledigung Hindernisse durch eine neuerliche Obstruktion ergeben werden, soll zur Auslösung des Parlaments geschritten werden. In Deutsch-Böhmen werden infolge der Vorgänge Unruhen befürchtet. Dcutjches Lerch. Ter Senioren-Konvent des Reichstages hat als freie Tage den 22. und 23. Februar sowie den 13. und 15. Aiärz festgesetzt. Ferner wurde beschlossen, einige Sitzungen des Plenums erst um 2 Uhr beginnen zu lassen, damit die Kammissionen Zeit zum Arbeiten finden können. Bor Osherrr sollen noch zwei Serverinstage ftattfinden und ferner das Weingesetz uoch.vor OLcm zur Erledigung tommen. Mandatsniederlegung. Der erkrankte sozialdemokratische Reichstags-Abgeordnete Goldstein beabsichtigt fein Mandat niederzulegen. Dem Re i ch s ta g ist der Entwurf eines Gesetzes , Feststellung eines sechsten Nachtrags zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1908 zugcgangen; hierdurch wird der Rcick>Lkanzler ermächtigt, zur vorübergehenden Verstärkung der ordentlichen Be- triebsmittel der ReichShcmptkasse noch weitere 150 Millio nen Mark Schatzanweisungen auszugcben. Tie Kommission des Reichstages für daS Weiw- gesetz hat geftem ihre Arbeiten beendet. Las Gesetz soll am 1. September d. I. in Kraft treten. Der Oldenburgische Landtag hat in seiner gestrigen Sitzung nach stürmischer Debatte mit 23 gegen 22 Stimmen einen Antrag angenommen, der die Einführung des Plural- w a h l r e ch t s für die Wahlen zum Landtage bezweckt. Damit ist die vom letzten Landtag befchlossene Einführung des Reichstagswahlrechts für Oldenburg zu Fall gebracht. Ex Präs ident Castro will bis zu Ende dieses Monats in Berlin bleiben und dann nach Satt Sebastian oder an die Riviera Übersiedeln. ______________________________ Ausland. England will der Türkei helfen. Von russisch Seite wird das Gerücht verbreitet, England wolle der Türkei eine Anleihe bewilligen, um so das osmanische Reich sür den Verlust deS von Bulgarien erwarteten Bargeldes zu entschädigen. Weil damit England nicht weniger großmütig ersck-eint wie Rußland hat nun die britische Diplomatie tatsächlich den Vorschlag einer Anleihe auf gegriffen. Gestern sollen bereits Verhandlungen zwischen Kiamil Pascha und den Botschastern Rußlands und Englands stattgesundcn haben. Das türkische Kriegsministerium hat beschlossen, eine strategiscl>e Eisenbahnlinie zwischen Rodosto-Muraldi zu erbauen. Die Arbeiten werden bereits im Frühjahr in Angriff genommen. Ter Gencralgouverncur von Jndochina benachrichtigte den Kvlonialminister, daß bei einer Verfolgung der Piraten durch französisäfe Truppen 12 Piraten mit Waffen und Munttwn in Gejangensäiaft geraten sind. Karlamentavisehes aus festen. R. B. D a r m st a d t, 5. Febr. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer hielt heute abermals eine Sitzung mit den RegierungS- vertretern Minister des Innern Dr. Braun, Geheime- rate Dr. Eisenhut und Frhr. v. Biegeleben und Ministerialrat Süffert ab. Es erfolgte die Verlesung der Ausschußberichte der Abgg. Dr. Weber, Molthau, Reinhart, Ulrich, Dr. Osann und Brauer, die sämtlich genehmigt wurden. Zur Erledigung bleiben noch übrig eine Anzahl Kapitel aus dem -weiten Vermögensteil des Etats, der Bericht des Abg. Dr. G n t f l e t s ch über den Justizetat und der Bericht über die Erhöhung und Verstärkung derLanddammedeS Stockstadrer und Niersteiner Systems und die Erweiterung des Hochflut- profils des Rhein st roms ic., wofür als erste Rate 346 775 Mark cingefordert werden. Ueber dieses Kulturprojekt, dessen Notwendigkeit von allen Seiten anerkannt wird, fand int Ausschuß eine eingehende Aussprache statt. Es hatten sich einzelne Gemeinden an Ausfchußmitglieder gewackdt und Einspruch gegen ihre Mitheranziehung zu ben Kosten erhoben. Der Ausschuß ist jedoch überwiegeud der Meinung, daß die Ausführung des Projektes in der von der Regierung vorgefchlagenen Weise das Richtigste sei und er bei event. wieder eintretenden Schäden im Falle von Hochwasser jede Verantwortung ablehnen müsse. Lin Stelle des Abg. Mothan wurde Abg. Brauer mit der Abfassung des umfangreichen Ausschußreferats beauftragt, das auch auf die Denkschrift der Regiermrg näher eingehen wird. Der Ausschuß wird am nächsten Mitllvoch zur Entgegen nähme der weiteren Etatsberichte zusammenkommen. Kommunale Anleihen. Tie Ausgaben der deutschen Städte wachsen mehr und tnch^ An Gießen sehen wir es deittlich, wie die Anforderungen an Die Stadtverwoltongen ans verschiedenen Gebieten zahlreicher und umfangreicher geworden find. Tann ist es kein Wunder, daß die Kommunen häufiger als sonst daran denken müsfen, die nötigen Mittel durch Anleihen zu besessen und die deutschen Stabte haben diesen Ausweg so ost benutzt, daß ihre Schulden znsammen- genommen schon vor Jahren die Anleiheschulden des Reiches! beträchtlich überragten. Gießen bat, wie wir auch ausführeü werden, daran nur geringen Anteil. Tie Gesamtschulden aller deutschen Städte und Landgemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern betrugen 1907: 5295,7 Mill. M., eine Summe, die zehnmal größer ist — um nur einen Vergleichswert anzuführen — als das festgestellte Defizit des Reichs. Für Verzinsung und Tilgung zusammen wurden in einem Jahre rund 285 Mill. M. verausgabt. Tavon cntsalleii 172 Mill. M, auf den Zinseiu«. dienst. Tas Hauptkontingent der deutfchcn Kommunalschuld mit der davon abhängigen Belastung durch Zinszahlung unb Tilgung — verteilte sich 1907 wie folgt: . Aleines Feuilleton. — Der Geschichts- und Altertumsverein in Friedberg hat nun fein I. Heft der Friedberger Ge- schichtsblätter herausgegeben. Helmke, der befanntltd) die Ausgrabungen an der Kapersburg leitet, belichtet über die „Ergebnisse feiner Ausgrabungen aus vorgeschichtlicher und römischer Zett". Aus den Papieren deS verstorbenen Baumeisters Kratz stammen 2 Arbeiten, eine über bte .romanische Kirchenanlage z u Friedberg", ferner eine Betrachtung über die „Glasmalereien und Grabplatten der Friedberger Liebsrauenkirche", Dreher, derHerausgeber des Heftes, bringt das Testament eines Friedberger Patriziers, des Angelus von Safsin, ferner den Briefwechsel zwischen Wetzlar und Friedberg nach dem großen Brande vom Jahre 1447 und einen Bericht über den Aufenthalt des Königs Georg II. von England in Friedberg von dem verstorbenen GymnasiaUehrer R. S ch a ' e r. Ihm folgt Dr. Waas mit Friedberger Chroniken und E h r - mann mit dem Statutenbuch der jüdischen Gemeinde zu Friedberg aus dem Jahre 1664. Weckerling schildert den Durchzug der Salzburger Emigranten, Dr. Blecher gibt Aufschluß über das Zunftwesen zu Ober-Roßbach. Aus der Feder Dr. Streckers flammen die Berichte über das Schicksal Hessen-Hanauer Trupven autz der Wetterau int amerikanischen Freiheitskriege, während Reallehrer Ai ü 11 e r über die Trauerieier aus Anlaß des ^obes Josephs II. in der Sladtkirche zu Friedberg plaudert. — Eine Ehrung Ernst Haeckels. Wir werden um die Verössenllichung deS nachstehenden, von einer großen Anzahl von Gelehrten, Schriftstellern und Kaufleuten unterzeiä)- neten Ausrufs zu einer Ehrengabe für Ernst Haeckel zum Ausbau des Phyletischen Museums der Universität Jena crmcht: „Am 16. Februar vollendet Ernst Haeckel fein /5. Lebensjahr und legt wenige Wock>en später nach achtundvierzigiähnger, überaus erfolgreicher Lehrtätigkeit seine Professur nieder, uni t>cn Rest seines Lebens seiner letzten Schöpfung, dem Phvlettick-en Museum in Jena, zu widmen. Dieses Akuseum soll durch Präparate, Modelle unb Bilder dem Beschauer die Tatsack-en der Entwiälungs- lehre vor Augen führen: schöne biologisckje Gruppen werden i>ic Mannigfaltigkeit der Anpaisungen erläutern, und ein Archiv iolt Dokumente zur Geschichte der Abstammungslehre samuwtn. xo zur inneren Einrichtung dieses nur aus freiwilligen Beitragen geschaffenen Museums noch 100 000 Mark fehlen, w wenden sich die Unterzeichneten an alle Freunde der Entwicklungslehre und einer freien vorurteilslosen Forschung mit der Bitte, beizusteuern zu einer Ehrengabe für Ernst Haeckel, welche dem greisen Forscher zum Ausbau jenes Museums überreicht werden soll. Tausenden ist Haeckel ein begeisternder Lehrer gewesen, und seine populären Schristen haben in der ganzen Welt die Freude an den Schönheiten der Natur mrd die Liebe zur Wahrl-eit geweckt und gefördert. Möge das deutsche Volk sich jetzt daran erinnern, was es diesem Manne verdankt! Beiträge bitten wir zu richten bis Ende Februar an die Bank für Handel und Jndusttie in Berlin W. 56, Schinkelylatz, später an dos Universitätsrentamt in Jena, und zwar mit der Bezeichnung „Zu Gunsten der Ehrengabe für Ernst Haeckel". Atttteilungeu und Anfragen sind zu richten an Professor L. Plalhe, Berlin, Beetl-ovenstt. 1. — Herr Charles Wyndham, dessen Äußerungen über die deutschen Sck-auspicler wir kürzlich wiedergegeben haben, fdyreibt hierzu dem „Berl. Tgbl.": „Bei meiner Rückkehr von Hamburg nach Berlin ersehe ich zu meinem Bedauern aus einer Notiz in Ihrem geschätzten Blatt, daß einige Bemerkungen, die ich über die deutsche Bühne und meine deutschen Kollegen gemacht habe, in der Wiedergabe etwas anders klingen, als ich beabsichtigte. Vermutlich hat die Kürze des telegraphischen Berichtes an die englische Zeitung, der dann nad) Berlin zurücklelegraphiert wurde, diese Verscljärfung meiner Äußerungen zuwege gebracht, ^ch bitte Sie deshalb höflichst folgende Zellen der Erklärung auf- zunehmen: Ich habe gesagt, daß die deutschen Schauspieler meifter- hast in ber Darstellung ber Charaktere sind, und zwar nicht nur die Künstler ersten Ranges, sondern häufig auch die, weldie fid) auf die Verkörperung besckx'idener Rollen beschranken muhen, und baß die Befetzungm der Nebenrollen überhaupt wert über denen stehen, die wir in England erreichen können. Jch^fügte hmzu, baß es mir erschiene, als ob die außerordentliche Sorgfalt und künstlerisckie Ausarbeitung ihrer Rollen, sowohl im Drama, wie im Lustspiel, die Sämuspieler so.völlig absorbiere, daß ,ie zuweilen toie Wichtigkeit der äußeren Erfchemung, gerade bei der Wiedergabe nuberner „Gutlemu" zu überleben geneigt jeten, wodurch sie sich selbst nicht Gerechttgkeit widerfahren ließen. Wir Engländer betraclstcn, selbst wo es sich um meisterhaste Kunit- leistuiigu handelt, bie Äußerlichkeiten der Erscheinung als einen wichtigen, nicht zu übersehenden Faktor; und die Kleidung auf der Bühne ist in unseren Augen, von ejcn io großer Wichtigseit, wie die MaSke oder bie Haltung des Tantellers. Im Anschluß an die zu einem Landsmann geäußerten Bemerkungen moajte id) biefe Gelegenheit ergreifen, um meine ^vankoarkell au?jii]pritt)en für die hohen künstlerischen Guusse, die mir in ben deutschen Theatern, die ich zu bc)ud}cn Gelegenheit hatte, aebotu worden sind" Wir neljmen von diesu Ansfühungu, hie bad .Urteil Wyndhams über bas deutsche Theater in einem ganz anberelf Licht erscheinen lassen, gern Notiz. C. K. Mit der Flugmaschine zum Nordpoll Wahrend die Flugtechnikcr noch rastlos mit dem Probleme ringen, die Leistungsfähigkeit und Sickjerheit der Flugmaschine biß zu einer zuverlässigen praktischen Anwendbarkeit zu steigern, heschäs- tigen )ich bie Norbpolforschcr bereits mit der Möglichkeit, du Aeroplau in den Ticnst ihrer Aufgaben zu stellen. Der Engländer Sandon Perkins hat den Plan gefaßt, das kühne! Unternehmen zu wagen, mittels einer Flugmasdstiie den Nordpol zu erreichen, unb in aller Stille arbeitet man an dem Apparat, mit dem im kommenden Sommer, der abentuerliche Flug angetreten werden soll. — Theaterelend. Unter diesem Titel erscheint in den nächsten Tagen eine Broschüre von dem neuerdings mehrfach genannten Zcntrumsabgeordnetu Dr. Max Pfeiffer (Bamberg), oer sich auch kürzlich für bie Verhandlunyen der Bühnentzuo,,en- schäft so sehr interessierte unb in einer hier, tu Mannheim abgehaltenen Konferenz für ihre Bestrebungen eintrat. Pseifier sagt in einer Zuschrift an bie Presse: Die sozialen unb wirtschaftlichen Verhältnisse bes Schctospielerftandes sinb oft derartig miserabel, daß eine Regelung aus gesetzlickfem Wege dringend geboten erscheint. Ich strebe biese Regelung an durch Schaffung eines Reickfstheatcrgesetzes. Tie Mehrheit des Reichstags hat sich erfreulicherweise diesem meinem Anträge bereits angeschlossu. Wer soll hier Helsen? fragt Pfeiffer weiter und gibt die Antwort: Helfen können die Jiitendouten, die Stabto er Wallungen und die Schauspieler selbst. Tic Stadtverwaltungen insbesondere müssen allentl-alben sttikte sich bie Gogenetats vorlegen lassen unb beimi Vertragsabschluß zur Bedingung machen, döß Neingcwimi unb Gagenetat in einem gerechten Verhältnis stehen. Die Schauspieler können ihre Verhällliisse bessern, wenn sie sich vom ge» werkschastlicl-en Gebonkm durch bringen laffcn. — Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Professor Haeckel hält am 10. Februar die letzte akadennichv Vorlefung. — Frau Bertha Gutzkow, die Witwe des Dichters Karl Gutzkow, vollendet am 8. Februar ihr 80. Lebensjahr. Ju gcifiiner und fövperhdfer Frifche lebt sie im Streife ihrer Kinder und Enkel in ihrer Volersladt Frankfurt a. M. — Tie Streik» regieviuifl hat das von der Stadldireklion Siuttgart gegen die Aufführung bes Aorugraber'ichen Stückes »Die ersten Menschen" ausgesprochene Verbot aufgehoben. CtÄhte m btxrd) Tilgung 80 423.3 9586.8 6 646.1 1 221.1 7 192.5 2053 0 507 5 433.9 11.1 139.3 Beladung Zin-iahlung Mars» 111571.2 19 273 5 15 504-3 4 170.3 h 262.2 4 824.8 1 421-3 789.7 29.1 358.8 Treufjes $oi)em Sachlen Württemberg 9? oben Hessen *2'lecfl/nburfl»S4n>erin 6-robher»ogtum Lachsen Meeklendurg-SlreliH Clbenbueq Schuld enstand lm 1000 3 886 2062 606 627.4 472 295.6 142 4?2.2 248 276.6 13V 589 44 500.2 22 444 5 1 2673 9 209.1 Tie hessischen Städte stehen olio mit^Schuloenümb an fcchft.r, mit Luftvendungen »ür Der;iniung uns Tllaung an fünrter ettut ^btc Anleihen werden tm i »elDmarkte natürlich durch bte bomt» nirtenbe Stellung der preumicben Stabtobhflalumcn bcnnHuci- Tic preußischen 3tu t* haben nämlich ju'ammcn den grofticn Schulden stand aufzuwcisen, trotzdem es ihnen nicht seicht gewacht toixb, neue Schulden aufiunchwcn Tic preußischen ^täbte tnuiicn |fir [eben Anleihebeschluß die Erlaubnis der vorgesetzten 'l’etwab tuna8bcbddx ,Ministerium des Innern und der ,ymantati ein- holen, die nur dann erlaubt wird, wenn es sich bei der Jlnlcigc um Beschaffung der Mürel für außerordentliche, gemeinnützige, der /Zukunft »ugute kommende Neuanlaaen handelt. ,.rür Anleihen T»n weniger als 256 000 M und solchen, bei denen Nicht eine lährliche Mmdesttügung von 1 Proz., ncucrotng-j V'i Prozent tioranlvTTt ist. wird bte Genehmigung gewöhnlich Nicht erteilt, auch bann nicht, wenn btr Gelder anderweitig zu gün»tigeren Bedingungen beschafft werden können Auf diese Bestimmungen ist es teilweise zurmkzusühren. daß flroicre tdmmnunen oft nur verhältnismäßig geringe schulden cheüesen sich 563 100 Mark bagegear Gics-eu friTygnf pumolschulden aufireifcn. Erwin Stein. >aud den angestellten Ermittlungen ergibt, absolut unb vcrkälims mäßig den größten Stand und die stärkste Zunalmie der ftom- 714 100 1 280 500 1 026 300 1240800 Za- gilt sud WormS Darmstadt Offenbach Main» 1907 bei 238 200 Mark Darms Darmstadt Offenbach Main» 1907 bei Güßen 20981300 Mark 28 062 700 „ 39 595 700 „ Tic größeren hessischen Städte Tarmstadt. Lfsenbach, Mainz. Güsten unb Worms zerfallen ihrer Einwohnerzahl nach in zwei Gruppen, Städte mit 50000—100 OUO Einwohnern Tarmstadt, Lfsenbach und Mainz und solche m.t 25 000—50 000 Einwohnern (Gießen und WormS). Das ist -u berücksichtigen, wenn man ben absoluten Schulden stand unserer Stadt mü dem von Städten ba ersten yftuppe verglciäst. denn bei den qwfjcrcn Städten i'ini) selbstverständlich auch die absoluten Schuld.n gcöster. Sie crreidjten 1907 bei Gersten die bähe von 15 298 900 M, be- tnigm dagegen bei WormS Tarmstadt Lfsenbach Vrim tntan also die deutschen Städte ,u einer größeren aückdaltung bei der Aufnahme neuer Schulden aufsordcrt. so diese Machuuig nannntlicb bat große u Städten, die. idil 229 100 369 200 .34 7 600 868 900 15 Proz. verteuert hat. Txe Aufwendungen für die Verzinsung der städtischen Schulden Entsprechend der geringen Höhe der Schuldsumme hat die Stadt auch nur für eine entiprcdxnb geringe Tilgung »u sorgen, Unb man rann ihr nur bestätigen, dast sie aus diesem (ikbicle allen ^Anforderungen entspricht. Natürlich tilgt nicht jede Stadt im «lachen Ausmaß unb mit der gleichen Quote. Tic Aufgaben ptr die Tilgung stellten sich Main» Tie günstige Situation, die sich aus dieser Zusammenstellung für unsere Stadt ergibt, ist von großer iinanzvoli'.iclier Bedeutung. Öe geringer die Schulden einer Stadt sind, desto kleiner sind au# oie Äuswendungen, die nlr die Verzinsung gemacht werden (xnüfl'at. Und das namentlich jetzt als zu einer Zeit, da der BerzinsungSsatz für Stadtanleihen im La nie der letzten Zähre tote Vi Pw». gestiegen ist unb bamit den Zinsenbienst um 10 bis Au- Stadt und Land. (Sieben, 6. Februar 1909. “ Ta o e 2 ka l e n d er: S t a d 1 t h e a t e i: Sonntag nach» ÄnittQg 3*/, Uhr: .Bis früh um fünfe.* Abend- 7*,, Uhr: (Last- IdicI Wohlniuth: ^Standhafte Licdc* und ,Ter Burgergencra!.* Ä o I o 111 u m: Sam-lag Maskenball, Sonntag gisste Vorstellung. Kinematographen-Theater: Piogiamniwecl)sel. Äailerpanornma: Programmwechfet (Bafel und die Schweizer Manöver 1908. Kronbaue r'fcheiQuartettverein: WohltätigkeitS- Konzert am Sonntag nachinittag 5 Uhr im Saale des (Lejellfchastü- Vereins. Konzert oar iclrr anstrengende und fdmncrtge, aber auch sehr genußreiche Ucbcr- icfircitung des großen WicvoacdlwrnS über bat Moferboden mit bem Abstieg zur Blainzer Hütte untvmDmmcn werden. Die ; lieber aufgebaute Mainzer Hütte wurde gerade ein geweiht, als unsere Wanderer hinkam en und mit bet Schilderung des ihnen bereitettn freundlichen Empfangs schloß der Bortragende seine mit lebhaftem Beifall auf genommenen Ausführungen. Der Lor- sitzende, Vws. Hebberich, dankte ben: Vortragenden und teilte bann weiter mü, daß tn 14 Tagen Tr. Äcuning den 2. Teil feiner Indienreise ichllpern wirb und 14 Tage später Lichtbilder» Vorführungen aus dem Engadin statt finden werden. - Stenograph ischeS. Die am 4. d. M. tm (Safe Ebel abgehaltene MonatSoersammlung des Gabels- berget StenographenvereinS und des DamcnoereinS GabelSberger war dem Andenken deS Altmeisters Öabelfl* t erger zur Erinnerung an feinen Geburtstag (9. Febr. 1789) gewidmet. Ter erste Vorsitzende begrüßte die zahlreich er- »d)ienenen 93e«in5mitglieöer und Gäste und sprach fein Bebauern darüber auß, daß leider der für den Abend vorgesehene Vortrag deS DnektorS Bergen verschoben werden müsse. Direktor Bergen hatte dafür eine Auswahl von seinen stenographisch • zeichenkünstler'.schen Kompositionen zur Verfügung gestellt, die bei den Anwesenden zirkulierten und allgemeine ^Wanderung Hervorrufen. Ter 2. Vorsitzende kennzeichnete :u einem (lernen Vorträge in vortrefflicher Weife die biederen Eharaklerzügc GabelSbergerS, der um seiner schönen Kunst willen Diel ertragen mußte, aber am Schluffe seines allzu 'ruhen Lebensabends noch von ihr sagen konnte: „Meine Kunst hat sich durch sich selbst Bahn gebrochenNachdem der ben Ausführungen des Redners folgende Beifall verrauscht war, nahm der 1. Vorsitzende die Verteilung der leiden auf dem Herbit - Bezirks - Wetlschreiben errungenen Ehrenpreise an Karl Docpfei (Abt. 220 Silben) und Hch. Doll (Abt. 100 Silben) vor. Darauf begrüßte er Herrn Hermann Heß als 20U. Mitglied — der Verein zählt jetzt -09 Mitglieder — und überreichte ihm eine besondere Stuf- .ahmeutkunde. Manch würzig Liedlem — stenographischer no nicht slenographlicher Natur — trug zur weiteren Unterhaltung de- AdendS bcu ' — Kein Stauben falt Zu unserer gestrigen Notiz „Ueberfallen unb beraubt" wirb uns oon autbentifdtcr 3dir mügeteitt, baß es sich um fingierten Raub hanbclt Der junge Manu batte bereits am 16. Januar l. I. auf seinen zu erwartenden Monatslahn 40 Mark Vorschuß genommen unb her Rest von 40 Mark würbe ihm am L Februar L IS. auibcjablL Diesen Rest hat er auch mit nach jjiau» gebracht, es soll ihm aber mich feiner Angabe auS bet rechten Auhentafche seines Ueberzieher^ ein Portemonnaie mit 52 Mark cntnxnbet worden sein. Heber den vorherigen Besitz dieses Geldes kann er sich nicht ausweisen, et hat in letzter Zeit eine Menge Schulden gemacht, seiner Cuai- tietfrau gab er monatlich nur Abschlagozahlungen, so baß sie noch 120 Mark zu fordern bat, außerdem haben mehrere Wirte Beträge bis zu 40 Mark zu bekommen. Mau pflegt nicht Lotschuß zu nehmen, wenn man noch übet 52 Mark verfügt, pflegt auch dann keine Abschlagszahlung auf Logis zu Triften, noch weniger aber pumpt man bei allen Kirren unb vertröstet feine Schuldner auf den künftigen L des Monats, wenn man noch über so viel Geld verfügt. Me die, bte ben jungen Mann unb feine Berhälrnisse kennen, sind nnt her Polizei der Ansicht, baß ber junge Mann ben Raub fingierte, um sich feine Gläubiger baburch etwas vom Halse zu halten. UebrigenS hat Germer bereits zugestanben, daß er ben lleberfatt sich erdacht und nur gcflunfcrt har. •* Lerha stet wurde hier bet Dien st knecht Ludwig Levi auS Heyligenstadt wegen Nötigung-, er wat bei einem Landwirt in Fronhausen als >bied)t bedienstet gewesen unb verließ biefc Stelle ohne .stunbtgung, we-halb ihm ber Lohn in Höhe von etwa 30 Mark einbehalten würbe. Er schrieb nun seinem Tienstherrn einen Brief, wenn er ihm nicht sofort baS Gelb schicke, stecke er ihm bie Hostrite an. -i- Klein-Linden, ö. Fedr. In der Wirtschaft zum .Deutschen Hof hielt der Konsumverein am Mittwoch abend seine Generalversammlung ab, die sehr gut besucht war. Ter Direktor Philipp Jung gab einen Ueberblick über das Geschäfts,ahr 1908. ES kann als sehr günstig bezeichnet werden; beträgt doch der GeschäftSüberschuß 2587 Mk. 56 Pfg. Er wird zum größten Teil als Dividende verteilt. ES traten 10 Mitglieder ein, so daß der Verein ,etzt 121 Mitglieder zählt. — Ein Roheitsakt wurde gegen den Kaufmann W. Weigel verübt. Der am Geschäft befindliche Schaukasten wurde eingeschlagen unb die darin befindlichen Waren geplündert. -s- HebloS, 5. Febr. Der seit einigen Tagen ver. mißte 25jährige F. Bonnacker von hier wurde heute im Walde ersch assen aufgefunden. B.. ein schmucker Bursche, ging vergangenen Herbst vom Militär ab und erfreute sich hier allgemeiner Beliebtheit. DaS Motiv ist unbekannt. lvFriedberg,5. Febr Die Entlassung der Schulamt- kandidaten am hiesigen Lehrerseminar hat statt- gefunben. Nachbem dieS am Alzeyer Seminar bereits am 21. Januar geschah, stehen jetzt etwa 100 jungt Lehrer zur Verfügung, so baß dem Lehrermangel kräftig gesteuert werben kann. Mainz, 6. Febr. Joseph Racke, der Weihnachten seinen Vater unb drei feiner Schwestern tötete, würbe heute vormittag in die psychiatrische Klinik nach Gießen verbracht. ba die Voruntersuchung abgeschlossen ift Tort wirb er sechs Wochen verbleiben, um auf seinen Geisteszustand untersucht zu werden. Tie Gutachten werden dann die Entscheidung darüber bringen, ob Racke in» Irrenhaus oder vor das Schwurgericht kommt. X Bieben kopf, 5. Febr Hier erstrebt man die Ei- lanung einer Eisenbahn über Dydach, Frohnhausen unb Berghofen nach Ällendorf an brr Eber. (h.) Fran kfürt a. M., 5. Fedr Der 20 jährige Dom- ntiß eines hiesigen Labengesck)äfte6, Alexander Ock-o, würbe heute bas Opfer eines Gaunertricks Der junge Mann hatte auf ber Reichsbank 21500 Mark erhoben, wobei er leben falls von Gaunern beobachtet wurde. Als er in eine Seitenstraße einbog, fragte ihn ein Unbekannter nach einer Straße und ging ein Stück Weges mü ihm. Nack» einer Weile hob der Fremde ein Portemonnaie auf, bas er zweifellos selber hatte fallen lassen. Plötzlich Barn rin Dritter hinzu, ber unter ber Beschulbigung, jenes Portemonnaie gehöre ihm, die zwei aufforbertc, ihre Taschen zu leeren. In seiner Bestürzung zeigte ber LommiS bas Paket mit den 21500 Mark. Der Fremde vertauschte bas Vaket mit einem ähnlichen unb entfernte sich rasch mü seinem Komplizen. Erst zu Hause bemerkte ber junge Angestellte feinen Verlust. Bon ben Gaunern, bte anfchernenb Engländer find, hat man bis jetzt noch ferne Spur. W. 2Bic6haben, 5.Febr. Heule Nacht gegen 12 Uhr ift die im Bau begriffene Maschinenhalle ber ®e- wevbeauSstellung 1909 durch einen orkanartigen Sturm nut donnerähnlichem Getöse zusammengestürzt. Verunglückt ist dabet niemand. Auch andere Gebäude, die sich im Bau befinden, haben stark Not gelitten. Hochwasiu. Die UebQschiveinmuiig, oi- gestern noch bedrohlich aussah. ist im Rückgang befristen DaS Wasser ist seit gestern mittaa um einen halben Meter gefallen unb fallt langsam weiter, fr daß. da mb bie Tiere daran, bte von der Fiat überrascht wurden. So fah man lebende unb tote Hasen, Rebhühner unb Maulwürfe im Wajscr treiben Tie Tiere hatten sich auf die höher '. egenden Gelände geflüchtet, doch auch hur ereilten sic bie stündig nadrfenbtn Fluten. Auf rmielnrn Äe^enbüschen. gefällten Säumen und Reyighaufeii sah man Haien uno Rebhüdncr dicht bei- -ttneu sitzen. Die «innen Tiere werden n»H hier gründe ."den und von den Fluten weggeschwenwu »verden. Es steht zu irhitdjten. datz die Winten aut en vom Safier verschlammt, wcg- 5 cfrmlt unb sonnt oenurhtrt werden Der 5d«xbcn für die Land- ;irtc dürfte sehr groß fein Das jetzige Hochtvaiscr cruuien •:n »rührre Ercigniisc bei Uctxr'cbn’Tnminigcn. Bis vor etwa 15 Jahren stand an bet Lahn nahe der Brücke zwischen Heuchel- h:'.m unb Äem-Linden eine Ei'cnerzwüichc mit 2)ürichinenhaus unb «ciinluicüohnur - Ende der 70er Jahre starb dort du Frau eineZ Steigers während des Hochwassers. Die Leiche mnfcte mittels eines Kahnes an die Strotze Dutenhofen—Klein-Lindenl gebracht werden. In den 80 er Jahren trat wieder eine große llebev- schwemmnng ein. Der noch auf der Wäsche wohnende Steiger G. hefand sich mit seiner Familie in großer Lebensgefahr. Das Haus stand bis zum zweiten Stockwerk im Wasser, mächtige EiS- blocke stießen fortgesetzt mit großer Gewalt gegen das Haus und ließen es in seinen Grundfesten erbeben. Die auf den Dachboden geflüchteten Einwohner gaben "Notsignale ab, woraus sie mittels Nachen nach Klein-Linder: gebracht wurden. Die Gebäude hatten so gelitten, daß sie später abgebvochen worden sind. Ter sonst so unscheinbare Lückenbach ist bei Grotzen-Lin- den weit über seine Ufer getreten und überschwemmt zwischen Steinberg, Leihgestern und Lützellinden das Wicsental, das einen See bildet. Auch der Kleebach hat das Tal zwischen Grvßen- Lindm, Lützellinden und Allendorf weit überflutet. Etwa 150 Raummeter Tannengrubenhvlz, die bei Station Cölbe lagerten, sind von dem Hochwasser entführt uwrden. Die im vorigen Jahre bei Hungen errichtete Schleusenanlage am Horloffwehre hat sich bereits gut bewährt. In den letzten Tagen schwoll infolge des anhaltend niedergehenden Regens nud deS Schneeschmelzens die H o r l o f f bedeutend an, auch wurden große Mengen Eisschollen angetrieben, wodurch die Ufer überschritten und das naheliegende Gelände unter Wasser gesetzt wurde. Tie Eisschollen kamen in außerordentlicher Größe und stauten sich an der Brücke der früheren Qbermühle zu mächtigen Haufen, so daß sie zerkleinert werden mußten, und die Gefahr der lieber» slntung des unteren Stadtteils zu verhindern, was ohne die Schleuse vielleicht nicht abzuweichen war. Ter 8 jährige Sohn des Braumeisters der Brauerei Dotzert in Lauterbach spielte mit einen: Kameraden am Ufer der z.Z. sehr hoch gehenden Lauter. Hierbei flog ihm der Hut vom Kopse und rollte in die dahinsausende Wassermenge. Kurz !entschbosser: eilte der Junge diesem über ein Wehr nach, ver- 'kannte aber hierbei die Gewalt des Stromes. Kaum halle er das ^Wasser betreten, wurde er von den Weller: ersaßt und fortgerissen. !Nach 4 stündigem Absuchen des ganzen Bachbettes fand man die iLeiche bei der ca. 3 Kilometer entfernt liegenden Helmesmühle. Aus Nidda wird uns geschrieben: Eine solche Wasser- ckalamität wie gegenwärtig, hat Nidda seit Jahrzehnten nicht gesehen. In alten Zeiten waren Ueberschivemmungen hier nichts Seltenes; feitbem aber der oberhalb der Stadt beginnende und unterhalb davon in die Nidda mündende Flutgraben, der sog. Neue Fluß, hergestellt ist, kam nur ganz selten einmal eine Ueberflutung niedrig gelegener Stadtteile vor. Am Freitag morgen standen noch vollständig unter Wasser die Krugsche Gasse, die Hinkelsgasse, die hinter den: Rathaus gelegenen Gäßchen und teilweise der Graben. Tie Bewohner sind vollständig von der Stadt abgeschnitten; in einer Gasse wird mit einem Kahn von Haus zu Haus gefahren, um das Nötige herbeizuschasfen. Das Bich ist aus den Ställen ausquartiert; ein Bäcker, dessen Stube int Wasser steht, steht in Wasserstiefeln vor seinem Backofen. Obwohl daS Wasser eben fallt, farnt das in den Straßen stehende Wasser nicht abziehen, da die Schleusen iwch nicht gezogen werden dürfen wegen des noch immer hohen Wasserstandes der Nidda. Mitschuld an dem Wasserandrang ist der Umstand, daß der hartgefrorene Boden kein Wasser aünahm. Auch in Cichelsdorf hat das Wasser seine Ufer Überschritten. Ans Limburg wird gemeldet, es ertranken in der Elz heute morgen vier Leute, die Lebensmittel verteilen wollten. Tie Bahnlinie Limburg — Westerburg ist teilweise zerstört. Die reißenden Wasser der Lahn haben die Fundanrente der Eisenbahnbrücke bei Oberlahnstein vollstärwig unterspült, so daß einer der Pfeiler sich bereits umgelegt hat unb die Brücke mich der einen Sette geneigt ist. Sie hängt nur noch lose in der Eisenvergttterung und ist für die Zukunft unbrauchbar. In Hanau beginnt das Wasser langsam zu fallen. Durch die Unterspülung der Eisenbahnbrücke zwischen Oberlahnstein und Niederlahnstein und andere Schäden ist die rechtsrheinische Bahn auf eingleisigem Betrieb gesetzt. Tie Schnellzüge zwischen Hvankfurt stnd Köln verkehren über Mainz—Bingen, die Eilzüge äber Wiesbaden—Mainz—Bingen. Der Personenzugsverkehr wird eingleisig ^aufrecht erhalte::. Mtislher WohnunMchioeis Wen. Gartem'traßc 2, Zimmer 2. lGeschästSslunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es sind au vermieten: 1 Wohnung von 8 Zimmer::, 2 Wohnungen von 7 Zimmern, 2 Wohnungen voü 6 Zimmern, 5 Wohnungen von 5—6 Simmern, 6 Wohnungen von 5 Zimmern, 7 Wohnungen von 4 Zimmern, 4 Wohnungen von 3 Zinnnern, 1 Wohnung von 3 Zinunern mit Laden, 7 Wohnungen von 2 Zimmern, 11 möbl. Zimmer, 2 unmöbL Zimmer, 1 Werkstatt, 1 Schlafstelle. Zu mieten gesucht: 32 Wohnungen von 2—7 Zimmern. (Be/2 Uuentgettllche Arbeitsvelmitlelung. Statischer ArbeitsnaWeis Gießest. (Sartenstraße 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Kontorist. 1 Steinmetz für Marmorarbeit, 1 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Waschfrau. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Sattler, 2 landw. Knechte, 5 Steinmetzen für Hartgestein, 1 Polsterer und Tapezierer, 2 Dienstmäochen. ES suchen Arbeit: B6I» 4 Handlungsgehilfen, 1 Eisendreher, 1 Wagner, 1 Glaser, em Sattler, 1 Spengler, 1 Schneider. 1 Buchbinder, 1 Schuhmacher, 5 Steinmetzen, 3 Maschinisten und Heizer, 5 Bauschlofser, ein Maschinenschlosser, 1 Bäcker, 2 Lackierer und Weigbmder, ein MiiUer, 1 Tapezierer, 1 Schweizer, 6 Schreiner, 3 Z-uhrknechte, 9 Hausburschen. 4 landnurtsch. Knechte, 20 Arbeiter, 1 Haushälterin, 10 Lauffrauen, 2 Lausmädchew 1 Flickfrau, 3 Waschfrauen. Lehrlinge: 1 Schlosser. _____________________________ Verdingung. Der für die Zeit vom 1. April 19u9 bis 31. März 1910 erforderliche Bedarf an Piaffavabesen (etwa 400 Stück) soll Dienstag den 16. Februar d. I, vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Angebote auf das Stück, sowie Muster find spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt an uns emzureicheu. — Zu- schlagSfrist 3 Wochen. Gießen, den 3. Februar 1909. Städtisches Liesbauamt. __Braubach._________________ Vergebung von Fuhrleistungen. Die Abfuhr von Slraßcnkchricht nach verschiedenen städtischen Wiesen int Rechnungsjahr 1909 soll Dienstag den 16. Februar d. I., vormittags IO Uhr dfsenrltch vergeben werden. Die Abfuhr umfaßt 1,350 cbm, die in 3 Lose geteilt find. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Lienststundcn bei unS zur Einficht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens dis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit ent- sprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wocheu. Gießen, den 3. Februar 1909. Städtisches Ticsbauamt. Braubach. B‘/t Der Wasserstanb des Mains ist enleben sind zu beklagen. Tas Fallen der Pegnitz bei Nürnberg erwies sich als nur vorübergehend. Gegen abend wurde vom oberen Lause der Kinzig ein Fallen des Hochivassers um 50 Zentimeter gemeldet. Dagegen steigt der Main rapid und überschwemmt die angrenzenden Skodt- tette. Tas Militär greift an den gefährdeten Stellen httfteich mit ein. Wie dus Nürnberg gemeldet hrirb, wollte ein Betrunkener des Nachts die Fluten durchwaten, wurde aber vorn Strudel erfaßt und erttank. Drei Personen erlitten vor Schreck Schlaganfälle. Alle Zeitungen, die in ben tieferliegenden Stadtteilen ihre Geschäfts'wkale haben, können nicht erscheinen. Vvm oberen Lauf der Pegnitz werden schlimme Verwüstungen durch Hochwasser gemeldet. Tas Hochwasser der Fulda und der Nebenslüffe hat gefahr- brobent' zugenommen. Tie niedrigeren Stadtteile von Kassel, namentlich der Stadtteil Bettenhausen, stehen meterhoch unter Wasser. Die Fuldabrücke und die Trahtbrücke sind gesperrt. Tas Sie g er t al steht zum größten Teil unter Wasser. Viele Baume werden von der Hochflut fortgeführt. Tas Wied- tat ist ebenfalls überschwemmt. Die Strömung ist ungeheuer reißend. Mehrere Brücken sind eingestürzt. Auch Häuser sind schwer bedroht, ebenso die Bergwerke. Tie Weser steigt noch immer. Einzelne Stadtteile von Hau- noversch-Münden sind meterhoch überflutet, so daß man den Einsturz zahlreicher Häuser befürchtet. Fabrikbetriebe sind gestört; vttl Vieh ist in den Fluten umgekommen. Nach den vom Verkehr abgeschnittenen unb in höchster Gefahr befindlichen Ortschaften der Flußniederung sind Pioniere zur Hilfeleistung abgegangen. — Heute beginnt das Wasser langsam zu fallen. Ter Verkehr auf der am 9X011 tag eröffneten Bahnlinie Wildungen— Buhlen mußte wieder eingestellt locrben, da infolge des Hochwassers auf eine weite Strecke hin ein Dammrutsch eintrot. Das ganze Edertal ist überschwemmt. Ertrunken sind in Stockhausen 7 am Rettungswerk beteiligte Bergleute :int> zwei Soldaten aus Sondershausen, ferner in Bebra ein Bahnwärter und zwei Kinder und in Berka bei Sondershausen ein Kind. Bei Paderborn sind vorgestern drei Pfeiler der Wegüberführung fortgeriffen worden, wodurch das Bauwerk einstürzte. Tie Sttecke Ottbergen-Wehrden (Weser) ist deshalb gesperrt. Auch das Wasser der Ruhr und der Em scher ist noch immer in: Steigen, aus Herdecke wird aber Stillstand gemeldet. In Alstaden sind die niedrig gelegenen Teile des Ortes überschwommen, ebenso in Mülheim, wo der Verkehr der Straßenbahnen stteckenweise unterbrochen ist. In Gelsenk: rchen steht infolge des Emsck-er-Tammbruches die neue Kolonie der Zeche „unser Fritz" unter Wasser. Von furchtbaren Ueberschwemmungcu ist die Umgebung von Nord haus en heimgesucht. Tas Wipper- und Helmetal sind bereits meterhoch überschwemmt. Mehrere Ortschaften find vom Verkehr abgeschnilleu. Zahlreiche Brücken sind eingestürzt. Soweit bis jetzt feststeht, sind zehn Menschen ertrunken. Tie Mulde hat einen Wasserstand von 4^2 Meter erreicht. In Eilenburg mußten sämtliche am Wasser liegenden Fabrikei: unb Ziegelrien den Betrieb einstellen. In der Vorstadt Kietz- schau stehen viele Wohnhäuser unter Wasser. In Thallwitz nmßte in der Vergangenen Nacht die Feuerwehr alarmiert werden, da verschiedene Häuser plötzlich so hoch unter Wasser gesetzt waren, daß die Bewohner nicht aus noch ein konnten. Tie in dem sachsiscben Bezirk Hohenstein-Ernsttal gelegenen Jndustrieorie sind durch Hochwasser bedroht. Viele Häuser mußten geräumt werden. Ter neu errichtete Zirtus Sarasani stehl unter Wasser. Auch die Elster und die Pleiße führen Hochwasser^ Die Donau und die bei Rcgensburg mündenden Nebenflüsse Laber, Naab und Regen führen bedeutendes Hochwasser. Die Donau stieg seit geftmt um mehr als 3 Meter. Die Wogen füllen Hausgeräte, Badehäuschen und landwirtschafllickx: Maschine:: mtt sich. Die nichtiger gelegenen Hauser mußten geräumt werden. Schwer hrimgcsuchl ist namentlich das Laber tat. Viele Tiere kamen in ben Wellen :mt. Auch aus der O b c r ü f a 131 werden große Verwüstungen gemeldet. Der Marktflecken Hohenburg gleicht einem. See. Die Häuser mußten geräumt werde:!.' Ter Schaden ist sehr groß. Der Postverkehr in der ganzen Umgebung ist eingestellt. In München sind Meldungen eingetroffen, die auf ein ganz außerordentlich hohes und rasches Steigen des Wassers schließen lassen. Die Zuflüsse des Maines haben den höchsten Stand überschritten; nun wirb her Main rasch steigen. Im Nordwestböhnlischen Btaunkohlcnrevier stehen zahlreiche; Schächte unter Wasser, so daß der betrieb eingestellt werden mußte. Aus ganz Böhmen laufen Nachrichten über Ueberschwem- mungen ein. Für Messina-Reggio sind weiter eingegangen: 23 e t Großb Kreisamt Gießen: Gemeinde Leihgestern Mk. 80.30, Großen-Lmden: durch Bürgermeister Leun: rr) gesammelt beim Wintertest des Gefangverenis Germania 33.70, b) vom Spar- unb Vorfchußverem 50.— , Kollekte aus ben beiden Sonnlags- gotte§öienfien am 31. v. Mts. 21.82, M. F. zu (Siegen 5.—, (Se- iuembe Watzenborn-Steinberg 22.—. Zusammen jetzt Mk. 37L02, Kleine Tageschrontt. Ter Austria-Schacht I be: Tepl itz-Schönau wurde durch einen Wassere: nbruch v ernichtet. Die Belegschaft tonnte zum Teil gerettet werben. Ein Bergmann ist tot, zwei schwer verletzt. Der heftige Sturm, der gestern in bet Nordsee herrschte, brachte bei Flamborough an her Ostküste von England zwei Fifcherboie am Hafen zum Kentern. Sechs Fifcber ertranken. 'Auch bei R e b c a r an bet Küste von Zorkshrre amgen zwc: Fischerbote unter; alle Insassen ertranken. Im Diemen unweit Amsterbam kenterte eine Fähre; neun Arbeiter ertranken. tzandcU Düfselborf, 5. Febr. Ans bem Kohlenmarkte tfb keine Besserung zu (puren, bet Absatz bleibt unbefriebtgenb, bie ®eroüinüberjd)üffe sind infolge Feie:,..-ichlen zurückgegangen. Ter E: fenmarkt ist im allgemeinen unverändert ruhig. Tie Einträge auf Sptegeleifen sind aus dem Auslände in letztet Zeit reichlich eingcgaiigen zu niedrigen Preisen. In Feinblechen unb Banbeifen liegt mehr Befchäsliguiig vor. Gießcttcr Wetterdienst. DorauSfichtliche Witterung für Hellen am Sonntag den. 7. Februar: Trüb. Geringer Schnee. Kälte unb Frost. ©rigiiiabDratyhnclöunßCiu Rom, 6. Febr. Wie die Stampa meldet, sind die Wahlen! auf den 21. März unb die Stick)wahlen auf ben 28. März anberaumt worben. London, 6. FeLi:. Daily Telegraph meldet ans Nell>-> Dort: Die hiesige Handelskammer gab gestern eine groß« Festlichkeit zu Ehren des neuen deutschen BotschafterZ Grafen Bernstorff. Dieser hielt eine Ansprache, worin er den wohltuenden Einftnß des Hcuüiels auf die Beziehungen! beider Länder heroorhob. Er versicherte die Anwesenden der freundschaftlichsten Gefühle Deutschlands gegenüber den Vereinigten Staaten unb gebachte hierauf der zunehmenden^ Herzlichkeit zwischen beiden Ländern. Der Botschafter schloß,! mit dem Wunsche für das Gedeihen beider Länder. London, 6. Febr. Nach einer Konstantinopeler Meldung bet Times werden folgende Abänderungen an dem öfter», re:chisck>-tür tisch en Protokoll vorge:wmmen werden: Oesterreictzj schlägt vor, während einer unbestimmten Zett das Auswanderungs-- recht her Muselmanen zu verlängern. Tie Türkei wünscht, daß alle in Bosnien und der Herzegowina ansässigen Muhamedanep als türkische Untertanen anerkannt werden. Neubau ber Jrreuausialt bei Gießeu. Aus Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 werden die nachstehend angegebenen Schreiuerarbeiteu zur Vergebung ausgeschrieben und zwar nach folgenden Losen getrennt: Außer ben oben angeführten Hauptmassen enthalten die Lose I—XIV jeweils noch die Arbeiten, tote Fenster-, Dett- unb Vorbretter, Scheuerleisten, Fcnstcrbeckleisten, Eckwinkel Lose Eichenholz Tannenholz Aeucere Türen Glasab- fchlüffe irmflug. Türen Z'vcist. Türen Fußsockel Wano- vertlridg. qm qm Stück Stück m qm Los I 38 24 38 7 460 40 Los n — 28 41 0 500 — Los III 38 24 38 7 460 40 Los IV 28 41 5 500 —' Los V 14 — 41 6 465 63 Los VI 14 — 41 6 465 63 Los VIT 15 45 44 7 4 0 55 Los VIII 15 45 44 7 420 55 Los IX 9 12 21 8 280 80 Los X 9 12 21 8 280 80 Los XI 9 12 21 8 280 80 Los XII 9 12 21 8 280 80 Los XIII 28 — 39 4 350 — Los XIV 22 17 45 4 310 — Los XV ca. 119 qm gestemmte Jalousie-Klappläden. unb bergt Es kann aus ein ober mehrere Lose angeboten werben. Zeichnungen unb Verbingungsunterlagen können auf unserem Baubureau, Licherstraße, vom 8. b. M. ab eingesehen werben, woselbst auch bic Angebotssormulare (ohne Zeichnungen) so- wett ber Vorrat reicht, gegen Erstattung her Selbstkosten abgegeben werden. Die Angebote muffen nach Losen getrennt in besonderen Umschlägen verschlossen unb mit emsprechenber Aufschrift versehen, Porto- unb bestellgelbfrei bis spätestens zum Eröffnungstermin am Montag, den 1. März d. F. vormittags 10 Uhr an uns eingereicht werden. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, ben 2. Februar 1909. Grotzh. Hochbauamt. Rcubauburcau Frreuanstalt. I. V.: Schön. Holzversteigerung ' in der fürstlichen Oberförsterei Lich. > Montag, den 15. Februar, norm. 9V3 Uhr, im Distrikt Hard: Scheuer, Rm.: 200 Buchen, 17 Eichen,- Knüppel, Rm.: 67 Buchen, 62 Elchen, 9 Kiefern,- Stöcke, Rm.: 67 Buchen, 68 Erchen: ReM>ots- Wellen: 2400 Buchen, 1680 Eichen, 200 Weichholz, 1160 Nadelholzx Reisholz in Schichrhaufen: 419 R:n. Fichten (64 Haufen). - 4 Bucken- Abickuittc — 2,68 Füm. i39biS43Etm.Durchm.): 7 Ercpeu ^w'tcn (2,2 Mrr. lang); 4 Elzbcer-Llbfchnitte = 0,77 Fstm. (19 biL 2öEtm. Durch lii.>. Die Zusammenkunft ist auf dem Weg von Lich nach Muschen- heim über bic Harb beim Ausgang aus bem Wals. Dienstag, den IG. Februar, norm. 9V± Uhr, im DrstrcktMouck'i wald: Scheiter, Rni.: 1 Buchen, 1 Eichen, 1 Birken (rund), 2 ftlefemi (ruitb); Knüppel, 9ün.: 31 Buchen, 17 Eichen, 2 Birken, 160 Äicferuz Srockbotz, Rm.: 151 Kiefern: Rcisholz-Wellen: 1700 Suchen (prima), 1300 Eichen (Forstwellcn), 8700 Nadelholz (habet 3000 Jicktensorst' wellen). — 1 Birten-Abfchnill = 0,72 Fstm. (39 Etm. Durchm., 6 Dttr. lang«: ca. 300 F:chtenderbstangen (Spallerholz),- ca. 500 Fichteureisstangcn (nietficnö Bohnenstangen). Die Zuianunenkunft ist auf bem Bicmalweg von Albach nach Hattenrod, Lon wo er ben sog. Schlagweg kreuzt. Holzversteigeruug im Kesselbacher Gemeiudcwald. Uhr beginnend, sollen 11 nachverzeichnete Holzsortimente 134 41 60 15 Eichen-Stämme Fichten-Stämme Fichten-Derbstangen Hainberg unb Zeiselrain versteigert werben: mtt 43,47 Fmtr. (Wagnerholz) „ 7,96 N „ 3,46 w Donnerstag den 1L Februar d. Js., vormittag9 in ben Distrikten Neugeheeg, Nmtr. Eichen- Knüppel 2 „ Hainbuchen- „ 6 „ Kirschbaum- „ 2 „ Fichten- ,, 142 „ Hainbuchen-Reisig 16 „ Kirschbaum- „ 80 „ Eichen- „ 46 „ Kiefern-Knuppel-Reisig 10 „ Eichen-Slöcke 29 „ Kiefern- „ 3 „ Fichten- „ Die Zusammenkunft ist am Eingang ins Neugeheeg unb kommt bas Eichen-Stammholz zuerst zur Versteigerung. Das im Zeiselrain sitzenbe Brennholz wirb bei ber Versteigerung nicht vorgezeigt unb kommt beim Feuer zum Ausgebot. Kesselbach, am 5. Februar 1909. Großherzogliche Bürgermeisterei Keffelbach. Stein. [849 Zu ucvmU’teii 7 Zimmer HrlhhrrrslhoMiiht firletagr Arant harter 2trche 34,7 Ahnmrt, JRabe-/Ommer, Aemrnl6euung, elettr. Vidbt (BaA rc. ltz p. L tUril »u oermieten. (M habere» Threnffurtrr ^frafreM. firränmijt |Dal|mg mib frütbe, irod SurfdicmimnirT. tRÜbtben lammet, «rohe Laaer- u. erbdteräumc, 2tallunnen, aro&er Ho» ic. *nm »ettirb ein. (Fngro»- Qkftbäftct» ob.tnbuftriceUen Unter- nehmen» aedinet, »u ocrnveien 44 wa. eimoB, CBrabenhrohe. tnbtoiflftrake 6 7-Bhmner-t2obnuna mit Znbe- Tfor zu vermieten, t'iäberc» (330 «eora <>cbitrcit, SliniNrraKe 21. 6 Zimmer fff, 6-Zimmermobnung, L Stock, dezw. »ort, mit Zubehör, Bleich- »IttH rc per L Hprtl eoenll. Wlttte Slpril ober 1. ®iai permtetet <* uAfu ganffmann. Kticeltr. 2T>n traaffurirr stroljr 76 A• Starner• Wohmma, neu berne- -richtet, per sofort ober tpäter zu vermieten.___________________Hß 2. Obergeschoft beit, aus6 Zimmern mit 2 Loggia. 3>ab, (Äae unb elettr. Licht, ncbU aUem Znd. per L «oril zu oerm. 1361 4fc verker, «oetbeftr 21. 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