Nr. 130 Zweites Blatt Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme deS ConntagS. General-Anzeiger für Gderhefien 150. Jahrgang Die „«lehener Zamilien^lütter*' werden dem .Anzeiger" viermal machen tich beiyelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sichen'' 6roetmal wöchentlich. Die „landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal. Montag 7. Juni 1909 Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schea Umversiläts - Buch- und Stemdruckerei. R. Lange, Dreßen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: eqja)5L Redaktion.e-^llZ. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen« satrnr jjwüumi: .'iMgaa-UJimiii» im ihi m " a politifc^e Tagesschau. Stapellauf des Kreuzers Köln. Auf der Germaniawerft in K'iel erfolgte am Samstag nachmittag um 4 Uhr in Gegenwart des Prinzen Heinrich von Preußen sowie in Anwesenheit von Vertretern der Marine und der städtischen Behörden von Kiel und Köln der Stapellauf des Kreuzers „Ersatz Schwalbe". Oberbürgermeister Wallraf aus Köln taufte das Schiff auf den Namen >,„Köln". Die Herren aus Köln waren für den Abend von -Vizeadmiral Breusing, der den Staatssekretär v. Tirpitz .vertritt, zum Diner geladen. ♦ Die preußische Ostmarkenpolitik. T-er Reichstagsabgeordnete Woelzl veröffentlicht in den „Münchener Neuesten Nachrichten" einen Artikel über seine Studienfahrt in der Ostmark, an der er teilgenommeu hat, lund schreibt darin: „Tie Ansiedelungspoliti! selbst ist eine innere Angelegenheit des preußischen Bundesstaates. Aber- Ium den Kampf um das nationale Volkstum erfolgreich durchzukämpfen, bedarf Preußen der moralischen Unterstützung des ganzen deutschen Volkes. Daß Preußen diese moralische Unterstützung braucht, daß es sie verdient, das ist der stärkste Einoruck und die wichtigste politische Erfahrung, die wir von unserer -Ostmarkenfahrt heimgenommen l)aben." — Wenn es an dieser moralischen Unteustützung bisher noch vielfach gefehlt hat, so liegt es daran, daß die eigenartigen Verhältnisse der Ostmarken noch nicht überall genügend bekannt sind. Hauptversammlung des Vaterländischen Franenverems. Am zweiten Tage der Verhandlungen des Vaterländischen Frauenverein in Berlin, am 5. Juni, war auch die Kaiserin erschienen, die in Begleitung der Prinzessin Heinrich kam. Der Vorsitzende Staatsminister a. D. v. Moeller begrüßte die hohen Gäste und die Delegierten und erteilte das Wort Frau Verg- hauptmann Krümmer (Klausthal), die die Entwickelung und die Ziele des 'Vaterländischen Frauen-Bereins für den Oberharz darlegte. — Regierungsrat v. Bels en (Magdeburg) referierte dann über dieHilfsaktiondes Frauen Vereins anläßlich der Ueberschwemmung in der Alt mark. Er betonte, daß bei der Verteilung der Liebesgaben allgemein eine gewisse Vorsicht herrschen müsse, uni nicht einzelne all^u- reichlich zu bedenken unb andere leer ausgehen zu lassen. Vielfach habe sich bei den Liebesgaben gezeigt, daß sie überhaupt nicht zur Verwendung gelangen konnten. Lo seien 25 Zentner Liebesgaben, bestehend aus Gesellschaftstoiletten, leichten Sommer- Neidern und verdorbenen Lebensmitteln überhaupt nicht zur Verteilung gelangt. — lieber die Tätigkeit des Zweigvereins Wiesbaden zur Bekämpfung des Notstandes im Hoch w a s s c r g e b i e t e des gleichen Regierungsbezirks berichtete Oberst leutnant a. T. Wilhelm i. Dem Komitee standen 130 000 Mark zur Verfügung, während der Schaden sich auf 300 000 Mark belief. Redner bat um weitere Gaben, .um die Entschädigungs- quotc erhöhen zu können. — lieber die Tätigkeit der Vaterländischen Frauenvereine in Hannover sprach Regierungsrat Kleine (Hannovers Dieser Zweigverein hat sich namentlich mit der- Aufstellung eines Planes für das Rote Kreuz im Kriegsfälle be- säzästigt. In der Nähe von Lüneburg soll ein Kinder-Erholungsheim erstehen. — Nach der Erledigung der Tagesordnung schloß der Vorsitzende die Delegiertenversammlung mit einem Dank an ixte Kaiserin und die Redner. Skandalszenen in der Duma. Gegen Schluß der Abendsitzung der R e i ch s d u m a am Samstag kam es gelegentlich der Weiterberatung des Gesetzes über den Religionswechsel zu tumultuarischen Auftritten. Ter der extremen Rechten angehörige Bischof Eulogius hatte heftig gegen den Kadetten Karaulow polemisiert, weil dieser behauptete, im Bistum des Bischofs Eulogius sei die orthodoxe Kirche durch Peitschen verbreitet worden. Sogar Mütter mit Säuglingen an der Brust seien von Dragonern gepeitscht worden in der Absicht, den orthodoxen Glauben zu verbreiten. Der Bischof Eulogius nannte diese Behauptungen Fälschungen der Wahrheit und rief den Kadetten zu: „Schämt Euch!" Tics zog ihm einen Ordnungsruf seitens des Vizepräsidenten Meyendorff zu. Hierauf entstand auf der rechten Seite des Hauses großer Lärm. Es ertönten Rufe: „Werft den Deutschen hinaus! Deutsche Fratze!" usw. Der Vizepräsident, der sich vergeblich bemühte, die Ruhe wieder herzustellen, hob hierauf die Sitzung aus. — In der heutigen Nachmittagssitzung erteilte der Präsident Chomjakow dem ganzen Hause „wegen der in der Geschichte der dritten Duma unerhörten Skandale" eine ernste Rüge. Deutscher Resch. Landtagsersatzwahl. Nach einer Meldung der „Wiesbadener Zeitung" aus Diez beschloß die Vertrauens- und Wahlmännerversammlung der nattonalliberalen Parker am Sonntag anstelle des zurückgekretenen Dr. Heydtw eifer den Amts- qerichtsrat Dr L i c b e r als Landtags-Kandidaten für den vierten Wahlbezirk Wiesbaden (Unterlahnkreis) aufzustellen Todesfälle. Prof. D r. Sepp, der 1848 Mrtalred des Frankfurter Parlaments, 1808 Mitglied des deutschen Zvll- varlaments und 1870 Müglied der bayerischen Abgeordneten- kammer war, ist, wie die „Münchener Neuesten Nachrrchten" melden, am Sarnstag in München 92 Jahre alt gestorben — Wie das „Neue Tageblatt" meldet^ilt der Württemberg ncheBundes- ratsb vollrnächtigte, Staatsrat v. Schicker, Samstag nachmittag nach schwerem Leiden in Stuttgart gestorben. Mecklenburgische Versa,lung. Demnächst werden die Bespreelnrngen über die Einführung einer Verfassung rn den beiden Mecklenburgisclien Großherzogtümern wiederaufgenommen. Die kommissarisch-deputattschen Verhandlungen beginnen in Schwerin am 25. August. n. , . . Die abgehauene Hand. Der Arbeiter Biewald, dem Bet den Krawallen in Breslau ein noch immer nicht ermittelter Schutzmann am 19. April 1906 eine Hand ab gehauen hatte, erhält nun endlich nach dreijährigem Prozest die erstrittene Rente pon der Stadt Breslau und zwar 144 Mark Pro Vierteljahr. Der Magistrat erklärte, daß er gegen die Entscheidung des Land Berichts über die Höhe der Rente Berufung nicht eingelegt habe, da er die Entscheidung im Wesentlichen für richtig halte. Dagegen halte er das Gesamtergebnis des Prozeßes mr unbesriedigend mid er werde durch eine an den preußischen Landtag zu richtende Petition eine Aenderung der Gesetzgebung herbeizunihren suchen. Aussperrung. In Hamburg find alle Maurer, Zimmerer und Handlanger nach der Lohnzahlung am Sonnabend ausgesperrt worden. Ausland. Die Taufe der neugeborenen Prinzessin der Niederlande hat am Samstag in der Haager Wilhelmskirche statt- gefunden. _ lYn. ,.z Zarenbesuch. Fallier es teilte am ^amstag im Ministerrate mit, der Kaiser von Rußland werde den Besuch, den. er im letzten Jahre in Reval gemacht habe, erwidern und am 31. Juli in Cherbourg eintreffen, um zwei Tage daselbst zu verweilen. Am 2. August reise der Kaiser nach Cowes, wo er mit dem König von England zusammentreffe. Ter erste Seehafen des Kontinents. In Antwerpen wurde am 6. Juni im Beisein des Königs der Belgier, der Prinzessin Clementine und mehrerer Minister die Angliederung des >1 o n g o st a a t e s an Belgien festlich begangen. In einer Ansprache feierte der Präsident der Handelskammer den König Leopold als Schöpfer der Kolonien, worauf der König in seiner Dankrede ine Hoffnung aussprach, daß der Hafeki von Antwerpen zum ersten des Kontinents cmvorblüben werde. — König Leopold hat, wie es scheint, keineswegs zu viel mit dieser Hoffnung versprochen. Unsere deutschen Agrarier tun wenigstens alles, was nur möglich ist, König Leopold in seinen Plänen zu unterstützen. Prinz Georg von Serbien äußerte zu seiner Umgebung, er wünsche nach Japan zu reisen, um die japanische Armee und deren Einrichtungen eingehend zu studieren. K r c t o. Ghazi Mukdar-Pascha, der mit der türkischen Sonder- gesandschafk zur Notifizierung der Thronbesteigung des Sultans in Wien weilt, erklärte, eine Abtretung Kretas sei ganz ausge- schlossen; darüber seien in der Türkei alle einig. Muhamedaner und Christen. Wie verlautet, herrscht unter den Truppen des vierten türkischen Armeekorps eine Bewegung gegen d i e E i n s ü h r u n g der Militärpflicht für C h r i st e n. Die Mannschaften erklärten, lieber die doppelte Dienstzeit absolvieren zu wollen, usw. Ungläubige in die Armee ausgenommen würden. Aus Stadt und Land. Gießen, 7. Juni 1909. "'Auszeichnungen. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog hat am 2. Juni d. Js. dem Rat bei der Provinzialdirektion Starkenburg und Kammerherrn, RegierungSrat Adalbert Frei- Herrn d. Starck zu Darmstadt, die Erlaubnis zur Annahme nnd zum Tragen des ihm von Sr. K. Hoh. dem Großherzog von Baden verliehenen Kommandeurkreuzes 2. Klasse deS Ordens vom Zähringer Löwen erteilt. — Se. Kgl. H. der Großherzog hat am 26. Mai d. I» dem Vorarbeiter Nikolaus Mark! off von Laubenheim, in Diensten der Firma Chr. Ad. Kupferberg zu Mainz, das Band des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu dem ihm bereits verliehenen Allgemeinen Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" zum 5. Juni 1909 verliehen. •* Das Personal-Verzeichnis der Technischen Hochschule zu Darmstadt für das Sommerhalbjahr 1909 ist soeben erschienen. Darnach hat die Zahl der Studierenden ohne „Gäste" gegen das Wintersemester um 99 abgenommen. Es waren 1326 im Winterhalbjahr und sind 1227 in diesem Semester. Die Gesamtzahl ist 1334 gegen 1539 im vorigen Semester. " P o st p e r s o n a l i e n. Bestanden hat die Postassistenten- Prüfung der Postgehille Klein in F r i e d b e r g. Etatsmäßig angestellt ist die Telegraphengehilsin Fischer in Gießen. An- aenoimnen sind als Telegraphengehilfinnen : Rosine L e h r und Elljabelh Weber in Gießen; als Postagent: Posthilfsstelleninhaber Schöck in G a r b e n t e l ch. ** Genossenschaftswesen. Dem Verband süddeutscher Konsumvereine gehörten am Schluß seines 43. Geschäftsjahres 243 Konsumvereine an, gegen das vorige Jahr 35 Vereine mehr. Tie Zahl der Mitglieder betrug am 31. Dezember 1908 198 261, 22 239 mehr als im Jahre 1907. Der Gesamtumsatz betrug 1908 54 657 202 Mk. (1907 48 003 747 Mark). Die Erübrigung betrug 3 704 806 Mk. (1907 3 432 413 Mark), davon wurden an die Mitglieder 3 363 433 Mk. rückvergütet (1907 3 071 263 Mk.), während 241 360 Mk. den Reserven und anderen Fonds überwiesen und' 52 418 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen wurden. Bon 42 Vereinen wird Eigenproduktion betrieben mit einem Verkaufserlös von 6 659 299 Mk. (1907 40 Vereine mit 5 400520 Mk.). Wie diese Zahlen ergeben, schreitet die Entwicklung der Konsumvereine stetig voran. ** Kolosseum. Das erste Auftreten bes Einakter- Ensembles Raab, das am Samstag stattfand, brachte der ausgezeichneten Truppe einen vollen, redlich verdienten Erfolg. Den größten Anteil daran hatte Direktor R. Raab selbst, der nicht nur ein tüchtiger Leiter, sondern auch ein hervorragender Darsteller ist, der über ein ebenso starkes mimisches Talent wie über einen ausgezeichnet pointierten Vortrng verfügt. Zudem ist er noch der geschickte Verfasser der zur Aufführung gekommenen Einakter, die allesamt laute Heiterkeit und stürmischen Beifall hervorriefen. So die humorvolle, burleske Xanthippenkur, der drolligliebenswürdige Blaubart a. D. und das bürgerliche Charakterstück Der kleine Hobel mann. In ihnen allen leistete Direktor R. Raab ganz hervorragendes, treff» lich unterstützt von Frau Else Raab, Jos. Förster, Hans Immer, Constanze Mila u. a. Auch die sonstigen Darbietungen waren recht gut. Constanze Mila, die über ein sehr schönes Organ verfügt, erregte als gescheerte Bauernmagd stürmische Heiterkeit und fand auch als Betteldirn sehr viel Anerkennung. Jos. Förster, dessen nachdenkliche Betrachtungen über die Zigarren und die Frauen außerordentlich beifällig ausgenommen wurden, stellte auch als Humorist seinen Mann und wurde lebhaft beklatscht. Sehr hübsch war auch das humoristische Duett Raab-Edelweiß, das sehr freundlich ausgenommen wurde. Hans Immer brachte als bayerischer Bauer sehr hübsche Borträge und hatte namentlich mit der Pantomine Der Bauer im Theater einen außerordentlichen Erfolg. Biel Beifall fand auch Z e g a l i, die liebliche Sängerin, die in den Futzstapfen Man de Wirths wandelt und sich zum Schluß als schneidiger junger Mann entpuppte. Sämtliche Borträge wurden von Fritz Köllme r am Klavier sehr gut begleitet. — Auch die Tamen--Kapelle Lhra I, die bei gutem Wetter im Garten spielt, findet mit ihren sehr schönen und guten Darbietungen viel Beifall und starken Besuch. ** F. v. Possart. Tas Programm des F. v. Possart- Abeuds ist jetzt endgültig festgelegt worden. Ter erste Teil wird ein längeres, episches Gedicht von großer dramatischer Wirkung bringen. „Deutsches Recht" (Die Braut von Steyr), ein mittelalterlicher Bolkssang aus Stadt Steyr in vier Mteilrrngen, von Enrica Handel-HRazettt. Der Name der Baronin Handel-Mazetti ist bekannt geworden durch die Dichtung „Jesse und Maria", die seinerzeit großes Aufsehen erregte. Die Verfasserin hat die Dichtung, die Pos- jart in letzter Zeit in allen großen Städten Deutschlands (Berlin, Dresden, Münck)en, Leipzig usw.) mit cmßerordentx licyem Erfolg vorgetragen hat, in der neuen Auflage Pvs- fart gewidmet und ihm das ausschließliche Bortraasrecht bis 1911 eingeräumt. Der zweite Teil wiro ausschließliche Dichtungen von W. Busch bringen, unter anderm auch verschiedenes aus seinem letzterschienenen Werke („Zu guter Letzt," „Kritik des Herzens," usw.). "Die Sie nographen -Gesellschaft „Babelsberger" beging die Feier ihres 12jährigen Bestehens am 5. d. Mts. durch einen Kommers im Saale deS Hotel Einhorn. Der Vorsitzende, Kreisamtsgehilfe Lenz, begrüßte die Gäste und verband bmflit einen kurzen Rückblick aus die Vereinsgeschichte, aus dem heroorgehoben sei, daß die Gesellschaft am 31. Mai 1897 mit 4 Mitgliedern gegründet wtirde, zur Zeit aber deren 139 zählt. Für die Gäste sprach Herr Sekretär Loh, Vorsitzender des hiesigen Vereins. Konzert und humoristische Vorträge sorgten für die Unterhaltung. Der Sonntag vereinte dann Gäste und Mitglieder nut Familien auf dem Windhof. " Ihren 96. Geburtstag feierte gestern in seltener Rüstigkeit Frau Eva Bremer Witwe, die wohl unsere älteste Mitbürgerin sein dürfte. Während der Feierlichkeit erfreute die alte Dame ihre zahlreich erschienene Verwandtschaft mit einigen fröhlichen Liedern, darunter sogar einigen französischen. •* Jubiläum. Der Schuhmacher Heinrich Volz feiert am 9. Juni d. I. fein 25jähriges Dienstjubiläum bei Firma Ehr. Weeg. "Als Täter des UeberfalleS auf die Fran Ludwig Deibel VI. auS Wieseck auf der Straße Gießen— Lollar kommt nach einer behördlichen Mitteilung wahrscheinlich der in Schlitz geborene Arbeiter Heinrich Paul in Betracht. "In der Haftzelle auf ge|t) ängt hat sich der in Mainz verhaftete HauSbursche G. von hier, der mit 200 Mk. Kundengeldern geflüchtet war. Es gelang jedoch, ihn noch rechtzeitig abzuschneiden und inS Leben zurückzurufen. Am Samstag wurde er in das Untersuchungsgefängnis gebracht. K. Klein-Linden, 6. Juni. Ein 9jähriger Knabe hieb sich mit dem Beil den linken Daumen zur Hälfte ab. — Automobilsahrer verloren auf der Frankfurter Straße ihre gefüllte Geldtasche; zwei Knaben fanden sie. Z. Hausen (b. Gießen), 5. Juni. Der Turnverein Hausen feiert am 13. Juni sein 45jähriges Stiftungsfest, verbunden mit der Turnfahrt des .Lahn-DünSberg- Turnerbundes", der gegenwärtig 20 Vereine mit 1600 bis 1700 Mitgliedern zählt. Die Vorbereitungen zum Feste, zu dem bis jetzt 18 Vereine angemeldet sind, nehmen gute« Fortgang. " Leihgestern, 7. Juni. Der Gesangverein „Eintracht" errang gestern mit 24 Sängern bei dem Wettsingen in Groß-Auheim mit überragender Punktzahl der zwei vorhergehenden Klassen in der letzten Landklasse den ersten Preis. X. Lich, 6. Juni. Die Errichtung einer neuen Schulklasse ist beabsichtigt, da die Elementarklasse jetzt 78 A-B-C-Schützen zählt. n. Londorf. Am 3. Pfingstfeiertag sprach Prof. Luley aus Gießen hier in einer öffentlichen Versammlung über die „Reichssinanzresorm". Er legte in 11/2[tun- feiger Rede feie Stellung der nattonalliberalen Partei in dieser Frage dar und fand mit feinen Ausführungen allseitigen Beifall. Den Dank der Zuhörer' brachte Bürgermeister Ammann, der die Versammlung leitete, zum Ausdruck. K. Hungen, 5. Juni. Infolge einer schweren Scharlach- und Dipbtheritis-Epidemie wurden heute sämtliche Klassen der Volksschule uni) der höheren Bürgerschule aus vorläufig drei Wochen geschlossen. Die Krankheit herrscht nun schon über ein Jahr hier, wurde aber vielfach von den Eltern verheimlicht, so daß man bisher ihrer nicht Herr werden konnte. Nachdem nun mehrere Kinder den tückischen Krant- heiten erlegen sind, hat das Kreisgesundheitsamt den Schluß der Schulen verfügt. V. Homberg, 6. Juni. Gestern mittag um 3 Uhr schlug der Blitz bei einem heftigen Gewitter in unseren Kirchtum, zum Glück ohne zu zünden und beschädigte denselben nicht unerheblich. Auch in dem nahen Ofleiden hat es mehrmals in Bäume eingeschlagen. Ein ausgiebiger Regen ist uns endlich durch dieses Gewitter zuteil ge-f worden, so daß man jetzt mit dem Pflanzensetzcn beginnen kann. — Die Lehrerkonierenz Homberg hat gestern an Stelle des verstorbenen Lehrers Maurer von Appenrod einstimmig Mehrer Hcdrich von hier gewählt. L. Ge i ß- 100—200 Jahre später entstanden sind. Vor ettva 12 Jahren wurde die Kirche im Innern vollständig neu hergestellt. D. B ü d i n g e n, 6. Juni. EinbrennenderBerg. Eine Stunde talaufwärts von Büdingen, an der Stelle, wo die von der jetzt stillgelegten Zeche Hedwig herführende Drahtseilbahn die Chaussee erreicht, hat man im Lauf der Jahrzehnte eine ungeheure Menge von Braunkohlengrus anfgehäuft, der allmählich an benachbarte Fabriken ab- gesetzt werden sollte. Vor vier Jahren ist die Masse, die viele tausend Waggons umfassen mag, in Brand geraten nnd brennt oder vielmehr schwelt feitfecm ununterbrochen fort. Die anfänglich unternommenen Löschversuche wurden bald als aussichtslos aufgegeben, und man ließ das Feuer gewähren. Selten zeigen sich Flammen, nur der hier und hort fortgesetzt aufsteigende Rauch und das allmähliche Ein- sinken der Masse zeigt den irortflanq des .jcrftorung-werk-. 1 Lenn and) auRcr der hölzernen Empfangsstation der Seilbahn kein (v'ebäubc gefährdet ist. so bleibt die zwecklose Ber 1 nichtung des Brennmaterials immerhin ve bäuerlich. P Schlitz, 6. Juni. Ta: unbeaufsichtigte vier- : jährige Söhnchen eines hiesigen Bürgers kam gestern früh i dem Kochherde zu nahe, so dost seine ftlciber Feuer nngen । In wentgen Minuten war es trotz aller Bemühungen der Mutter derartig verbrannt, daß es nach kurzer 3cü Der» i starb. Die Mutter hat sid) bei dem Persuche, das Frucr zu ersticken. schwere Brandnmndcn an den Händen zuge- < zogen — Im benachbarten Torfe Berns Ha usen er- : tränkte sich gestern eine alte Iran im Schlitzflusse K. Vom Vogelsberg, 6. Juni. Ein großes । Rrtegerfefl, das fast 1000 striegervereinsmuglieder des 1 Vogelsbergs vereinigte, fand in Hartmanns Hain statt. Die Vogelsbergbahn hatte tagsüber einen starken Verkehr zu bewältigen. HartmannShain, doS als Luftkurort rührnlich'i ; bekannt ist, prangte in schönem IesteSschmuck. Um das Feil , Hot stch besonders der Lehrer H Na den au verdient gemacht. । Butzbach, 6. Juni. Ter hiesige Ev a n g. A rbciter» verein begeht am 20. lf. Mts. sein lOjäb ri g es 3 >i r tungSfest verbunden mit Fahnenweihe. (Gleichzeitig wird , bei dieser Gelegenheit das 18. Perbandsfest des mittelrheinischen Perbands Evang. Arbeitervereine abgehalten, zu dem eine große Beteiligung der einzelnen Perbandsvereine (23 in Aussicht steht Tieselben werden am Bormittag zum großen Teil von Frankfurt und Umgegend kommend miuelil , 3onderzug hier eintreffen, um zunächst an dem Feslgottes- dienst teilzunehmen, bei dem Herr Prof. Tr. Schöll von Friedberg, früher Vorsitzender des Aürttembergischen 53er» bandS Evang. Arbeitervereine, die Festpredigt halten wird. Kad) dem Gottesdienst ist Delegiertenversammlunst im „Hessischen Hof" vorgesehen, an die sid) gemeinsame Mittags . ifel im großen Saale daselbst anschließt. Nachmitt । stellt sid, der ,Festzug auf der Niederweiseler Straße auf, um biirch die 3iabt nach dem Festplatz zu niandneren. Hier । nbet die Weihe der Jahne burd) den Berbandsvorsitzenoen Pfarrer Schmitt statt, der aud) die Festrede übernommen hat. Ter übrige Teil des Nachmittags ist der Unterhaltung : gewidmet u B ad-Nauheim, 0. Juni. Ter frühere Marburger Professor Beneke gehört zu denen, die die Bedeutung der Nauheimer Quellen schon früh erkannt hatten. Er war der erste, der ihre heilenden Wirkungen bei Herzkranken bcobad)lctc; durch Portrüge auf ärztlichen Kon gresscn und bnrd) einpsehlende Aufsätze in sad)N7issenschaft- lichen medizinischen Zeitschriften hals er den Heu igen Ruf unseres Weltbades mit begründen Im alten Brdehaus 2 hielt er schon in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als einer der ersten Badeärzte von Marburg aus wöchentlich Sprechswuden ab: und als später 1866 8 Nauheim dem Großherzogtum Hessen zugeteilt wurde, kam die hessisd)c Regierung darum ein, daß diese Einrichtung weiter bestehen durfte In Anerkennung seiner ganz außer ordentlichen Verdienste für die Hebung des Bades soll ihm hier nun ein Denkmal errichtet werden eine Kommission gebildet, die zumeist aus Aerzten besteht. Um einen TenknuUsfouds zu schaffen, sollen im Laufe des Jahres verschiedene musikalische und theatralische Veranstaltungen stattfinden. Viele Tarnen Bad-Nauheims und aud) Friedbergs, und wie verlautet, auch der Gesangverein „Frohsinn" haben ihre Mitwirkung zugesagt. Tie erste Veranstaltung, die in Liedervorträgen und in der Auffüb rniifl lebender Bilder und des dramatiscsten Märchens „Schneewittdn'n" besteht, wird schon am 8. Juni im Theater saal des Kurhauses abgehaltcn Bad Nauhciin, 7 Juni Ter Friedberger Musikvercin, der and) hier zahlreid-e Mitglieder zählt, gab gestern nachmittag in der Dankeskirche Händels £ra torium „I o s u a" unter Mitwirkung der Oiroßy Kurkapelle (Winderstein-Orchester) und unter Leitung von Fritz ll finge r Friedberg Das Konzert, das sehr .zahlreich besucht ivar. hinterließ einen starken Eindruck. Tie mit- wirkenden Solisten waren Anna Kämpfen Frankfurt a. M. ^Sopran», Agnes Braunfels Frankfurt a. M. ^Ait, Franz Müller-Tannftadl (Tenor , Richard Schmidt Hannover Baß, Tr Karl Schmidt Friedberg (Cembalo Auf der Terrasse, wo die 24er Dragoner von Darmstadt spielten, war gestern das Leben, ivohl infolge des Witterungsum fchlags, nicht so bewegt wie an den vorhergehenden Sonn tagen. Es fehlten besonders die Besucher ans der näheren Umgebung. w. Bad Nauheim, 5. Juni. Unter Führung von Professor Kionka besichtigten 25 Studenten der Medizin aus Jena heute die Quellen und Badebäuser. Tie Herren ivurden von der Kurverwaltung auf dem TeichhauS und der Terrasse bewirtet. Hk. Darmstadt, (>. Juni. Heute fand die 56. Per sammlung der M i t t e l r h e i n i s ck) e n A e r z t e statt. Unter dem Vorsitz des SauitätSrats Tr Habicht versammelten sich rtnxi 200 Teilnehmer um 1 Uhr im städtischen Saal bau Nach einem Begrüßungswort des Vorsitzenden Tr Ha bi du sprach Prof. Tr. v. xrehl Heidelberg über Schädigungen des Herzens durch ilbcrinästigen Svorl. Prof. Tr. ^-eer Heidelberg sprach über die Lrthostatische Albuminurie im, gindeöalter. Wei). Medizinalrat Tr. Boss iuS-Gieße n über die Crsolge der Mnopieoperation, Pros. Tr. Kosel- (Hieben über die neueren Feststellungen ber Vcrbrertungs art der Pest, Pros Tr. Poit - Giesien über Bluttran fnsionen. Prof. Tr Jordan-Heidelberg über daS Earnnom des Tickdarms und feine Behandlung. Prof. Tr Poppert (liegen über Behandlung des Mastdarmvorfalls mittels Bcckenbodenplostik, Prof meb. ct vbu Sommer Gießen über Kleingehirngesd)wülste. Prof. Tr. Fisdn'i Haupt für die Streichung deS Art. 75 aussprachen Aog Lolf machte bei der Beratung den Vorschlag. Art. 75 da hin zu ändern, daß. wenn ein von der einen Kammer ao gelehnter Ecfeyesvorschlag von der Regierung dem nächsten Landtag wieder vorgelegt und von der -zweiten Nummer nut mehr als 3roeibritteln aller Stimmen angenommen ober abgelehnt worden ist, bei der Turchstimmung beider Nummern die absolute Mehrheit der Stimmen entscheiden soll. Äcnn jedoch der i^setzesoorschlag m ber Seiten Kammer mit weniger als Sroeibrittcl der Stimmen angenommen oder abgelehnt wurde, so soll bei der Turdiitim mung beider Kammern von 3iucibriltel aller abqeqcbeneu Stimmen die Entscheidung erfolgen. — Ter Ausschuß trat iräter iwch in die Euizelberatung des «csepentwurfs über d,e Landstände ein und gelangte bis zur Beratung des Ar titel G der Vorlage, der von der Stimmberechngung bei der Landtagswahl handelt Es wurden jedoch keine Beschlüsse gefaßt. Ter Ausschuß wird vielmehr zn seiner nächsten, am Freitag, 11. Juni, stattfindenden Sitzung das Staats Ministerium behufs gemeinsamer Besprechung über die (Grundprinzipien der Vorlage einladen. R. B. Ta rm ft adt, 6. Juni. Die feierliche Ueb e r reichung der Meisterbriefe an 120 Prüflinge au- der Provinz Starkenburg fand am Sonntag vormittag im „rtaijerfaal" statt Als Vertreter der Regierung war Herr Cbcnegierungsral Wagner, von der Bauabteilung Herr Baurat Wagner, namens der Stadt Herr Baurat Jäger, ferner Geh. Regierungsrat Noack, Gewerberat Falk u. a erschienen Herr Ingenieur Markwort hob den hochherzigen Sinn des Großherzogs hervor, der bestimmt habe, daß der ihm zugefallene Teil des Ueberschusfes aus der vorjährigen Landesausstellung zur Hebung des hessischen Handwerks verwendet werden soll. Es werde auch der Zweiten Kammer eine Vorlage zugehen, damit der dem Staat zufallende Ueberschuß die gleiche Verwendung finden solle. Don den 148 Prüflingen, unter denen namentlich die Städte Qffenbach, Bensheim und Er bad) i. O. stark vertreten waren, haben 120 die Meister« Prüfung bestanden, darunter der Möbelschreiner Eduard Frey-Darmstadt mit Auszeichnung. Ein Prüfling hatte wegen Bestechungsversuchs von der Prüfung zuriickgcwlefeii werden müssen. Tarrn nabt, 6. Juni. Der französische Komponist Camille Saint-SaenS, der den Samt-SaenS-Abend des hiesigen KaminermusikfesleS am 8. dS. MtS. leiten wird, ist heute auS Paris hier eingetroffen. Offenbach, 4. Juni. Der frühere Bnreaugchilfe Böning, der bei der Stadtverwaltung beschäftigt war und dort mehrere tausend Mark unterschlug, ist jetzt in Darmstadt eingeliefert worden. Er war nach Amerika geflüchtet und nach versagter Landung wurde er nach dem EinschifsungS» baren Cherbourg zniückgebracht und verhaftet. Die französisch!. Behörde lieferte ihn auS. Offenbach, 5. Juni. Bei ber jüngsten Abstimmung über bie Einführung ber Sonntagsruhe haben sich 362 Ge- schäftSinhaber bafür, 331 bagegen erklärt, 37 verweigerten die Abslimmimg; 30 wünschten Verkürzung der jetzt bestehenden Verkaufszeit. te. AuS dem Goldenen Grund, 5. Juni. Mil einem Betrage von annähernd 20 000 Mk., den er in Posten von 2000—6000 Mk. von Metzgern und Viehhändlern in Wiesbaden als Vorschuß auf zu hefernbeß Vieh erhob, Ul ein Viehhänbler von Cornberg verschwunben, ber bei Metzgern unb Hänblern gut emgeführt war unb großes Ver» trauen genoß. Frankfurt a. M., 5. Juni. Die Verhanblungen bes 3. Deutschen Ak ak l ert a geS, bie heute hier begannen, würben burd) eine Begrüßung ber Vertreter ber Behörden eingeleitet. ES sind Vertreter von 17 deutschen Vereinen erschienen. — Die Burschii, die vor kurzem mehrere Feld- ber g-T ouristen ansielen und mißhandelten, sind gestern ermittelt worden. Sie flammen aus Falken stein. fc. Frankfurt a. 2)1., 6. Juni. Vom 1.—14. Oktober d. Iß. ivird im Bereiche deS 18. Armeekorps em Reserve- Inf a n t e r i e - R e g i ni e n t zur Hebung auf dem Truppenübungsplatz bei Darmstadt zusa>nniengezogen. X. Hanau, 6. Juni. Aus dem Buchberge, einem Ausläufer des Spessarts, wurde heute nadnnittag der Grundstein gelegt zu dem B u ch b e r g - A u s s i cb t s t u r m , der eine Höh<' von 28 Metern erreichen und herrliche )Runb» sicht gewähren wird. Tic Baukosten, 8300 Mk, sind durch freiwillige Beiträge der Einwohnerschaft des Stadt- und Landkreises Hanau gedeckt. h. Kassel, 6. Juni. Sechs Burschen auS Heinebach bei Dkelsnngen überfielen ein jungen Mädchen auS C bereiten bad), schleppten eS mS Feld unb vergingen sich an ihm. DaS Mäbchen ist erkrankt; vier Burschen sinb verhaftet. fc. Limburg a. b. L., 6. Juni. In ber ,Allen Posf sand heute nachmittag eine außerordentliche Generalversammlung beS .Vereins 21 af säuischer Branntivein- b renne r* unter bem Vorsitz von Ang. Hepp-Dauborn «lall, bie sich mit ben Beschlüßen ber Finanzkommission beschäftigte. Man beschloß eine Eingabe an ben Reichstag, um ben brohenben Rückgang ber Brennereien zu oerhinbern. •• Kleine 2N i t r • 11 u n a •' s He11e " unb ber 91 ad) bar ft aalen Tie bem Mainzer Brauerei- verband angehörigen Brauereien haben i,zwischen bie m 911* Regelung der Sonntaatorbeit vollzogen und za »en Psingsieu die bisher in ben Dochenlohu cmbezogeue iLomiiag-- arbetl. Tarmftübt über fdyivcrc Verletzungen des knöcherneu Beckens und der umgebendeu 'Sciditeile, Prof Tr. Frank-Wiesbaden über einheimische Trnpanosome, Tr Kupscrbera-Mainz über suprasym^chiijären extraperitonealen Kaiserschnitt Ais nächst jähriger VersammlüiigSort wurde Frankfurt genxibli N. B Darmstadt, 6. Juni Jur kommissarischen 'Beratung des vorläungen Entwurfs der Ausführung s b e st i m in u n g e n . die der Bundesrat zum R e i ch s w e i n - ar)etz zu erlassen hat, war in den letzten Tagen der vorigen Woche eine größere Anzahl Negieriingskommissare und Sach verständige in Berlin versammelt. Als Vertreter der hessi schen Regierung waren die Herren Ministerialrat 11 s i n g e r und Landesökonomierat Müller, und als Sachversta>i diger ans Berufskreisen Herr Kommerzienrat Harth- Mainz an der Beratung beteiligt. R B. D a r m ftadt, 6 Juni Ter G e s e tz g e b u n g s anSschuß der Jweiten Kammer setzte am Samstag seine Beratung über bie Wahlrechtsvorlage fort Bei der Besprechung über die BersassungSat^andernng betreffs ber Art 67 und 75 wurden von mehreren Ausich: ini:...iedee: mehr ober weniger vom i. :Heren Antrag afiin» abweichende Vorschläge gemacht, während andere sid) über 2ö. Hauptversammlung öes Vogelsberger höheniluds V. h. L. am 5. unb 6. Juni. Llui khnlabuna des Frankfurter ^stveigveremS hielt der Vogelsdcraer >? ö b e n fl u b ferne dies)äberge Hauvwer'amm lung in Franknul ab ES war bad erfte Mal. baß Vertreter der Regierung v^b R,g^rnn.iSrat Dr. Gelder -Gießen, Kee,s rat Böckmann-Bübingen, Kreisamtmann Habeekorn Schotten mit Vertretern des obrrbefiiidxn Volkes 2anbtag-> abgeorbneter Tr. Weber, Konrad-dors Tamer Friedberg- Stäbler Lauterbach an ber Versammlung offiziell Teil nahmen I in bem großen Saale des Kaunnönnüd'en Vereinsiiau'eS emge »unben. in>n Bros Benber. Frankfurt a M tm Namen des OtesamtVorstandeS unb als Borut- nder bes ^wergvernns nur ur l eutfehem Fri'ch au»' herzlich bearüßt ..B a i e r M a i n" ".rdntrh .vath-r bra.'.n, n schwmi ii oll- m Brol.'i Boq»'lsherq unb Öeiterau amüent B » uer als Tirigent, iowie die Hauskavelle des Frank üirter B H. trug n durch oröchtige Bortragsnücke sebr zur llm.rbalrum tirticb: unb . Stückeliher" in obrrbeili scher 'Ä unbar: iued)ieUrn ui Hunter Üeibeufolge nut ko mischen Szenen, Solovortmgcn unb Äoüurnbucittn jrl S o l f • Architekt Faber in wirkungsvollner oe ab, io daß die Tal- nedmer bis -,um »rüden Morren in iröbluttncr Sti-'.mung tu- • cmmmbticbra Von den jcblvidxn Ansprachen 'nen rvr allem tA< frrKiihrten Sorte des Pro» Bender erwähnt, .ytnrnc unb liebe b) in launi.rer S?aupt- mami Hittef bringt Grüße vorn Saunusklttb An bat Großberjog. den Protektor br? V H E wurde em Begrußungstelegramm abgesandt Im rrttn eae( des neuen Kaufmännischen Verein, bgus es iv..,noi’ n* schalt eine Rente von 25 Prozent. Gemäß 88. 90 6)vivrrhe* llnsallversichcrnngsgeseves stellte H Antrag aus Erhähuui dieser Rente, welchem bi Berufsgenoi'enschait auf Grund eine« cstut» achtens des Professors Tr AbelSdorss zu Berlin nicht ihntgab. Tas Schiedsgericht erachtete dagegen den Antrag für begründet und setzte die Rente aus 33Vi Prozent fest Maschinist Jobs. Sch. 3. zu lUia batte iidi durch einen 3tur» von einer Leiter einen Mnödielbrudi be? rechten Fußes, einen Brich des rechten Unterschenkels und Verletzung der Lendenwirb l>nur zugezogen Er winde zunächst im Landkrankenhau-» iu Fulda br» bandelt. Vom 25. £ hoher 1908 ab gewahrte die Sektion 9 ttf Brauerei» unb Mälzereiberufsgenoffenschait al? Ent'diädining ter Reute von 20 Prozent Dem 3di erschien die Rente zu -eE Tas Sckiiedsgertcht erhöhte die Rente bis zum 1. Jairuar WW aui 50 Prozent und von da ab auf 40 Prozent. Malanbcrgchiltc Karl W ;u £ber-Schmitten erhielt »ür Folgen eines ihm un März 1897 uigeitoBcnen Betnebsnnwlltt Verlust ber beiden ersten Glieder des Unten Zeigefinger nr Rente von 10 Prozent, deren Enistellung von der 3ektion 6 le Süddeutschen Eisen unb 5tahlberufoaenoiieM*diait gemäß | # G.U.B.G beantragt wurde Tas Scviebsgericht schloß iidi «d Grund des Ergebnisses der Jnaugemcheiiinahme der verletzte« Hand der Aniid't der Beruisgenos'en»chast. daß eine tm ivirtschaif lichen Leben meßbare Erwerbsveeintr ichtigung infolge des Unfalles nicht mehr vorliege, an und ordnete die Einstellung der Jabluna fr* Rente Dom 1 Juli 1909 ab an Tie Sektion 5 ber Steinbruchsgenoiien'chaft zu Hagen L 8. hatte die dem Einsetzer Franz €. zu Adelnan Pofen für btt Folgen eines Radtusbruches des rechten Unterarmes zuletzt V* nährte Rente eingestellt, womit C. nicht zufrieden war Tauert am ’ chirurgi'chen Universitätsklinik dahier bewilligte ihm die Sektw» • der Jubrwerksberuisgenoifenfchaft tu Lie^baden vom 29 Fedeuot ' - eine Rente von 75 Prozent Tiefe Rente erachtete x? 'ür U» gering. Er wandte sich deshalb an das Schiedsgericht, das iM nach Anhörung des Profei'ors Tr. Bötticher hier die BolJ' rente btd 31. Dezember 190* und von bc ab eine Rnm von 75 Prozent aipradj Ter von H bemängelte, von er B rufsgenosseii'dia't der Rentenberechnung zu » »runde gelegtt JabieSarbeitei erbienst wurde vorn Gericht nicht beanstandet. Dem Mai'chinenarberter Hch I. zu (Hiefrn war von der sek' non 3 ber 3: dir eit deutschen '?ol;beiu'sm roffen'chaft »u ManU ■ ihm für die Folge eines Betriebsimialle» am 4 TetembÄ 1905 gemährt gewesene -eine von 10 Prozent entzogen votde». las Gericht DcrunciUc die Beru'-»aLUojiciijd/ail jut L.cUcrjahiE der Rente. '"'«Jen1?»»! ‘‘Hebe L, ' "“tfibll :‘abt jfr :OrZ - N?K l -»trcüS«»^ | ."«iiu1«: 3. ö, g . (ln iy »t. << ^de r SpA unter S öJ®tai) tat et nken «. f £ 2 M mit 35d E Hresbtticht entn h ;wjj LZL 'genommen. 2« Grebenhai^ anberung nach n«nb em gemein!«* icItC5 lm 3oologii&, ichermg in du m. trte batte die Altin' ^enoijenschajt zu lc?mig gewährte $c Bt. Tas SchiedsgE a wat die Ueberzeiya M Tür die geiijhfc M find, eine weite: des Üewerbeunick- irteilte deshalb bie x Sentejwn 25 ' ’cim cdnebsgeridi: H^L. -u Lollar seit!: , Folgen einer Verltx 0 Prozent mit W abzujetzen. Tas tzt Fnaugenscheinnahn: >gs an, als es die 2 liierte. anheim will sitb to ■ islenbnich MM le- hädigungsanspr^.^ itt der Mollerte, fa« lelehnt. öierrM I richt an. Ti^KM t tritt wohl M * S- n ZniammÄM W R morsen. * 1894 MNgtna ihert H. ju ÄM f ? h noiicw H • 88, 90 Gewndi i mii Ww\ N I iui ömb Es A i Win nW W i Antrag iüt begm! Je iidi durch einen 3e echten Ms, einend iq der Üenbenwirkv: rankenhaus zu M nährte die Sektwu ■ nt als Entichadigun? ien die teilte zu »jf iS zum 1. oanuar itoBcncn BetnebsM ünfen 3« iq von der acINJ ° ino'icnjlt gflhi iieiniwlR der s daß eine im m J, Stete*' eesfiH: „ Unterarmes M. »iusa^ eberme' 6 Zrmver^ olliel1/ entiic6ei*b?; siM SSStz Ci»"« ?5 ** t „ 23. VrtlS i-m ch der . . die -OM ,S liier y flb e|n‘ >' vo" ,?angelt<- ■ tz. m" Ajuinbt . nm"’ 'ja .«ZSs^ M-1! Wetßbtnder Konrad K. ZU Büdiiugen, der eine monatliche Un- lallrcntc von 17,95 Mark, ferner die rcichsaefetzlicke Involioon- rente fowrc dre Veteran eiüx-ihilsc bezieht, will am 10. November 1908 einen weiteren Unfall erlitten hoben. Tie Sektion 1 der Hess. Nass. Banaewerksbernssgenoffensclwst leimte den dieser halb geltend gemachten EntscheibungSanspruch ob, do die angegebenen Beschwerden mit dein Unfall in keinem ursächlichen Zusammenhang stünden. Tasl Gericht kam auf Grund des weiter eingeholten Gui- achtens eines ärztlichen Sachverständigen zu gleicher Ansicht und verwarf deshalb die eingelegte Berufung als unbegründet. Heinrich Sp. zu Beuern leidet infolge eines ihm am 7. Nov. 1899 zugestokenen Betriebsunfalles an Nervenentzündung verschiedener Nervengebiete der rechten Hand. Als Entschädigung bezog er seither eine Rente von 50 Prozent, deren Einstellung von der Sektion 3 der Südwestdeutschen Holzberussgenossenschast gemätz §§ 88, 90 G.U.B.G. beim Schiedsgericht beantragt wurde. Auf Grund eines ausführlichen Gutachtens der Tirektion der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten kam das Gericht zwar zu der Ueberzeugung, daß in dem Gesamtzustande und der daraus beruhen den Erwerbsfähigkeit des Sp. gegenüber früher eine wesentliche Wendung zum Bestien eingetreten ist; allein es vermochte den Sp. noch nicht für völlig erwerbsfähig zu erachten. Nach Würdigung aller in Betracht kommenden Momente veranschlagte das Gericht die Erwerbsbeeinträchtigung des Sp. infolge des Unfalles aus 25 Proz. Tementsprechcnd wurde vom 1. Juni 1909 ab die Rente festgesetzt. Tie Zahlung der lOproz. Renten des Taglöhiters Ludw. B. 511 Allendori und des Holzschneiders Heinrich Str. zu Eckortshausen wurde auf Antrag der zuständigen Berufsgeiiossenschafteit eingestellt, da bei den Geiiannten eine im wirtschaftlichen Leben meßbare Erwerbsbeeiiiträchtignng infolge des Unfalles nicht mehr vorliegt. Gerrchtssaal. _ _. ®-k. H. Wi esbad en, 5. Juni. Die diesjährigen Mai- feltipiele am Wiesbadener Hoftheater haben ein eigenartiges gerichtliches Nackppiel gezeitigt, das heute vor der Zivilkammer des Inengeii Landgerichts seinen vorläufigen Abschluß gefunden hot. Der Königl. Kammersänger Heinrich Hensel sollte bekaimtlich anlänlich der /veftnorHeilung vor dem Kaiser den Boron im Larlnngsclten „Wildschütz" fingen. Er teilte -jedoch dem Intendanten des hiesigen Hoftheaters Mutzenbecher menige Tage daraus mit, daß er als Heldentenor nur erste Rollen zu singen verpslichtet sei und daher die .Uebei'nahme des Barons ablehne. Intendant V. Mutzenbecher nahm ihn darauf in eine Geldstrafe von 1000 Mk. "Nd zog diese Summe am nächsten Tage, der zugleich der Gagelag Ivar, von dem Honorar des Sängers ab. Hensel beschritt darauf, da dos Bühnenschiedsgericht nicht mehr existiert, den Weg der gerichtlichen Klage Legen die Königliche Intendantur. Das Ge- richt erklärte jedoch 'heute zur Ueberraschnng oller Beteiligten, batz der Kläger obzmveisen sei, weil das Gericht die Frage nach der Pa;sivlegiti:notion bei- Intendantur verneint habe. Die Intendantur als solche könne überhaupt nicht verklagt werden. Hensel, der inzwischen um seine Entlassung aus dem Verbände der Hofbühne etngciommcn ist, weil ihm die Intendantur die Annahme von §,..^^bielen als Siegfried im Londestheater in Graz und im Königlichen Theater in Antwerpen versagt hat, wird nunmehr seme Klage beim K'ammergerichl in Berlin einreichen. Er wird dabn die Klage gleich auf weitere 4000 Mark ausdehnen, die ihm durch bie Nichtgowährung eines Urlaubs für seine Gastspiele in Graz und Llutwerpcn entgangen sind. Leipzig, 5. Ium-. Dos Reichsgericht verhandelte beute über die Revision des Kaufinonns Otto Heller, der am 29. März vom Schwurgericht des Landgerichts I Berlin wegen des art dem Rentier Heidmann begangenen Gistniordversuchs zu vrer Zähren Zuchthaus verurteilt worden war. Die Saciie wurde andas Schwurgericht zurückgewiesen, weil der als Zeuge ver- rwrnmene Heidmann nicht auf das >Necht der Zeugnisverweigerung Inngennefen inorben war. lieber die Revision des Staatsanwalts in Sachen der wegen Beihilfe zum Mordversuch mitangellagten imd im Hauptverfahren sreigesprochenen geschiedenen Ehefrau des Verletzten, ^banne Schröder, wird später verhandelt. Petersburg, 5. Juni. In der heutigen Verhandlung des v n-^ D fc wurde dos auf fünf Jahre Zwangsarbeit lautende Urteil gegen den ehemaligen Direktor des Polizeideparte- ments, L 0 Puch i n , in Verschickung zur Ansiedlung umgeändert Kleine Tageschronik. Die Prämie von 300000 Mark der Preußischen Klassen lotter ie fiel mit einem Gewinne von 3000 Mark auf bie Nummer 124 681. I" der verflossenen Nacht würbe das Mittelrheingebiet von einem schweren U n we t te r heinigesucht, bas nainenllich in der Äegenb von Opladen große Verwüstungen anrichtete. In der Nähe von Oplaben würbe ein Ichähriger junger Mann im Belle vom Blitz getroffen und getötet, sein neben ihm liegender Bruder blieb unversehrt. Amtlicher Teil. Kekanntniüchung. Wegen Erbauung der Wasserleitung und Kanalisation in Watzenborn-Steinoerg ist die Kreis st raße Gieß en- Nrüningen im Ortstcil Steinberg von heute an bis auf weiteres für den Fuhr- und RadfahrveiTehr g c - iperrt. Ter Fuhrverkehr wird durch den alten Grüninger Keg aufrecht erhalten. Gießen, den 5. Juni 1909. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Sangctmann,______________ An die Hebammen des Kreijes Giehcn. Sie werden hierrnit zur Besprechung der Gründung eines Hebammenvereins auf Freitag den 11. Juni, nachmittags 3 Uhr, in das K'reisamtsgeböubc zu Gießen lingelaben. Gießen, den 4. Juni 1909. Großh. Kreisgesundheitsamt Gießen. Dr. H a b c r k 0 r n._____________ Kekanntmachung. Wegen Vornahme von Neubefestigungsarbeiten wird die 'Näusburg von Montag dem 7. ds. Mts. an bis auf fiteres für jeglichen Fuhr- und Radfahrvertehr gesperrt. Gießen, den 5. Juni 1909. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _______I. V.: Bilo.________—— Bekanntmachung. Aus den städtischen Anlaacit vor dem F-ricdhos am Nah mlngsbcrg sollen eliua 30 kaufen Reiser Dienstag den S. Juni, nachmittags 5 Uhr, meistbietend versteigen werben. B5/6 w Die Zusammenkunft ist auf der Licher Straße am Eingang zum Wchtsfenberg er Weg. Gießen, den 4. Juni 1909. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________________I. V.: K eile r. Bekanntmachung. Der Voranschlag für die Gemeinde Lich pro 1909 liegt vom Dietuötag den 8. 1. Mw. an acht Tage zur Einsicht der Beteiligten in dem GeichästSlotal des Bürgermeisters offen. Lich, den 5. Juni 1909. Großh. Bürgermeisterei. Dörmer. B7/8 Das Atitomobil beS Grobherzogs von Weimar überiuhr am Samstag auf der Ettersburger Chaussee einen zwötijährigen Knaben, der s ch w e r verletzt wurde und kurze Zeit daraus ft a r b. Der Grobherzog kehrte sofort um und hotte einen weimarischeii Chirurgen herbei. Den Chauffeur des Groß- Herzogs trifft dem Vernehmen nach keine S ch u l b. Der unter dem Verdachte des Betruges in Untersuchungshaft genommene Graf Dr. W. v. b. Gröben ist auf Antrag der Berliner Staatsanwaltschaft außer Verfolgung gesetzt worden, da sich die Beschuldigimg als völlig haltlos herausgestellt hat. In Krakau flog am Samstag der Pulverturm in die Luft; lausende von Fensterscheiben in der Stadt sollen zertrümmert fein. Drei Soldaten wurden getötet, viele Personen verletzt. Die Zündung erfolgte durch einen Blitz. Die 27jährige Frau des Ingenieurs Bonchez in Paris hat ihren Mann erschossen, weil er zu schön war und die Aufmerksamkeit aller Frauen erregte. Nach der Tat stellte sie sich mit ihrem Kinde der Polizei. Der Tod des Besitzers des Kaufhauses Louvre in Paris, des Multimillionärs Chauchvrd, wird wie das Hinscheiden eines Fürsten behandett. Tie Blätter widmen dem Toten lange Artikel, in denen Hunderte von Anekdoten enthalten sind. Ter Wert der dem Staate vermachten Kun st sch ätze beträgt über 20 Millionen Fres. Ter frühere Minister Leygues soll 15 Millionen, der Chefredakteur des Figaro Cal mette 2 Mill. Fres. geerbt haben. In Petersk> ur g wurden 13 neue Cholerafälle fest- gestellt, von denen 4 einen tätlichen Ausgang nahmen. Moskau ist von einem gewaltigen Brande heimgesucht worden. Seit Freitag nachmittag brennt der Güterbahn- hof. Die Verluste betragen .viele Millionen. Der 28jährige Sohn des Kreisabelsmarfchalls Skadowski in Cherson erschoß seine im Wochenbette liegende junge Gattin nach einem Streite. Skadowski, der uniängft bereits einen Arbeiter erschoß und im Jähzorn mehrere Personen durch Schüsse verwundet, dessen Vergehen aber durch den einflußreichen Vater vertuscht worden waren, wurde verhaftet. In Pia een ea kam es zwischen einem Jnfanteriehaupt mann und einem Genieleuttiant nach Tätlichk ften auf der Straße Zu einem Zweikampf. Sie wurden schließlich getrennt und in Hast genommen. Rach Meldungen aus Tiflis ist im dortigen Gefängnis eine schwere Meuterei ausg-ebrochen. Fünf zum Tobe verurteilte Tartaren überfielen _ die Ausseher, entrissen ihnen die Waffen und töteten int Kampfe drei Mann unb ticriuunbeten fünf aitberc schwer. Sie wurden schließlich niedergeschossen. Markte. fc. Frankfurt a. M., 7. Juni. (Oriq.-Telegr. be3 „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 26.00—26.25, Kurhessischer Alk. 26.00—26.25, La Plata Alk. 26.25—27.25, Kansas Alk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Alk. 19.25—19.75 Gerste (Wetterauer) Mk. 19.00—20.00, Franken- selber Mk. 19.00—2U.00, Hafer 19.50—20.00, Mais Alk. 18.00—00.00. Weizenmehl 0 Mk. 35.50 — 00.00, 1. Qualität Mk. 34 00 dis Mk. 00.0), 3. Qualität Mk. 32.00—00.00, Roggenmehl 0 Mk. 27.50—28.00,1.Qualität Mk. 24.50—25.00, Weizeukleie Alk. 10.75 bis Alk. 11.00, Roggenkleie Mk. 11.75—12.00, Maiskeime Alk. 00.00 bis Mk. 00.25, Franken, Pfälzer, Rieb Alk. 19.75—20.25. Alles per 100 Kg. ab hier. le. Frankfurt a. M., 7. Juni. (Telegr. Drtg. - Bericht des »Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. sZum Verkaufe stauben: 595 Ochsen, 106 aus Oesterreich, 49 Bullen, 0 aus Oesterreich, 748 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 450 Kälber, 205 Schafe unb Hämmel, 1606 Schweine, 0 Ziege, 00 Ziegenlämmer, 0 Schaflämmer. — Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 76—78 Mk., 2. Qualität 69—72 Mk., 3. Qualität 58—62 Mk.: Bullen: 1. Qual. 63—65, 2. Qual. 58—60; Kühe 1. Qualität 72—74 Alk., 2. Qual. 60—62 Alk., 3. Qual. 46—48 Mk., 4. Qual. 00—00 Alk 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt wurden für das Psunb Schlacht- gewicht: Kälber 1. Qualität 95 bis 98 Psg., Lebendgewicht 57 58 Pfg., 2. Qualität 76—86 Psg., Lebendgewicht 45—50 Pfg ^chlachtgew. 65—70 Pfg.; Schafe : 1. Qual. Schlachtgew. 80 bis 00 Pig., 2. Qual. 70—74 Pfg. Schweine: 1. Qual. 68—69 Pf., Lebendgewicht 53,5-54,0 Pf., 2. Qual. 87—00 Pf., Lebendgewicht 53,0—00,0 Psg., 3. Qual. 60—66 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstaud unbedeiitend, bet Kleinvieh (Kälber) gedrückt, bei Schafen und Schiveinen gut, kein Ueberstaud. tzanöel mit Verkehr, Volkswirtschaft. n„ — Norddeutscher Llohb. Die Dampfer beförberten im Mat 1909 nach 'Jlorbantcrita 12138 Personen gegen 3925 im gleichen Monate des Vorjahres, itach La Plata 482 (194j, nach Brasilien 495 (123), zusammen 13 115, gegen 4242 im Mai 1908 unb 8277 im April 1909. Vom Januar bis Mai 1909 wurden 71225 Passagiere befördert gegen 18 822 in der gleichen Periode des Vorjahres. Petersbtirg, 5. Juni Nach dem in der „Handels- und Jndustriezeittmg" veröffentlichten S a a t c n ft a n b im europäischen Rußland vom 20. Mai (alten Stils steht der Winterroggen allgemein kaum befriedigend und schlecht in den Gouvernements Twer unb Wladimir und befriedigend in den Gouvernements Pskow, Wologada, Koftroma, Paroslaw, Moskau, Nischni-9chwgorod, Patka, Uffa, Kaluga, Tula unb einem Teil von Mnfan, gut in ben Goilverneinents Kursk, Woronesch, Clutrkow, Poltawa, einem Teil von .Kiew und dem Nord-Kaukasus. Ter Wiittenoeizen steht gut, mittel und genügend in einzelnen Kreisen im Nordosten des Weichselgebietes und den ba 1tischeirPr0vinzen, gut in den Gouvernements Kursk unb Nord-Kaukasus unb zum Teil in Charkow tmb Jekaterinoslaw. Tas Sommergetteide steht gut, mittelgut in ben Gouvernements Kiew, Poltawa, Kursk, einem Teil von Charkow, Tambow, Pensa, im nördlichen Teile von Samara, im südlichen Teile von Saratow unb einem Teil des Nord-Kaukasus unb be- friebigenb in einzelnen kleinen Gebieten verschiebener Bezirke. Spielplan der vereinigten frankfurter 5tadttheater. (Opernhaus. Montag ben 7. Juni geschlossen. Dienstag den 8. Juni, abends 7 Uhr: „Der Wildschütz." Schauspielhaus. Montag den 7. Juni, abends 7 Uhr: „Der Bund der Jugend." Dienstag den 8. Juni, abends 7 Uhr: „Herodes und Mariämne." Gießener Wetterdienst. Voransfichtliche Witterung für Heften am Dienstag dem 8. Juni: Meist heiler und trocken, etwas wärmer. Veränderliche Winde. Griginal-Vrahtmeldungen. München, 7. Juni. Der „Bayr. Kur." meldet: Der Tom-Tekan Bettingcr aus Speyer ist zum Erzbischof von Münchcn-Freysing ernannt morden. Der neue Erzbischof steht im 59. Lebensjahre. Er studierte in Innsbruck und Würzburg, wurde 1895 als Dompfarrcr an das Domkapitel Speyer berufen und ist im Januar b. I. zum Tom- Dekan ernannt worden. Er ist der Sohn eines Schmiedes aus Landstuhl in der Pfalz. Paris, 7. Juni. „Petit Parisien" schreibt: Die Ernennung Bompards zum französischen Botschafter in Konstantinopel unb diejenige Tscharikows zum russischen Botschafter ist nicht zufällig erfolgt. Vielmehr ist dte Ernennung dieser beiden Diplomaten auf G-runb einer Verständigung zwischen der französischen und der russischen Regierung erfolgt, die eine gemeinsame Polittk in der Türkei anbahnt. Paris, 7. Juni. „Mattn" meldet aus Cadiz: Dortige Blätter fassen die Kon^zentrierung eines französischen Ge- schwa.ders von 17 Schiffen in den spanischen (Hewässern als eine Demonstration auf, die an der nrarokkanischen Küste zur Unterstützung der spanischen Mtion stattsinden soll. L 0 n d 0 n , 7. Juni. Nach einer Meldung des „Mvrning Leader" aus Madrid soll die spanische Regierung beabsichtigen, zu D em 0 n str a t i 0 n s z w e ck e n zwe i Br i ga b e u nach Marokko zu senden, eine nach Melilla, die andere nach Ceuta. 1700 Maultiere zum Transport der Artillerie sollen bereits angeworben worden fein. Die Demonstration besteckt, den Sultan für die spanischen Forderungen gefügiger zu machen. Wie verlautet, beabsichtigt König Alfons, die Mrtglieder der marokkanischen Sonbergesandtschaft nicht eher zu empfangen, bis Muley Hafib seine Haltung geändert hat. London, 7. Juni. Für das Marineministerium wird ein lenkbares Luftschiff gebaut, über dessen Kon- ftruftion strenges Geheimnis bewahrt wird. Die „Times" spricht die Hoffnung aus, daß das Luftschiff nach dem ,karren System konstruiert sei, da jeder andere Typ infolge ber Windstärke an ber Küste unbrauchbar sei. Das Blatt verweist auf bie französischen halb starren Luftschiffe, die sich als unzweckmäßig enoiesen hätten. . Wenn m jetziger Jahreszeit die Kleinen durch das Herum- fmelen und sitzen aus der nasftälten Erde unter Erkältungen, _____ gCBC , man ihnen Mtle * Kiiidermebl, welches tu wichen Fallen eine unübertreffliche SXÄIÄ? ,auftr- »E-irc k°s'°n,re, durch !n ,cöer deitedigen Schriftart und «ans». ViiiliöilCIl Lorle-' !oroic mit Zirkeln aller studentische» I Vereinigungen, liefert;u mäßigen preise» öröhl'sche Universitäts-Sruckerei. Schulstrahe 7 Ocffentttche Aufforderung. Betreffend das Berdingungswesen, hier die Vergebung der Nnterhattungsarbeiten in staatlichen Gebäuden für den Baubezirk I Gießen - S t a d t. In Gemäßheit der Ziffer 2 des Amtsblatts Nr. 32 Großh. Ministeriums der Finanzen, Abteiltlng für Bauwesen, vom 10. September 1902 in obigem Betreff werden hiermit die Handwerker der verschiedenen Handwerkszweige eingeladen, sich zur Beteiligung bei Ausführung der Unterhaltungsarbeiten in staatlichen Gebäuden zu melden. Es handelt sich hierbei um solche Arbeiten und Lieferungen, für welche mit Rücksicht auf den Kostenbetrag die freihändige Vergebung zulässig ist. Die Vergebung erfolgt nach Einlauf der Meldungen unter Einhaltung des hierzu neu eingeführten Verfahrens zu festen Preisen nach Maßgabe ber nach Benehmen mit Vertretern des Handwerks atntlich festgestellten Preisverzeichnisse, und zwar nach einzelnen Gebäudelosen. Formulare für die Meldung werden von uns kostenlos auf Ersuchen der Bewerber abgegeben. Die Bedingung für die Bewerbung um die Unterhaltungsarbeiten in staatlichen Gebäuden und für bie lieber- nähme dieser Arbeiten, ein Verzeichnis ber Gebäude der laufenden Unterhaltung unseres Amtsbezirks mit ihrer Einteilung in Gebäudelose, bie Preisverzeichnisse nebst den diesen beigegebenen besonderen technischen Ausführungsbedingungen, sowie die allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung der Unterhaltungsarbeiten liegen von heute an bei uns während der Dienslstunden zur Einsicht offen. Die Meldungen müssen bis zum 15. Juni 1909 ein- gereicht sein. Den Bewerbern bleibt es anheimgestellt, zu welchen Losen sie sich melden ,vollen. Eine Eröffnung der Meldungen in Gegenwart der Bewerber findet nicht statt. Nach Prüfung der Meldungen wird unter Mitwirkung einiger bei ber Aufstellung der Preisverzeichnisse tätig gewesenen Vertrauensmänner eine Auslosiing uorgenonnnen, welche die Reihenfolge feststellt, wonach bie Vergebung der betreffenden Gebäudelose an die Bewerber in den einzelnen Etatsjahren zu erfolgen hat. Diese Reihenfolge wird den Bewerbern bei der Zuschlagscrteilung mitgeteilt werben. Gießen, den 4. Juni 1909. ^7 Großh. Hochbauamt Gießen. Becker. Slrofbörf, ben 31. Mai 1909. Gest. Offerten wollen mir bis zum 12. Juni spätestens 12 Uhr mittags ctngercidjt werben. v Prima Kognak Spezialmarke, garantiert franz. Berickiutt, ärztlich emuroblen, per Lnertlasche 2 Mk, ist ber immv werteste unb beliebt wegen fehle* vorzüglichen Geschmackes. Ferner gelten meine französischen Kognak--» unter Orlgmalverschluß als bie beuen, welche der Markt bringt. 1394| E. Dort, Walltorstr. 45. Photogr. VeFgrößep.,Reproduklion Hiaposilive für Projektion und FensHilto ^-L"v-Drucken,Strichzeichnung. all.Grotz.E.Gottlg,Ltebigstt.971II Der Bürgermeister. ___ Braun. Zwei fette Ochsen iBiillen) der Gemeinde Lich gehörig sollen im Submissionswege ver- säääsääB Uh., w° auch Lich, den 5. Juni 1909. Großh. Bürgermeisterei __Dör m e r. Bekanntmachung. Der Ausbau des DreihäuserioegeS, sowie beS^HeinewegeL i» Wißmar, zmammen veranschlagt zu 4200 Mk., soll vergeben werben. Kostenamchlage liegen aut meinem Bureau offen. 1C) ®ef(. Cnerten erbitte ich bis zum 12. Juni er. spätestens 12 Uhr mittags mir emzuretchen. r2/ Krofborf, den 31. Mai 1909. 6 Der Bürgermeister. __________________________B rau n._________ Arbeitsvergebnng. cTnCS SB09C,’! X« .Mittwoch den 16. Juni d. Jö., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werben: II Erb' unb Maurerarbeiten 21 Sieinhauerarbeiten: ai Sanbsteinarbeiten „ . , nr r . , bl Lungsteiuarbeiten. . Zeichnungen, Arbeitsbeichreibung unb Bedingungen liegen uns zur Emncht onen. Angebote nut Vordruck, ber bafelbft c " haltlich^ft^bw,zum^genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Gießen, den 4. Juni 1909. ßS/ Städtisches Hochbauamt. G erbe!. Bekanntmachung. . Die Lieferung von 5150 edm Rinnenpflasterstsinc III. Sorte aus feubeuandlgem Basalt (Höhe 13-14 cm) für Gemeinde Wißmar habe ich zu vergeben. u KOLOSSEUM Walltorttr. 3fr-38 Televbon 644 Heule Montag, 7. Onni 1009 im herrlichen Kolosseum Garten Konzert des unübertrefflichen, bis jetzt noch nicht in Gießen gesehenen Damen Blas-Lrchefters „Lyra I" Eintritt frei. Anfang 71/, Uhr. Programm 20 Pfg. Im Theater-Saal Gawtepiel dce Wiener Liugspiel - Ensembles „Raab & Edelweiß" Anfang 8 Uhr. 9 Personen. Anfang 8 Uhr. Dorzugskarten und Borverkauisbillene haben Gültigkeit. ' B Mittwoch, t. Ö*«< ItH 0Ä8 I.Lperettcn Abend des Tamen-Blas-LrchcflerSLyra I. Abonnements - Konzerte. Die Kapelle deS Infanterie-Regiments »Kaiser Wilhelm' (2. Aroßh. 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