Nr 105 LwelteZ Vlatt 159. Jahrgang Donnerstag, 0 Mai 1909 Wrlcheinl tSaN- mti Nußnaknne M Sonntag». Die ^Stetzener $amUter,blätter* werden öem .Anzeiger' »tennal wöchentlich beigelegl. bat „Kretsblafl M» bei Kreis Sietzen" zweimal Wöchentlich. Die ^Landwlrtschostllchri» »eit« fragen" erscheinen nwnatlicü jroeimaL Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhesfen JtofflKtmebrud erungsvrdnung veranlaßte Zuschrift an die Schriftleitung des Gießener Anzeigers in Nr. 103 ds. Bl. habe ich kurz zu erwidern: 1. Zu der Annahme, daß die Vorlage erst gegen Herbst hin dem Reuchstag zugehen wird, berechtigt die in voriger LÄxhe erfolgte, unwidersprochen gebliebene Zeitungsmrldung, daß noch Verhandlungen zwischen bcm Reichsanü des Innern und den Uhr 3 baß beantragt Abg Schmidt-Warburg (Zentr.) ein Donnerstag, 2 Uhr: Antrag Speck über die Mühlenumsah. r. Der Präsident Graf Stolberg erbittet und erhält d:e Schluß 7& Uhr. lerung 24 30 38 46 4 5 Nun noch die Beiträge zur steuer. Der Präsident Graf S----- _ „ . Ermächtigung, dem Kronprinzen Wilhelm, morgen zu seinem Geburtstage die Glückwünsche des Hauses darbringen zu dürfen. Abg. Tove (Fr. Vg.): Auch wir sind gegen den Antrag. Er hat praksisch kcinm Wert. Wenn wir beim Amtsgericht den Anwaltszwang nicht haben, so dürfen wir dieses Prinzip nicht zu gunsten der Armen- Partei durchbrechen. Wenn ein Anwalt notwendig ist, so bietet die bisherige Prozeßordnung genug Handhaben, ihn zu verschaffen. Abg. Ablaß (Fr. Vp.): Der Antrag ist ganz prinzipienlos. Man kann doch nicht für die Wohlhabenden den Anwaltszwang im gewissen Matze ad« schaffen und ihn für die Armenparteien einfuhren. Der Antrag »st gar nicht durchgearbeitet. Abg. Gröber (Zentr.): Don Anwaltszwang ist leine Rede. Ter Antrag kommt auß warmem Herzen, nicht aus einem Tintenfaß ober einer Streu- sanbbüchse. Freilich, wer nur Paragraphen rasieln hört, der wird dagegen sein. Deutscher Reichstag. 2R3. Sitzung, Mittwoch, den 6. Mai. Am Tische beß Bundesrats: Dr. Nieberding. Das Haus ist nahezu leer. Präsident Graf Siolberg eröffnet die Sitzung um 16 Minuten. Tic Haftung beß Reiches für feine Beamte«. Staatssekretär Dr. Nieberding' Die neue Reichzverstcherungrordnung. Von Hans Kahl. III. Eine GeneraldiSkussion findet nicht statt. Der Abschnitt über Gerichtversassungögesetz wird ohne Debatte angenommen. Beim Abschnitt, der die Zivilprozeßordnung betrifft, ihre Beamten besonders zu regeln. Em solcher Zustand, wonach nicht Neichsrecht sondern Landesrecht gilt, ist des Reiches nicht würdig. Tie Rechtszerrissenheit wird aufrecht erhalten. Der Staatssekretär meint, dem Vorgänge Preußens und anderer Staaten würden auch die übrigen folgen; das ist noch nicht sicher zum Beispiel in Mecklenburg. Abg. Tr. Spahn (Zentr.) erklärt sich mit der Grundtendenz des Gesetzentwurfes und mil der Kommissionsberatung einverstanden. Abg. v. Brockhausen (Kons.) warnt vor der Einsetzung einer neuen Kommission, da es deren schon jetzt mehr als zu viel im Reichstage gebe. Abg. Gyhling (Fr. Vp.): In mancher Beziehung geht uns der Gesetzentwurf nicht wert genug. Dennoch begrüßen wir ihn als die Erfüllung einer alten freisinnigen Forderung. Abg. Kölle (Wirtsch. Vg.): Wir begrüßen das Gesetz, denn es beseitigt eine unangenehme Buntschcckigkeit. Abg. Stadthagen (Soz.): Das Gesetz ist allerdings kein direkter Schritt nach rückwärts. Aber es geht uns nicht weit genug. Abg. v. DziembowSkY (Pole) äußert sich im gleichen Sinne. Die Novelle geht an die Ju st i z k o m m i s s i o n. Die Zivilprozeß-Novelle. (Dritte Lesung.) Abg. Junck (Natl.) t Auch wir wünschen eine Kommission von 21 Mitgliedern Leider ist das Reichsjustizamt auf halbem Wege stehen geblieben und schlägt eine generelle Regelung nicht vor. Es gab eine Zeit, wo man in einer Haftung des Staates für Mißgriffe unb lieber» griffe seiner Beamten eine Schmälerung der Staatsautoritat sah. Das Rechtsbewußtsein des Volles hat diese Auffassung beseitigt. So start ist diese Entwicklung gewesen, daß zum Beispiel in meinem engeren Heimatlande Sachsen es gar nicht nötig gewesen ist, zu dem geschriebenen Recht zu greifen. Leider regelt dieser Entwurf nur die Frage für die Reichs - beamten unb läßt den Zustand bestehen, wonach jeber Staat unb jede öffentliche Korporation die Befugnis hat, die yrage für werden. Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Nieberding bittet, den Antrag abzulehnen. Er stehe im Widerspruch mit der ganzen Tendenz der Vorlage; denn durch ihn werde das Gericht gezwungen, der armen Partei einen Anwalt zu stellen, auch wenn das nach richterlichem Ermeffen durchaus nicht angebracht sei. Eine Bevorzugung der Reichen und eine Benachteiligung der Armen findet nicht statt. Die geschäftsunkundigen Parteien können schon jetzt mühelos ihre Anträge beim Gerichtsschreiber einbrmgen. Der Antrag würde eine neue Umständlichkeit in daS Gesetz hineinbringen und geradezu schädlich wirken. Abg. Heine (Soz.) tritt für den Antrag ein. Die kleine Belastung, die der Anwaltsstand erfahren würde, würde von diesem sicherlich gern übernommen werden. Es ist doch kein Unglück, wenn die Rechte der Armen.Parteien erweitert werden. Abg. v. Dziembowski (Pole) spricht sich gleichfalls für den Antrag aus. Staatssekretär Dr. Nieberding: Ich muß mich entschieden gegen den Antrag wenden, denn er nützt nichts, sondern schadet nur. Unterhalt der Familie bestritten hatte. Bezüglich der Festsetzung und Berechnung der Witwen- und Waisenrenten werden folgende Vorschläge gemacht: Neben oO Mark InnchszusklMß jährlich für jede Witwenrente und 2o Mark für jat>e Waisenrente soll die Witwe drei Zehntel des Grundbetrages rmd des Steigerungssatzes derjenigen Invalidenrente erhalten, bie ihrem verstorbenen Manne zur Zeit des Todes zustand oder im Falle der Invalidität zugestanden hätte. Nehmen wir z. B. an, der Mann habe eine rahrliche Invalidenrente von 274,80 Mark zu beziehen gehabt, so kommen davon auf Grundbetiag und Steigerungssatz insgesamt 224,80 Mark Davon drei Zehntel ergibt 67,44 Mark; mit 50 Mark Reichszuschuß beträgt demnach die volle jährliche Witwenrente rund 117,50 Mark. , Als Waisenrente bringt der Entwurf beim Vorhandensein einer Waise neben 25 Mark Reichszuschuß drei Zwanzigstel und für jede weitere Waise je ein Vierzigstel des auf Grundbettag und Steigerunqssatz entfallenden Betrags der väterlichen Rente in Vorschlag. Im vorhin angezogenrn Falle wurde demnach die Waisenrente einschließlich des Reichszuschusses von 2o Mark bei einer Waise 58,72 Mark bettagen. Mutter und Kind hätten in diesem Falle zusammen eine Rente von 176,20 Mark jährlich zu beziehen. Nun gibt es sowohl für höhere wie auch geringere Renten als die von mir angenommene Durchschnittsrente von 274,80 Mark. Immerhin würbe die niedrigste Witwenrente noch 72,60 Mark, die niedrigste Waisenrente bei einem Kinde 36,60 Mark betragen. Wenn es auch sicherlich recht wenig ist, )o muß man doch in Bettacht tziehen, daß es sich hier u;m einen ersten Versuch handelt und daß man ohne Eindringen in das rechnerifche Material nicht sagen kann, ob es in der Tat möglich wäre, die Beiträge, die Arbeitgeber und Versicherte aufzubringen haben. noch höher anzusetzen. Was nun die bisher so warm empfohlene Selbftverf icherung und Weiterversicherung lanbettifft,. so fallen bei diesen ,die der Pflichtversicherung entsprechenden Witwenrenten und Waisenrenten nur zur Hälfte gewährt werden. Und im Falle die Ehefrau selbst der Versicherungspflicht unterliegt, fällt bei dem utobe des Ehemannes für sie die Witwenrente weg, da bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit die eigene Invalidenrente für sie in Kraft tritt. Da man aber mit Recht befurchten muß, daß infolge diefer Bestimmung die Frauen in der Ehe und im Witwenstande dann enttichtung der Beiträge absehen werden, so bestimmt der Entwurf, daß den Beittag zahlenden Frauen! (Weiterven icherung) beim T^>e des Mannes eine einmalige Barzuwendung, also em Wrt- wengeld in der Höhe von 50 Mk. Reichszufchuß und dem 12fachen Monatsbetrag der Witwenrente zustehen toll. Und cbenfo sollen die Kinder derjenigen Witwen, die zurzeit der Vollendung des 15. Lebensjahres der Kinder (bis zu welchem Alter Waisenrenten gegeben werden) eine Invalidenrente beziehen oder darauf Anwartschaft haben, eine Waisenaussteuer erfaßten, die sich aus 162/s Mk. Reichszuschuß und dem achtfachen Monatsbetrag der bezogenen Waisenrente zusammensetzt. . ' " Frage: In welcher Weise werden die Hinterbliebenenveri icherung auf- eme Aenderung beß § 115 dahin, daß beim Armenrecht auch Rechtsanwalt gewählt werden muß, wenn eß sich um einen Streitgegenstand von mehr als 300 Mark handelt, unb die Gegen- partei durch einen Anwalt vertreten ist. Kann in dem Falle, daß eß sich um einen Streitgegenstand von mehr als 300 Mark handelt, der armen Partei ein am Sitze beß Gerichts wohnhafter Anwalt nicht beigeorbnet werden, so muß derselben auf ihren Antrag ein Justizbeamter, der nicht als Richter angestellt ist, ober ein Rechtskundiger, der die vorgeschriebene erste Prüfung für den Justizdienst bestanden hat, beigeorbnet werden. Im Interesse der Armen müsse diese Erweiterung des Armenrechts geschaffen Abg. Heinze (Natl.): Der Anttag ist schon mehrmalig abgelehnt worden. Bleiben wir bei dieser Praxis. Tie bisherigen gesetzlichen Bestimmungen genügen durchaus. Warum hat der Vorredner nicht an das warme y>erA des Amtsrichters appelliert: dessen Machtbefugnis reicht völlig aus. Wenn er in vernünftiger Weise davon Gebrauch macht, so kann er allen berechtigten Wünschen nachkommen. Frei- lich, das soziale Verständnis der Richter muß noch weiter gehoben iverben. Wir sind auch schon auf dem richtigen Wege in dreier Hinsicht. Ter Antrag würde den Prozeßgang nur verschleppen. Er ist entbehrlich und undurchführbar zugleich. Der Redner bittet, die in der zweiten Lesung geschaffene Bestimmung, daß der Fiskus für die dem Armenanwalt zustehende Gebühr hastet, zu streichen. Abg. Traeger (Fr. Vp.): Die Mehrzahl meiner grer.ive ist mit den Ausführungen beß Abg. Ablaß nicht einverstanden. (Hort! Hört!) Wir werden für den Antrag eintreten im Interesse der armen Leute. Praxis und Wissenschaft haben sich gegen diese Bestimmung gewendet; ich will nicht die Ausdrücke wiederholen, die die Spitzen der juristischen Wissenschaft hierüber gebraucht haben. . Ich bin einigermaßen befremdet, daß der Reichstag mit so wenig Bedenken die Sache angenommen hat. Die armen Leute sollen hier durch ein gesetzgeberisches Experiment benachteiligt werden; baß wollen wir Nicht, und daher werden wir für den Anttag stimmen. Er ist eine eminente soziale Maßnahme. (Beifall.) Die in zweiter Lesung in dem Kommissionsbeschluß eingefügte Bestimmung über eine Gewährleistung der Armenan- waltsgebühren durch die Staatskasse wird gestrichen. Der der Abstimmung über den Antrag Schmidt-Marburg bleibt das Bureau zweifelhaft. Der Hammelsprung ergibt bei 97 Stimmen für und 106 Stimmen gegen den Antrag dessen Ablehnung. Die Schreibgebühren der Rechtsanwälte sind pauschaliert. Ter einzelne Pauschalsatz beträgt nach den Beschlüssen zweiter Lesung in der Zwangsvollstreckung mindestens eine Mark. Dieser Satz wird auf 2 Mark erhöht, nachdem Staatssekretär Dr. Riebe» ding erklärt hatte, daß die Regierung keine Bedenken dagegen habe. Darauf wurde das Gesetz in dritter Lesung endgültig erledigt. Daß Gesetz über die Sicherung der Bauforderun- g e n wird nach den Beschlüssen zweiter Lesung en bloc in dritter Lesung angenommen. DaS Haus vertagt fich- g e b^r a ch^tt ^its sagte, die Hinterbliebenenversicherung der bisherigen Invalidenversicherung, die in ihren Grundzugen in d->m Entwurf unverändert bleibt,,angegliedert werden soll, w werden auch die Beiträge nicht gesondert erleben, sondern es ist kurzerhand eine Erhöhung der Jnvalidenbeittäge in der Weise in Ausficht genommen, daß folgende Wochenbeiträge erhoben werden sollen. Lohnklasse 1 16 PlS- Etwas ganz neues bietet der Entwurf in der Hinterblie- bsinen Vers icherung. Es ist bekannt, daß bei Beratung der leisten Zolltarifvorlage im Reichstage der vom Zentrumsabgeord- neLen Trimborn gestellte Antrag angenommen wurde, wonach vom 1 Januar 1910 ab die über einen bestimmetn Bettag hinaus- gt-Jgnbc Mehrcinnahme aus den erhöhten landwirtschaftlichen Zollen titie Hinterbliebenenversicherung der Arbeiter zugute kommen io'-llte. Diese Mehreinnahme ist aber sehr schwankend; im Jahre 1906 war sie gleich Null, 1907 waren es 42 Millionen Mark, not 1908 wird wahrscheinlich wieder nichts übrig bleiben, so daß trat derart unsicheren Einnahmen eine Hinterbliebenenverf icherung ilScht abhängig gemacht werden kann. Aus diesem Grunde empfiehlt bst Entwurf, daß ähnlich wie bei der Invalidenversicherung die hmterbliebenenversicherung durch einen f e st e n I a h r l i ch e n Zuschuß des Reiches, der alljährlich in den Voranschlag des Eäats eingestellt wird, auf eine sichere Basis gestellt werde. Zur Ausbringung der Kosten der Versicherung aber werden neben dem Mich auch noch die Arbeiter und Arbeitgeber herangczogen Die Regierung geht dabei von der allerdings ganz richtigen Voraussetzung aus, daß, wenn man die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Arbeiter lediglich öffentlichen Einrichtungen über» locssen wollte, dieselbe nicht nur' einen der Armenpflege verwalkten Wrrakter der Unterstützung erhalten, sondern auch die eigne Ver- antwortlichkeit des Familienhauptes für die Zukunft feiner Hinter- biiebenen geschwächt würde. Daraus ergibt fich die Notwendigkeit, d»e Arbeitnehmer zur Aufbringung der Kosten peranzu- ztthen. Aber auch der Arbeitgeber muß nach Auf ich t der Re- grerung aus demselben Grundgedanken heraus, der denen Heran- jvrhung zu den Kosten der Invalidenversicherung veranlaßt hat, beteiligt werden. Die Höhe der Hmterbliebenenbezüge wird natürlich davon abhängen, welche Leiftungen man den Arbeitgebern unb den Versicherten zmnuten kann. . Da mit der Hinlerblicbenenversicherung keine für fich besuchende neue Versicherung geschaffen, sondern diefelbe in die bisherige Invalidenversicherung einbezogen Jutri), so kann sie sich in ihrem Ausbau und bei Bemestting der geiträge und Leistungen auch nur an die Jnvalidenverficherung auschließcn. Demgemäß werden die Witwen- und Walienrenten ähnlich wie bei den Beamtenpensionen in ein bestrnimtes -oer- hÄltnis zu der Invalidenrente des Ernährers gebracht, io daß imtürlich bei einer größeren Zahl von Waisen für lebe von ihnen ein geringerer Bettag bewilligt wirb als bei einer kleineren Zahl. Waisenrenten sieht der Entwurf nicht nur für bic hinterlassenen ehelichen Kinber eines männlichen unb die elterntofen Kuder eines weiblichen Versiclferten vor, sondern auch für eltern- lase Enkel, die durch den Tod des Großvaters ober der Groß- ; mutter ihren Ernährer verloren haben, sollen folchc erhalten. Mspruch aus Witwenrente hat die erwerbsunsalnge Witwe m jedem Falle, während dem bedürftigen Wittver Anfpruch auf Eitroerrente nur dannzusteht, wenn die Frau den Lebcns- leitet die erste Lesung beß Entwurfs mit kurzen Ausführungen ein. Der Entwurf entspricht einer Resolution, die der Reichstag vor zwei Jahren oeim Etat des Reichsjustizamts beschlossen hat. Abg. Dr. Brunstermann (Rp.): Bei dieser Vorlage handelt eS sich um die Haftung des Reiches lediglich für solche Handlungen seiner Beamten, die von ihnen in Ausübung öffentlicher Gewalt borge« nommen sind. Für die Handlungen der Beamten in Ausübung ihrer öffentlichen Gewalt ist der Erlaß entsprechender Bestlmmun- gen der Landesgesetzgebung Vorbehalten; er ist in den meisten Einzelstaaten schon erfolgt, und ein vom Abgeordnetenhause bereite! genehmigter Entwurf liegt zurzeit dem preußischen Herren. hause vor. In dem nun vorliegenden Entwurf soll diese Rege- Bfür die Reichsbeamten erfolgen. Bisher waren die Ge- flten auf die Beamten selbst verwiesen. Vielfach ist es aber erschwert, ja unmöglich, den haftenden Beamten festzu- stellen, und der Beschädigte hat überdies keine Sicherheit, daß er, selbst im Falle eines obsiegenden Urteils, ßu seinem Rechte kommt. Die vorgeschlagene Regelung entspncht aber auch den Interessen der Beamten, da sie vor grundlosen Alagen namentlich solcher Personen, die im Armenrecht Nagen oder von Querulanten durch die Pnn- »ipal Haftung beß Staates geschützt werden. (Zustimmung.) Natürlich soll und muß dem Staate baß NückgriffSrecht gegen den schuldigen Beamten in vollem Umfange gewahrt werden. Mit der grundsätzlichen Regelung beß Gesetzentwurfs erklären sich meine politischen Freunde daher einverstanden. Bei der schwerwiegenden Bedeutung des Gesetzes müssen wir aber auf Kommissionsberatung bestehen, und unsere Entscheidung im einzelnen unß borbefallen. Erfreulich ist es, daß her Gesetzentwurf auch ausgedehnt ist auf Personen beß Soldatenstande s. Wenn wir diese Bestimmung richtig auffassen, so will baß Reich für diese auch haften ofae Rücksicht darauf, ob sie dem Beamtenstande angefaren ober nicht. Praktisch wird daß besonders in zwei Fällen werden: bei Sol- batenmißhandluna und für die Landbevölkerung bet Flurschäden, die außerhalb beß Rahmens eineß Manövers erfolgen, und für die bisher eine Haftung des Reiches ausgeschlossen war. Nach alledem entspricht der Entwurf dem Grundsatz der Billigkeit, wie er auch den praktischen Bedürfnissen gerecht wird. Der Jurtstentag und verschiedene wirtschaftliche Körperschaften, wie der Deutsche Handelstag, haben sich für diese Regelung ausgesprochen. Wir wünschen möglichst baldige *>crab» schiärung des Entwurfs. (Beifall.) 8hrniK*'taatcn der Durcharbeitung de- Entwurfs in den jufitriibtq-m AuSsck.asien ix* Punc^srates vvrauszugeten hätten. Amh die ^wnfhfrtrr 3*ttunj hi: bin.- ’ännabnv bcitähflL Aut alle «ratle dbrr ho' mdq mm die Vorlage einige Wochen früher ober später dem Äri-1/5*1416 .ugel> n thr tz-ich-recnerung mit per qu5nctr irren int frufwext’.q'H Beröffcntlrdnmg br5 Entwurfs die ÄlidU ty-rrolflt, den ,3ntemfenien telegen Herl Unb Veranlassung ji; Meinunasäußerungen ;u qebcn. 2 ub das 5lTanfrn*ahengeit6 von 1883 .bereit-" oder „letzt mal#" un 3ahrc 1893 ergänzt und qcunbert wurde. ist sachl. d, gleichgültig, do ' 5 r-’d) nur darauf ankam. ieüfrur^len. baE Veranvermig-n idmthcher 5Beriuf?erung#grk|c seit ihrer ersten Einführung suittgefunben hadm 3. Dan nne Perbilligung der Berwalnmg durch die neue Lrganffatnm cintreten werde, iü von mir m ke-.ner Wen- behauptet worben nicht eine Verbilligung, sondern Einheit- l - ch k e i t unb P e r e i n s a ch u n g des InstanzenzugeSder Der waltung und Rechtsprechung hab«' ich bent Entwurf nachgerührnl •1 Daß currh Bdxmuna der Berslchcrungsi:mrer, die al3 Spruch- uno ' ridrff-ßbehörden ersten Instanz gleich organi'ierl. nach embnlltrfrnt Plan- arbnten, etnr größere Einheitlich- f eil herbng- .i'hrk imrd, als bas bisher bet dem mangelhaften InernMibergreisen der verschiedenen Instanzen der Fall sein konnte, iil als sicher anzunehmen. 3 Cb bas Verfahren, das bei Erhebung der Lmorüd»e au, 5irairfemmterflübuim, die selbstverständlich zunächst bei den Üranken lassen gelt-nd zu machen s«nd, b-*n in der Begründung des Ent- wtknS erbomen Eriolg haben wirb — darüber mögen reolü bic Meinungen geteilt sein. Aber daß bei Ablehnung der Ansprüche burd; Mr Krankenkasse t\t Anrufung des Bersicherungsamtes indes Zmannnenwirkens dieser Instanz als o korp-orschartlichts lrgan eine sachlichere und sachgemäßere Entscheidung herbeirühren wird. das wirb nicht nur von mir als Theoretiker, sondern and' von nüchternen Praktikern, bic Dor tnle imb Nachteile gleichmäßig abwägen, mit Sicherheit voraus Hans >k ahl Deutsches Weich. Vergeb! icher Streik Tie Damenschneider und Schnei her um en in Hamburg beschlossen, den erfolglosen Streik auszugeben und die Arbeit w-cder aufzunehmen Tie Arbeitgeber machten ferne Konzessionen Der deutsch vortngiesischcHandclSvcrtrag.der dem Bundesräte vorliegt, wird dem ReidMage zugehen, sobalo angenomn >i ist Eine englische Soufsragctlc in Berlin. '?hi, Einladung des Vorstandes bei Ortsgruppe Berlin für Frauen Uiimnrrdit lanh fid gi t m il u - ■' n ansehnlich 8 6m Damen Publikum ein, um r e englische Soufsragette Isabelle Sev nunrr zu Horen An den Vortrog schlofz sich eine Tiskussion. Tie Berggese'/ rt o m >>i i' s io n beS A bq e o r b neten bauseS hat in zweiter Lesung die Voraussetzungen für die Wählbarkeit zum SicherheitSmaim dahin geändert, daß nidn ein dreijährige Bescl-istigung aus bcmülben Werk verlangt wird, fon dern nur eine einjährige auf demselben Werk und eine zweijährige unter Tage auf einem fllridrn Bergwerk desselben Reviers. Nacn längerer Besvreclmng mtid.ieö sich ferner auf Anregung des Ministers die Mommihunt do hin. daß der (Gesamt-Ausschuß, aber auch du: Sicherl-eitsmunncr allein Sid^rheits-Befahrungen sollen beschließen dürfen, baß nber, ivenn mvfyr als eine solche Be sahrimg beschlossnt sverbe, bic Werk-Verwaltung dies verweigern toratc wie dies and, in der Regierungs-Vorlage vorgesehen war — baß sie bann aber die Verpflichtung habe, dem Berg Revierboamten Mitteilung zu machen. Ausland. AuS dem Haag. Bei der jungen Prinzessin Juliano übernahmen Patenstelle.die Königin-Mutter der ^ederlande, die Eswßhcrzogrn von Baden, die Großherzogin-Witwe Marie von Mecklenburg-Schwerin, die Mutter des Prinzen .Heinrich, die Fürstin-Mutter zu Wied, b • Prinzessin Mathilde von Schwor- bürg-Rudolstadt, die Eroßin Her des Priirzen Heinrich, die Fürstin zu Erbach-Ätwuberg. die ningere Schwester der Königin Mutter, der Herzog Iolnmn '?£lbrrdrt von Mecklenburg-3dytomn, der Regent von Braunfchioeig und der Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin. König E d u a r b ist gestern abend in Paris eingetroffen. Der russische Minister I S w o l S k h reist von München nach Biarrih. wo ci in der ,Villa des spanischen Botschafters Viinnaza abstrigt Wahrfctemlrch wird er auch Besuck-e in Paris und Lontvn machen Frau Stössel, die Wallin des Verteidigers von Port Arthur hat ein Begnadigungsgesuch ihres Mannes an den Zaren cingefanbt, bas aber imberiidiidrtiqt blieb Rußland r ii st e i Für eine strategische Eisenbahnlinie an der polnischem (Grenze winden 80 Millionen Rubel gefordert, । M itl low'n :)iulh-l. Zur £ a q c in Venezuela Der venezolanische Ver troter in "Paris. Tr Paul, bat von seiner Regierung telegraphisch den Auftrag erhalten die ''iadnid«, daß in Venezuela eine Erhebung zu Gunsten' Ea'trv) beDetftehe, als unrichtig zu bezeülrnen. Im ganzen fianbe herrsche vollste :)iuhe. Au-Persien Ter (htbidnimen wurde gestern telegraphisch von ber Vahs gefeiert Heute vormittag wurde Salut geschossen- die Stadt war abends illuminiert. Aus Stadt und €anfc. Gießen, 6. Mal 1909. *• Ma növer des 18. Armee ko rp Itc .-xtbi: mcmöver des 18. .Irmeoforpr finden diesmal ohne uvro. mcmöver ihren Abschluß. Tie Tivisionsmanvver ,verben abgehalicn für die 21. Tivision in einem lande. davon den Erlen Haiger «Dillen lmrg-Kro n Hausen-Gieße n Ar es - berg-Usingen, Runkel und nrerskirch-.n begrenzt nnr. Tie Manöver der 25. Divt । on finben in dem c sc linde abschnitt zwilchen den £n.*n Ire: sburg-Tr.cdor' mb r Jugendfürsorge. Eiugeleitet von, Vorsitzenden, d) Fürsorge für skrofulöse und tuberkulöse ÜInder. Benutziing der Fürsorgestellen für Tuberkulöse durch kranke iliuder. Eingeleitet von Kreisarzt Dr. Nebel-Friedberg und Pfarrer Wiifig-Bad-Nauheim. c) Maßnahmen gegen Verbreitung von Schundliteratur unter der Jugend auf dem Lande. Eingeleitet ' von Lehrer Oßwatd-Bad-Nauheim. d) Ländliche Haushalt ungSschulen. 3. Rechnung für 1908 und Voranschlag für 1909. — Studentische Unterrichtskurse für Arbeiter und U nt er beamte. Der Unterricht in einfacher Buchführung beginnt Freitag den 7. Mai, es ist eine genügende Zahl von Anmeldungen bereits erfolgt. — Weitere An» lueldungen werden zu allen blassen täglich vor Beginn deS Unterrichts entgegen genommen. ** Der Verband hessischer Finanzbeamten hält seine diesjährige (11.) Hauptversammlung am S. und 9. Mai in Darmstadt ab. In der reichhaltigen Tagesordnung nt u a eine Besprechung über du- bevor stehende Revision der Besoldungsordi . 1 Finai zbi amten und Aspirant n ii- Hessen in Aussicht genomme *. Ta diese Fragen bei allen Beamten-Eruppcn im Vordergrrind des Interesses stehen, dürsten sie auch auf den Besuch ber biesjährigen Tagung große Anziehungskraft ausüben. Mit ber Hauptversamm iung ist die Feier des 10jährigen Stiftungsfestes verbunden. Am Samstag. 8. Mai. nadunittag* 5 Hhr. ist eine Besichtigung des Refidenzschlosses (unb ber Holbeinschen Mabonnai vorgesehen unb Abends findet ein Bcgrüßungs- unb Ja miüenabenb statt, woselbst über die weiteren Beranstal tun gen nähere Mitteilungen erfolgen werben Für die außerhalb Tarinslabts wohnenbcn Teilnehmer dürfte es sich deshalb empfehlen, mit ihren Tarnen schon SamStag nach- mi ag3 dort e bst cihäu Finauzbeamtenverbänbe aus Baden, Württemberg und den Reichslanden werden erwartet. •* Rückgang der Finanzkarriere. Während in fast allen anderen Berufszweigen ein enormer Zudraug an Kandidaten zu verzeichnen nt. weist da- Finanzfad in unserem (^roßherzogium einen erheblichen Rückgang in ber Zahl ber zur Prüfung sich meldenden Aspiranten auf Bor zwei Jahren meldeten sich noch 70 Kandidaten zu den schriftlichen Prüfungen für die FinanUarriere, wihrcnd im vorigen Jahre diese Zahl auf 38 herabsank Bei der ht fester So ehe abqebaltrr.cn Prüfung sanden sich nur noch 17 Prüflinge ein Freilich genügt jetzt auch nicht mehr der Berechngungsschein, fonbem bie Primareife. Deuliche Ä« 11 - 2 uell-2igc. Mu Be.ua auf br un Im'cralcnic l ’ür Mitglieder unb Richtontdlreder r.-röfi^u ließt.- c i cDum. di.- die Crt*grupi? uorver» iamu.tung 1 jben ergcdcn lasten, wird un - von Einern Mitaliede der Vna ' chrieden: Obwohl im Berlau-'c ber drei lebten •cnnien ui i'.-r cinnihdk-n Meinung unb auch in den Ärcien. in denen ba • Duell ct. cm häufig unprmetbl dr£ Wittel ;ur LrlebiHung pon ih n a d n q t. em Umschwung zu Wun ien ctc Suhl» n-qnrr d,-utlich b melkbar gewoi c.i t . - man denk, nur in bt* .t rur.g.-n ber Turlliragc tm 2..ich-tage —. io bcii n dod vielfach Unfcnntni*3 unb irrige An cbauvnaen biniidttid) bet Wefent und ber Ziele dec Anri TueU-Liga. Die noch in s-d ’.-fl nb» i-.bcm .Hier ftcbnbe deutiäe Liga, die ebenso wie in andete» nt. r":.' it-n au? k ein n .Uvditqen ! roorq qm-ren ut. ic&i ich c... i bilderen Mannern der rer'ch.ebenücn Beruiosiande unb t'ef nntniife zusammen. Die B anluwrtunA ber Frage, ob das Duell zu perw.-cien und zu betampien fei, weil et liegen bu (Mctote der ftirdx verstoße, ober u>etl et mit den ;.e.ilidxx > cehcn unvereinbar in, ober weil eS ial'cchen Echranichauungr» entspringe, obe- endlich weil es überhaupt aus Gründen der Vernunft niemals g.b.lligt werden kann . überläßt die Liga djUm bem Ermessen des ctnjelnen. Durchaus talfch unb irrui m oe#bd> auch bie ouliad) verbreitete Ansicht, e» handle sich b i bet '.Ixti- Duell-Liga um eine spezifisch klerikale Bewegung De Liga 'ragt nicht nach dem religiösen BekrnnMiS. sie verlangt aber von törei Mitgl.edern freimütige Vertretung ihrer Beste bangen unb EuyW f.-it in ber festen Heberzeugung, daß das Duell niemal.- als di geeignete» Mittel zur Wiederd.-rstellung wirk.ich ob r vermeintlich rerkTt r Ehr.- angeieden werden könne und daß besdach nir bicia k inesivegt- germanischen Brauch tu einem hpüpirrten 2taolche ireien Ehrengerichte audi für Studierend uui hi bestehen, recht bald tr schafien und bt'i Ehrenhändeln m Anspruch ger ii'. .e i. ii. ist clxiual..- •• Stenographische». Dem Bericht über die ^cjirfi- urrfammlung Stolze-Schreyscher Stenographen in Wetzl« ist binzuzufügen, daß Herr R. R i tz e l (Verein)emen 2. Peet» in der Abteilung 100 Silben erhielt. ** Das rituelle Schächtversahren, wie es br ; achten ■ n, in. wie man Zeit wiederholt als Tierquälerei gegenüber den sonst ü» lidten 3dilad)imcil)otH*n be.iei'hnct iu. i darüber denken In einem O'»utad>ten über di. 6d)ä*t rag* eine Tierquälerei nicht b. z ubn-n kann Turck, dM Schächten wird der den Tieren beim Schlachten naturgemäß herabgemindert und die Bewußtlosigkeit möglichst fd nel herbeigeführt. Das Schächten fei daher allen moderner Prof hör Tr H to bemerkt: Rach seiner Ansicht ist das Schächten em durchaus ch a htücrjatiren Ein bi ach e zug der Methode hegt darin, das; Fleis ' Ziere sich besser hält, iveil es gut aubgeblniet ist. Sm hygienischen ictanbpunfte kann dem Schächtvc rfahr.v b b ' nur eine weite Verbreitung gewünscht werden Iirrktcr Mod de vom städtisclzen Schlachthof erflärl. das. nach seinen in vielen Schlachthöfen gewonnenen Ersahrungtn b’.t Körung durch Schuß zivar eine schnellere Betauvuna t r Schl ach tlicre hervorrusi, daß aber das Schächten die br/ aller sonstigen Tötungsarten ist, da es die letzteren bei weitem an »idjeretn Erfoly übertrifft, unter Born i-rieku" eines schnellen unb vorsichtigen Niederlegens und 1907 veröffentlich', wrbai Tie oüeesffchen Arbeiten und. n bie crtiMlmiat Benmb. trifft, nur üdnmtrtiuchunqm und B stötigungen tm Befunde ivn \>ulbcrfto.euer und Prowazek, wie fotdre bereits auch tvu twiid.nei'cmm aitberen Seiten ivrönentlaftt worden lind Auch die llebertragung auf Menschenaifen. auf die Prof. Oreess dem k.rrdei ter b.*v 7 ra n mnwn la len ÄÖrreipon- denz. die ur^ s 3 Rvti^> nbcrnuttelt txiur, gegenüber großen Wert legt, ist eh*mah^ aterft von Halperstaedtei und v. l-rotvazek miAirnünt irrer dm \it s ruberen :riümidwiftlidrn Arbeiten von Omrff ,md Frvsdi über bteiat Chrannlanb ist beutltd) .un An-^uck gcbriKt>t itreitx-u. daß d mit )l\;diprünniqen der Zxmnd' im er IvridiCi taritcllai, und auch ber sehr auegveich. irdrn Er wrderung Pros. Ohrtlf# gegen die 91 mifübrungen Halber11aeiurr•? und v. Prowazeks yeht nur hervor, daß Prof. Okeefi uoar fdton seit Jahren mit bietet Frage beschäftigt ist unb Unterstützung vom Ministerium erbalten bat, daß aber seine erste Veröffentlldiung über diesen Gegenstand erit durch bic bereits völlig gbgesdi.oi>ene Entdeckung der beiden genannten Forfdnn: veranlaß! woiden ist Falls iid) also die erwähmen Befunde bestätigen, kommt bic Ent Höbt er und Tr v 'Prowazek zu und nicht Pros. Greeff äut fallend ist cS. daß Prvt. Greess am Schluß ferner Erwiderung behauptet, daß rr treu den ^hotizen in der Tagi^svresse erst durch andere nachträglich erfahren hab«. trat wem diese doch nur in Farm einer direkten Mitteilmrg seine Aeußernngen ement Mit arbeitet ber Transkontinentalen Ätorrripcntxn; gegenüber enthalten. — Die Funkenteleg ra vhie - gesunddeits schö bl i dr Es ist ein durch sehr viele Beispiele belegtet Sav. bar icbct Fortschritt, ben o*c Menschheit nrocte. von irflenbivddxn Aad teilen bvglcuet ist Aur dem wetten ('febiet brr Industrie in diese latfathe durchaus befarmt. denn von ihr sprechen unjädligc E>en»erbeffmnkheiten, bie ganz besonbere Forschungen und Matz imhntnt tu ihrer Bekämpfung nonoendig gemacht haben. Auch :echniicke Fonschritte, die nuht io ohne wettete- in die Industrie übergeben, pflegen abnlidK FvUten ui haben Man kann schon fast mit Sicherheit voran-, »ehen. daß die Povularisietung der Lust- schiffahN zu irgendeiner Art von ..BallontuV oder ..Aetovlani- us ' fuhren wird, das heißt einer jriankheit, tue von Dem Ausent trtlt bed Menfch-n m höheren Suttfdnditcn bedingt ist unb erst dann tvutlid) berDurtntt, ivenn eine große Zahl von Menschen durch Ern technisdien Fortschritt den neuen unb nngewohnteii Beding g,Iwrm die grankdeits^rsd»einungen, die von der drahtlosen Telegraphie verursacht werden, bereits der oVegemwm an Di. BÄlilc. e:n Schifi-artt an Bord des fran.zöstschen Panter- ..DkscaNes". der bei dem letzten Feld-ug in Marokko beteiligt war, wvsttz ein Lied davon zu fingen B^". den Mannschaften, die bei naren, stellten sich nämlich verschiedene merkwürdige Krank- ei t s e r i che t n u n gen heraus, die nur auf die Wirkung klagten sie aber ihr- Augen, an denen eine leiditc Binde daut ent züiidnng er kenn tert war. :oie sie bei Arbeitern vorkommt, । die v,el mit elektrischen Bogen la n.pen -u tun haben In ber I Regel waren diese Anfälle grrmgiügig, doch stellte sich m einem Falle und» unb nach eine Hornhautenizünbung nut »eiteren Folgen und erheblicher Einbuße an Sehkraft ein. Tarav'ia wurde angeordnet, daß btt Matinfd'aften bei btrirm Dien'- yl* oder orangefarbene OHäfer zum Sd»utz tragen müßten, d-sterbe» traten Fälle von Hautau Sfchlag auf, die fehl chver z» feilen waren unb wohl auf dieselbe Ursache iurudflefubrijcr:*i miißten Auster dem tnar troch ein Fall von schmerzhafter S?6r8N der Herztätigkeit zu verzeichnen. — Sud) eine Sorge Drr lesen m ber .xeutf^P Theater:^emchrift": Premiere Das erste Älinoeheidrn ert* unb im Publikum wird- schon ft Hin Da stürzt au'gereg! rs Dame auf die Bühne: „Um ich mit rnemern Hut durch alle Türen ronmi " — Unterröcke und Iup o u S Der Tägl :Hunbfdi V* von em er Lrierm au# Aachen gefthrieber Hierzulande, wjc verflossene Bürgermeister „nach Teui'chland" reiste, wenn er v* ben Rhein «nutzte, ist noch immer Franiöffsch Trumpf - * unvcrmischt. und man muß schor iebong sattelfest >'cm. te vor kurzem: Ich 909 tmr einen ich komi:. nun ma! n cht ändern — UnUtf*’ kaufen, unb einen rette guten wollte ich haben. Dc» * ri. Cent ich meine Wünsche vorgetragen, legt mir allerlei unsolides Zeug vor Ich betonte noch einmal, daß ich etw Besseres haben wollte. Dieder erschien sie mit rmrm res*” r?ll ähnlidier Ware, nnc br** erste Ta» verwunderte muf). br» in dem guten (Geschäfte formte ich fichrr jein, etwas nach terfl£ ^'ünschen zu finden Ich hielt nun selbst Umschau und enL*5 dann an -mem Stander alletz.^wie es n:rin Her. nur begt*» Aber Fräulein, bitte, sehen Sic doch hier?" rief ich ra. meine Tarne," tönte es zurück. „Sie wollten doch rv» Unt'-nxxf kaufen, das da 'nch die Iupons." meinen Einkauf und die empfangene Belehrung konnte w nfl darauf das O^eschäft verlassen. — st leine Lbronikaus stunst und Lis''cnich«ri T s ch u d i ha: die Berufung zum Direktor der boverifchen ' emalbe4*akrie m München angenommen. nicht bestehen, recht te. Anspruch genommen et l9 Tauben tJJ*1 der > ■ i(6t n -iga anir'?!*-- thS^ b "> km Ä »'s SittJJ n;» tec di- cbraiJ “ief* *» £ Jia sei, » ob < wil es gegen fr ZSW ■Äw5iii S3taba*' k ■ JrWtn und niemQl5 als tewS’x11? Ac vecmeun! 5SbaR beSaib 'la die .ttnem zivilisierten etc böH btr Mutige q.-' 'g nfnn em^ ni t H^mZ^ben, ihren! : ien Achtung unb ZeE 1 als Ziel gesetzt, allen t I "ederzeugung vewersen, jungen unb AnseindL ; 4Wt zu gewähren, des :ittebte itaatlichc Ehrengn ; etzl schon bestehenden Stut - s Leben rufen will, did: ! tch-nb, von Mitgliedm: können unb nach bestimm reu Lpruch zu fallen to ich für Ltubierenbe ar" ►ei deutschen Anti-Duell. )em Bericht über die Ae Stenographen in Wehl el(SBerein)einen 2. P' tverfahren, wic^' nan uns schreibt, in (et :i gegenüber den senil. et nnuben. Es dürste in: ’r Wissenschaft und Per ichten über die Sdjäditiii , daß er das rituelle Lchc yciifwn kann Durch V im idflatbten nntiirgcn: das deutbar ßeinfte Sfc iosigkeit möglichst schürt dcher allen moto . PrvM Dr- Otto LMM em W- Ein beachtensw:rk^" >a% N-A qut ausgeblutet n. dem LchäGurfahts wünscht werde"- : itfiof erklärt, baB m lonnenen Ersahru^ tc iber bas A°W'. A ba es bie lch- - Ämter 8»®'; iubrung »Jfe hautewtruudu"^. KLKK'st Dir ftüte D>s [ifcit «**; tilln. /? niOL )ti^*wa5gi^ SSS" M" )0"S SierjU^f. reifte- ^ulschlv^--^ iruinpl", » neboria W1. Mr «i*1 ®Sn rirfW sw»** ngenc (jj I ÄS- hierfür war, daß nach den jahrelangen Erfahrungen, die die beteiligten Jnnungsmeister über das Schächten gemacht haben, sie der Ansicht sind, daß das Fleisch der geschachteten Tiere im Gegensatz zu einem auf andere Art getöteten 5tuet Bieh besser, und vor allem haltbarer ist. Diese Ansicht wird besonders damit begründet, daß bei geschachtetem Vieh alsbaldige Blutentleeruna cintritt, was zur Folge hat, daß dadurch das .Fleisch haltbarer wird. Die Jnnungsmitglieder, die sich in diesem Sinne aussprachen, erklärten weiter, daß bei jeder anderen Art der Tötung, insbesondere bei Schießen und Schlagen, durch den hierdurch verursachten Schreck, das Blut in den Körper des ^Tieres zurückgedrängt wird. Dies habe zier Folge, daß das Blut mehr oder weniger im Fleisch verbleibt und deshalb dieses eher und in größerem Maße dem natürlichen Zersetzungsprozeß ausgesetzt sei. Als selbstverständlich erachtet es die Fleischerinnung, daß das Schächten von Vieh nur von solchen Personen vorgenommen wird, die hierfür geprüft und die erforderliche und notwendige Gewandtheit besitzen, da nur hierin eine Gewähr liegt, eine Tierquälerei zu verhüten. — Auch die Metzgermeister der Stadt Alsfeld äußern sich in dem von der Gießener Innung abge- aebenen Sinne über die Schächtfragc. Hierdurch wird erklärlich, wenn die Schächtungen in Gießen in weit größerem Unifange vorgenommen werden, als dies die Zahl der israelitischen Einwohner unserer Stadt notwendig macht. ES sind also vielfach rein hygienische Gründe, die das Schächten veranlassen, weil das Fleisch von geschächteten Tieren haltbarer und schmackhafter ist. X Mücke, 5. Mai. Wer dein Frachtverkehr unseres Bahnhofs seine Aufmerksamkeit schenkt, dem muß die große Zahl moderner Ackergeräte auffallcn, die von unseren Landwirten bezogen werden, besonders Kultivatoren und neuartige Pflüge. Ermöglichen letztere durch Vorschneider und Sech eine entschieden bessere Bearbeitung des Bodens, besonders eine intensivere Umstürzung der vergrasten Ackerfläche, so finden erstere allgemeinen Beifall zur Bebauung der Felder, die bereits im Herbste gut vorbereitet. --- L o r b a ch , 4. Mai. Die. ersten Vorbereitungen für das am 3., 4. und 5. Juli stattfindende Kriegerfest mit Fahnenweihe sind nun zum Abschluß gekommen, nachdem gestern die neue Vereinsfahne, ein wohlgelungenes Kunstwerk der Mündener Fahnenfabrik bereits 'eingelroffcn ist. Vom Kriegerverein wurde alles getan, was in seinen Kräften stand, um billigen Anforderungen zu genügen. Längst sind die Einladungen an Vereine und Private ins Land gegangen, wurden die Plätze für Karussell, Schießbude und dergleichen vergeben. Tie Beleuchtungsanlage führt das Jnstalla.ionsgeschäft von Tr.hfen-Bü.ingen aus, während die Festwirtschaft dem Besitzer des Hotels „Fürstenhof", H. Jrle-Büdingen, übertragen wurde. So dürsten alle, insbesondere auch musikliebende Fenbesucher auf ihre Rechnung kommen, da Nxihrend der Festtage ein Teil per 25er Artillerie (Großh. .Hess. Artill.-Korps) aus Darmstadt auf dem Festplatze konzertieren wird. -a- Wetzlar, 5. Mai. Für nächste Woche ist die Eröffnung der Kreis-Jungviehweide zu KlosterAlten- b e rg angekündigt. Sie besteht vier Jahre und hat sich aufs beste bewährt. Es ist während dieser Zeit weder ein Krank- hcits- noch ein Unglücksfall bei den Tieren vorgekoinmen. Dagegen waren große Gewichtszunahmen festzustellen, wie auch das Aussehen der Ninder vorzüglich und der Gang flott war. Das tägliche Weidegeld beträgt für die Viehbesitzer des Kreises nur 25 Pfg., da der Nest im gleichen Betrage vorn Kreise übernommen ist. Diese Preisermäßigung ist für die ersten 40 angemekdeten Ninder. Für wertere Tiere haben die Besitzer 50 Pfg. zu entrichten. 4ßerid?t^aaL F.C. Darmstadt, 5. Mai. Nachdem dem Grafen zu Erbach-Erbach in einer am Landgericht der Provinz Starkenburg dahier anhängig gewesenen Prozeßsache das Armcnrecht erteilt worden wgr, was s. Zt. viel Staub aufgewirbelt und in der Zweiten Kammer der Stände eine Redeschlacht zur Folge hatte, der Graf Merenberg am Landgericht Wiesbaden nachträglich in seiner Erbfolge)treitsachc um Erteilung des Armenrechts eingc- kommen war, wurde hier in einer am Oberlandesgericht schwebenden Prvzeßsache wieder einem Grafen, dem Grafen Reinhard AugustzuLeiningen-Westerburg-Alt-Leiningen in Charlottenburg, das A r m e n r e ch t zugebilligt. Der Graf klagt gegen den Inhaber der Standesherrschasten Ilbenstadt im Groß- Herzogtum Haßen und Weperburg-Schadeck in Nassau, den Grafen Friedrich zu Leiningen-Westerburg-Ält-Leiningen, auf Erhöhung seiner Apanage. Er begründet diesen Aiispruch damit, daß im Laufe der Zeit die Revenuen aus den obengenannten Standesherrschasten sich erhöht hätten durch Steigerung der Pacht-Holz- oreise usto., durch Erbschaften u. s. f. Graf Reinhard August i,t ein Sohn des hier verstorbenen k. k. Feldmarschall-Leutnants Ärafen Viktor zu Leiningen-Westerburg, war früher Offizier im k. Garde-Dragoner-Regiment, siedelte dann nach Oesterreich über, erstand das Schloß Meyerling, das er an den Kronprinzen Rudolf -erkaufte, in dem der Kronprinz bekanntlich umkam, kehrte später nach Deutschland zurück, fand Beschäftigung am Statistischen Amt in Berlin, wurde kurze Zeit darauf zum expedierenden Sekretär und Kalkulator ernannt und verheiratete sich mit einer Lehrers- cochter aus dem Dörfchen Bönstadt, Kreis Friedberg, in Hessen. Sein Vertreter ist der bekannte Berliner Anwalt Justizrat Seiko' R. B. Darmstadt, 5. Mai. Ein Opfer der Schundliteratur und der Kinem atographen ist der erst 16 Zahre alte Fabrikarbeiter Karl S t e i g^e r w a l d aus Bürgel- Offenbach geworden, der heute von der Strafkammer wegen Tot- ichlagsversuches zu 4 Jahren Gefängnis verurteilst wurde. Der jugendliche Verbrecher, dem von den Sachverständigen und seinen früheren Lehrern das Zeugnis eines normalen und für seine Taten voll verantwortlichen Men,.en ausgestellt wurde, var anfangs Rtärz in Geldnöten und um sich solches zu vcr- chafsen, entschloß er sich nach zweitägiger Ueberlegung, den gleick)- , liiert gen, ihm befreundeten Fabrikarbeiter Nachmann zu töten. £r überfiel ihn auf dem Heimweg nach Bürgel und stach ihm ein Taschenmesser tief in den Nacken. Der in )einem Aeußeren sehr wnnloä dreinschauende Mensch besaß noch die Roheit, an dem Äriff, des im Nacken steckenden Messers den Verletzten über die Straße nach einem Graben hin zu zerren und schlug dann dem iebersallenen mit einem großen Scherben so lange auf die Stirn, ns er bewußtlos liegen blieb; dann raubte er ihm das Porte- nonnaie mit dem darin befindlichen Wochenlohn von 10,64 Mk. Ter Angeklagte gab bei seiner heutigen Vernehmung an, daß er -n einem Kinernaiographen Bilder gesehen habe, wobei auch ein Mann durch einen Stich in die Brust getötet worden sei, auch babe er in mehreren Büchern Räubergeschichten gelesen, wo einer cberfallen und erstochen wurde; in einem anderen Roman sei sin Räuber in einem Behälter mit eisernen Stacheln gefoltert worden u. s. f. Ihm sei der Gedanke durch den Kopf gegangen, ab er es nicht ebenso machen könne, und er habe auch einem Arbeits- chllegen mehrmals davon gesprochen, daß er seinen Freund über- - stillen und tüten würde, um sich Geld zu verschaffen. Der Vater dis Angeklagten gab bei seiner Vernehmung an, daß sein Sohn s ch stets gut geführt und nie schlechte Gedanken verraten habe. Mich der Pfarrer, der ihn konfirmiert hatte, gab an, daß er durch tc;e rohe Tat höchst überrascht worden sei und sie dem Angeklagten mie zugetraut hätte. Er könne nur durch schlechte äußere Einflüsse borzu verführt worden sein. Der Staatsanwalt hatte in Anbetracht der großen Jugendlichkeit des Angeklagten 3 Jahre Gefängnis beantragt. Das Gericht erkannte jedoch im Hinblick auf die Roheit der Tat, wie oben angegeben. Berlin, 4. Mai. Die Strafkammer verurteilte heute den Rechlsanwalt a. D. Dr. Magnus Haase wegen Vergehen gegen 8 175 R.Str.G.B. zu drei Monaten Gefängnis, wovon ein Monat als durch die Untersuchung verbüßt erachtet wurde. Gleichzeitig wurde ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Sein Partner, der 18jährige Steinsetzgehilse Franz Schmidt, wurde wegen des° selben Vergehens und wegen eines mit einem kleinen Knaben begangenen Sittlichkeilsverbrechens zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Ihm wurden 3 Monate Untersuchung angerechnet. Fulda, 5. Mai. Der Reserve-Offizier Dr. jur. Bernhard Rieger aus Berlin-Steglitz, der auf der Reise von Darmstadt nach Schlitz int Fuldaer Bahnhof verlangte, den Zug so lange anzuhalten, bis er sein vergessenes Gepäck aus dem Wagen geholt habe, und als diesem Verlangen nicht stattgegeben werden konnte, den Oberbahnassistenten Werner in grober Weise beleidigte, wurde vom Schöffengericht wegen Beleidigung eines Beamten im Dienst zu 500 Mark Geldstrafe oder 25 Tagen Gefängnis verurteilt. AI e m e l, 4. Mai. Vor der Strafkammer standen 18 Personen, meist Holzarbeiter, unter der Beschuldigung, am 10. September in Schmelz in einer von nationalliberaler Seite einberufenen Wahlversammlung ruhestörenden Lärm verursacht zu haben und gegen die überwachenden Beamten tätlich oorgegaiigen zu sein. Es waren 65 Zeugen geladen. Lim späten Abend wurde das Urteil verkündet, nach dem 7 Angeklagte wegen Hausfriedensbruch bezw. Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beleidigung zu Gefängnisstrafen von 2'Wochen bis 3 Monaten verurteilt rourben; bie übrigen 11 Angeklagten wurden frei- gesprochen. vermischtes. * Eine rührende Episode, bi? sich vor wenigen Tagen zutrug, wikd uns aus dem 'Haag mitgeteilt. Königin Wilhelmine hat eine Kammerfrau namens Jeanne Verhaern, die ihr schon seit zehn Jahren dient und die ihrer Niederkunft entgegensah. Trotz ihres Zustandes ließ es sich die Königin nicht nehmen, ihrer Dienerin in ihrer schweren Stunde beizustehen und ihr so weit wie möglich Hilfe zu leisten. Als der junge Erdenbürger schon das Licht der Welt erblickt hafte, blieb die Königin an dem Wochenbette den ganzen Tag über sitzen. Dte Kammerfrau war über diese Gnade ihrer Herrin gerührt und küßte ihr dankbar die Hände. Königin Wilhelmine wehrte sie aber sanft ab und sagte zu ihr, daß dies wohl die schwerste Stunde im Leben einer Frau sei und daß aus diesem Grunde allein jede Frau die Pflicht habe, ihrer Mitschivester beizustehen. Diese Teilnahme sei, das fühle sie deutlich, das Beste, was man tun tonne. Als ihr darauf die Frau erwiderte, daß sie für ihre Güte dadurch belohnt werde, daß ein ganzes Volk, vielleicht sogar eine ganze Welt, in dieser Stunde an sie denke und an dem Besinoen der Königin Teilnahme zeige, erwiderte ihr die Königin: „Glauben Sie mir, das Glück, das ich über die Liebesbezeigungen meines Volkes und der ganzen Welt empfinde, ist rlesengroß und wiegt mir schon von vornherein die Schmerzen auf, die mir noch bevorstehen. Gebe Gott, dasz ich die Stunde glücklich überstehe und die Hoffnungen des Volkes erfülle. Ich fühle aber klar, daß so Diel Liebe und Treue nicht unbelohnt bleiben kann, und daß alles glücklich von statten gehen wiro. Ob es ein Knabe oder ein Mädchen ist, ist ja für das Bestehen des Oranierhauses gleichgültig. Mein Wunsch geht natürlich, wie jeder Frau (?), in erster Linie nach einem Mädchen." Die Königin soll bei diesen Worten sehr gerührt gewesen sein. Zum Schluß bemerkte sie noch: „Ich habe solange auf das Mutlergluck gewartet, oaß im wow wie jetten eine Frau die Sehnsucht des Weibes begreife..." * Der sprechende Vogel. Amsterdam hat, so lesen wir in der Deutschen Wochenzeitung für die Niederlande, von seiner früher großen Kirmes noch einen herzlich unbedeutenden Jahrmarkt übrig behalten. Auf verschiedenen Plätzen werden Buden errichtet, in denen man die unentbehrlichen „Posfertjes" genießt, ein Holzpferd besteigt usw. Heber einer winzigen Bude prangt die Aufschrift: „Der sprechende Vogel, ein Unikum!" Der Besitzer, ein Rheinländer, lockt mit unglaublichem Stimmaufwand zahlreiche Besucher an, die itfre 5 Cents gerne opfern, in der Meinung, einen außergewöhnlichen Papagei, eine Elster ober einen Raben vorzufinden. Sehr erstaunt sind sie beim Anblick eines kleinen Vogelbauers, der einen Kanarienvogel beherbergt. Der Rlwiniänder, ein ungemein pfiffiger Junge, weif; bie Enttäuschen durch einen riesigen Wortschwall, halb rheinisch Platt, halb Holländisch, bald aufzuheitern unb schließlich fragt er ben still bajitzenben Vogel: „Na, feg mol, wat willst be lieber Han, 'ne Zigarr ober ’ne Piep?" — „Piep!" sagt ber Piepmatz, umer homerischem Gelächter des Pudlilums, unb triumphierend olickt der rheinische Vogel-Sprachlehrer umher. Er hat die Bude immer voll, denn die Hereingefallenen sorgen stets für neue Opfer. Kleine Tagcschronik. Bei Berlin wurde vorgestern der Sohn des Billardmeisters Kerkau, der am einem Motorrad fuhr, von einem Kraftwagen überrannt. Ter Kopf wurde ihm zermalmt. Ter Tod trat sofort ein. In Reggio diEalabria, wurde die Bevölkerung durch ein starkes, sloßiormiges Erdbeben, dem bald darauf ein zweites folgte, in große Beunruhigung versetzt. Aus Tengye m der chinesischen Provinz Puennan verlautet, daß die deutschen Reisenden Dr. B r u n h u b e r und Schmitz von Eingeboreneu ermordet worden seien. Literarisches. — Aus stillen Pfaden. Gedichte ernsten und heiteren Inhalts von Karl R ö m h e l d. Nidda. Selbstverlag. Die hübsche Gedichtsammlung des Niddaer Oberamtsrichters, die stellenweise von einem herzerquickenden Humor sprudelt, wird sicher recht viel Freunde ftnden, beim das liebenswürdige, sonnige Gemüt eines echten Menschen klingt oaraus in lauteren Goldtönen wieder. Und darin liegt ihr Wert, daß sie unbeeinflußt von der Rtode des Tages und einer .modernen £iteraturftrömimg" rem aus dem Herzen gewachsen sind und zum Teil sogar Gelegenheitsgedichte un Sinne Goethes sind. Ganz samos sind die „Beruisdeoisen", die in launigen Versen die verschiedenen Beru'e behandeln und von einem köstlichen Humor sind. Aber auch die ernsten Gedichte bereiten dem, der zu lesen versteht, einen reinen Genuß, soiern er sich noch Empfänglichkeit für natürliches und ungekünsteltes Empfinde,: bewahrt hat. — „Goethe-Lieder" bringt das soeben im Verlage von Ullstein n. Co., Berlin SW. 68, erschienene neueste Heft der populären Atusik-.Zeitschrift ^Alusik für Sille". Das Heft wird eingeleitet durch Vertonungen von Zeitgenossen, die Goethe selbst als die zureichendsten ersah. Es enthält Zelter, „König von Thiile"; Friedrich Reichardt, „Ter Erlkönig"; Zumsteeg, „Blümchen Wunderschön" ; Ehlers, „Des Schäfers Klage". Tas „Heideröslem" ist in zwei Vertonungen, von Kienlen und von Schubert, wieder- gegeben. Ten Abschluß des ersten Teiles bildet Beethovens „Aiignon". Tie zweite Abteilung eröffnet Schuberts „Geheimes", dein sich „Snleika" von Schumann, „Im Sommer" von Robert Franz und Karl LoeweS „Mädchenwünjche" anschließt. Zu moderner Zeit ührt Eduard Lassen mit „9la()c des Geliebten" und Tschaikowskys „N«r iver die Sehnsucht kennt '. In die modernste Zeit fi-ljrt endlich Alfred Reiseuauer mit „Wer sich ber Einsamkeit ergib!". Handel. Budapest, 4. Mai. Der S a a t e n st a n d b e r i ch t vom 1. Mai hebt hervor: Die Weizensaat ist zumeist in der Entwicklung zurückgeblieben, schütter und fleckig. Bedeutende Flächen wurden umgeackert und mit Sommersaat ergänzt. Roggen steht bester. Wintergerste schivach. Die Frühjahrsgerste steht halb befriedigend. Hafersaat befriedigt. Tie Ataispflanze und die Zuckerrübe wurde unter günstigen Auspizien angebaut. Märkte. § Ruppertenrod, 5.Ala,. Auf unserem heutigen Früh, j ach r s m a r k t wehte ein Mailüfteri, das entschieden besser zu unserem Herbstmarkte gepaßt hätte. Donnerten sonst gar oft auf diesen: Markte die ersten Maigewitter, so läßt man heute das Feuer kaum in den Cefett ansgehen. Trotz diesem winterlichen Lenz- gebahrcn zeigte der Vi^hmarkt eine recht starke Anfahrt mit Jung schweinen, die amtliche Liste zählte 711 Stück. Ter Handel ging flott bei sehr hohen Prüfen. Die Ferkel geringster Sorte kosteten 50—55 Mk., mittlerer Sorte 60- 65 Mk., bester Sorte 70 bis 80 Aik. Diese hohen Jerkelpreise flehen in feinem Verhältnis zu den Preisen für die fetten Schweine, bei denen man das Pfund Lebendgewicht mit 46—48 Pfg. bezahlt. Bis zum Mittag mar der Markt vollständig geräumt. Ter Krämermarkt war zwar gut bi> setzt, zeigt aber nicht mehr die frühere Ansdehnmig, die et halte, als noch die Konfirmation auf Pfingsten ftaltfanb und bet Marli ein „ftonfirmanbenmarft" war. i ko. Wiesbaben, 6. Mai. V i e h m a r k t. Zmn Verkauf standen: 36 Ochsen, 68 Kühe, 499 Schweine, 845 Kälber (darunter 458 9)iaftfälber, 387 Landkalber), 182 Hümmel und Schafe. Bezahlt rourbe für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 73,00-75,00 Mk., 2. Qual. 70,00—72,00 Mk., Kühe 1. Qualität 63,00-65,00 Mk., 2. Qual. 00,00-00,00 Mk. Bezahlt wurde für 1 Kilogr. Schlachtgewicht: Schweine, vollfleischige, 1,30—1,32 Mk., Sauen 0,00-0,00 Mk., Eber 0,00-0,00 Mk.- Kälber: Mastkälber 1,88—1,98 M., Landkälber 1.52 —1.62 Mk.; Hammel und Schafe 1,52 bis 1,58 Mk. — Rinder notierten: 00-00 Mk., Ferkel das Stück: 00 — 00 Mk. Geschäft: Hornvieh und Kleinvieh langsam, lleberftanb unbedeutend. — Ain Markt standen 35 Stück Großvieh von der Lahngegend, ebendaher 63 Kälber, 57 Kälber aiis dent Kreis Gießen, 130 Schweine von ber Lahngegend und von Idstein; bas übrige Groß- und Kleinvieh war aus Norddeutschlaiid. Limburg a. b. Lahn, 5. Mai. Fruchtmarkt. Durch schnittspreis pro Aialter. Roter Weizeii (nassauischer) 19,65 Mk., weißer Weizen (angebaute Freinbsorten) 00,00 Aik., Korti 13,50 All., Gerste: Juttergerste 10,00 Mk., Braugerste 0,00—00 Mk., Hafer 8.70—0.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 7,50-0,00 Mk. Airchttche Nachrichten. . Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag ben 8. Al a i 1909: Vorabend 7.30 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Schrifterttärung. Sabbatausgang 8.50 Uhr. Jzraeiitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. ©abbatfeier am 8. Mai 1909: Freitag abend 7.35 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachniittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 8.50 Uhr. Wochengottesdienst: Morgeiis 6.00 Uhr. Abends 8.50 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Mai 1909 Barometer auf 0° reduziert 6 5 £ " Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit A j l s ! r > Windstärke Wetter 5. 2“ 752,6 17,8 4,9 32 E 6 Sonnenschein o. 9’5 752,7 13,1 4,7 42 2 4 Klarer Himmel 6. 754,8 9,0 4,2 49 E 6 Sonnenschein Hoch Riedr e Tem igste peratur am L bis L , 5. Ma 5. „ = 4 = 4 18,5 0 0. - 6,4°0. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 6. Mai. 1.15 Uhr. 31/,0/o Reichsanleihe. . . 96.20 3°/o do. . . . 86.70 3*/,% Konsole .... 96.20 3% do.....86.70 3,/,°/0 Hessen ..... 95.10 31/,0!0 Oberhessen ... — •— 4°/0 Oesterr. Goldrente . . 100 30 4'/60/o Oesterr. Silbenente. 100.40 4°/0 Ungar. Goldrente . . 95.85 4° 0 Italien. Rente . . . —.— 3°/0 Portugiesen Serie I . 60.20 8°/o Portugiesen „ III . —.— 4,/j°/j russ. Staatsanl. 1905 98.50 4'/r°/<> japan. Staatsanleihe 95.60 4°/0 Conv.Türken von 1903 93.40 Türkenlose . ... 146.50 4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 51.2 4°l0 äussere Argentinier . 89.30 3% Mexikaner .... 66.05 4‘/3°/o Chinesen .... 99.45 Aktien* Bochum Guss ..... 225.75 Buderus E. W. ... . 113.60 Tendenz: ruhig und behauptet Berliner Börse, Canada E. B.....178.70 Darmstädter Bank . . . 132.80 Deutsche Bank . . . 243.90 Dortmunder-Union 0. . . 62.70 Dresdner Bank .... 152.50 Tendenz: unentschieden. Elektriz. Lahmeyer . . , 120.00 Elektriz. Schlickert . . . 126.30 Eschweiler Bergwerk . . 191.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 187.20 Hamburg - Amerik. Paketf 119.10 Harpener Bergwerk. . , 195.75 Laurahütte ...... 193.80 Nordd Lloyd.....91.70 Oberschles. Eisen-Industrie 96.00 Berliner Handelsges. . . 174.30 Darmstädter Bank . • , 133.00 Deutsche Bank .... 243.40 Deutsch - Asiat. Bank , . 149.50 Diskonto-Kommaudit , . 189.80 Dresdner Bank .... 152.25 Kreditaktien . . , . 203.00 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .... 118.80 Gotthardbahn .... — Lombard. Eisenbahn. . . 18.60 Oesterr. Staatsbahn . . . 153.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 129.00 6. Mai. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . . 195.20 Laurahütte.....194.GO Lombarden E. B. . . . . 18.60 Nordd. Lloyd ..... 91.90 Türkenlose ...... 146.00 Angelegentlichst empfohlen von G. Schöck, Giessen, Ludwigstrasse. M 3 Pf^l mit dem mflUUl Kreuzstern ist das Beste, daher Billigste Seit 20 Jahren bewährt. M olfßr, TüSCiien, 1C a,,e.Koisewio”!smen iu gediegenster Aus- ’ 1UÜUÜUI1’ fuhrung, beste selbstgefertigte Ware. en- ' babn*Uflt towte Dir i>Qbueuen der thcbtrtalbabn. in zum fleite von D«r LU Picnnig "W1 tn bei VeichOiioltrUe des tviehener Lnzeigera vorrätig kann auch durch 1 die tlueträaei bezogen werden Wilh. Herbert Inh.: Carl Herbert Tel. 741. Marktplatz 2. la'/. Verlangen Sie Broeehüre Stiefel 116596.179971 196721. Irisch gestochenen Stangen - Spargel Pfund 78 Pfg. griiditn yinmrnlnil Stück 60 Big. Selbe Bananen Dutzend SIL 1.—. Lxtrafeiue sasirctchc „Ehre und Tucll" mit nachfolgender freier Besprechung. 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