Erstes Blatt Samstag 7. August 1909 bi» conrtSTub“ «o'at><»"dnick und Verlag d«r vrilhl'schen UniojBwf). an» Steiniruderti R. fangt. monatlich 7bPf., Dtertd- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost AU. 2.— viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal ISPst, auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; s. beuifle- ton und , Vermischte- Zr. Neurath; für , Stadt u.2anö" und.Gerichts- 159. Jahrgang »edaNisn. trpeöitien und »rnicrei: Lchulftratze 7. Nr. 183 Ter rietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: niermal wöchentlich SiehenerLamlllendlStterj »menaal wochentl.Xreir» blatt für den Ureis riehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatL Land» wirtschaftliche Settsragen Fenisor^ - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. politische Wochenschau. Gießen, den 7. 9tugufL Die Aarenbesuche in Frankreich und England haben sich programmäßig abgewickelt: Paraden, Empfänge, Trinksprüche. Man hört den Zaren geradezu, sieht ihn: „Es -vor sehr sck>ön, es hat mich sehr gefreut." Aus den Tttnk- sprüchen klingt dann allerdings auch noch etwas anderes mtgegen: Tie Freundschaft des Zaren mit Frankreich und Lnaland soll beileibe keinerlei Spitze gegen irgend jemand bedeuten — pemeint ist natürlich Deutschland. Dieser Ton ist nicht neu tn der neuen politischen Konzertnrusik Europas, iber der Vortrag macht den Meister, und nad) den wsnischen Ereignissen erzeugt dieser Ton ganz besondere rmpfindungen. Von der Zarenbeaeisterung vergangener Lage ist dieses Mal weder in Cherbourg noch in England ^twas zu spüren gewesen. Der Zarenbesuch spielte sich natürlich unter Ausschluß der Oefsentlichkeit ab; das '-rächte die Begegnung der Staatsoberhäupter auf dem -Äasser schon gewissermaßen mit sich. Aber das Publikum, Las sonst so schaulustige, nahm weder in Frankreich noch in Kmgland besonders Notiz von dem russischen Besuch; ein »cnderer Teil des Publikums machte kein Hehl daraus, daß sthm dieser Zarenbesuch nichts weniger als sympathisch sei. fanden wiederholt Protestversammlungen gegen den >crrenbesuch sowohl in Frankreich als auch in England statt liegen den „russischen Henker". Man weiß dabei ganz genau, Sau der Beherrscher aller Reußen im Grunde genommen ,:lbst ohnmächtig ist gegenüber dem Treiben seiner Beamten. Ls hat etwas Rührend-Hilfloses, daß der Zar, dem die i.itnerffe Stimmung seiner Gastgeber wohl nicht ganz ver- ■ borgen geblieben ist, setzt von England aus so und soviel i arme Schächer begnadigt hat. Aber es ist nichtsdestoweniger j ^zeichnend, daß der Telegraph am selben Tage von neuen I " .assenhinrichtungen aus dem Zarenreiche zu melden weiß. I »ün, uns gehen ja die inneroplitischen Verhältnisse des ■ . crrenreiches nichts an, aber, wenn man ehrlich sein will, I nruß man doch zugeben, daß der Zar, dieser Unfreieste Aller, | micht gut für alles verantwortlich gemacht werden kann, I rrao in seinem Namen geschieht. Diese weiche, lyrische Natur |j i ■ nicht dazu geschasfen, mit der unendlichen Mißwirtschaft |i im Russenrerche auszuräumen. Das ist selbst stärkeren Na- 1 kuren nicht geglückt. Man erfährt gelegentlich — wie jetzt ■ ourd) die Untersuchungen deS 'Senators Garin —, von solchen | Mißständen, von Unterschlagungen und Bestechungen, aber B man weiß auch, daß alles beim Alten bleiben wird. Man I rneiß, daß auch fernerhin im heiligen Rußland gestohlen, I zuraubt, gemordet und gehenkt werden wird, im Namen hei Zaren, und daß die wahren Schuldigen niemals bc- I ^aft werden. So war es im Russenreiche von jeher Sitte, ob die Verachtung Europas wird an diesen Sitten nicht u ücrs Mindeste ändern. Auch die frühere Russenbegeisterung in Frankreich und i -.Zland tvar nur ein vorübergehender Rausch. Echte । liussenbeaeisterung kann man and) jetzt immer noch bei jd!§ im Deutschen Reiche, in gewissen Kreisen, finden. Ein i ;ioanlenloses Mißverstehen der Bisrnarckschen Politik hat zuwege gebracht, daß manche in Rußland — trotz allem — immer noch das festeste Bollwerk gegen — sagen wir — tan Untergang Europas sehen. Neuerdings kommen nun wieder einmal Klagen über russische Grenz üb er griffe. Es ist nichts neues, hrß russische Grenztosaken die deutsche Reichsgrenze beun- ruchiaen und dort friedliche deutsche Staatsbürger aus ° töntfdjcm Loden niederknallen, wenn sie sich einmal der russischen Grenze allzusehr nähern. Von einem energischen Getreten der deutschen Regierung hiergegen hat man aber tt-ch nie etwas gehört. Neuerdings hat die russische Sol- drtesia sich sogar an einem deutschen Beamten auf deut- jLem Boden vergangen, und von Berlin aus ist man dieses Ml ausnahmsweise sogar so weit gegangen, die Angelegenheit dem Haager Schiedsgericht unterbreiten zu wollen. Aber davon will Rußland nichts wissen, und so wird man sich denn wahrscheinlich auf deutscher Seite wieder mit einer lahmen Entschuldigung Rußlands über diesen neuesten Ueber^risf unwissender russischer Soldaten begnügen. Man will die Russen nur ja nicht reizen. Das wäre fürchterlich, gar nicht auszudenken in feinen Folgen. Aber zur selben Zeit scheut sich die russische Presse nicht, gegen Deutschland zu hetzen und Deutschland sogar für die Vorgänge in Kreta verantwortlich zu machen. Man denke: Deutschland soll die Kreter zu ihrem Widerstand gegen die Türlei aufgestack)elt und die Griechen in ihren Annexionsgelüsten unterstützt haben. Wurde jemals schamloser gelogen und verleumdet, als es mit solchen Behaupttmgen das führende russische Blatt, die „Nowoje Wremja" tut? Kreta ist übrigens nach wie vor ein sehr ernstes Kapitel, und es kann sehr leicht heute oder morgen doch zum Ausbruche von Feindseligkeiten zwischen der Türkei und Griechenland kommen. Die ein wenig unklare Haltung Griechenlands macht die Türken schon ungeduldig. Erwartet Griechenland wirklich, daß ihm von irgendeiner Seite Hilfe kommen werde? Das wäre eine sehr gefährliche Hoffnungsfreude, weil die Enttäuschung und Ernüchterung die sichere Folge wären. In Spanien scheinen sich derweilen die Verhältnisse wirklich gebessert zu haben. Wenigstens wird die Üage im Innern in den letzten Berichten als ruhig bezeichnet. An schweren blutigen Opfern hat es bei der bisherigen revolutionären Bewegung nun allerdings nicht gefehlt. Nack) den letzten großen Kämpfen in Marokko ist es and) dort still geworden. E. A. Krieg wegen Kreta? Trotzdem die griechische Regierung sich offiziell befleißigt, mit der Türkei freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten, scheint es nun doch zwischen beiden Ländern Kretas wegen zu Feindseligkeiten kommen zu wollen. Offenbar glaubt man auf der Pforte nicht den Versicherungen des Ministerpräsidenten Rallis, man ist im Gegenteil der Ansicht, daß die Bewohner der Insel Kreta insgeheim von Athen aus in ihren Bestrebungen unterstützt werden. Die Kreter haben wenig Sympathien für die Türkei und streben seit Jahren die Angliederung ihrer Insel an Griechenland mit allen Mitteln an. Unter Md ul Hamid hat die türkische Regierung den Kretern zugestanden, daß griechische Offiziere und griechische Beamte unter einem griechischen Oberkommissar aus der Insel tätig sind. Die Jungtürken aber benutzen jetzt, wo nach Abzug der Truppen der Schutzmächte unberechtigterweise auf der Insel die griechische Flagge gehißt wurde, um die mit Zustimmung der Schutzmächte dort befindlichen griechisd;en Offiziere entfernen zu lassen. Vorläufig hat man zwar in Konstantinopel in dieser Hinsicht noch keinen endgülttgen Beschluß gefaßt, weil man es zunächst den Schutzmächten überlassen will, den Statusguo auf Kreta wiederherzustellen, aber es ist kaum anzunehmen, daß es den beteiligten Mächten gelingen wird, die Kreter zur Nachgiebigkeit zu bewegen. Insbesondere dürften sie sich nicht damit einverstanden erklären, daß die griechischen Offiziere aus der Miliz zurückberufen werden. In Konstantinopel läßt sich die Regierung von den jungtürkischen Offizieren, die den Griechen gar zu gern einen Denkzettel geben möchten, fortreißen. Das jungtürkische Komitee hat auch als Programmpunkte für ein demnächst abzuhaltendes Meeting folgende Forderungen festgesetzt: Tas Kabinett muß bei den Schutzmächten auf Entfernung aller griechischen Offiziere und Beamten von Kreta bestehen, die türkischen Brielmarken wieder einführen, die türkische Flagge hissen und die Insel durch 60 Bataillone besetzen lassen. Falls das Kabinett nicht imstande sei' diese Forderungen durchzusetzen, möge es ab danken. Das Komitee werde dann mit Unterstützung der Armee handeln. Man sieht, daß das jungtürtische Komitee in der Ktetaftage eine extrem na- tionalisttsche Politik vertritt, in der es wahrscheinlich einen sehr großen Teil der Bevölkerung des ottomanischen Reiches auf seiner Seite hat. Für die Türkei ist eben Kreta nur ein, Vorwand, denn sie weiß recht gut, daß die Insel niemals lürkisck) werden wird. Die Junglürkcn machen die ®ried)en für die Banden, für die verkleideten Offiziere, für das Verbreiten panhellenischer Schriften, kurzum für die ganze im osmanischen Reiche betriebene Propaganda verantwortlich und verlangen deshalb sofortige Einstellung jeder weiteren Agitation und die Rückberufung aller daran beteiligten Personen. Können sie das nicht durchsetzen, dann werden sie eben mit dem Einmarsch türkischer Truvpen antworten. Viel zu erobern gibt es für sie allerdings nicht, denn Gricck)enland annektieren können sie nicht und eine Kriegsentschädigung ist von dem armen Staat gleichfalls nicht erwarten. Es handelt sich für sie lediglich um eine innere Frage des osmanischen Reichs, die jetzt erledigt werden soll, wo Kreta einen Zankapfel bildet. Man darf gespannt jein, wie die Kabinette die günstige Lösung, die die Herren Pichon und Iswolsky anläßlich der Begegnungen von Cher- bourg und Cowes zuversichtlich in Aussicht gestellt, herbei- sühren werden. Besteht zwischen ihnen tatsächlich Uebereüu- stimmung über das Ziel, das sie jetzt erretd)en wollen, wie über die Mittel, mit denen sie seine Erreichung sichern würden, und ist es ihnen ernst damit, unter keiner Bedingung einen neuen Brand im Orient entflammen zu lassen, so wich sick) die Pforte schließlich doch noch besinnen, bevor sie sich lediglich für die Wahrung eines formellen Besitztitels ohne reale Bedeutung in einen Krieg stürzt, dessen Beginn sie wohl bestimmen kann, dessen Ausdehnung und Ausgang sie aber in keiner Weise sicher in der Hand hat. Darum darf man immer noch hoffen, daß schließlich auch in Konstantinopel kühle Vernunft und Besonnenheit die Oberhand behalten werden. * Wien, 6. Aug. diach Meldungen aus Canea hat vorgestern abend der rretische Minister des Auswärtigen, Veni- selos, seine Demission gegeben, weil die Behörden vormittags auf den öffentlichen Gebäuden die griechische Flagge aufpflanzen ließen, obwohl die Flagge nur a^tf der Festung täglich, auf den öfsentlichen Gebäuden lediglich an den an» ernannten Festtagen gehißt werden darf. Heute vormittag wurde die Flagge auf den öffentlichen Gebäuden eingezogen und den Drängen seiner Amtstollegen nachgebend zog der Minister dann seine Demission zurück. politische Lagesschau. Spanien. Hinter der scheinbar in die katalonische Hauptstadt zurückgekehrten Ruhe verbirgt sich eine tiefgehende Aufregung der Gemüter. Bon dem Spruche des Kriegsgerichts hänge das weitere Verhalten der Revolutionäre ab, so meint der Korrespondent des Mattn. Würden, wie zu erwarten sei, Todesurteile verhängt und ausgeführt, so sei ein Wiederausbruch der Revolution zu erwarten, der schlimmer fein würde, als der erste. Nun meldet „Daily Expreß" aus Barcelona, daß feit Montag 160 Gefangene auf der Festung Montjuich hingerichtet worden sind, darunter auch Frauen. Die Letzteren verfuhren während der Revolution fast noch schlimmer als die Männer. Die Frauen, darunter kaum dem Kindesalter entwachsene junge Mädchen, verübten furchtbare Brutalitäten. Im Gefängnis von Montjuich befinden sich noch 1300 Gefangene, die gleichfalls ihrer Hinrichtung entgegensehen. Nach der „Daily Mail" sind die Kabylen vor Melilla geneigt, Frieden zu schließen, aber die Stämme im Hinterlande sind entschlossen, den Kamps fortzusetzen. Deutsches Reich. Der Kaiser. Wie beftimmt verlautet, wird der deutsche Kaiser zum Besuch beim Grafen Bentinck am Montag nach Holland kommen und am Dienstag wieder ab reifen. Die Gendarmerie in Desteeg bei Middachten ist beträchtlich verstärkt worden. Der neue Boman unserer Zamilienblätter. In der heutigen Nummer der Gießener Familien- 5::ättcr beginnen mir mit dem Abdruck von Wilhelm Holz» met-jt erstem großem Roman: Peter Nockler, der unteren Syrern jedenfalls ebensoviel edle Freude bereiten wird, wie desselben Dichters mit so diel Beifall aufgenommener Roman: Der sme Lukas. Peter diockler, die Geschichte eines Schneiders, hat den Dichter ! räch und plötzlich zu einem der bedeutendsten Dichter der Heimat- > !nft gemacht. Tie sogenannten „kleinen Leute" gelingen ihm bk besten, Leute, die bart und ehrlich mit dem Schicksal ringen bto immer im Kampf sind. Rühmlose, stille Helden, die un- jwrrt ihren Weg gehen und sich an den Blumen freuen, die in säumen und sie für andere, weniger bescheidene Menschen Nutzen lassen. Menschen, mit denen das Leid Arm in Arm geht, Rtmfcfen, die ent durch ihr Leid Bollmenschen werden. Dem irrten Peter Nockler, dem lveichmütigen Schneidergesellen wider- I 'iBrt schier unerträgliches Leid. Er ist „ein guter Kerl", „denn in Schneider ist immer ein guter Kerl. Einer, ber’ö nicht ge- «en wäre, ist mir noch nicht begegnet". f)2acb ferner Lehrzeit kommt er von seinem kleinen, heimeligen 2crf in die große fremde Stadt, wo er fast vergeht vor Heirn- ueä. „Es saß ihm so ein Druck in der Brust, in der Herzgegend vsts unten. Es war so etivas, das herauf wollte und immer nur ir eine Gelegenheit paßte: herauf schluchzen, müde und traurig naben. Und ein .paarmal packte es den guten Peter, und die xnb sank ihm aufs Knie, und die Nadel ruhte." Ta findet der Peter ein schönes junges Mädchen und er iüt sie rein und stark. Sie besuchen die Eltern des Mädchens eiben im Odenwald, wo gerade „Kerb" ist, und während der 3eer mit dem Schwiegervater beim Dein sitzt, ist das Mädchen tn einem früheren Schrtz. Und wie der Peter nach ihr sucht, « laust fie aus per ^fiuer an ihm oorbei zum Tanz. „Er war keiner Wut mehr mächtig. Zerbrochen war ihm alles. Alles zerschlagen. Alles verloren, alles hin!" Ta fitzt er beim wieder, einsamer, trauriger als zuvor in seinem Schneiderstübchen und schafft und schafft und ringt mit seinen Gedanken. Und eines Abends kommt „die Clise" mit dem Kind unter dem Herzen zurück nach Mainz, zu dem armen Peter in sein Tachstübchen. Ohne Haß, ohne Aerger, nur voller Bedauern, voll tiefen Mitleids sah er sie an, wie ihre Augen immer größer starrten. Ganz mechanisch zog er den grünen Schirm der Lampe tiefer. „Setz dich, Elife!" 2a schrie sie auf, warf sich auf den Stuhl und weinte. Und weinte und weinte —. Und er nimmt fie auf, trotz edlem, und mit rhr die fremde Schuld, denn er kann das arme Ting nicht so leiden sehen, und „ein Schneider ist immer ein guter Kerl!" Er weiß alles wieder zusammen zu stückäln. „Er weiß, alles was auSeinaitber ist, ist auch wieder zusammenzubringen." So heiratet er denn die Elise, denn er versteht alles und verzeiht alles. „Ich will Euch was sage, mer fein hall all Mensche!" Peter zieht mit seinem Weibe wieder in fein liebes, stilles Torf und wird Meister. Das Kind kommt zur Welt — ein starker, strammer Bub und der Peter hat Freude an ihm. Und nicht gar lang darnach, da hat er mit der Elise ein eigen Kind — und das ist ein fteineg schwaches Wesen und stirbt bald. Auch sein Weib siecht langsam dahin, die selbstlose Güte ihres Mannes bricht ihr das Herz. Das ist das große Weh, das Holzamer so gern schildert, und doch ist es hier noch nicht bedrückend, das Weh und das Leid. Tas macht, es sind leibhaftige Mem'chen, die da leiden und ringen und fie find stark in ihrer Schwäche, und wollen etwas und haben einen Mut und eine Lrast. Tas ewig menschliche, gelautert und verklärt, tritt uns hier schön und rein entgegen wch überhaupt in seinen Dorfgeschichten, I und gibt ihm feinen nachhaltigen Wett. Hier liegt feine Stätte, | feine eigentliche Kraft. Hier ist er innig und tief — nicht fo großzügig wie in feinen späteren Frauenromanen, nicht so weitblickend, aber and) straffer, harmonischer und reicher. Einfache, schlichte Mem'chen hat er da geschildert, und ein- fad)e, schlichte Schicksals sind es; er liebte die Kraftmenschen nicht, er gab keine Helden der Tat — nur Helden des Leides, der Entsagung. Holzamer war kein genialer Erfinder. Er nahm, was der Tag ihm bot und jo kam er zu seiner Heimatkunst, mußte er dazu kommen. Tas warmblütige, senttmental-fteudige Völk- djen Rheinhessens hat in ihm seinen liebevollen Dichter gefunden. Allerdings, er schloß sich nicht ängstlich in den weiß und roten Pfählen ab, er schrieb in erster Linie zu seinem Gefallen und aus seiner gelebten und erlebten Erfahrung heraus. Darum sind seine Menschen auch wirkliche Menschen mit allen menschlichen Eigenschaften. Stark und fest stehen sie in ihrem Kreise und wehren sich tüchtig und blicken fest auf ihr Ziel, das fie unbedingt tu erreichen suchen. Sie wollen ganz sich selbst werden, und sie werdens auch, selbst wenn fie dabei sinken und untergeben. Sie bleiben sich treu und fragen nichts nach Hchn und Geläc^er, nicht nach Freunden und Feinden, rote schwer auch ihr Leben! sein mag. Und es ist schwer. Ter Dickster macht es ihnen fast ;u schwer... Er sucht förmlich nach den Hätten, kein Ausweichen gönnt er ihnen. Sie müssen, und wenn sie dabei verbluten. Es ist alles Notwendigkeit, alles ein unerbittliches Müssen, ein ewiges Kämpfen. Gerade wie es in seinem Leben war. Das war auch ein großer Kämpf, ein Kampf um seine Freiheit und um seine Kunst. Er strebte zum Licht, rote ein Vogel ftn Käfig. Nicht am Boden kleben bleiben, hinaus und hinauf, so hoch, daß die Welt mit all ihren Sorgen und all ihrem Weh roeit' weit Zurückbleiben muß. — Und mitten im freien Fluge ist er gestürzt. Kaum 37 Zahre alt, starb er an der Diphtherie, die er sich bei der Pflege eines seiner Kinder zugezogen Halle. Karl Neurath. tonellti je Bad - Nauheim, „& ni ferner dürre Sus vh»< sind, toirate bi» fitzt aber bu (Wref SroorliB nntb den jlaguft in \Hrvhn wrrübtra. lurgrrwtnitrt von Bericht mtl >ipri i>varen. •nCiMuitai»t4iee ahon 56/» Schulkinder kommen Nach dem Bekenntni* waren I 902 gemeinsame, 38 evangelische und 40 fatboltfdie schulen vorhanden 416 schulen waren einklassig, 239 iwei-I Haffifl und 806 drei- und meyrklossig Ter Religion nacht waren 136211 Schulkinder evangelisch. 65531 katholisch, l 1962 israelitisch und 1387 sonstiger Hx»nfc»*wn >''' Proviry Cb er Hessen gab e* 409 gemeinsame, 2 evangelische und 3 katholische Schulen, von denen 213 ewllassig, 121 zweiklassig und 80 bret- und mehrNassig waren 8821 Lehrkräfte «darunter 30 Lehrerinnen unterrichteten 48 0081 Schulkinder, 24 078 Knoden und 23930 Mädchen Durch schnitt!ich kamen auf eine Lehrkraft 54,4 Schulkinder Bon I den Kindern waren 43561 evangelisch, 3720 katholisch, 66a I israelitisch und 62 sonstigen Bekenntnisses. •• Sänger-BundeSfest. Am Sonntag, 15. d Mts., nachmittag, feiert der „Wetterou-Lahngau-Sänger- band* an der .Rind-mühle* bei Leihgestern sein de? I lähnges Bundeüsest. Außer den BundeSoereinen beteiligen «ich noch eine Anzahl dem Bund befreundete Vereine, an die besondere Einladung ergangen ist. Zum Vortrag kommen Masten- und Einzelchöre. Den ersten Teil de- ifeftefl bildet em sionzert, bei dem Mitglieder der Siebener Regiment-- I mustk Mitwirken, beim zweiten Teil wechseln Lieder-, Musik- oorträge und Tanz ob. Bei günstiger Witterung werden sich an dem von Stadt und Land gern besuchten Au-stnys- ort freunde de« Gesänge- gern ein Stelldichein geben. "Zigarren Preisaufschlag Die wir aus fad)-j 1 kreisen vernehmen, sind die Lager der Zigarrenfabrikanten Iinfolge her gesteigerten Nachfrage total geräumt, so daß r; IIndustrie vor btc Notwendigkeit gepellt ist, vom 1 •• 8u gust ab die Preise den neuen Steuerverhalt nissen entsprechend erhöben " Tas städtische Armenamt befindet sich vom 10. d. Mts. ab im Hause Astenveg 9. Ausland. tauig Eduard Die in London m gut umerrichteten trafen vertäutet, gedenkt Homg Eouard auf seiner Reise nach Maaenbad am kommenden Mittwoch in Evcmdeig dem Aaikrwr I faxen kurzen Besuch abwftattnL Es gilt als wahrscheinlich, don der neue MetAO&mMrr von Beihmann-Hollweg sich bet bider (Meqmbcit dem englisclien Monarchen vorstellen werd. Tto Berliner «fftanlngcr Stelle ist von einem bevorstehenden Besuch «ksnia (Smards mchts bekannt. Ter Kongrest der ägyptischen Jugend, der m (Hen f stattimden soll, ist auf die .leit vom 13. bis 15. September anaeRM Er verfolgk den .stoeck, Aegypten von der m; fischen Vormundschaft ju befreien und eine »nfh- nuumMlr Regierung ein uneben Das Präsidium übet den Jtongrefe wird in den Händen Mohammeds fahmis liegen. König Peter im Sterben. Aus Belgrad kommt die Meldung von einer schweren Erkrankung de« König« Peter, die m m berat« nahe .''u'ii' l'ftl rurfi Mronorim '.’lhrnn der wurde heim berufen und ist aus der Mtcife nach Belgrad bereit« durch Wien gerast, fa ganz Serbien ist eint Agitation tm («Sange, die auf emm Dvnastie-Bechsel binarbatet und angeblich von 'faenttn de« Ministers Paschitfch betrieben wird Tie Demission des Habmett* gilt für rottbridymluh Man fmicht | auch von geheimen Sorbemtungen des Clsiiirrs-ttorps »u gunnen | des früheren lkronprmzen OVorg für den fall euta> Ibronroecbiel* | Ausder Iürkei. Blättermtldungen infolge ist der Algier Sternen zum Wrnrraftnrrftor für Posten und Telegraphen ernamu worden. „jeni l^azetta" tritt der Webau ptung entgegen, daß die türkischen Parlamaitarrer infolge de« englüchai Einflusses Berlin und Dien nicht besuchten Wie das Aatt weiter betont, ist die vorzeitige 'Htkffrbr der Part amen tarier noch Konstantinopel un- bebnigt notwendig gewesen . die Besuctie in Wien und Berlin würden xu einem spateren .tot punkte erfolgen. - Oiencraloberft fahr v d. Mold begab fich baue wm zweiten Annerlsrps in Adrianovel, von rou er in einigen Tagen nach Deut)ötland zurückkehrrn wird Der neue amerikonische Zolltarif Bezüglich des Ablonto der Handelsabkommen mit den ausioartigeu Staaten beidrfot da« 3ttunoc*pnrtrinvnl, du längste KLndigimgssrist anzuwenden, otr durch da« Ofrnrt) über das ^Inkrafttreten des neuen Zolltarife« gestattet wird Das bedeutet für Deutschland und Oltobbrrtonnien fecM- Monate, inr Italien, Lpanicn^und die Mhrbcrbiitbe zwöN Monate von ihirtc an gcrechnet, für faankrcich icdh? Monate von 30 April .in .irr.d)nrt rische Wir loUte M " Besitz wechsel Das Haus der faau Phil Ä c i 1 er Dkw flinj für »1 000 Mk in den Besitz b SchreibmaterialienhÜndlerS Karl Bourgeois über. ** Belä st igungdurch gewerbliche Betriebe! tteh. Hosrat Prof. Di Hansen teilt uns mit, da st die in dem Bericht über die letzte Sitzung der Stadtverordneten I erwähnte Eingabe von ihm keine Beschwerde gegen einen ein feinen Betrieb ist, sondern eine allgemein gehaltene An I regung aus Abänderung der Bauordnung in der Richtung I daß gewerbliche Betriebe, d in eigentlichen Wohnstrasien nicht vorhanden sein dürfen I Der angeführte (Newerbebetricb ioar nur als Beispiel er wähnt. •• Logisschtvindler Am 6. l. Mts. mietete sich! bei einer hiesigen fanrilie ein Nnbekannter ein, der angeblich I Arbeit hier genoinmen batte Am andern Morgen liest I er sich unter der Angabe, seinen Koffer an der Bahn ab I holen zu wollen, ein Darlehen von seiner Logisgederin geben und vcrschivand daraufhin Am 7. l Mts mietete I 1 jid) dann derselbe Mensch bei einer anderen faau ein, ent ivendete dort eine Haar-Uhrkette mit t^oldbeschlag und verschiedene Kleidungsstücke, um gleich zu verschwinden Wenn auch noch so häufig vor derartigen Sekiwindlern gewarnt wird, es fallen innner wieder Leute auf den alten de kannten Tru1 herein Ter Schwindler ist etwa K alt, schlank, hat blonde« Haar, rötlichen Schnurrbart und trägt braunen Hut mit grünem Einfast " Bahnprojekt Bad Nauheim Eltville IDemnächst findet in Reutteihan eine Versa n lang statt, die sich mit der neuen Bahnlinie, die von Bad Nauheim au gehend über Usingen Idstem : Inach Eltville laufen, die Wetterau I direkte Verbindung bringen soN, eingehend beschäftigen rr Die in faage kommenden laun iwmmen ist, in diese Bahn die fanlsetzung der Strecke ,1 d.-u Crten rchmutrn und die qroste M man innertx teft, die alte Sache nicht rocht vom Triette kommen ?Cun so i*- , rwandtr und finge Vanutelli auf dem 'rege direkter Und muudNäer Befvrechui.. in Mainz und Köln die -acht zn Prinz Earl (4. «co&b. Heß.) dir. 118. Hoo». $nf.-Hegt flmfa BZ,lHelm ,2 Sroßh. Hesi.i Nr. 116. — Zum überzähl Maior befördert: DHümmel im Inf.-Leid-Negt. Gro. - Herzogin (3. Grofeh. Hess.) Nr. 117. — Zum Aomp.-Ldef ernannt: der Überzahl. Hauptmann «scher seid nn 2. Nasi! Zn'.-Negt. Nr. HH. unter Verletzung m bat Ins-vcd-Regl. Arobherzogm «3. iLrosth. Hest.i Nr. 117. — Zum überzähl. Hauptmann deiördert. der Cberlt. Bifbringboue tm 1. Nassau. Inf.-Regt. Nr. 87. unter Versen.mg in da« Inf.. Leid-Negt. Grosiderzogm ,3. Gcosth. (xfl.) Nr. 117 — Sie btadsgebührmsie de-, auf den Etat gekomm-nen acht neuen Stadsochziere der faldartillerie rrli i.t für A. .:l un? it: b« Tlajoc Goebel tm 2. Srobh. Hefi. Irld-Art.-^ gt. d)cridM*innl. Halle, a. d. 6.,« ^Iiigaft Ter 17|ähnq< MuibrnbrNj Rnrl 1 raut mann au« Erleben, her in bwiri| Brieden htritm wird <*iaf Zeppelin schtost mtl eine* 6® uf die gastliche Stadt «öln Tk Münchener Ehret- bürget Ur künde für tm Okairw .Zeppelin wird f*m am 3 September m faiedrichsdnfrn überreicht werden CW Die wür ttember qische Abge0r dn et e nkam-l mer hat den D-nnglichkeitsantrag bet ifolkSparter bet: Verschiebung der diesjährigen aaJermo näher wegen der späten Ernte mit M gegen 32 stimmen angenommen Dafür stimmten Volkspartei, xoualöcmü kraten und einige Attglieder des Zentrum* und bet Bauern stunde* Der Kriegs Minister harte erflärt, daß eine Verschiebung der Manöver außer dem Bereich der Möglich- tat liege Die diesjährige natser-Parade über da* 13 Armeekorps findet am I September bet Eannstadt und die über ba* 14 Armeekorps am 14 September bei 'L'orz- heim in der ALhe von «arl*ruhe statt Zwischen den beiden Paraden wohnt der Kaiser den österreichischen Manövern bet. Die AuS-ahlung der «ebalts-u lagen für Beamte und Unterbeamte der Reichspost, die vorn Reichstage bewilligt worden smd, erfolgt mit rud wirkender Lrast ab 1 April 1908 in der Zett vom 16 ln* 20 ds ph* Auch die Poststoten, sonne die bei der Pott beschäftigten Aushilssarsteiter usw erhalten rate Ausbesserung ihrer Tagegelder und \nmr beziehen he ferner* hin für den Anfang 3 Mk statt bisher 2,70 Mk täglich Ter sozialdemokratische Reich*tag*-Ast- geordnete für den Wahlkreis Bochum, Hue, liegt an schwerer Qingenent^undung und einem Herzleiden bewußtlos darnieder Sein Zustand ist sehr ernst, -uie jcrt|e wird heute oder morgen ermattet._______________________ Dorsweil ctnlaufrn zu lassen und so die abseits vom Ber-1 kehr liegenden Taunusorte dem Verkehr zu erschließen Ta* I von der Aktiengesellschaft für Bahnbau unb Betrieb neu entworfene Proiekt > öiiigstein-Schmitten, da* von Königstein westlich durch die Niederung nach Nuppertshain fuhrt und von da zwischen Schloßborn und i^lashütten nach Cberent». Nieder- und Cberretfenberg nach Schmitten, scheint greifbare ikestalt anzumdmen Die uv ft en dieser »trede sind auf rund drei Millionen veranschlagt, während da» zuerst von der Olefellfcbaft au^eorbeitete, aber von den Behörden nicht angenonnnene Proiekt vier Millionen in Ansatz brachte T-• unterrichtet wurden. Durchschnittlich kamen also our eine Ahrkraft 56,4 Schulkinder Bet den erweiterten Volksschulen in Darmstadt, L fienstach und Ate fern kamen aus :*t5\ Schulkinder -2420 Knaben unb 2600 i’Uibdbenf 1.« Lehrkröfie, also durchschnittlich auf einen Lehrer 37,75. Tie 1199071 Volksschuler des Lande* werden von 3561 Lehrern und Lehrerinnen unterrichtet, fo daß aus eine Lehrkraft Sport. — Der Gauverband sta Sieg Lahn de* 7 utichW Radfahrer -Bundes hält morgen seine Fernfahrt ..Run d J • Wau" ab In Start erfolgt tnjtoru» » Uhr JMUlp iVruopen von 5 Mmm mit ie M uiutcn Abstand. Dir ::t wtbex tl , :partm ton Auch der 'NoMSlnb ttomanw OVt-fern wird »it • -mtr ’lnwM seiner Mitglieder an dieser : iriger u "* edern cninnnl. — 1 er .1-’’i< alte S 0 h 1 iffert In 6 ci n b b 0 i e । ,om "fl Unfall ums mieten 2 Aiifammenaefm othe. beladene -trobroogen n ahre>'* der ibri au» d,e Tnchlei. Gr stürzte hinab unb der f-'agen gwtz I 1 »er ihn bmroeg, so bafe er getutet wurde. lliüvcrfität»*nad>ricbtcn. — Der a.i» Prosestor für Mathematik und A'krotiom« an der Universität Königsberg 1 Pr. Dr phU faP v' ohn ist zuin Direktor des Aitrononiischen Rechen n,! iUs und ordeiltlichen Professor an der Berliner llniversAW ernannt worden. — Ter Prtvatdoient für mnete MrdM in München Dr. med. Erich Meyer wurde als <.u l'rofessor unb Leiter der mcbijinifcben Poliklinik an b« Universität S traßburg i.E. ul* Nachfolger von *3nM Hobt? zum 1. Cf tobet 1^' ' ulbeborbe den tkretn für Ferienkolonien zur konfe"^ Absonderung der Somm r tischen veran schön ist ba» Verlangen des katdolischen Stadtdekanad t-u Schülerwanderungen an «irertagen möchten unterbleibe^ Damit die «atboli’cn nicht an den mit Sun: und -chenke, I belegten Bro.cn ihrer protestantischen ÄWdatier A« rgernW ;:.ibmen. Hoher geht die konfessionellc Uederspanntheit »vhl bie au* 1 elegantes, neues Mylord feiner.Herrschastswagen, /cichtts Halbverdeck mit abnehmbarem Bock, 1 sehr gut erhaltener Landauer 1 vorzüglich er Mvlnrd baltencs leichtes u sehr leicht, elegant u. preiswert August Kilbinger Seltersweg 79. 4 bestätigt toorben ; Biirgeuneislet ber I , : Wahl Vie Beslälix Hal die Herren £ cg Üir ihre Ükrbir itgliebschait zu C^. 6 o h» des äiocc ! Lamverlheini kam te i. Ter Knabe setzü irohwagen währet:< und der Wagen es Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: H. Schweitzer, Kömgl. Lokomotivführer i. P. Eingesandt. dr Dorrit und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel l »mummt die Redaktioit dcnr Publikum gegenüber keinerlei Veranttvortung.) 5-3 i e in a n in Gießen die heimische I n d u st r i e u n t e r st ützt! Zur 300 jährigen Jubelfeier der Universität erschien im Ber- läge der hiesigen Verlagsbuchhandlung Emil Roth ein illustrierter Kleine Tageschronik. Eine Anzahl Personen in Kaiserslautern wurden lon einem tollwütigen Hunde gebissen; sieben ’i'-erfonen sind nach dein Pasteurschen Institut nach Berlin cb gereist. Laut amtlicher Mitteilung hat der italienische Ministerrat offizielle Beteiligung an der ersten internationalen . a g d a u s st e l l u n g beschlossen, die 1910 in Wien stattfindet. Tie Expedition H»ogstad, die aus Spitzbergen und ^romsve in Ehristiania angekommen ist, berichtet, Well- 'ii an sei bereit, voraussichtlich am 10. August aufzusteigen. Märkte. Gießen, 7. Ang. Marktbericht. Auf heutigem Wochen' markte kostete: Butter pr. Psd. 1.15—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Psg., Enteneier 1 St. 8 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Ps., Erbsen p. Psd. 00—00 Psa., Linsen p. Psd. 00—00 Psg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mt., Hähne pr. Stück 0,80—1,80Mk., Gän e pr. Psd. 60—70Ps., Enten pr. Stück 1,80 17jährige tenttol der Nacht jiun l W in einen Keller toi wurde zu zwöls Führer durch die Universttatsstadt Gießen, 24 Bogen, 1 Ml. Angesehene Fachblötter und Tageszeitungen bezeichneten denselben als vorzüglich ftr der Bearbeitung, glänzend in der Ausstattung, als das Muster eines Städteführers, und wiesen auf den rm Verhältnis zum Gebotenen erstaunlich billigen Preis hin. Ter Verleger war rare imstande, ein so schönes Buch zu so billigem Preise zu bringen, wenn er von vornherein auf ein Geschäft dabei ver zichtete und eine hohe Auflage von 7000 Exemplaren herstellte. Naturgemäß wandte er sich an die maßgebenden Instanzen mit der Bitte, solches der Stadt dienende Unternehmen zu unterstützen Tie Universität und der hiesige Verkehrsverein erklärten sich angesichts des schön ausgefallenen Buches sofort bereit, eine Anzahl Exemplare zu einem Vorzugspreise abzunehmen, um im Interesse der Stadt für die Verbreitung des Buches besorgt zu sein. Auch die hiesige Bürgermeisterei und die hochwohllöbliche Stadtvertretung wurde mehrfach vom Verleger um gleiche Förderung angegangen mit dem Erfolg, daß die Stadt Gießen ein Exemplar — sage und schreibe ein einziges Exemplar — für das Stadtarchiv bestellte. Von diesem illustrierten Führer durch Gießen wurden zirka 6000 Exemplare verkauft, den Rest von zlrka 1000 Exemplaren stellte der Verleger der Stadt Gießen zum Preise von 60 Pfg. pro Exemplar zur Berftigung und verpflichtete sich, diesen Vorzugspreis auch schon bei Abnahme von 100 Exemplaren zu gewähren. Ter Verleger begrüitdete dieses Angebot damit, daß die Stadt besonderes Interesse daran habe, daß die Rcstcxcmplare so bald wie möglich zur Verbreitung kämen und empfahl der Stadt, eine Anzahl anzukausen, um sie dem Verkchrsverein zu passender Verwendung zu überweisen. Gleichzeitig bemerkte der Verleger, daß er die Vorräte aus dem Grunde billig veräußern wolle, um einen kleinen billigen Führer durch Gießen herausbringcn zu können. Tie Stadt lehnte auch diesntal den Ankauf von Exemplaren ab und versagte somit jede Förderung. Tie Stadtverordnetensitznng hat nun aber am 5. August im Gegensatz zu der ablehnenden Stellung dem hiesigen Verleger gegenüber dem Anträge der Leipziger Verlagsbuchhandlung Leo Woerl ein ganz anderes Entgegenkommen gezeigt und einen Betrag von 150 Mk. glatt bewilligt zum Ankauf von 300 Leo Woerlscher Führer durch Gießen. Während man den hiesigen Verleger, der zweimal zu einem Vorzugspreise der Stadt seinen Führer on bietet, zweimal abweist, gibt man dem Verleger von außerhalb eine Bestellung auf 300 Exemplare und beansprucht dabei noch nicht einmal einen Vorzugspreis? Wenn, wie in der Stadl vcrordnctensitzung zum Vergleich hervorgehobcn wurde, die Stadt Mainz in ähnlicher Weise den Verleger Leo Woerl unterstützte, so war eine Erklärung dafür nicht weitliegend, denn in Mainz überwiegt die Bevölkerung katholischen Glaubens und cs ist bekannt, daß der Verleger Leo Woerl ein katholischer, von dem Papste und von verschiedenen katholischen Fürsten mit Orden und Titeln ausgezeichneter Verleger ist, daß seine Führer dem katholischen Moment hervorragend Rechnung tragen. Aber warum mußte das überwiegend evangelische Gießen gerade dem katholischen Jührerverlagsunternehmen so auffällig vornehm cntgegenlommen und da Geld bewilligen, wo bei einem gleichen Unternehmen dem hiefigen Verleger eine doppelte Absage zuteil geworden war. Es muß doch eigenartig anmuten, an solchem Beispiel zu sehen, wie man hier in Gießen die heimische Industrie fördert! Civis. in Batist, Musselin, Wolle und Kattun 4416 zu jedem annehmbaren Preise. S. Sammet Bahnhofstrasse 8. von 7—1 Uhr. le. Wiesbaden, 6. Aug. V i e h m a r k t. Zum Berkans standen: 26 Ochsen, 76 Kühe, 205 Schweine, 108 Kälber eute nachm-ttag veranstaltete «r Roedersächsi'chc Verein für Lustschttfahrteme Fuchs! agd, ,1 roddicr sechs Ballons gemeldet waren Ms Fuchs war der 'Laklon , .Hessen" auserseheit, der um a "hr -3 Mm. den Flug- >»atz verließ: in kurzen Zwischenräumen folgten die Ballons licedingcr", „Osnabrück", „Louis Peter", „Elouch III" und Regler". — Ter für heute nachmittag angesagte Aufstieg des Arscval Ballons erfolgte nicht, da der Ballon noch nicht vollständig ! "^Frankfurt a. M., 7. Ang. Die Luftschifflinie Frankfurt a M. -Leipzig ist so gut wie gesichert. F-ünf frankfurter Großindustrielle zeichneten zwei Millionen Mark. Es i'rrant iwcf) darauf an, daß die Stadt Leipzig einen Landungsplatz Ibstenlos zur Verfügung stellt. Wie verlautet, sollen die Lindauer Wiesen dafür in Aussicht genommen sein. Ter erste Flug Orville Wrights in Berlin wird voraussichtlich am 20. August auf dem Tempelhofer Felde slatt- 'Tlbflt Charleville bei Villers la Mmttaqüe, 6. Aug. In der : ahe von Longvh landete hertte nachmittag ein deutscher Nation, in dessen Gondel sich ein früherer Offizier und drei ,Mdere Personen befanden. Von der Zollbehörde wurde den !urftschissenr ein Zoll von 500 Franks abverlangt, sowie ein i fstgesührter photographischer Apparat mit Platten beschlagnahmt. Knallose Waffen für deutsche Luftschiffe. Nach -mer Meldmig des New York Herald, für welche wir diesem Blatte e volle Verantwortung überlassen müssen, ist die mit der Prü- - jtg der Maximschen Schalldämpfer beschäftigte Militärkommission erart überzeugt von der Güte der Maximschen Erfindung, daß 'schlossen worden sein soll, daß die im Auftrage des Reiches -muten Luftschiffe mit Maschinengewehren ausgerüstet würden, i mit dem Schalldämpfer versehen werden sollten. Ei ueBallou fahrt imSch nee sturm. Eine schwierige Ballonfahrt hatte vor einigen Tagen der Ballon „Universith . I ls ich", der von St. Louis einen Aufstieg unter der Leitung des ■ brannten Aeronauten John Berrh unternommen hatte, um sich liitrn den Lahmschen Ehrenpokal zu bewerben. Nach llVsftünbiger Mst^hrt, morgens 9 Uhr 30 Min. landete der Ballon in Savannah ■ im Staate Illiiwis. Savannah liegt nur 400 Kilometer von * 2«t Louis entfernt Wir geben hier eine kurze Tepesche wieder, iit der die Luftschiffer melden, daß sie in ein Schneetreiben gelten sind, und sich dadurch genötigt sahen, die Fahrt zu bc= uben. Kapitän Berry drahtete nach St. Louis: „Zu einer Zeit, il< mir uns bemühten, aus dem scheußlichen Schneetreiben her- । ^zukonimen, erhoben wir uns bis zu einer Höhe von 13 000 uß. Manchmal drehte sich unter uns der Korb wie ein Kreisel, vgdförner schlugen in unser Gesicht und wir mußten die ganze st Schnee aus dem Korbe schippen, da sonst das Gewicht des rjchnees unsere Fahrt beeinträchtigt hätte." Ein Luftschiff für Fracht - nnb Personenver- 'ehr. In bei" Stadt Cleveland im Staate Ohio hat sich soeben . nie Gesellschaft inkorporieren lassen, die beabsichtigt, ein Luft- skzifs für Fracht und Personenbeförderung zu bauen, ivelchcs nach ■ bm Plänen des Erbauers im Stande feilt soll, 6—20 Passagiere ■mit iIrrem Gepäck aufzunehmen. Das Luftschiff wird mit einer ■liesserdichten Leinewand überspannt sein, und am Bug und am t.Tit je eine Schraube führen, welche für den Fall in Funktion Ml cren sollen, daß das Fahrzeug ins Wasser stürzt. Ochsenfleisch vr. Psd. 76—84 Psg., Kuh- 70—80 Pfg., Schweinefleisch bis 2,20 Nlk., und Mindfleifch pr. Pfund ,v. pr. Pfund 80—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 96 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—74 Psg., Haininelfleisch pr. Piv. 60—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00—7.00 Mk., Zwiebeln per Psd. 0,11—0,12 Alk., Äiilch per Liter 20 Pfg., Weißkranl per Stück 00—00 Psg., per Zentner Mk. 0.00—0.00., Aepfel per Ztr. 0—00 Alk., Birnen per Ztr. 00—00 Mk. Jtüsse 100 Stück 00—00 Pfg,, per Ztr. 0-00 Alk., Kirschen per Pfd. 25 —00 Psg. Marktzeil I § V0N gilb5 , ^nftruntem in nnnt^. feg u 1*6 » C,6I' , «««*%«< ■ ,3. 1C" * Sauen 0,00—0,00 Mk., Eber 0,00—0,00 Mk.: Kälber: Mastkälber 0,00—0,90 M., Landkälber 1.54 — 1.68 Mk.: Hänuucl und Schaic 1,46 bis 1,56 Mk. — Rinder notierten: 00--00 Mk., 2. Qual. 00 bis 00 Mk., Ferkel das Stück: 00—00 Mr. Geschäft bei Grotzvieh gut, Hcberstand unbedeutend; bei Kleinvieh gut, Ueberftanb keiner. Tie Zufuhren flammten aus den Kreisen Limburg, Unterlahn und Wiesdaden^Land. Eichener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag dem 8. August: Fortdauernd heiter und trocken. Sehr warm. Orrginal-Dr»ahtmel-ungen. Frankfurt a. Mi, 7. Aug. Der Parsevcrl- Ballon wurde heute uni 9.55 Uhr aus ber Halle heraus- gezogen. Er machte eine Drehung, die Propeller fingen an zu arbeiten, und ber Ballon erhob sich einige Meter über die Erbe. Äui^ darauf stoppten die Motore: die Kühlvorrichtung hatte eine Beschädigung erlitten. Arbeiter führten den Ballon zur Reparatur in die Halle zurück. Alfeld, 7. Aug. (Priv.-Tel.) Die Zahl der Typhuskranken ist ständig int Zunehmen begriffen; allein in der Stadt beträgt die Zahl ber Kranken bisher 27. Die Behörden trafen die umfassendsten Vorbeugungsmaßregeln gegen die Weiterverbreitung der Seuche. Friedrichshafen, 7. Aug. Graf Zeppelin ist von Köln mit einem Abszeß am Hals hierher zurücd' gekehrt und hat sich in ärztliche Behandlung nach dem städtischen Krankenhaus in Konstanz begeben. »Mailand, 7. Aug. Ter Ingenieur Ansani e'hob Einspruch dagegen, daß Bläriot der Stadt Paris mit seinem Flugapparat auch den von Ansani erbauten Motor zum Geschenk macht. Er rellamiert diesen als Geschenk der Stadt Mailand. Paris, 7. Aug. Der „Matin" erfährt an zuständiger Stelle, daß die vier Kreta-Schutzmächte sich zu einer energischen Aktion entschlossen haben. Die Pforte wird in einer Note ersucht, ihre herausfordernde 57-altung gegenüber Griechenland auszugeben, dessen Gebühren gegenüber ber ottomanischen Regierung niemals herausfordernd oder drohend gewesen sei. Gleichzeitig werden die Kreter benachrichtigt, daß die Schutzmächte unter keinen Umständen die Hissung der griechischen Flagge auf öffentlichen Gebäuden dulden werden. Endlich wird an die griechische Regierung das Ersuchen gerichtet, die griechischen Offiziere, die in kretischen Diensten stehen, endgültig ails den Listen der griechischen Armee zu streichen. Paris, 7. Aug. Ter „Matin" meldet aus Madrid: Gerüchtweise verlautet, daß der spanische Thronprätendent Don Jaime de Bourbon eine Prinzessin aus dem deutschen Kaiserhause zum Altar führen werde. Der deutsche Kaiser soll diese Heirat sehr protegieren. (?) P a r i s, 7. Aug. „Petit Parisien" berichtet aus Tanger: Ein Zwischenfall, der leicht zu ernsten Folgen hätte führen können: Der spanische Konsul hatte einem Beamten des Roghi Unterkunft gewährt. Der Pascha von Tanger, der diesen Der haft en lassen wollte, umstellte das spanische Konsulat mit Truppen, deren Anwesenheit den spanischen Konsul derart erregte, daß er mehrere Schüsse auf die Truppen abgab, ohne jedoch zu treffen. Glücklicherweise wurde das Feuer nicht erwidert, da sonst, eine Plünderung des Konsulats die nächste Folge gewesen wäre. Der Konsul forderte seine Regierung auf, eine Flottendemonstration vorzunehmen und entsendet fortwährend Kuriere nach Ceuta, um für seinen Schützling die notwendigen Pässe zu erlangen. Wenn jemand eine Reise tut mit kleinen Kindern, so muß er int Sommer daraus achten, daß das Kind stets seine aleichinäßige und leicht verdauliche Rahrunc, bekommt und nicht aus die oft säuernde und verschieden aussallende Milch angewiesen ist. Man ucilorac sich vorher mit Nestle's Ktnderrnehl, der besten Nahrunk sür kleine Kinder. Iss31/? J. Jtimann, Wen, PWeche 14/16 ist als die beste und billigste BezugSauelle bekannt. Spezialität: Wohnungseinrichtungen, Atöbel, Betten, Polsterwaren. Große Auswahl. Zahlungserleichterung. Langjährige Garantie, [a7/* LkMbilllg M WchMiinMeiten. Die Arbeiten zur Herstellung der Hauptleitung für das Wasserwerk Inheiden, bestehend in der Ausführung ber Rohrgräben, Lieferung der Dichtungsmaterialien, dem Verlegen und Dichten von rb. 41 500 m Guß- und Schmiederohrleitung von 700 mm Lichtweite, von rb. 3 000 m Gußrohrleitung von 300 mm Lichtweite, und von rd. 1000 rn Tonrohrleitung von 150 mm Lichtweite sollen, in 2 Lose getrennt, int Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Die Plane und Bedingungen können wahrend der Dienststunden bei uns emgesehen und Angebotsformulare gegen Erstattung der Herstellungskosten entgegengenommen werden. Die Angebote sind spätesten? bis zum Eröffnungstermine am 25. August l. Js., vormittags 9 Uhr, bei un5 ein- zureichen. Unter sämtlichen Anbietern bleibt freie Auswahl vorbehalten. D7/8 Gießen, den 5. August 1909. Neubauverwaltung für die Provinz Obcrheffen. _________________Müller._________________ Magdeburger Feueruersicheruugs-Kesellslhaft. Magdeburger Sagelverfikherullgs-Gesellschast. Wir bringen hiermit zur önentlichen Kenntnis, daß wir unsere Agentur Alten-Buicck an Stelle des verstorbenen Herrn Heinrich Alüller dem Herrn Karl Becker II., Polizcidiener in Alten-Buseck übertragen haben. Der Genannte ist zur Ausnahme von Versicherungsanträgen tmd zur Entgegennahme von Prämiengeldern für die obenbezetchneten Geiellschaiten berechtigt. Frankfurt a Main, im August 1909. [D7/a Die General-Agentur: D r. Hans Vatke. Bezugnehmend aus die vorstehende Bekanntmachung empfehle ich mich dein geehrten Publikum zur Ausnahme von Feuer , Einbruchsdiebstahl- und Hagelversichernngs Anträgen und bin zu jeder gewünscht werdenden Auskunft gerne bereit. Alten-Buseck, 'm August 1909. Karl Becker II., Polizeidiener. Bi; in,, rajtns-k jriiit XeTD/ CaStorftrair 81 tti Gießen oerm 17171 frte, »Witbrtdj'itaMli. Ich wohne jetitt 7 Zimmer Liebig 17 >. Ke- (jrcbnrtfrtflhe M mitten. Sonnenitrane 3D mieten. (KTTTi) ,>rdl. möbl. Zimmer au o7. m.ftaMee 18Ulf. tfahuboHirdüIlL Eine tödiL Verkäuferin 4» fowie 2 Zimmer Cft Kulane «tk 3771 «ottkried VM. •ö« ff.« CItiS »u vermieten ob. Beith, Viebighrahe kÄ. n*. rr .i *42 3. Happel. 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