Mittwoch 6. Oktober 1909 159. Jahrgang Erstes Blatt Nr.234 »Ä «Ä Qa ▲ A A AA AA 'raj AA A jA.-A A AA bsbsspitpjiPi /11| A, JM H ■ I &>\ fe'J 1 ■ , f 1 Zellenpreis: lokallbPs^ zweimal monatl. Land- |^L M BH Wi>- 8gj&r L?*? KgLf fe-3 V/.y' v*y auswärts 20 Pfenmq. wirtichaftticheZeitfrageu ™ ▼ « KW ^Mr SS V N@F W W V V Chefredakteur: A. Goetz. Fenlsprech-Anschlüsse: jfl. M ® HF Veranlwottlich für den für die Redaktion 112, w w- <• aa politischen Teil: August ZZZE General-Anzeiger für Oberheffen DM tor"aö”Vafltin"mm" Hotationsöntfl und Verlag dervrMschtn Univ.-Vuch- und Steiudruckerei R. lange. ROattion, Expedition und Druckerei: Schniftratze 7. 'An»i°miZ°^s!"B°ck. bis vormittags 9 Uhr. Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten. Beschlüsse des Nnanzausschusses der Zweiten hessischen Kammer. R. B. Darmstadt, 5. Okt. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer nahm heute nach der Kammerpcm.se seine parlamentarischen Beratungen wieder auf und beschäftigte sich unter Vorsitz des Abg. Molthan mit einer Reche kleinerer Vorlagen und Anträge. Zunächst wurden die Berichte des Abg. Reinhart über die Regierungsvorlagen, betr. Nachweisung über Einnahmen und Aufgaben au Domanial- usw. Vermögen »für 1905, Uckersicht der Staatsschuldenverwaltung für 04/05, Uckersicht der Lmrdeskreditkasse für 03/04 festgestellt. Die Worlage der Regierung, betr. die Gehalte der Direktoren und Pedellen an den Oberrealschulen in Hepp eich eim und Alsfeld, wurde genehmigt; die Direktoren uno Pedellen werden darnach in eine höhere Desoldungs- ordnung eingerecht, weil die beiden bisherigen Realschulen jetzt als Oberrealschulen anerkannt worden sind. Ucker den Antrag Ulrich, betr. Beschäftigung der Arbeiter «n Staatsbetrieben, insbesondere auf Einführung des 8stündigen Arbeitstages in Staatsbetrie- b en und Festsetzung eines Minimallohnes, referierte Abg. Molthan. Der Antrag wurde mit dem Hinweis darauf, daß eine derartige Reglementierung bei der Berschicken- artigkeit der Betriebe nicht möglich sei, auch die Koalitions- frecheit in speziell hessischen Betrieben nicht angetaftet werde, vom Ausschuß für erledigt erklärt. Ein Mib- glick des Ausschusses behauptete bei der Erörterung über den Antrag, es sei bei der Oberförsterei Seligenstadt vor- gekomrnen, daß Arbeiter nach chrer politischen Gesinnung gefragt wurden. Betreffs des Antrags Nocut über die Erhöhung der Witwen- und W a i s e n g e l d e r der Ziv ilstaatsdiener stellte sic!) der Ausschuß auf den Standpunkt, daß dem' Verlangen auf eine Erhöhung in dieser Richtung willfahrt werden müsse, daß allerdings diese Erhöhung erst in Verbindung mit der neuen Besoldungsoronung eintreten könne. Eine endgültige Beschlußfassung darüber wurde bis nach Anhörung der Regterunksoerrce).er Vorbehalten, ebenso über den Antrag Mrich, betr. die Gewervernspettion, worüber Abg. Dr. Osann referierte. Der Antrag verlangt, daß alle Betriebe jährlich einmal, diejenigen, bei denen sich Rückstände zeigten, dagegen mehrmals inspiziert werden sollen. Aus den Antrag Mrich, die Bildung einer Strafkammer in Offenbach betr., soll erst nach Erkundigung bei der Regierung über den derzeitigen Umfang der Offenbacher Strafsachen an der Darmstädter Strastammer vom Ausschuß näher eingegangen werden. Weiter stimmte der Ausschuß den Regierungsvorlagen, betr. den Verkauf des Hofguts Rockenberg und des Grundeigentums bei Dorn-Ass en he im zu. Es handelt sich im ganzen um 127 ha, für welche ein Betrag üon 630 000 Mk. festgesetzt ist. Tie Abgg. Pagenstecher und Schmitt haben einen Antrag gestellt, dag den hessischen Beamten der preußisch-he, fischen Eisenbahngemeinichaft Entschädigung für bezahlte Gemeindesteuern gewährt werden soll, wie den preußischen Beamten. Auch darüber sollen vor endgültiger Beschlußfassung die Ansichten der Regierung gehört werden. Die Fortsetzung der Beratungen erfolgt morgen vormittag 10 __________________________________ Line liebe der preußischen Eisenbahnministerz in der Ostmark. In Dhorn wurde der neue Holzhafen feierlich ein» geweiht. Dabei hielt der preußische Ersenbahnminister, v. Br eiten buch, eine schöne und bedeutungsvolle Rede, in der er die Entwicklung in der Ostmark eindrucksvoll darstellte. Dhorn, 5. Okt Heute vormittag sand die feierliche Einweihung des neuen Holzhafens statt. Anwesend war u. a der Minister der Oeffentlichen Arbeiten v. Breitenbach. Oberbürgermeister Dr. Kersten hielt eine Ansprache, auf die Minister v. Breitenbach erwiderte, indem er den stäotifchen Behörden, sowie sämtlichen an dem Bau beteiligten Personen den Dank aussprach. Dann übergab der Minister den Hasen dem Verkehr. Mit einem Festessen schloß die Feier. Bei der Eröffnung des neuen Holzhafens hielt der Minister der öffentlichen Arbeiten v. Breitenbach nachfolgende Siebe: „Es entspricht einer ^Gepflogenheit, den Abschluß großer Werke, die dem allgemeinen und öffentlichen Interessen zu bienen bestimmt finb, burch eine Festesseier zu weihen. Diese gewinnt an Bedeutung und ist von besonderem Geiste durchweht, wenn wir auf historischem Boden stehen, auf einem Boden, der die Erinnerung wachruft au tapferer Vorkämpfer Taten, die unser deutsches Herz mit Stolz erfüllen. Und so ist es in Thorn — der alten Weichselstadt und Völkergrenzpsorte. Hier begann die ruhmreiche Geschickte des deutschen Ordens, und hier sein Siegeslauf als Träger deutscher Kultur im Osten unseres Vaterlandes. Gerufen vom polnischen Nachbar, als Helfer und willkommener Gast, vollzog sich hier die erste Städtegründung und besiedelte die neue Stadt mit westfälischen Einwanderern, deren Zähigkeit und Kraft sich in der Geschichte der Stadt Thorn widerspiegeln. Stets hat die Stadt die Fahne des Deutschtums hochgehalten und verteidigt und ihre Han- delsstellung bis in die Neuzeit zu wahren gewußt. Aber der Wechsel der Dinge, dem alles unterliegt, hat auch diese deutsche Stadt berührt und ihre Lage schwieriger gestaltet. Nicht mehr gilt den Polen der Deutsche als Helfer. Die Handels Wege haben sich geändert und der Wettbewerb anderer Emporien hat sich verschärft. Hub doch sind die Grundlagen gesunder wirtschaftlicher Entwicklung gegeben. Den gewaltigen Strom kann der Stadt niemand streitig machen und niemand entreißen. Er birgt in sich, wie die Staatsregierung mit Ihnen hofft und wünscht. Keime weiteren SZebeihens und weiterer Ausgestaltung als Träger eines großen Verkehrs. Aber mit Hoffen unb Wünschen allein wird ein Erfolg nicht erzielt. Zu solchem bebarf es her kraftvollen Mitwirkung aller, die es angeht. Und um bie Stabt Thorn, bereu Stellung "int wirtschaftlichen Kampfe keine leichte ist, Vertrauen unb Mut einzuflößen, hat bie königliche Staatsregierung an bem Unternehmen, das wir heute seiner Bestimmung übergeben haben, sich wesentlich mitbeteiligt in der Erwartung, daß sich eine lebhaftere Betätigung des Handels und der Industrie in der Stadt Dhorn hieraus entwickeln werde. Im Namen der preußischen Staatsregierung beglückwünsche ich die Stadt zur Vollendung des Werkes und gebe dem Wunsche Ausdruck, daß dasselbe seinen Aufgaben voll genügen und den zum Heile der Stadt gehegten Hoffnungen entsprechen möge. Meine Herren! Vor beinahe 700 Jahren erschien hier das Deutschtum, vertreten durch wenige Pioniere und eine Hand voll ritterlicher Reiter, losgelöst vom deutschen Mutterlande, umgeben von fremden Stämmen und Reichen. Isoliert und auf sich angewiesen, erlag der Ordensstaat nach kurzer hoher Blüte dem Ansturm der Polen und Sitt au er. Heute, dank der nationalen Arbeit unseres Hohenzollernhames und dank der ruhmreichen Kriege des vergangenen Jayrhunderts, lebt bie Ostmark, lebt Thorn unter dem starken Schutz und Schirm eines großen geschlossenen Nationalstaates — des unter der Kaiserkrone geeinten Deutschlands. Daher lassen Sie unsere Gedanken zu unserem erhabenen Schirmherrn wenden und stimmen Sie in den Ruf der Treue und Ergebenheit ein: Seine Majestät Wilhelm II. hoch!" (Eine Vermittlung der Königs Eduard in der englischen Krise? Es hat den Anschein, als wolle König Eduard durch eigenes Eingreifen eine Vermittlung in den Gegensätzen bei der gegenwärtigen inneren Krise in England anstreben. London, 6. Okt. Premierminister Asquith verließ gestern im Verlause der Debatte über wichttge Budgetfragen das Unterhaus und begab sich nach Balmoral zum König, der ihn telegraphisch unerwartet zu sich berufen hat. Dem Besuche des Premierministers wird eine große Bedeutung beigelegt, zumal, da auf diesen der Besuch des Earl of Eawder folgt, der zu den einflußreichsten Mitgliedern der Opposition im Oberhause gehört. In liberalen Kreisen wird vermutet, daß von höchster Stelle darauf hingewirkt werden wird, einen schweren konstitutionellen Kampf ab- zuwenden. Die ungarische Krise. Wien, 4. Okt. Wie verlautet, kommt Wekerle am Mittwoch, Kossuth am Samstag wieder nach Wien, was auf eine Fortsetzung der Verhandlungen schließen läßt. Doch lauten Kossuths Aeußerungen in Budapest fottgesetzt sehr pessimistisch. Aufsehen erregt ein Angriff des Kossuth-Organs auf den Thronfolger, dem vorgeworfen wird, daß er, ohne eine Verantwortlichkeit zu besitzen, einen starken Einfluß auf den Monarchen ausübe. Auf der anderen Seite führt auch die klerikale ,Reichspost^, der man Beziehungen zum Thronfolger nachsagt, eine ungewöhnlich scharfe Sprache gegen die Unabhängigkeitspartei und gegen Kosslith persönlich. Die Hoffnung, daß durch die Berufung Kossuths die Krise auch nur einer, provisorischen Lösung um einen Schritt näher gebracht werde, sind augenblicklich aufs äußerste herabgestimmt. Spaniens Pläne in Marokko. Was an den mitgeteilten Gerüchten von Eroberungs« planen der Spancer in Marokko wahr ist, läßt such noa- nicht ersehen. Es scheint:, als ob bie entlaubten Verstärkungen notgedrungen, infolge bes fortgesetzten Widerstandes der Rifskabylen, erfolgt sind. Vom Muegsschauplatze selbst liegen feine neuen Nachrichten vor, nur scheint man sich in Madrid entschlossen zu haben, statt einer Division nur eine weitere Brigade nach Melilla ab gehen zu laften. Paris, 5. Okt. Tie „Libertä" behauptet in einer aus Madrid datierten Meldung, daß die spanische Regierung eine Note vorbereite, durch ivelche sie bie Mächte verständige, baß bie Umstände sie zwingen, chre Aktion im Riffgebiet zu „e r to c i t c r n". Paris, 5. Ott. Angesichts der von der Presse verbreiteten Gerüchte über weitausgreifende Pläne Spaniens in Marokko erklärte der hiesige spanische Botschafter einem Redakteur des „Tentps" u. a. folgendes: „Er habe dem Direktor der politischen Angelegenheiten im Ministerium des Aeußern, Pabst, erst gestern neuerdings die Versickerung gegeben, baß bie Absichten Spaniens dieselben geolicken seien und sich darauf beschränken, die Umgebung von Melilla zu paziftzieren. Die nach bem Riffgebiet entfanbten neuen Verstärkungen seien notwenbig gerne)en, weil der Schutz der errungenen Positionen, der Verbindungen und der Ope- rattonsba)is mehr als die Hälfte des Mannschaftsbestandes in Anspruch nehmen. Die Gerüchte, Spanten wolle nach Taza marschieren unb 2etuan und Larasch besetzen, seien widersinnig. Ebenso falsch sei die Behauptung, baß Spanien bem Sultan Muley Hafib ben Krieg erklären Kleines Feuilleton. f— Ein Seminar für soziale Arbeit hat ber durch bie Einrichtung eines Freiwilligenjahres in ber Krankenpflege in weiten Kreisen bekannte Ev. Diakonieverein in Gummersbach eröffnet. Den gebilbeten Frauen unseres Volkes bietet sich hier Gelegenheit, sich eine abgeschlossene Berufsausbildung für soziale Tätigkeit anzueignen, ohne daß sie für ihre Zukunft irgenbwelche Verpflichtung zu übernehmen brauchen. Wie in den Seminaren für Krankenpflege, wick auch hier bie Ausbilbung unentgeltlich geboten. Nur für die Verpflegung und Wäschereinigung ist für ben Kursus von neun Monaten ein Entgelt von 375 Mk. zu entrichten. Gebildeten evangelischen Frauen wirb hier Ge- legenheit geboten, sich zur Arbeit in Fürsorge- unb Mädchenheimen, in Martha- und Waisenhäusern, als Armen- unb Fabrikpslegerin, als Gewerbe- unb Polizeiassistentin usw. ccuszubttben. — Ueber Abelina Patti werden in neuerer Zeit wieder Äablrcicbe Llnekdoten erzählt. Eine recht drollige gibt in „Pearsons Wselly" ein alter Impresario zum besten. Vor einigen fahren sollte bie Patti in Bukarest auftreicn. Kurz vor dem für bie Abreise festgesetzten Tage sagte sie jedoch bem ^Impresario: „Ich fahre nicht. Es ist'dort unten zu kalt. Ter Lchnee soll fußhoch liegen. Nein, hundertmal nein! Machen Sie nicht erst den Versuch, mich umzusttminen, es wäre vergebliche Mühe." Ter arme Impresario, der schon wochenlang vorher in Bukarest das Konzert der Patti angetünbigt hatte, war ganz verzweifelt, zumal sämttiche Plätze in einem 3ai verkauft worden waren. Er sann auf Mittel, sie durch sanften Zwang zum Auftreten zu bewegen und glaubte nach einigem Nachdenken bas richtige gefunden zu haben. Er schickte an feinen Vertreter in Bukarest nachstehendes Telegramm: „Brauchen feierlichen Empfang Bahnhof Bukarest; telegraphieren Sie mir sofort folgendes: „Rumänischer Adel bereitet großen Empfang Ankunft ö-rau Patli, er war: en sie Bahnhof auch Vertreter Negierung mit Schlitten, Fackeln, Musiikapellen. Telegraphieren Sie Stunde Ankunft." Der schlaue Impresario erhielt einige Stunden später das erwartete Telegramm und zeigte es ber Patti, die, vor Freude ganz aufgeregt, ausrief: „Herrliche Leute! Wann reifen mir?" — „Morgen früh, wenn es Ihnen angenehm ist." Auf dem Bahnhof ut Bukarest erwarteten bie Diva viele Herren in Uniform und Ordensschmuck. Hinter ihnen leuchteten Fackeln, wehten Fahnen unb spielten zwei Musikkapellen die rumänische ^Nationalhymne. Als die Patti aus bem Salonwagen flieg, näherte sich ihr ein alter Herr mit eisgrauem Bart und sprach feierlich: „Ter Adel Rumäniens heißt Sie herzlich wiUEommen, gnädige Frau." Nach diesem großartigen Empfang wurde bie Künstlerüi von der ganzen Gesellschaft und von den Aiusitkapkllen ins Hotel begleitet. Tie Uniformen waren für 4 SOlarf pro Stück von einem Trödler geborgt worden, die vermeintlichen adligen Herren hatten die Statistenrollen für je 1,50 Mart und eine Zigarre übernommen'. Der ganze großartige Empfang hatte nicht viel mehr als 300 Mark gekostet. — Ein Rlesendenkmal für Fulton. Aus New- york wirb berichtet: Dem Genius Robert Fullons, dessen Tctt in ben soeben abgeschlossenen Feierlichkeiten verherrlicht würbe, soll auch ein gewaltiges Ehrenbenkmal errichtet werben. Mit einem Kostenaufwanbe von 12 Mill. Mark wirb ein gewaltiges Mausoleum auf Riversibe Drive in Newyork gebaut, unb in ihm werben bie Gebeine bes großen Erfinders zur ewigen Ruhe bestattet. Es ist eine Stelle auf den felsigen Usern gewählt worden, in deren Umkreis die prüchttgsten Gebäude der Weltstadt liegen unb bem großen Marmormonuntent als Nahmen dienen; vom 5)ubson aus soll die ganze Anlage einen besonders prächtigen Anblick gewähren. Ein Verein, dem viele Multimillionäre angehören, hat sich zur Ausführung dieses Planes gebilbet, und 120 000 Mt. wurden für die ersten Vorbereitungen ausgeworfen. Schon zum 25. November sollen die ersten Entwürfe eingereicht werden. — Das neueste O r ch e st e r i n st r u m e n t. Vor kurzem wucke bekannt, daß Gustav Mahler in seiner neuesten Sinfonie den vielgestalttgen Orcheftertörper um ein neues Klangmittel bereichert hat: Um. die Automobllbude. Weitaus komplizierter ist das neueste Orchesterinstrument, bas jetzt Paberewski erfunden hat und in feiner Sinfonie verwendet, bie bemnächst in Lonbori zum erstenmal zu Gehör gebracht wirb. Das neue Instrument führt beii Namen „Tonituon" unb bient bazu, bas brausende Rollen des Donners zu verkörpern, das bisher gewöhnlich mit Hllse ber großen Pauke gegeben würbe. — Der Auszug der Kunstwerke nach Amerika nimmt feinen Fortgang. Vor kurzem wurde berichtet, baß die Londoner Kunsthändler Duveen von dem Pariser Sammler Maurice Kann 11 hervorragende Bilder für 20 Mill. Atark erworben hätten. Die wichttgstewunter diesen, drei Rembr andts, „Der Mann mit der Lupe", „Die Frau mit der Nelke" und, das „Porttät von Oskar Hacring", ferner ein ausgezeichneter Rupsdail, „Das Lkornfelo", sind für 4 Millionen Mark in den Besitz van Benjamin Altmann übergegangen unb befinben sich bereits in ben Vereinigten Staaten, wo sie zusammen mit einer Anzahl holländischer Meisterwerke, die zumeist aus England ausgeführt wurden, im Metropolitan-Museum of Att in Newyork ausgestellt werden sollen. Auch Whistlers schönes „Nocturne" in Blau und Gold, von Valparaiso, ist nach Amerika verkauft worden; es ist dort in die Sammlung des Mlllionärs Freer in Dettoit gelangt, der seine Sammlung dem Staate hinterlassen wlll. — Eine neue Lustspielficma. Gustav Kadel^ bürg unb Rudolf Presber, bie ficy zu gemeinsamem dramatischen Tun zufammengetau hüben, werden bie Frucht ihrer Kompanie arbeit, ein Lustspiel in brei Akten, bessert Titel ben Dichtern anscheinenb noch Kopfzerbrechen verursacht, in Kürze im Berliner Lustfpieihaus aufführen taffen. — Dem Grafen Leo Tolstoi, ber am Montag burch Moskau tarn, würbe bei seiner Abreise eine große Kunbgebung bereitet Etwa 10 000 Menschen hatten sich versammelt unb empfingen Tolstoi mit begeiferten Hurrarufen. Tolstoi war tief gerührt. wolle Man schreibe ule.) ckI:t. inc& srlrfame Pläne yr 6s daß er die 2 : nnc gm-’- uns aufre zen werde. Wenn wir angegriffen werden sollten, würden wir uns verteidigen An c.nc Kriegserklärung denken wir gar nicht." Madrid. 5. 21.'. Mit das; anstatt der ganzen Tivisimi t?? (Generals Ampudia nur eine Brigade nach Melitta abgehen würde: um Verstärkungen in dieser Höe,e bat übrigens General Marina auch nur._________________________________________________ Deutsches Neich. Aus Königsberg wird gemeldet: Ter Kaiser ist mit dem Fürsten zu Tohna am Dienstag um 12 Uhr 38 Atin. hier eingctroffeii und auf dem Bahnhöfe vom Oberpräsidenten von Windheim emvfangen worden. Dom Bahnhofe begab sich der Kaiser nach der Kaserne des Grenadier-Regrntents Nr. 30, wo er im Offizierskasino das Frühstück einnahm. Um 31, i Uhr erfolgte die Abreise nach Eadrnen, wo er um 5 Uhr 10 Mm. eintraf. Er begab sich nach dem Schlosse. Ausland. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Finanzminister Neergaard brachte im Folketing den Fmanzgcsetzentwurf für 1910/1911 ein, der die Gesamteinnahme auf 96 753 788 Kronen, die Gesamtausgabe auf 117 335629 Kronen veranschlagt; es ergibt sich also ein Defizit von 20581841 Kronen. Für die ordentlichen und außerordentlichen Ausgaben des Kriegs- und Marineministeriums sind zusammen 35818888 Kronen angesetzt, und die gesamten 21usgabcn Jur das Kriegs- uno iOiarineminiftcnuni gegen das Vorjahr um ungefähr 13*2 Millionen stronen erhöht worden. Ter FinanMinister hob hervor, daß and) die Ausgaben für humaüe Zwecke beständig stiegen. Tic allgemeine finanzielle 2a g e sei zwar recht ernst, aber das Wirtschaftsleben des Staates sei gesuno nno besitze große Ent- wicklungsmöglichleiten. Tic Einführung neuer Steuern wolle die Regierung vermeiden, jolang dies möglich sei. Aus Paris wird gemeldet: Am Tienstag nachmittag wurde unter Beteiligung von 63 Avgeordneteii vieler Staaten die Konferenz zur Regelung des intccnaiionalen Äutomobilverkehrs eröffnet. Als erster Vertreter Deutschlands fungierte Botschaftsrat Frhr. v. d. Lancken. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Am Montag ist ein Transportschiff mü Truppen, einer Gebirgsbatterie und ei.ner Maschineuigewehrableilung jvwie Lebensmitteln und Munition an Bord, nach fernen abgegangen Aus Tanger meldet die deutsche Kabelgramm- gesellschaft: Nachdem die Presse Europas für und gegen die marokkanische Anleihe Stellung genommen hat, .hat der mit den maroltaliischen Verhältnissen eingehend vertraute deutsche Staatsangehörige Rens ch h a u s e n erklärt, die Anleihe sei das einzige Mittel, den deutschen Gläubigern Marokkos zu ihrem Gel de zu verhelfen. Nur durch die wiederholten Ver- l'idjenmgcn der deutschen Regierung, daß ihre Forderungen burd) eine Anleihe, an deren Zustandekommen gegenwärtig gearbeitet wird, befriedigt werden könnten, hätten sid) die deutschen Gläubiger des Machfens in Tanger und Casablanca Hinhalten lassen. Jede Verzögerung in den Anleiheverhandlungen bilde für sie einen Verlust. Tic Bezahlung der deutschen Forderungen durd) eine Anleihe hätte zur Folge, daß neue Gelder denl deutschen Handel Marottos zugeführt und neue deutsche Unternehniungen .ins Leben gerufen würden, die jetzt unterbleiben müßten, weil die Kapitalien der größeren deutschen Firmen Ma- -rot'kos sestgelegt und dent Verkehr entzogen seien. Aus Staöt und Land. Gießen, 6. Oktober 1909. * * Tageskale über iür Mittwoch, 6. Oktober: Stadltheater: „Tic fremde Frau". Anfang 7 Uhr. * " Das Großherzogspaar in Karlsruhe. Ter Großherzog und die Großherzogin begaben sid) gestern früh in die Grablirche im Fasanen gart en und legten an dein Sarge des Großherzogs Friedrich einen Kranz nieder, Hier- vuf besichtigten die Gäste mit dem Großherzog und der Großherzogin von Baden die Thoma Ausstellung im Kunst verein und daran anschließend die Majolila-Manufakkrtr. Um 1 Uhr sand Familienfrühstück im Groß!). Palais statt. Die Abreise nach Friedrichshafen erfolgte um 21 , Uhr. * * Pfarr Personalien. S. ft. H. der Gr oh Herzog haben den cuang. Pfarrer Friedr. Ritter zu Ober- Ingelheim, Dekanat Mainz, auf fein Rachsuchen unter An- erfennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt. * * Lehrper son alien. Uel^er tragen nnndc dem Schul- Verwalter Marl '211 e 11 c r zu (ilintbad) bie Lchrerstelte an Der dortigen Gemenweschule. * * Geh. Oberbaurat Schmick soll denmächst )einen Wirkungskreis tnilaifen und von Darmstadt nad) M ünchen übersiedeln wollen, ycvr Schmick, der, wie auch unser Stadt-- baumeister Braubach, int Auftrage dcs Reichskanzlers im Vor jahre mehrere Monate in den deutschen Kolonien zubrachte, um die dortigen Wasfcrverhältnissc zu prüfen, bat vor kurzem den erswn PveiS iür seine Stmnueibcraidagen int bayerischen food) .gebirge erhalten. Mit der Ausführung dieser Bauten soll dem nächst begrünen werden. • • Der 3um französischen Generalkonsul in Frankfurt a. M. ernannte Pierre Marie Richard, dem das ReichSexeqnatur erteilt wurde, ift zur Ausübung konsularischer Verrichtungen in Hessen zugelassen worden. • • Sladttheater. Tas geplante Gastspiel von Frau Luise Willig mußte wegen Urlaubsschwierigketten der Künstlerin aufgegeben werden. Eö ift der Direktion nun gelungen, in der berühmten Tragödin s2( bele Sandrock einen glänzenden Ersatz zu hüben. Frl. Sandrock wird demnach am Mittwoch, 13. Oktober, mit einem Ensemble von Berliner Bühnenkünstlern hier ein einmaliges Gastspiel auS Gabriel d'Annunzioö ,03 ioconba" absolvieren. Sowohl die ftünsl- Icrin, wie der Autor kommen zum crftcnmalc in Gießen zmn Wort. Adele Sandrock ist ziveifellos eine der bebeutcnbftcn, wenn nicht die bedeutendste und eigenartigste der Heroinen großen Stiles der Gegenwart. Ter Direktion ift es geglückt, für dieses Gastspiel eine Vereinbarung zu erzielen, wonach die Abonnenten Preisermäßigung genießen, ,vas gewiß willkommen geheißen wird. Roheres wird noch bekannt gegeben, doch werden Vorbestellungen schon von jetzt ab auf dem fll)catcrbureau entgegengenommen. * • Vermißt. Aus Weilburg wird uns geschrieben: Der Kandidat des höheren Schulamtes Luckei) ist ohne jeden ersichtlichen Grund — er hat sich stets als tüchtiges Mitglied des pädagogischen Seminars gezeigt — ivahi- jdjemlid) in einem Anflug nervöser llebnuijung infolge angestrengter geistiger Arbeit am 23. September von Löhnberg nach Gießen g.fahren und hat seit dieser Zett nichts von sich hören lasten. Nachrichten über den Verbleib des oben genannten Herrn werden an den Gymnasialdirektor zu Weilburg erbeten. — Steinbach, 5. Okt. Eine für diese Jahreszeit seltene Erscheinung konnte heute gegen Abend in der Umgebung beobachtet werden, ein Herbstgewittcr. Man sah mehrmals deutlich den Blitz und vernahm auch ein verhältnismäßig starkes Donnern. H Lich, 5. Okt. Auf unserem Güterbahnhof herrscht in letzter Zeit ein reger Verkehr. Seit etwa 14 Tagen werden von Händlern täglich Zwetschen verladen. Tausende von Zentnern sind schon abgegangen. An manchen Tagen standen in langer Reihe Fuhrwerk hinter Fuhrwerk lind harrten dec Erledigung. Tie Zwetschen, die zum großen Teil in Branntweinbrennereien, aber auch teilweise auf die großen Zwetschen- märkte im rheinisch-westfälischen Industriegebiet versandt werden, wurden anfangs nut 2,50 Mk., jetzt noch mit 2 Mk. der Zentner bezahlt. — Jetzt werden auch täglich schon Kartoffeln verladen. Für g\itc Speqefartofteln (magnum bonum und ähnliche Sorten) zahlen die Händler 4 Mark für dos Malter. Leider liefert hier die „magnum bonum“ nicht mehr die früheren Erträge, sie ist in unserem Boden vollkommen auSgeartet. Schon seit einigen Jahren sucht man sie daher durch andere, im Geschmack ähnliche ober gleichwertige Sorten zu ersetzen, von denen sich hier bie Industrie", die „ever good“ (immer gut), die „verbesserte magnum bonum“ und die „Up-to-date“ sehr gut ein» geführt haben und sich großer Beliebtheit erfreuen. Besonders die beiden letztgenannten Sorten haben in diesem Jahre ganz enorme Erträge geliefert, sie vermögen dazu auch der Cuolität nach die magnum bonum vollständig zu ersetzen. Es sind hier Bauern, die daoon auf dem Normalmorgen 60—70 Malter geerntet haben, keine Seltenheit. So sind in der Licher Gemarkung durch die neuen Sorten auch dieses Jahr wieder gute Ernten erzielt worden. Wer allerdings noch die „alte" magnum bonum gezüchtet hat, mußte sich mit sehr geringen Erträgen zufrieden geben. x Nidda, 5. Okt. Tic int Vergleich mit den Vorjahren geringe städtisclfe Ernte an A c p f c l n und Birnen brachte dicsesmai den stattlicr.cn Erlös von 1515,60 Mk. Tic mein als doppelt so starke Ernle des Jahres 1908 brachte nur 2000 Mk. Ucbrigciid hatte der Sturm in letzter Nacht mit dem jd>mcrcn Gußregen' die Bäume arg geschüttelt. Büdingen, 5. Okt Ter Kreistag beschloß zur .Herbeiführung einer billigen gemeinnützigen Stelleuvermitielung die Errichtung einer K r eis a r b e i ts n a chweis ste l le in Büdingen mit Nebennach.veisstellcn in Nidda, Echzell, Dübels h e i in und Usenborn. In den Kosten luirö auch die Zentralstelle bet? Mitteldeutschen Arleitsnachtveisverbandes einen Zuschuß von zweihundert Akark gewähren. L. Friebberg, 5. Okt. Die Bezirksspark ässe bc§ Mathildenstistes hat das Haiisspartassensystem eingeführt. Die Kaste gibt Sparbüchsen ab, die vom Sparer nicht geöffnet werden können. Dem Sparer ist e§ möglich, fein Geld in kleinen Beträgen zu sparen, um bann bie gefüllte Sparbüchse je nach Bedürfnis auf die Kaste zu tragen, woselbst die Beträge dem Einzelnen gutgeschrieben werden. = Marburg, 5. Okt. Die zweite Bersammlilng der 34. Hauptversammlung des Hejsischeu Volksfchullehrer- vercius begann mit- Begrüßung der erschienenen Ehrengäste durch den «Vorsitzenden Lehrer Grebe Kassel, woraus Oberbürgermeister Trojc, Rcgiernngs- und Sdmlrat Dr. Quehl von Kassel, Landrat von Regel ein, der Rektor der Marburger Universität, .Herr Geheimrat Tr. Voigt, Obcrrealschnldircktor M nabe und der Vertreter des deutschen Lehrcrvereins, Lehrer P l a u c r t, Begrüßungsansprachen hielten. Daraus hielt Herr Geh. Medizincurat Prof. Dr. Tuczek einen Vortrag über „Pädagogik und Pf h ch o p a i h o l o g ie". Nad) halbstündiger Pause sprach Lehrer Wilhelm Brand au aus Kassel über „I u - g e u d s ü r s v r g e". Seinen lichtvollen, fesielnden Ausführungen lagen folgende Leitsätze zu Grunde: 1. Tie sozialen, wirtschaftlichen und geistigen Umwälzungen der letzten Jahrzehnte und die gleichzeitige gewaltige Zunahme unserer Voltszahl haben eine wach,ende Verwahrlosung eines großen Teils unserer Jugeild zur Folge gehabt, die eine große Gefahr für die Zukunft unseres Volkes bedeutet. 2. Tic Lehrerschaft betrachtet es als ihre Aufgabe, alle Maßnahmen und Einrichtungen zu fördern, bie geeignet sind, die gesamte Jugend in torperlidjer, geistiger lutö )üt licher Beziehung zu iväftigen, insbesondere der gefährdeten Jugend günstigere Erziehungsbedingungen zu schaffen. 3. Im Interesse einer durchgreifende,! Jugendfürsorge sieht sie es als eine ihrer Hauptaufgaben an, daran mitzuwirken, daß sidi alle Stände und Schichten unseres Volkes zu einer machtvollen Gesamtorganijation vereinigen. And) hält sie die Errichtung eines Ministeriums für Volkswohlfahrt für notwendig, das die freiwilligen Fürforgearbeiten für Jugendliche zweckmäßig regelt und ergänzt. 4. Tic Lehrer- fchaft bedauert, daß man sie von der Mitwirkung an den Jugendgerichtshösen ausschließt und gibt der Erwartung Ausdruck, daß mau die Lehrer be. der in Aussicht flehen den Reform des Strafrechts zur Mitwirkung an allen zum Zwecke der Jugendfürsorge getroffenen Einrichtungen neben Juristen, Aerzten und Theologen als gleichberechtigt heran- zieht. Die Thesen sanden nad) kurzer Besprechung die einstimmige Annahme der Versammlung. Im Anschluß an den Vortrag kennzeichnete der Geschäftsführer der „Ge- selljchaft für Gemeinwohl" im Reg.-Bez. Kassel, Tr. Recke, die Verbandsbestrebnngen sür systematische Fürsorge der gesährdeten und verwahrlosten Jugend und bat um die Mitwirkung der Lehrerfchast nach dieser Seite hin, dergestalt, daß sie m allen Woytiayrt-angelegcnheiten den Verband in Anspruch nehmen möge. Lustschiffahrt. Frankfurt a M, .i latbam, Rangier und d e E a t e r s find bereits hier eingetroffen. B l s r i o t wird morgen abend von Paris ankommen. Tie Kölner Flugwoche. Köln, 5. Okt. Ter heutige Flugtag stand unter dem Einfluß starken Windes. Tronbcm wurden um 4 Uhr 45 M die Flugapparate ans dem Schuppen geschafft und gleich darauf ein Ausstiegsvcrsud) Blenots augekundigi, der and) schließlidi gelang und vier Minuten dauerte. Äregi ging dann mit Paulhans Apparat hoch, konnte sich aber and, nur wenige Minuten in der Luft halten Um .3 Uhr 23 Minuten stieg Bl4riot von neuem aus, machte eine Runde über dem Flugfeld, fuhr hierauf in einer Hohe von ekwa 20 Metern nördlich über das Flugfeld hinaus und kehrte Dann zurück, um nad) vier Minuicn langem, ptäd)t gern Fluge zu landen. Tann versuchte Delagrange um 6 Uhr 2 Min. aufzusteigen, konnte sich cb-'r nur zweimal auf ganz kurze Zerr rom Erdboden erheben Bleriot wollte um 6 Uhr 9 Mm einen 'l?afiagierauf'*rieg unternehmen. kam aber nicht doch, Worauf er um 6 Uhr 12 Min. nochmals aufnieg und bei ir 'hr als 1<) ScFurdcnmetcr Windstärke vier Runden in sechs- Minuten machte. Antwerpen, 5. Oki Für die hiesige Flugwocke sind bis setzt verpflichtet: Ro agier, Tclagränge, o e Caters. Schluchrer. Außerdem wird noch der französisd)e Lenkdallon Codiae und der beuts ehe Lenk- ballon Eloutb hier erwartet. Tas dcutfche Luftschiff will versuchen, die Fahrt von Frankfurt nach Antwerpen in der Lilft zurückzulegen. FriedricysHafen, 5. -Okt. Heute vormittag traf Prinz Heinrich mit Korvettenkapitän Mischke, Oe- heimrat Lewalb, Professor Hergesell und Graf Zeppelin im „Teundint ^>rujc" zu einer Sitzung zusammen, die wahrscyelNl.'th der Abnahme des „Z. 3" durch das Reich gilt. Kur; vor Beginn der Sitzung stieg der „Z. 3" zu einer Werkstatt en fahrt auf, die ununterbrochen >is zum Abend dauern fall. V^orgen fall ein weiterer Anstieg stattsinden, an dem auch Prinz uno Prinzessin Heinrich oroic der Großherzog und die G r o ß h e r z o g i n von Hessen, die im Lause des heutigen Tages in Friedrichs- hasen eintrefjcn roeröen, teilnehmen. Rewyork, 5. Okt. Wilbur 23right 'erlitt bei seinem heutiaen zweiten Ausstieg einen Motorschaden, weshalb er die Fahrten aufgeben mußte. handel. — Tie 23a br f d>c in 11 a> te 11 einer weiteren Diskonterhöhung der Reichsbank ist nach den letzten Berliner Meldungen noch gewachsen, da die ÄnipMinnng weiter vergrößert ist, als sirr gleichen Zeit des 2Zor,ahres. Allerdings smb mit diesem die Vergleichungen dadurch erschrvert, daß bt-Mx-r mir der Status per 2. CBober vorliegt, wahrem» für das Vorfahr durch das TazNTischeiifallen des Sonntags der 3. Oktober maßgebend war. Es ergeben sich gegen den 30. Scrtcntoer folgende 2Zer- änbenmgen: Ter Mctallbcüand nahm um 44 Millwnen Mk. ab (i. V. im 32 Millionen. Der Wechselbestand hat in den beiden Tagen um 4 Millionen zugenommen, während er im Vorfahre um 58 Millionen Mark tibgc nominell hatte Ter Giro bestand verringerte »ich um 53 Millionen Mk i. V. um 12 Millionen Mk. , hauptsächlich durch private Abhebungen, bcupielifltM'tic für Hinu" tbelenzahlüngen Ter Notenumlauf stieg um 42 Millionen Mk. auf 2064 Biülionen Mk., während er im Voriatire um 7 Millionen Ml ijogciuntmai hatte. Jufalgcdeinai wuchs am ersten Tage der ungedeckte Notemimlaus um m»ch 135 Millionen Mk. (i. B. um 122 Millionen '.»Jet , er nahm am 2. nur um 49Mü- lionen Mk. i. V. um 97 Millionen Mk. ab. Tiefe Situation bringt cs, wie die Frankfurter Zcilmig annimmt, dem Bank - birettorhnn zur Gewißl^it, baß eine weitere Tiskonr- er Höhung unvermeidlich, ob um . Prozent oder gleich um 1 Prozent, ist nod) nicht entschieden, da bisher feine Dir ei ürrialsitzung stattgesilnden hat. Ebenso sind die Meinungen noch geteilt darüber, ob der Ausweis per 7. Oktober abzuwarlen oder vorher schon mit einer Erhöhung vorzugehen tiL Markte. th. Gießen, 6. Okt. Der gestrige R i n d v i c h in n r f t hatte einen Austrieb von ca. 1300 Sriirf Großvieh und 400 Sind Jungvieh und Kälbern. Am Mildwiehmarti wurde wi>'der sehr über die schädigenden Wirkungen des Vormarktes geklagt, bei dem diesmal ansehnliche Posten schwarzbunter Ware verkauft wurden, womit nicht nur die Diere, sondern auch ein Teil der Kundschaft dem eigentlichen Markt entzogen murben. Tao Geschäft in Milchkühen war gut zu nennen. Die Preise hielten sich unverändert auf alter Höhe Einkäufer aus Thüringen kauften größere Posten Simmentaler Vieh. Ter Fettviedmarkt verlief lebhaft bei leicht anziehenden Preifcn Tao Geschäft in Star m war weniger lebhaft, da letzt fd)oit Wild auf den Monium befferer Kälber drückt, doch war der Vorrat unterzubringen, als die Verläufer uni 1,50 bis 2 Ml. für den Zentner abschlugen. Jungvieh war viel am Markt, aber schwer an den Mann zu bringen. Ein Poften Mastochfen fand bei billigem Angebot gute Abnahme. Gangochfen, bie nur in gut leichter Ware aufgefahren waren, wurden für die Provinz ^angefanft, aber nur niäßig bezahlt. Gehandelt wurden das Stück: Kühe, frischmelkeno und tragend, 1. Qualität 475 vis 530 Mk. -einzelne ötiO Mk. , 2. Qual. 370 bis 450 Mk., 3. Qual 280 bis 350 Mk. Jongliere zur Mast je nach Form und Aller 100—180 Alk. Bezahlt wurde der Zenliier Schlachtgewicht: iür feue Rinder 1. Qual. 70—72 Alk., 2. Qual. 67—69 Alk.; fette Kühe 1. Qual. 64 bis 66 Alk., 2. Qual. 60—62 Alk., 3. Qual. 56—56 Mk., Wurstkühe 50—52 Alk.; Kälber 1. Qual. 65—70 Alk. teinzelue schwere Tiere bis 75 4UIC.1, 2. Qual. 57—62 Mk., 3. Qual. 53 — 56 Alk. i iaug» ochsen luiuöen verkauft das Paar mit 80o 'Dl(., Alaftochfen erhielten der Zentner Lebendgewicht 31—36 Alt., fette Ockisen iverdeu m der Gegend in bester Ware mit 79—80 DK. der Zentner Schlachtgewicht bezahlt. fc. Frankfurt a. Al., 6. Okt. Schweiurinarkt. (Crg.« Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkawe standen 1243 Schweine. Bezahlt wtirden: für Schweine 1. Qual. 75—77 Pig., pebendgewievl 59,0 bis 60,0 Plg.; 2. Qualuäl 71—75 Pfg., Pebeudgewichl 59,u—00,0 Pfg., 3. Qual. 68—73 Pig. Geschäft langfam, Ucbcriiaiid unbedeutend. Voraussichtliche Witterung für Helfen am Tom,er.ul; bei 7. Oktober. 2lach vorübergehender Auihefiernng wieder Trübung bei auffrischendem Südweft. Fortdauernd nndeftändig. Grcginal-Drahtrneldungen. Dietz, 6. Olt. Das französische ftriegsnunlstenum beabsichtigt, die Garnison Pont - L - Mousson, die kaum 12 km von den Metzer Forts entfernt liegt, bedeutend zu verstärken. Es soll in allerkürzester Zeit ein Bataillon Infanterie dorthin fomnierf: Trag, 5. Okt. Der Professor bc. Kirchrntcchts Dahr- mund, dessen Vorlesungen aus Betreiben der Klerikalen von der UnterrickusbeKörbe inert genehmigt wurden, fud;tc, der „Bo- l-emia" zufolge, um seine Pensionierung nach. Madrid, 5. Okt. Der „Heraldo" meldet aus Tctuan, der dortige Gouverneur habe gegenüber spanischen Journalisten, dem früheren Deputierten und ehemaligen Staatssekretär des Innern Armcnan, erklärt, der Nif krieg werde, wenn Spanien ihn nicht beendige, lange dauern. Der Feldzug werde von keinem Nutzen sein, auch wenn Spanien triumphiere; beim es handele sich um einen Krieg gegen Rebellen ohne Zahl, die vom Sultan so unabhängig seien, daß weder dieser noch der Maghzen die Verantwortung übernehmen könnte. Der Sultan ivache eifersüchtig über die Unabhängigkeit seines Reiches und sei gezwungen, sic zu verteidigen. Er einpfinde deshalb tiefes Bedauern über die Haltung Spaniens, imb sein Mißmut werde vermehrt durch die Befürchtting, daß er trotz seiner loyalen Freundschaft für Spanien zu einem peinlichen aber unvermeidlichen Bruch gezwungen werden könnte, wenn die Dinge so weiter gehen. Konstantinopel, 5. Olt. Tic Sonberge|anbt* fchaft zur Begrüßung des russischen Kaisers ist heute nach Livadia abgcrciH. New-Pork, 6. Okt. Auf der „Biktona Luisc^ über- reichte gestern eine Abordn u u g des d e u t j ch e n ft r i e g e r - bundes dem Großadmiial von Köster cm jilberncS Ta f clfcruice für den deutschen Kaiser. Es genügt für 3 Tassen Ebe Sehenswert. 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(5481 rZrau Professor Schmidt, ^lahrungSberg 8. Meldungen Bleichstrabe 20 II. erbeten. — Vermittelung nicht ausgeschlossen. _______________ 5ür mein »eines Kolonial waren», Delikatessen-tc.» Geschäft suche per sofort (0#a2U «tiicblige Yerkäulerio ev. auch befähigtes Lcbrutadchcn uci freier Station u. Vergümng. Georg Lommrt, Weilburg a. Labu. Kür militärfreien jungen Kaufmann, bet mit allen Bureauarbeiten vertraut ist, wird Stellung gesucht. Sloit u. Logis möglichst tm Hause. Auskunft erteilt Änton Waldichmidt, 5452' Svenglermeifter, Weylor. üin gebild. älteres sräakii aus guter «jamilie. beroanben in Buchfübrung u. anderen itbrirtL Arbeiten, wünscht Stellung als Privatsekretärin oder sonstigen Vertrauensposten. Schriftl. Angebote unter 07506 an den Giebener Anzeiger erbet. Einfaches Aräuletn, In allen Zweigen des Haushalts erfahren, fucht Stellung als Stütze, wo Dienstmädchen vorhanden ist. Schriftl. Angebote unter 07560 an den Giestener Anzeiger erdet. Verschiedene Aeltcre Dame findet bei kinderlosem Ehepaar dauerndes Heim. Schriftl. Angebote unter 07604 an den Giestener Anzeiger erbet. Fran^ahe mattresse brevet^e donnele^ions. Hautes r6f6rencea. {07356 M" de N.-Renand. Wilsonstr. 8. Frifeuic nimmt noch Kunden an. Seltersweg 81 v. links. 07354 ßnlerliiirgtrlid». Mittagstiich in unmittelbarer Nahe der Lesehalle gesucht. AitSführl. Angebote mit Preisangabe u. 5527 a. d. Giest. Anzeig. ■ »“vars 1. Januar 1910 zu vergeben. schriftl. Angebote unter 07528 an den Giestener Anzeiger erbet. Kelte öfnndie $oggt entlauf, auf den Namen »Casar* hörend. Diederbringer erhalt Belohnung. Vor Anlaut wird gewarnt. ,5544 15 brüt, Henchelbeimer Müblchen. 21 m Dienstag nachuiittag wurde eirtc 61fenbeinfette otriarts. Abzugeben gegen Belohnung 07613] Weferstrahe 2. Verband deniseher Hand angs - Gebillen zu Leipzig Kreisverein Glessen Donnerstag den 7. Oktober abends 9 Uhr im Hotel Schütz: Vortrags-Abend. Redner: Herr trdix Maranort auS Leipzig. Thema: ..ßevölkerungsvermehrung. Wirtschafts - Entwickelung und Sozialpolitik.“ Wir laben unsere Mitglieder hierzu ein und sind eingefuhrte Gäste, foiüte Kollegen, die noch keinem Verband angehören, herzlichst willkommen. \-r-, 10-____________Der Vorstand. Stadttheater. Kür die Aufführungen von .Adder Bauer" u. .PrecioMa* ist noch die Mitwirkung von einigen stimmbegabteu tau und Kerren erwünscht. — Meldungen an daS Theaterbureau.__________ H« JMMer Giessen. Direktion: Hermann Steiegoetter. Mittwoch den 6. Oktober 1909 Anfang 7 Ubr l.Mittwo^h-Äbonnem. Yorstelloii^ TST Novität! -wx „Die fremde Fran“ (l,a fern nie X . . .) Schaufplel in 4 Akten von Alerandre Vtsson. Anfang 7 Uhr. Ende »•/. Uhr. Nach der Mittwoch-Borstelluns halt ein Omnibus in der Süd- Anlage, der spätestens */*10 Uhr nach der Bahn iabrt Freitag den h. Oktober 1909 Anfang 8 Uhr 2. Freitag-AbonneiiL-YorstelliM OST Novität! -40 Tauberes Äliädchen oder Junge zum Milchtragen von 8 bts 1 Uhr sofort geiuchi. .1430 Dcutichcr Hoi, '.'lenenweg. „Im Klubsessel“ Lustspiel in 3 Akten von Earl Nützler und Ludwig Heller Anfang 8 Uhr. i^nde 10 Uhr. [5539 hesstiHcn ftonfumoereine bcu Der Sladiausiage der ^einigen Nuinmec liegt em JlugdlaU des AgikationsauöjchusjeS der