Zweites Blatt 9!r. 182 159.K Freitag 6. August 1909 Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags. Emeral-Ailzeiger für Gberhesjen >L 8 Uhr, im eign des Frankfurter Börse, 6. August, 1.15 Uhr. 3l/,e/o Reichsanleihe 3°/e do. 3'/,% Konsola 119.50 237.50 iercm » einem fremden Volke sich nur 99-80 99.40 150 000 deutsche Dausbesitzer haben heute keinen Einfluß aus Steuergesetzgebung. Sehen Sie sich demgegenüber den Bund Landwirte an, der den Städtern fortgesetzt das Fell über Lhren zieht, um sich mit den Geldern der Allgemeinheit Taschen zu füllen. Leider gehören viele von Ihnen Parteien 195.20 183.10 20.60 93.— 144.20 August. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . Laurahtitte . . . Lombarden E. B. . * • Nordd. Lloyd . . . Turkenlose . • • • Laurahtitte ...... Nordd Lloyd..... Oberschles. Eisen-Induatrie Berliner Handeisges. . . Darmstädter ljank . • . Deutsche Bank . . , , Deutsch-Asiat. Bank . , Diskonto - Kommandit , . Dresdner Bank . . . • Kreditaktien . , . Baltimore- und Ohie- Eisenbahn . . . * • Gotthardbahn • . . . • Lombard. Eisenbahn. . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince - Henri - Eisenbahn . do. Hessen . 62.10 63.80 99.50 96.00 93.00 144.20 48.20 88.20 66.10 99.45 .'mer Poesie beschlossen, daß es bwer offenbart. >t, Feuerwv aupcrte. — Rechtsanwalt Strauß (Münchens befürchtete, daß die wirtschaftlichen Wirkungen des Gesetzes die Hoffnung der Bauhandwerker nicht erfüllen werde. Schließlich nahm die Versammlung noch nach einem Referate des Rechtsanwalt Kohlmann (Dresden) eine Resolution gegen die Unterstützung der Baugenossenschaften aus öffentlichen Mitteln an. Morgen werden die Beratungen fortgesetzt. ■ der Hausbesitzer einzuberufen, wozu die Berliner Vereine die i» einleitenden Schritte tun sollen. — Die Resolution des Vorstandes >urde schließlich angenommen. — lieber das Gesetz, betr. die ■ Sicherung der Bauforderungen, sprach Rechtsanwalt Aehnelt I Lerlin), der den ersten Abschnitt trotz seiner drakonischen Be- ■ simmungen ats inhaltlich äußerst vernünftig bezeichnete, aber 1 '3 eben feit gegen die Fassung des Passus betr. den Bauvermerk Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Unioersitäts - Buch- und Sleiudruckerei. R. Lange, Gießen. (oMaum Arte, sowie Ä ugen L'cöingulM ■ il, iifl&cbotc UM. ■ Vicwnex Anzeign ta ■ rlatholifche Gemeinde. Gottesdienst. <5 a m § t n'n den 7. August: Nachmittags um 5 Uhr und abends um ä Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 8. A u g ust, 10. S onntag nach Psing stenr Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe. „ um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. , um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. , um 11 Uhr: Heil. Mehr mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^ä>51. Tel.»Adr.:AnzeigerGießen, 20.75, 146.30 129.00 Kirchliche Nachrichten. Loangejische Gemeinde. Sonntag den 8. A u g u st, 9. nach Trinitatis: Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierlen aus der Maikusgemeinde. Vormittags 91/. Uhr: Pfarrer D. Schlosser. 2n der Zohanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer A u s s e l d. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johaunesgemeuide. Vormittags 9'/, Uhr: Pro«. D. G cf. Tie Amtsgeschaite für die Lnkasgemeinde versieht für die Zeit vorn 26. Juli bis 22. August Pfarrassistent Haustein (Wetzstein- straße 38). Landwirtschaft. — Einfuhr von Simmentaler Vieh aus der Schweiz. Tie Ankaufskommission des Landwirtschaflskammer- Ausschusses wird vom 23. lfd. Vits, ab im Simmental die ihr übertragenen Ankäufe von Simmentaler Vieh ausführen. Während ursprünglich nur Bullen angekauft werden sollten, hat der Vorstand nuninehr auch seine Cimvilligunq zur Milbesorgnng von Kühen und Kalbinnen und event. einigen Saanen-Ziegenbocken unter der Bedingiing gegeben, daß Zuschüsse nicht geleistet lind Fracht und Zoll von den Bestellern getragen werden. Letztere haben also den in der Schiveiz bezahlten Ankaufspreis zu entrichten. Tie Beteiligung an dem diesjährigen Jinport scheint groß zn werden; damit ledoch die Vorkehrungen rechtzeitig getrofsen werden und feine Zurückweisungen erfolgen müssen, liegt es im Interesse der Viehzüchter, ihre Aufträge baldigst dem Landwirlschaslskainmer-AilSschuß m Gießen mitzuleilen. __________ was sie gelitten, doch ein jeder ahnt, daß ihr einst etwas Furchtbares in den Lebensweg getreten sein nniß. * Unglückliche Liebe. Fräulein: „Es freut mich, daß Sie mich L.ben, Herr Dallcsheim, aber ich habe kein Geld." Dalleshcim: ,^Jch dachte mir ja gleich, daß ich Sie unglücklich liebe!" die der die die an, 90.00 86..j5 95.65 86.40 95.00 Bildung, englische Sprache das schönste Instrument der Poesie- nur im Bereich der vereinigten Königreiche mochte er leben und schaffen. Als er von seiner venetianischen Reise zurückkehrte und ihn der Premierminister Rüssel fragte, wie ihm die Lagunenstadt gefallen, antwortete Tennyson: „Garnicht, denn ich konnte dort keinen englischen Tabak bekommen." Diese Enge des Blicks und des Erlebens ist denn auch für seine Kunstfornl bestimmend gc- worden. Nirgends begegnen wir persönlichen leidenschaftlichen Bekenntnissen. Dieser Einsame, der keine anderen Menschen schildern konnte und in dessen Werk sich kein fest umriß'ner Charakter findet, der alles aus dein eigenen Innern schöpfte und an gestaltlose Ideen anschloß, fühlte sich nur vertraut und heimisch in seiner, heimatlichen Natur, die er unermüdlich und wundervoll besungen.. Es ist die englische Landschast in ihrer künstlich kultivierten Ueppigkeit, in ihrem weichen, von feuchtem Nebel umhüllten Traum-' schimmer, die in aller Pracht ihrer Farben und Lichter aus seinery müden süßtönenden Versen heraufsteigt: weite Rasen, blumige Beete, alle Reize der Gartenkunst laden zum hindämmernden Genießen ein. Diese bei der: Engländern nicht seltene zurückhaltende Passivität, dieser Mangel an Leidenschaft, der sich in seiner beschaulichen Naturliebe äußert und ihm kein einziges leidenschaftliches Liebeslied gelingen läßt, wird bei Tennyson ganz im Sinne der allgemeinen Kultur seines Landes durch eine stark betonte moralische Tendenz seiner Dichtung ersetzt, die er schon früh int „Palace of Art" als notwendiges Element der Kunst forderte.. So zieht der Dichter in dem so leicht und duftig angesponnenew Versmärchen „Die Prinzessin" gegen die Frauenemanzipation zu Felde und wendet sich in dem düster großartigen lyrisches Melodrama „Maud" gegen das Uebergewicht der materiellen! Kultur, die eifervollen Predigten Carlyles unterstützend. Mit breitem Behagen an bescheidenen Familienszenen mall er Genrebilder aus dem Leben der kleinen Leute, Szenen voll schlichten! Glücks oder auch tragische Idyllen, von denen „Enoch Arden" die gelungenste ist. Ja, schließlich wird ihm alles zur Allegorie und seine tiefsinnig formgewaltigen „Königsidyllen", die den Kreis der Arthussagen mit einem modernen Geist erfüllen und die ex als sein Lebenswerk betrachtete, werden zu einem Kampf des Guten mit der Sünde, der Seele mit den iöegictben. Tennysons Stil erhält eben seine Schönheit und Stimmungsgewalt nicht aus einem bildhaften Schauen, sondern aus einem musikalisch erregten Träumen. Seine Sprache ist wie ein kostbarer, aus bunten Farben und glitzernden Fäden, aus seltsamen! Bildern und exotischen Lrnamenten allzu reich gewobener Teppich, der leicht unruhig und grell wirken kann. Wo aber diese prunkende tntö schwere Form durch ein tiefes Empsinden geläutert und durch ein erregtes Pathos belebt ist, wie in den Totenklagen und Wcihnaü ishymneu von „In memoria n", wie in den schönsten^ Gesängen der „Königsidyllen" und einigen Gedichten, da erhebt' sich Tennwons Lyrik wirtlich zu einer begnadeten Meisterschaft dex beseelten Form, zum großen vollendeten Kunstwerk. Tr. P. L< fud). viele T am. l'-Hc ied.Sranö.d.staüiM Heirat^Äcrmtilii urt a. M.'.dMbaiM robe-Nr t.üerfMSc anut geß.oOH toi« Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Indnstri“, Giessen. Tie „Eichener FamMenblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen 5eit» fragen" erscheinen monatlich zweimaL die diese Beutclschncider und Buschklepper zu unterstützen bemüht sind. Wir ballen wohl die Faust, aber nur in der Tasche. Schon den Magistraten gegenüber sind wir sehr bänglicher Natur und rvenn der Regierungspräsident oder, gar Oberpräsident kommt, dann machen wir eine Referenz, eine Kniebeuge nach der anderen. ,ln anderen Ländern würde eine Regierung, die so volksfeindliche Reformen durchsetzt, einfach fortgejagt werden. Redner kommt nur den Hansabund zu sprechen, der ebenso unpolitisch sei, wie der Bund der Landwirte. Er wolle nicht den Antrag stellet!, sich dem vansabunde anzuschließen, er wünsche aber, daß etwas geschehe, damit endlich einmal den Beutelschneidern vom Bunde der Land- irictc gezeigt werde, wie der städtische Haus- und Grundbesitz üoer seine Forderungen denke. — Zn der weiteren Debatte wandte ich Stadtverordneter Höhne (Leipzig) gegen die Wertzuwachs- it’uer, da sie einen sozialistischen Zug an sich trage. Die Be- cstung durch die neuen -steuern hätten aber nicht allein die Land- »undler gebracht, auch Großindustrie und Großkapitalismus hätten »eles auf dem Gewissen. Die Unterschriften ans dem Aufrufe dcs Hansabundes wiesen fast nur Namen der Großbankiers und Großindustriellen auf; zum Teil befänden sich auch Leute darunter. Lennyson. »(Zu seinem 100. Geburtstag. 6. August.) Am 6. August wird ganz England sich vereinen, um den 100. (itburlstag eines Nationaldichters feierlich zu begehen, dem die •j :iten des ganzen Erdenrunds eine Verehrung und Liebe ent- lejenbringen, wie wertigen ihrer Poeten. Seit Freiligrath in tet 40er Jahren des 19. Jahrhunderts seine ersten Gedichte ermutig und fein ins Deutschs übertrug und Geibel dem wähl I verwandten Lyriker herzliche Worte einer verständnisvollen Wür- .igung widmete, sind seine Werke immer wieder in unsere Sprache il übersetzt worden. Aber eigentlich populär getvorden ist bei uns || doch nur das kleine anspruchslose Epos „Enoch Arden", das die juglänber mit Recht weit hinter andere seiner Dichtungen stellen. iAas hauptsächlich in Tennysons Dichtungen zu unserem Publiium 'prach, war die etwas weiche Sentimentalität und die moralische Aohlanständigkeit, die einen wesentlichen Gehalt vieler seiner Schöpfungen ausmachten; was an ihm eigentümlich, eckst dichterisch iata groß ist, liegt so in dem spezifisch englischen Charakter 2- AuM '^turaumahlne, koloriert, 'rsolg, Vermischtes* * Kult urfort sch ritt. Am Mittwoch begannen bei Toulon die Schießversuche des Panzerschiffes „(Sonbe* gegen den ausrangierten Panzer „Jena", um das Ergebnis der neuen 164 mm Geschütze zu konstatieren. In dem Panzer sind lebende Tiere eingeschlossen, um das Resultat zu erfahren, welchen Erstickungsgrad die Gase der neuen Granaten Hervorrufen. Victor Hugos Tochter. Geheimnisvolle Tragik umschattet das Leben von Victor Hugos Tochter Adele, die tu den nächsten Tagen — bei einer Aufführung von „Le Boi s’amase“ in der Comsdie Fran^aise — seit langer Zeit znrn ersten 'LUnl wieder in der Seffentttchkeit gesehen werden wird. Eine Loge ist für die Tochter des Dichters reserviert. Adele Hugo lebte seit Jahren mit einer Gesellschafterin einsam und zurückgezogen in einem kleinen Hause in Ökuillp; tein Wort kommt je über ihre Lippen. Sie ist heute eine alte Tarne; aber wenngleich sie weder schwachsinnig noch geisteskrank ist: jcit ihrem 20. Lebensjahre hat sie kein Wort mehr gesprochen. Abseits des Treibens der Welt lebt sie in dumpfem Schweigen dahin; mir hin und wieder überkommt sie die Lust, ins Theater zu gehen. Tann kann man sie mit ihrer Gesellschafterin m einer geschlossenen Loge sitzen lehen, stumm, bc- wegungSlos wie eine Bildsäule; nicht cm Lächeln huscht je über ihre Züge. Tas Seltsame ist, daß fein Al en sch das Germqne weiß von der Tragödie, die sich hinter dieser starren Abgeschlossenheit verbirgt. Als 18jahriges Aiädchen floh sie mit einem englischen Offizier ans dem Vaterhanje; Victor Hugo wohnte damuls in Guernscy, er litt furchtbar unter dieser unüberlegten Tat seines Kindes und wandte große Summen aus, um nach ihr juchen zu lassen ober Nachrichten von ihr zii erhalten. Ter 9lame des Offiziers, der damals Adele Hugo entführte, ist bis heute Geheimnis geblieben. Zwei Jahre nach ihrer Flucht aus dem Vaterhause 3% 3'/,°/< sE M-de-''st -M rl 3l/,°Io Oberhessen . • « 4° 0 Oesterr. Goldrente. . 4'/,°/, Oesterr. Silberrente. 4°/0 Ungar. Goldrente . . 4° 0 Italien. Rente . . . 3°/0 Portugiesen Serie I . 3°/0 Portugiesen „ III . 4’/,% ross. Staatsanl. 1905 4'/J°/o Japan. Staatsanleihe 4°/0 Couv.Türken von 1903 Türkenlose . . . . 4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 4°/0 äussere Argentinier . 3°/, Mexikaner . . . . 47,e/0 Chinesen . . , e Aktien: Bochnm Guss..... Buderus E. W..... Tendenz: behauptet. Verantwortlich für Feuilleton und Vermischtes I. V.: Ernst Anderson. Elektriz. Lahmeyer . . . 114.80 Elektriz. Schuckert . . . 1-5.40 Eschweiler Bergwerk . . 198.001 Gelsenkirchen Bergwerk . 186.00 Hamburg-Amerik. Paket! 122.40 Harpener Bergwerk. . . 195.00 183.20' 93.50 98.50 174.50 134.40' 246.70' 147.10 188.30' 155.70 203.80: < JS.fi®, sammenk«» auf »er swk »-'S gestorben, und richt lange danach mußte die Familie das Elternhaus und die schöne Landschast von Lincoln verlassen, die so eng mit seinen Kindheitsträumen verknüpft war und in seinen Versen herrliche Auferstehung feiern follte. Aus dem Jugendparadies gings nach London, der Großstadt. Da u war ihm plötzlich sein mnigster Freund Arthur Hallam durch den Tod entrissen worden; die hoffnungslose Qual einer tiefen Liebe mußte er ganz aus- foflen, da er keine Aussicht sah, für sich unh die Geliebte mit seinen Versen ein Heim zu gründen. Tie religiöse Gärung, die damals England crgrisfen hatte, zog ihn ebenfalls in ihren Bann und auch Zweifel an seinem Dichterberuf quälten ihn. Aber er rang sich durch mit zäher Entschlossenheit unb gerade das in diesen Jahren aus schmerzvollster Erinnerung, aus dunklem Träumen in erlösendem Glauben geborene Werk „In memoriam", die Totenfeier für den Freund und das Lcbenslicd für seine eigne Zukunft, brachten ihm den Sieg und die allgemeine Anerkennung. Carlyle, der dem Dichter in dieser entscheidenden Zeit seines Werdens und feiner künstlerischen Entsaltung nahctrat, hat ein anschauliches Bild von ihm in einem Briefe entworfen: „Er ist einsam und ernst, lebt in einer düsteren Gedankenwelt und tragt etwas von einem Chaos in sich, das er zu einem Kosmos zu gestalten strebt. Er ist oft unwohl; sein Weg führt durch das Boden- und Pfadlose. Einer der schönsten Männer der Welt, eine Menge wirren dunkeln vaars: glänzende, lachende braune Augen, eine mächtige Adlernase, bedeutend und doch zugleich rein: braune Hautfarbe von beinahe iiwischer Dunkelheit; die Kleidung ungeniert, weit und lose und unbekümmert um die Mode; er rauck t unendlichen Tabak. Seine Stimme ist volltönend, biegsam und doch kräftig, zu lautem Gelächter, zu durchdringender Klage und allem, was dazwischen liegt, geeignet. Die Rede fließt ihm leiö't und seine Gedankenfülle ist gross." Tennysons ganzes weiteres Leben war nun ein Wandeln auf der Menschheit Höhen, ein Ernten der langsam und in Mühen gereiften Fruchte. Nun durfte er seine Jugendliebe endlich zum Altar führen und 40 Jahre lebte das im 15 jährigen Brautstand gealterte Paar nun int ewig frischen Frühling der Liebe und des Glücks zusammen. Die höchsten Kreise erschlossen sich ihm; die Königin wurde seine Freundin iutt> erhob ihn zum Lord; wie ein Fürft lebte er auf seinen herrlichen Besitzungen Aldworth und Farringford. Dabei blieb et selbst stets der in sich gekehrte Träumer, der screue bescheidene Poet. Als er am 6. Sktvber 1892 seine Augen für immer schloß, wurde sein Sarg von den ersten Würdenträgern Englands zur letzten Ruhe in der Wesnninster- Abtei getragen: das ganze London trauerte an diesem Tag und mit ihm die Welt . . . Will man die beispiellose Popularität Tennysons in England verstehen, so muß man die urenglische Wesensart, die nationale Begrenzheit und GZcklchicnöeit seiner Persönlichkeit betonen, wie dics z. B. Kellner in ferner vor kurzem -erschienenen Geschichte der viftorianiia.cn Literatur geean. Albion war sur ihn, wie ja auch heut noch sur so vrele )einer Lanosleute, Maß und Sinn der Welt, englische Kultur der höchste Ausdruck menschlicher 3t. deutscher haurbesitzertag. S. u. H. Magdeburg, 5. Aug. Am heutigen zweiten Verhandlungstage sprach zunächst Stadtverordneter .tzeimstcr (Magdeburg) über „Tie fortgesetzte Be- laßung der Haus-und Grundbesitzt-c". — Der Verbandsvorsitzende ?usiizrat Dr. Baumert legte der Tagung hierzu die von uns bereits mitgeteilte Protestresolution vor, in der es heißt: „Es ist zu tadeln, daß die Reichsfinanzreform in Wirklichkeit eine allgemeine Besitz- und Vermögenssteuer nicht geschaffen hat. ?us solche empfiehlt sich für das Reich vielmehr eine erweiterte Erbanfallsteuer. Was schließlich die vom Reich geplante Wert- .uwachssteuer betrifft, so entzieht auch diese den Gemeinden eine Steuer art. Auch dürste die Steuer, wenn man sie überhaupt für angebracht hält, auf den unbebauten Grundbesitz zu beschränken, nicht aber auf die Wohnhäuser aus zu dehn en sein, weil dadurch unmittelbar das Wohnen verteuert wird." In der Debatte über diesen Punkt der Tagesordnung kam ’i trotz der Mahnung des Vorsitzenden, die Frage als eine lediglich oirtsck-astliche ;u behandeln, zu recht lebhaften Szenen. Wiederholt von Beifall, Lärm und Widerspruch unterbrochen, führte Reck'tsanwalt Cohn (Dessau- aus: Man lebt eben naa) wie vor der fixen Idee, daß der städtische Haus- und Grundbesitz alle Lasten tragen könne, die man ihm auferlege. Im Reichstage genügte ein halber Nachnrittag, um Gesetze zu schaffen, die den .^aus- und (Grundbesitz an den Rand des Abgrundes bringen. LA- *«C Ul>r «„4. » >ie ihrem Namen ein „sohn" anzuhängen pflegten. Man möge ich hüten, dem Hansabunde beizutreten: Nur die allergrößten calber wählen ihre Metzger selber. — Der Vorsitzende Justizrat Zau inert rügt diesen Ausdruck. — Aus der Versammlung wird Berliner Börse, 6. Canada E. B.....184.60 Darmstädter Bank . , . 134.40 ' Deutsche Bank . . , 246.50 Dortmunder-Union C. . • 67.70 ' Dresdner Bank .... 155.10 ' Tendenz: schwächer. g den 9. August U abends 8l/i Kbr 'N 8>/«Uhr am Tunck Läsrkrsü ,en saulötag den T* Tcr Vorstam r«oig donne leconi i0113 conversation. en unter 05156 an ?r Anzeiger erheta ioow.^» iszulcih. Schriitl.L Mla.d.Gieü.Änt! inen l*/3 I. alten Sn WO« stsch ote unter A. X. 5: Marburg. Tennysons Entwicklung hat sich äußerlich ruhig und still vollzogen; die langen Jahre des Ringens unb der Mißerfolge fturden später von einem so glänzenden Geschick, einem nichts "erjagenden Ruhm überstrahlt, daß man sie wohl vergaß und den Ächter ein „Sowntugskind", einen „abgöttisch geliebten Sohn siurtunas" genannt hat. Aber wie Goethe hätte wohl auch Tennu- Mi den Ausspruch tun können, daß er nicht einen Tag seines Gebens ganz glücklich gewesen sei; aus dem Urgrund einer tiefen HUrlancholie ist seine Poesie erblüht. Den Hang zu nervösen ZLchwemtutsanfällen hatte er vom Vater ererbt; so treten denn - iijon .früh Perioden tiefster Niedergeschlagenheit auf, die sein Mzes Leben hindurch wiederkehrten und durch religiöse Zweifel, eMpstndlichkeit gegen die Kritik imö herben Pessimismus gc=- ieigert wurden. Auch seine dichterische Begabung regte sich schon mt ersten Knabenalter. Mit 12 Jahren trug er sich mit Plänen in mehreren Dramen und hat bereits ein Epos von 6000 Versen t nach reinem Kid erfüllt waren. Ebenso war auf der Universität Cambridge, pie er 1828 bezog, das Verfeinachen seine Hauptbeschäftigung, bic er denn überhaupt nie etwas anderes tun wollte. Seine 1880 irshrenenen „Lyrischen Gedichte", öie doch eine großartige Blüte- ||eii der englischen Dichtung cinleitctcn und „eine neue Poesie, ein laieS poetisches Englisch erfanden", wurden von der Kritik ab- irLehnt. Tennyson aber ließ sich in feinem Streben nicht irre machen urb lebte nun 12 Jahre lang in bescheidensten Verhälftnisien iE und in sich gekehrt, nur der Pflege seines Talents, der ^ptsbildung seines Stils. Ente Flut von Schmerzen und schioeren ,-«tftikten stürmte damals auf ihn ein. 1831 war der Vater --------,----------------------- -------— ........... —o fand man die junge Adele, wie sie hilflos durch die Slraßenöteiv- i-er Vorschlag gemacht, m Berlin eine große Zirkusversammlung sPorts irrte und sagte: „Ich bin Victor Hugos Tochter, Heist mir'. Alan brachte sie bann zu ihrem Vater zurück, aber feit jener Zeit hat sie ihre absolute Schweigsamkeit bewahrt. Niemand weiß. Kursblatt des Gießener Anzeigers srs vorn S. Aunnst V>0<). Bant für handel und Jnöuftnc nieötrlofiuflg Girhen. 100 3r 3»' 1901 küudb eb 1»*$ 1000,2000 7480 le. » 91 68. 100.60 L 6. Hdp.B.Ff. fünlb. eb 1906 87. 72.85 !*X» 40u0r 8"/, Renntag, r. .5"! nnk. 1911 2043t 92*0 e*w». l-'XJO 83.201 4 6e. do. M.« «2 AO 3 KalRIAr S.ldost 97 ftenertr. gor. töten Rommunat l (W. Io. 9»M 4. ft. 103. do. do. RyÜlan-Roslow Qracrfr. gar do Uralsk Rrnrrlr gar. 404/2020 do datcrfr. gar. . v. 1886 L S. n k». Hart f.-Btrn. fift. gor. 2020 4040 8V, Rr. Aktien aaeländierher Traneport- 101M 3*/, : 01.49 ihM; 66. 2020,4010 87. B do. a.fl. »st« Stande «herrliche Anleihen. v. 1886 . do. do. 96. LP. 3*/, flfQ|4c|t M. 60f* l >00 93. 4 grriburg Hi. 600'1900 27,6‘u- litxigrub •ttaab-J'ia, 96. 7*/, s'i 4 93. v. 1901 6 et. I tundd. ab 1906 do. 6<| 77,‘ do. v. Nürnberg, tteretnbbf. Hi. 300'1200 10 79.10 M. 37, unt. b. 1910 . U. 4 vnbclbag Vtl. do 1890 . 88.20 M. Ullme 1888 n. 1903 Vtr u. 1898 5r. enr. 3 96.96 ab 1908 . la. b. 1906 ..... —- Ticpt ataert. innrer kxr. I—IV f 146.90 147.40 3 M. I 3 do. I 4 Rubell . 37, 3' , 37, 3'1. 37. Äbl , Pe6*.4O U6.7-) *;» 102.20 96.6, 94.80 v 1301 tünbb ob n. 188- . . . v. 189.» o. 1898 tünbb. ab 1905 . . . . »st. ».st- 3", 37, 3*/, 37. o. 1886 . . . r. 18f>5 . . -. 1886 . . 6er. :»»•».33 nnf. Rr. 1400 . s. st. 2UU e. ft. 260 M. 120U Zlr. 200 jttwntt. aeti^ebt ÜVB. t*«» Amlir . Bieta.€iO-Br , dlHir. _ Kliert II KU. lettjiarb 2 ektr. S4!e der». 8 13 6 6 amort. do. 37, Neubetm v. 19u3 uni. K 1912 3*, Ncnüabt a. I. v. 188» V. v. 1900 tünbb. ab 1905 . v. 1881 IL 1884 adgeft. . e. 188h v. 1898 tünbb. ab 190*2 . v. 1903 tünbb. ab 1908 . w. !-*■« conv. v. l-**y . . v. 1898 . . 37. 87, 37. i. 1903 tunlb. ab 1903 189*1901 . . 37, 3*; 37. 4 4 3* 101.40 123.10 136.90 3* , 3* , 37, 371 77. 67, 7 9 87, ö 10 77, 77, 7 7 st 7 Zlr.» - < . Zrg*»igl^l.) . 1896 61. ». .Zu.- e. 1896 tt 100.- IV-.— KAI 40 !M.7v 9C.6U 94 50 94 AO Io u 3* , 136.'« 181.70 5 77, 67, 9 7 8 10 77. 77. 7 . Borg AO. chet'enkrrch. rrgn. i yatpener , yotrer 3ikn-r. . | (w.reieet .8fwewi l 4U8/2040 . 2040t €tnneeri e. 1*95 fünbb ob IW* do 9 1901 enttigb. d. 1912 Itter 9. 1*?1 fünlb. o, 1W6 . le. 9. 1R9?....... 2*.r3 2.' 20T* 4" Iteiblit'i; litte Atchan.MeIch.1sp Neu« Vosen Ä. *». Breuern Breiing , {-enmnget . . do fr. eh. «startenburg . . . . o M. Vit. N n. Q adgeft. v. 1907 . . . . , R adgeft. . . '6tra8enbabu, o. 1899 . v. 1901 Äbt. I. . . v 1901 stdt. n. u. in. Cefl.-Unj. Bant »3.201 v ett.«Voii8erbant •— I Left-Rrkdit-Lnftelt Er*. Hendel Hq.v.'Donn r.ül'iöo 84 ,jürih. Eolms-Brauntels v. 198) . Bank-Aktien. . . M. 1000 3000 122.4 37, Roftel adgeft. . . 87, Ihlfuigen u. 1886, I Köln v. 1900. . 37, Kreuznach r. 1888 87, Vabr v. 1H89 . 37, do. o. 1902 . L'ladltowf. 85 ftfr. gar. Anatolische t. <3. . . Mey 9. 19a» nnk. b. 191» . - do. o. 19U * tinlbb. ob S1* '207.41 Divrree Obligatienen 4 FubernJ r. 103 5 Zl|^ Vufemt. r. 100 <7, do. r. 102 47, Kifenb. ßientenbonk 147.50 1.14 80 »04 AO 233.— I 175.- 128 50 12« AO 109.— »■XxAul 4 UO.401 4 JOflOr b. 1913 »OOOr 5 le- 47, ea. 4 ®|»|ttl.e; »t?f r.l4i-..4OtünlkMliO6 47. 9 ' 5'/, 67,, 8 3- 3 do. Hyp.-Rred.-f. M. 600 120" itteik Votr.ichreiz,Au.B.. Iuuij Mnteldsche. Rrebitb. . M. 300 1200 Woilb.,. L »Ich». 6.1-VIM. 30o 1200 Lethen bertr. flwkw>«4fn|w. — — . fort-lh. -<* Niwn dhiy . -«derms (h»eu . 11K- . «. . Sr. 37,. -Rennet tooll. aar. 4 6tod .otm v. 1880 37, Zürich v. 1889 6 Stadt Buenos-Aires v. 1**92 u f. 87, 37, 37. 37, 87. 1909 1913 1905 »9* 1906 — — I 2,/„6ülitai.(1Rmb.)6r.A-IL 101.901 4 Toseonifche Central . . —.— I 5 Setifinhan e. 1879 1*7^ I9X) Von dm. Rrebcbenl f'enbbr. T-V la illkw. Rreo ilaok 1*!L IM . küdd. Boden Rr. k. 53 u 54 tui-.rd. do. btl ind. 6er 52 10 2 29 AO | 127.- 4 ; 114.50 9*. 203 7a 103.20 I 4 t 1 95 20 g 86.30 4 so K ». 1«VS do do. o. 181*1 Ctft- €ül tVomb.) tu. 37. le. 37. Io F.ieenbehn-Priori täten. ^aUnlifAe. vreue'chmng. Vondes-C .B. II E ba. do. IE -dgeft . do. do. HI E unt 1.1905 Allgemeine Deutfche Rlfliibabnen ebg. 60*/e küdd. »tlenbabn.*!. Darmstadt ba. do. U. ». 1904 v. 18W conntrt. v 1897 o 1902 v. 1905 do. do. adgeft. 1878 u. n3 . o. 1886 n. 88 . . . f. 1894 tu 1906 unt. b. 1915 Monubetm fundtz ab le. Iimib. ab 9H.7O hO l oo chic«» Tu lOü.Tt) I01.JJ 94.- »4.— ■ it. KW Zlr. I W I. ft. MX» 4'/, «edtt Hy? n. «bk ker I rett. *12 - 37. 1901 . 1894 . 1905. /1 Vurriab. Bgm -’M} 2 elrr chio Rrah l •lldMMikr t'ergn. »>• do ba. do. do do. do. do. do. 33. 33. 3 do 3 le. 3 do 3 I. 3 do 3 Br. do. snft. E.-B. t. •. p. da innere n. 188b. ba. dustere Sold-Ant. v. Io. do. do. 9. Provlnr.ial- nnd Commnnal- Obligationen. Fürftt. -Olendnrg-Bübingen ^senb.u.Bud -2»irflei Zlr. 100 I6Z-; e. *1 HX) 134- Zlr 100 do. 97 37, do. . 10. 12-16, 24-26,29 3\, Heft. Provin; Öberbelfni 3';, do e 3', te 9. 3' , do 9. 4 ffürjbiirg 37. da 2*-3U. 12 ilUgb.) e 45 (hlgl.) Zlr. tu IXk-, . . nt. 1.» 1XX—3 . Vir» 12 > 216J» . v»rt 4 • —.*• . virr I«) Ä- ■e- . e.fLll») 500- . s st HX) . . t. n : — - t. 10 --- . 3t 41’ !4LuU 9 I 188UW 7 -.- 6 1 99 50 I 133.60 9 J03..U 8 16**.- 5 102.20 67, 12IA0 6 47, Rifmiverfe Vostor r. 102 . . . 47, t!l»f r. lüo..... 4 Aeue Boden r 102 ... st 4 B reust 37, d- 5 93*30 3 etaatt. oder nrooinjial-garant Heft. Vondes-Hyp Bonk L.* i. 6. . . fjlü. »ikee. . 2*~ V ;ebat> Äaich.. lM- . «sttbude. . . 1*4LÄ $sei« ferebee. Ilst^> iä«uan Berge. 1"*" \.-rbb. hiiujn. 157.-* C ketUiel 4 - Ja». irr ui. fterge. . I** sidn»-«aft>Bge. .N*na. Suäerrtr 174** ■ ■ • - i'e ' eilrt.0fft>3at - 3", 1911 4 Eerd. amort. . 1895 (405) . . . 4 Span. an«L *»nte v. 1882 adgeft. :t> . xart .Sgypt. Tribut..... 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