I 5»^« :bt u. Stühle weü«r L gestocht. I. Glochr,^ ndier, Eckiersweg N. ; Emviehlemichd^A' mMars'.Hochre'N M-Ariiuren. O» loimenl. werd, noch ar ^ Partbier, Selters^, 8t«B prfvat-rnterrkhi der Gabelsberg--- enensuind^^U ^^janbflwfen’f^ Fran?»'8« UZM MM WIL ew H-u-'e wgonneEi5fe Frau sucht leichte WH "I Näh. SelterM-ttlll irhttt verteil io tnM blirg.Uibr.MM : 1 dmti paff. Engagrinenl. oberes in der GeilbäitßlikÜ! Giegener Anzeigers. W W., solides Mädchen M .ZullStellung in nur M° 1 Am liebitenmält teurer ittlunn nicht auSgeschloffen ciftL Angebote unter Mi i Giehener Anzeiger ecte r «"< ^-^wWras;x 311, jg M, WZ W iu‘e"3«uflniiien aenen!» aus 15. Mai gesucht I --Bleichslrake £ rb.Mannm.sch.HE wnL Angebote unter L Giehener Anzeignr, il Jg-Mann s.St. alSf- lslaui.Näb.Z,rchitriu' A i-n Kochen uni: f HauSarb. veri ; i. Stutze ev.Kindenröm-j 21 Frau Herr, Sm-». ImlüML bchen suchen SteltunkiÄ Frau Herr, SonE'. > Mranim. ' 8oem Wfe F. Kolosse amtz tzj^ knijjjnf R&ta4'- UnM,te Sicherung fiten, Nr. 104 Zweites Blatt ISO. Jahrgang Mittwoch S. Mai 1909 Eichener Anzeiger Erscheint täglich mtt Ausnahme deL Sonntags. General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fch« UnwerfrtälS - Brich- und 6tetnb ruderet R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druderet: Schul' straße 7. Expedrtron und Verlag: 6L Redaktion:«!^ 112. Tet-Adr.:AnzeigerGreße». Die „viehener Lamiliendlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich bergelegt, das „Krelsblotl für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlrch. Die „Landwirtschaftlichen Zett« fragen" erscheinen monatlich zweimal. Deutscher Reichstag. °r»2. Sitzung. Dienstag, 4. Mar. Am Tische der Bundesrats: v. Bethmann-Hollweg. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Min. Die WohlfahrtSeinrichtungen der Arbeitgeber. Die Beratung der sozialdemokratischen Intern p e l l a t i o n über die Pensions-, Witwen» und Waisenlassen dex Arbeitgeber wird fortgesetzt. Abg. Dr. Arendt (Rp.)t In einer so e r n st e n Situation, da ganz Deutschland mit Spannung nach dem Reiclistage blickt, beschäftigt sich dieser nun schon in der zweiten Sitzung mit einer Interpellation, die überhaupt keinen praktischen Wert hat. (Sehr richtig!) Aber wir sind es ja gewöhnt, daß bei sozialdemokratischen Anträgen^daS sachliche Moment hinter dem agitatorischen zurücktritt. (Sehr wahr!) Herr von Bethmann-Hollweg hat mit seiner letzten Rede von neuem bewiesen, wie sehr er bemüht ist, mit abwägender Gerechtigkeit in die sozialen Fragen hineinzuleuchten. (Sehr gut!) Seine Rede war viel zu bedeutungsvoll für diese Interpellation, die keine fachliche Beachtung verdient. Wir können nicht gesetzgeberisch in die Verhältnisse der Kassen eingreifen. Sonst besteht die Gefahr, daß die Unternehmer diese freiwilligen Leistungen aufgeben. Die Sozialdemokraten scheinen es darauf abzusehen, den Unternehmern alle WohlfahrtS- einrichtungen zu verekeln und ihnen niedrige Motive unterzu. schieben. Machen Sie doch der Firma Krupp nicht solche unhaltbaren Vorwürfel Können Sie in der ganzen Welt ein Unternehmen nennen, da- nur annähernd ähnliche Wohlfahrtsleistungen aufweisen kann, wie die Firma Krupp? Im Jahre 1907 hat Krupp 8% Millionen Mark für WohlfahrtSeinrichtungen auSge- flt-ben. Gewiß bestehen bei den Kaffen manche Härten, die beseitigt werden können. Aber zwangsweise sollte man habet nicht Vorgehen. Vielleicht führt man den BeitrittSzwang erst für daS zweite Jahr der Anstellung ein. Tie Sozialdemokratie säet Unzufriedenheit, weil dann ihr Weizen blüht. Hoffentlich lasten sich die Unternehmer dadurch n-ckt beirren. Es sind die schlechtesten Früchte nicht, an den'n die W<-> en nnnen. Abg. vrejSN (Pole)? Nutzen von den Wohlfahrtseinrichtungen haben nur die LerlSbejitzer. Die vielen Mißstände sind unerträglich. Abg. BehrenS (Wirtsch. Vg.)v Bon den Kruppschen Wohlfahrtseinrichtungen kann man geradezu begeistert fein. Die Firma leistet viel für ihre Arbeiter, ßlnd doch haften den Kasten manche Mängel an. Sie müssen einen Mesetzlichen Unterbau bekommen. Auch die Werkbesiher haben Interesse an den Kosten, denn sie ziehen sich durch sie einen Stamm seßhafter Arbeiter heran. Selbst bei einer zzesehlichen Regelung der Verhältniste werden daher die Unter» »ehmer die Kasten nicht aufgeben. Auf dem Wege der Gewerbeordnung könnte man bie Pensionskasten in die richtige Bahn leiten. Eine Neuorganisation der Kasten würde von der Arbeiterschaft begrüßt werden. Die jetzige Organisation beruht auf einer un- zicheren Grundlage. Das ist selbst von einem Gutachter der Firma »rupp anerkannt worden. Nur durch die reichen Mittel der Firma erhalten sie eine Sicherung. Es handelt sich bei der ganzen Frage W um das Aufsteigen des vierten Standes, der mIS vertragschließender Faktor anerkannt werden will. Ich fr-ue mich. daß die Regierung Vorarbeiten für eine Regelung in Aussicht gestellt hat. Hoffentlich werden auch in die Gewerbeordnung ।einige grundlegende Bestimmungen ausgenommen. Aus Billig- iteitsgründen muß das Werkspensionskasten-Wesen ebenso gesetzlich (geregelt werden wie das Knappschaftswesen. (Beifall.) Abg. Hengsbach (Soz.) ftekämpft das System der Kasten als arbeiterfeindlich. Dr. Arendt ;iat so, als ob er die Sozialdemokratie durchaus nicht fürchte. ! dabei bat er erst kürzlich in einem Artikel wie ein Schießhund geheult, der Reichstag möchte nicht aufgelöst werden, weil die »Sozialdemokraten sonst mit 100 Mandaten wiederkommen wür- Iten. Wenn Mißstände.im wirtschaftlichen Leben abgestellt worden 'ftid, so ist das zunächst den Bemühungen der Sozialdemokraten iju v'erdanlen. Tie Regierungen aber sind immer nur die getreuen ,bandlanger des Unternehmertums. Die Kassen sind nur eine !5>ohlsahrtsplage. Abg. Werner (Resp.): Tie sozialen Einrichtungen Deutschlands sind mustergültig. * - *r :rnn-iiiiiifc Sozialist Janrös anerkannt. Unsere Sozialdemokraten suchen freilich au- AgitationZrücksichten die Zulände möglichst schlecht zu machen. Die Kassen sind gut, wenn uch kleine Mißstände bestehen. Abg. Hne (Soz.) 2 Wir bringen Interpellationen ein, toerm em bisherigen Willkürzustande ein Ende zu macken und mit dem lesetzlicken Zwang einzugreifen. Die Regierung denkt nicht daran, len Arbeitern zu Helsen. Mit der Bundesratsverordnung über iie Walzwerke hat sie den Reichstag geradezu versöhnt. Präsident Graf Stolberg tust den Redner zur Ordnung. Abg. Hue (Soz.) bmmt auf die ReichSversicherungsordnung zu sprechen, auf den block, die Finanzreform, die Möglichkeit einer Auflösung ufm, mb wirft dem Staatssekretär vor, daß er über die sozialistische i Entwicklung falsch unterrichtet seu Staatssekretär von Bethmann-Hollweg: Ich beneide Herrn Hue fast um die Sicherheit, mit der er behauptet, daß er nur allein alles wisse. Durch die scharfe Polemik ♦förbern wir bie Sache selbst nicht. Ich habe bereits bie Möglich. Seit eines gesetzlichen Einschreitens verneint. DaS Problem ist noch nicht geklärt. Mit der vorliegenden Materie beschäftigt sich Bereit» das Aufsichtsamt für Privatversicherung. Ich hoffe, daß •cuf diesem Wege etwas praktisches erzielt wird. Die Diskussion schließt. Das HauS vertagt sich- Mittwoch 3 Uhr: Beamtenhaftpflichtgesetz, Zivilprozeßnovelle, Sicherung der Bauforderung, Viehseuchengesetz. Schluß Uhr. ________________ Die neue Neichsversicherungrordnung. Von Hans Kahl. II. Wenn man sonach der geplanten „allgemeinen Organisation" der Reichsversicherung, wie sie der Entwurf der Regierung vorsucht, völlige Süicrfcmuing zvllen kann, so ist dies bei der Krankenversicherung nicht in gleichem Maße der Fall. Aller - dings bringt auch diese einige nicht unwesentliche Verbesserungen. Tiesclben bestel)en zunächst in einer Erweiterung des Kreises der versicherten Personen, denn nach dein neuen Entwurf gelten als krankenversicherungspflichtig: 1. Personen, die als Arbeiter, Gehilfen, Gesellen, Lehrlinge oder als Dienstboten beschäftigt werden. 2. Betriebsbeamte, Werkmeister und Techniker sowie sonstige Angestellte, die mit einer ähnlich gehobenen Tätigkeit im Hauptberufe beschäftigt werden. 3. Handlungsgehilfen und Handlungslehrlinge, Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken. 4. Personen, die als Bühnen- und Orchester Mitglieder bcfchäs- tigt werden, ohne Rücksicht aus den Kunstwert ihrer Leistungen. 5. Lehrer und Erzieher (jedoch nicht die an öffentlichen Schulen oder Anstalten). 6. Hausgewerbetreibende. 7. Personen der Schisssbesatzung deutscher Seefahrzeuge, sofern nicht der Reeder krankenfürsorgepslichtig ist, sowie Personen der Schiff sbesatzung von Fahrzeugen der Binnen- schissahrt. Natürlich sind die hier aufgeführten Personen nur dann ver- sicherungspslickstig, wenn sie gegen Lolm ober Entgelt beschäftigt sind, ja die unter1 2 bis 5 aufgeführten, sowie Schiffer, mir dann, wenn ihr Jahresverdienft 2000 Mark nicht übersteigt. Als ver- sichcrungspflichtig werden also neu einbezogen: Ländliche Arbeiter, Dienstboten und unständige Arbeiter (d. h. solche, die weniger als eine Wvckxe beschäftigt sind) Bureau- ange st eilte, Bühnen- und Orchestermitglieder, Lehrer und Erzieher und Hausgewerbetreibende. Dabei ist der Gesichtspunkt der Dezentralisierung aus berufsge- nossenschastlicher Grundlage, der in dem bisherigen Krankenver- sichcrungsgcsetz maßgebend war, in mand)cr Beziehung zugunsten einer stärkeren Zentralisation des Krankenkasfenwesens durchbrochen worden. Nach oer Statistik des Jalwes 19Ö7 gab es in Deutsck>- land nicht weniger als 23 232 verschiedene Krankenkassen, von denen nahezu die Hälfte (44,6 Proz.» weniger als 100 Mitglieder zählten. Daß diese Zerfplitterung ein großer Mißstand ist, wird leicht einlenchten, und man kann es des!)alb nur beklagen, daß die Regierung auf dem Wege der Zentralisierung nicht nodj einige Schritte weiter gegangen ist. So betben die Ortskrankenkassen, von denen viele durch die neben ihnen bestehenden zahlreichen Betriebskrankcnkaisen, deren Zahl 1907 mehr als 30 Prozent aller Krankenkaisen ausmachte, in ihrer Existenz gefährdet oder in ihrer Lebensfähigkeit geichwächt wurden, die Beseitigung dieser Betriebskrankenkassen oder deren Vereinigung mit bim Ortskrankenkassen gefordert. Die Regierung bat indes oicse Forderung abgelehnt mit der Motivierung, daß die Vorwürfe gegen die Betriebskrankenkassen nicht nur unbegründet seien, sondern daß dieselben sogar mehr leisteten als andere Kassen, namentlich auch als manche Ortskrankenkassen, gegen die seitens der Versicherten nicht mindere Vorwürfe erhoben würden. Auch der von den Ortskrankenkassen geforderten Aushebung der I n n u n g s k r a n k e n k a s s e n bat die Regierung mit dem Hinweis auf deren Lebensfähigkeit (dieselben haben sich von 224 im Jahre 1885 auf 761 im Jahre 1907 vermehrt) widersprochen. Auch bie Knapp schafts fassen bleiben bestehen. Dagegen werden die Gemeindekrankenkassen, deren es im Jahre 1907 noch 82 Proz. mit 1 475 000 Mitgliedern gab, als diejenigen Versicherungsträger, welche die geringiten Leistungen ausweifen, ausnahmslos beseitigt, so daß künftiglsin nur organisierte Kassen als Träger der Krankenversicherung gelten und zu denen als neue Organftation noch die „L a n d kr a n ke n ka ss e n" , die insbesondere für landwirtschastlick-e Arbeiter errickstet werden sollen, neu hinzutretcn. Dennoch haben die Ortskrankenkassen mit ihrer Agitation wenigstens das erreicht, daß die kleinen und wenig leistungsfähigen Organisationen der Betriebs- und Jnnungskrankenkassen, insofern die Mitgliederzahl einer Betriebskrankenkasse nicht mindestens 250 beträgt (für die Jnnungskrankenkassen bleibt das Urteil über deren Leistungsfähigkeir den Behörden überlassen), aufgelöst und deren Mitglieder den Ortskrankenkaisen zugeführt werden sollen. Die Ortskrankenkassen, bie nach dem neuen Entwurf mehr auf örtlicher, nicht mehr aus beruflicher Grundlage errichtet werden sollen, gelten also nach wie vor als die Grundpfeiler der Gesamtorganisation der Krankenversicherung. Wenn man trotz Fortbestandes der Betriebs- und Jnnungs- krankenkassen und der Neugründung der Landkrankcnkassen die erwähnten Aenderungen in der Krankenversicherung allgemein als einen Fortschritt bezeichnen kann, so werden hinsichtlich der innerenVerfassung der Krankenkassen die Ansichten wohl bedeutend divergieren. Wie bekannt, ist bisher nicht mir im Reichstag, sondern allgemein her Vorwurf ganz besonders gegen die Ortskrankenkassen erhoben worden, daß die Versicherten in denselben ihr lieber- gewicht zu politischen Zwecken mißbrauchten, ober deutlicher gesagt, daß die Ortskrankenkassen zu Jnsttumenten sozialdemokratischer Varteiagitation und als Versorgungsanstalten für sozialdemokratische Agitatoren mißbraucht würden. Da die Neber legen heit der Arbeiter infolge doppelt so hoher Beiträge als sie die Arbeitgeber zu der Krankenversicherung leisten, auf der daraus resultierenden doppelt so großen Stimmenzahl in der Verwaltung der Ortskrankenkassen beruht, so macht der neue Entwurs neben der Gin- führung der Verhältniswahl zum Schutze der Minder Heilsgruppen den Vorschlag, den Arbeitgebern bei der Kasseoerwaltung die .Hälfte der Stimmen (gegen bisher ein Drittel) zu geben, wofür sie freilich auch — wie bei der Invalidenversicherung — bie halbe Beitragslast übernehmen sollen. Obgleich seitens einzelner Arbeitgeber die behaupteten partei- pokitischen Mißbräuche in den Krankenkassenverwaltungen bestritten wurden, und obgleich andere Arbeitgeber ein zwingendes Bedürfnis zur Aenderung des gegenwärtigen Stimmenverhältnisses nicht anerkennen konnten, die Mehrzahl der Arbeitgeber auch im Hinblick auf die höhere Belastung durch die Hinterblicbenenoersicherung von einer Halbierung der Beitrage zur Krankenversicherung nicksts wissen will, so hat dennoch die Regierung die von ihr vorgeschlagene Organisation als notwendige Vorbedingung für das Zu st an bekommen des ganzen Reformwerkes erklärt. Daß zum Vorsitzenden im Vorstande der Krankenkassen nur eine kommunale Perion gewählt werden darf, und daß an Stelle der Generalversammlung ein von der Gesamtheit der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gewählter Ausichuß treten soll, will im Hinblick auf das ertvähnte Mittel zur Sqeitigung des überwiegenden Einflusses der Arbeiter in den Verwaltungen der Krankenkassen wenig bedeuten. Wenn ich auch die bisherige Trittelung der Stimmen .in den Krankenka)sen nicht als ein Ideal anzusehen vermag und auch gern zugebe, daß die Sozialdemokratie die Verwaltung für ihre Zwecke äuszunutzen besttebt geweien ist, so kann ich cs doch nicht für klug halten, in unserer Zeit, die an sozialen Kämpfen ohnedies so reich ist, den Arbeitern Rechte zu nehmen, tne sie bisher besessen Habern_____________ __________________________ politische Tagesicdatt. Die Antwort des Kanzlers. Auf das Glücktminsch-Telegramm der nation^liberalen Reichstaasfraktron ist zu Händen ihres Vorsitzenden, des Abg. Baiserrnann, vom Kanzler folgende Drahtantwort eingegangen : „Der nationalliberalen Reichstagsfraktion danke ich aufrichtig für die freundlichen Glückwünsche zur Vollendung meines sechzigsten Lebensjahres. Stärker als die Sorge um die sich türmenden Schwierigkeiten ist in mir der feste Glaube an des deutschen Volkes Zukunft. Wir können und werden nicht daran scheitern, daß wir die reichen Kräfte unserer Nation für unsere Finanzwirtschaft bisher nur unzureichend zu organisieren verstanden. In dieser Zuversicht werde ich unverzagt an dem begonnenen Reformlverk weiter arbeiten und freue mich, dabei der Unterstützung der nationalliberalen Partei ftcher zu sein. Reichskanzler Fürst Bülow." * Die Blldgetkommission des Reichstages setzte gestern die Beratung der Befoldungsordnung fort. Sämtliche Parteien einigten sich aus einen Antrag, der, wie der Referent Tr. T r o e f ch e r (Kons.) ausführte, das Minimum dessen enthält, was nach der Ansicht des Reicksstages den Beamten bewilligt werden müsse. Demgegenüber führte Staatssekretär S h d o w aus: Was in dem vorgelegten Antrag verlangt werde, sei für bie Verbündeten Regierungen unannehmbar. Stimme der Reichstag ihm zu, so würden dadurch lediglich, in Beamten frei fteit Hoffnungen erweckt, die nicht erfüllt werden könnten. Ein Rückschlag wäre eine Vermehrung bet Unzufriebenheit, dazu solle der Reichstag die Hand nickst bieten. Jedenfalls müsse er jeden, Antrag, der über das hinausgehe, was in Preußen bewilligt würde, entschieden bekämpfen. — Nachdem die Vertteter des Zentrums, der Sozialdemokraten, der Freisinnigen Volkspartei, der Wirtschaftlichen Vereinigung und der Nationalliberalen sich für den Antrag ausgesprocknm hatten, betonte der Referent noch einmal, daß die Parteien ihre Pflicht für erfüllt erachtet hätten, den Anttag zu stellen, um den Bedürfnissen der unteren und mittleren Beamten Rechnung zu tragen. Von verschiedenen Stellen seien viel rociter* gebenbe Anträge geltend gemacht aber zurückgestellt worden, um etwas zustande zu bringen. Es gelte eine Lösung einer feit Jahren schwebenden bedeutsamen Frage. Die Kommission trat alsdann in die Beratung der einzelnen Klassen der Besoldungsordnung ein und legte ihr die Regierungsvorlage, sowie den Kompromiße antrag der Parteien zu Grunde. Im Sinne dieses Antrages beschloß bie Kommission, die Gehaltssätze für die größere Kategorie der Beamten festzusetzen, wobei mehrere Klassen und Ziffern der Regierungsvorlage zusammengezogen wurden. In rascher Folge wurden darauf bem Kompromißantrage entsprechend die Klassen bis einschließlich 17 (22. Klasse der Regierungsvorlage) gebildet und geneljmigt. Bei Klasse 16, welcher die Postassistenten (mit 1800 bis 3600 Mk.) zugeteilt sind, machte Staatssekretär Svoow besonders auf bie finanziellen Folgen aufmerksam. — Fortsetzung morgen Mittwoch. Erzbischof v. Stein Im Alter von 77 Jahren ist gestern in München der Erzbischof von München-F-reising, Dr. v. Stein, nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Der Verstorbene war 1865 bis 1878 Professor für Moral- und Pastoraltheologie an der Universität Würzburg, 1878 erfolgte seine Ernennung zum Bischof von Würzburg, 1897 zum Erzbischof von München-Freising. Mit Erzbischof v. Stein verliert der bai)ri)d)e Episkopat sein ältestes und verdientestes Mitglied, ein Mann, dem das Wort Friede nicht nur Amtsphrase, sondern der Ausdruck lebendigster Ueberzeuguna gewesen ist. Mehr als 20 Jahre hat Dr. v. Stein die Diözese Würzburg, fast 11 Jahre die Erzdiözese München-Freising geleitet, und nie war in diesem langen Zeitraum eine Hand- ( lung der Unduldsamkeit oder des Fanatismus auf seinem Lebenswege zu verzeichnen._______________________________ Aus Ktadt und Land. Gießen, 6. Mai 1909. Helft unseren gefiederten Freunden! Der Frühling ist inS Land gekommen; überall grünt und blüht es, und in das Grünen und Blühen hinein lassen die gefiederten Sänger ihr vielstimmiges Lied ertönen. Sie sind dankbar dafür, daß in der kalten Winterszeit so viel sich geregt haben, ihnen über diese für sie so traurige Zeit hinaus zu helfen. ES ist auch nicht bloS gelesen, sondern auch befolgt worden, das Wort: „Gedenket der hungernden Vögel". UeberaÜ sah man Futterhäuschen; besonders Lehrer und Pfarrer waren besorgt dafür, daß die Kinder sich der frierenden und hungernden Gesellen annahmen. Nun kommt aber eine neue Sorge. Die Vögel wollen nisten. Die auf Bäumen ober in Mauern ihre Nester bauen, sind nicht übel daran; wo keine natürliche Gelegenheit vorhanden ist, da hat man künstliche geschaffen durch zahlreiche Nistkästen für die verschiedenen Vogelarten. Aber an eine Art tritt die Wohnungsnot heran, das sind die Vögel, welche in Hecken und Zäunen zu brüten pflegen. Alle Jahr verschwinden an den Hausgärten die natürlichen Zäune und werden durch Drahtgeflecht ersetzt. Doch das hätte nicht viel zu sagen, denn, wofern eine natürliche Gartenhecke nicht auS gut gezogenem und geschnittenem Dornholz besteht, kommt doch kein Vogelnest auf, dafür sorgen die Hauskatzen. Aber auch in der weiteren Umgebung werden jedes Jahr der Hecken weniger. Trotz aller Mahnungen und Warnungen brennen in jedem Frühjahr die Dornhecken im Felde, angezündet von Kindern und leider auch von unvernünftigen Erwachsenen. So werden die Vögel allmälich ganz in den Wald getrieben, wenn sie nisten wollen, und unsere Obst- bäume verlieren ihre fleißigen Jnsektenvertilger. Aber auch hort im Wald sind sie nicht sicher. Da ziehen im Mai allsonntäglich ganze Scharen nicht etwa kleiner Kinder, sondern der Schule entlaffener Jungen hinaus und durchstöbern das Niederholz, und was an Nestern gefunden wird, wird zerstört. Schulkinder hüten sich gegenwärtig, Nester zu zerstören, weil die Lehrer mit aller Strenge gegen die Zerstörer vorgehen. Da sollte das Forst- und Feldschutzpersonal besonders darauf hingewiesen werden, an Sonntagen ein scharfes Auge auf die herumstreifende Jugend zu haben. Eine besondere Gattung von Vögeln wird auch von der Wohnungsnot betroffen, das ist die Hausschwalbe. Wegen des Schmutzes, den die Jungen aus dem Nest werfen, dulden viele Hausbesitzer den Vogel nicht mehr an ihrem Hause und hindern ihn gleich anfangs am Bauen. Uebrigens ist von allen Vogelarten in diesem Frühjahr die Schwalbe am wenigften zahlreich heimgekehrt; man sieht sie nur ganz vereinzelt fliegen. e •• Der Entwurf für das neue 25-Vfennig- ftück, der vom Bundesrat angenommen worden tft, ift eine Verbindung zwei Entwürfe anS dem veranstalteten Wettbewerb. Tie mit den beiden I. Preisen ausgezeichneten Entwürfe haben keine Verwendung gefunden, hingegen Kat de: 3. Preis die Cch reite der neuen Münze geliefert, während der Reichsadler das Werk eines anderen Bewerbers ifL Tie Münze wird in reinem Nickel in einer Größe von 23 Millimeter hergestellt. Wegen deS geringen GrößenunterschiedeS von nur 1 Millimeter gegenüber der ReichSniark wird die Münze erheblich dünner gehalten; daneben bleibt der Rand glatt. •* Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 6. Mai, nachmittags 4 Uhr, ist folgenoc Tagesordnung eingetreten: 1. Mitteilungen 2. riedigung der Chirurgischen und der Augenklinik. 3 Baugci'uch de 5 Hch. Launspach für die Bleich- straße i. Tesgl- idjcn des Hart Wchrum für den Diesecker Weg. 5. Desgleichen für den Mittelweg. 6. Desgleichen des MofeS ft'ßlec für den Neuenweg 7. Desgleichen des Emil Äorf) für Seltersweg 75 8. Gesuch des Emil Ctto um «Genehmigung zur Anbringung einer mechanischen Straßenubr am y>aufc Bahnhofstraße 49. 9. Gesuch der Christine Stein um Genehmigung zur Aufstellung eines Selterswasscrhän d:5ns am Seltcrstor 10. Schutzstreifen bei der Irrenanstalt 11 Vergebung von Arbeiten und Lieferungen 1 ' An und Skrtauf von Grundstücken. 13. Verpachtung eines Raumes im Schlachthof an die Haute- und Icilvrrivi rtungsgefellfchaft. 14. Antrag des Heinrich Winn auf Enteignung von Baugelände an der Keplerstraßc I » Benennung von Straßen zwischen Mittelweg und Beterinärklinil 16. Verbesserung der Straßenbeleuchtung 17. Einspruch des Johann «4g. Psafs gegen die Berechnung der Strapenkosten für Wilhclm- straße und Liedigstraße ix. Mnalgebuhren für das Grundstück Neuenweg x und 10 19. Feldbereinigung links der Lahn; hier: «^rcnzeegulierung mit Schiffenberg und Anlage von Feldw.'gcn 2'). Regulierung der Wieseck. 21. Bepflanzung von Grabstatten. 22. Gesuch des Johs. Läß- mann um Erlaubnis zum Schautwirtschaftsbetriebe im Hause Steinstraßc 76. ** Aufgaben und Ziele der Frei studentischen Bewegung lieber dieses Thema hielt am Montag Referendar Vaterrodt aus Köln in der (Wenerab Versammlung der Gießener Freien Studentenschaft einen Vortrag Der Redner führte aus, daß es die frcistudcntische Bewegung zum Ziel gesetzt habe, durch Lösung des modernen Bildungsproblems den Hochschulzwcck zu fördern Der Zwect der »ochschulc ist, ihre Mitglieder möglichst für ihre spätere Stellung im Leben zu fördern. Der Äkademiter ist berufen, in unserem Kulturleben an maßgebender Stelle zu stehen, und muß daher »veitgehendes Verständnis für alle Erscheinungen dieses Kulturlebens bc sitzen Der Aufgabe, die der Hochschule daraus erwächst, zeigt sie sich feit geraumer Zeit nicht mehr in vollem Maße gewachsen Ter gewa'ttge Aufschwung, den unser gesamtes geistiges Leben in niobemer Zeit genommen, hat zu einem ungeahnten Anschwelleu des zu beherrschenden Gebiets und damit zu weitgehender Spezialisierung des Studiums geführt. Die Hochjämle tft eben weit mehr ein ftaa t l iche Beruf sbildu ngsinftitut alS eine wissenschaftliche Bildun g s a n ft alt Die Freie Stubentenschast will nun das erfüllen, was die Hochschule nicht mehr leisten lann, und von da aus die Reform des Hochschulivesens anbahnen Schon früher zeigte sich ein 'solche.- IMtivben bei den alten Landsmannschaften und der Bursctu'n schäft von 184* Aber es zeigte sich gar bald, daß die vereinsmäßige Organisation, die sich in konsequenter Entwicklung herausbildete, das Erreichte im wesentlichen nur den eigentticlnrn Mitgliedern zugute kommen ließ, der Allgemeinheit aber wenig nützte. Mau versuäftc daun, eine allgemeinere Organisation zu schaffen durch Einrichtung frubcntifd)er Ausschüsse, doch diese scl-eiterte in ihren Bestrebungen an dem Widerstand der korporativen Mitglieder. Die Freie Studentenschaft hat nun versucht, durch Organi- sation zunächst der '?<’irtitinfodorierten zum Ziele zu gelangen. Durch eine Reihe von Institutionen will sie das Ideal allgemeinerer Bildung fördern, der körperlichen Ausbildung ihr Recht angedeihen lassen und unter den Stu- irietenben durch Vermittlung von Arbeit ufto. auch sozial wirken Auch den geselligen Verkehr will sie pflegen, lieber ihren eigentlichen Zweck gebt es aber hinaus, wenn die Oraann'anonen mancher Hochschulen durch Abhaltung von Arbeiterkursen und dergleich'n ihre fokale Wirksamlett auf weitere 4reife ausdebncn wollen. Sonst haben sich alle Vorwursc, bre man den Bestrebungen oer Bewegung ent gegenhielt, als haltlos errcieten In der Diskussion, die sich dem Vortrag anschloß, sprach u. a. auch Lizcnsiat miaut, rndem er einige Vorwurfe des Referenten gegen die Korporationen zu rück wies und die smdentifchen Arbeiter- unterrickftskurse in Schutz nahm. •* Kaufmännischer Verein. Die Generalver- sammlung deS Vereins, die am SamStag abend tm Ver» einSbaufe stattfand, war schlecht besucht. AnS dem Jahresbericht ging hervor, daß dem Verein 4 Ehrenmitglieder, 244 selbständige und 167 unselbständige Kaufleute, zusammen 415 Mitglieder angeboren gegen 423 deS Vorjahres. Der Tod hat im abgelaufenen VereinSjahre eine schwer zu ersetzende Lücke im Mitgliederbestand geriffen; besonders beklagte der Verein das Hinscheiden deS Kommerzienrats I. B. Koch, der ein eifriger Förderer deS Verein« gewesen ist und daS Ableben seines langjährigen Rechners Georg Böhm. Tie sozialpolitische Betätigung deS Vereins hat im abgelaufenen Jahr geruht. Zum Kaufmannsgericht wurden 4 Chefs und 4 Angestellte, die sämtlich Thtqheber deS Vereins sind, als Beisitzer gewählt. Die Unterstützung durchreisender notleidender Kaufleute, für die schon seit Jahren Mittel bereit gestellt sind, hat zu trüben Erfahrungen geführt. ES hat sich heraus- gestellt, daß in Frankfurt a. M. m einer Herberge Zeugnisse gefälscht wurden, auf Grund deren die UnterstützungSkaffe in Anspruch genommen wurde. ES wird gebeten, Leuten, die vorgeben, Kaufleute zu sein, unter keinen Umständen eine Unterstützung zu geben, sondern solche Bettler an die Kaste zu verweisen, damit endlich dieser beschämende Bettel aufhört. Der Verein hat gemeinsam mit dem Ortsgewerbeoerem 9 Vorträge veranstaltet, die sehr gut besucht waren. ES wurde die auffällige Tatsache konstatiert, daß Vorträge über volkswirtschaftliche ober kaufmännische Dinge wenig Intereste bei den Mitgliedern zu finden scheinen. In der Vereins- btbliothek wurden 742 Bucher auSgeliehen, wobei bemerkt wurde, daß der Verein 100 neue Bände angeschafft hat und demnächst einen neuen Katalog herauSgeben wird. DaS VereiuShauS ist außen und teilweise auch im Innern renoviert. ES wird über schlechten Besuch deS HauseS und der schön angelegten Gärten geklagt, lieber die Fachschule berichtet H'auptlehrer KnauS eingehend; er konstatiert deren gedeihliche Entwicklung. Daß LehrlingSheim war gut besucht, auch die darin von Mitgliedern und Lehrern gehaltenen Vor- träge fanden das Intereste der jugendlichen Hörer. Tie patriotischen Festtage und daS Weihnachtsfest wurden im LehrlingSheim entsprechend begangen. Die Ersatzwahl für den verstorbenen Rechner Georg Böhm fiel fast einstimmig auf Karl Franz, der bisher dem Vorstand als 2. Schriftführer schon angehörte, für dieses Amt wurde Heinrich Erle gewählt. Die Wahl der Rechnungsprüfer, der Mitglieder deS Schul-AuSschusteS und des Aufnahme-AuSschusteS hatte daS Ergebnis, daß die seitherigen Mitglieder wiedergewählt wurden. •• (Edangel. Arbeiterverein. Die rege Jnanfpruch- nähme der mit dem 1. April iuS Leben gerufenen Beratungsstelle für ArbeiterversicherungS-, Steuer- und Rechtsfragen läßt erkennen, daß durch diese Einrichtung einem Bedürfnis Rechnung getragen wurde. Im ganzen wurde die Beratungsstelle im April in 25 Fällen in Anspruch genommen und zwar Arbeiteroersicherung 1 (Unfall), Steuerfragen 9, Rechtsangelegenheiten 12, Sonstiges 3. Hiervon wurden in fünf Fällen den Ratsuchenden Anleitung zur Anfertigung von Be- aifungen rc. gegeben, dagegen in drei Fällen von der Verfolgung der vermeintlichen Ansprüche abgeraten. In weiteren drei Fällen wurde durch Klarstellung der Sachlage einem Rechtsstreit vorgebeugt. — Dutenhofen, 2. Mai. Hier wurde eine stark be- suchte Kaninchenzüchter-Versammlung abgehalten, um einen Kaninchenzuchtverein mS Leben zu rufen. Nachdem Herr Pannecke-Klein-Linden und Herr Hahn-Wetzlar über dre Verbreitung der Kaninchenzucht, sowie über ihre wirtschaftliche Bedeutung gesprochen hatten, wurde zur Gründung eines Der- eins geschritten, dem 21 Mitglieder beitraten. In den Bor- nanb wurden gewählt: Karl Gilberi als Vorsitzender. Friede. Weber als Schriftführer, Ludwig Hahn als Kassier und W. Gilbert als Beisitzer. Auf Anregung deS VerdandU- schriffführerS Weinandt beschloß der neugegründete Verein, dem Mitteldeutschen Kaninchenzüchter-Verband beizutreten. ■ Wanten und Reifen. Literarische». — Deutsche- Sanderbuch , Franckd'icbe Serfag ?hanb» lung, Stuttqon: 2 Teile. > Mu Beginn der Reifezeit ift eck am Platze, rur auf irr Kam tu madxe, auf das schon vor einigen Jahren vom Vorstände des V rbanbel deutscher Touristen vereine hcrausgcaebene „Dentsu Wandcibvch*'. ES wird darin lum erstenmal der Versuch gemacht, in zwei Bonden das gefeinte deut'che Land und txe angrenzenden. Alpenqel eie kun und treffend touristisch bariuitellcn Der erste Teil n:hüU Süddeutichland, der zweite Mittel-, Nord- und Ostdeutschland Der irestnUiche Vorzuq de- Buches beftebt dann, daß es nur das Charakteristische einer Landschaft, was ihr besonders eiaen ift uel sie von anderen Gebieten unteridjribet, bervorhedt Dem oder- flächlichen Reifen will das Wauderbuch entschieden entgegen arbeiten Zu dem Zweck verrichtet es aus all den tnftonfdrn Ballast, der in den Speziallührem jedem einzelnen Ort anbaftrt, aui alle! nebensächliche und umständliche Beiwerk und bringt dafür über ledeS (Gebiet einen einleitenden alhnnetnen Aufsatz. der das Augenmerk auf das Eigenartige und Bei andere der Landschaft zu richte» sucht, wie c» durch die geologische Entstehung und bk VegerattM derselben bedingt ift. Auf den geograpbisckren Aufbau und cm Tflantcnleben gründen sich wieder das wirtschaftliche unb xi geschichtlich' Moment, die sich davon fainn trennen loffen deshalb auch mt Zusammenhang mit ihnen drhandelt werden Bich dieser cnhitenbat Aufsätze geben em geradezu mustergiltige» S» famtbüb von Land und Leuten Es war da» nur dadurch möglich daß der Borstand des Verbandes bcuntba Dourifteiwercine ,rde§ ii Männern bearbviten liefe, ?■ befreit Hennern geboren. All die interessanten Darstellungen der verschiedenen deutschen Landesteile beftunmen das 'Manderbach nicht allein für den Touristen, sie machen es auch »u einet Geograpkrirbuch für jeden Deutschen Ten allgem .nun flufitiri folgen in icbcm Abschnitt die Vanderprogramme - für die mentrn Gebirge sind gleich mehrere Vorschläge gemacht worden, em-, unev und dreitägige und mehrtägige un'animeitbängrnbe Wahrten. Tun Teile deS Buches sind es besmiderS, auf die sich die eben angeführte kurze unb knappe Behandlung begeht, die jede über- llüffige Bemerkung vermeidet und allen geschichtlichen Zahten- unb Namenkram ausschaltet. Eine Meitge Abkürzungen xhictifttbai unb Zeicheti smb da;u notig; man nnrb sich aber rasch an i» gewölmen. So bedeutet y B ein „öaminer" einen geogiwiiiiL merkwürdigen Punkt, wie Fundstellen von Mineralien unb frltrem Steinen Daß gerade durch kurze Hinivrise zu natimiufieni*'! lüften Beobachtungen angeregt wird, ist in unserer Zeit, w» ba» Reisen immer mehr ein« gesellschaftliche (Memobnbeü ;u werben scheint, nicht gnuig v: 1 schnitts sind noch die genauen ?ldresfen der in einem IkiHmmini Gebiet bestehenden Dandervereine angegeben. Auch ein genaur« BerveickmiS der besten Reiselfteratur ift der Zchilderuno irbei cinjelucu Gebirgro angefügt worden. Da- ..Druvchr »anbm buch" will nämlich die Spetialführer nicht ersetzen oder gar oer- bränacu, es will nur dem Frenidan einen raschen Utkrblu? über das Wesentliche feth it olebirtA geb n und es ihm ermialidxii. au* bei gemessener Zeil ba^ Eigenartige unb Besondere einer VanbübaH kennen zu lernen; es will in der Hauotstichr aut ^orbertitung, jur Festleqiing des Reiseweges benutzt fein Für diesen Zweck sind der raschen llebersicht halber eine '.’ln.wbl klein r jTä r t di e k auch eine geologische Harte von Siiddeutsckrland brigefügt worbe» Sport. Fußball. Vergangenen Sonntag hatte der Giehrner Fußballklub von 1900 den Fußballspvrtverein Svrendlinge» äu Gast. Das 'Setter begünstigte so bat Spiel fe£r seetnb lmgen lieferte rin aufophmbto und eimvandften> ^vicl. fr«.'.- icbod) gc-gen die Giestener Mannschaft nicht ainLimnioL Wu 9: 1 Toren behauptete schließlich die hutfige Mannfchair bei r U Retourspiel de» Marburger Verein» für Baeesvi«^ spiele 1 Mannschaft gegen die gleiche Manni<1>att be» Okrferx't B. f. B Marburg mäMt mit dem Wind, Gießen bat ftoMtz. Die erite Spiel hälfte gehörte der beimndxn Mannschaft. 2 tu rin rr roar«m in prächtiger Iorm Eine fein burd?oa' ichwar»« leer ausgehen Mit 5:3 für die (Wiefetncr BewrgungSfPieler ftrU das Spiel beim Schlußpfiff. Der 2000. Marburger Stubent j! Marburg, 4. Mai. In innerer alten Heften Universität, die nach iljrcm Okünbcr, dem Landgiaien Btilipp d- ni Großmütigen Alma muter 'Bbilippma benannt mnt>, bert’dv seit heute eitel nreub Hat sich lwch die sctwn nn vorigen Som Niers emefter gelx-gte Hofftrnng, daß der 2000. Stu de ui lr.tr seinen Einzug halten würde, verivirklictn. Die 2000 sind sogar schon um etwa 10 bis 50 überstiegen Trotz dem morgen, »um > ''..u, erst der letzte Tag der Immatrikulatioueu angeklU >st Die Ja bl der neu Mnzugekommenen Studenten । eine b« letzt un i reichte Zifs Jahre 1867 zahlte Marburg insgesamt 290 Studenten: 20 Jahre »t des l«x ' Studenten feiern. Diese Entwicklung zeigt, daß i>ch Marburg dmik seiner tüchtigen Lehr- ttift'ttit :v guten Ansehens erfreut Ialn ■ ' war ein Russe. der der bu>tmal als 2(MMi m die Chronik der Stadt unb Universftät etngx'tra-Kii wurde, tft ein Marburger, ftub mr Müibolt Eller Heute früh wurde ihm au» dem llniver'irätssekrrtariate die Bot schäft Autrü unb zugleul bedachte man ibn mit allerhand Aui- mexfi ", ■ ■ rrittz iin ftub«ntiidxr Umzug statt, in dessen Mitte der Gefeierte nn geschmückten Sagen faf\ Abendck erdiolmten vom prächtig beleuchteten Landgrafen fdrioffe Bollerschüffe. Die Stadt wird noch eine besondere ekier veranstalten • Uraufführung im Wiesbadener Freilust- tbeate, Die llraunuhrung etnre Trauerspiels von Ernst von Wo! »gen ..Die M a i d ran t" wird Ende dieses Monats statt- finden Auf Anregung deck 'iurmtciibaiiten wirb dieses altger vmnifch Trauerfptrl un Freien >ur Jtiinubrinrg gelangen Eine Felsensiuvix außerhalb der Stadt tm 'Worben ithrb bm wirkungs twllai Hiiitergruich hieieb Raturtbeaters bilden. — '-t ch x c i b u n g b e v 6 t r a fc e n u a m e n. , Der Allgemeine Deutsch. Sprachverein- j'.iücig 59 le 4 haben) hat mit deni Tlagiftiat 'lisieSdaden Pereiiil arttn-en getroffen, die die kchrnbiing hex elraftenmimen gewissen Regeln untergeben. Diese Regeln hüben sich auch bestätigt nn Buchc eucker-Duden: .Vorbemerkung, belle 14 2. Zula«; 2, unb eite 18, Zn'at^ unb tu dem Straßenverzeichnir bei Kaiser! Ue't 'uv Beilin, b • lassen sich m den meiften ,'dllen folgende Druudiane amvenben: 1. Tie einfachen birapennamen, wie 'Jlbolfftiage, 'gortbstrafee, Arndlstraße »mb in einem Wort -u schrei den. 2. -Straßennamen mit 6 uiemcbairtipörteni. z. B. Kleine Buigstrafre tu zwei Wörtern ohne Binbeftrich. 3 etrafeennamen welche die Richtung >iack, Anßenorten angeben. B. Biediichex Straße. Hallgatter Strafte, i. zwei Woiten ohne Viiibefirich. 4 Ctraßennamen. die au« mehre bcrioiienuamen sufammengefent. sind, jj. B. Kaiser.Friedrich-Rin i Kalle-Straße, Gustav-Ireotag Straße, getrennt unb mit Bindestrichen. — EindeutscherTibetsor scher. Fast anderthalb Monate nach dem noch in frischer Erinnerung stehend'n Berliner Borkrag von Sven Hedin gab am 27. April in demselben Saat von -troll ein anderer TibeNorscher, der kgl. baverische Cbcrleumant U11ch ner vor einem erlesenen Publikum eine ebenso fesselnde Schilde rung feim*r in den Fahren 1904 05 au*gefübrtni, roifieniduiftlirt) bedeutsamen Reife durch bisher unerforschte (Gebiete von Rordosk Tibet Da der Reinertrag deck Veranstaltung den durch die lieber schwemniung Okidtäbiglen in Batiern und der Provinz Landen - bürg zugute kommen soll, verglich hiervon ausgehend der Vor tragenbe die JlataftropUn in (htropa wie auch da« Erdbeben in Messina mit feinen Hunderttaus en den vmi Menscheiiopsern mit solchen in Asien, wv allein durch die lleberschwemiiiung be* Hoanghv zwei Millionen Menschen ums Leben gesinnmen und. Den Matfchu genaimken Oberlauf dieses Flusses zu erforidjen, erschien ihni als eine 'Aufgabe, in deren Dienst er fein Leben stellte. Es galt ein Oiebiet von der Größe Deutfcküands von West nach Ost zu bunbaueren und wissenschaftlich aummebmeu. das von einem gut bemaimctni, intelligenten :Rhuberuolf, den Rgoboken bewohnt ist Die Reise ging von Schanghai Mio den Jangtse aufwärts über den Tlingling, die Dafserscheide «vischcm xxxmgbj und Jangtse, die in nordwestlicher Richtung verläuft, dis nach Siningfu. dem eigentlichen Ausgxingspunkt der Reise. Hier wurde dem mächtigen Kloster Klonbum. das von .V- 1000 Lamas bewohnt ist. em Betuch abgeftatttt. Die von Lichtbildern unterstützte Schilderung des Lamaismus, aus der wir m 101 eine Anekdote mitgetrilt haben, deckte sich mit dem, was Sven Hedm für den Vesten von Tibet berichtet hat. Von hier ging die Fahrt südlich durch em Stepven- Plateau von der Höbe des Mont Blanc mich den Ouellleen des Maffchu und dessen Lauf folgend m monatelangem Manche durch das Gebiet der Rgodoken, wo die Erpedition von diesen Berg stänrmen und der grimmigen Winter kalte fast auigmtben wurde, bis es ihr glückte, nach SunaPantmg an der dnnritidxn Grenze iu gelangen. Von hier kehne sie den Matfchu abwärts an den Ausgangspunkt Siningfu iurück Auch dieser Tibet’ondrr konnte mtt Genugtuung out die wissenschaftliche Bearbeitung inner Forschungen m einem grundlegenden Werk Hinweisen, dessen verausgabe der Dispositionsfonds des Mauer? ermöglicht Tie Bet fannrlung zollte dem humorvoll n, iviiipxrthi chen Tarsteller ferner kühnen, erfolgreichen Reife reichen Beifall Die Reiben raupenj n cb t in T e u t i d> • C ft a i r i f a , deren Hauptfitz sick, in Bukoda berinbet. bat neuerd ugo besonders günstige Ergebnisie geliefert Wie bie ..Umschau" mit- teilt, wurden auf b.n dort nruangcpflamten wilden 'Ttaulbfii- täumen dis »um Herbst v I- 70000—Ä)000 lebende Raupen- nester unt_ burrtiidmtttlid) 250 Raupen emgefammelt. Die e toM sich m txe Erde unb alles fing aus trm Wagen heraus Tage brauchten wir. um die notwendigen Reparaturei- an#**' fuhren. Tarrn fuhren wir nneder weiter, txxb wir batten er geheute 'dwnenarnten. Die Flüsie waren .iberschwerwnt. wir mußten uns imferai Weg durch 120 Kilometer SuftteN» nx> keine Begetatwn $u erblicken war. pftügen. Endlich -rr-ick^ wer die Spitze eines Hügels und iaden bie Ser vor uns Selbst Nicht rnrnial Foiovlwns Griechen können das Meer WV kibai als wir W deskrüftM — ft l eine Chronik aus ftunst unb 8iffenf4« - Die 25|älni(K m*ier als ordentlicher Professor an der Unirr125 Erlangen begeht dieser Tage bei lar onalokonom Dr E-ft Ddeodor Ritter von Ebe berg. Tic Preisrichter fir Bcurteilung der ein gegangenen Vorschläge »u Zttaßrn- und V* dauunqsplanen für bie äußeren Berirk-' ftopenbagens^ kannten dein Stadlgeometer ftarl StriN»inBonnben er w<* Preis }u Än der 500-Iabrieier der Universität L< vr'a sämtliche deutschen Uniuerluäten Oesterreichs t Ti llniveriität ft ie 1, bie 1900 zum ersten Maleben lausend^K Studierenden immatrifuliertr, weist letzt 1 ’; taufend B sachrr «0 Das von Bildhauer Prof. H. Voli in ftcrlSrufr* Denknial für Bert hold Auerbach in den fturanlaa** sS a n n ft a 11 bei Skunaaik wird am 23 Mai ent hüllt werbt» - Ein kostbares Modell für das D-eutt'che Museum in 'IX-ir*®® ist von der Mmchineniabnk Heinrich Lan; in Mannheim stiftet worden Es handeft sich um das Modell einer Jentral . dessen Herstellung drei Jahre unb 40 000 Arbeft-löhnen mortwri hat. Wdrnum 1851 WILH. RUDOLPH Fernspr. 389 Seltersweg 91 FLÜGEL 1000 bis 3300 Mk. Nur anerkannt gute Fabrikate - Höchster Bar-Rabatt Kleinste Raten Langjährige Garantie z Probe-Lieferung überallhin Pianos zu vermieten auch Harmoniums; monatliche Mietpreise 2 bis 12 Mk. PIANINOS 380 bis 1700 Mk Großh. Hess. Hoflieferant Giessen HARMONIUMS 33 bis 1000 Mk des 31/ae/o Reichsanleihe S°/° do. 87,% Konsols 3% do. 114.45 Fleischpreise in ließen 7t Kg. 76-84 Psg. % 66-67 Harpeuer Bergwerk . Original eogl. 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Die Marktpreise für Vieh und Frucht uud die Gietzener Fleisch- und Broiprcise am 3. Mai 1909. ^anöcL Luxemburgische Prince Henrnbahn. Die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 1908 weist einen Bruttogewinn von 3 507 721 Frcs., iin Vorjahre 3882835 Frcs. au', der Reingewinn stellt sich auf 1987 223 Frcs., iin Vorjahre 2 3n3 414 Frcs. und die Dividende wird mit 5 Proz., im Vorjahre 6 Proz. vorgeschlagen. 1907 wurden die höchsten Bruttoeinnahmen erzielt, welche die Gesellschaft bisher zu verzeichnen hatte, und die ziemlich starke Krisis, die die Industrie im Allgemeinen und namentlich die Erz- und Eisenindustrie durchmacht, mußte die Betriebseinnahmen beeinflussen. Märkte. fc. Aus Nassau, 4. Mai. Alls den in den beiden letzten Aprilivochen in Gemünden, Hachenburg, Montabaur, Seck und Altenkirchen abgehaltenen Viehmcirkle n war ein Preisausschlag bei Rindvieh nicht zu verzeichnen. Schweine gingen im Preise zurück. Ferkel, 6—7 Wochen alt, kosteten das Paar 35—50 Alk., kleine Läuter 60—75 Mk., größere 80—100 Alk. Meteorologische rüeovachtungen der Station Glesien. Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 5. Mai, 1.15 ühr. 96.00 86.90 96.00 86.8 94.90 Die gefährlichste Seit des Säuglingsalters ist die Periode der Zahnung und Entwöhnung, weil in diesem Alter die Durch fälle am häufigsten austreten. Die beste Abwehr bietet eine rationelle Ernährung mit „Kufek e" und Milch, wodurch die Verdauung gc fördert und geregelt wird. Umw irr jMMjilitt in Gießen. Außerordentliche Haupt Versammlung Mittwoch den 5. Mai, abends 9 Uhr pünktlich, in den oberen Räumen des Restaurants Metropol. Besprechung über die MrW Ltratzeilbllhil, "Z“ Rosetten-Fragt. J. B. Häuser Neustadt 56. Rodheimer Str. 42. Dringlichkeit skch einladen, bemerken wir, daß wir an und für sich der Zache sympathisch gegenüber stehen, jedoch unseren Mitgliedern empfehlen, vor ihrem Entschluß zunächst das Ergebnis unserer Tendenz: ruhig und behauptet. Berliner Börse, 5. Mai. Anfangskurse. Geschäftsverlegung. Meiner werten Kundschaft, sowie einem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend die ergebene Mitteilung, daß ich mit dem heutigen Tage mein LMMenlM M TUNchttti nach Kaplansgasse 27 M Iahnhnsstrcht verlegt habe. Indem tch nur prima Ware führe u. prompte Bedienung zusichere bei den billigsten Preisen, bitte ich um geneigten Zuspruch. 2655 Reparaturen schnell, gut und billigst in eigener Werkstatt, nur Handarbeit. Hochachtungsvoll Heinrüch Affff, Schuhmachermeister, Gieren. SommerfrischeBiedenkopf unmutig unb ruhig im oberen Lahntal gelegen, eignet sich wegen ihrer geschützten Lage, ihren nahen prachtvollen Wäldern mit schönen Anlagen, ihrer gesunden und erfrischenden Lust zur Erholung in Hervorragender Weise. 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Die Tiere sind an dem blänlichweißen Flanm, der in der warmen Jahreszeit besonders reichlich abgeschieden wird, leicht zu erkennen. Je eher unb allgemeiner die Bekämpsungs- unb Vorbengnngsmaßregeltt getroffen werden, desto wirksamer sind sie. Genaueres über bie Lebensweise unb die Belamp'ungsmaßregeln- ist ans dem von der Kais. Biologischen Anstalt für Land- und Forstwirtschaft in Dahlem bei Steglitz-Berli» verfaßten unb von der Landwirtichaitskammer für bas Grobherzogtum Hessen kostenfrei erhältlichen Flugblatt Nr. 33 zu ersehen. " Warn uny vor dem Bezüge meltau kranker Stachelbeersträucher. Ter vor wenigen Jahren in Deutsch- lanb eingeschleppte amerikanische Stachelbeermeltan (Sphaerotheca mors uvae) breitet sich im Reichsgebiete von Osten her mit großer Schnelligkeit iveiter aus. Tas gesamte Gebiet östlich ber Elbe ist mehr oder weniger stark verseucht und auch aus den übrigen Teilen des Reiches bis zur West- unb Südgrenze ist eine größere Anzahl Fundorte des cimerikantschen Stachelbeermeltaues bekannt geworden. Eine genauere Beschreibung der Krankheit gibt das von der Kaiser!. Biologischen Anstalt für Land- und Forstwirtschaft in Dahlem bei Steglitz herausgegebene uub dort kostenlos erhältliche Flugblatt Rr. 35. Sie befällt nicht nur bie Stachelbeere, sonbern auch anbere Arten ber Gattung Ribes, bie Johannisbeere unb bie als Ziersträucher gezogenen Arten. Die Krankheit wirb namentlich burch den Versand und Bezug befallener Pflanzen verschleppt. Deshalb wird allen Gartenbesitzern unb Obslzüchtern beim Bezüge von Stachel- unb Johanmsbeer-, sowie anderen Ribes-Pflanzen in ihrem eigenen und im öffentlichen Interesse äußerste Vorsicht empfohlen. Man kaute nicht, ohne vom Lieferanten Gewähr dafür zu verlangen, daß seine Anlagen frei von ber Krankheit sind. Tie Verkäufer seien nachdrücklich auf bas Unrecht hingewiesen, bas sie begehen, und auf bie Gefahr, bie sie laufen, wenn sie verseuchte Sträucher verkaufen. Vermischtes. * Von einem merkwürdigen Erlebnis mit Kaiser Wilhelm erzählte jüngst — nach dem „Eri de Paris" — Helene Vacarescu, die mit einer sehr lebhaften dichterischen Phantasie begabte frühere Hofdame der Königin Carmen Sylva, in einem Pariser Salon. „Ich hatte meine Herrin nach Deutschland begleitet," sagte sie. „Das Kaiserpaar weilte gerade in Dresden, und wir wohnten in demselben Schlosse. Am Morgen nach unserer Ankunft wollte ich mich zu der Königin begeben, um ihre Befehle entgegenzunehmen. Ich sah eine Tür offen stehen, blickte ins Zimmer hinein und bemerkte in der Mhe des Fensters eine weißgekleidete Person; da ich sehr kurzsichtig bin, hielt ich diese Person für die Königin und trat ungeniert ins Zimmer; zu meinem Schreck sah ich mich einem Manne gegenüber, der im Hemd dastand und sich rasierte: es war Wilhelm II.! Ter Kaiser mußte über meinen Irrtum herzlich lachen; trotz seiner etwas lustigen Kleidung bot er mir galant den Arm und führte mich bis zum Treppenabsatz. Ain Abend, beim Galaessen, sah er mich mehreremal lächelnd an; bie Königin fragte ihn, ob er mich kenne, und er erwiderte: „Nein, die Dame kennt mich; lie kennt mich sogar besser als irgerrd eine andere Frau an diesem Tische; denn sie hat mich im Hemd gesehen." Allgemeine Verblüffung ! Der Kaiser aber erzählte, um die Wirkung seiner Worte abzuschwächen, sofort, wie ich irrtümlich sein Zimmer betreten hätte. Als er dann von der Königin hörte, daß die Französische Akademie meine Gedichte mit entern Preise bedacht hatte, rief er: „Oh! Eine preisgekrönte Dame darf nicht so weit unten sitzen! Man hat ja wohl den Hofdamen diesen Platz angewiesen, aber wir müssen eine Frau, die von einer so erlauchten Gesellschaft gekrönt worden ist, etwas aufmerksamer besudeln. Ich wünsche, daß sie von jetzt an unter den königlichen Prinzessinnen sitzen soll." Ob die rumänische Dichterin hier nicht ein bißchen Wahrheit mit etwas viel Dichtung verwoben hat, mag dahingestellt bleiben; fest steht, daß sie zu den be- Brotpreife in Gießen Weißbrot 2 Kg. 62 Pig. Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pfg. Ich hebe die Eine, die Feine, die Kleine, der ich viele Wohltaten zu danken habe: Die Sodener Mineral-Pastille (Fays ächte). Hust' ich einmal, gleich nehm ich eine Pastille. Bin ich erkältet, dann genügen sechs bis zehn Pastillen, alle guälenden Erscheinungen auszuhebeu. Hab ich einen schweren Katarrh, bann lös ich Pastillen in heißer Milch und in ein paar Stunden bin ich wieder in der Reihe. Fays ächte Sodener kosten nur 85 Psg. die Schachtel und man kaust sie in allen Apotheken, Drogerien und Mineralwasserhandlungen. (ssä/i> gurflhrnfSfimtUtt Luftkurort 0-hvh. Vogelsberg500-800m, uupuaioi)aitjen herrliche waldreiche Umgebung. Beste Nwn mit Zimmer v. M.4Z0 an. 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Leider hat der löbliche Vorsatz die tödliche Krankheit nicht aufhalten können. * Ein Schwerenöter. Herr (im Wohltätigkeitsbazar): „Gnädiges Fräulein, was kostet ein Kuß?" — Fräulein: ,,Zwanzig Mark!" — Herr: ,^Jst Umtausch gestattet?" Spielplan der vereinigten Sranthirter Stadttheater. Opernhaus. Donnerstag, 6. Mai, abends */28 Uhr: „Elektra." Freitag, 7. Mai, abends '/,8 Uhr: „Josef und seine Brüder." Samstag den 8. Mai: „Die luftigen Weiber von Windsor." Sonntag den 9. Mai: „Cavalleria ruflicana/ „Der Bajazzo." Montag den 10. Mai, abends halb 8 Uhr: „Ein Walzertraum." Dienstag den 11. Mai: „Violetta." (La Traviata.") Mittwoch den 12. Mai, abends 6 Uhr: Tristan und Isolde." Schauspielhaus. Donnerstag, 6. Mai, abends '/,8 Uhr: „Der König." Freitag, 7.Mai, abends Uhr: „Moral." Samstag. 8. Mai: „Ter Biberpelz." Sonntag den 9. Mai, nachmittags halb 4 Uhr: „Moral." Abends 7 Uhr: „Ter Kaufmann von Venedig." Montag den 10. Mai: „Clavigo." Dienstag den 11. Mai: „Tie Journalisten." Mittwoch den 12. Mai: „Ter Biberpelz." Donnerstag den 13. Mai, abends halb 8 Uhr: „Ter König." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Mai 1909 Barometer aut 0° reduziert c 1 der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Wetter Z 8 4. 2« 757,1 15.4 4,3 33 E 6 Sonnenschein 4. 916 756,8 9,0 5,3 62 ENE 2 Bew. Himme 5. 7” 754,5 8,2 4,6 57 ENE 6 V ■ Hoch Nied, le Tem iflfte peratur am ;. bis 4. Ma 4. „ — ■+ = 4 15,7 ’C. - 1,2 ’C. 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