Nr. 178 Der Oiehe«er Anzeiger erscheint täglich, außer kanntay^. — Beilagen: viermal wöchentlich Oietzener.^amilienblatter; zioemialwöcheiitl.Ureir- blattfürbenKreisGicfoen (£ icnslag und Freitag); zweimal msnatl. Laad- wirtschaftliche Settsrage» stenifprech - Tlnichlüsie: tär bie Rebaktion 112, Verlag u, Expedition 51 Adresse Mr Depeschen: Auzetger Gießen, imnahme von Anzeigen Hit die TageSnummec biö vormittags 9 Uhr. C . stes Blatt ISS. Jahrgang Montag 2. August 1909 WcheMrÄMM General-Anzeiger für Oberhefsen Rototionsbrnt! unb Verlag der VrnhI'schen Aniv.-Vuch- und Zteinbruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerei: 5chulftrahe 7. ir^—i i—iM ____■■.f_________ _____ 4Cäu gop re t. . monatlich 7öPi^ viertel- sahrlich Btt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. auSschl. Destellg. Zeilenprers: lokal 15M., auSwärtS 20 Psennlg. Verantwortlich für den politischen teil: E. Anderson; s. Feuilleton und .BermischteS'' K. Neurath; sür.Stadl u. Land" und„Gerichtt- saal": E. Heß; für den Anzeigenteil: H. Bett. Die heurige Nummer umfaßt 10 Seiten. k- 7.25 1709 der .LZerita" statt. ®ZW1 Preis Mk. ■en jederzeit laftliche K.w.d.8., frässe 25 a. »Mw 1. franto gebrauch ml. tanbe bleibt tief in unserem GebächtniS. Abgesehen von ten warmen Sympathien, die id) persönlich für Frankreich hege, bleibe ich wie Sie, Herr Präsident, fest überzeugt, daß bo£ Bündnis zwischen unseren beiden Ländern eine wert- 3903 rtmiiM ntnrazlt Gaskoiy Bolz renSorW .LZeritä", wohin sich der Präsident neid) der Revue begeben ontte, dessen Besuch. Abends fand ein Diner an Bord der ,LZerit6" statt. daß die engen Freundschaftsbande zwischen Rußland und Frankreich chre wohltätigen Wirkungen in Zukunft sich fühlbar macl-en lverden, lote in der Vergangenheit. Wenn es mir im Laaer von Bethcny vergönnt war, die französische Armee zu bewundern, empfinde id) heute wirklich Freude, der herrlichen Flotte meine Hochacl)tting bezeugen zu dürfen, deren Parade ich soeben beigewohnt habe, und die auf mich lebhaften Eindruck gemacht hat. Beseelt von den Öe- suhlen der Herzlichkeit und unwandelbaren Beständigkeit, die von ganz Rußland geteilt werden, erhebe ich mein Glas auf Ihre Gesundheit, Herr Präsident, und auf die Größe des verbündeten und befreundeten Frankreichs. Ich trinke auf die Wohlfahrt der tapferen französischen Flotte. Rach dem Trinkspruch des Präsidenten spielte die Musik die russische Hymne und nach dem des Kaisers die Marseillaise. Der französische Minister des Aeußern Pichon äußerte sich zu einem Berichterstatter des „Statin" über die Cherbourger Begegnung in etwa folgender Weise: Was bei dieser Entrevue besonders bemerkenswert erscheint, das ist die allgemeine Stimmung, mit welcher diese Entrevue beurteilt wird. Früher war man geneigt, hinter jedem bei einer solchen Gelegenheit gesprochenen Worte Hintergedanken oder eine versteckte Bedeutung zu suchen. Man stellte alle möglid)en Vermutungen an, versuchte zu erklügeln, gegen wen die Annäherung zweier Völker gerichtet sein könne. Heute erkennt jedermann den klaren, unbestreitbar friedlichen Charatter dieser Begegnungen zwischen Souveränen und Staatsoberhäuptern an. Tie Cherbourger Entrevue war übrigens vorhergesehen und die Tatsache, daß der Zar nach seinem Besuche beim Präsidenten Falliöres mit dem König von England zusammenrreffen wird, erweckt auf keiner Seite irgendwelche Beunruhigung. Welche Fragen immer im Lause dieser Begegnungen behandelt werden mögen, es wird immer im Sinne des Friedens geschehen. Jedermann weiß in Europa, daß der einmütige Wille der Völker auf den Frieden gerichtet ist. Man tarnt sogar sagen, daß >eder von dem unter den Kräften Europas hergestellten Gleichgewicht befriedigt ist, weil dieses Gleichgewicht ernste Grundlagen hat und eine Bürgschaft der Stabilität bildet. Aus Cherbourg wird den Blättern berichtet, daß allen Schiffen, selbst denjenigen, die mit der Verproviantierung des russischen Geschwaders vertraut fm.b, der"Zngang zur Re«se untersagt ist. Ein von einem Pariser Blatt gechar terier Dampfer näherte sich Samstag vormittag, ohne aus die Haltesignale zu achten, dem russischen Geschwader. Von den Panzerschiffen wurden blinde Kanonenschüsse gegen den Dampfer abgefeuert, worauf dieser umkeyrie. In dec Bevölkerung von Cherbourg herrscht große Unzufrieoenheit, weil selbst das Arsenal abgesperrt und os dem Publikum hierdurch unmöglich gemacht wurde, die Flottenschau und die Illumination der Geschwader aus einer nicht atlzugroßcn Entfernung mit anzüsehen. Die Sozialisten, welchen der Cherbourger Gemeinderat einen Saal zur Abhaltung einer zarenfeindlichen Versammlung verweigert hatte, veranstalteten Samstag nacht eine lärmende Straßeniund- be trägt über 50 000. Vermöge der besonderen sozialen Schichtung in Prag bilden die Deutschen die Oberschicht einer mächtigen Großstadt. Ihrer beruflichen Zusammensetzung nach bildet diese Einwohnerschaft einen sozialen Torso, dem der breite Unterbau der Arbeiterschaft fehlt. Tas reiche deutsche Industrie- und Gemerbe- leben Prags schließt nach unten mit dem alten und neuen Mittelstände ab. Es reicht nur bis zu den Kleingewerbetreibenden, kaufmännischen Angestellten, Handwerkern und Werkmeistern. Der allein vorhandene soziale Oberbau und der eben vorgeführte Mittelbau, zu dem noch die staatlichen Unterbeamten hinzutreten. Dürften denen einer Stadt von 250 000 Einwohnern entsprechen. Das deutsche Geistes- und Kulturleben Prag» ist deshalb das einer Großstadt mit seiner lebendigen gesellschaftlichen Berührung und seinen vielseitigen Aeußerungserscheinungen. Hier findet der junge Student jene Reibung der Geister, die c;n hochgespanntes Geistesleben, gültige Beweglichkeit und geistiger Fortschritt erzeugt. Hier sind all die kulturellen Anregungen und Eindrücke zu finben, die der empfängliche junge Geist in der seiner Bildung gewidmeten Zeit auf sich wirken lassen soll. Zu dieser geisttg-kulturellen Umwelt, die allein die Großstadt zu bieten vermag, gesellten sich die intim-persönlichen Bildungsbedingungen, die nur der kleinen Universität und Hochsämle eigen sind. Rur die kleine Universität kennt den engen persönlichen Verkehr zwischen Lehrer und Schüler. Nur bei kleinerer Zuhörerschaft ist eine ungehinderte Aufnakyne des m Experimental-Vorlesunaen und bei Vorstellungen und Demonstrationen Gezeigten möglich. Nur bei nicht zu starker Besetzung können die neben den Vorlesungen immer mehr betonten Ucbmtqen zum vollen Ertrag gebracht werden. Aber auch nur in einer kleinen Studentenschaft ist jener persönliche Zusammenschluß der einzelnen Glieder zu finben, ber bas Stubium durch gegenseitige Anregung und Aneiferung belebt, ber Freunbschaften entstehen läßt, die ein Leben dauern. Wie es hinsichtlich all bieser einzelnen Puntte in Prag steht, bringt bie Schrift in Wort und Bild zu anschaulicher Vorstellung. Der erste Teil wendet sich an den Fachstudierenden, der hier näheren Aufschluß über seine Sondergebiete findet: er schildert die Studiengclegenheiten für die verschiedenen Wissenschaften an den beiden Hochschulen, gibt Aufschluß über die Jrnmatrikulationsbedingungen, über das studentische Vereinswesen, übet Stipendien, Freitische unb Wohnungswesen. Der- zweite Teil schildert bas beutsche Leben in Prag: das deutsche Geistesleben, bas musikalische Prag, Prag als Kunststätte, ber Prager Sport und bie nähere und weitere Umgebung Prags finden in gesonderten Kapiteln eine Darstellung. Es entrollt sich ein Bild des deutschen Lebens in Prag, das dem Musensohne die Gewißheit vermitteln muß, in eure lebendige deutsche Gemeinschaft ein treten, eine Umgebung von hoher geistiger und künstlemscher Kultur, eine Stadl mit den seltensten geschichtlichen und künstlerischen Uebertieferungen und Denkmälern zu finden. Dir Werbe'christ ist durch den Buchhandel uno durch die deutsche Auskunftsftelle, Prag, Deutsches Haus, Graden 26, zu beziehen. Der Aarenbesuch in Cherbourg. Tas rnssisclfe Geschwader mit dem Zarenpaare an Bord traf am Sams tag mittag in Cherbonrg ein. Die französi- djtn Fahrzeuge feuerten Salut, als bie kaiserliche Jacht 7N die Reede einfuhr. Das Wetter ist schön. Während 2ie russischen und französischen Schisse ihre Ankerplätze xinnafymen, verließ Präsident Falliöres in Begleitung Les Ministers des Aeußern. des Kriegsministers, des Ma- rmcmini|ter5 und des russischen Bolstbafters die „Galilee" infc begab sich an Bord oes „Standard". .Dort hieß Prä- ftbent Fall'.öres die russischen Majestäten willkommen und lud den Kaiser ein, die Revue über das Geschwader abzu- nelpnen. Beide Staatsoberhäupter bestiegen alsdann den Kreuzer .,Galilee", der vor den vereinigten russischen unb französischen Schiffen vorübersuhr. Das französische Geschwader setzte sich zusammen aus sechs Panzerschiffen, sieben iro&cn Kreuzern, zwei Aufklärungskreuzern und zwanzig Torpedobootszerstörern. Beim Borbeifahren brachten die 'Besatzungen Hurras aus, während die Musik die russische Nationalhymne spielte. Nach der Revue, die eine halbe Stunde dauerte, kehrte der Kaiser auf die „Standard" ipiirüd und erwiderte von dort aus auf dem Panzer der „Brüder der Misericordia" zu einer freiwilligen Rettungsgesellschaft großen Stils erweitert und vergrößert; zu jeder Tages- und Nachtzeit sind Brüder vom Dienst im Lrdenshaus anwesend und bie Glocke der Kirche gibt jeweils Kunde von Unglücks- oder Todesfällen unb ruft ein-, zwei- ober dreimal schlagend, dumpf dröhnend oder lang tönend, die Mttglieder zusammen. Eilends kleiden sich dann die Brüder in ihre schwarzen Hüllen und ziehen fort mit der Tragbahre ober dem auf Gummirädern fahrbaren Krankenbett, je nach dem Fall. Und so wohltätig und bewundernswert erschien dem Florentiner von Alters her diese liebevolle hilfsbereite Arbeit, daß jeder barhäuptig und andächtig grüßend den Trägern begegnet, wo immer Jie sich in den Straßen zeigen. Niemand weiß, wer jeweils unter den dominoähnlichen, schwarzen Hüllen steckt — ob jung oder alt, reich oder arm. Jeder ist in dieser Verbindung dem andern gleich, jeder ist opferbereit und freudig erfüllt von dein Bewußtsein, feinen Mitmenschen wohlzutun. Nach vollbrachtem Dienst begeben sich die Brüder paarweise in ihre kleine Kirche, sich wechselseitig grüßend und dankend mit besonderem Gruß, ber weitergegeben wird bis zum letzten Paar. Am Gründonnerstag, roenn in jeder italienischen Kirche das „sepol- cro", das Grab des Heilands ausgestellt wird, ist als solches der Altar in der kleinen Kirche ber Misericorbia am Tom- Platz mit schönen Blumen unb Pflanzen geschmückt, die zu diesem Zweck aus den Königlichen Gärten gesandt werden. Neuerdings haben alle kleinen Orte Toscanas und selbstverständlich) alle größeren Städte ihre Misericordia-Ver- bindungen unb auch in Florenz existieren noch andere ähnliche Brüderschaften wie die weißvermummten Brüder von S. Lorenzo — aber die bestgeordnete und mustergültige Vereinigung ist und bleibt die jetzt Staufenbe von Brüdern zählende schwarze „Misericordia". * — Prag als beutfehe Hoch schul stabt. Unter diesem Titel hat ber Prager Ortsrat bes Teutschen Volksrates für Böhmen eine von Künstlerhcmb ausgestattete Schrift herausgegeben, die ba;u bienen soll, ben Besuch ber Prager bemühen Universität unb technischen Hochschule zu heben. Das ist umso nützlicher, als vielfach irrige uno zumeist unvollständige Vorstellungen über bie Prager Verhältnisse bestehen. Prag ist zwar eure über» roiegenb tschechische Stadt hat aber doch ein breites und !\o entwickeltes deutsches Geistesleben. Prag als deutsche Hochschu.- (tobt ist durch eine Verbindung zweier Eigenschaften gekennzeichnet, die sich kaum wieder antreftcn läßt. Großstadt und kleine Unuxrfiiäi finden sich hier in seltener Vereinigung. Prag ist SDK deutsche GroMchtt Lie Zahl per hier anfäniöSK Deutschen [aarschnelde- ‘ine, 3,7111°®? nr.tlllolidkrLA^, iäKSs srisgg '«SÄ'* M *** ^einatub6 7 releph"! M!H> Men «»"*3 Spanien. Die wenigen aus Spanien vorliegenden Meldungen wollen den Eindruck erwecken, als wenn sich die Lage im Innern unb in Melilla gebessert hätte. Der Korresponbent bcs „Daily Telegraph", ber erst eben einen großen Teil Spaniens bereist hat, meint lebodi, daß bie große Mehrheit bes Volkes revolutionär gesinnt sei; er kann nicht einsehön, wie die jetzige Krisis anders als mit einer Katastrophe endiaen könne. Als es gestern in Mabrib bekannt wurde, daß die Kämpfe um Melilla 2000 Opser (die Regierung hat also ossenbar 1000 unterschlagen) gekostet haben, bemächtigic sich di's Volkes eine furchtbare Wut und Entrüstung. Die Regierung wurde beschimpft und verslucht, weil sie dieses Unglück „ben Interessen einer Dahngesellfchaft zuliebe" über Spanien heraufbeschworen habe. Man fürchtet in Mabrid, baß bie Nieber- loge von Melilla noch viel schlimmer war, glaubt, daß dieser Krieg bas Land gänzlich ruinieren werde, und sieht bas Enbe Spaniens als bevorstehend an. Ein Unbekannter, der von einem Ausflüge nach San Sebastian nach Paris zurückkeyrte, erzählte, daß die bortige Bevölkerung, besonders bie Frauen, ben König Alfons vorgestern abenb mit Zurufen, in btmen sich wenig Sympathie oussprach, begrüßten. Der König warf Geld unter die Frauen, die es auf rafften und zurückwarfen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Nach einer Melbung aus Figueras haben sich von 600 ein* berufenen Reservisten nur 6 gestellt. Nach den letzten Nachrichten aus Barcelona sollen in der Festung Montjuich 40 Aufständische, unter ihnen Emiliane Jglerias, ohne gerichtliches Verfahren erschossen worden sein. Blutige Kämpfe seien noch immer im Gange. Im spanischen Ministerrat teilte der Kabinettschef Maura mit, daß die Lage in Melilla sich gebessert habe. Es hätten keine neuen Gefechte ftattgefimben. Die spanischen Truppen beschränkten sich auf die Beschießung der Guruguhöhcn. General Marina wird einen entscheidenden Schlag sofort nach Eintteffen der Verstärkungen ans führen. Wie verlautet, mangelt es den Marokkanern sowohl an Munition wie an Lebensrnitteln. Sie stellen ihre Patronen selbst her und zwar aus Blei, das sie aus den in der Umgebung be- ftndlichm Gruben gewinnen. Sie sind jedoch nicht in der Lage, eine hinreichende Menge von Patronen anzufertigen. Der „Daily Mail" zufolge sind während der Unruhen in Barcelona im ganzen 400 Personen getötet worden. Das Pariser „Journal" veröffentlicht Aeußerungen, welche ein Führer der spanischen Liberalen gegenüber einem Touloner Journal ijtcn gemacht hat. Derselbe bätre u. a. behauptet, Ministerpräsident Maura habe offen erklärt, daß Frankreich die sponifche Rechenmg vor die graufnme Alternative gestellt Hobe, entweder eine Polizei-Operation gegen die Rifslentc zu unternehmen ober zuzustimmen, baß Frankreich felbft im Me- liila-Gebiet biese Operation burchführe. Mit Wissen unb unter den Augen der französischen Behörden hatten sich 6000 bewaffnete Marokkaner in ben letzten Tagen über Sub-Oran nach bem Riff- gebiet begeben. Aus Statt und Land. Gießen, 2. August 1909. von der Straßenbahn^ Die Linie Bahnhof—Seltersweg—Neuer Friedhof ist bis auf Kleinigkeiten fertiggestellt. Düs. schwierigste Wert war die Schienenlegung am Marktplatz, der gew'ssermaßen zt einem Zentralbahnhof für den Stadtverkehr nmgewandelt wurde und von dem behauptet wird, daß die Einlage in seiner Kompliziertheit in ganz Deutschland nicht*noch ein« mal existiere. Seit Mitte vergangener Woche ist die Firma Siemens und Schuckert am Scltersweg auch mit der An- gebung. Mehreren Blättern wird aus Cherbourg gemeldet, daß die Polizei eine Anzahl verdächtiger Leute in Haft genommen hat. Nach einem russischen Terroristen namens Givanow olle Bürgschaft für den allgemeinen Frieden bedculet und । wird eifrig gefahndet. Die Brüder des IHitieids. Mm. Florenz, im Juli. Manchen Fremden mag wohl schon ein leichtes Grauen beim ersten Anblick der schwarz vermummten Geftallen über» riefelt haben, denen man in den Straßen von Florenz häufig begegnet. Wie dunkle Todesboten erscheinen sie in hm düsteren Gewand, das sie vom Scheitel bis zur Sohle nnhüklt und nur zwei Einschnitte für die Augen freiläßt, llbcr dem ängstlichen Begegner könnten auch diese schwarzen iich'talten ähnlich wie der Tod dem Mädchen antworten: Mn Freund und komme nicht, $u strafen," denn traurig uw:, aber überaus wohltätig ist ihr Wirken und oft genug feon ward es segensreich für die Bevölkerung, besonders die arme. Die „Brüderschaft der Misericordia" wurde im Jahrhundert von einem gewissen Pietro Borst mit der 'mmung begründet, daß Freiwillige sich stellen sollten, Kranke oder Verwundete, die in jener Zeit der Bürger- tiege und Epidemien oft in den Straßen von Florenz Pfunden wurden, in die Hospitäler ober in ihre Häuser befördern. Da viele Almosen und Beiträge, foimc Werktage Hilfe die Gründung Borsis unterstützten, bewährte sch die Verbindung rasch, ward groß und blühend, und teib waren die Misericordie.nbrüder unentbehrlich gewor- feu. Im Jahre 1491 erhielten sie neue Statuten und die klepublir sowohl als später die Medici gewährten der Bruder- stxrft viele Privilegien. Herzog Franz,I. installierte die S-irericoTbia im Jahre 1576 in bem Hanse des Domplatzes, sntlich des Campanile, von dem aus die Brüderschaft noch finite nach den alten Satzungen von 1491 ihre wohltätigen Md frommen Werke ausübt. Die gegenwärtige „Misericordie" ist eine der populärften iinti) wohltätigsten Institutionen von Noreuz. Der König ter Italien und sämtliche Prinzen des Hauses Savoyen .stivie ber Erzbischof von Florenz gehören der Bereinigung m, die sich aus Mitgliedern aller Volksklafsen zusammen- rtzt, vom alten Aristokraten bis zum ärmsten Mann. gibt verschiedene Arten der „Brüder des Mttleids", wie st sich nennen; bie Begüterten und wohlhabenden Herren fcf^en einen Jahresbeitrag von gewisser Höhe, während tii ärmeren Mitglieder entweder gar keinen oder nur einen teileü Beittag leisten. Jeder „Bruder" erhält durch Zal)- bnz oder durch geleistete Arbeit das Recht auf eine taften- dse Beerdigung durch die Kongregation auf ihrem eigenen stiedhof außerhalb der Porta S. Frediano. In neuestex Zeit hat sich die Tätigkeit unb die Anzahl Präsident Falliöres brachte hierbei folgenden Trinkspruch aus: Circ! Es ist mir eine aufrichtige Freude, Eure Ma- Mjpftät unb Ihre Majestät die Kaiserin bei Gelegenheit ber dritten Reise willkommen zu heißen, welche Sie seit Ihrer Krönung in unser Land machen. Franireich unb seine Re^ (ierung wissen Eurer Majestät tiefen Dank für bas Zeichen treuer Zuneigung unb unwandelbarer Freundschaft, die sie tim Eurer Majestät erfahren dürfen. Ihre heutige An- wesenhLi^ im Hafen von Cherbourg ist ein neuer Beweis ivfüT. Sie gibt dem Bündnis, das zwei Regierungen und ■ firci Völker eint unb das, richtig betrachtet, eine Bürgschaft Fliedens in der Welt ist, eine Weihe, bie für die Zukunft nicht minder glückliche Wrinngen von ihm zu er- birten gestattet, als diejenigen, die es in der Vergangenheit gezeitigt hat. Indem ich die Gefühle der Anhänglichkeit i)nt "?msdruck bringe, die Frankreich für Rußland hegt, er* < h:be ich mein Glas zu Ehren Eurer Majestät und Ihrer < Ntajeftät der Kaiserin Maria Feodorowna und der ganzen kcsiserlichen Familie. Ich trinke auf die Cfaöfee und die MWtohlfahrt des mit ber französischen Republik verbünbeten Unb befreundeten russischen Reiches. Tie Antwort des Kaisers Nikolaus lautete: Herr Präsident! Die Worte der Bewillkommnung, die Gte soeben gesprochen, haben die Kaiserin und mich tief ccrühii. Mik dem Gefühl des aufrichtigen Bergnügcnc- lairbe ich jedesmal au den Küsten Frankreichs. Die Erinne- rung an unsere früheren Aufenthalte in Ihrem schönen bnttgung brr n< etL*n an bn» e*» leinen iufetr brt^öfiigt Turrf> bie .Inf(bauuni belehrt, kann mauser v:u»bdtt* bmtt gar nicht begreifen, Wir man um biefe ®pfetten foviel 2Ärm bat mitten tonnen Tie ^rrfftllunq fr*o Unterbaut* und bir Sducncnlfflunq für bie Vime •Hbnho» > - frrnf. btt, nachdem ucr Hrcjuinfljpunlt am < irf rrttg peftrllt ist. tuenig schwirriflfH(öl macht, wird erbe5 ich fct.ncller vor sich geben al» der Van brr anderen Jtntf 3- ;> rn r ist dem Verke^. alwr.iebr:* voeben ^,e bildet n e deutende Verkehrsei leichte rung von udi nad-. <'zehen. i ar den. ich, tzenbam Steinber denn seither mußten sämtlich Fracht»ubnoerke den sehr bergigen äeg über Steinbach nehmen ? Vueocn, 1. Auq. Ter Letter her höheren Bürgerschule, Steuernagel, wurde nach Darmstadt versetzt. 3n fernem Rachfolaer ist Rrter ndar stöhier ernannt worden. H Vobenbausen N, 1 Äug. Bei dem heutigen Preis sch eibenschießen be» Ätiegeroerrtn. war eine lebhafte Beteiligung D e Preise ethieUen wie folgt: 1. Preis mit .31 Ringen August Stein, ein Rachmich. 2. Pr mit 33 R Ätirl Kraft, ein Pohnenfäßchen. 3. Pr mH 33 R Peter Furtis-Wohnfelb, eine Stieben 2?oge: 4 Pr mit 34 Ringen Pfarrer Buhler, einen Rucksack 5. Pr mit 33 R Mar Kap, eine Flasche Äognal: Pr. mit 33 R Aarl Schmidt. 1 Dutzend Taschentücher 7 Pr mit 32 R stur! 4iaf n II Alten Hain, eine Peitsche: A PreiS mit 32 Ringen üonrab Blum, eine Vaschleine Die beiden letzten Preise. Ehrenpreise, waren gestiftet von August Bocher und Hermann Reiß Q Ruppertsburg. 31. Juli. Heute vormittag zwischen 11 unb 12 Uhr wurde hier cm kecker Ein» brnchSdiebstahl in der sogenannten flreujburg ouS- grführt. ES wurden gestohlen 700 Mark eine Taschenuhr und em gefülltes Portemonnaie, sowie verschiedene Eßwaren. Tir Hausbewohner waren gerade bei einer Beerdigung, teils im Felde bei der Arbeit. Die Raubacher Gendarmerie beschäftigte sich sofort mit der Untersuchung, die biS jetzt kein wesentliches Resiiltat ergab. ? Herchenhain. 1. Aug. Im dkachwinter kam hier eine Anzahl S charlachf alle bet simdern vor. die fast diirchiveg gutartig, mit nur wenig Rachkrankheiten, verliefen Gegen Frühiahr trat diese strankhest :n dem benachbarten Siche u Hausen epidemsich. teiluxifc in Verbindung mit Diphtherie auf, und die Seuche »ft dort bis heute noch nicht erloschen. △ Schotten, 1. Aug. Vor einiger Zeit hat da? streiSaiut eine zeitgemäße Verfügung erlösten, wonach die Gemeindeverwaltungen angehalten werden, den Gong bet Kirchen- und Gemein deuhren nach der Postuhr zu regulieren, waS für den Verkehr von außerordentlichem Nutzen ist. Die Verfügung ist durch den nunmehrigen Telephon» anschluß aller Orte deS llrelieS sehr leicht durchführbar. In letzterer Zeit wurden viele Uhren repariert, alte durch neu# ersetzt. Eine tadellose Uhr hat die Gemeinde Cbcr-3icmen für den Preis von 1200 Mk. angeschafft. --- Bad 9t au heim, 31. Juli. Am Sonntag. R. August, veranstalten bie Gießener Ruder»Gesell schäft und der Turnverein Bad Nauheim gemeinsam ein großes Wasserfest auf dem Teich. Reben dem TJettmbem in Rennbooten ficht auf dem Programm ein Bootkorfo unb ver» schiedene Mosterspielc. wie Lchisterstcchen und Entenfangen Für den Zutritt zur TeichhauSlcrraste wirb cm Eintritt erhoben unb wegen bcS beschränkt n Raume- auch nur eine bestimmte Anzahl von Karten auflgegeben. Sämtliche Vor- fühnmgen sind aber auch von der Te chproiiicnade auS sichtbar und diese wird jedermann zugänglich fein. V. Friedberg, 1., Aug Die tzkre iSschau in Friedberg wir,' in der 3?it vom 1K bis 20 September abg. halten Tie Aiisskellung findet auf der Seewicse und m den Räumen der ehemaligen Biiidewaldschen Fabrik statt. Tao Preis, ausschreiben umfaßt adu Gruppen Pferde, Rinder, Schweine, Liegen, G.ilügel, Erzeugnisse des Pflanien baue», Cbftbau und Od 'oenvertung, landwir.schaf'lichc Ma schinen und Geräte Zur Prämiierimg fiepen zahlreiche Geldpreise zur St ügung. Tic Eröifnung der .tus teliiing findet Samstag, 1h. Sept-, form 10 Uhr statt Für Unter Haltung und .lbwechsiung ist während der drei Tage m reichem ??iaßc gesorgt. t'. Ossenheim 1. Aug Da die .Uirche renoviert ivird. findet bei günstigem Detter der Gottesdienst im £ffcnl?eimcr 2Säldck eit statt. Rieder-Weisel, 1. Aug. Das IahreSfest des ZohanniterordenS sindet am Freitag, 13. August, in der hiesigen Ord.nSkirche statt. Gleichzeitig nut dem Fest ivird der 50. Gedenktag der Gründung ber hessischen Abteilung bes Ordens begangen. R B Darmstadt, 1 Aug Ein schwerer Fall von Bergistung durch Speisereste bat sich tu dem nahe gelegenen Eber-Ramstadt ereignet. Tie Familie b« dortigen Viehhändler» Simon Bendorf batte am Mitt woch grüne Bohnen gegessen, die am Montag in einem kupfernen Nessel gekocht worden ivaren Tie ganze Familie erkrankte bald darnach unter schweren Vergiftung» erfdKinungni und obgleich josort ärztliche Hilfe herbeige rufen wurde, ist die 3?iahrige Frau des B in der Rach zum Samstag an den Folgen der Vergiftung gestorben Auch der (vatte, sowie die achtiahrige Tochter und der bie hiesige Realschule besuchende l ?iabrtge Sohn und ein üitedv nagen infolge des Genusses der Bohnen schwer krank dar nieder. r. Wißmar. 2 Aua (Hrftrrn mtlfog araen 3 Ubr bre m der Hofreue v' VanOk'irtt i4eora Bausch Feuer ru da.- mit einer foloien Gelindigkeit um iub eb a.u'er gerenet werden konnten < . mangelte ansim>tr' feb: an ti-aiier, da die im vorigen Fabre tn • Wenig taktvoll bat hij bet birem Brande an rber* iSondel den Boden land. TeuHAtmtb“. d e **Arnge. die tnftschiff von einer dichten Uette twn • unier ' bat n i ipser bee L in brr 1901 au und in wenigen Dre Musik fp^h . Tert*1 in weitem Abstande W8 Schutzleuten und 31 Tie Laatznuß. •«ath ’ < fumbtam ffvnnrn wendet sich d idnrrrtidite ciutanKhuhi fein*» Leben» erlitt, eine gn>ße t» wruckt gesagt: „T a» Monstrum steigt nicht »teber*: nrnt>v w - den f.r-nrn Tr ung dr l- 1 fe lot.; Strecke legte das Lnfrtchm in 12 Stunden, also mit am Geichrmndiike't ron 35 6m in ber Stunde zurück To» 2oit'chiü ubersto-i um I Uhr tzovensdurt 4 Uhr # Bieberach, I Ubr 50 x'auvhenn. .» Uhr 15 Ulm, 6 Ubr 50 M» Metten, 7 Ubr 15 Weifehnien. N Uhr I • Gövvini n. 0 Uhr tl> ch.nien. 9 Ubr I > gennnnde neben, so iverbe ich norauahchtiidi schm um 2 Uhr FranNurt erreichen. Dann wert, ich aber noch eine Weile über der Stadt und in brr Umae«ch . rotzdeM nun bie Ankunft so ''efrtnmtt r-v protbrn war unb trotzdem 6t; i'kaf uns gewöhnt bat, fest an seine ^rivrechungen ;u -ildub» war man in Frankfurt bi# tum Freitag doch bock, »trmlich ikeuM gewesen, ob Ä II. wirklich firn nen würde Die Eerobrnngen et Bahn, nach Frank»uN gekomm n ist. halten bir Franlsiirter fn»M mifjlrauifd) gemacht Aber „über *.Kad)t" wurde e» ander- tu bie Samstag>Äiorgtnhlätier meldeten, ber Gros sei am iribn Morgen au'gestiegen unb al# dann in bei Borm.Uagt imd« N* . , innigen von dem glatt n Bei laus ber Anbrt meldeten, da I n mit einem Male Leben un» frohe Bewegung in die Stobt. Fr' ff und lustig flatterten im Morgenwind und -mnewchin dir Fahnen oon den i>äu grauen Regenwolken und au.« bem Dunst her Stobt er> id Kitten hafte# Goöstbe auitfludjm. Und bann sicht ei mit aiwe Male gant jest unb kompakt unb greifbar aus cm Sonnenstrckß bat bie Spitze getrostm. unb nun wend l r .« auch unb Mit ff ui ferner aanirt Gestalt Bi) zur irstgesetzten Lanbunaistnn-tz ist also nod> reichlich Zeit, unb ber t^raf brnüN diese JeiL «W sich unsere schone Stadl von ollen Seiten der gr».üblich aus Nr Vogelperspektive anznschauen Er fliegt den Main entlang, b*0l Brücken schwart von Menschen sinb. fliept über den 7 » - da Bild auf dem Ausstrtlung.'i'lakat ist allo Wirtzrchkeit gv» worben? . fltrnt »um neuen Cftbniai, auf dffisin Wa serstzstitzl er sich fast hcrabftnft. unb zeigt i,c dadurch auch hat Lstev- dachcra. Ilm 2 , Uhr nimmt da» Luftschiff innen Mur# in tanbunijpla»». auf dem riesige weiße Tücher mit einem '*ft Hirut b ' Anker stelle de zeichn, n f'rüdend senkt sich ba# 34 destrn Stck! e trj atzsler I: ichgespannlen Envartungen doch r4 viel überwältigender »irh, seine Spitze, und tauchzendet 5e-*C ertckn: Bor allem imtid> galt e» tey erst einmal wi fr|rt: und das viele unnboiL1 ieue in sich anhuncbmen Aber NM* Reue und Unerhörte wirkte im etüm Augenblick eigen! ub fK" nicht ali etwa» so 5eueS und Unerhörtes, eher ali Selbstverständliche« Richt einen Augenblick bat Wt. das Gefühl, diese» Luftschiff könne innen .lu'gaden nicht <* •een Und vvn diesem S utäda«halten wird und i ch musterhaft bä,t. beicht in bt v^Lrufe aus. unb bte Ue»ne Schar bei Bevorzugten. Ptel der Landung aus unm tidbarer '.«Zähe »^ichaaOS umsteht derweil »n liefet Etgr fienbeit dir •Honbel. 7 r. rwn-bmmb Blumen l.-.?en ihm iut Seite m ►" 1*e; bei £*** 6; rnr ms. eie cr.oerer. desirn Svriidrnn mit blonderer XX*- . chknt L.'anh rmubc. von einer großen, vornehm c-sichtig ber Stadt pt, um wiederum inne Manöver — vor- und auf und nieder, gerades um in st-rven — m-t niese Sicherheit tu machen Endlich um .3,20 Uhr erscheint cs metndett unterstützen die Sanbcrbüd-eTt. durch nwbafir Beitrüge unb die Ausmaß, ter nn$uidNificuber. Werk, hey einer Immission ob Tie Berwaltung ber Büchereien liegt in de» Händen der Mehrer und die Bucher werden unent- g.-ltlicb au geliehen. Die Einrichtung unserer ^anbrt» bsicherer ertreute nch auch int abgelaufenen 3 unb Tegcubüttoe. hatte, von guter Vorbedeutung fern! Dr. G. Zieler. er die Gäste auf in dann unterbrach an sicht cs mit ® gros en Telephon 395. Telephon 395. Mit der erg. Mitteilung, dass ich aus der Firma H. KaeSS MachfoBger ausgeschieden bin und in dem käuflich erworbenen Hause IWarktatrasse Mr. 28 ein gleiches Geschäft errichtet habe, verbinde ich die Bitte um gütigen Zuspruch. 4283 Carl Horn fünf Meilen und zurü ck. Ter Apparat trug gemäß der von der Regierung gestellten Aufgabe nocb einen P a l f a g i e r. Furchtbare Ueberschwemmungen haben die Mandschurei verwüstet, lieber 1000 Menschen sind ertrunten. In Kirin, 225 Meilen von Mnkden entfernt, stehen 7000 Häuser unter Wasser. Tas Wasser steigt nocb. i/i isung, der man fast eine symbolische Bedeutung geben möchte. . in Schwünge der Beredsamkeit, nachdem er den Grafen als den Anblick von unbeschreiblicher Schönheit. Zeppelins Fahrt zur Stadt. Wir benützen dann noch die Zeit, um das mächtige Schiff brauten, den beiden Gondeln mit den komplizierten Maschinen imi> Regulierungsapparaten und dem verdeckten Lausgang, zu rem ein unverdeckter kleiner Steg von den Gondeln hinführt, dem Deutschen ein vertrautes Bild geworden ist. Endlich ist Luftschiff gut verankert, und der Graf kann das begränzte Automobil des Geheimrat Gans besteigen, und die Volksmenge .rat nun endlich, endlich ihrem Enthusiasmus freien Lauf lassen. Uber and) hierbei hat sie musterhaft Ordnung gehalten, trotzdem tes Automobil natürlich nur int Schritt vorwärts kam. Das war herrlichung der Luftschiffahrt, war dem Grafen schon vorher zuteil geworden. Eine dritte, die Ernennung zum Ehrenmitglied des Frankfurter Luftschifservereins, überbrachte Geheimerat Andre a e mit einer launigen Ansprache. Tic Rückfahrt des Grafen durch die begeisterte Menge, die draußen bei dem schönen Wetter die rcidye und glanzende Illumination des Ausstellungsplatzes genoß, brachte wieder unvergeßliche Augenblicke. Ein Wunder, daß bei diesem stürmischen Andrängen gegen das Automobil des Grafen kein Unglück gc- chehen ist! Aber Gottseidonk ist dieser bedeutungsvolle Tag, den miterlebt zu haben, wir immer als ein Gnadengeschenk tetradr ten werden, ohne Unfall verlausen. Das Publikum hat sich des Vertrauens, das man in seine Disziplin setzte, würdig gezeigt. Möge ein gütiger Stern über dem weiteren hiesigen Aufenthalt des Z. II. walten und möge dieser Tag auch für das weitere Gedeihen der Luftschiffahrtausstellung, die gestern ihren ersten großen Tag Handel. — Der Stadt Wor m s in die Genehmigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen bis zum Betrage von 4l/t Millionen Mark, verzinslich mit 4 Proz., erteilt worden. Brr unterhalten uns inzwischen ein wenig mit Direktor! olsmann. Der Sturm hinter Ulm war sehr heftig. Der -agel prasselte so gewaltig auf die Hülle, daß man schon fürchtete, !C würde nicht widerstehen. Die Motoren arbeiteten, von ganz r rringfügigen Kleinigkeiten abgesehen, tadellos. Die Fahrt ist glänzendste verlaufen. Von Heilbronn nach Heidelberg fuhr ict Graf nicht im Neckartal, sondern über die Gebirge, und senkte iiber den Königstuhl auf das Heidelberger Eckstoß herab, — wichen. Sonnte’ ind in btt Unigtt? e landen" Tr» tour und trohbM > rethuwn zu gbu? Ae Erfahrung^: ivohlvervaat in)' die Frankfurter c mrbe es ander.'!! ■ Graf sei am fck Vonnittagchuidai ihrt mclbeten, k In I in bie Etat!, m' unten) dj:üt dikLte oll) bagam,ö r- ich dem W-< v. sch iiin -v nsbiirg. 4 lUn ( Ulm, 6 Uhr 50 h »Mngeii, 9 Uhr 40 Cannsladl bnm, 1.4a Tanafz litt ^dermaßen: Ör werbe ich ans!' ___wenig unter anzuschauen, das letzt sckZon mit seinen Höhen- auern und Seitensteuern, seinen Stabilisierungsflächen und Lust- WZkppelin war *n glücklichster Stimmung. Die Rede, mit ■ • er seinen Dank aussprach, kam aus einem frohbewegten Herzen. ■ jie ward wieder und wieder von Jubel unterbrochen, zumal als ■ tr von der Unterstützung sprach, die seine Pläne für die Zukunft ■ hur in Frankfurt gefunden baden, und als er in schönen te- W LÜftemben Worten von der Luftschifsahrtausstellung sprach, auf M; (T’ctt Gedeiyeu er sein Glas leerte. Achter hat der Graf uod? S neimal inoffiziell, drmißen vor dem Restaurrart, gesprochen, wo n>!N der Ncebsche Niännerchor eine Huldigungskantate vortrug. :Zas hat das für einen Jubel erregt, trotzdem nur wenige hören I hinten, was er sprach, und nur wenige die Weihe des Augen^- U'cks mitgenießen durften. Die zweite Ansprache, die fid> an iüten Chor mit dem schönen Baritonsölo des Sterrn Adolf Müller ' \ t»-fnrmt vom Sängerwettstreit, wo ihn der Kaiser vielfach aus- I zeichnet hat anschloß, Ivar hunrorvoll. Auch einem so Glück- 6« * ei»SL :ot über den w lt aljo Wickicblvi? nur dqs-'l iburd) auch ben • schiff feinen W ücher nut einem » d senkt sich (Vrmartungeit w ’ mib jauchM ^ Manufakturwaren- u. Herrenkonfektions-Geschäft de,a" >c uu>cu 1 SS» ?dgerichtz, ' bser ani ' ^rcn ÄA Cl W Dom 23 £ uiö: ein es auch unb zris! setzten Sonbunflit bcnüljt diese ZeiU her gründlich n Main entlang, Durch grosse Einkäufe habe ich mein Lager bestens sortiert und biete reiche Auswahl bei billigst gestellten Preisen. Giessen, August 1909. ... .. . eilte Triurnphsahrt! Die ganze Strecke bis zur Barkhousstraße, ■ rl-rü ■ 110 der Graf Wohnung genommen hat, staitd die Menschenmenge M ed)i|| idpn jiii 1|rti) huldigte dem greifen Helden. Seit Bismarcks Tagen hat : wehen, so weck iQttschland keinen nationalen Helden gehabt: jetzt hat es ihn. Pie winzig erscheim neben solchen elementaren Auswüchsen der 'kegeiftenmg alles offizielle Hurrarufen! Das Festesten. Und nun erst der Jubel beim Bankett in der Ausstellung, all dem, des engen Raumes wegen, nur etwa 300 Personen teil’ nehmen .konnten. Unabsehbar dehnte sich die lebendige 9)hnicr über den ganzen weiten Platz bis hin zu den Fenstern des lxestaurants, in dessen Saal die Menschen immer wieder hinein- > langten. Eine Stimmung wie gestern hätte ich den immer etwas 1 i ückhaltenden Frankfurtern niemals zugettant. Auch aus den loatigen Reden, die gehalten wurden, llang überall in ungewöhn- tijet Weise die tiefe Erregung wieder, die jeden an diesein denk- .irbigen Tage ergriffen hatte. Geteimerat Gans, sonst ein n’br gewandter und sicherer Redner, verlor ein paarmal den .viben und zum Schluß seines Toastes passierte ihm eine Ent- h liehen, wie ihm, sagte der Graf, bliebe immer noch ein Wunsch einmal ;u i(: i | ^-nstullt: Das sei der Wunsdp eine schöne Stimme zu besitzen. Mit er! .w-1 BI . ,ncin liebenswürdigen, imgezwnngenen herzl. SSesen bezaubert der jeden, unb es ist nur natürlich, daß sich alle Herzen ihm 11 u.venoen . . . Wundervoll, mit echter Bewegung, aber auch [Iben Geist und Feinheit sp'.ad) Oberbürgermeister Tr. Ad ickcs. Nie? dem Grafen die - allseils mit Jubel ausgenommene — Brit- : teihmg überbrachte, daß der Riagistrat einer neuen großen Sttaße ben Namen „Zeppelin-Allee" beiznlegen beschlossen habe. Eine Märkte. ic. Frankfurt n. M., 2. Aug. (Ürig.-Sclcgr. des „Gieß. ?lnz/) AinlUckie Notierlmgen der heutigen ^ruchtmarktpreije. Weizen Alk. 27.50—28.50, llurhessisdier Alk. 26.75—27.50, La Plata Akk. 27.00—27.25, Lanjas Alk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 18.75—19.00 Gerste (Wetterauer) Mk. 00.00—00.00, Franken- ielbcr Mk. 00.00—00.00, Haier 20.00—21.00, Aiais Mk. 16.75—00.00. Weizenmehl 0 Mk. 35.50— 00.00, 2. Qualität AU. 34.00 bis Mk. 00.00, 3. Qualität Mk. 32.00—00.00, Roggenmchl 0 Mk. 27.00—27.50,1.Qualität Mk. 24.00—24.50, Weizenkleie Mk. 10.50 bis Alk. 10.75, Weizenschale Mk. 10.75—00.00, Roggenkleic Mk. 11.50 bis Mk. 11.75, Maiskeime Alk. 13.50—l6.50, Franken, Pfälzer, Ried Alk. 00.00—00.00. Alles per 100 Stg. ab hier. fc. Franks u r t a. M., 2. Witg. (Tetegr. Odg. - Bericht des ^Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- v reise. Zum Verkaufe standen: 420 Ochsen, 42 aus Oesterreich, 52 Bullen, 0 ans Oesterreick), 912 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 270 Kälber, 157 Schaie und Hammel, 1512 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegenlamm, 0 Schaflämmer. — Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 80—82 Mk., 2. Qualität 76—78 Mk, 3. Qualität 64—66 Mk.; Bullen: 1. Qual. 63—65, 2. Qual. 59—61; Kühe 1. Qualität 72—74 Ml., 2. Qual. 62—64 Alk., 3. Qual. 46-48 Alk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht- gero.: Kälber 1. Qual. 86- 92 Pfg., Lebendgew. 50—54 Psg., 2. Qual. 72—82 Psg., Lebendgew. 45 —48 Pfg., Schlachtgew. 70—77 Psg., Lebendgew. 40—44 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 78 bis 80 Psg., 2. Qual. 68—72 Psg. Schweine: 1. Qual. 77—79 Pf., Lebendgewicht 61,0—61,5 Pf., 2. Qual. 76-00 Pf., Lebendgewicht 60,0-60,5 Psg., 3. Qual. 68—75 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, fern Ueberstand. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag dem 3. fMugiift: Teilweise heiter, etwas kühler, vielfach Gewitterregen. Veränderliche Winde. GLiginal-Drahtmel-uirgen. Paris, 2. Ang. Ter Matin veröffentlicht teutc ein drei Spatten langes Interview mit dem russischen Minister des Aeußern, Iswolsky. Dieser erklärte, die gestrige Zusammenkunft der Staatsoberhäupter von Frankreich und Rußland sei nicht als geschichtliches, sondern als periodisches Ereignis anzusehen, dos den Zweck hat, die französisch- cussische Allianz 511 kräftigen. Tie gestrige Erllärrmg Prchons sei der wahre A u s d r it ck der politischen Lage. Wir unterhatten mit Deutschland herzliche Beziehungen, sagte Iswolsky, und müssen solck>e unterhalten. Unser Bündnis mit Frankreich rmd unser Einverständnis mit England bilden die Grundlage unserer auswärttgen Politik, welche das Ziel hat, den Frieden aufrecht zu erhalten. Grade deshalb ater verträgt sick) unser Bündnis mit Frankreich und unser Einvernehmen mit England durchaus mit den Beziehungen, die wir zu Deutschland unterhalten. Speziell von England sprechend, sagte ter Minister: Die englisch-russisckre Entente habe in England lange Zeit Cteg-ner gehabt, die nickst an die Beständigkeit des Einvernehmens glaubten. Der Betveis für die Festigkeit ter Entente sei aber jetzt in Persien erbracht worden, wo sich die beiden Ahichte verständigten trotz der größten Schwierigkeiten. Diese Entente werte eine neue Bekräftigung in ter Begegnung von Cowes erhalten. Zum Schluß erklärte ter Minister, seine Unterredung mit Pichpn habe eine Einigkeir der beiten Mächte bezüglich aller politischen Fragen ergeben. Die Unterredmtg befaßte sich mich mit der kretisck-en Frage, in welcher Rußland nach loic vor der Ansicht ist, daß die Oberhoheitsrechte der Türkei gewahrt werden müssen. Auf dem Balkan ist die gleiche Polittk wie bisher verfolgt worden, nämlich die Aufrechterhaltung des Statusguo. Was Blarokko betrifft, so werte Europa keinesfalls dort intervenieren. Frmrkreich allein sei in dieser Frage als Nachbar Spaniens interessiert. Cherbourg, 2. Aug. Die Polizei verhaftete einen Schweden, dessen Identität bisher nicht festgestellt werden konnte, und einen Russen namens Lemio. Beide sind mittellos. Der Russe erklärte, von zweiDeut- schen angegriffen und beraubt worden zu sein. Petersburg, 2. Aug. Die russische Presse widmet der Begegnung in Cherbourg und der bevorstehenden Zusammenkunft in Cowes ausführliche Besprechungen, die im allgemeinen sehr enthusiastisch klingen. In mehreren Blättern geben Hie Artikel, die entschieden deutschfeindlichen Anstrich haben, der.Hoffnung Raum, Deutschland werde sich durch die feste franz-üsisch- russisch-englischeEntenteeinschüchtern lassen. *ttn ohneMyrrholinsefte, denn sie in wegen ihrer hör' 'VllUV liiv vorragenben hygienischen und kosmetischen Bestandteile zur Erhaltung einer gesunden reinen Haut unerläßlich. Neber- "'.Durch fr. bÄnööbei-' jj .7 fei uns fjri Kn Teil unser« A ’ einmal bic V | >nte bamit I MschNnnbiglcit,^ 1 -^ungefähr 420 b i alfo mütL I urud. u I *-1' :te \d) plüvVu ■ Abling ter Nation" gefeiert hatte, forderte er die Gäste auf in itthau<'Uid)c iil.. gd einzristirnmen: „Se. Majestät. . .", t----- ------ yWich sehe B .. Exz^ttenz Graf Zeppelin lebe hoch!" Das Heine Dm'.ft der Stei! W,^nermczzo fand viel fröhliche Kommentare. Graf Wirtschafts-Uehemahme. Emern hK. Publikum von Vfetzen und Umgegend, allen freunden und Bekannten. ron> < memer geschätzten Nachbar- lchait bte nfltbtnftt Müteilung, daß ich vioatag den r. August da, Restaurant ,Zm alten Post' Walltorstratze übernehmen werde. 61 wird mein eifrige, Bestreben fein, da, m,ch beehrende Publikum durch verobre-.chung bester Speifen und Getränke nach jeder Richtung zufrieden zu stellen und bitte de,halb um gütige Unterstützung rnemel Unternehmens. OLSbl) Hochachtungsvoll Heinrich Baumann. Dem Mannergesangverein „Heiterkeit" Gießen sprechen wir hrermü für den uns freundlichst bereiteten Empfang, sowie die un, während unseres zweitägigen Aufenthalts in Gießen, Mauern erwiesene Gastfreundschaft unseren herzlichen Lank aus. Ls werden uns unvergeßliche Stunden bleiben, die wir mit den Lietzener Sangesbrüdern verleben durften. Mannergesangverein Liederfreundc Eichenkranz, 1861 Verl in. (*7»7 3- A.: Tarl Seidewand. Vorsitzender. eaufVomit lOrigiuaffledi Brüder Schmidt _________Irh. ■. Qoehar4t. 8831 Einrichtungen turFrischhalhing s*AllerI1ahrungsmittel s e lOOOOO fach Gewährt b i >rw, Aeteb. Xri|. tiiHziirtittl + ffwrti»imrn aroit» und tvaiito J. Halling, i'tpfttmrt 2ir '> Ärentturt a. Vt. 3UM Heidelbeeren Idlilrtt fn<4> etnrtr«t*nb empstetzi« *77 3- O<*M. We en Baue 7 Tclrrbon 61* Technikum Eutin. Direktor: Grolihrrioitl. Raurat K tue her. Maschinenbau. Ifnch u Tiefbau. Sprzlnlkerse zur Verkürzung de» Studium* Prmp. fr» ■______p.'. Prima Kognak Lvezlalmarke aarantten freit*. ^cvLtatu, Irutich empfpbten, ptr Astier'..«che 2 i’.L i*t der orc«»- weTtr te und beliebt ive trn kme* dotü' Hidrcit nuifr# .kntrr «teilen meine«rmito ‘ j unter Ctt i n.iinr: a'd die Wif«. roeLte der Marti btingi. L>M, L. Bark 4A la. Lnntcrbscn , Ärhn’.v • -.feit ToDDcUmt* ner brutto IXf. ’2o.:>o «rank» alter rtot. Io- . «etbat. La tc Inknxtk Vrstz »\n*cn und an Läufer Perrine bt£w Sncbkri t H ;ch Neue Kartoffeln Verte von (Trjurt, Mk. 3.545, !>riibrolen, Mk. 3 —, dtutcbcln, Mk. 4.90 d. 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