Erstes Blatt ISS. Jahrgang Donnerstag 1. April 1909 iS vorn^tlaA'gE Rota«onr»nick und Verlag »er vrSHI'schen Unlv.-Vuch- UN» Lteindruckerei R. Lange. Bezugspreis: monatlich 75Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; s. Feuilleton imb „Vermischtes* K. Neurath; für „Stadt u.Land" und „Gerichts- Nr. 77 Der «iehener Anzei-er erscheint täglich, ailßer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamiliendlätter; zweunal wöchentl.lireir- blalt für den Kreis Stehen (Dienstag und Freitag); zweimal nronatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen Redattion, Lrpeditiou un» Druckerei! Schulstratze 7. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen böswilliger Gegner sei. Als wir das Abkommen mit Gesterreich-Ungarn schlossen, bekämpfte man es in unserer presse, weil dadurch unser Kontrahent zu einer aggressiven Politik im Grient veranlaßt werden könnte. Mer hat den Mut, solche Ungereimtheiten zu wiederholen? Die Habsburger Monarchie hat nach einer langwierigen Klein- und Kulturarbeit der okkupierten Balkanprovinzen, geführt von einem Staatsmann, den bismarckianische Tatkraft, Uücksichtslosigkeit und Zähigkeit erfüllten, den wohlverdienten Lohn seiner Bunt) es= treue endlich eingeheimst. Über auch wir ernten nach einem Menschenalter willkommene Früchte von Samen, die ein Bismarck auf fruchtbaren Gefilden ausgestreut hat. Der Zwei- bund allein hätte aber nicht ausgereicht, den russischen Koloß zu entwaffnen. Indem die damalige deutsche Diplomatie das Petersburger Kabinett um seinen Einfluß im Balkan brachte, lockte man mittelbar das Zarentum auf Abenteuer im äußersten Osten, an denen es sich verbluten sollte. Auch die Kraft des panslaoismus konnte man so am besten brechen. ,,Divide et impera!“ war auch hier das probate Rezept des Wunderdoktors, der bald mit Blut und Eisen, bald mit künstlicher Blutleere und mit kunstvollen Kaiserschnitten arbeitete. Es genügte ihm aber nicht, daß er Rußland aus dem Sattel hob, sondern er wollte auch dafür Sorge tragen, daß man das Land seinem neuen Verbündeten, Frankreich, so in die Arme trieb, daß aus dieser Umschlingung eine doppelseitige Uerven-Schwächung entstand. Deswegen verscheuchte Bismarck die russischen werte über die Vogesen weg und machte das französische Sparkapital für die russischen Finanzen tributär. Der deutsch-österreichische Bund war in allen seinen Grundlagen gesund, weil er keine Interessengegensätze kannte. Die franko-russische Allianz war dagegen )on jeher krank, denn sie war eine „societas leonina“, wie der römische Jurist zu sagen pflegt, eine Gemeinschaft, in der der eine Teil nur Vorteile zog, der andere nur Gefahr und Schaden zu tragen hatte. Indem man die französischen Kapitalisten zu Gläubigern eines unersättlichen Schuldenmachers machte, verstopfte man das einzige Sicherheitsventil an dieser überheizten Pumpmaschine. Sie wurde in ihrer Plumpheit und ihren Konstruktionsfehlern ein Hemmschuh des Krieges ein Instrument des europäischen Friedens. Jedes neue Abenteuer des Zarenreichs gefährdete Frankreich um mehr Milliarden, als wir ihm seinerzeit mit unserer glorreichen Armee abgenommen haben. ,,Das Kaiserreich ist der Friede", so hatte Louis Napoleon gewagt zu sagen. Bismarck hat dieses Wort in prophetischer Form umgedeutet, indem er spottete: „L’Empire c’est l’epee.“ heutzutage können wir mit Stolz sagen: „Das Deutsche Reich ist der Friede", weil es sein Schwert jederzeit schlagfertig und geschliffen in der Scheide hält. — Der 1. April, ein Tag der nationalen Gewissenserforschung ersten Ranges, ist dem treuen und bewundernden Gedächtnis der weltgeschichtlichen Taten Gtto v. Bismarcks für alle Zeiten geweiht. Die heutige Wiederkehr dieses Erinnerungsfestes ist von ganz besonderer Bedeutung. Erheben wir uns also zu dem einzigen und mächtigen Gefühl nie erlöschender Dankbarkeit, und betreten wir in den heftigen politischen und wirtschaftlichen Kämpfen und Gegensätzen der Gegenwart diesen einzigarttgen neutralen Sammelpunkt, auf den uns die Bismarcktradition in weihevoller Harmonie zusammenführt. Am besten aber werden wir dem erstaunlichen wirken des unvergeßlichen Heros gerecht in der (Erneuerung des Gelöbnisses: „heute und immerdar für Kaiser und Reich!" Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Zum ersten April. von Professor Dr. M. Biermer. wer nicht gewöhnt ist, polittsch von der Hand in den Mund 311 leben, sondern die Ereignisse mit dem Augenmaß des Geschichtskenners verfolgt, der wird in den letzten Monaten mit besonderer Lebhaftigkeit und Innigkeit desjenigen Mannes gedacht haben, den uns heute vor beinahe einem Säkulum eine gütige Vorsehung beschert hat. Das gilt sowohl von der Novemberkrisis unerfreulichen Angedenkens, wie von dem Reichsfinanzproblem und der Balkanfrage. Ueberall drängte sich förmlich dem Patrioten das Gedächtnis an (Dtto v. Bismarck, ein Kapital, von dem noch Generationen zehren werden, auf. Die Novembertage sind als eine Art von Nemesis der Geschichte, die manchmal unerbittlich grausam sein kann, bezeichnet worden. Aber gerade weil die Abrechnung so schonungslos und gefährlich war, wenn auch vielleicht unausbleiblich, soll man sie endlich auf sich beruhen lassen. 3m Sinne des monarchischen und nationalen Gedankens, dem Bismarcks ganzes Lebenswerk gewidmet war, wirkt das wühlen in der frischen Wunde wie eine selbstmörderische Blutvergiftung, ist unnütz, ja friool Nur das (Eine sollen wir bekennen: Der Einzige, der in dem Konflikte zwischen Volk und Kaiser gut abgeschnitten hat - wenn es die Gegenwart noch nicht einsieht, werden es die Zukunft und die Geschichte tun —, ist der Kaiser selbst, „wer sich selbst überwindet, der gewinnt." Wenn diese Lehre doch auch die klägerische Dolksoertretung beherzigen wollte! Statt dessen bietet sie uns seit Wochen, wc ihr die Lösung einer der größten nationalen Aufgaben, die finanzielle Sicherstellung des mit Blut und Eisen geschaffenen großen Reichs übertragen ist, ein jammervolles Bild der Hilfs- und Direktionslosigkeit. Mit Widerwillen nimmt man die Parlamentsberichte zur Hand und wirft sie ftuchent zur Seite, was sind die Epigonen einer herrlichen Auf schwungsperiode ein kleinliches, an Gpferfreudigkeit und weitem Blicke armseliges, Geschlecht geworden! Lebte noch der eiserne Kanzler unter uns, wie wäre er mit seiner göttlichen Grobheit, die ein wahres Labsal für jeden Gutgesinnten war, dazwischen gefahren. Freilich, auch Bismarck ist eine großzügige Finanzreform, die den unwürdigen Zustand, wonach das mächtige Reich zu einem bettelnden Kostgänger der Einzelstaaten herab' gewürdigt wird, endlich ein Ende machte, niemals geglückt. Aber hat cs an ihm gelegen? Fehlten ihm Tatkraft, willen und plan? wahrhaftig nicht! Für zwei große Mittel der Gesundung trat der Riese mit Aufgebot seiner ganzen titanischen Wucht ein, unterlag aber trotzdem den zahllosen nörgelnden Zwergen. Bismarck schlug die Reichseisenbahnen vor und fast gleichzeitig das Tabaksmonopol. Das waren wahrhaft geniale Gedanken von prophetischer und fundamentaler Bedeutung. Das Reichseisenbahnprojekt scheiterte an der unglaublich kurzsichtigen Haltung der deutschen Mittel- staaten, und fast könnte man etwas Schadenfreude darüber empfinden, wie sehr jetzt die unverbesserlichen partikularisten ihre alten Sünden büßen müssen. Und mit welchen Mitteln hat man den anderen Finanzplan, das Tabaks- monopol, zu Tode gehetzt? Doktrinarismus und Unverstand, Sonderinteressen und legislative Feigheit haben damals ein Bündnis geschlossen und so das Reich und seinen Führer im Stich gelassen. Die Nutzanwendung ergibt sich ganz von selbst, wir stehen heute inmitten der üblen Folgen. Die einzige Einsicht, die über uns gekommen ist, ist die, daß der freigebige Augenblick ein unempfängliches Geschlecht fand. Doch: „was du versäumst im Augenblick, bringt keine Ewigkeit zurück!" Noch viel mehr als in der inneren Politik richten sich heute unsere wehmütig-dankbaren Gedanken auf Bismarck als den unerreichten Meister der diplomatischen Staatskunst. Wie oft haben wir, seitdem dieser Gewaltige den Taktstock im Völkerkonzert niedergelegt hat, ihn zu uns zurückersehnt! Nach fieberhaften Kursschwankungen in der großen Politik, einem schwachmütigen und regellosen hin- und hertasten und nach einer Periode des bedauerlichen Rückgangs hat in diesen Tagen Deutschland endlich einen vollen Sieg über seine Gegner und Neider errungen. Man atmet erleichtert auf, und die so lange herabgedrückte Stimmung macht wieder einer Hoffnungsfreude Platz, die an die glückliche Aera des ersten Kanzlers erinnert. Aber auch hier ist es der Bismarckianische Gedankenflug, der uns zum Triumph verhalfen hat. Es gibt wenig Ereignisse in der Weltgeschichte, die sich mit denen vor dreißig Jahren vergleichen lassen, wo nach einem blutigen Bruderkampf, der eine vernünftige Ordnung der Staaten untereinander gebracht hat, ein Trutz- und Schutzbündnis zwischen denjenigen Monarchien, die jahrzehntelang um die deutsche Hegemonie gerungen haben, hervorgezaubert wurde. Nach fast dreißigjährigem Bestände hat dieses Bündnis unerwartet reiche Früchte getragen, wer aber hat dieses Bündnis zwischen Deutschland und Oesterreich geschaffen? Niemand anders als Otto v. Bismarck, der den Beruf unseres Verbündeten, auf dem Balkan Rußland in Schach zu halten, vorauserkannt hat, weil er wußte, daß das Zarenreich, das seine präponderanz lediglich der barbarischen Verachtung seines geknechteten Menschenmaterials verdankte, ein ebenso unzuverlässiger, anspruchsvoller Freund wie ein verschlagener, Stimmungsbild aus dem Reichstage. Berlin, 31. März. Nun ist doch der angestrengte Fleiß der lebten Wochen vergeblich gewesen: Der Etat tft nicht rechtzeitig fertig geworden. Neben den kleinen Etats, über deren En-o-loct-Erledigung man sich in der Budgetkommission schon geeinigt hatte, stand noch der Etat des Auswärtigen Amtes aus, und nachdem die großen Fragen vorgestern beim Etat des Reick)skanzlers ihre Besprechung gefunden hatten, war die Aussicht vorhanden, in wenigen Stunben die Einzelsragen auf dem Gebiete der Vertretung unserer auswärtigen Angelegenheiten noch so zeitig zu erledigen, daß man in einer anschließenden Dauersitzung auch noch die dritte Lesung vor Beginn des neuen Etatjahres bewältigen könnte. Liber das Redebedürfnis der Abgeordneten vereitelte dieses Bemühen und obgleich die Sitzung schon auf eine frühe Bormittagsstunde anberaumt war, stellte sich sogar noch die Notwendigkeit einer Abendsitzung heraus, um auch nur die zweite Lesung des Etats zu beendigen. Alle die Fragen, die in der Budgetkommission eingehend erörtert waren, mußten auch im Plenum noch einmal zum Vortrag kommen, weil anscheinend die neue llebung, bei der Berichterstattung über die Kommissionsverhandlungen die Warnen der Redner nicht zu nennen, das grade Gegenteil von dem herbeiführt, was man damit bezweckt hatte, nämlich eine Verlängerung des Reichstages statt seiner Abkürzung. Es war ein Potpourri von Fragen, das heute in der Sitzung vorüberzog: den Reigen eröffnete der Wunsch nach einer internationalen Vereinbarung über die Unterdrückung des Handels mit pornographischen Schriften und Bildern. Man einigte sich friedlich auf eine Resolution, nachdem Staatssekretär v. Schön eine internationale Konferenz als bevorstehend angetünbigt hatte; unb wenn auch Dr. Müller- Meiningen es nicht unterließ, die Scheidelinie zu marfteren, die die Weltansckmuungen des Zentrums und der Liberalen trennt, so war doch von einer lex Heinze-Stimmung niclsts zu spüren. Die Zigeunerplage wurde von dem oberschlesischen Abg. Frank, dem Hannoveraner Dr. Varenhorts, dem Ostpreußen Kamtz besprochen, und wenn Herr v. Schön auch nicht ein Einschreiten deö Auswärtigen Amts in Aussicht stellen konnte, so glaubte er doch die Zusage machen zu können, daß bte „inneren Behörben" bic Sad)e im Auge behalten würden und Graf Kanitz erzielte auch eine entgegenkommende Erklärung für seinen besonderen Wunsch nach Vermehrung der Zahl bet Grensübergänge an der russischostpreußischen Grenze. Der bekannte Fall des ehemaligen Lausanner I Professor Kuhlen deck wurde, wie schon in der Presse, auch jetzt mt Reichstage eingehend erörtert. Auf die Vorwürfe des nationalliberalen Aby. Lehmann-Jena und des Zentrumsabgeord- neten Dr. Pfeiffer, dec für Herrn Kuhlenbcck ein traten, machte der Staatssekretär längere Ausführungen, um darzutun, daß der deutsche Gesandte in Vern, bekanntlich ein Bruder des Reichskanzlers, die Pflicht des Schutzes der Deutschen in der Schweiz nicht versäumt habe. Auch der Abg. Eickhoff war der Meinung, daß der Fall unnötig aufgebauscht worden sei. Auf die Anregungen dieses freisinnigen Abgeordneten bekundete Harr v. Schön die Geneigtheit der deutschen Regierung, internationale Streitfälle nach Möglichkeit auf sclstedsgerichtlichein Wege beizulegen. Der Sozial- b emo trat Scheibemann machte ben vergeblichen Versuch, bic Flottenrüstungsfrage noch einmal aufzurollen: er fand weder bei der Regierung noch bei den bürgerlichen Parteien Gegenliebe. Der Zentrumsbaher Speck nahm sich seines heimatlichen Hopfens an, für den er Erleichterungen für dessen Einfuhr in England wünschte. Ministerialdirektor v. Körner sagte wohlwollende Prüfung zu. Dr. Stresemann erhob Beschwerden über die den Ansprüchen der Industrie nicht immer entsprechende Vertretung unserer wirtschaftlichen Interessen im Auslande, besonders Amerika gegenüber, und so wurde eine Reihe weiterer Angelegenheiten zumeist nur im Fluge gestreift. Schließlich fand noch ein sozialdemokratischer Antrag mit kleiner Mehrheit Annahme, der sich gegen die preußische Verordnung über die Legitimationspapiere der ausländischen Arbeiter richtete. Um 6 'Uhr bewilligte man bas Gehalt des Staatssekretärs und vertagte sich dann auf den Abend. In der A b e n d s i tz u n g des Reichstages rief zunächst ein Konflikt des liberalen Sberkirchenrats mit dem Pfarrer der deutschevangelischen Gemeinde in Saloniki eine längere Erörterung hervor. Der Tragoman des Konsulats soll bei dem Konflikt nicht korrekt verfahren sein. Staatssekretär v. Schoen wies die Be, ichwerde als unbegründet zurück. Dann gab es eine größere Auseinandersetzung über den Antrag der Budget-Kommission, die Ausgaben für die Entsendung von landwirtschaftlichen und forst- wirstchaftlichen Sachverständigen ins Ausland, sowie von Sachverständigen für Handels-Angelegenheiten und die Konsulatsämter künftig herabzusetzen. Das Ergebnis war die Wiederherstellung der Regierungs-Vorlage. Des weiteren wurde eine Resolution angenommen, in der verlangt wird, den Lehrern an den deutschen schulen im Auslande eine dem Gehalt int Inland entsprechende Besoldung zu geben. Erst gegen 11V« Uhr war ber Etat des Auswärtigen Amtes erledigt. Ein Vertagungsantrag des Abgeordneten Singer wurde abgelehnt. Ter Etat für die Verwaltung der Reichs- Eisenbahnen wurde noch entgegengenommen. Sodann vertagte sich das Haus auf Donnerstag vormittag lü Uhr. Stimmungsbilö aus -em preutz. Abgeordnetenhaus. Berlin, 31. März. Von As bis Z waren c5 Prodorno-Redcn, die am Mittwochs im HausederAbgeorbneten zur Nebenb ahnvvplage geschwungen wurden. Im deutschen Parlamentarismus kennt maul den löblichen Brauch anderer Länder ittcht, der den Volksverttetern gestattet, ihre mehr ober minbev geifk und gedankenvollen Reden, stilistisch sorgfältig gefeilt und zu Papier gebracht, einfach zu Protokoll zu geben, ohne sie wirklich zu halten. Wie die ge* haltenen, so kommen auch diese ungehaltenen Reden ins amtliche! (Stenogramm der Sitzung, unb der Redner — trenn män ihn so nennen darf — kann nachher getrost das Stenogramm der Presse seines Wahlkreises zum Abdruck übermitteln und demosthcnische Triumphe feiern. Gäbs solche Praxis auch bei uns, so hätte sie am Mittwoch im Abgeordnetenharste geübt werden müssen!. Denn jede einzelne der Reden, die da von der Tribüne des Hauses losgelassen mürben, entbehrte Völlig bes allgemeinen Interesses; lebe einzelne brachte nichts als Lokalwünsche und Lokalschmerzen, bie nur die Nächstbeteiligten interessieren. Und die wissen auch ohnünes, wo sie der Schuh drückt. Unmittelbaren und praktischen Zweck hat die Vorbringung dieser Wünsche und Schmerlen im Plenum erfahrungsgemäß recht weitig: Schon daß diesell>eu Klagen jahrelang hintereinander erschallen, zeigt, daß sich die Regierung um diese Versuche, an ihr Wohlwollen zu appellieren, ganz und gar nicht kehrt, sondern iHv Bahnnetz nach ihrem eigenen Gutdünken ausgestaltet. Herr o. Breitenbach ließ sichs diesmal noch besonders angelegen! sein, das Haus an diese Praxis der Regierung su erinnern, ev war überhaupt nicht da, obwohl! doch seine Anwesenheit im Reichstage, bei ber Beratung des Reichseisenbahnamts, zeitiger dringlich erscheint, als sie hier erscheinen mußte. Und seine anstandshalber anwesenden $ommi)fare hörten nicht auf die Redner, sondern erledigten treu und brav ihrs Akten. Mehr als zwei Dutzend Redner waren zu Wort gekommen, nod) ihrer fünfundfünfzig stehen, auf der Liste fürDonnerÄ- tag — ftinfund fünfzig! pc!itifd>c Cagesscbcrrr. Aus der Finanzkommisston des Reichstages. Die Finanzkommission des Reichstages trat mit Rücksicht auf den frühen Beginn der Plenarsitzung am Dienstag schon um 9 Uhr zusammen. Die Weiterberatung der Branntweinsteuer hat keinen parteipolitischen Charakter mehr. Bei § 15 handelt es sich um die Abfindung der Kleinbrennereien. § 15 wird in der Fassung der Vorlage angenommen. Man kanr in der Beratung bis zum § 23 betr. die Verwaltungskosten. Es handelt sich hier um die vielumstrittene Frage, in welcher Höhe die den Bundesstaaten zu gewghrende Vergütung für die Erhebung und Verwaltung der Verbrauchsabgaben zu bemessen ist. Trotz des lebhaften Widerstandes der Regierung wurde auf Antrag Dr. Weber 12 Uhr in Berlin rtiiflcfoinmen. 3um Empfang hatten sich zahlreiche Mitglieber der chinesischen .'toten te eingcfunben T-er „Reichsanzeigeveröffentlicht bejt dem A. georbnetenhause zugegangenen i^.fctzrntwuri über den Bergwerksbctric b an ländischer j u r i st i f ch e r ‘ßcrfoTic n und den - l'schüftsbetrieb von auszerpreu pichen i^ewerfschaften nebst Begründung. Die 2. rvü r t t em b er g ij ch e Kammer hat gestern die württemb. Gesandtschaft in München abgelehnt. Ausland. Gerüchte Mehrere l'onboner Morgenblätter mtlben aus Darrs, bah m berharn pvl,tischen Äteifrn das Gerücht qrfr’, Präsident Fall i eres werde im April mit Kaiser W i l Helm m Monte (Sarin iufa mm ml reffen und auch bet König Txm Italien zur selben . >eit der Gast des Fürsten von Monako sein DLS Hingt nchr umvalmckeinlich Der ’f ö n i ff non Dänemark hat den Mdaktrur in Reg. haanf Brvern Irmston tu in Minister für Island anstelle des ver. ai*fnehrten Ministers S?offtrin ernannt Das griechische Kabinett ist zurüdgetreten. Nach der Krifis. Die serbische Lkupschtina hat sich gestern mit der 9totc der Großmächte bcsclzäftigt In dieser 9lotc wird die ser bische Mgiorung mit größtem Nachdruck ausgesordert, nie mimnchr bereit-3 überreichte 9tete in kürzester Frist an nie österreichisch-ungarische Regierung abgehen zu lassen. Weiler wird nann gesagt, bar, die (Gesandten England . Italiens und Rußlands ermächtigt seien, die serbische Regie nntfl zu verständigen, daß Freiherr v. Aehrenthal den Wiener Lcrtrctern der genannten Mächte erklärt habe, daß Lester reich Ungarn in keiner Weise auf Serbien einen Druck aus üben werde oder die normale Entwicklung der serbischen LSchrmachl zu verhindern wünsche. Auch habe Oesterrcickn Ungarn nicht die Msicht, die Unabhängigkeit oder Integrität Serbiens anzntasten, bzw. seine freie Entwicklung zu hindern Die Note wurde mit vollständigem Stillschweigen angehört. Alsdann wurde die Sitzung geschlossen. „Irem den blatt" und ..Neue Freie Presse" erfahren von zuständiger 3eiU\ daß die von dem serbischen Gesandten Simitsch in Wien überreichte Note eine freundliche Aufnahme gefunden hat. Graf Forgach wird heute die Antwort des österreich-ungarischen Ministeriums äußern, dann Minister Milowanowitsch übergeben. Damit sei die serbische Krisis erledigt. lieber die Art der Erledigung des Konflikts ist man in Serbien lregreiflicherweife wenig beglückt. Es verlautet, daß die Offiziere des 2. Kavallerieregiments in Üraljewo beim Könige wegen des nnrühmlichen Abschlusses der Krise tcle graphisch ihre Demission eingereicht haben. Unter diesen Umständen klingt die Meldung durchaus nicht so unwahrscheinlich, daß König Peter sich mit der Ab sicht tragen soll, abzudanken. Nach einem später allerding dementierten Okrümt soll König Peter dem englischen und dem russischen Gesmidlen in Belgrad mitgetcilt Haden, daß er abzudanten gedenkt. Er verlange eine Apanage von 250000 Franken urzd wolle sich imrh Mz;a zurückzi.'hen Darüber, wer die Apanage bezahlen soll, werde noch zwischen Belgrad, Petersburg und London verhandelt werden. Der österreichisch-ungarische Gesandte hat gestern abend in Belgrad wieder eine Besprechung mit dem Minister des Aenßrrn Milowanowitsch über die Regelung der hau delspolitischen Bez ieh u n geu ztvischenOester- r e i ch U n g a r n und S e r d i e n gehabt. Ta ein lieber einkommen nicht erzielt ivorden ist, tritt morgen zwisckten beiden Staaten der vertragslose Zustand ein. — Tie gegen wattige Koalitionsregierung wurde durch eine von 102 Ab geordneten unterzeichnete Petition aufgefordert, im Anne zu bleiben und die innere Lage wieder in das Gleichgewicht zu bringen. Deutschlands Bundestrene. Stellte liegen eine große Anzahl österreichischer Preßstimmen und sonstiger Aeußerungen über die Bundestreue Deutschlands vor. Der Wiener Bürger m eiste r Lueger, der gestern zum drittenmal wiedergewühlt wor den ist, erklärte in seiner Dankesrede an den Grmeinderat: Als Bürgermeister von Wien glaube er schuldig zu sein dankbar der B u u d e s t r c u e T e u t s ch l a n d s zu gedenken und sagen zu können, daß die erwiesene Freundschaft er widert werden werde. Die Oesterreicher iverden immerdar treue Bundesgenossen der dentfckieu Brüder bleiben. Der „Pc st c r Lloyd" schreibt „Als Wekerle gestern vom Beifall des .Hauses umbraust sagte, daß in Ungarn das Bünbni mit Deutschland nicht nur als ein formelles betrachtet wird, sondern daß eS in den Gefühlen der Nation tiefe Wurzeln gefckstagen habe, da mar der Ministerpräsident nur der Verkünder jener Gtdan^n, die jeden Ungarn beseelen." Das ,,'Jieuc Pestcr Journal" schreibt: „Wir iverden uns i nun er dessen erinnern, was man uns von Deutsch land aus zugerufen trat, als die (Gefahr am höchsten ge wesen: Treue um Treue. Auch quittieren wir dankend darüber, daß Bülow unsere Sache als eine gerechte hin gestellt." Ter „Pesti Hirlap" schreibt: „Wir fühlen uns glücklich, das glänzend erprobte Bündnis als ein Derk feiern au können, an dem der ungarische Staatsmann (^raf An- drafsv hervorragend mitgcwirkt bat. Der hervorragendste Atoment der gestrigen Sitzung mar die ergreifende Kund- gebung für das Dcutsck-e Reich Alle Welt hat empfunden, daß der Jtenflift kau in glücklich gelöst morden wäre, trenn uns unser treuer und mächtiger Alliierter nicht zur Seite gestanden halte" „Pc iti Rapl o" erklärt: Ter diplo malische Erfolg AehreirthalS ist zugleich ein Triumph Bülows „A z U jsag" schreibt: „Wohl wissen wir, daß Deutsch, land nidit au? romantischer Selbslausopseruug, sondern in kühler Erwägung seiner Interessen für uns cimwnanben ist Der Reichskanzler und seine Presse haben diesen wohl begründeten, realistischen Standpunkt gekennzeichnet aber das muibcrt nicht im geringsten den '2Sert des erwiesenen Dienstes Wenn £efterrcid Ungarn und Deutschland soft zusaimueuhalten so und so stark genug, dem Ansturm der Tripel-Entente standzuhalten. Aus diesem Grunde fürchten wir die (Mahren der noch vorbaubeneii inter nationalen Spamtung nicht Tic übrigen Blätter ißern sich iu demselben Sinne, kein einziges macht eine Ausnahme. Hauptversammlung der £anöwirtfd}aft$fammer. * Darmstadt, 31. März. ' "7rn vormittag begann rm Sitzungs'aale der 2. Stauner '.miiprverantmhinq der Landwirnckoirskammer Ter Bor ’ir.rnt . "es die Einnahmen um rund 2150 Mark übersteigen. Sie fdilägt der Halivtversammlung vor, die Frage zu en vagen, wie die Ausgaben zu verringern seien Wie der Borstand mitttilt, ist der Arbeitsnachweis auf die Bermittlung ausländischer Wanderarbeiter beschränkt worden. Aud) wurde das Bureau von Frankfurt nach Tarmstadt verlegt. Tic weiteren Anstände sind belanglos. • Darmstadt, 31 Marz. Die Landwirtschaftskammer setzte beute ihre Verhandlungen fort. S? a h n Rheinhessen berichtet über den Antrag des Vor standes, die Regierung zu bitten, von der Vollziehung des Schlacht vichversicherungsgesetzcs vom 5. Avni 1905 abuneben und die im Voranschlag 1909 für die Durchführung des betressenden Ge festes vorgesehenen VenvaltungSkosteli mit 37 000 Mark für all gemeine Biehversicherungszwecke, evtl für die Entschädigung der durch die Maul und Klauenseuche entstehenden Verluste zur Ver lügung zu stellen. Mitglied Brauer stellt den Antrag, den Antrag des Vorstandes babin abzuändern, die Rcgierlung zu bitten, die 3, 000 Mark nur für die Entschädigung der burd) die Maul- und Klaiienseiicbe entstehenden Verluste zu bewilligen. Mitglied 5) a h it zieht seinen Antrag mrürf und nimmt Tür den Antrag Brauer. 'Jtad) längerer Debatte, in der sich verschiedene Redner iür den Antrag Brauer aussprechen, wird er 'angenommen. ■ W inftcuer und bitt t d ii Antrag des Vorstandes, ledwede Deinftener abzulehnen, zu akzev ticren Oe kommt ierat Walter stimmt den Aussührungen des Vorredners bei. Präsident H a a s freut sich über die Solidarität der gesamten hessischen Landwirtschaftskammer iu dieser Frage. Tie Weinsteuer bliebe, wenn sie angenommen würde, doch nur an den Produzenten hängen. Feder Landwirt müsse dagegen stim men. Ministerialrat Tr. Ufinger freut sich über den Stand punkt der Landwirtschastslaminer. behmt ndoch, daß die Re gierung vor vier Monaten bereits diesen Standpunkt im Bundesrat vertreten habe. Fritsch Diel'Hofen beantragt als Referent bie Großh. Regienmg und die Reid^slagsabgeordneten zu ersuchen, dem 1 st nicht lusuhimmen. Walter St nndet es unbegtenlid), wie ein Mann wie der suddeutsdw Abg. x\ uHiiiann, gegen \ i Breidenbach tritt fiir den Antrag Frilfd) ein. Sodann be ginnt eine lange Debatte über die a d) l a 6 ft e u e r, zu der Abg. Breidenbad) folgendes ausführt: Das CMvenü der Rach laß neuer jei wieder ausgetaucln Rur die Sozialdemokraten und Linksliberalen kitten s. 3t. für diese Steuer gestimmt. Redner ist für eine Besitzsteuer, tedoch nicht in dieser Form nnd bittet, feine Resolntion, die sich gegen die Rachlaststener richte, an-u- nclmcn y c n) e I - Ober Hessen tritt den Ausführungen Breidenbachs bei. Redner schlägt eine Banknmsatz» und Tividendeii neuer vor. Sodann bespricht der Redner die Wahl Alzen Bingen. Der Freisinn habe dem B. d. L. vorgeworfen, die Arbeit der oitelbischen Funker zu beiorgen. Ein Pfarrer gelröre auf die Kanzel und b*c Einbringung der Radüaßsteuei gehabt. Die heil LandwirtschaN. tanuner ioÜc nickt die Interessen der ostelbiichen 3unkt mabr nehmen. Weil Rieder-Wöllstadt bedauert die Ausialle ihbadiv gegen die ost elbischen Bauern. ES gäbe keinen Unter) d)irt> zwischen den Groß- und Mlrinbaucm. Mogk bittet die Resolution Breidenbach anzunehmeii tzensel Oberhessen tritt den Ausführungen Erbachs entgegen irnd bedauert seht, daß die Landwirfchanskammer in dieser f\rüic Einkäufe der lebenden (^kipume am M irkt vorzunehmen. Trotz des üarfnt ."u'triebS war es nicht mo.il-.ck. znx-, rur Verlosung Vorgriebe« Fohlen zu rnrerben, so daß die qlüdhd>?n i*myinner anstelle tri-en den mm Ankauf vorge ebenen Preis in Bar ebne icbai Abzug ausdezahlt erhalten irerbau tie Prämiierung hatte folgendes Resultat. Tie 3aMrn bebauen die Ho! des Preises, A. beißt Anerkennung Tic Preise Landwirtin...'iskauimer, dir durch ihren S'- '.ar ■ 1 :vaf' Keßen, bei her Zuweisung brr Preife mitwtTfte. 3**» Mk baftrume I. Reitpferde, unter dem Rester ie,e gt: Conrad Bolp, Rieder Weisel dunkelbraune Stute 1, Ph Ro-k. Hattenrod »Kwunc Stute 2. H. 3id, Frvnhausen ichn^arzer ^sallad» 3. II Wagen schlüge, paaorxiit zu prämiieren: D. 3kit- burg Witive. «meßen brauner Wallach um» Stute 1 Semon Kaunnann. RieSer Weisel braune Stutcii 2, S. Mickel. Gießen -Rappen 3tuten 3, Auq 7erensdori. Gießen RappenSeuten 4. III a S chwe re ArVeits sck 1 üge . paarwas.- zu vLinn- irren: S. Mickel. Gießai > Fuch^Wallaü^ 1, M Bing. Lick braune Stute und Wallack 2. S Kaufmaiin, RiederaWtisel Fud« Stuten 3. Aug Frensdorf. Gießen F-uchs-Stuten- 4. III b Leichte Arbeits schlüge, ixiammfe m präini* ierat 3 Michel, tvreßm Fud>^Wallach 1. Aug Frensdorf. Gießen Fuä-.- 3tuten- 2 und braune Stute und Wallach 3, M Bing. Lick braune Stuten) 3, S. Sfaufnunm. 9urbrr-29ti)e( < Fuchs Wallad ' A B'a Schwere Arbeit-sckläge. einzeln zu vraimiara: S. Kaufmann. Rieder-Weisel Fuchsstute l. M Bing, Lick brauner WallaB 2, T. Fscnburg Winve. «ließen bunr itxmunc Stute 3, Ed Kaufmann. Rieder Weii'el (hellbrauner Wallach» 4. IV b. Leichte Arbeit-schlüge, einzeln zu prämiieren: Ed. Kaufmann, Rieder Weisel Kohlsud)»Wallack 1. Ang FrenS» dort, Gießen 3ud:ritutc 2, öraune^Stutc ö. T Fsenburg Witwe. Gießen Fucks 3tute 3, F-udxs-Stute 6, S. Michel, ^efirtt 'braune Stute l V’a. A r be i ts s ckl äg c . einzeln zu inäm-icren. Die Pscrt« müssen mindestens 6 Monate im Begtz von Landnnrlen »ein, b«c hem Landesrjcrdezucktverein oder einem landwiriichaniid).», Be- zirksverem d s iik-oßherzogturns angehörrn: Fakob Klippel. 'Kicbrr- Weisel dnnkelbraune «tute 1, Gg Bill. Rieder Wafel braune 3 nn« 2, Ehr ist'vb Hi wer IV Wmve. Rieder Wei'el Kapoai- 3tute) braune 3 tute 4. Karl Hofmanrn Wetter seid *>u*i id immvl 5, Otto Sdrmidt, Laubad» braune Stute> unh ürnrab Häuser XX., Rieder Wei'el Rotschimmelstute), sowie Ludw .'hoef, Henckelhtim iscktvarzc Stute* A Borst»h»'nd.' Klasse Va. Imtte die stärkste Konkurrenz, nämlich V b Arbeit-schlüge , paarweise zu prämiier» ii liefe Pferde infimn mindestens 6 Monate im Bc'itz mm Lauoimrte» sein, die dem Landespserdezncktvcretn oder einem laithwirnihast. (id;en Bezirksveiein d-s i»)roßderzogtum angcdorai Wilhelm Klotz VI . Holzheim braune Belgier 3tuten 1. Gg. Txctrid), Langd braune Oldenburger Stuten 2. Konr Bolp, Rieder- Weisel (dunkelbraune Stuten) 3. Via. Dreisährige Foblen. geboren 1900. )^ag."n- schlüge: Gg. Dietnd). Langd braune Stut- 1, PH 'KaJ. vatten» rod braune Stute 2, Th Stein. Grstnbevi braune 3nitn 3. VI b. Dreiiährig e F oblen , gebe, I"i. '.’-'.iteiift. schlüge: Ludw Keßler. i^roßen-Linde» Fudx> tute 1, "emr. Dörr, Hattenrod »tohlsudStute- 2, Heinr Marr I '-»ebrr* Weifet Fucks Stute 3. VII a. Zweijährige Fohlen, geboren 1907. Wagen- schlüge: Otto Gg Walther. Langd isckwarze Stute 1. Kvnrad Weitz VI.. Tor» Gstll ibraune 3 tun 2, Bürgermeister Hrmir, Langgöns (hunfclbrauncr Walkad 3 VII b Zweisührige Fohlen, geboren 1!M)7. Arbeit-» sdrläqe: Hrck. Dreut II, Griedel Fucks xtuie 1. Villa Zuckt st u t e n mit Folien oder nackwcwüch gedeckt. Wagenscklnge: Wilb. Faber, K>rck ' ün: onn! Iriaun I, Gull braun - Hern» . Heskem dunkelbraune Oldenburger» 6, Konr Bolv, Rieder W<"'el (dunkelbraun 7 VIII b Z u ck l st u t e ti mit Fohlen ober n..'nn rodj 2 31 « noi ftifall tmt Sttrm in Aal Lier. Vmnpt 3« Serien kie tt elcktrifche« eetben, fi Unttigr itcden, Daß wie wir vc doh es fier imb wirk! Loren bis viw Unter and) iilcidi bie neue bie alte, b dem Ptoje geben mi i 6» ist '^'(terkfor ’bütgtrmeii* den Anblick wahrend bei " .‘“J »reif* mit«** , L **& * L?A^ d-s111,1 «Mi«! Uht e'N.^sg ging5 v Pseis^'. ,ß[( c"> tzil'cc S.rÄ ’-va 4* ZL- Sfisö ®£ Scju msntu ' -l Bnw, 2idi ■Misteten) 4. rF'c 1» Vrämü -\ug. ö-rensborf, und Wallach) 3 am- Nieder-Weisel I- M Lich ctzen (bunfeltaninc rauncc Wallach) 4. eJn oN inmniiertn; i?LV N- ?yren& -■ Auburg Sitte, -■ Büchel, Gießen liieren. Tic Pfeck andwirlen fein, die rririichaitlichcn Jo bb rilipSkl, !fc ibe&Wd braune er-Sfiiel .'KatJueiu x Letteijeld 'M- Stute) und tonxab iowic Ludw. Stöd, bnhnttni, itämli^ prämiieren. Aec in von üanbimna mein lemblüirtftUtfi' (gehörete Ailbesri । 1, Gg. Aclrilb, onr. Bolp, Meder, iren 1906, Segen, , PH. Rock. Volten, braune Stufe) 3. en 1.906', ÄrbeitS- tistute) 1, Meint. Mars I, Niederen 1907, Wagcn- stute 1, toimiti :genac\\ttt NnM, rttn M"'. W* :t 1. iber iiaMW' iiii, i oiinMhuwj' H. Weik IV^1 3iü dimlelbiD b Daniel Polv, Nicdcl-M'- ii oder nachnE ftewiief (i*ti ■’ ehr. yrnil«*'; trötf X- )t’rf)i,,,l?rC r'S isarill VIII, i” '„ Weisel tj 2d)iniht, ^ubaü •« *, m[ii|t, W' """fjji W<5 'S* E!Ä 9*'e5 'Wrlers gesammelt und zogen dann unter Bvrantritt des Pfeifen- und Trommterchors im Fackelzug durch die Straften der Stadt nach dem nahegelegenen Hohenberg, woselbst ein weithin sichtbares Freuden feuer angezündet wurde. Eine zahlreiche Menschenmenge, auch Damen fehlten nicht, umstand das Feuer und vergnügte sich beim l>ellen Schein der Feuersäule. Der 1. Sprecher Gnifkowski wies in zündender Anspracl-e auf den Zweck der Feier hin und führte im einzelnen das Entstehen und die Entwickelung des Mittelrhein- kreises sowie die Ziele der Turnerschast vor Augen, inbem er zum Schluß mit einem allgemein aufgenommenen „Gut Heil" auf den Turnkreis zur tatkräftigen Unterstützung der Turnerei auf- sorderte. Unter Absingen einiger Turnerlieder verlief die Feier bet Raketenaufstieg und bengalischer Beleuchtung in angenehmster Weise. Den Schluß bildete ein gemeinsamer Meirdschoppen im Hotel „Hessischer Hof". — Lützellinden, 29.März. Am vergangenen Samstag abend feierte der Turnverein das 50jährige Jubiläum des Mittelrheinkreises. Um 81/, Uhr wurde ein Fackelzug aufgestellt, der sich durch den Ort bis auf eine außerhalb desselben gelegene Anhöhe bewegte, woselbst zur Verschönerung der Feier ein Freudenfeuer angezündet wurde. Der 1. Vorsitzende, F. Andermann, hielt eine Ansprache und brachte ein „Gut Heil" auf den Mittelrheinkreis aus; dann wurde das Lied „O Deutschland hoch in Ehren" gesungen. Ferner wurden noch turnerische Uebungen ausgeführt, die reichen Beifall ernteten. Nach Erlöschen des Feuers zog sich der Verein in sein Lokal zurück zwecks Nachfeier. Ein gutes Glas Bier, Gesang nnd einige Vorträge hielt die Mitglieder längere Zeit gemütlich beisammen. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit einem Hoch auf den Kaiser. Aus Stadt und Land. Gießen, 1. April 1909. Die elektrische Bahn. Wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, soll mit der elektrischen Bahn eine kleine Veränderung vorgenommen werden, sie soll nämlich nicht oberirdisch, sondern als Untergrundbahn ausgebaut werden. Wir müssen gestehen, das; tvir zunächst wie vor den Stopf geschlagen waren, wie wir von dieser beabsichtigten Aenderung erfuhren, und das; es geraume Zeit dauerte, bis wir uns mit dieser neuen iinb wirklich überraschenden Idee befreunden konnten. Waren bisher doch nur die größten Städte an die Schaffung von Untergrundbahnen herangetreten. Uns kam natürlich auch gleich der bedeutend höhere Kostenpunkt in den Sinn (die neue Anlage soll genau zwanzigmal so viel tosten als die alte, bereits bewilligte). Aber je mehr mau sich mit dem Projekt beschäftigt/ desto mehr treten einem die ungeheuren Vorteile entgegen. Es ist doch ein herrliches Gefühl, ivenu man zur Weiterbeförderung unterirdisch entschlüpft; das hätte der Bürgermeister. Ramspeck von Alsfeld erleben müssen. Auf den "Anblick des trauten Stadtbildes muß mau natürlich tvührend der Fahrt verzichten. . Dafür hat mau aber die ganzen Rohrleitungen der städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke vor Augen, und es wird einem erst recht zum Bewußtsein geführt, welche Schätze die Stadt Gießen unter der Erde führt. Fangen wir aber erst bei den enormen Vorteilen an, die eine Untergrundbahn gegenüber der oberirdischen hat, so finden tvir gar kein Ende. Man tvird zehnmal schneller befördert. Rechnet man diesen Zeitgewinn in Arbeit um und kapitalisiert diese, so kommt int Laufe der Fahre ein nettes Sümmchen heraus. Dafür allein kann man schon 50 Prozent mehr städtische Abgaben entrichten. Tie Stadt tvird aber andererseits direkt Ersparnisse machen. Tie Straßen brauchen nicht umgcpflastert zu werden. Tie Schuhmachergilde, die Hühneraugen operateure und die um die Lieferung von den kostspieligen Schläuchen und Mänteln für Zwei- und Dreiräder sowie Automobile besorgten Gummifabriken werden für die Erhaltung des alten Pflasters dankbar sein. Man spricht sogar davon, daß eine Abordnung dieser drei Erwerbszweige der Stadtverordnetenversammlung ein wundervolles, duftiges Blumenarrangement überreichen tvird. Aber auch die vielen Eintvohner Gießens, die besonders mit historischem und mit Schönheitssinn begabt sind, tverden sich über die Erhaltung des Pflasters freuen und vor allen Dingen über die Wahrung des gewohnten Stadtbildes. Tie Straßen brauchen nicht verbreitert 51t werden, auch au einzelnen Ecken nicht, die vielen Masten und Drähte bleiben fort, der intime Reiz tvird erhalten. Ter ganze oberirdische Verkehr wickelt sich weiter so gemütlich ab tvie bisher, matt hört nicht das unangenehme Kreischen und Klingeln der elektrischen Bahn, au den besouders engen und verkehrsreichen Stellen werden keine Menschen und Tiere umgefahren. Letzteres ist übrigens auch wieder ein Vorteil der etabt, sie spart Unfallsentschädigungen. Wir tonnten noch vieles zugunsten des neuen Projektes anführen, wollen unsere Leser aber nicht damit ermüden. Wer sich von den vielen Vorteilen, die eine Untergrundbahn für die (Gesamtheit einer Stadt gewährt, praktisch überzeugen will, mag nur getrost eine Reise nach Berlin, Paris oder London unternehmen, er wird mit voller Begeisterung für den Plan zurückkommen. Betreffs der Mehrkosten dieser neuen Anlage gegenüber der alten, die ja trotz mancher Ersparnisse doch recht erheblich sein werden, müssen tvir uns zu der Formel bequemen: Gepumpt wird doch, aus ein bißchen mehr oder weniger kommt es nicht an, das sieht man am Deutschen Reich. Außerdem sind wir der Ansicht, daß unsere Stadtväter die hierdurch entstehende Erhöhung der städtischen Abgaben glatt bewilligen werden und sich dadurch vorteilhaft von den Reichstagsboten abheben. '* Tageskalender für Donnerstag, 1. Avril: Stadt- theatc Benefiz Goll: „Goldfische." Anfang 8 Uhr. Kolosseum: Programmwechsel. Vortrag von Frau L. Bucksath aus Mainz: Tie Reform der höheren Mädchenfchule. Abends 8’/t Uhr im Hotel Großherzog. ♦ * • In Audienz empfangen mürben von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch und Prof. Dr. Schmidt von Gießen. * * Ruhestandsversetzung. 'S. K. H. der Groß- herzog haben den Bezirkskassier Karl Nahrgang zu Lich unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, sowie unter Verleihung des Ritterkreuzes ztveiter Klasse des Verdicnstorbens Philipps des Großmütigen» sowie ferner den Hofkoch Ludwig Kloos in den Ruhestand versetzt. * * Aus dem Militärwochenblatt. Karstedt, Oberveterinär im Großh. Art.-Korps 1. Großh. Hess. Feld- Art.-Regts. Nr. 25, zum Garde-Drag.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23, — versetzt. * * Ordensverleihung. S. K. H. der Gro ß her z og haben dem Ministerialrevisor bei der Buchhaltung des Ministeriums der Finanzen, Rechnungsrat Ludw. Müller zu Darmstadt, aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums die Krane zum Ritterkreuz zweiter Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Pfarr-Dienstnachrichten. Ernannt wurde: Pfarrvikar Lenz zu Nieder-Ramstadt zum Pfarrvikar in Rohrbach, Kreis Büdingen. ** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Hch. B e l l i n g in Eimsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eschollbrücken, der Schulamtsaspirantin Tina Becker auS Zwingenberg eine Lehrerinstelle an der Gemeindeschule zu Pfungstadt, der Schülamtsaspi- rautin Emilie Mahr auS Eberstadt eine Lehrerinft.lle an der Gemeindeschule z-u Eberstadt. In den Ruhestand versetzt wurden die Lehrerin an der höheren Bürger- Mädchen-) Schule zu Bingen Mari; H e r m s auf ihr Nachsuchen und der Lehrer an der Gemeindeschule zu Ranstadt Hch Nürnberger auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. ** Geschäfts;ubiläuw. Heute feiert die Bahnh ofs- Buch Handlung Julius Vater na hm ihr 40jäbrige§ Bestehen. Nachdem er am 1. s2loril 1869 die Bahnhofs-Buchhandlung in Gießen gegründet hatte, übernahm Herr Baternahm am 1. Januar 187U auch die Buchhandlung im alten Main-Weser-Bahnhof zu Frankfurt. Arn 18. August 1888 wurde ihm die bedeutende Buchhandlung im neueröffneten Hauptbahnhof übertragen. Alis kleinen Anfängen sind un Laufe der 40 Jahre nach und nach zwölf große und kleinere Filialen entstanden, und allen Geschäften steht bei immer noch sehr rüstige, inzwischen 65 Jahre alt gewordene Herr Julius Vaternahm unter Assistenz seiner Söhne vor. Ter Jubilar hat es durch rastlosen Elser und strengste Rechtlichkeit zu hohem Ansehen gebracht. Silberne Hochzeit feierte heute der in weiten Kreisen bekannte Tapezierermeister Wilh. Kutzschrad und leine Ehefrau Margareta. Kinder und Enkel umstehen das Jiibelpaar leider nicht. ** Manner-Turnverei n. Am Sonntag, 21. März, ver- anstalteie der M-T.-V. sein An turn en, bas in allen Teilen einen guten Verlaus nahm. Begonnen wurde mit Freiübungen und zwar wurden die für das diesjährige Gauturmest vorgeichriebenen geturnt. ES nahmen 33 Turner teil, die die sehr schwierigen Hebungen sehr eratt ausführten. Am Weltkamvf beteiligten sich zusammen 30 Turner, darunter 3 außer Wettbewerb. Es wurde in 2 Stufen geturnt mit folgendem Resultat: Oberstufe: I. Adolf Trautweni 1151/,, 2. Friedr. Bevpler 1011/,, 3. Rud. Veiüler 95, 4. Karl Thöt 92, 0. öans Thöt 891,, 6. Willi Haun 87l/„, 7. Rob. Günther 725, Punkte. U n t e r st nie: 1. Paul Langer 12s1,.’, 2. Heinr. Techert 124, 3. Fr. Roder 1201/.,, 4. Heinr. Fersch 114, 5. Aug. Wagner 1111/,,, 6. Willi. Stosset 1Ö91/,, 7. Will). Schmidt und Konr. Becker je 109, 8. Heinr. Kraushaar 10H‘,„ 9. Ludw. Hebstreit 1051, „ 10. Kurt Kraushaar 96, 11. Herrn Giegling 82l'e, 12. Gruft Bötz 677., 13. Karl Kuttmann 61, 14. Georg Andres 60%, 15. Kart Hildebrand 60 Punkte. Die Hebungen zeugten durchweg von guter Schulung. Gelegentlich der 8 Tage spater ftattgeiunöenen Ä'b o-n b u N t e rh a l t u n g wurden den Siegern die Ehrenurkunden überreicht. Verherrlicht wurde der Ülbenb durch schön ausgesührte Hebungen der Fechtriege, sowie Konzertstücke und.einem flott gespielten Einakter. Ein gemütliches Tänzchen hielt bie Anwesenden noch einige Stunden vergnügt beisammen. ** In den 9i u l) e it a n b tt'tt heute, tvie schon mit- geteilt wurde, Polizeiwachtmeister Kasper, der die Entwickelung unserer Schutznlannschaft von Anfang an mitgemacht hat und als ältester der hiesigen Polizetbeamten allgemein bekannt war. Herr Kasper war, 18 Jahre alt, am 1. Oktober 1863 bei der hessischen Kavallerie (im jetzigen 1. Dragoner-Regiment) als Freiwilliger eingetreten und hat die Feldzüge von 1866 und 1870—71 mitgemacht. Noch neunjähriger Militärdieustzeit trat er zur Gendarmerie über, um dann am 1. Oft. 1878 bei der Errichtung der hiesigen Schutzmannschaft bei dieser als Polizciwachtmeister einzu- trcten. Damals tvaren 14 Schutzleute hier vorhanden, während es heute deren 30 sind. Nach 31jähriger Tätigkeit tritt nunmehr Herr Kasper in den ivoüKerdienten Ruhestand. ** Ein Unfug. Nahe der Schisfenberger Straße vernahm gestern abend ein Passant das klägliche Geschrei eines Rehes, das er sodann in dem nahe der Straße belegenen Erlenwäldchcn mit d n r ch b i s f e n e r Kehle vorfand, während ein starker Foxterrier sich aus dem Staube machte. Tas Reh verendete alsbald. Tas für den Naturfreund wie für den Jagdliebhaber gleichermaßen betrübende Ereignis zeigt ivieder, wie berechtigt die gegen den .Hnndcunfng gerichtete Betvegrmg ist. Zahlreiche wildernde Hunde durchstreifen Wald "und Flur. Bestände die Vorschrift, daß Hunde angelcint zu führen sind, so würden alle diese ?Nrßstände aufhören. Die geringe Bewachung der städtischen Jagdreviere ist wesentlich darauf zurückzuführen, daß der Wtld- stand von den frei hernmlaufcndcn Hunden dezimiert wird. ** Fahrradmarder Tie Fahrraddiebstähle beginnen sich beim Eintritt des Frühjahres sofort allenthalben wieder zu mehren. Gestern hatte ein junger Mann fein Fahrrad am Pferdemarkt hingestellt und sich den Markt besehen. Kurz darauf war das Rad) verschwunden. Ter Dieb konnte sich des Besitzes nicht lange erfreuen, er wurde in der Person eines 5) a n d w c r k s b u r s ch e n bereits bei Fronhausen von einem Gendarmen angehalten und verhaftet. Seinen Angaben, er habe das Rad unterwegs von einem Unbekannten für 2 Mk. gekauft, konnte fein Glauben geschenkt werden. □ Wieseck, 30. März. Sämtliche hiesige acht Schulklassen unternahmen heute einen Ausflug nach Lollar und Staufenberg. Auch andere Schulen benutzten bas angehende FrühlingSwettcr zu einem Spaziergang am Schluß des Schuljahres. = Steinbach, 30. März. Am Sonntag abend veranstalteten die hiesigen schiller unter Leitung der beiden Lehrer Ranz und Meissinger für ihre Eltern aind Angehörigen einen Familienabend. Die Schüler und Schüleriimen der lerlten Klasse sühnten von dem Zvklus „Die Jahreszeiten" von Frieda Schanz den vierten Teil, „Der Winter", auf. Taim folgten Deklamationen und Gesangsvorträge. Selw gut gefielen die Vorträge der Kleinsten: anmutige Känderliedck)en vom Heimatsort, vom Vaterhaus, vom Frühling, vom Häschen usw., sowie ein lieblicher Kinüer- reigen, von Schülerinnen der zweiten Klasse;au§gerii5rt. Auch eine dramatische Darstellung des Gedrchtes: „Gott grüß euch, Alter! säwreät das Pseifchen?" sprach sehr art. Den schönsten Punkt deS abwechslungsreichen Programms bildete bte Aufführung des Märchenspiels „Rotkäppchen" von Marie Jlle-Beeg und es gelang den jugendlichen Darstellern, die M recht gut iß ihre Sofies eingelebt hatten, in der Tat außevordeMlich gut, einen wohlverdienten Erfolg zu erringen. Besonders die übrige Schuljugend zeigte das größte Interesse für bie Vorgänge aus der Bühne nnd zollte ihren darstellenden Kameraden in il;r ; schmucken Trachten jubelnden Beisall. — Heute ging ein Luuoallon, von Süden kommend, in rascher Fahrt über unser Tors hin und flog in der Richtung auf Grünberg weiter. r. Ockstadt, 31. März. Ein eigenartiger Diebstahl wurde hier ausgeführt, indem einem hiesigen Einwohner in seinem eingezäunten Garten ein junger Baum ausgegraben und mitgenommen wurde. Von d.em Diebe fehlt bis jetzt jede Spur. (:) Laubach, 30. April. Am Sonntag hielt der Ev. Bund einen Llbend im Gasthaus zur Traube ab. Die gut besuchte Versammlung eröffnete der Vorsitzende Pfarrer Volp, der in launiger Weise bedauerte, daß der Bund in seinen Veranstaltungen beschränkt auf den Abend durch anderweitige Vorträge 1. ) Vergnügungen werde. Prof. Glaser aus Bensheim hielt daraus einen Vortrag über „Bismarck als Christ", über welches Thema Redner bereits ein Buch veröffentlicht hat. Wenn auch BiSmarck kein Kirchengänger gewesen sei, so habe er doch ein christliches Leben geführt, so habe er jährlich zweimal zu .Hause die Kommunion genommen und sich bei all^n wichtigen Ereignissen, z. B. vor einer Schlacht, durch Gebet gestärkt. Deklamationen größerer Schüler erhöhten durch entsprechende Gedichte die gut beiuchte Feier. L. Friedberg, 31. März. Das Lehrerseminar hat heute, am 31. März, das Schuljahr geschlossen und fängt am 26. April mit dem Unterrichte wieder an. Die Kausnt. Fortbildungsschule schließt Freitag, 2. April, und die Volksschule am 3. April. sd. Darmstadt, 31. März. Der von der Bürgermeisterei ausgearbeitete Voranschlag für das Verwaltungs- >ahr 1909 sieht eine Erhöhung der Kommunal- fteuer um etwa 6 Prozent vor. Zeppelins fiernfal)rt nach München. Das R e i ch s l u f t s ch i s f „2 I" ist nach fünfstündiger .Höhen- sahrt gestern nachmittag um 2 Uhr in Manzell wieder glatt gelandet und hat dort eine Nachfüllung erhalten. Die Mannschaften der Luftschisserabt-'.lung sind auf 11 Uhr nach Manzell befohlen worden. Für I _-12 Uhr hat die Dampsbarlasse „Buchhorn", die in der Regel zum Schleppen des Luftschiffes dient, den Befehl, sich bereitznhaltcn. Nachdem gestern abend alle Vorbereitungen für die Fernfahrt getroffen waren, stellte sich plötzlich trübes Wetter ein. Regenböen fegten über den See und ließen es vor Mitternacht zweifelhaft erscheinen, ob die Fernfahrt des Reichsluftschiffes nach München zustande kommen werde. Nach Mitternacht hielt Graf Z e p p e- l i n mit den Offizieren der Luftschiffcrabteilung wiederholt Konferenzen im Deutschen .Hause ab, deren Ergebnis war, daß man gegen 4 Uhr, als bas Wetter sich einigermaßen aufzuklären begann, den Antritt der Fahrt beschloß. Kurz vor 4 Uhr wurde „S. M. Z I" von der Dampfbarkasse „Buchhorn" aus der Ballon- Halle gezogen. In den Gondeln hatten Graf Zeppelin mit Oberingenieur Dürr, ferner Major Sperling als Kommandierender, Hauptmann v. Jena, Hauptinann George, Zivilingenieur Müller, Luftschiffkapitän .Hacker — dieser am Kompaß । — und bie Deimler- schen Monteure, sowie noch einige Militärs Platz genommen. Ihn 4 Uhr 5 Mm. früh erhob sich Z I und schlug bie Richtung nach Osten ein. Kurz vor 4> i Uhr passierte bas Luftschiff, an dem weithin tönenben Geräusch der Luftschrauben leicht erkennbar, aber sonst kaum zu sehen, in mäßiger .Höhe Friedrichshafen und steuerte bei immer noch ziemlich wolkigem Jpinunct und gegen den Süd- westwind der bayerischen Grenze zu. Ulm, 1. April. Um 5,25 Uhr passierte das Reichslustschiff Biberach, ließ dann Ulm links liegen und überschritt die bat)erisch- württembergische Grenze. Mindelheim, 1. April. Das Reichslustschiff passierte unsere Stadt 7,05 Uhr. Seine Ankunft in München ist um! '/l-9 Uhr zu erwarten. München, 1. April. (9,20 Uhr.) Tas Reichslustschiff führte über der Stabt mehrere Evolutwnen aus nnb wurde dabei von einer ungeheuren Äcenschenmenge mit bramenbeit .Hochrufen und Tücherfchwenken begrüßt. Für den Nachmittag ist eine Latt- dung bei Unterwiesenfeld vorgesehen. Ni üuchen, 1. April. Gegen 91/? Uhr versuchte Zeppelin auf dem Oberwüsenfelbe zu landen, ein heftiger Sübwestwind trieb das Fahrzeug aber nach Oberföhring zu. Die Ltiftschiffer- abteilung und eine Abteilung schwere Reiter sind abgerückt, uni etwaige Hilfe leisten zu 'können. Markte. fc. Frankfurt a. M., 1. April. (Telegr. Orig. - Bericht bc3 „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen B i c h m arft- preise. Zum Verkaufe standen: 45 Ochsen, 00 aus Oesterreich, 1 Bullen, 0 aus Oesterreich, 115 Kühe, Ferien, Sliere und Rinder, 966 Kälber, 224 Schafe und Hammel, 1356 Schweine, 8 Ziege, 55 Ziegenlämmer, 87 Schaflämmer. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 75—78 Mk., 2. Qualität 68—70 ' Aik., 3. Qualität 58-60 Mk.: Bullen: 1. Qual. 63—66, 2. Qual. 58—60; Kühe 1. Qualität 69—71 Mk., 2. Qual. 57—59 Mk., 3. Qual. 47—49 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5.Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht : Kälber 1. Qualität 90 bis 95 Psg., Lebendgewicht 53—57 Psg., 2. Qualität 80—88 Psg., Lebendgewicht 48-52 Pfg., Schlachtgew 68—70 Pfg.: Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 70 bis 00 Pfg., 2. Qual. 60—64 Psg. Schweine: 1. Qual. 69—00 Pf., Lebendgewicht 55,0—00,0 Pf., 2. Qual. 67—68 Pf., Lebendgewicht 54,0—00,0 Pfg., 3. Qual. 62—66 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, Llebcrftanb unbedeutend, bei Kleinvieh gut, Ileberstand tmbedeutend. kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag den 3. April 1909: Vorabend 6.45 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. N a ch m i11ags 3.30 Uhr. S chriftcrkläruug. Sabbatausgang 7.50 Uhr. Israelitische keligionrgesellschast, Gottesdienst. Sabbatfeier am 3. April 1909: Freitag abend 6.35 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 7.50 Uhr. Montag den 5. April 1909 morgens 6.00 Uhr. «oranssichtlichc Witterung für Hcften am Freitagsdem 2. April: Vielfach trüb und Niederschläge. Etwas kühler, besonders nachts. Westliche Winde. Griginai-DrahtmeiSungen. R.B. Darmstadt, 1. April. Die Erste Stände» kämmer wird morgen vormittag 11 Uhr zn einer Plenarsitzung zusammentreten. Varis, 1. April. Petit Journal berichtet aus St. Dis über einen Grenz-Zwischenfall, der sich Mrnttag auf dem Eol int Bvnhvmme ereignet haben soll. Drei Komvagnieu preußischer Infanterie unter dem Befehl eines Majovs sollen die Grenze aus hem Gebiet von Fraize überschritten haben. Sie seien ;irka 60 Meter weit auf französisches Gebiet vorm.ii'chiert und hätten Halt gemacht und sich aus einer französischen Wirtschaft Speisenj und Getränke reichen lassen. Die Truppc-n sollen längere Zeit aut sranzosnchem Boden geblieben und dann auf deutsches Gebiet zuruckgekehrt fein. Ein franjöüfdjer Postbeamter sei Zeuge dieses Vorfalles gewesen uub habe die Militärbehörden benachrichttgt. 6 Zimmer IncvbOB 6*4 IDaUcorür. 36-3b = drüber Safe Jfrib) See! -re«: 6 Zimmer Äe«! Die trauernde« Hinterbliebene«. 1973 Sießfn, den 31. 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