Erstes Blatt Freitag 6. November 1908 Die heutige Nummer umfatzt 12 Selten. nähme, als hätte sich die Haltung der deutschen Regierung 158. Jahrgang parlainciitarijd?vd. Die Budactkommiss ion des preuß. Abgeordnetenhauses nahm einen Antrag an, nach welchem die Lokomotivheizer unb Schi sss Heizer eine neue Klasse 4 d mit 1200—1800 Mark fcödjfb- gefall bilden sollen, das in Aussteigeralen von je 100 Mark erreicht wird. tüi Die ragesnununer Hofationsörttd und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und ZteindruSerei R. Lange. biß vormittags 10 Uhr. 3 Redaktion, Expedition und Vruckeret: Zchnistratze 7. !u1^elqen‘ted^:^ü'8tcL Nr. SV2 Der etcßtnei LnzelAN ctidiemi läghd), au her Sonntag» - Beilagen: viermal ivöcbeutlrch Otehener frage beirefienü die am 19. Dtai erfolgte Beschlagnahme deÄ engiiscl^n Schreppnetzfisck)erbootes „General" durch ein deutsches 5ianonenboot und die spätere Freisprechung des englischen Kapitäns durch ein deutsches Gericht, erklärte Staatssekretär Sir Edward Grey gestern, der britische Geschäftsträger rn Berlin sei beauftragt rvvrvcn, der deutschen Regierung einen Schadenersatzanspruch zu unterbreiten. Bcraoichicdetc Admirale in Rußland. Durch kaiserlichen Erlaß sind 13 Admirale, darunter Stark, Nirenius, Selenol und v. Niedermüllev, unter Beförderung in einen höheren Rang verabschiedet worden. Roosevelt und Journalist. Die Wochenschrift „Out* lock" bestätigt, daß Roosevelt als besonderer Mitarbeiter in ihre Redaktion cintrrten werde. ofsentlichung des Ar.itels int „Daily Telegraph" geändert, jeder Begründung entbehrt. Run wäre es dringend zu wünschen, daß auch die deutsche Regierung sich endlich zu den Vertretern des deut scheu Volkes im Reichstage über diese recht ernste Ange- legcnheit ausspräck)c, aber die Regierung schweigt, und der Kaiser weilt zur Jagd in Oesterreich, übrigens mit gutem Jagdglück, denn am gestrigen Vormittage hatte er 22 Hirscfa erlegt. Am Nachmittage 12. Eine schone Beute, aber der gemeine Mann wird cs bei uns nicht so leicht verstehen, wie man in so ernsten Zeiten, wo Ministersessel wackeln und über Krieg und Frieden verhandelt wird, und wo cs sich leicht um das Schicksal des deutschen Reiches handeln lann, einem bloßen Vergnügen nachgchen kann. Doch gewiß hat der Jagdaujenthalt des Kaisers in Oesterreich auch seine politische Bedeutung. Jedenfalls wird cd sich darum Han deln, daß die beiden Monarchen sich über die gegenwärtige politische Lage aussprcchcn und nach außen hin die Fortdauer des Bündnis,cs bekräftigen wollen. Wäre es anders, jo wäre es noch schlimmer nm uns bestellt, als man bisher gedacht hat. Das deutsche Volk hat bei den letzten Ereignissen so viel bittere Beschämung über sich ergehen lassen massen, daß es für bloße Vergnügungsfahrten seines Kaisers in so ernsten Zeiten kein Verständnis haben kann. Deutsches Ueich. Das Kronpri nzenpaar ist g<|tern zum Besuch des mccklenvurgischen Vofes in Schwerin cingetvoffcn. HosPrediger Stöcker richtet aus Partenkirchen ein Schreiben an Dr. Burckhardt, nach welchem er wegen Unwohl- seins und wegen der Gesundheit seiner g-rau sein Reichstags^ Mandat niederlegt. (Hofprediger Stöcker vertrat im Reichstage den Wahlkreis Arnsberg 1.) Bundesrat. In der gestrigen Sitzung des Bundesrates wurde der mündliche Bericht des Ausschusses über die Vorlage betreffend die Gebühren für Postüberweisungs- und Scheckverkehr und der mündliche Bericht des Ausschusses über den Entwurf eines Besoldungsgesetzes nach den Ausschust>Aitträgen angenommen. auf dem Boden des von Deutschland vorgeschlagenen Schiedsgerichtes verbleibe, er gleichwohl bereit wäre, in Uevereinstimmung mit dem Beniner Kabinett eine Formel zu suchen, in welcher die beiden Regierungen gleichzeitig erklären würden, daß sie oie Zwischenfälle vom 25. September und die gegenseitigen, bei dieser Gelegenheit vorgefallenen Gewalttätigkeiten als bedauerlich betrachten. Minister Pichon fügte hinzu, er mürbc keine Formel annehmen, in der die französische Regierung allein ihr Bedauern aus- iprecheunddieinirgen deiner WeiseeineBer- leugnung ihrer Seeleute und ihrer Soldaten in sich schließe, die ihre militärische P,licht erfüllten. Die französische Regierung hat sich aber dazu entschlossen, der deutschen Regierung den Bericht des Polizei- tommissars Bvrda über die Vorfälle vom 25. September mitzuteilen. Borda ist dem französischen Konsulate in Easa- blanca seit der Okkupation der Stadt durch die französischen Truppen attachiert. Das erwähnte Dokument sollte nach den zuerst getroffenen Entschließungen des Pariser Kabinetts nur einem Schiedsrichter mitgcteilt werden. Es wird in Paris veröffentlicht weroen, sobald die deutsche Regierung davon Kenntnis erhalten haben wird. Seltsam ist es nun, daß die offiziöse „Nordd. Mlg. Ztg." sich über die neuesten Verwickelungen wegen der Easa- blancasrage ausschweigt. Ein Berliner Telegramm der „Köln. Ztg." aber besagt: Uebcr den Gang der Verhandlungen, die wegen des Zwischenfalles von Casablanca stattge- lunden haben, erfahren wir solgendcs: Am 14. Oktober wars Staatssekretär v. Schoen in einem gelegentlichen, nicht amtlichen Gespräch mit dem französischen Botschastcr über verschiedene Möglichkeiten, den Streit in Ea,ablanca zu schließen, den Gedanken hin, ob nicht auch das Austunfts- mittcl einer schicdsgericyttichen Regelung herangezogen werden könne. Am 15. Oktober berichtete der Bvifchafter Fürst Radolin, Minister Pichon, habe ihm soeben mitgetcilt, er habe auf eine Depesche des Botschafters Cambon hin dem Schicdsgerichtsgedanlen zugestimmt, aber die Mitteilung dieser Zustimmung an Sierra Cambon habe sich mit der zweiten Depesche desselben gekreuzt, nach welcher die Bemerkung des Staatssekretärs von Schoen nicht als ein förmlicher Vorschlag zur Lösung der ganzen Frage aufzu- sassen sei. Darauf folgte am 18. Oktober die Unterredung des Fürsten von Bulow mit dem Botschafter Cambön im Beisem des Staatssekretärs von Schoen. In dieser Unterredung schlug Fürst v. Bülow die Regelung der Angelegenheit auf folgender Grundlage vor: 1. Frankreich spricht sein Bedauern über den Einbruch französischer Organe in die Prärogative des deutschen Konsuls aus, ein Einbruch, der darin bestand, daß die französischen Organe sich mit Gewalt mehrerer Personen bemächtigten, die sich unter dem Schutze und im Gewahrsam des deutschen Konsuls befanden. 2. Deutschland spricht sein Bedauern für die unkorrekte Haltung seines Konsuls aus, der Personen, die einen Geleitschein nicht beanspruchen konnten, einen solchen gegeben habe. 3. Die Rechts.rage soll durch eia Schiedsgericht gelöst werden. — An der Aufsasung, baß der tatsächlich vorgelom- mene Eingriff französischer Organe in Casablanca in die Konsulargcrichtsbarteit des dortigen deutschen Konsulates die Erklärung eines Bedauerns seitens der französischen Negierung er, ordere, hat die deutsche Negierung festgehalten. Hieraus geht hervor, 1. daß von deutjcher Seite oer Vorschlag, die ganze Angelegenheit einem Schiedsgericht zu unterbreiten, nicht gemacht worden ist und daß, 2. die Anä A. Bezugspreis: jra&jpSr T® monatllch75V1^ viertel- Gietzeim Anzeiger s General-Anzeiger für Gderheffen MW V 'Sy ’ • " I u. üanb- unv.Gerichts- Trübe Zeiten. Man kommt aus der Ausregung nicht mehr heraus. Wer tue französischen Zeitungen liest, muß annehmen, daß ein Krieg zwischen Deutschland und Frankreich unmittelbar bevorstehe, wegen des Zwischenfalls in Casablanca. Am 25. September b. I. hatte bas beutsche Konsulat zwei deutsche Deserteure Der französischen Fremdenlegion zur Beförderung in die Heimat nach dem deutschen Schiffe „Cuitra" schaffen lassen wollen. Französische Soldaten bemächtigten sich aber der Deserteure und mißhandelten hierbei den deutschen Konsulatsbeamten und einen Soldaten des deutschen Konsulats, und verhafteten schließlich auch letzteren. Der Soldat wurde später auf deutsche Reklamation hin freigegeben, während die Deserteure auch heute noch in französischer Haft sind. Nach deutscher Auffassung mar bas deutsche Konsulat natürlich berechtigt, sich der deutschen Staatsangehörigen anzunehmcn, obgleich sie Deserteure der französischen Fremdenlegion waren. Von französischer Seite wirb das bestritten, unb so war denn beschlossen worben, biese Angelegenheit einem Schiedsgerichte zu unterbreiten. Nun soll aber Deutschland plötzlich, wie man es in den französischen Blättern liest, von Frankreich aesordert haben, daß es sich noch vor dem Zusammentritt oes Schiedsgerichts entschuldige. Das wollcn die Franzosen nicht, und die Erregung in Frankreich ist nicht gering. Im französischen Ministerrate war man gestern der Ansicht, daß es für Frankreich unmöglich gewesen fei, den oeut scheu Gesichtspunkt anzunchmen. In politischen Kreisen glaubt man nicht an eine Verschärfung des Konflikts und meint, wenn Deutschland ebenso versöhnlich wäre wie Frankreich, werde man sich auf eine Erklärung einigen können, in der beide Länder ihr Bedauern über den Zwischenfall von Casablanca ausdrücken und ein Schiedsgericht annehmen. Das aber wäre das für Frankreich einzig mögliche Zugeständnis und die Weigerung Frankreichs, seine Offiziere und Soldaten zu tadeln, werde als endgültig betrachtet. Der Pariser „Temps" behauptet, daß man in Berlin nach einer Ablenkung für das Unbehagen, das durch die neuen Steuerpläne hervorgerufen worden sei, suche. Das deutsche Volt wisse, daß die ftanzösische Regierung in der Affäre von Casablanca niemals daran gedacht habe, die Ehre Deutschlands anzutasten. In diplomatischer Hinsicht habe übrigens Deutschland die Hände nicht frei. Es wäre eine große Unvorsichtigkeit vom Fürsten Bülow, einen bewaffneten Streit zu riskieren, während Oesterreich voll mit dem Orient beschäftigt, Rußland eine nationale Revanche suche, Frankreich militärisch und moralisch bereit sei, seine Würde zu verteidigen, England eine unbestreitbare Ueberlegenheit zur See besitze und Italien immer weniger geneigt sei, sich für fremde Zwistigkeiten zu opfern. Fürst Bülow hat zu viel Geist, um eine solche Unvorftchtigleit zu begehen. Tie französische Regierung, welche die Unterstützung der öffentlichen Meinung besitze, möge die Gesamtakten über den Zwischenfall von Cajablanca unverzüglich und lückenlos veröffentlichen. Hierzu scheint Frankreich, wie die neuesten Meldungen erkennen lassen, bereit zu sein. Eine Note der „Agence Havas" besagt, sobald die Verhandlungen mit Deutschland infolge der Schritte des Fürsten Radolin in, der Angelegenheit der letzten Forderung der Berliner Regierung eingeleitet toaren,. nuymv, ui? yum. ।ny vw <^uh.iuh w*. iyuu gab Minister Pichon zu erkennen, daß, obwohl er stritte | am 28. Oktober infolge der am 28. Oktober erfolgten Ver- Brahms und Mattea». 30 Jahre sind verstossen, seit Johannes Brahms sein herrliches Violinkonzert op. 77 in D-dur (— eigentlich eme drei- tägige Lymphome iür Violine und Orchester —) vollendete. „Eine rciie Frucht der Freuudschait zwischen Joachim und Brahms" nannte es Honst ik, als es von Joachim tm Jahre 1879 deut Wiener Publikum zum ersten Mate vorgespiett wlirde, und nachdem es am Neujahrslage des gleichen Jahres in Leipzig seiite PremiSre erlebt hatte. Damals hatte man in diesem iundamentalen Werke Beziehiingen zttdem A eet Hove itsche n Violinkonzerte zti entdecken gemeint, zumal es in derjetden Tonart geschrieben war; heute wissen wir, daß es — wie Hanslik auch richtig erkannte — der ganzen Anlage, soivte seinem Charalter nach vielutehr der zweiten Symphonie ttnscres mobeuicn Meisters mit deut großen B. nahe vertvandt ist. Hier wie da siuden wir eine zu'riedene Freude an Wohllaut, an edlem harmonischem Bau und Geiüge des Gauzeti, em sinniges warmblütiges Hmmusizieren unter Vermeidung alles äußerlich oirtnoieit Beiwerkes. Musikalisch oiu gleicher Hohe mit dem Beethoveuscheu Konzert stehend, überragt es zu gleicher Zeit die an sich wundervollen und form- vollendeten Konzerte von Mendelssohn und B r u ch um em Bedeuieudes, aber eS bietet den Ausstihrenden andererseits in technischer Beziehung derartige Schivierigkellen und verlangt ein so geläulertes musikalisches Empfinden und cm dem reinen Virtuosentum geradezu abholdes Hemgesühl, daß bie Schar^ derer, die gerade mit diesem Konzerte dem Hörer eine Stunde ungetrübten Genusses bereiten können, eine immer noch recht kleine ist. Es ivar eben ganz im Sinne des Meisters aller Meiner am der Violme und zugleich iür den großen /Musiker" Joachim geschrieben. Wir Irenen uns, daß auch in Beziehung aus das prachtvolle Konzert em hervorragender Manu lern Erbe an- getreten hat, der vor kurzer Zeit als der Beru'eulte unter den jetzigen Violiuvirtuoien in Berlin zum Nachfolger I o a ch t m s ernaunt wurde: H e n r i M artea u. Eme sowohl als Geiger wie als Komponist überaus vornehme, mir dem Edelsten zustrevende Künstlernatur ist er nicht nur an der Berliner Alademie als neu ernannter Proiesjor der ^kommende Alami", sondern auch als ein begetiterter Anhänger der Klaisiker (insbesondere B a ch ' s und Al o z a r t' s- die durcharis geeignete Periönlichkeit, die Tradnionen der bewährteir I o a ch t in 11 ci) e n Schule zu wahren und trotzdem — vermöge seiner musikalischen Sinnesvernianotschait mit Reger — dem Fortschritte das Tor zu öffnen. Alöge sein Wirken an der Berliner Hochschule uniercr deutjcheir Tonkunst zum -)eile gereichen! Ein glücklicher Stern aber waltet über dem Konzert- Verein, dem es am 15. 9tovember vergönnt jein wird, gerade rn den Tagen des 30. Geburtstages des herrlichen Brahmskonzertes den Künstler noch einmal bei sich zu Gaste zu sehen, der sich in Bach und Brahms so eingelebt hat, luie seit Joachim nur noch wenige Geiger, der aber vermöge seines neuen Amtes sehr bald zu einer seltenen Erscheinung im Konzertsaale werden dürste 1 * — Jsadvra Duncan inDarmstabt. Der Groß- Herzog von Hessen hat der Tanzschule von Jsabora Duncan ein ausgedehntes Grundstück an ixr bei Darmstadt gelegenen bewaldeten Marienhöhe für den Neubau der Schule zur Verfügung gestellt. Der Tanzschule soll hier die Möglichkeit einer freien Entfaltung ihrer Tätigkeit gegeben werden. Das Komitee, welches sich für die Durchführung aller geplanten Erweiterungen der Schule einsetzen wird, ist bereits zu einer Vorbereitung in Darntstadt zujammengetreten und hat seine konstituierende Versammlung für die erste Hälfte November festgesetzt. — Intendant b. Hülsen — kontra Angelo Neumann. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht folgende Zuschrift: „Herr Direktor Neumann in Prag hat in einer längeren Zuschrift an das „Berliner Sägeblatt' (Nr. 550) es absällig rritisiert, daß Mitglieder feiner Bühne direkte Vertrage- anerbieten durch mich erhalten haben. Die Ueberschrift des genannten Artikels, ebenso wie die Berufung aus meinen verstorbenen Vater und Vorgänger, laßt zugleich keinen Zweifel daran, daß Herr Neumann seinen Angrrss auch gegen oen Präsidenten des Deutschen Bühnenoereins richtet. Je tueniger ich perchnlich geneigt bin, gerade Herrn Neumann als Richter der Korrettheic meiner Handlungen anzuer- tennen, um so gebotener erscheint es mir, der Aufsagung und den Auslassungen dieses Herrn amtlich enlgegeuzuireten und ihn zugleich uocr feine rechtliche Stellung zui.t Deut- ,chen Buhneuver^in prinzipiell au,zurlären. Ich weroe demgemäß den Fall Neumann in oer nächsten Tagung des neulichen Büyneitvereins als der zuständigen Srecke in der breitesten Oe, ,entlichteit zur Sprache bringen. v. Hülsen." — Die Kirche gegen Sudermann. Die,er Tage führte, wie die „Köln. Ztg." meldet, die Gesellschaft des Düsseldorser Schau,ptelfan,es im Stadtlheater zu Düren unter großem Beifall des Publikums „Sodoms Ende" von Sudermann auf. Nunmehr oerofsentlicht die Geistlichkeit des katholischen .Dekanats zu Düren folgende Erklärung: „In der vorigen Woche ist im Dürener Stadttheater ein Schauspiel aufaesü.hrt worden, das nach den Mitteilungen sowohl hie,iger Blätter wie auch urteilsfähiger Zuhörer jeder christlichen Zuchtund Sitte völlig Hohn spricht. Die unterzeichneten, zur Dekanatskonferenz bekommenen Pfarrer des Dekanats Düren protestieren mit aller Entschiedenheit öffentlich gegen ein solches Aergernis und bedauern aufs tiefste, dag eine Stätte, die der wahren Kunst und Bildung gewidmet sein soll, auf diese Weise entwürdigt und ihrem Zweck entfremdet wird." Die geistlichen Herren von Düren wissen offenbar nicht, daß „Sodoms Ende" schon seit vielen Jahren über die deutschen Bühnen geht, ohne Unheil anzurichten. Sie kennen auch das von ihnen angegriffene Stück nicht, sonst würden sie wissen, daß Sudermann selbst in seinem Werk gegen die frivole Gesellschaft, die er schildert, Front macht. Die Wichtigkeit, die einem auf solcher Basis ruhenden Protest zu- kornmt, ergibt sich von selbst. — Des Dichters Sehnsucht. Ein Berliner Morgen- blatt enthält folgende Heiratsanzeige: Dichter, genial, repräsentable Erscheinung, 26 Jahre, wünscht Bekauiitjchait mit vermögender, unabhängiger Dame zivecks Verheiratung und Reise nach dem Süden. Diskretion Ehrensache. Bei dem Mangel an genialen Dichtern erscheint eS, meint dazu die ,B. Z. a. M.", im Jntereue der Literatur als Ehrenpflicht iür alle vermögenden und unabhängigen Damen, die Sudeuiehnsucht oes Dickiterjuiiglings so ra'ch als möglich zu stillen. Wenn man sich erinnert, wie nachhaltig die Jiaiienreiie aui den jüngerer Goethe gewirkt hat, dar! man erwarten, dag auch fein ^tachwlger im Süden herrliches Mafien wird. -7 Kleine C h r 0 .. r r aus 51 u n ft und Wissenschaft. „Prima-Ballerina" betitelt sich eine neue dreiaklige Operette bon Dr. Otto Schwartz (Text von Max Rermauit und dem Wompomfteii), die vom Opernhaus zu Frantiurt a. M. zur Ur- aufiührung angenommen wurde. — Der Staats-Schil- letpreiö ,ott an Ernst yarot für jem ^tama Tainris oer Narr verltehcn tooioen sein. Die zweite Preishalfte soll der Wiener Schriftsteller KarlSchönherr erhalten haben. — In Braunschweig ist der bekannte Münchener Illustrator Rudolf Wilke im Alter von 85 Jahren gestorben. — Ein Nationaldentmal für den dürften Bismarck soll ans der Eltsenhöhe bei Bingerbrück, gegenüber dem Tenlmcll der Germania au, dem Niederwald, crriü)tet werden. — Der Maler Erne st Robert ist auf seinem Landsi^ bei Gre- noble im Ulter ooy 91 Jahren gcftorhc Aus Stadt und Land. Gießen, 6. November 1908. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Ein volles Haus und eine erregte Debatte mit wichtigen j Beschlüssen, das war die Signatur der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, die von ihrer großen Tagesordnung nur einen kleinen Teil erledigen konnte. Gleich bei den Mitteilungen gab es Ueberraschungen teils erfreulicher teils unerfreulicher Natur. So erfreulich an sich die Tatsache war, daß die Versammlung einem ihrer tätigsten Mitglieder ein Vertrauensvotum erteilen konnte, so unerfreulich war die Veranlassung dazu. Erst vor wenigen Wochen nahm Stadtv. Dr. Gutfleisch Veranlassung, von der leidigen Bierbantpolitik zu sprechen, die sich in unserer guten Stadt des öfteren breit macht, und gestern schon hatte die Versammlung Gelegenheit, sich mit einer besonders duftigen Blüte dieser Art der Erörterung öffentlicher Angelegenheiten zu befassen. Unsere Leser erinnern sich gewiß noch der für den Außenstehenden mehr komisch als ernsthaft wirkenden Erörterung, ob für die neue Kälteanlage im Schlachthof Kohlensäure oder Ammoniak das beste sei. Die Versammlung entschied sich auf Grund guter Unterlagen für Kohlensäure, was bent Rufer int Streite für Ammoniak Gelegenheit gab, den Kampf für seine Lieblingsidee aus interparlamentarischem Gebiet fortzusetzen. Leider ließ er sich dabei in der Hitze des Gefechts dazu hinreißen, einem der Stadtverordneten, der gegenteiliger Ansicht war, in einem öffentlichen Lokal vorzuwerfen, daß seine Stellungnahme durch persönliche Vorteile, „Schmierereien", hervorgerufen sei. Es ist erfreulich, daß die Versammlung ihrem in seiner Bürgerehre schwer gekränkten Mitgliede alsbald in aller Form bekundete, daß er in der Sache untadelhaft dasteht. Der Vorsitzende benutzte die Gelegenheit, um noch einige andere Klatschereien^ die in jüngster Zeit hier umliefen, klarzustellen, wobei eine besondere Sorte Mittelstandspolitiker, die aus diesem unschönen Weg Anhänger für ihre sonst ziemlich aussichtslose Sache zu werben versucht, sehr schlecht wegkam. Nach diesem großen Reinemachen kam das Hauptstück des Tages, die Erledigung des Antrages Winn und Genossen wegen Schaffung eines großzügigen Bebauungsplanes. Der Antrag wurde nach langer, stellenweise recht erregter Debatte gegen sechs Stimmen abgelehnt, da sich die Mehrheit ganz auf den Boden des Ausschußberichts stellte. Ganz tot ist er aber noch nicht, da ein Teil, nämlich die. Begutachtung der Bebauungspläne, durch einen Sachverständigen, voraussichtlich neuerdings zum Gegenstand eines Antrags werden wird. In eilzugartiger Geschwindigkeit wurden dann noch die wichtigsten Gegenstände der übrigen Tagesordnung von dem sehr zusammengeschmolzenen Kollegium erledigt — bezüglich der ev. Verlegung des Viehmarktplatzes wurde beschlossen, es bis zum Erlaß des in Aussicht stehenden Reichsgesetzes über die Bekämpfung der Viehseuchen beim alten zu lassen — und darauf um 128 Uhr Schluß gemacht. Den ausführlichen Bericht über die Sitzung finden die Leser in der Samstagsnummer. ♦ " Der Großherzog auf der Jagd. An der am 3. November bei Freiherrn Heyl zu Herrnsheim in Gunters- Hausen abgehaltenen Hubertusjagd nahmen teil: der Großherzog, Prinz Heinrich von Preußen, Fürst SolmZ- HohensolmS-Lich, Fürst Birstein, Gras Görz, Oberstallmeister von Rtedesel, Oberkammerherr v. Riedesel, Oberst Freiherr v. Heyl, Flügeladjutant von dem Knesebeck, Baron v. Lcon- hardi und Freiherr Dr. Gern. v. Heyl. Erlegt wurden: 1 wilder Pfau, 12 wilde Welschen, 2 Schnepfen, 2 Bantam- . Hähne, 2 Königs-Gunter-Fasanen, 420 Fasanenhahnen, {17 Fasanenhennen, 1 Wildente, 22 Hasen und 75 Lapins. "Zum Weinsteuer - Gesetzentwurf. Zu den mehrfach an die Regierung gelangten Anfragen und Eingaben in Bezug auf den Entwurf eines Weinsteuergesetzes kann die „Darmst. Ztg." Mitteilen, daß bei dec Beschluß- 'fassung des Bundesrats die Stimmen Hessens gegen 'den Entwurf abgegeben worden sind. * * Zu den Landtagswählen. Die am Samstag stattfindenden Hauptwahlen zum Landtag dürsten manche Ueber- raschung bringen, da in vielen Wahlkreisen die vorgeschlagenen und auf einen gewissen Kandidaten eingeschworenen Wahl- : männer nicht so standhaft sind, wie man annahm. So sollen Mach in letzter Stunde in dem Wahlkreise Herbstein-Ulrichstein, in dem die Wahl des Abgeordneten Schinalbach sicher schien. Machinationen zutage treten, die die Beseitigung Schmalbachs bezwecken. Auch in Wald-Michelbach ist die Wahl des Abg. Heidenreich nicht sicher. Die Sozialdemokratie desWahlkr. Ober- 'Jngelheim hat beschlossen, für den Fall, daß die jüngste Wahlmännerwahl in M 0 mbach für ungiltig erklärt werden sollte, sofort zu Gunsten des Freisinnigen Dr. Wolf in die .Wahlbewegung einzutreten, da die Wahl eines Sozialdemo- ! traten aussichtslos sei. Bei entschiedener ^Agitation hoffe man «den Wahlkreis dem Zentruin zu entreißen. * * In Audienz empfangen wurden am Mittwoch von S. K. H. dem Groß Herzog u. a. Oberstaatsanwalt Lang von Gießen, Postdirektor Zimmer von Butzbach und Postdircktor Flaschenträger von Bad-Nauheim. Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Bürgernielster, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamten Gg. Leonh. Walter gu Gras-Ellenbach das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. • * Lehramtspersonalien. Se. Königl. Hoh. der Großherzog haben den Pfarrer Dr. Jos. Seitz zu Mainz mit dem Charakter als Professor und den Pfarrer Heinr. »Becker aus Nieder-Ohmen zu Oberlehrern an der höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnensemlnac zu Mainz, ferner den Kaplan Franz Göhle zu Bensheim zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Bensheim und den Kaplan Karl Faustmann zu Mainz zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Mainz ernannt. * * Lehrerpersonalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Genieindeschule zu Pfedders- heiin, Jakob Hosseus wegen Krankheit. Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu K l e i n - G u m p e n. Dem Grafen Erbach- j Erbach steht das Präsentationsrecht zu. * * AuS dem Landes-Lehrerverein. In den drei Provinzen finden im Laufe der nächsten Wochen O b - männerversammlurrgen stakt, denen folgende Tagesordnung zugrunde liegt: <-chulstatistik, Postlisteir, Mit gtiederverzeichliissc, Anträge, Die auf der letzten Vertreter Versammlung zur Annahme gelangt sutd. (Tic .Bersamm UiTtfl für Oberhessen findet am 28. November hier im Hotel Kobel statt. — In Bensheim feierte am 1. November Lehrer Kempf in seltener körperlicher und geisttger Frische sein goldenes Dienstjubiläum. • • Kirchen-Renovierungen. Denkmalschutz und Kreisbauamt rücken jetzt der Erhaltung der alten Kirchen näher, an denen unser Kreis reich ist. Die Renovierungen geschahen in den letzten Jahrzehnten vielfach ganz willkürlich, meist ohne sachkundige Aufsicht, so daß manche Altertümlichkeit verschwand, ja nicht selten Stil und Formen der Gebäude verwischt wurden. Hierin ist jetzt Wandel geschaffen. Im nächsten Jahre werden die Kirchen zu Stangenrod und Allendorf a. d. Lumda nach den Plänen des Baurats Diehm renoviert. • * Keine Analphabeten in Hessen. Von den im ganzen deutschen Heere vorhandenen 60 Analphabeten des letzten Jahres war keiner aus dem Gcoßherzogtum Hessen gebürtig. — Geschworenenliste. Behufs Bildung der Spruchliste für die am 7. Dez. beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts für das 4. Quartal wurden nachstehende pauptgeschworene ausgelost: Hch. Wilh. Wagner, Landwirt in Echzell; Joh. Rahn, Landwirt in Rixfeld; Karl Wilb. Jakob, Landwirt in Groß-Karben; Hch. Baumbach IL, Landwirt in Bermuthshain; Hch. Schaaf VI., Bürgermeister in Eichelhain; Louis Gust. Krempel, Bürgermeister in Eckartsborn; Hch. Wilh. Cloos, Fabrikant in Nidda; Ehr. Welter, Landwirt tn Holzhausen; Hch. Ubrich, Rentner in Friedberg; Hch. Schudt IL, Mühlenbesitzer in Bruchenbrücken; Heinr. Wittich, Landwirt in Rendel; Karl Nepp, Fabrikant in Grünberg; Hch. Keil V., Bürgermeister in Ettingshausen; Otto Roth, Buchhäiidler in Gießen; Joh. Rausch, Landwirt in Allmenrod; Wilh. Haller, Fabrikant in Friedberg; Adolf Klingspor, Fabrikant in Gießen; Jak. Krämer II., Landwirt in Steinbach bei Gießen; Joh. Keßler X., Kaufmann in Großen-Linden; Hch. Kneipp V., Bäcker in Langsdorf; Wilh. Herrn. Schäfer, Landwirt in Reichelsheim; Hch. Pfaff, Landwirt in Weitershain; Gust. Schwarz, Kaufmann in Friedberg; Hch. Loth, Landrvirt in Kirschgarten; O§k. Graff, In- genieur in Kesselbach; Ferd. Kammer, Gutspächter in Hungen; Aug. Birkenstock, Bürgermeister in Ranstadt; Ernst Stumpf, Landwirt in Kirtorf; Friedr. Helmich, Rentner in Laubach; Wilh. Kaiser, Beigeordneter in Unter-Schmitten. * * Die Hessische Lehr mittelan st alt (Emil Roth) hier, die zu einem ,Schulmuseum" ausgestaltet werden soll und bereits als eine sehr beachtenswette Lehrmittel- Ausstellung, wie sie wenige gleichartige Handlungen Deutschlands aufweisen, angesprochen werden darf, begegnet mehr iind mehr der Aufmerksamkeit dec umliegenden Lehrerkreise, die sich dllrch einen lebhaften Besuch geltend macht. Nachdem die letzte Kreislehrerkonferenz des Kreises Gießen die hessische Lehrmittel-Ausstellung offiziell einer Besichtigung würdigte, folgte am Montag ein Besuch von 28 Lehrern des Kreisschulinspektionsbezirks No dH ei m (Kreis Biedenkopf) unter Führung des Kreisschulinspektors Vömel. Wie wir hören, ist in Aussicht genommen, auch den Schülern klassenweis unter Führung des Klassenlehrers die Besichtigung dec interessanten Ausstellung zu eiiuöglichen. Von dieseni dankenswerten Entgegenkommen des Besitzers dec Hessischen Lehrmittelanstalt werden die Schüler sicher gern weitgehenden Gebrauch machen. • * Zw eiter öffentlicher Vortrag des Kaufmännischen und des Ortsgewerbevereins. In Stems Saalbau sprach gestern abend vor einem überaus zahlreichen Publikum Herr Hauptmann Härtel aus Leipzig über „Die Eroberung des Luftmeeres und modernes Reisen im Luftschiff. Der Vortragende gab zunächst eine kurze Uebersicht über den jetzigen Stand der Beherrschung der Luft und sodann ein sehr anziehendes Bild von den Reizen einer Luftreise. Ec erläuterte seinen Vortrag durch eine große Anzahl meist selbstgesertigter bunter Lichtbilder. Bekanntlich waren die Franzosen uns anfänglich in der Suft- schlffahrt weit voraus. Auf Anregung des Kaisers ist es zurückzuführen, daß die Lustschiffahrt auch bet uns mit größerem Eifer betrieben wurde. Das Ergebnis ist bis heute, daß man drei Klassen lenkbarer Luftschiffe nennen kann: 1. die starre Form (Zeppelin), 2. die gänzlich unstarre Form (Parseval, La ville de Paris), 3. die Halbstarre Form (die französischen Ballons La Republique und dec Ballon des deutschen Luftschifferbataillons. 9leucrbing§ neigt man dazu, nach einem anderen Gesichtspunkte einzuteilen, in Ballons mit Ballonet und ohne solchen. Redner besprach bann nn Einzelnen diese verschiedenen Typen und die Ersolge, die mit ihnen erzielt worden sind. Dann schilderte der Redner lurz die Flugmaschinen und erzählte zum Schluffe von seinen acht Ballonsahrten, die er bisher selbst ausgeführt hat. Die Schilderungen des Vortragenden enthielten eine Fülle interessanter Einzelheiten mit humoristischen Beigaben und begeisterte Naturschilderungen. "Der Evang. Arbeiterverein veranstaltet am Sonntag seinen zweiten Vortragsabend. Lehrer Keil- Kleinlinden wird über seine Reise nach der Wasserkante sprechen. * * Die R echtSschu tzstellc für Frauen und Mädchen hat ihre Geschäftsräume von Neuenbäue 25 nach Alicestraße 31 verlegt. Die Einrichtung hat sich als sehr zweckmäßig erwiesen. Die häufige Inanspruchnahme liefert den besten Beweis dafür. • • OeNentliche Lesehalle. Im Oktober wurden 2 3 05 Bände ansgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1193, Zeitschriften 316, Iugendschrtsten 327, Vers- dichtungen 49, Literaturgeschichte 9, Länder- und Völkerkunde 84, Kulturgeschichte 19, Geschichte und Biographien 125, Kunsl- geschtchte 11, Naturwissenschaft und Technologie 81, Heer- und Seewesen 12, Haus- und Landwirtschaft 10, Gesundheftslehre 7, Religion und Philosophie 23, Staatswissenschaft 12, Sprachwissenschaft 12, Fremdsprachliches 15 Bande. Nach austvärls kamen 103 Bände. • • Eine p raktische Neuheit, die recht viel Nachahmung verdient, ist im Hotel Einhorn getroffen worden. Um die Servietten vor jeder Berührung mit fremden Händen zu schützen, erhalten die Stauungäste hübsche Köcher, wodurch es ermöglicht ist, daß nur dec Eigentümer seine Serviette in die Hand bekommt. * * Die Maul- und Klauenseuche ist ausge - b r och c n in dem Kreise Friedberg (Oberbayern, am 3. Nov., l.n Domäne schloß Meferitz Regierungsbezirk Posen, am 4. Nov. — Grünberg, 5. Nov. Der Turnverein Grünberg feiert am Samstag und Sonntag sein 25jShrtge8 Stiftungsfest durch einen Festkommers. Konzert und Ball. Butzbach, 4. Nov. Heute nacht wurde in die hiesige Bezirkskasse erngebrochen, ohne daß es dem Einbrecher gelang, eine Beute zu machen, da der Geldschrank den Oeffnungsversuchen widecitand unb an anderer Stelle Wertgegenstände nicht entdeckt wurden. - -d. Bad-Nauheim, 5. Nov. Der hiesiae Vortragsverein hatte mit seiner gestrigen ersten diesjährigen Veranstaltung eine gute Wahl getroffen. Kapellmeister Hans Philipp Hofmann sprach über Richard Wagners „Ring des Nibelungen". Die ganze Vorbereitung, in der die Einführung in den Inhalt des großen Musik- dramas und die Erklärung der Leitmotive mit dem Vortrag von Bruchstücken in Gesang und Klavier wechselten, war ein künstlerischer Genuß, der bei dankbaren und verständigen Zuhörern ,ick>erlich einen bleibenden Eindruck hiuterlasien hat. — Der Konzertflügel war von W. Rudolph in Gießen zur Verfügung gestellt worden. - n. Friedberg, 5. Nov. Tie gestern abend im Saalbau von der Evang. Vereinigung dahier beranftaltete Lut herfeier nahm einen würdigen Verlauf. Der Höhepunkt der Feier lag in dem Vortrag des Professors D. Dr. Schian aus Gießen, der Luthers Bedeutung für uns untersuchte durch Erörterung der Frage: Bedeutet Luther den Anfang der Neuzeit? Von der hohen Warte eines Mannes der ernsten Wissenschaft verglich Redner das Einst und Jetzt und prüfte die Wandlungen, die sich unter dem Einflüsse von Luthers reicher Gedankenwelt auf den verschiedenen Gebieten unserer geistigen Entwicklung vollzogen haben, Wandlungen, die eine Bereicherung der höchsten Güter der Menschheit bedeuten; auch die entgegenftehenden Einwürfe, wie sie auch neuerdings literarisch hervortteten, fanden Berücksichtigung. Redner und mit ihm die zahlreiche, den Saal und die Galerien dicht anfüllende Zuhörerschaft, — letztere ergriffen von dem in edler Gemeinverständlichkeit gegebenen Vortrag, — gelangten zu freudiger Bejahung der gestellten Frage. Für den Leiter des veranstaltenden Vereins, Oberlehrer Lampas, der durch Unpäßlichkeit ant Erscheinen verhindert war, leitete Professor Schöll die Versammlung. Sein herzlich gehaltenes Schlußwort, dem eine dankende Ansprache für den Vorredner vorausging, war sichtlich durchleuchtet von der Freude über den erhebenden und wirkungsvollen Abend. Wie bei früheren gleichen Veranstaltu ngen trug auch diesmal der Sängerchor des Lehrerseminars dahier sehr hübsch einige unserer alten und immer wieder schönen Volkslieder vor, abwechselnd mit Musikvorträgen des hiesigen Posaunenchors. Als wohltuend wayrgenommene Neuerung ist des erneuert hergcrichteten, mit Dampfheizung und anderen Annehmlichkeiten ausgestatteten Saales zu erwähnen, der, gegenüber dem früheren Zustand, der manchen Besucher ferngehalten hatte, einen behaglichen Aufenthalt bot - m. Schwalheim, 6. Nov. (Tel.) Bei der gestrigen Bürge miet st erwähl wurde dec Polizeihiener Georg van Bas Huis en mit 86 Stimmen gewählt. Der vorige Bürgermeister I. Hensel III. erhielt 66 Summen. = Bad Salzhausen, 5. Nov. Dec Wasser- Versand unserer Heilquellen war fünf Jahre an Herrn I. Häuser dahier verpachtet. Die Pachtzeit war im Frühjahr l. I. abgelaufen und von der Regierung gekündigt worden. Jetzt hat der seitherige Pächter einen fünffach höheren Preis geboten. Das Heilwassec hat sich bei »Gallen- gries'' besonders gut bewahrt. Bei einer Daheimtrmlkur war bei einem Verbrauch von 60 Flaschen btc Krankheit ohne Operation geheilt. Auch bei Rheumatismus, Ver- stopsung, Verdauungsstörung :c. wirken die Salzhäuser Quellen Wunder. x Lauterbach, 5. Nov. Nach Vollendung unserer Turnhalle zeigte sich eine große Begeisterung für das Turnen. Tie Turnstunden können nunmehr regelmäßig abgehalten werden. Eine Männerriege hat sich gebildet und auch die Damen hofft man für die Turnerei zu gewinnen. Neben dem Turnen fördert der stattliche Bau auch Kunst und Geselligkeit. Erst vor einigen Tagen vereinigte die Halle über 1000 Besucher des Theaters des Rhein-Main- Verbandes für Volksbildung. Nächsten Samstag hat man Gelegenheit, einem Lied er ade ird des in seinen Leistungen bekannten Blitzenröder Ge'.angvereins beizuwohnen, acht Tage später wiederum dem Stiftungsfeste des Gabelsberger Stenographenvereins. Weitere Vergnügungen, wie die Feier von Großherzogs Geburtstag mit Theater usw. reihen sich an. — Grebenhain, 5. Nov. Das Saisontheater, das zurzeit in Lauterbach gastiert, gab heute mittag 1 Uhr im Faitzschen Saale hier eine Schülervorstellung, in der der ^,,Prinz von Homburg"' zur Aufführung gelangte. Fast ans allen Orten der Umgegend beteiligte sich die Jugend^hieran und mehr als 300 Schüler konnte man nach dem Theaterlokal ziehen sehen. Die Vorstellung an sich verlief äußerst befriedigend, und vergnügt zogen die kleinen Besucher, die zum größten Teile zum ersten Male einer derartigen Vorstellung beiwohnten, imeber von bannen. l. Ober - M v 0 s, 3. Nov. Am südöstlichen Ausgang un scres Dorfes fällt jedem Fremden ein isoliert stehendes Gebäude in die Augen, das das ganze Moostal beherrschend, weit in die £anbe_ hinausschaut. Es ist ein neues Schulhaus, das am Sonntag cingewciht wurde. Kein Luxusbau ist's, einfach und würdig gehalten, in feiner Bauart ganz dem Dorfcharakter angepaßt. Aus Holz und Fachwerk erbaut und mit Holzschindeln versehen, ist er eine Zierde des Torfes. Obgleich die Gemeinde nicht zu Iven wohlhabendsten des Kreises Lauterbach gehört, so hat sie doch mit den Mitteln nicht gekargt, um den Bau äußer- lidj und innerlich den Forderungen der Äteuzeit entsprechend aus* zifttatten, was auch allgemein und mit Dank anerkannt wurde. Uno dieser Bau war nötig, denn das seitherige Schulhaus konnte in keiner Hinsicht tnehr als genügend erachtet werden. Ist es schon ein unwürdiger Zustand, daß Lehrerwohnung, Schulsaal. Viehstall und Scheuer unter einem Dach und direkt nebeneinander liegen, so erfdjdnt der Mißstand noch viel größer, wenn man die Ausdehnung der emzelnen Räumlichkeiten des seitherigen Schil- hauses ins Auge faßt. So hatte beispielsweise das Schulzimmer nur eine Höhe von 2,2 Nieter, und die Langen- und Breitenaus- dehnung war dabei so gering, daß noch »eicht einmal 1 Kubikmeter Luftraum auf einen Schüler entfiel. Dal-er ist es auch zu erklärlich, daß Lehrer und Schälern bet Abschied vom alten Heim, oas seit 1828 der_ Gemeinde als Bildungsstätte dient, ziemlich leicht fiel, und daß die Freude über den gelungenen Neubau in allen Reden zum Ausdruck kam. Den Abschiedsfeierlichkeiteir am alten, sowie dem Wriheakt ant neuen Schulhause schloß fid> cm Feittssen an, an welchem sich außer den Vertretern der Großh. Kretsschulkvmmtssion und der Baubehörde der Orts- und Schulvorstand beteiligten, während die tanzfrvhe Jugend sich bei Gastwirt Herchenröder vergnügte. s. D a r m st a d t, 5. Nov. In der heutigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung brachte Stadtv. Pickert mit Unterstützung von 20 Kollegen einen Antrag ein, die Knabenmittelschule um eine Jahresklosse zu erweitern. In der Begründung zu dem Antrag wird. ih V *< M a ?“ ° bits i > Gl,t, ZK kW inb UerÄs-01 »nw 53*' .ta*h r-J in föiegfu taf »*ltitt Ä 2er tzvbe, N^täa* n9 !ur uns unter: ^tet Luthe hohen $K rglick Redner da- ' die ftch unter '^emvelt auf den ^nuuictiung Doli, Ä ^Ochsten Z-gen,tehenden Wheroortteten, m ihm die zahl- ilEende Zuh.rer- r Gememversländ- SU freudiger Beiter des veranstat- der durch Unpäß- leitete Projejwr gehaltenes Schluß- lr den Borredner n der Freude über !nd. Vie bei ftü chich diesmal der sehr hübsch einige n Mrslieder Dor, hesigen Posaunen- Neuerung ist des ung und anderen zu ermähnen, der, manchen Besucher Aufenthalt bot 1 Bei der gestrigen jolizeihiener Georg wählt. Der vorig! Stimmen. . Ter Wasser- f Jahre an Ötrm tifit war im x SÄ? ;'KsS KItzS cher d»* alten । Ablch'^ schlnd r „ aplrä ÄV 7. nacbtö Frost. Nördliche Winde. Vcriibidiki övnot/& B«/n B«/n Seiler. zu verlausen. 109290 Oll Cll Schisfenberaertal 69. Alleinverkauf: Ter Vorstand II c r k aufe das bem Von war äü bilden. D6AiJ von Württcmberg auf Eommcn. * Die Erbbebcn im In einzelnen Orten Hit man llntersachsenberg sind 1 fast neuer Kinderwagen billig ;u vert. (Lrednerstr. A4, I. 09L>j Dortmund, 5. Nov. D leidig ung der Offiziere, Unteroffiziere und Kavitulqntcn der preußischen Armee zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt Dem Kricgsminister, der den Strafantrag gcitdlt Italic, juurbc Publikationsbefugnis im „Militär-Wochenblatt" und in der „Parole" zngesprochcn. tzLiesteucr Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für .weifen am Samstag den ; November: Nteisl trübe. Keine erheblichen Niederschläge. Kalt, den »st. Lich, am 3. November 1908. Grosihcrzogliebe- Amtsgericht. Voigtlande dauern fortgesetzt an. bis zu 100 Stosten gezählt. Zn nach dem gewaltigen Stotz vom Marktsleasse 9 Vettergasse Telefon 134 [a6/n Weihnachien 1908. IV. (Lima 140 Zentner Kohlen aus der Ltntung deö Gemeinde ratuiitgliebei Labriossc und der (LchternachLtrob Stiftung an arme Familien, einerlei welcher Konfession, in der ersten Woche des Monaw Fanuar 1909. . , V 70 2Nk. aus der Lomö Scheid Stiftung in Gaben nicht unter 20 Mk. an Witwen und Waisen armer Mau Heute oder an arme Kaufleute selbst, sofern sie unverschuldet in Rot geraten sind, ohne Unterschied der Konfession, am 11. Dezember 1908. . VI 238 Mk. aus der Elisabeth Schmidt Stiftung in Gaben von je 17 Mt. an vier unbcschottcne ledige bcbürrti geDicnstmädchen im Alter über 50 Jahren und 10 arme Witwen in (Siegen, im Lause des Monats Dezember 1908. Metzen, den 3. sttovember 1908. Die Armen-Deputation der Stadl Gtetzen Dienstag während der ganzen 9iadjt ununtcrorochen Erderschüt- tetunßcn wahrgenommcn worden. Miltwochvormiltags erfolgten erwa 30 weitere Stötze, die von dumpfem Erdrollen begleitet waren. — Zn Jägerskro n lvurde am Mittwochnachmittag 4 Uhr 33 Alin. ein sehr starker Erdstoß luabrgcnommcn, dann fortgesetzt schwuchcre Erschütterungen. Dieseloen Beobachtungen machte uran in Falken stein und Greiz. In Graslicz sind zu derseloen Zeit dl)iuid}€ Stötze wahrgenommen worden. Zn den dortigen Säulen ist der Ultterrlchl eingestellt ivorben. Die neuen Beooael>lungen sprechen dafür, dast cs sich um vulkanische und nicht tetwnische Beben handelt. Spezial-Offerte! Arbcitsschuhs la. Rindsleder. Gut beschlagen — Größe 40—47 soweit Borrat reicht jedes Paar 5.25- Kaushnus S. Gsoffcr Marktstraßo 27 [a6/u Wicdcrvcrkiiufcr Engrospreisen 5405t iündjlicitcr „Criginab Blaind", hydraulich schltegend, 5 Fahre Garanlie, sicher mnltiom, soiort zu haben bei LLtgaudt « (tzracfe, Löberitraste 5. Infolge Eisgangs auf der Wolga haben die M o s k a u/ Kasaner Bahn vom 1. S^ovember an in Swijaslst und die russischen Nordbahnen vom 2. Nov. in Jarosslawl die Ueberfübrung von Gütern eingestellt. Große Heuschrecken s ch w ö r m c haben aus der Zmcl Las Pa l ulas (zianariscke Znseln erheblichen Schaden angerichte!. Bekanittmachung. In unser ipanöeldiegiliec Abt. B sJk. i wurde heute bei der Firma Licher Spar- und Kredlt-Äktiengesellschafi zu Lich eingetragen, dast an Stelle des aus dem Voisland aus- geschiedenen Heinrich Schäfer zu Lich der Schuhmacher Start Christian Roth zu Lich zum Borsla>idsmitgliede bestellt wor- ♦ Das Militärlustschiff I. unternahm nach einer Pause von nahezu sieben Wochen gestern in Tegel wieder zwei Aufstiege. Davei sollten besondere Neuerungen und Verbesserungen geprüft toerben, die während der Pause angebracht w-orden waren. Die Ausstiege verliefen gut. Tas verbesserte Höhensteuer bewahrte sich vorzüglick>. Zeitweise wurde bis zu einer Höhe von 400—500 Metern einporgcstiegen. — Ter P a r s e v a l b a l l o n wurde von Sck'öneich.', wo er unfreiwillig gelandet war, abgeholt. — Am Samsürg wird der Kronprinz jedenfalls an einem Ausstieg Zeppelins teilnestmen. Ob der Kaiser an den Bodensee kommen oder im Schlost Äkainau wohnen wird, ist noch nicht bekannt. Wahrscheinlich wivd auch der König einige Tage nach Friedrichshafen BckanntmaÄuna« Es find in der nächsten Zeit die Zinsen aus den nachverzelchueten Stiftuw-.en zu veraeben. Meldungen dazu sind bis ipätctteus 20. d. Mts. bei dem Städtischen Ärmcuamt, Neuenbauc 25, Zimmer Nr. 2 schriftlich oder mündlich ctnöurciajcn. I 171.43 Atk. au5 der Stiftung der Ludwig Theodor ocKtnn Chclcutc zu Giesten an 10 in Gienen geborene, würdige Arme und 34.29 ytt". an würdige Witwen in gleichen Teilen, am 7. „Januar 1909. IL 07.20 Mk. aus der Friedrich Hcpcr von Noicnscld'ichcn Stiftung an solche evangelische, würdige Stadtarmc, die selbst und deren Eltern und Grotzeltern in Giesten geboren sind und das Bürgerrecht besitzen oder besasten, am 21. Dezember 1908. III. 216 Mk. aus der Minna LleitzVogt «Stiftung zu gleichen Teilen an 3 m Giesten wohnhafte, würdige und bedürftige selbständige Handwerker oder Witwen von solchen, evangelischer Konfession, zu Detaillisten-Vercin. Am 9. November, abends 9 Uhr wird im Saale des Hotel Einhorn der Generalsekretär des Verbandes der Rabattsvarvereine Deutschlands, Sitz in Dremen, Herr Beythien im Auftrage des Detaillisten-Bereins einen Vortrag halten über daö Thema: „Das gemeinnützige Rabaltfparvereinswcsen der Detaillisten als wirksamste Selbsthilfe im Zlampfe um ihre Existenz." Wir laden alle selbständigen Kaufleute Giestens hierdurch freundlichst ein, in dieser Versammlung zu erscheinen und sich ein eigenes Urteil über Zweckmähigkeit und Doneile dieser Einrichtung s. Darmstadt, 6. Nvv. (Tel.) Heute verkündigte O b e r l a n d e s g e r i ch t als Vieviiionsinstanz das Urteil in Beleidig ungsprozest des Redakteurs Reuther Giesten gegen den Landwirt Emmel in Grunberg. Emmel vom Sck-öffenaericht zu Grünberg sreigespcochen, von der Strafkammer zu Giesten aber zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilt. Tie von ihm hiergegen eingelegte Berufung wurde Von der Straf- bnumer ko stenfällig verworfen. luft-An stakt an die Stadt wegen angeblich rechtswidriger Entnahme von Druckluft seitens des hiesigen (Laswerks soll sich dem Vernehmen nach auf 163 000 Mk. ohne Zinsen belaufen. Worms, 5. Nov. Die Stodtvewrdneten-Versanrmlung hat in ihrer gtftrigen nichtöffentlick)en Sitzung beschlossen, zur Errichtung eines Wa s se r g a s sckw e i st w e r k e s un, Werte von zunächst 1 Million Mark Gelände in der Grütze Von 100000 Quadratmeter auf dem verschlossenen Würth zur Dccsügung zu stellen und sich bainit einverstanden zu erklären, dast, um das für die Fabrik erforderlia>e Gelände beschaffen und baDurd) die Ansiedelung der neuen Industrie ermöglichen zu können, das Sch lacht hosgruno stück auf dem verschlossenen Wörth etwas nach dem Rhein zu Deqdjioben werde. Die Stablverordneren-Ber- smnmiung mar bei iljver Entschliestung von der Ueberzeugung geleitet, dast die dauernden Vorteile, welck-c die Stadl durch die Errichtung des neuen Werkes erlangen wird, die damit verbundenen Opfer lohnen werde. ' fc. Aus Rheinhessen, 5. Nvv. Der diesjährige „Neue wurde auf den Warnen „Zeppelin" getauft. — Mit 9iücksicht auf die herrschende Arbeitslosigkeit haben die bei den Forli- fitalionäarveilen in Wackernheim mit Dtrasten- und Bahnbauten beauftragten llntcrnclnncr sämt l iche Ita 1 ie ne r e n lla s se n und einheimische Arbeiter eingestellt. — Freiherr v. Waldt- Hausen steht mit dem hessiichcn F-iskus wegen Ankauss des 50 Morgen grosten Domanialwaldes „Bernhards- b o t n", zwischen Uhlerborn und Königsborn bei Heidesheim in Verbindung. Der von Waldlhausen bisjetzt angetaufte Waldkomplex übersteigt 600 Morgen. . [> Sinn, 6. Nov. Am morgigen Samstag nachmittag 3 Uhr findet in den Sälen der Gastwirtschaft Adolf Eunz Hierselbst die Eröffnung der 1. Allgem. Geflugel- AussleUung des Geflugcl-Zucht- und Schutzvereius .Sinn statt. Mit grostem Eifer ist man in diesem Jahre ans Wert gegangen, um die Ausstellung zu dem zu gestalten, was sie jetzt ist; zu einer für jeden Geflügelfreund interessanten und lehrreichen Veranstaltung. Zirka 130 Ausstellimgsnumiueru liegen vor, und was wir besonders bemerken möchten, das Geflügel ist m nur neuen schönen Käsigen untergebracht. Auch durch diese Neuanschaffung der Käsige ist dem Verein eme erhebliche Ausgabe erwachsen, welche hoff.ülltch ein starker Besuch der Geflügelfreunde von wett und breit ausgleichen wird. ** Kleine Mitteilungen ans H essen und den Nachbarstaaten. 2luf der Landstraste bei Battenberg wurde am Montag ein 16jährigeS Mädchen vergewaltigt. Der Täter, ein Bursche aus Stockhausen, ist verhaftet. — ^ct Kaiser hat die Freiin V. Forstner zur Oberm des Offiziers-Genesungsheims i. T. ernannt. — In B u r g - s o l m s gerieten tzwei Burschen, der Heinrich Schmidt und der Jacob Hosmann in Streit, wobei ersterer dem Hofmann einen lebensgefährlichen Stich in die Lunge versetzte. Spielplan des Neuen Eichener Ztadtchearers. Sonntag den 8. Nov., nachniittagS 3'/, Uhr, bei kleinen Preisen: „Tie Fnngsrau von Orleans." Ende GV« Uhr. Abends 7»/„ litjv, bei (lernen Preisen: .'Dlabamc Sans Gene.' Ende 10 Uhr. Dienstag den 10. Nov, abends 8 Uhr: G. Dienstag- Abonnement - Vorstellung. „Tie Plecoloniini." Mittivoch den 11 "lov abends 7 Uhr: 5. Mittwoch »Abonnement-Boistellung: „Tic berühmte Frau." Ende 93/4 Uhr. Freitag den V. Nov., abends 8 Uhr : 7. Freitag - Abonnement - BoiUellnng. yicuhcit. 0x2 = 5.° Satyrlpiel in -1 2l(lcn von (tzustav Wied. Ende 10'/. Uhr. ‘ Samstag den 11. Nov., nachmillags 3l, Uhr, bei Bolksvreisen: Lchiitervorstellung: .Die Jungfrau von Orleans. Ende 6'/4 Uhr. Univerditäts-NachricL^cs,. )( Marburg, 5. Nov. Mit dem heutigen Tage haben die Immatrikulationen der Studenten zum Wintersemester ihr Ende erreicht. Die Zahl derselben stellt sich, ohne die zum Dören der Vorlesungen Berechtigten, aus rund 1600, gegen 1577 im vorigen Winter. Im Sommer, wo der Besuch immer m die Höhe schnellt, waren es 1912 und mit den Hörern 2003 Studenten. Bemerkt sei, daß 22 roeiblidie Studenten immatrikuliert sind und weitere Gesuche von Damen der ministeriellen Entscheidung harren. ., . , _ — Aus dem Kreise unserer Leier wrrd uns geichrieben: Der Gieß Anz." brachte vor einigen Tagen eine in der Form taf^ voll zurückhaltende Notiz über den Tod des Professors BaenN ch in Jena, in der die Todesursache fraglich gelassen wurde. Wir können aus bester Quelle die Todesursache des Jenenser Gelehrten mitteilen. Prosessor Baentsch, nervös seit längerer Zeit leidend, durch häusliches Leid schwer betroffen — er hatte vor kurzem einen erwachsenen Sohn, fein einziges Kind, verloren , dazu rastlos arbeitend, litt seit längerer Zett an Schlaflosigkeit und pflegte sich der Schlafmittel zu bedienen. So bat er in einer Nacht im Lause von mehreren Stunden zwei der ihm vom Arzt verordneten SMasmittel genommen, was sein geschwächter Organismus nicht vertragen hat. Aerztliche 5)ilfc, rechtzeitig herbeigeholt, schien ihn retten zu können; aber noch in der folgenden Nacht trat Verschlimmerung und das Ende ein Wir glaubten, den Freunden des Verstorbenen diese Berichtigung fchuldig zu sein.__________________________________________ 1# jährig. Pferd pflaslermüd. für Landwirtschan icbr geeignet, preiswert zu vert. Gotthilf Rohrle, 6472) Marourger Straße 7. VrLgittaL-Drahtiireldulrgen. Wien, 6. bwv. Devi Fremoenolatt zufolge war der Besuch Kaiser Wilhelms in Eckartsau nur als ein Jagdausflug zum öfterrcichisckicn ThioMolger gedacht Wie das Blatt aus guter Quelle erwhrt, lagen dem Deiuche die politischen Ereignisse der letzten Zeit zu Grunde, die beim Kaiser Wilhelm drn Wunick» rci]cn lieszen, Kauer yranz ^o)ci zu besuchen. Ter Besuch wird nur einige Stunden in Anspruch nJ,nun. c n, o Die gesamte hiesige Presse konftatnit, daß die i n n e r p o l i t i s ch e Situation sich derart zugespitzt hat, daß der Rücktritt deö Gesamt^Kabinettv kaum zu verhindern sein wird. t Paris, 6. Nov. Wie der „Petit Parmen* berichtet, tnig^ die Unterredung zwilchen P i ch o n u u d F ü r st Rad o 11 n, die! ad’tcrn abend stattsand, einen durchaus sreiindschastlichen Eharattcr. Ter Btiiuster des Acustern erklärte sich nach dieser Unterredung iür völlig bcinebigl. ) Paris 6 Nov. „Echo de Pans" meldet ans Londons Tie sranzösnche 'Jkgicnmg hat gestern dem Ausivärtigen Amte einen ausführlichen Bericht über die Berhand- luiigeu ivegeu des Zwischentalles von Easa° b l a n c a zugestcllt. Eine ähnliche Note ist gleichzeitig der niifi- idicii Regieiiing mitgctcilt woiden. Sir Eduard Grey und Har- 'dinge haben den Wortlaut der Dokumente geprüft und der Iran- -ösi'icheu Regierung die formelle Versicherung gegeben, daß, welche; Wendiing auch die Ereignisse nehmen souten, E n g l a u d s ^>1 i t Wirkung Frankreich unter allen Umstanden sicher sei. Belgrad, C. Nov. Hier hat sich die kriegeriicha Stimmung wesentlich gelegt und auch der BotMt pfterrcich. Kaufleute und Waren ist im Abflauen begriffen. Die Kaufleute, ungarischer Nationalität haben ihre Geschäfte wieder geöffnet. । Man erwartet mit großer Spannung die Aittunft des Kronprinzen. Märkte. ko. Frankfurt a. M., 6. Nov. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 12 Wagen Heu und 3 Wagen Stroh. Bezahlt wurde iür Heu Mk. 3.40-3.60, für Stroh Mk. 2.50 0.00. 2-e Ruiubr war ans den Kreisen Sieburg, Fnedberg uub oJcln- häufen. Ter Markt war bei lebhafter Nach'rage rasch gciaiunt. ' Hühnerhund Deutsch-Kurzbaar, 2^/, .olch«, braun mit weißer Druft, lagduch gut, Zimmer und Kette gewohnt, nicht bissig, wegen Zagdau'gabe uertäuflid). Preis 12o Akt. emfchl. Kiste ab hier. — 8 Tage Probe aus Kosten deö Reflektanten. - Nachnahme gegen Nachnahme. Offerten unter Nr. 6454 an die Exp. des Giehener Anzeiger erb. hervorgehoden, dcch die meisten Schüler die Oberrealschule mit dem Einjährigenschein verließen. Wenn die Knaden- mittelschule um eine Kla sse erweitert werde, bc. suchten diese Schüler die Mittelschule und die Verteilung der Kinder auf beide Schulen fei dann gleichmäßiger. Der Antrag wird zunächst den Schttlausschuß beschäftiyen. — Ein Antrag, einen Beitrag zu der Garantie für die Vorarbeiten und die Ausführung der Mümmlingtalbahn zu leisten, wurde abgelehnt, da sich die Stadt von der neuen Bahnlinie wenig Vorteil verspricht. — Stadtv. Steinerner nab bekannt, daß der Bund deutscher Gastwirte Ende Juli 1909 seine Bundesversammlung abhalte. Damit solle eine große Ausstellung aller mit dem Hotel- und Wirtschaftswe-en zusammetlhänaenden werbe verbunden werden. Die Ausstellung soll im Ausstellungsgebäude der Mathildenhöhe stattfinden. h Frankfurt a. M., 5. Nov. Zwei Kinder sind hier gestern an B r a n d w u n d e n g e st o r b e n, und zwar ein 7jäl/r. tWabd>en, dessen Kleider am Ofen Feuer fingen, und ein 3jähr. Ptadchen, das durch einen Topf kochenden Wassers verbrüht wurde. Offenbach, 5. Nov. Die Forderung der Druck- Ziehung 6W8| am 16. und 17. November 1908. S Gothaer eld-Lotterie 3337 Geldgewinne a 1 Prfimle -8s WI MS SM iS0@0* 0 0 0 T.oee i IM , Porto n.Liste 90Pf. extra. & Lose Iür nur 6 M. emcchl. Liste. und Porto empfiehlt Carl Heintze, Strassburg 1. Eli.mb. und alle Loshandlangen. Colliers Stolas Muffe Garnituren Kragen, in: v Seal. Bisam, Tbibet, Skunks,] Nutria, Opossum, Nerz, Murmel, Sibir. Hasen etc. La-/i#j von den i billigsten bis hoebfeinst. Stücken] Garantie für jedes Stück Auswahlen bereitwilligst Reparaturen werden prompt i besorgt A. Salomon &Cie^ Theater- und Ball!ücher, Operngläser, Fächer, Federbois und Pelze, Ballschuhc, Uhren, Ketten, Broschen, Ringe, Gürtel, Ballhandschuhe, Ball-Ltrümpsc usw. in großer Auswahl ac/u Kaufhaus S. Elsoffer. Luitgewkhr löfung des Vereins für 12 Mark abzugeben. 1092^4 Näheres Weidengasse 1, II. links. Ein Posten guterhaltener H rrentlewer ju üerh. Näh, i. d. GeickäflSst. d. 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Die Lokomotive und drei Wagen entgleisten. Personen sind nicht verletzt. Ter Verkehr wird durch Umfteigcn aufrecht erhalten. Wegen ixr Spieler-Geschichte im Wiener Automobil- Klub fand ein Duell zwiia-en dem Oberleutnant von E u b a s ch und dem Advokaten Meyer statt. Eubasch erhielt einen schweren «Sibelhieb, der Gegner blieb unverletzt. M MiW sind suis reishhalii^ie sortiert nachmittags 2 Uhr Um dem geehrten Publikum die Besichtigung und den Einkauf zu erleichtern, arrangiere ich ab Samstag, den 7. November, Rittergasse 27-29 Telephon 727 a*/i en gros O S. Meine NmtisM sind festgesetzt. Isoffer Mlarktstrasse 27 en detail a A ELSOFFERa ELSOFFERg an welchen besonders vorteilhafte Waren auf Extratischen ausgestellt sind. —-- Näheres in der Samstag erscheinenden Ausgabe des Giessener Anzeigers. ---- A. Goldschmidt Giessen Schuistrasse 6 Schulstrasse 6 D JV I U U OUlalJ 2-tiunm.^'Oün. an ruhige ^cute au verm. Otiegelvsad öS. 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