Nr. 29 Dienstag, 4. Februar 1908 Giehener Anzeiger Erscheint täglich mti Cufnobmt bei NormtagL. General-Anzeiger sür Gberheften v. Schön ICH UHU ipciujl UH 7LUUICH Jlintfc v ‘ "‘Uv —.»••i'y aus, daß dem Reichstag die Bcamtengesetze sobald wie möglich vor. 158. Jahrgang Morgens Wellfleisch 3 mit Lanerkraul. Zmn f i on e n Die ^Gießener Samiltenblötter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich bergelegt. daS „Kretsblatl für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der ^hessische £anön)lrt** erscheint monatlich einmal. werden in ieier ■'*’ kellung auSgesiopst biet, Schulin. 11 Redaktion. Expedition and Druckerei i Schul- strahe 7 LrvediNon und fierlaa 6L Redaktion. 112. teL*2lbt_ AnzeigerGießen. Weinstube. littwoch abc\\t>: tritt darauf in die Tagesordnung ein. Staatssekretär verläßt den Saal. Der Militäretat. Gehaltstitel: Kriegsminister liegen neun Resolu- BtotationSbrutf and Kerteg der firfl 6Hc6en UntDcrfUätl - Buch» and @tetrtZ>nutetet, R. Laa -e, Dietzen. iS» vor. Die Budgetkommission ersucht in ihrer Resolution den Reichskanzler um die Vorlegung einer Denkschrift über Abg. Graf Oriola (natl.)t Auch wir bedauern lebhaft, daß der hochverehrte Herr Kriegsminister durch Krankheit verhindert ist, hier zu erscheinen. Wir hoffen, daß der Aufenthalt im Süden ihm bald Erholung bringen wird, so daß er in voller Kraft seine Amtsgeschäfte wieder auf- nehmen kann. (Beifall.) Die Budgetkommission hat nur tn zwei wesentlichen Fällen Abstriche vorgenommen, bei den pensionsfähigen Zulagen für patentierte Oberstleutnants, die noch nicht Regiments, kommandeure sind, und beim Aggregiertcn.Fonds. Tie Abstriche im ersten Falle erscheinen angemessen, dagegen bedauern wir die Verkürzung des Aggregiertenfonds Ich kann es nur freudig begrüßen, daß wir jetzt zu einer verhältnismäßig brauchbaren neuen Uniform gelangt sind. Tas ist aber noch eine dringende Forderung für die Kavallerie. Ties ist einer der wenigen Punkte, in denen der sachverständige Abg. Haeus- ler uns in seinem Urteil reckt zu haben scheint. Graf Criola be. spricht darauf die Etatsposition über die warmen Feldküchen in durchaus zustimmendem Sinne, ebenso die über die Kraftwagen, wenn er auch kein großer Freund des Automobilsports sei. Wir haben in der Budgetkommisslon über das Vorgehen einzelner Be. zirkskommandeure gegenüber ihren zur Disposition gestellten Ossi, zieren wegen ihrer politischen Stellungnahme Klage geführt. Der Kriegsminister hat ausdrücklich festgestellt, daß solche Offiziere volle Freiheit haben, 'ich politisch zu betätigen. Diese Ansicht teile ich vollkommen. Selbstverständlich muß man erwarten, daß jeder ehrliche deutsche Soldat treu zu seinem Fahneneide hält. Es ist selbst, verständlich, daß sozialdemokratische Zeitungen nicht in den Kasernen gehalten werden dürfen. Wie könnte man das auch, da die Sozialdemokraten gegen unser ganzes Heerwesen sind und sich offen als Feinde unseres Kaisertums hinstellen I Einen vortrefflichen Schutz gegen das Ueberhandnehmen des sozialdemokratischen Ein. flusses sehe ich in unseren Kriegervcreinen. Darum wünsche ich auch, daß Offiziere und Reserveoffiziere Mitglieder dieser Vereine werden. Der Redner erörtert in diesem Zusammenhänge die in der Kommission eingehend verhandelten Fälle der Entziehung des FahnenbandcZ usw. Wir werden für die sozialdemokratischen An. träge auf Oeffentlichkeit des Militärstrafverfahrens, Reform des Beschwerderechts auch in diesem Jahre stimmen. Es sind ja Teile eines früheren freisinnigen Antrages, kommt eS aber zur Reform deS Militärstrafrechts, dann werden die sozialdemokratisckien Au- Frage. Wenn der Zeitpunkt kommt, daß diese Wünsche in Erfüllung gehen, werden wir uns am meisten freuen. (Beifall.) Auf die bürgerlichen Verhältnisse, insbesondere auf die der Landwirtschaft nimmt der Minister möglichst Rücksicht. Diese Rücksicht hat aber bei der Einberuiung der Mannschaften des UrlaubSstandeS gewisse Grenzen. Die Truppenübungsplätze müssen das ganze Jahr über benutzt werden, und zwar auch durch die Reservisten; daher können die landwirtschaftlichen Wünsche nicht in vollem Umfange erfüllt werden. Einheitliche Bestimmungen über den Urlaub bei der Ernte werden ganz außerordentlich schwierig sein, auch aus militärischen Gründen. Desgleichen eine einheitliche Regelung der Lohnverhältnisse. In bezug auf die zweijährige Dienstzeit bei den reitenden Truppen habe ich dem Bayer »nd dem Kavalleristen Herrn von Gebsattel nichts hinznzufügen. Mil der irrenärztlichen Untersuchung des Hauptmanns v. Soeben und der Frau v. Sckoene- deck hat die Militärverwaltung nichts zu tun. Das ist Sache der Gerichte. Das hohe Haus wird damit einberslanden sein, daß ich auf die historische Rede Bebels nicht eingehe. Alles, waS ich sagen könnte, würde den Eindruck dieser Rede nur abschwächen. (Heiterer Beifall.) Dienstag 1 Uhr: Fortsetzung. Schluß 6^ Uhr. Deutscher Reichstag. 93 Sitzung, Montag, 3 Februar. Am Tische des Bundesrats: v. Schön, v. Ballet des BarreS, Sixt v. Armin, Linde. Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Minuten mit folgenden Worten: Meine Herren! Wie Ihnen allen bekannt sein wird, ist am ver. gangenen Sonnabend in Lissabon eine entsetzliche und in der Ge. schichte beispiellose Tat begangen worden, welche zwei blühende Leben, den Vater und den Sohn, den König und den Kronprinzen von Portugal dahingerafft, und welche ein uns befreundetes Volk in die schwerste und tiefste Trauer versetzt hat. Meine Herren! Sie haben sich von Ihren Plätzen erhoben und haben damit dem Gefühl der aufrichtigsten Teilnahme und einer gerechten Entrüstung Ausdruck gegeben. (Beifall.) Ich konstatiere das. (Lebhafter Bei. fall.) Die Sozialdemokraten waren während dieser Worte des Präsidenten nicht im Saale; soweit sie beim Glockenzeichen des Präsi. deuten noch anwesend waren, eilten sie aus dem Saale, an der Tür Ges, G’r. ia, 9'/. Uhr, irittturful, )d), 10 Ulir, «mgstmM Ter Vorstand. p * mierung und Ausrüstung kann den AufNärungSdienst erleichtern; die Bewaffnung kann ebenfalls vereinfacht werden, denn nach mei. ner Erfahrung sind Säbel, Lanze und Karabiner für den einzelnen etn biscken zu viel. (Sehr richtig! links.) Und schließlich soll man den Rekruten auf seinen Mutterwitz hin ansehen; den eignet er sich nicht durch eine Drei., noch durch eine fünfjährige Dienstzeit an. Die Herabsetzung entspricht schließlich auch menschlichen und Volks, wirtschaftlichen Rücksichten. Es ist für den Einzelnen keine Kleinigkeit, in den Jahren seines besten Schaffens drei Jahre dem Staat zu opfern. (Lebhafter Beifall im Zentrum.) Bayerischer Militärbevollmäcktigter, Generalmajor Freiherr von Gebsattel: Die Denkschrift über die Einführung der zweijährigen Dienstzeit für ave Truppenteile ist bereits in der Budgetkommisiion zu- gcsagt worden. Ich brauche daher darauf nicht einzugehen. Ter Vorredner blickt auf eine lange ehrenvolle Dienstzeit zurück, und ich befürchte deshalb, daß seine Aeußerungen als die eines S a ch - ver ständigen miSgenutzt werden könnten. (Widerspruch im Zentrum.) ES konnte auch behauptet werden, daß seine Ansicht die der bayerischen Armee ist. Demgegenüber möchte ich ausdrücklich feststellen, daß wir auch die Leistungen der Kavallerie h e rabsehen müßten, wenn wir von der dreijährigen zur zweijährigen Dienstzeit übergehen wurden. Die Leistungen der Kavallerie würden damit zweifellos sinken. (Lebhafte Zustimmung rechts.) ES sind nur sehr wenige Punkte, in denen ich mit dem Vorredner einer Meimmg bin. (Heiterkeit.) Auf strategische Fragen laste ich mich nicht ein. Er meinte, ein Beweis dafür, daß die dreijährige Dienstzeit unnötig sei, sei der Umstand, daß man ja die Soldaten schon nach einjähriger Ausbildung inS Feld mitnehme. . Ich entgegne ihm, daß wir sie sckon nach einem halben Jahre ins Gefecht nehmen muffen. Uns wäre auch lieber, wir könnten den ganzen Jahrgang zu Hause Taffen, aber immerhin ist in frisch ausgebildeter Mann vielleicht noch bester als ein Reservist. Es ist bemängelt worden, daß junge rflirre und Trompeter zum Remontereiten verwendet werden. Tie Dienstzeit der alten Offiziere ist aber fo ausgefüllt, daß man sie nicht noch damit beschweren darf. DaS Ausbildungspersonal ist jetzt bis zur letzten Faser angestrengt Wenn wir den Bogen noch weiter spannen, dann bricht er, dann kommen notwendigerweise die S o l d a t e n m i ß h a n d l u n- gen heraus. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Von einem Heber» fluß von Dreijährig-Freiwilligen ist in Bayern nicht die Rede, auch Dispositionsbeurlaubungen finden nur ausnahmsweise statt. Die Ausbildung bei der Kavallerie ist bedeutend erschwert worden. Die Hebungen im Schießen und im Gefecht werden in einer Weise betrieben, wie man sie vor fünf Jahren noch nicht kannte. Würde man die Kavallerie abschaften, so würden wir keine Meldungen meh' haben. Die Luftsckisfer können uns die Kavallerie nicht ersetzen, denn bei Nebel versagen sie vollkommen. Es Ware ein Verbrechen, wenn wir auf Grund der neuen Erfolge der Luftschiffahrt unsere Kavallerie anders auSge st alten würden. (Lebhafter Beifall rechts.) Die Attacke in geschloffenen zwei Gliedern brauchen wir zur Auf- llärung, denn wir können erst aufklaren, wenn wir die feindliche Kavallerie weggefegt haben. Der dritte Jahrgang ist mit Arbeit reichlich versehen. Er unterstützt die Unteroffiziere im Remonte- reilcn und gibt daS Material für die Führer wichtiger Patrouillen ab. Wir können für Kavallerie und reitende Artillerie die dreijährige Dienstzeit nicht entbehren. (BeifaH reckts.) Inzwischen ist eine Resolution Grober (Zentr.) ein» gegangen, die die Regierung ersucht, gleichzeitig mit der Verbesserung der dienstlichen Bezüge der Offiziere, Unteroffiziere und Mi- Htarbeamten auch für die Gemeinen eine Erhöhung der Bezüge anzufordern. Wn, i>« 7 Ute” waicnt, -fc, erlitt, Passage. ,K. 9 (Laden). ! ausgessel"- jiioicressaate mdsreise kflÖ f alt, 'Hauoduriche KhUniCr0719 “Kerbeieii Mr in der Labak- Branche, geböte umet OF3o ELjtllACiqenrh lilijir » Wi0et__jO743 MruroeidjcTbic ’ciudttjatu. prima l lucht Stellung als inemiureau. >Ta tn b. 11. ioo io vier erbeten. gelegt werden. ES geht absolut nicht an, daß die Beamten noch weiter warten. Mit der Budgetkommission wünschen auch wir eine Erhöhung der Löhnung der Mannschaften usw. baldtunlickst und spätestens im nächsten Jahre. Aber mit ihrer Forderung eines Nachtrags- etats noch für dieses Etatsjahr werden die Herren Sozialdemokraten kein Glück haben. ES ist ja für sie ungeheuer leicht, solche Anträge zu stellen. (Sehr wahr!), sich als Volksbeglücker hinzustellen; aber heißt eS nachher, den Etat'zu bewilligen, dann bleiben die Herren sitzen. Für die Kasernen wünschen wir Raume, in denen die Mannschaften lesen und schreiben können und eine Verbesserung des Kantinenwesens. Der Redner bespricht sämtliche Resolutionen mit Ausnahme derjenigen über die Dauer bei Dienstzeit in rnstimmendem Sinne, insbesondere auch die Ernte- refolution. Während der Ernte sollten die Landwirte mit Pferde- Vormusterungen verschont werden, und jede Provinz muß ihren Truppenübungsplatz erhalten. Auch den Versuch mit dem landwirtschaftlichen Unterricht sollte die preußische Militärverwaltung machen, in Augsburg ist er gelungen. Kleine Garnisonen sollen erhalten und neu errichtet werden. Diese kleinen Garnisonen, über die so üble Romane geschrieben worden sind, haben dock eine ganz außerordentlich große Bedeutung für die Kleinstädte und daS Land. Dagegen hat Herr Häusler mich über die zweijährige Dienstzeit bei den reitenden Truppen nickt belehren können. Die vom Krieasminister zugesagte Denkschrift wird auch die Bevölkerung mifflären, daß sich daS ebne Schädigung der Schlagfertigkeit des Heeres nicht durchführen läßt. Wir haben ja ganze Kavallerie-Regimenter, die fast nur aus Freiwilliaen bestehen; da kann die Ueberlastung durck die Länge der Dienstzeit bei der Kavallerie nickt als allznschlimm angesehen werden. (Sehr richtig!) Daß die Ausbildung bei der Kavallerie immer sckwieriger geworden ist, daS kann auch der Laie sehen. Die Erfahrungen Frankreichs können nicht zur Nachfolge ermutigen. Gerade daS Zentrum sollte dock daran denken, daß die H^ei-esausaalien dadurch ganz erheblich ffnacn würden- Herr Bebel freilich — der trägt die Fabne der Miliz bis ans Ende. Die Herren haben nicht die .Kurage. draußen den Bayern zu sagen, was sie ihnen mit der einjährigen Dienst,eft bescheren. (Gelächter bei den Soz.) Mehrkosten von vielen Millionen und eine Heberlastiing des Offizierkorps, die notwendig wieder zu Mißhandlimgen führen muß. Nein, solchen Erverimenten wird sich Volk und Parlament fern halten. Durch solche Anträge werden wir die Grundfesten unseres ruhmvollen Heeres nicht erschüttern lassen. Der Antrag ist ja für Sie nichts als ein AgltationSmittel. (Beifall.) Abg. Bebel (Soz.): Wir regen uns nicht darüber auf. wenn Sie unsere Parter- b reffe aus den Kasernen fern halten. Die Kasernen sind ja sowieso die besten Agitationsherde für d i e Sozialdemokratie. (Großes Gelächter und Unruhe rechts.) Fahren Sie nur ruhig so fort. Wir fahren nickt schleckt dabei. (Lachen.) Auch über die Kriegervereine freue ick mich. (Gelächter.) Sie rütteln die indifferente Masse in den kleinen Orten auf, und das genügt uns sckon. Ueberhaupt: Tun Sie, was Sie wollen. Sie arbeiten schließlich immer nur für unß. (Gelächter.) Sie sagen, wir stellen Agitationsanträge unb stimmen nachher doch nicht für den Etat. Schaffen Sie uns eine Deckung der Ausgaben, wie wir sie wollen. Für einen Etat, der in der Hauptsache durch Lebensmittelzölle getragen wird, wird ein Sozialdemokrat nie und nimmer stimmen. Die ganze Entwickelung drängt auf weitere Verkürzung der Dienstzeit. Nickis mackt in den Wahl- und Volksversammlungen mehr Eindruck als diele Frage. Gewiß, bei diesemAntrag densenwir in Wirklichkeit an die Miliz. Ist dasdenn eine soualdemokraiische Forderung? sie steht unter unseren nächste« Forderungen an den jetzigen Staat und die jetzige Gesellschaft, und 1 RAS, meine Herren Nationalliberalen, war ei der Deutsche Nationalverein, Herr v. Bennigfen an der Spitze, der in einer Resolution die Einführung der Miliz verlangte (Hört, hört! bei den Soz.' Das ist freilich schon lange her! Bebel hält einen langen Vortrag über das Mili-system; er geht zurück auf den 8l)jübrigen Krieg, die Kampfe Cromwells, den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Fragen Die mal die Scharnhorst und Gneiienau, wie die über die „Bande" gedacht haben. Der Scklackten« bummler Goethe hat bei Valmy den Beginn einer neuen Weltepoche gesehen. Das Avancement Napoleons — in unserer Armee wäre er garnicht genommen worden, weil er zu klein war. (Heiterkeit.) Cromwell, Washington, waren daS Militärs 1 Und haben wir nickt auch in Deutschland schon den Anfang einet Miliz gehabt? WaS war denn die Militärvorlage 1881 anderes, wonach alljährlich 30 Tausend Mann Ersatzreservisten erster Klasse 'n zwanzigwöckiaer Dienstzeit ausgebildet werden sollten? (Lachen.) Aber Die können freilich die Miliz nickt brauchen, denn die Armee ist ja für Sie ein Mittel auch gegen den sogenannten innern Feind. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Aber wir agitieren für unsere Forderung. Wir machen eS wie die Agrarier, wir propagieren draußen unsere Gedanken. (Abg. v. Oldenburg ruft: Aber wir haben bessere Gedanken I Große Heiterkeit.) Preußischer Generalleutnant Sixt v. Armin. Ich spreche den Herren, die in so wohlwollender Weise des KriegSmiiiisterS gedacht haben, meinen herzlichen Dank aus. Die Anregungen und Wünicke werden der Gegenstand weiterer Erwägung fein Es ist wohl selbstverständlich, daß alle Maßnahmen zu einer Besserstellung unserer Mannschaften und sonstiger Per« Ionen der Heeresverwaltung uns durchaus sympathisch sind. Eine Erhöhung der Löhne, der Reisegelder kann unS nur lieb sein. Es ist das doch aber wesentlich eine finanzielle den Abg. Eichhorn als Wacke zurücklassend. Von der Rechten begleitet sie der Ruf: Pfui Deibel! Man ssen gesH|onsu lblissement 6. Fcbr. 19°8- 9 Wir, iiscknd PM Wchq rblcn Stabt Cbec abalb möglichst an en Metzger emt »achtet werben M mit Metzgerei, ngebote unter ffll ter Anzeiger. idne TamconiM mino,iii verleihen Ztcinwea 121. g Lear- * 5 v0 '•Ä toren der Resolution und wir wohl tn recht großem Gegensatz zu einander stehen Bassermann bat schon 1906 die Reform des Be> schwerderecktS verlangt, allerdings dabei ßur Bedingung gemacht, daß die Disziplin dabei nicht geschädigt wird. Wir wünschen auch eine Revision deS ehrengerichtlichen Verfahrens; das heutige Ver. fahren ist doch sehr schwerfällig. (Sehr richtig!) ES gibt zweifel. los Fälle, in denen ans Gründen der staatlichen Sicherheit, der Disziplin und der Sittlichkeit die Oeftentlichkett bei kriegsgericht. lchen Verhandlungen unbedingt ausgeschlossen werden muh, und dazu rechne ich die traurigen Prozesse der letzten Zeit. Aber der Ausschluß der Oeffentlichkeit muß die Ausnahme bleiben. Graf Oriola bespricht die Fragen der Militäranwärter, der Militärbeamten und spricht im Namen seiner Partei den dringenden Wunsch die Einführung der zweijährigen Dienstzeit für d i e Kavallerieunddie reitende Feldartillerie. Zu derselben Frage beantragt die Sozialdemokratie die Einführung der einjährigen Dienstzeit im gesamten Heere. Inhaltlich gleiche Resolutionen der Freisinnigen (Ablaß und Gen.) und der Konservativen (v. Byern und Gen.) fordern alljährlich mindestens einmalige Hrlaubserteilung mit Freifahrt cm die Soldaten für Reisen in die Heimat. Eine Zentrumsresolution (Graf Hompesch) wünscht, daß die Reservisten, und Land. Wehrübungen nicht zur Erntezeit abgehalten werben und den Er. laß einheitlicher Bestimmungen übet den Ernte urlaub der Soldaten. Die Wirtschaftliche Vereinigung beantragt in einer Resolution Köhler Hnterricht in landwirtschaftlicher Naturkunde für frei, willige Teilnehmer im Heere. Schließlich liegen von den Sozialdemokraten noch drei Resolutionen vor. Sie betreffen die Er. Höhung der Löhnung für Gefreite und Gemeine einschließlich der Spielleute, Oekonomiehandwerker und Sanitätsmannschaften, die Reform des Militärstrafrechts unb schließlich die tatsächliche Durchführung der gesetzlich garantierten Oeffentlichkeit der Militär, gerichtsver Handlungen. Präsident Graf Stolberg: Der Herr Kriegsminister hat mir fein Bedauern darüber aus- sprechen lassen, daß es ihm einer Krankheit wegen nicht möglich ist, den Etat hier selbst zu vertreten. Berichterstatter Abg. v. Ekern (kons.) schließt daran die Hoffnung, daß der Kriegsminister recht bald wie. der genesen werde, und daß er in kurzer Frist in alter Kraft und Frische wieder seines verantwortungsvollen Amtes walten werde. (Lebhafter Beifall.) Abg. v. Dhern (kons.) schließt sich den Wünschen auf baldige Genesung des Kriegsministers im Namen seiner Freunde an. (Beifall.) Er begrüßt dann den Erlaß des Kaisers, der die Offizierkorps zur Sparsamkeit ermahnt Die Offiziere müßten vorbildlich wirken, damit in die ganze Bevölkerung wieder mehr Einfachheit hineingetragen werde. Der Redner bittet, die Kompagnie., Schwadrons. und Batteriechefs in ihrer Garantierten Selbständigkeit nicht zu beeinträchtigen. Diese Männer hätten eine große Arbeitslast auf ihren Schultern und sollten nicht noch durch übermäßige Besichtigungen belästigt werden. Die Zahl der Besichtigungen sollte verringert werden. (Beifall.) Ein Gebiet, wo Sparsamkeit geübt werden könnte, ist daS der Kom. manöierung von Stabsoffizieren des Gardekorps zu den Oberersatz, kommissionen. Ferner müsse wieder angeregt werden, an Stelle großer Garnisonen kleinere zu schaffen. (Beifall rechts.) Bedauerlich fei die Verkürzung der Ausgaben für Tagegelder und Reisekosten, da die Versetzungen der Offiziere sehr zugenommen habe. Mit Genugtuung sei es zu begrüßen, daß einer ganzen Reihe von patentierten Oberstleutnants eine penstonsfähige Zulage gewährt worden ist. Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit für die Kavallerie und die reitende Artillerie sei ein Ding der Unmöglichkeit. (Beifall rechts.) Dbg. Haeusler (Ztr., Bayerischer Generalmajor z. D.) tritt lebhaft für die Resolution der Kommission auf Vorlegung einer Denkschrift über die Einführung der zweijährigen Dienstzeit für Kavallerie und reitende Feldartillerie ein. Tatsache ist, daß diese beiden Truppenteile in einem Jahre vollständig für den Krieg ausgebildet nxrben. Denn wäre das nicht der Fall, dann wäre der Eir-jährigen-Freiwilligendienst bei diesen Waffengattungen durch, aus unzulässig (Beifall im Zentrum und auf der Linken), zumal die Ausbildung für die Einjahrig-Freiwilligen hier sehr viel schwieriger ist, als für die Gemeinen. (Hört! hort!) Bei der Ka. bafferic werden ja auch jetzt schon die meisten Mannscl-afwn nach zwei Jahren entlassen; die 15 Mann Dreijährige bei der Schwa, bron sind ganz bedeutungslos. Der sozialdemokratische Antrag auf Einführung der einjährigen Dienstzeit ist absolut undurchführbar. In Frankreich hat man zwar mit der zweijährigen Dienstzeit bei der Kavallerie eine etwas prekäre Lage hervorgerufen. (Hört! hört! rechts.) Die französischen und deutschen Verhältnisse sind in bieder Hinsicht aber grundverschieden. Bei unS herrscht ein mili. täriscker Geist, der durch Einführung der zweijährigen Dienstzeit sicherlich noch gesteigert wird Wir haben bei unserer Kavallerie ein Offizierkorps und ein Hnteroffiziersmaterial, wie kein zweiter Staat auf der Welt. En derartiges Kapital sollten wir nutzbrin» gend verwenden, um dem opferwilligen deutschen Volke die Militär, lasten nack Möglichkeit zu erleichtern. Es werden sich auch Vor- teile für die Mobilmachung dadurch ergeben. Die fortschreitende Technik hat der Wafsenausbildung gerade bei der Kavallerie sehr genützt. Läßt man affen überflüssigen Ballast beiseite, wird man mit der zweijährigen Dienstzeit sehr gut auskommen tonnen. Man soll die Kavallerie auch nicht nach der persönlichen Beliebtheit be. messen, sondern nach ihrer Brauchbarkeit im Kriege. Man mutz sich endlich von der unheilvollen Vorstellung als sei es in einer großen Schlacht noch möglich, durch Massenattacken der Kavallerie etwas zu erreichen. (Hört! hört!) Kavaffe. rie muß die Aufklärung vor und während, und die Verfolgiing nach der Schlacht in den Vordergrund gestellt werden. Das Besicht,- gungswesen kann vereinfacht werden, eine zweckmäßigere Ittufor» Aottttsche Sagesschau« Roosewelt über die Korruption. Präsident Roosevelt hat an den Kongreß eine Spezia lbotschaft gerichtet, in der er die Trustgesetz - gebung behandelt und Maßregeln gegen die Korruption im Geschäftsleben befürwortet. Ter Präsident fordert zunächst eine Revision des Arbeitgeberhaftpslicht- gesehes, den Erlaß von Kautelen derart, daß bei Arbeitsstreitigkeiten niemand von der Ausübung seiner Rechte zurückgehalten werden darf, und die Stellung der Eisenbahngesellschaften unter die Aussicht der zwischenstaatlichen Handelskommission. Die Gerichte sollen, sagt Roosevelt, klarlegen, was sie von dem Eigentum und den Arbeitgebern an Pflichten verlangen, die notwendigerweise deren Rechte begleiten. Der Präsident schlägt dann gesetzliche Maßnahmen gegen das Differenzspiel an der Effektenbörse vor, das viel Unheil anrichte und wie jedes Spiel unmoralisch ist. Der Präsident wendet sich dann gegen das Geschäftsgebaren der Standard-Qil-Company und der Atchison-Lopeka and Santa Fs-Eisenbahn und erklärt, daß die Angriffe auf Ne Politik der Regierung diesen beiden gegenüber von gekauften Politikern und gekauften Zeitungen ausgingen. ©ie sind, meint Roosevelt, wie Marionetten, die von den im Hintergrund bleibenden Personen und mächtigen Kräften an der Strippe geleitet werden. Auch den aus denselben Quellen hervorgehenden Verdächtigungen, daß die Regierung wirtliche und reiche Schuldige mit Geldstrafen anstatt mit Gefängnisstrafen belege, tritt Roosevelt entgegen und führt als Beispiel den Gaynor-Greene-Fatl in Chicago und andere Fälle an. Der Korruption, die mit allen Mitteln die moralische Wiedergeburt des Geschäftslebens hintanzuhalten suche, und eine Wiederholung der Skandale, wie sie die jüngste Zeit im geschäftlichen und politischen Leben ans Licht gebracht hätte, müsse vorgeveugt werden. Die Bewegung g^gen die Korruption sei nicht, wie seine Gegner sie anseyen, eine rein ökonomische, sondern grundsätzlich eine ethische Bewegung. Im Kongreß wird die letzte Botschaft Zioosevelts als die radikalste von allen angesehen. Sie erregte große Aufregung in beiden Häusern, riesigen Beifall besonders bei den Demokraten und wilden Applaus auf den Galerien. Der demokratische Senator Davis beantragte, sofort eine Million Extraexemplare drucken zu lassen. Dies wurde widerspruchslos angenommen. Die Botschaft wwd von den Konservativen als ein unerwarteter Schlag empfunden. Sie bedeutet augenscheinlich Roosevelts Protest gegen die Untätig keit des Kongresses. Roosevelts Botschaft wird in den Finanzkreisen natürlich abfällig beurteilt. Vielfach herrscht die Meinung vor, der Präsident versuche für seine Wieoerwahl Stimmung zu machen. Das ist Unfinn, denn Roosevelt hat wiederholt erklärt, daß er nicht wieder kandidieren werde. Die letzte Aammertagung. Die parlamentarischen Verhandlungen der zweiten Kammer haben nach der kurzen Dauer von 14 Tagen wieder eine mehrwöchige Unterbrechung erfahren, um den verschiedenen parlamentarischen Ausschüssen die unumgänglich notwendige Zeit für ihre vorbereitenden Gesetzesarbeiten zu gewähren. Der Finanzausschuß hat noch nicht einmal seine sogenannte erste Etatslesung zu Ende führen können, ihm steht noch die. gemeinsame Beratung mit der Regierung und die Fertigstellung des umfangreichen Ausschußberichts darüber bevor. Der Sonderausschuß für die Verwaltungsgesetzrevision will, da ja an eine Erledigung der sechs Gesetzentwürfe in diesem Landtage absolut nicht mehr zu denken ist, wenigstens neben der Landgemeindeordnung auch die Städteordnung unter Dach und Fach bringen, und der Gesetzgebungsausschuß — nun, der ist noch immer bemüht, mit dem Ausschuß des anderen Hauses eine Grundlage für die Anbahnung einer endlichen Verständigung über die Wahlrechts- vorlage zu schaffen. Und nur um diese Grundlage wird es sich für den jetzigen Landtag noch handeln können; denn die ganze schwierige Gesetzesmaterie zu einem möglichst weite Kreise befriedigenden Abschluß zu bringen, wird noch monatelange, mühevolle Arbeit erfordern, wenn namentlich, wie ja beabsichtigt ist, gleichzeitig auch die äußerst diffizile Frage der Wahkkreiseinteilung mit gelöst werden soll. Wenn in unseren politischen Kreisen die Hoffnungen auf eine baldige Einführung des direkten Wahlrechts in Hessen nahezu auf dem Nullpunkt angelangt sind, trotzdem sich bekanntlich auch die erste Kammer im Prinzip nahezu einmütig für die Einführung desselben erklärt hat, so liegt das nach unserem Dafürhalten weniger an wirklich gegensätzlichen Anschauungen über die Gestaltung der Gesetzesvorlage, als an der ganzen kleinlichen, nörgelnden, eifersüchtelnden Art, von der unsere gegenwärtigen Parteiverhältnisse in Hessen beherrscht werden. Wohl selten hat eine Kammertagung in Hessen einen so wenig fruchtbaren Verlauf genommen, toic' es aller Voraussicht nach bei der gegenwärtigen 33. Landtagsperiode der Fall sein wird. Es gelingt nichts mehr ! Das hat sich auch recht deutlich wieder bei der jüngsten kurzen Kammertagung gezeigt. Die Volksvertretung hat int Januar elf Sitzungen abgehalten. Fragen wir aber, was sie in diesen Sitzungen zustande gebracht hat, so muß die Antwort lauten: nichts, so gut wie nichts! Die ersten drei Kammersitzungen wurden mit der „zweiten Lesung" des I a g d g e s e tz e n t w u r f s, ausgefüllt. Aber das Ergebnis derselben ist ein so konfuses, so wenig ausgeglichenes, so einseitig auf die Interessen der Landgemeinden zugeschnittenes, daß es bereits in der Kammer von der Regierung als im Staatsinteresse für unannehmbar erklärt wurde und auch in der ersten Kammer unter keinen Umständen Zustimmung finden wird. Wozu da also die abermalige dreitägige und herzlich inhaltlose Debatte, nachdem man sich doch erst im vorigen Sommer und Herbst zweimal so gründlich über genau dieselben .Differenzpunkte ausgesprochen hatte??? In den übrigen acht Sitzungen haben, das kann man zugeben, einige ganz interessante Debatten über Bauarbeiterschutz, Schulreform und die Wahrung der Mittelstandsinteressen stattgefunden, obgleich dabei herzlich wenig neue oder bemerkenswerte Gesichtspunkte aufs Tapet gebracht wurden. Aber diese Dinge hätte man ebenso gut in zwei oder drei Sitzungen erledigen und dann schon acht Tage früher die Plenarberatungen zu gunsten der Arbeit in den Ausschüssen vertagen können. Das rücksichtslose, selbstgefällige Drauflosarbeiten, wie es beim Jagdgesetz von gewisser Seite geübt wurde, und das vielfach unverstanden gebliebene Drauflosreden bekannter Steckenreiter bei den Initiativanträgen und Interpellationen — trotzdem sich jeder Einzelne doch im Grunde genommen von der Zwecklosigkeit der ganzen Debatte klar bewußt sein mußte, wird aber noch übertrumpft durch die mit den beiden letzten Sitzungen getriebene direkte Zeitver- s ch w e n d u n g. Man hat wieder einmal in der zweiten Kammer zwei Sitzungen für H u n d e st e u e r e r l a s s e und die Pfeddersheimer Vorstellung gebraucht, Dinge, die bequem in einer halben Stunde erledigt werden konnten und ihrer minimalen Bedeutung nach auch hätten erledigt werden müssen. Der oberhessische Abg. Bähr, der sich, wie Abg. Reinhart sehr zutreffend bemerkte, nur immer darin gefällt, der Regierung Sottisen an den Kops zu werfen oder andere Abgeordnete mit Invektiven zu bedenken, und eine geradezu unheimliche Tätigkeit entfaltet, die Kammerverhandlungen ohne Grund in die Länge zu ziehen, hat in der vorletzten Sitzung nicht weniger als neunmal das Wort ergriffen, und sich auch in den übrigen Sitzungen von einer Wortflüssigkeit gezeigt, die in krassem Gegensatz zu den dabei entwickelten Gedanken steht. Da bleibt denn doch nur die Frage übrig: Warum läßt sich die Kammer solchen Unfug so ruhig gefallen? Wir haben schon früher einmal darauf hingewiesen, daß dem Lande jede einzelne Kammersitzung einen Kostenaufwand von mindestens 500—600 Mk. verursacht. Die hessischen Steuerzahler werden sich also bei dem genannten Herrn dafür bedanken können! Und noch eins: Auf Veranlassung des Ministerialrats Dr. Becker hat Herr Bähr als Vorsitzender und Berichterstatter des dritten Ausschusses zugestehen müssen, daß er drei von den vier seit Jahren immer wiederkehrenden Hunkesteuergesuchen selber verfaßt oder veranlaßt hat. Das hat die Volksvertretung in aller Seelenruhe mit angehört und kein Wort dazu gesagt! Es ist wirklich höchste Zeit, daß eine Verständigung über die Einführung des direkten Wahlrechts in Hessen erzielt und mit seiner Hilfe der Kammer andere Männer zugeführt werden? * Entschädigung für gefallene Tiere. Abg. Dr. Weber hat zum Hauptvoranschlag beantragt, daß für Schafe und Ziegen, für die auf Grund des Viehseuchengesetzes Entschädigung zu zahlen ist, die Entschädigungsgrenzen erhöht werden und erforderlichenfalls ein höherer Betrag hierfür in den Voranschlag eingestellt wird. In der Begründung des Antrags wird ausgeführt, daß die jetzt vorgesehene Obergrenze für die Entschädigungen — 20 Mk. bei Ziegen und 15 Mk. bei Schafen — nicht mehr dem gestiegenen Wert der Tiergattungen entspricht und dadurch namentlich den ärmeren Landesteilen und den kleineren Leuten Schaden erwächst. Eine Vorstellung des W. Schmidt in Mühlheim a. M. ersucht um Herabsetzung der Stempelsteuer für den Austritt aus der Kirche von 6 Mk. auf 1.50 Mk. Aus s.ass uno RattO, Gießen, 4. Febr. 1908. . ** Tageskalender für Dienstag, 4. Februar: Stadttheater: König Lear. Anfang 8 Uhr. ** Die Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen hielt am Montag ihre 20. Vorstands- sitzung ab. Die von vormittags 10 Uhr mit kurzer Unterbrechung bis abends nach 7 Uhr dauerte. Als erster Punkt wurde die Aufstellung einer Geschäftsordnung für den inneren Dienst beraten, die durch den Abgang des General- Sekretärs Dr. Müller nach Baden notwendig geworden ist. Auch die Nachfolgerschaft des ausscheidenden Generalsekretärs wurde besprochen. Dann wurden die Vorschläge der Pro- vrnzausschüsse für den Hauptvoranschlag 1C08 und die Anträge der Provinzausschüsse auf definitive Anstellung der Sekretäre in Starkenburg und Oberhessen und Bureau- beamten bei den drei Ausschüssen angenommen. Weiter wurden behandelt: eine Anfrage des Deutschen Landwirtschaftsrates wegen Maßnahmen zur weiteren Steigerung der deutschen Vieh- und Fleischproduktion, das Verbot der Vrehmartte wegen der Gefahr der Einschleppung der Maul- und Klauenseuche, ein Schreiben des „Deutschen milchwirtschaftlichen Vereins" Betr. das holländische Aufstallver- fahren und der Ankauf von Preßstroh durch die Proviantämter. Ein Antrag von Lutz-Elpenrod, betr. Verordnung der land-Und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, insbesondere die Schutzvorrichtungen an den Häckselmaschinen, wird abgelehnt. Dagegen wird ein weiterer Antrag von Lutz-Elpenrod wegen des Vertrags mit der Norddeutschen Hagelversicherungsgesellschast angenommen, ebenso ein Antrag des Landesverbandes hes.iscyer Geflügelzüchter wegen Unterstützung der Geslügelansstellung vom 7. bis 9. März. ** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Jak. Ohle mutz aus Gambach die zweite Lehrerstelle an der Gemeindefchule zu Petterweil Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Groß-Karben. ** Ein Gießener in Amerika gestorben In dem Heim seines Sohnes W. H. Kreiling zu Alleghenv schied Louis Kreiling im Alter von 72 Jahren aus dem Leben. Der Verblichene war gebürtig aus Gießen und kam als junger Mann von 20 Jahren nach Amerika und zwar direkt nach Allegheny, wo er sich als Metzgermeister etablierte. Er war einer der ältesten Fleischermeister im Pittsburger Bezirk. Herr Kreiling war ein treues Mitglied der deutschen ev. prot. Kirche, der Schiller-Loge des Alten Ordens der Vereinigten Arbeiter und des Postens Nr. 88, A. R. Er nahm teil a,m Bürgerkriege und zeichnete sich durch große Tapferkeit aus. Der Heimgegangene hinterläßt drer Söhne, Karl, Wilhelm und Edward Kreiling, die alle im Fleischergeschäft tätig sind, ferner einen Bruder, Heinrich Kreiling, ein bekannter Metzgermeister im Markthaus zu (Saft Liberty. Der Entschlafene war weit und breit bekannt und allseitig hochgeachtet. n ** .Todesfall. Ain 30. Januar starb zu Frei- burg t. B. nach schwerem Leiden der K'önigl. Oberst a. D. Wilhelm v. Renz, Der erste itonunanDeur des ° %»rh~ artrllene-Regiments Nr. 61, an dessen Spitze er bis Aide 1900 stand. Die Beerdigung fand am Sonntag in FreUurg statt. ** Wertzuwachssteuer und Besitzwechselabgabe. Die „Tarnist. Z-tg." berichtet offiziös: Nach §13, Abs. 1 des Zolltarifgesehes vom 25. Dezember 1902 dürfen vom 1. April 1910 ab für Rechnung der Gemeinden Abgaben auf Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl und andere Mühlenfabrikate, desgleichen auf Backwaren, Vieh, Fleisch, Fleischwaren und Fett nicht mehr erhoben werden. Unter anderem hat die Rücksicht auf diesen mehr oder minder großen Eimlahmeausfall einzelner Gemeinden die Großh. Regierung veranlaßt, den Gemeinden neue Einnahmequellen zugänglich zu machen. Es ist dies geschehen durch den Erlaß des Gesetzes über die Wertzuwachs- steuer vom 12. Dezember 1907 und durch die Möglichkeit, zugunsten der Gemeinden eine Besitzwechselabgabe zu erheben (Art. 3 des Gesetzes vom 28. März 1907, betr. Abänderung des Gesetzes über den Urkundenstempel vom 12. August 1899). Es würde nun einer vorsichtigen Ge- meindef manzverwaltung nicht entsprechen, wenn etwaige vor Wegfall des Oktrois erzielte Einnahmen ans den erwähnten Steuerquellen jetzt schon zu lausenden Ausgaben verwendet würden, da der im Jahre 1910 eintretende Einnahmeausfall von Oktroi sich alsdann bei Abschluß des Voranschlags ungünstig bemerkbar machen würde. Das Großh. Ministerium des Innern hat deshalb den beteiligten Großh. Kreisämtern empfohlen, auf dw in Frage kommenden Städte Dahingehend emzuwirken, daß etwaige Einnahmen aus der Besitzivechselabgabe und der Wertzuwachssteuer in Reserve gestellt werden, indem sie bis zum Jahre 1910 nt einem besonderen Fonds angesammelt werden, auf den Dann im Jahre 1910 bei Wegfall des Oktrois auf die eingangs angegebenen Gegenstände zurück gegriffen werden rann. ** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerw ehren wurde verliehen durch Entschließung S. K. H. des G r o ß h e r z o g s dem Hch. Bausch zu Grünberg, sowie Ludw. B i e r a u, Hch. Henkelmann, Phil. Mattern, Christoph Ring leb, Ludw. Rohrbach VII. und Ludw. Schreiner, sämtlich zu Lollar. ** Wohltätigkeits-Konzert des Kron- bauerscheu Quartett-Vereins. Wie aus dem Annoneenteil ersichtlich ist, findet das Konzert am 9. Februar im Klubgebäude statt. Während der Verein in früheren Jahren mit besonderer Vorliebe jüngere Kräfte einlud, hat er für dieses Jahr zwei bedeutende Künstlerinnen gewonnen, die zu den bemfenften ihres Faches zu zählen find. Frau Anna Kaempfert aus Frankfurt ist eine vorzügliche, weit bekannte Sängerin; mit großen Mitteln ausgerüstet, hat sie in Berlin, Dresden, Frankfurt, Bremen, München usw. als Lieder- und Oratorienfängerin stets mit größtem Erfolge gewirkt. Fräulein Mina Rode ist uns bereits bekannt, hat sie doch zum Teil ihre Konzertlaufbahn in Gießen begonnen. Heute ist sie ausgereifte Virtuosin/ die nicht nur durch ihr feinmnsikalifches Spiel entzückt, sondern auch ihrer Geige die süßesten Töne zu entlocken weiß. Die Bilder beider Künstlerinnen sind im Schaufenster des Herrn Challier ausgestellt. ** Venezolanischer Konsul. Der Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Venezuela mit dem Amtssitz in Hamburg Diogenes Escalante, der sich im Besitz des Reichsexequaturs befindet, ist zur Ausübung konsularischer Verrichtungen im Großherzogtum Hessen zugelassen worden. ctz Klein-Linden, 2. Febr. Eine sehr schöne Kaisersgeburtstagsfeier hielt unser Kriegerverein gestern abend im Saale zur „Deutschen lÄche". Der Saal war von ca. 350 Festgästen besetzt, unter denen sich auch einige Kameraden aus Leihgestern und Lützellinden, sowie beurlaubte Soldaten befanden. Zu Beginn der Feier trugen Fräulein Erb und Euler einen Festprolog vor, worauf Der Vorsitzende Die Festrede hielt. Er feierte den Kaiser als starken Führer und sicheren Hort des Vaterlandes, als wahren Friedensfürsteu. Begeistert stimmte die Festver- sammlung in das Hoch auf Kaiser und Großherzog ein. Dann folgten zwei militärische Theaterstücke, die brausenden Beifall ernteten. Zur Verherrlichung der Feier trugen nicht minder die lebenden Bilder „Loreley" und „Des Kriegers Abschied" bei, sowie die Deklamation der Gedichte „Kriegers Heimkehr" und „Der Schwur Jungdeutschlands"; letzteres trugen zwei Knaben vor. Nach einem Toast auf das deutsche Vaterland begann der Tanz, der die Anwesenden noch mehrere Stunven in fröhlicher Stimmung zusammenhielt. In den Pansen sang man gemeinsam alte Soldaten- und Volkslieder. — Der Verein zählt jetzt 104 Mitglieder. r. Londorf, 3. Febr. Während am vergangenen Sonntag der Radfahrverein Rabenau durch ein Konzert Kaisers Geburtstag feierte, versammelten sich gestern abend der Kr re g er v er ein und der Gesangverein Frohsinn rrn geschmückten Saale der „Stadt G.eßen", um eine Kaiser- Geburtstagsfeier zu begehen. Der Präsident des Krregervereins, S ch o m b e r, begrüßte die Erschienenen und brachte em Hoch auf Großherzog Ernst Ludwig ans. Nachdem dann der Gesangverein ein patriotisches Lied gesungen sprach Pfarrer Reu sch in einem Vortrag über die Erstürmung des Schlosses Chambord am 9. Dez. 1870. In überaus klarer und anschaulicher Weise schilderte der Redner die Kampfe der hessischen Division, die sie um diese Zeit zu bestehen hatte und besonders die Erstürmung des Schlosses Chambord durch Den Hauptmann Kattrein. Mit Interesse folgten Dte zahlreichen Zuhörer den schlichten Worten des Vortragenden und als dieser am Schlüsse seiner Ausführungen als Zeichen unwandelbarer Treue zu Kai'er und Rerch äu einem Hoch auf Kaiser Wilhelm II. aus,orderte, Braufte tnejesjnadjtig durch den Saal. Reicher Beifall lohnte den Redner. Der Gesangverein Frohsinn sang Bann cn^^/mge ,chone Chöre, von denen besonders „Auf der Wacht sehr gefiel. Herr Gutapfel trug durch den Vortraq einiger lieber viel zur Verherrlichung der schön verlaufenen Qu it-jj Del. hntp r ° f B ö r f , 2. Febr. Der vor drei Jahren gegründete Durgerverein hielt gestern abend feine General- ?.ersatnmlung ab, die gut besucht war. Aus der Vorstandswahl gingen wieder die bisherigen Mitglieder hervor. Der angekundigte Vortrag konnte wegen Verhinderunq des Reserenien nicht gehalten werden. Der Büraervereiii ;äbl1 über 60 Mitglieder, aus allen Ständen. * * X. Hanau, 2. Febr. In der Nähe des Westbahnhofs VaU ^nes hiesigen Installateurs den Versuch, sich mit ihren zwei kleinen Kindern tm Alter von 3 und 2 Jahren überfahren zu lassen Das Vorhaben wurde verhindert. Tie Frau schlag Darauf Den Weg nach dem Main zu ein in Der Absicht, dort den ^od zu suchen. -Ler Bahnhofsvorsteher schickte Leute nach die die ö-rau ein hotten und die Polizei verständigten die Obbni fO^i^ daß die Frau nut ihren Kindern in sichere m Hut kam. häusliche Verhältnisse sollen Die Frau ru Dem VerzweislungsschriU getrieben Men, d 3 der 50 Ausland fick dtt ■ Qwflt tw -uä £ eiiyE yt unfr qrklaat aegeinide von Zeit fichten nut g H Arlusi Macke wat, lar crre-ck'N Lctwenr falH 1i fielet' schvst II ziemlich Lorräte Main Preise i Konistl Danzil etcltii Polen Vre-l Verlii Maqi balle Leivz Rolle Barn baw Vra W fao M et' et Mi Bud, Live Roa! 171.: § moraei 5 Pros ® ® ? K G W 2:° = W -t» L?-r V S- 8' 8? •• n 3 NÄS «6» 9 T *t 2 ■ fr T r? cn 5 Handel des Roggen Hafer des grübe Kron- Vor 14 Tagen Grubenarbeiter in den Ansstand getreten. 3 WZ L ■’ < W 5 ä S 3 O Ö-T ZS Z rt 4SU 2 Mä. - 7 R e ip 6) 3 L :2 0 i C ar Ol Q K>: W S >Iö »2. © ti» y f? Tä $• V vo V Ä WS wegen des eine Kom- ? i Beitritt in den Verband auf. In dieser Beziehung Versammlung aber fast resultatlos verlaufen sein, Ausstairds bezw. wegen der Lohnverkürzung wurde CCS o"t 61.00 62.50 94 95 89.75 96.20 Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Aroerik. Paket?. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte Nordd Lloyd Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Eisenlahn Gotthard bahn Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn . 3% 3y?u 3% 3y°l, Wl, Kvniasfamistc. dessen Folgen nock nicht zu üb"rieben sind, halten wir es für anaezeigt, eine ganz f’*r’c HeT^riidif- über die Finan-T^aa des Landes tu aeb-k-n. Die Sck"ldenl"st ist amu bedeutend. Rach dem Tphfen Ausweis hat 532 Witt. MFreis inländische und 34,48 Mill. Lstri. gnsmäriige Staatsnnleibm zu verzinsen und für diesen Dienst iährlick 21,21 Mitt. Milreis aufzuwenden, das itt mehr als 30 % der gesamten Staatseinnahmen, wovon 4,52 Mill. Morris an d">s Ausland fließen und zwar laut lehtem o=i 8»: Mission ernannt. b;e bet-' mar-ren d^r Werksdirektton unterbreiten soll, daß die Arbeit wieder aufaenommen werden solle, wenn ire seither'aen Gedl^^löbne b^ib^balten würden und zwar, auf eine Dauer fran mindestens neun M"N"t"n. Tiefe Forderung konnte heute moraen zu Beginn t>T Schicht nickt fraraebracht werden, da die Direktion nicht anwesend war. Im Laufe des Taaes wurde der Str"ik b e i g e l e g t, indem die Häuer zur Rackmittaasschickt einfnhren. Für die abaekehrten Bergleitte trifft Eriatz ein. Auf dem Werke und int Dorf herrschte Ruhe, frgÜbern batte man am F-r^stag und Samstag um polizeilichen Schub er'uckt, den dm Bürgermeister ünn Trais-Horloff durch Mobilmachung irr Orisst^erwehr aewäfn-te. Gerüchte, es sei versucht toortrn. das ^ess-lhaus in die Lust zu sprengen, und es solle von Gießen Militär requiriert werden, beruhen auf Erfindung. K Harpener Bergwerk Lanrahütte . . (,ombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . t» . 201.50 . 113.— wieder frei, 'hen durch Ent. m öch. Bausch Jenfelntann, Llldw. Rohr, zu Lollar. ZZ. DU Getreide-Wochenbericht her Preisberichtsstelle des Teutschen Landwirtschaftsrats vom 8. Januar bis 3. Februar 1908. Wätr^nd sich der Preisd^uck auf den Getreidemärkten des Auslandes fe-'t der lebten Woche weiter verschärf hat, hielten sich die Rückgänge auf dm deutschen Märkten in enaeren Grenzen. Zwar nurckt sich anaesickts der wachsenden argentinischen Weizen- au§fubr und der immer noch starfui anterikanischen Leistungen auch hier das Bestreben geltend, Anschaffungen auf das nötigste einzuschränki'u und b*> w'ist'r? Entwickelung abzuwarten. Auch ist trr unbesredigendc Meblabfat, über welchen ziemstch allgemein geklagt wird kaum geeignet die Nnternelmn'ngsl'lst sonderlich anAur"aeit. Wenn sich b-c Preise den Einflüssen des Auslandes gegenüber etwas widerstandsfähiger 'riarin, so ist dies Wohl darauf zuruckzuführ-'it, daß vom Jnlande keineswegs dringend angeboten wird und die wohl allgemein nicht allru reichliche.Versorgung fron Zeit ru Zrit. >ve"n guck nur bescheidene Eingrisfe nötig erscheinen läßt. Diese Verhältnisse gaben anch dem Berliner Lie- serunasnrarkt eine gewisse Stube, io daß sich die Prnse auch hier nur müßig von ihrem letztwöckentlickem Niveau entfernten. Die Milrris nach r.^R-S öu 4% Oesterr. Goldrente. . 4*/6% Oesterr. Silberrente 4% Ungar Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I Börse, 4. Februar. Anfangskurse. Telefonische fKwrsbericMe Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank flir und Industrie. Giecsen. Frankfeirter Börse, 4. Februar. 1.15 Uhr. ^nmilieit»nocbrid>ten. Verlobte: Fräulein Elste Martin mit Herrn Peter Rickt- berg, beide in Romrod. — Fräulein Frieda Henkel mit Herrn Fritz Dreuth, beide in Metzlar. Gestorbene: Herr Johannes Müller ITT., Frau Johanna Jockel, geb. Schulze, beide in Grünberg. — Herr Ludwig Römer in Ettingsbaufen. — Serr Robert v. Schirv, Direktor der filetuerbe- akademie Friedberg, Frau, Sovbie Ungelenk, geb. Hertel, Frau Heinrich Werner Witwe, geb. Baider: sämtlich in Friedberg. — Herr Georg Schmidt II. in Rieder-Wöllstadt. — Herr Friedrich Ruov in Wickstodt. — Herr Georg Hirsch Hirsch in Ruvvertsburg. — Herr Ferdinand Bellaire, Mafor a. D., Fran Johanna Plagge, geb. Pauls, beide in Darmstadt. — Herr Karl Götz in Wetzlar. — Herr Lehrer Theodor Banael in Waldgirmes. — Frau Jakob Esch, geb. Kraus, in Ehringshausen. — Herr Konrad Bill in Hermann- stein. — Frau Hokmener, geb. Grob, in Dortmund. s o 5 -• a o =■ =: Budapest Avril 198.15 (— 13,90). Paris Febr. 183.55 (+ 0.90). Livervool März 167,25 (- 4.90). Chicago Mai 148.00 (— 6-50). Roggen: Berlin Mai 210.50 (— 0.25). Hafer: Berlin Mai 171.25 (— 1.25) Mt. Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . Tendenz: fest. Berliner Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: fest. »2. H.a- 122.90 106 50 207.00 186.50 119.40 202.00 218.00 106.40 98.50 161.20 128.00 238 00 144.00 176.60 140 60 205.10 ArbesLerbervegrsng. r. Trais-Horloff, 3. Febr. 9luf der Bra unkohlen- re's nach England und 3 244 395 ganisation und Lage der deutschen Bergleute und forderte zum dürfte die «5-2^ er er er R* ot> S* (9^ 2^ ° CD Ausweis 631 010 Milreis nock ^mitsckwnd, 620.348 zeit am 9. Fe- der Verein in jüngere Kräfte deutende äünfb n ihres Zaches aus Frankfurt in; mit großen iben, Frankfurt, ratorienfängerin :in Nina Rode eil ihre ävnzeri- : sie auggereifte ljikalisches Spiel ißeslen Töne zu binnen sind itr haben auch die Staatsanleihen an einen ziemlich "heftigen Kirrsrück- zum Scklnß erfolgte Erhöhung der argentinischen Forderungen trug b»8 weiteren dazu bei, den zeitweise vi»r Mark betragenden Verlust auf zirka 2 Mk. zu redurieren. Roggen, der durch die schwache Halt"ng d^s We'z°nm"rstes in Mitleidenschaft gezogen war, konnte seinen Prrisstand vom vvriaen Montag nahezu wieder erre-ck-n. Im Inland: findet das beschriö-ne Angebot ziemlich b-wmtwillige Aufnahme und auch an der^Küste scheint sich wieder Verwendimg zum Erport zu bieten. Sehr unbefriedigend ge- staltri sick nach w''e fror d's .Hafergeschäft: namentlich mit Geruch behaftet" W-r' findet selbst bei entgegenkommenden Preisen nur schwer Unterkunft. Ma's u"d Futtergerste sind in g' eifbarer Ware ziemlich preishaltend, da in keinem dw beiden Artikel größere Vorräte vorhanden sind. Für Msadung. bestand indeß trotz ermäßigter Forderungen nur wenig Interesse. Es stellten sich die " " am letzten Markttage: .V^eäfpr «iS ? wehr otz,' fe*“ di- t "eue Gn, Ä lorilitig£n ^ttciwaigc vor ’b,cn ttlDfynten Ub^5 Voran- ' Großh. ^lglen tzxotzh ^enZL '.ahmen aus her in 1910 auf den ObQn[ die ein. 'Snsfeu werden Wien, 3. Febr. Die Desterreich-Ungarische Bankermäßigtab i Lombard-Zinsfuß auf 2?^ PT o , a Q r» 2 2 W O H.’ o " a 2 er-Sb 2. o ; X- ® s Preise für inländisches Getreide Weizen er Generalkonstil bim Ms/'iA in j im Besitz de- g konsriari)^- elaffen)« e fehr schkt et ftriegerömir. iche". Ter Eck in sich auch eintz den, sowie beut» >er Feier trugen vor, woraus der : den äaiser als Lattrlandes, al- mte die Feswer- Großherzog ein. e, die brausenden >icr trugen nicbi d „Tes Äiegeis ^dichte vlauds"; letzte^ lauf dasdeuW Anwesenden noch zusammenhiel L Soldaten-stck Mitglieder. am vergwgeuK tirch ein tivnM Ä* untetne^l^ >r Präsident de- Ä* Ldie en®! 670. Miib-r» der Redner o- diese ?9 M 3"^ fiten Lorten.^ »«ot* * jSSffl* int" % #. "»M - s —.g «• S’- ÄS Ze u*> UV Türkenlose ..... 147.20 4% Griech. Monopol-Anl. . 49.85 4% äussere Argentinier . 86.00 3°/0 Mexikaner .... 65.45 4%°l0 Chinesen .... 96.70 Aktien: gang erfahren. Doch ist dieser nicht so groß gewestn, als man eigentlich hätte erwarten sollen. Im Johfre 1892 bat Portugal schon einmal Staatsbankerott genmckt und nach jahrelangen mnihsamen Verhandlungen ist es im Jabre 1902 zu einem Abkommen zwilchen dem Sck"lhner und stinen Gläu- b'ger?t gekommen, das allerd-'nas fr''rif''ch angefochwn worHm 'st, da die (Wäubiner nur in der Ehrlickkeit und dem guten Wstlen d»s Schuldner« dm vori'ebmsten, je einzigen Stützpunkt haben. . Doch b-'t s'ck Rorfogl d'ries D"rtrauens bis ieüt wur- dm gezeigt. Die Kurse der Staatswerte und der Eisenbahn- r>bligot-i"nen ginnen in die Höbe und dis G-^ldagio, dos einst dfe Rie'enböhe fron ub-r 53 Prozent erreickt", ging bis ^nur m'n Prozent zurück. Als nun im twri^n Jahre die politiscku'n W'rren einse^t°n, die schließlich wt bstitigen Kätastrofrhe des 1. Febr" ar führten, am gen d'e ^e"tenkurse wieder sta'-k zurück und das Gnldogio stieg im November vorigen Jahres bis wieder 25 Rroz. In den lebten Taaen hi-st es sich auf 11 Prozent. D'e aegenwörtiaen Finanzverbältniffe geben, wie anck d'e F. Z. bemerkt, zu unmittstbaren Beioranissen keinen Anlaß. Auch darf man erwarten, daß d'e weitere Entwicklung der pol'tisch"n W-'rreu für - die auswärtigen Gläubiger Po'-tngals nickt d'r-'kt gefährlich werden wird. Nach dem ganz kürzlich vkröffentl'ckten Berickt der portugiesischen Sch"ldenverwaltikng betrügt d'e innere Scknld Pnrtuaals 531.994 Eontos lbentiaer Wwt rines Eoncks 4030 Mk >, d'e äuß^m Schuld 34.483.933 Lstrl. Davon bef'nden sich in Sta^tslr's'k innere Schuld 194.154 Eonws und 1 400 Pft-rt. Sfffii — U» jx — 2^2 =** ea 2. 2 = o a » er. »Sa 2 LZ, o - 5 -- 2 5 2 V« • 5*. .2 c 2. % -r = eo <70 * 63 er® 2 Königsberg 225 (- ) 196 (— 6) 155 f— 5) Danzig 225 (— 10) 200 (— ) 160 (- 5) Stettin 216 (— 4) 197 (- 4) 163 (- li,) Polen 228 (— 1) 197 (- 4) 159 (— 2) Breslau 225 (— 1) 203 (— 1) 161 (— 1) Berlin 220 (— ) 207 (+ 1) 176 (— 2) Magdeburg 211 (— 1) • 207 (— ) 165 (— 2) Halle^ 210 (— 3) 207 (— 1) 170 (- 5) Leivzia 215 (- 4) 210 (- 2) 166 (— 2) Rostock 214 (— 2) 197 (- ) 164 (— 2) Hamburg 212 (— 2) 196 (- 2) 174 (- 6) Hannover 208 (— 6) 205 (— 3) 168 (- 4) Braunschweig 212 (— 2) 207 (— 2) 170 (- 2) Düste ldori 220 (— ) 200 (— 3) 173 (— 1) Köln 2121/, (— 5) 200 (- 21/,) 172Lo (— 2'/,) Franflurt a.M. 221'/. (-!'/.) 206 (- l1/,) 182'/, (- ) Mannheim 227 (— 8) 213 (— 2) 185 (— 2) Straßburg 227'L (- ) 210 (- ) 200 (— ) Stuttgart 242'/, (— ) 220 (— ) 192'/. f— ) München 240 (— 3) 208 (- 4) 194 (- 1) Welt m a r ktvreise : Weizen: Berlin Mai 218 25 (— 2.25), *5 M» s c CJ »2 o an rr E JO X> S ,5 c ■5 a e£ ’" =£ S=II an — c -a «n ■“ ‘w 5 0.2 o D ci> •J8 Z r-» O d±. S $-» -o e vO w 5 Ä s i-> N «$> u jQ •• e Xi V C3 w xr c L^v u 3 ä s n s o . 3Z ö 5 J3- S .CT’— -s e: .......'S ~ ~ - 23CO. *#^ g.cdo CO go, Kclranntiillichung. In dcr Zeit vvia 25. Januar bis 1. o’ebntdc 1908 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 ^’jvlcnnonnaie mit Inhalt; verloren: 1 braunledernes Portemonnaie mit einem Zwam riamarkstück und vier Zelmvsenniastücken Jnlmlt unb ein igtc des gefundenen Gegenstandes bo >ald bei uns gelterrd zu machen, efundcnen Gegenstandes kann an fedenv ihr vormittags und 4—5 Uhr nachmit-! lehörde, Zimmer Nr. 1, erfolgen. bruar 1908. o.i'.etarnt Gießen. Reinhart. eteot ologIjd)e LZeovC»chtimgeK der Station Gießen. L i Sonnenschein Heller Hiinmel Aed. Hiinmel - 0.5 • C. - 4.5 e C. »jiöijqtna^ i i CO Tf CO H || öunrlpuquM i Sg” £ * ■* eo naiöutpndQ aauoptß n t--- • t- ao o °7 ce 1. 1 ilsgbrrhons^ aimo|qiß <71 CD O_ CÖ CO* CO" 3 h- rpfangsberecht Anspruch alsl l/orung oes g von 11—12 l terzeichnetcr T «, den 1. Fe Grdtzherzogi stN7t rsq anry.rsälus^ iO O CO - O -d*" y III t , UdiSnqan nO' Mv rsrsruoavkß 3 >—< t r- S 1O -d< -d< (-) . v- r- r- E Bm Der Er : seinerr Die Ab hentag i bei un Gieße Februar 1908 • 5 * 'S VD M® t- E - X> Woc tags cd cd ■*" E E E E W <0 s JU3 squsjnvrz s CJ CT e e a a E v jO E ca « «9» x> E a a Q T-> a a Q JO o N GN « o M lO o X» Q E a a o *2> e» c5 « g ä E 8 8 *n E e g 5 C o SD S S eg c; c ‘•m Z i «s 7! x> a - o " KZ CT J? 5$ X> eu ■ CD XD c «n s cS ®!§ ■a 'S uO C7 _? cs ce> e ^<77> Lo cs :=>Ju o ' .5? 3- O XD ZV = 3 X E Sg e 5 e3 2» «n - X o Ä5? <2 cc ’S CD w L E s 5 Q- SO a .3 3 m c an -T 5 .*2 o *y> * SÄ «s .A E^.C _■ CD Ü, *" e> a E 3 -.E 'Ti 'n 3 5 g «2 a m n ä LZ s 5} a e) C9 e/ L> L> L 31ß-qa(5 gfpia ■quijg' goq SjvlPZ laq <3 spoy -USUSIA 33Q en r-» supailpA 2sq Pjamü^ j qun aiau UinuHTs-tac CO CO CM «a (D 5S 35 CO IQ o usöalF asq c smscuPT asq c •c sjvtpZ asq Zgsia -qniE Ssq gipm ‘23qdß Söq er ce iö r- o c: -f O O 7) t- 77 00 -d- cs H —< — DI CM r—< 113801g- aaq z lö 1O —' -J< Dl ■» d <7. 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