Nr. 182 Erstes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 5. August 1908 Der Gtetzeaer Budget Ä Vezu g Sp retSr rrschetm täglich, außer W iß> Jyk W W monatlich 7b Pf., viertel- ■■(Sfeftcitcr lltuciflct zweimal monatL Land- Bg* wL xJ*W B? i.1 Ä>L V^vrz'^L W ML W '8^^ R. WLM Bdlenprttfl; lor mb madjte einen bedeutend sicheren und gefestigteren Eindruck tl8 bei der letzten Auffahrt. Basel passierte Graf Zeppelin uni 'J Uhr 32 9Lin. in einer Höhe von etwa 200 Metern. Er ließ in einer Schachtel einen Zettel zu Boden fallen, auf dem er folgendes mitteilte: „Das Luftschiff des Grafen Zeppelin über Basel. Alles gut. Weitere Richtung Straßburg." Zn Mannheim wurde das Luftschiff uni 2 Uhr 20 Min. als eine ganz kleine schwarze Linie sichtbar. Es näherte sich sehr rasch und passierte die Mannheinicr Rheinorücke uni 2 Uhr 43 Min. Zu beiden Seiten des Rheins hatten sich viele Tausende von Menschen angcfammclt. Als das Luftschiff sichtbar wurde, wurden Böllerschüsse abgefeuert. Als es Über die Stadt fuhr, begrüßten die Menschen es mit stürmischen Hurrarufen. Die im Rhein liegenden Schiffe ließen die Tampfsirenen pfeifen, in den industriellen Etablissements am Rhein erklangen die Fabriksignale; es war ein ohrenbetäubendes Geräusä) den ganzen Rhein entlang. Tas Luftschiff fuhr mit majcstätismcr Ruhe in der Höhe von ungefähr 230 Meter über die Stadt hinweg. Um 3/*3 Uhr kam der Ballon über Worms in Sicht. Mit majestätischer Ruhe bewegte er sich direkt auf Worms zu. Kurz nach 3 Uhr begannen die Glocken aller Kirchen zu läuten — cs war ein andachtsvoller Augenblick, so sagt die „Wormser Ztg.", und wir suhlen es ihr nach, denn das Ereignis ist den größten Ereignissen der Weltgeschichte zuzuzählen. Mit der größten Deutlichkeit, so fährt das Wormser Blatt fort, ist der ungeheure Umfang des Luftschiffes zu erkennen. Die Masse liegt in dem gasgefüllten Ballon, während Gondeln, Motoren und Steuer einen verhältnismäßig kleinen Raum einnehmen. Die weiße Ballonhülle leuchtete prachtvoll in dem hellen Sonnenschein. Bon dem Turm der Dreifaltigkeitskirche aus sah man die mit Menschen dichtbesetzte Rheinbrücke, aus denen die Helme und Uniformen des Regiments abstachen. Alle Dächer sind dicht besetzt mit Menschen, die erwartungsvoll die Annäherung des Luftschiffes beobachten. Um 3 Uhr 30 Min. schwebt der Ballon über der en Bodens begrüßt und ihn zu seiner weltbewegenden Fahrt beglückwünscht. Tas Teleg-ramm hat folgenden Wortlaut: % „Graf Zeppelin, Nierstein. Mit dem Ausdruck freudiger Bewegung, Sie auf hessischem Boden gelandet zu wissen, bitte ich zu dem Gelingen der iveltbewegenden Tat bewundernden Glückwunsch aussprechen zu dürfen. Tvrtiges Kreisamt ist angewiesen, jete etwa erwünschte Hilfe zur Verfügung zu stellen. Minister des Innern Braun." Nack) Eintritt der Dunkelheit begannen die Vorbereitungen zur neuen Auffahrt. Mit Unterstützung einer Kompagnie Mainzer Pioniere wurde der Ballon mit Hilfe eines Dginpfers vom Ufer abgeschleppt. Der Aufstieg erfolgte daun sicher und majestätisch unter den brausenden Hurrarufen der Zuschauer. Die Signalpfeifen der Dampfer ertönten zum Salut. Der Ballon fuhr zuerst eine Strecke stromaufwärts, wendete dann ckad schlug die Richtung nach Mainz ein, an feilten Lichtern weithin erkennbar. Um 10 Uhr 50 Min. traf der Ballon über Mainz ein. Er flog den Rhein entlang in der Rrchtung nach Biebrich bis zur Petersaue, machte bann eine kurze Wendung und fuhr nochmals über Mainz hinweg, um 11 Uhr 10 Min. die Rückreise antretend. Der Ballon bewegte fick) in sehr geringer Höhe, so daß er von den Rheinufern aus deutlich beobachtet ^werden tonnte. Zahlreiche Menschen begrüßten ihn mit begeisterten Hurrarufen, Böllerschüsse wurden abgefeuert und wiederum ließen die im Hafen liegenden Schiffe zum Salut die Dampfpfeifen ertönen. Folgender drahtlicher Sonderbericht ging un§ heute aus Mainz zu: Hier machte sich gestern um die Mittagsstunde ein starker Verkehr in den Straßen geltend, weil man von 3 Uhr ab die Ankunft des Luftschiffes erwartete. Die Rheinbrücke, die Rheinufer und die hoher gelegenen Punkte der Stadt waren mit Menschen dicht besetzt. Um 8/46 kam endlich die Meldung, daß der Ballon zwischen Oppenheim und Nierstein vorzeitig niedergegangen sei. Nun ging es in Wagen und Automobilen die Chausseen entlang nach Laubenheim und Nierstein, wo am gegenüberliegenden Ufer der Ballon niedergegangen war. Der Personenzug 643 war überfüllt, selbst in der 4. Klasse drängten sich die vornehmsten Damentoiletten. Der Ballon hatte bald nach Passieren von Worms wegen eines kleinen Tesektes am Steuerruder einen schleppenden Gang angenommen. Er machte bei Oppenheim noch einige Luftmanöver und ging dann ziemlich schnell in der Gemarkung Geinsheim und Kvrnsand (der äußerste Zipfel von Starkenburg) nieder. Es bauerte nicht lange, so hatten auch schon Taufende von Menschen mittels Dampfer re. sich an der Landungsstelle eingefunden, nm sich das Luftschiff in nächster Nähe anzusehen. Der Ballon hatte seine Form vollständig behalten. Zu der vorderen Gondel, die sich wenige Fuß über dem Wasserspiegel befand, unterhielt sich Graf Zeppelin mit seinen Begleitern und dem Kommaud. General von Eichhorn und schien über den Unfall gar nicht bekümmert zu fein. 1 Bald darauf trafen Prinz und Prinzessin Friedrich Karl | doh Hessen und der Erbprinz und bie- .ErbPrinzessin von Meiningen beim Luftschiff ein und unterhielten sich längere Zeit mit Zeppelin. Wie festgestcllt wurde, war bic Landung dadurch notwendig geworden, daß außer dem kleinen Defekt an der Steuerschraube auch der Benzinverbrauch infolge der großen Hitze über Erwarten stark gewesen war. Von Mainz aus war sofort eine Wteilung Pioniere abkommandiert worden. Als der Schaden an der Steuerung beseitigt ivar, dunkelte es bereits. Nachdem dann der nötige Benzinvorrat durch einen Polizeidampscr von Mainz herbeigcschasft worden war, stieg der Ballon um 1/211 Uhr ohne weitere Schwierigkeit in die Höhe unter größtem Jubel des Publikums. Wenige Minuten vor 2/4II tauchten die zwei hellen Lichter des Ballons am tiesdunNeu Himmel aus. In schnellem Fluge wandte er sich Mainz zu, fuhr in großem Bogen in der Richtung Biebrich, manövrierte dann zehn Minuten und trat hierauf die Rückfahrt an, während von Mainz auö die Schiffe ihre Dampf- Pfeifen ertönen ließen, die Menge in Hochrufe ausbrach und Böllerschüsse abgegeben wurden. Um 1 Uhr hatte das Luftschiff in schnellem Fluge Worms wieder erreicht. • Die Abteilung für Wetterdienst der deutschen Seewarte in Hamburg teilt mit, daß für die gestrige Strecke mäßige westlick-e Winde vorherrschend waren. Ter Ballon mußte von Konstanz bis Basel gegen den Wind, von Basel ab in spitzem Winkel gegen den Wind fahren, während er auf der heutigen Rückfahrt die Windrichtung für sich hatte. ♦ Die weitere Rückfahrt. Stuttgart, 5. Aug- (Tel.) Tcr Ballon erreichte unt 4 Uhr früh bei EpPingen die nmrttcmbcrgische Landcsgvcnze und kam unt 5.10 Uhr bei Ludwigsburg in Sicht- Stuttgart, 5. Aug. (Tel.) Kurz nad) 6<4 Uhr heute früh wurde der Ballon gesichtet, der in der Richtung von Norden nad) Süden fuhr und um 6.40 Uhr über Stuttgart schwebte. Die Begeisterung ter Einwohnerschaft über den Erfolg ihres würltem- bergischen Landsmannes ist unbcschreiblid). Tie „Südd- Korr." hat folgende, von Zeppelin selbst unterschriebene Karte erhalten: „Ter Ballon des Grafen Zeppelin aus ter Höhe über Stuttgart. Nach ereignisreicher Fahrt zurückkehrend. Graf Z." Ein neuer Defekt und neue Landung. Stuttgart, 5. Aug. Kurz vor 8 Uhr ist das Luftschiff 5 Minuten östlich von Echterdtagen infolge eines Motordefektes in Fildern, auf freiem Felde gelandet. Das Luft- schiff wird voraussichtlich gezwungen sein, bis heute Abend 6 Uhr dort zu bleiben. Von Friedrichshafen sind Mannschaften zur Hilfeleistung abgcgangen und von Stuttgart sind 2 Kompagnien Pioniere telegraphisch herbeigerufen worden. Ganz Deutschland roirb dieses neue kleine Mißgeschick des populärsten und gefeiertsten Mannes Neudeutschlands beklagen, es wird ihm aber trotzdem mit vollem Rechte laut zujubeln. Denn welche Tat in der deutschen, in der Weltgeschichte seit 1871 kommt der des Grafen Zeppelin gleich! Die zwei kleinen Unfälle bei Oppenheim und Echterdingen find angesichts des großen Geschehnisses völlig belanglos. Der Gras wandte sein Schiff, wohin er wollte,' und wenn auch die Rückfahrt auffallend langsam vor fid} ging und auf einige unliebsame Störungen schließen ließ, )o ist die völlige Unterjod)ung des unermeßlichen Luftreiches durch den deutschen Grafen Zeppelin im wesentlichen gejd)ehen, eine ungeheure Ruhmestat, die uns die Worte des alten Sophokles in die Erinnerung ruft: „Vieles Gewaltige lebt, doch nichts ist gewaltiger als der Mensch!" Eines Volksdichters Stimme möge die Gefühle des deutschen Volkes künden: Der Graf von Zeppelin. Eine Romanze. (Unber. Nachdruck untersagt.) Aks durch die deutschen Lande Ter KriegSruf einst erklang Unt) Deutschlands Volk sich wandte Zuin großen Waffengang: Da trat als allererster Zu Preußens König hin Heut unser allerbester, Der Gras von Zeppelin: ,3uin teuren Vätererbe Steh ich in dieser Stund' Und streit, bis daß ich sterbend Tahinsink', todeSwund*. Da spricht der künftge Kaiser In seinen weißen Bark: .Du holst dtr Lorbeerreiser, Ich kenne deine 9lrt 1* Zum fränkischen Gefilde Jagt schon der Tapfre hin. Wer'sah ihn nicht im Bilde Den Grafen Zeppelin! Und noch m späten Zeiten Wird hören man im Sang, Wie du als Held tatst streiten Beim ersten Waffengang. DaS war in schweren Zeiten, Sie brachten Glück und Weh. Gar mancher ruht vom Streiten, T«ch ,og- ;um Bodensee. Zu Grade üieq der Kaiser, Te< deutschen ThronrL Held: loch du pflückst Lorbeerreiler Auk neuem'Laienfeld. Ten Lustkrei- zu erringen In kühnem Geistes stug. Dich in die Wolken schwingen Aul eme- SchlffeL Bug: Tas war bald deines Leben- Alleiniger Gehalt, Tas Ziel all deines Strebens. Und so gewann'- Gestalt. Tie« Ziel hast du errungen. Zum Aether schwebst du aut, Ter Lült« Reich bezwungen Mit deines Schiffes Lau'. Turchlurchst m kühnem Fluge Ta- graue Dolkenmeer. Tie r-ahrt, sie gleicht dem Zuge Von Wotan- wildem Heer. Da hört der Kaiser Kunde vom Grasen Zeppelin. Entbietet noch zur Stund« Ten Flieger nach Berlin. Er war der kühnen Streiche Te- Grafen eingedenk, Ter nun mit siebzig Fahren Des Flugschiffs Steuer lenkt. Der Alte kommt zuin Kaiser Hm Schlöffe in Berlin. Ter spricht: »Komm her, mein weiser, Erprobter Held Zeppelin 1 Co tu ich allen Kunde In diesem hohen Saal, Gr ist von dieser Stunde Mein Luftmeeradmiral." Emil Schrade. politische Lagesschau. LucaauS f. Der Reichskanzler hat an den Rittmeister v. LucanuS nach» stehendes Telegramm gerichtet: „Tie Nachricht von dem Öeim- gange Ihres Herrn Vaters hat mich tief bewegt. Se. Majestät der Haifct verliert in Ihrem Pater einen wahrhaften, 20 Fahre oft unter schwierigen Bcrhältnisfen treu bewährten Diener, das Land einen Beamten von altpreußischer vorbildlicher Pflichttreue, Arbeitskraft und Sachlichkeü. Id) selbst werde in dankbarem Andenken bcroahren, daß der Verewigte mir während meiner Amtstätigkeit stets mit Wohlwollen uuD einsichtigem Rat zur Seite gestanden hat." — Ter „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Naclnus für Lucanus, in dem es heißt: Tem Heimgegangenen tft cs vergönnt gewesen, durch lange Fahre, bis die letzte Krank- bett ,hn zur Ruhe zwang, seine Dienste dem Vaterlands und feinem Höniglichen Herrn zu widmen. Ein Leben, reich an Ehren und Ersolgen, ein reicheres aber iwch an selbstlosester Arbeit ist abgeschlossen. Durch fast 20 Jahre hat das KUltus- Ministerium seines Geistes Wehen gespürt und ist er der unermüdlichste Mitarbeiter, der treueste Berater und die zuverlässig,te Stutze seines El)ess gewesen. Als ihn daraus seines Kaisers und Hönigs Vertrauen aus den verantwortung-reichen Posten des Chefs des geheimen Zivilkabinctts berief, hat er sich hier mit seinem scharfen Verstand, mit seinem klaren staatsmännischen Blick, nut seinem warmen Herzen und mit seiner großen Bescheidenheit als der treueste uiü> hingehendste Ticner seines Haiserlichen Herrn bewährt. Ten fd>ön,‘teii Lohn für seine Arbeit sand der Heim- gcgangene in dem unbedingten Vertrauen, das ihm sein Kaiser entgegenbrachte und in der Liebe und Verehrung seiner Untergebenen und aller derjenigen, welchen es befdneben war, ihm Mher zu treten. Der Artikel schließt: Sein Andenken wird mit der Gescknchtc der Hohcnzollern und des Vaterlandes als eines ber treuesten der Treuen für ewig in Verbindung und in Hohen Ehren bleiben. Zum Fall Güttler. In der bayerischen Abgeorduetenkammer begründete der Abg. Goldschmidt eine Jnlerpcllat ion der Liberalen wegen des V o r g e h e n S des Kultusministers gegen den Professor Tr. Güttler anläßlich desjen Aeußcrungen über den Vorstand des Georgianums, Professor Schmidt, in einem Artikel bei „Münchener Neuesten Nachrichten". Tie Interpellanten fragen an, ob der Staatsregierung bekannt sei, daß der Kultus- nmmter durch sein Vorgehen in die versasfungsmaßig gewährleisteten Rechte der freien Meinungsäußerung eingreife. Kultusminister Tr. Wehner erklärte im Namen des gesamten Ministeriums: Von feinen Entschließungen im Falle Güttler hätten die übrigen Ministerien zuvor keine Kenntnis erhalten, weil es mit der Verfassung nicht meinbar wäre, das Gesamtministerium über daS Ressorlministerium zu stellen. Neber die Frage der freien Meinungsäußerung habe )id) das getarnte Ministerium am 30. April im Landtage geäußert. Ter Fall Güttler fei in der Leifentlichkeit nur durch einen Bruch des Amtsgeheimnisses bekannt geworben. TaS Tiszchlinarvergel)en habe nicht in Frage gestanden Es wäre ein Streit zwischen Professoren an ber gleichen Hochschule. Ter Frieden innerhalb des Lehrkörpers sei un Interesse des Gedeihens der Universität erhalten worden. Von einer Einschränkung des Rechtes der freien Meinungsäußerung sei gar keine Rede. Tie deutschen Schiffe haben geflaggt. Tor Berliner Berichterstatter ber „Kölnischen Zeitung" telegraphiert seinem Blatte: Von einem Augenzeugen, ber soeben aus Konstantinopel eingetrofsen ist, wird mir versichert, daß die in auviuärtigcn Blattern verbreitete Nachricht, bte deutschen Sdnsse im Haien von Konstantinopel hatten nach ber Bewilligung der Verfafiung nicht geflaggt, für vollständig erfunden gut Im Gegenteil haben bte deutschen Sänne als erste ge,taggt und zwar schon 28 Stunden, bevor die türkischen Schiffe die Flaggen kißten Tu- falsche Nachricht ist vieNetcht baburd) entstanden, daß ein deutsches Sdnij ohne Flagge in den Hasen von Koustan- tinovet entlief, was aber dadurch erklärt wird, daß dieses >schifs naä' einet tangeren Seereise von den Vorgängen in Konstantinopel nichts gewußt bat. Ter internationale Freihandelskongreß iruibc gestern in London eröffnet. Es sind Vertreter aus Dcutsu'land, Frantreich. Belgieit, Holland, Dänemark, Italien und Atnerika crfcbicnen HanbelSministcr Winston Ul) it r st' 111 leitete die Verhandlungen mit einer Rede itber die Wirkungen des Freihandels auf die internationalen Beziehungen ein und führte aus: Ter Freihandel schaffe Frieden, Einigkeit und gegen fettige Abhängigkeit, ivahrend die Schul. Zollpolitik eine Isolierung bedeute und schädlickst Folgen habe, indem die Tarife Argwohn, Eifersucht, liebel- wollen und Uneinigkeit unter den groneu Völkern erzeugten. Ter Freihandel vervielfache tage gen das Wohlwollen und die international Sulrerheit. Er vertraue darani. daß die Freihandel sidec ilnre Triumphe feiern werde. — Drei An. hängennnen beo Frauenstimmrechts, die den Minister in seiner Rede unterbrachen, wurden hinausgewiesen. — Auf einem Diner das der vodden-Kluo gtikrn abnib ;u Ehren der Mitglieder des internationalen Freihandelskongresje> veranstaltete, hielt Prenn rminifler Asquith eine :>lede ui dec er ausführte, er freue sich, mit den Ausländern über- ein3ujtimine»v du. atz den Freihandel glaubte il bei bcu heften Interessen der Welt diene. Asauilh sprach dann von der stets wachsenden Gemeinsamkeit ber ^merepen, bte von den immer mehr entwickelten Verkehrsmirteln zmrande gebracht werden »inb die zu engerer gegenseitiger Abhängigkeit zwischen den Völkern führen. Freihandel bedeute Freundschaft unter den Völkern. Dem handel follte gestattet sein, seine natürlichen Lege ;u geben, bann würbe er den gemeinsamen Besch an Reichtümern und —vhlwollen vermehren und vertiefen________ Deutscher Kcicb. Keine Seinfteuer £;• „ll..:umal itum" meldet: Von dem Plane einer Weinneu r. von der manch diarier iu berichten wissen, -st an maßgebender St-lle nichts c.könnt Staatssekretär v. Schoen -.'Z fid. ai or Ren eine ErLi'.tung zu. tft aber nach jtve-.t:aö.inube wieder fieberfrei und dofn. heute tmeber aufiLbcn zu können Der Rc i ch s k o m m »s sa r für bte DettauSstellung in Brüssel im Jahre 1910, Regi rungsrat im Rcichsamt bcs Innern, Albert, begib: sich heute xn i^metn»dM’t mit dem Ge- heimm &vnurrr,ienrat RavenS aus Berlin nach Brüstel. um mii ber belgischen Ausstellungsleitung über die Platz'rage zu verhandeln. Als funiumidxt Laawcr aanbiger b .eilet een Reichs - kommifsar der bekannte Münch ner Architekt, Professor Emanuel von Seidl. 2lu»lanfc. TaS deutsche Kaiierpaar in Stockholm. Ter jtonia und d ie Königin gaben gestern abend cm Famllirnd-.ner für die Kaiserlichen Maicstuten und die Mitbiieder der sd)webischen Kvnlgsiamilie. Für bte Gefolge der Herrschaften färb fllcid»eTiig Hosmarschalltafel statt. Gegen 9 Uhr wurde bei den schwedischen Majestäten der Tee eingenommen. Präsident Falliöres ist gestern abend mit dem Minister des Aeußern, Pichon, und dem Gefolge in Paris einge- trosfcn und am Bahnhof ton dem Ministcrpvüsidenten Clemencrau, den übrigen Ministern, den Gesche:s:rägern tstußlands, Dänemarks, 9toriveacnd und Schivcbens begrüßt word.m Der Präsident begab sich unter den Beifallskundgebungen der Menge vom Bahnhof ins Elysee. Tas neue türkische Ministerium hat seine Temission gegeben. Der Rücktritt erfolgte nach einer Unterredung, die ber Gwßwesir mit 7 auS Saloniki cingctroh'encn Offizieren hatte. Tie Einberufung ber türkischen Kammer ist auf den 14. November festgesetzt worden Tas Befinden der verwitweten Kaiserin von Rußland. Tie Meldung über eine schwere Erkrankung der K a i s e r i n - W i t w e ist der Pelersöuraer Telegraphen - Agentur zufolge unrichtig Tie Kuiferin-Witwe nahm aus Anlaß ihres Namenstages in ihrem Palais in Gatschcna ver- sönlich bie Glückwünsd-e der Großfürsten und Großfürstinnen, sowie des Gefolges entgegen. Eine deutsche Ko h l e n st a l i o n a u s Teneriffa!? Ter Taily Mail wird aus Las Palmas telegraphiert, der Norddeutsche Lloyd werde von der spanischen Regierung ein? Konzession zur Anlegung einer Kohlenstation auf Teneriffa erhalten, einer britifdxn Gefellschast sei bie Konzession kürzlich verweigert worden. Prinz Heinrich habe bei seinem jüngsten Besuch mit seinem Gcid-vader in Teneriffa den Interessenten bie UMerstutzung der deutschen Regierung zugesagt. - An zuständigen Stellen m Berlin ist hiervon nichts bekannt. Vom Kongo. In Antwerpen sind Nachrichten eingetrofsen, daß im Kongo der Stamm der Battelo fid» in hellem Aufruhr befinde. Tie Truppen des Kvngostool.s batten mit den Aufrührern einen Zusammenstoß gehabt, wobei es viele hunderte von Toten gegeben hätte. Tie Weißen hätten 700 neue und 3000 alte Gewehre erbeutet Tie Waffen sollen an- geblich aus portugiesischem Gebiet flammen. Neues von Castro. Tas Blatt „Niews van den Dag" berid^tet ans Newyork, Präsident Castro habe den Dampfer- verk eh rzwischcnVenezuelanndden Antillen untersagt. Dieses Vorgehen hat, wie das Blatt weiter mitieiU, der englischen Regierung zu einem Protest Veranlassung gegeben. 2lu» Stadt und Land. Gieß en, 5. August 1908. **Tagesordnuugfürdic2itz.ungder Stadt- verordn eten-Bcrsammlung am Donnerstag, den 6. August 1908, nachmittags 4 Uhr. 1. Einrichtung des Stadtoerordnetensaales. 2. Beitrag zu den Kosten für den Geländeerwerb für die Nebenbahn Lollar—Londorf. 3. Straßenbahn. 4. Baugesuch des K. Bänningkr für Erd- kauterweg. 5. Des gl. des Louis Köhlinger für Wetzsleingasfe. 6. Berpachtuikg von Grundstucteu an Heitlrich Noll VII. 7. Unterhaltung des Nebengebäudes bei ber bisherigen Gewerbeschule. 8. Vergebung von Arbeiten und Lieferilngen. 9. Beleuchtung des Weges vom Promenadenhausc bis zum BootShause der Rudergesellschaft. 10. Gesuch des Albert Rappmann um Ueberlassung elcltrifdKr Energie zum Kraftstrompreise. 11. Urlaub der Lalernenwürter. 12. Vergütung für Beerdigung von Leiä^enreslen aus der Anatomie. 13. Benennung der Irrenanstalt. 14. Beitritt zum Deutschen Verein für Wohnungsreform. 13. Ueberlassung eines Zimmers in der Realschule an den kaufmännischen Verein für weibliche Angestellten. 16. Bagaereibetrieb der Firma (9e- brüber Kahl. 17. Aenderung des Statuts der Fleischer- innungskrankenkaffe. 18. Bildung der Wahlkommission für bie Wahlmännerwahl zur Landtagswahl. 18 a. Besteuerung von Gas und Elektrizität. ** Ernannt wurde, wie wir bereits wiederholt mitteilten, der a. o. Professor, Assistent bei Geh. Rat Hering am physiologischen Institut der Universität Leipzig. Tr. Siegfried Garten vom 1. Oktober ab zum ordentlichen Professor und Direktor des physiologischen Instituts in Gießen. Er tritt bekanntlich an Stelle von Prof. Ltw Frank, ber v. Voits, des verstorbenen Vaters unseres Internisten, Lehrstuhl in München übernimmt. Tr. Garten (geb. 1871 zu Kieritzsch in Sachsen , wurde Ostern 1894 Volontär- asslstent am Leipziger physiologischen Institut bei Geheimrat Ludwig, erlangte 1896 die Approbation und 1897 den Doktorgrad und erhielt 1898 eine Asststentenstelle am physio- logifcben Institut. Im Sommer 1899 wurde er Privatbozen t unb 1905 a. o. Professor. Sein Arbeitsgebiet ist allgemeine Muskel- und Neroenphysiologie, sowie Sinnes- physiologie. Äußer zahlreichen Arbeiten in Zeitschriften schrwb er u. a. „Beiträge zur Physiologie ber marklosen Nerven" (1903 und „Leitfaden der Mikroskopie" (1904;. - Gewerkschaft Gießener Braunsteinberg- werke Dornt. Ferme in Gießen. Der Bericht deS Gruben- Vorstande- an die Gewerken für daS 2. Quartal 1908 refp. über die Geschäftsergebnisse desselben führt als Erlös folgende Einnahmen an: für Manganeisenstein Mk. 186 791.40, Agglomerat Mk. 53 694.80, Braunstem Mk. 402.79, Mangan- schlämme Mk. 32 305.90, RachtragSrechnungen unb Abschlagszahlungen Mk. 107 259.65, un Ganzen Mk. 382 682.04. 2113 Kosten kommen davon m Abzug Löhne unb Gehälter 2Jlf. 147 878.<8, hierzu anteilige Abraum- unb Agglomerierkosten Mk. 8866.05, zusammen Mk. 156 744.83, Verbrauch«, gegenstände Mk. 43 632.82, Reparaturen, Er ..mzungen Mk. 6487.93, Abgaben, Lasten, Burcan Mk. 22 896.71, zu- fammen Mk. 289 762.29. Abzug für Mehrfvrderung Mark 41718.—. 6a. der Unkosten Mk. 188 044.29. Rohaewinn Mk. 194 637.75. Ab Zmfen der Anleihe I Mk. 27 310.—, Anleihe II Mk. 8623.12, Amortisation Anleihe I Mark 31 500.—, Anleihe II Mk. 12 733.34, zusammen Mark 80 166.46. Reingewinn Mk. 114 471.46 für daS 2. Quartal gegen einen solchen von Mk. 79 721.67 m 1. Quartal. Ter Grubenoorftand Hal be'chlosien, für daS 2. Quartal 1908 eine Ausbeute von 50 Mark pro Kur zu verteilen; der danach verbleibende Saldo deS 1. und 2. L-uartalS soll teilt zur Bildung einet GcwmnanSgleichfonbS, teils zum Vortrag auf 3. Quartal verwendet werden. th. D v o v e 1. I u b i l u u m S - S cb ü v c n f e st. DaS Jubel- schützenfen iano geücrn adcnd durch Verkündung der »Lchießrejultair und durch Preisoerleitung an die Schützen fein enlx. Wir bringen heute o: Namen der 10 besten Schützen au’ zcder Scheibe, i Jubiläums scheibe 300 Meter : 1. Gg. Roth Frank- surr a. M., 34 Ringe, 2 Tag Homburg v. b. v. 32, 3 Fricke Kaffe! 31. 4 Gg Avvel Gießen 31, 5 Ielich Franfturt a. M 30, 6. fluc. HÜbinger E ießen 29, 7. Haltmeier Butzbach 27, 8. Rast Tarmüadt 25, U. Schmidt Gießen 23. 10. Ziegler Butzbach 22 Ring- b I u b11 a r >' che i b e 175 Meter: 1 .ynde üa’>ti EdrenpreiS der Stadt Gießen, 2. Haltmerer Butzbach, 3. Ic»r Lau dach 4 Illrch Frankfurt, j. Sieglet Butzbach, 6. Ä. lufort 1 Gieyen, 7. mtcuict i"rünberg, 8. 2aq Homburg v d. H., 9. Tier- | bad) Darmstadt. 10. Xilbtnjer Gietzen. c Kestscheibe 100 Meter : 1. Illich Franksurt a. M., 2. R. Sieglet Butzbach, M 3. H Schmidt ivießen, 4. Tierbach Tarmstadl, 5. Haltmeier Butz- bad), 6. W. Jost Laubach. 7. A. Fuckar Hvmbura, 8. A. Tdoman» Cifcnbatb, 9. Weiß Gießen, 10. Ä. Gerte Weslar. d Auf laufende Wild scheibe: 1. Äilbmger Gießen 30 Ringe, 2 Schmidt Gießen 30, 3. Rühl Darmstadt 30, 4. Recht-anw. | Kaufmann Gießen 28, 5 Roth Frankfurt a. M. 28, 6. jludmn Homburg 28, 7. Brück Gießen 27, 8 Ph. Nickolau- Gießen 26, 9. Rast Tarmstadr 25, 10. Hch Noll Gießen 25 Ringe. Ta- Resultat aus 175 unb 300 Meter Meisterutzeiben war bi-her noch Nicht sestgestellt. •• Zn Amerika verstorbene Hes,en. ^nNcwyori : starb am 20. Juli John Schwamb au- Hahnheim. '* Nie der-Bessin gen In unsere Notiz über den schweren Unglüddiall Nr. 180 d G. A. hat sich ein Truckfehler 1 eingejd'IidKn. Es sollte dort heißen: der 21jährige Sohu des F o r st r a t S B l e i ufro. | AuS dem Kreise 2autcrbad),4. Aug. Hurjeit 1 erhalten die £rtc Bannerod, Heisters, Zabmen. Metzlvs- Gehag, Lünschen-Moos Tclcphvnanjchluß unb dürften jetzt fast alle £rtc an das Telcphonnetz angcschlossen sein. (!) Hopfgarten b. AlSseld. 2. Aug. Unser Ärie- gerb er ein hielt heute fein diesiahriges Preisschießen ab. Trotz des rauhen Nordwindes, ber in den ersten Nachmit- ; tagsstunden wehte, erfreute sich ber Festplatz eines regen Besuches. Bis tief in die Nacht dauerte das fröhliche Treiben. (?) Groß-Felda, 3. Aug. Ende des vorigen Monats hat sich hier ein praktischer Tierarzt, Herr Dr. med. vet. K. Seitz, niedergelassen und bei Sattler« £ meister Völzing Wohnung genommen. R. Groß-Eichen, 3. Aug. Zur Beigeordneten, wähl fand eine lebhafte Agitation statt. Ter seitherig, Beigeordnete Konrad Eimer erhielt 33, während Christian Schombert 2r. 97 Stimmen erhielt; sonnt ist Letzterer gewählt. 8 L i n d h e i m, 4. Aug. Hier wurde durch den hiesige» Feldschütz der feit Anfang verflossene ling Schneider aus Burkhards (gebürtig aus Zotzenheim im Rheiiil. - festgenommen. Der Knabe hatte dem Rindvieh seines Herrn die Schwänze gekürzt unb aus Furcht vor Straft das Weite gesucht. Mehrmals wurden Feld und Wald um Burkhards vergeblich nach dem Jungen durchsucht. (?> Dom Hoherodskopf, 4. Aua. Gestern fand hie, die alffährliche Konferenz der ^Geistlichen des Dekanats Schotten statt. Pfarrer Fritsch Ruppertsburg referierte über „Die Lebensarbeit des evangelisct-en Pfarrers, ihr Umfang unb ihre Beurteilung." -ff Schotten, 4. Aug Ein neuer Schützen- Verein ist hier ins Leben getreten, dem dis jetzt etwa 30 Mitglieder angehören. Vor mehreren Jahren hatte sich der frühere Verein aufgelöst. z. Aulendiebach, 3. Aug. Bei der am CamStag stattgefundenen Bürger meistern) a hl siegte der Sohn bei früheren Bürgermeisters, Otto Bolitsch, mit 40 Stimmen über seinen Gegner Johannes Bähr, welcher 38 Stimmen erhielt. Tie Agitation war sehr heftig, und e3 ist, wie man hört, bereits verschiedene Reklamation emgereicht. n. Geiß-Nidda, 3. Aug. Gestern ereigneten sich hier verschiedene Unglücksfälle. Ter Sohn des Milch- fuhrmannS Gustav Schwab machte mit einem Kollegen einen "Ausflug per Rad nach Schotten, Lehrerhem, ic. Auf der Landstraße nach Eschenrod begegneten sie einem mit zwei Pferden bespannten Break aus Eschenrod. Rudolf Schivat fuhr auf dem Fußsteig. AuS irgend einem Anlaß kamen du Pferde plötzlich auf daS Bankett und der Radfahrer Rudolf Schwab stieß so heftig mit dem einen Pferd zusammen, daß er bewußtlos liegen blieb. Der Fuhrmann machte sich, ohne sich um den Verletzten zu kümmern, auS dem Staude, ist I^doch nunmehr ermittelt. In der Nacht brachte em Schottener Fuhrwerk den Verunglückten seinen erschrockene» Gltem. Er ist außer Lebensgefahr. Tie Sache dürfte em gerichtliches Nachspiel haben. — Der Landwirt Ludwig Strauch fiel heute bei der Heimfahrt aus dein Felde !s unglücklich von einem teilweise mit Frucht beladenen 93agen daß ihm ein Rad über Brust und Arm ging. Der Amt ist gebrochen. Sonst sind die schmerzhaften Verletzungen anscheinend nicht weiter gefährlich. — TaS Kind deS Philipp Jung von hier fiel heute in einen Teich. ES gelang den herbeieilenden Leuten, den Jungen herauSzuftschen. Ec hatte schon eine tüchtige Portion Wasser geschluckt. Aber die angestellten Wiederbelebungsversuche hatten bald Erfolg. R. B. Darmstadt, 4. 21 ug. Tic Kronprinzessin von Griechenland und bie Prinzessin Friedrich Karl von Hessen besuchten heut nachmittag bie hessische Landesausstellung. Von hier aus begaben sich die hohen Tarnen, bie nebst Gefolge mittels Automobils hier an* gekommen waren, nach Mainz. k. D a r m st a d t, 4. Aug. Freiherr v. Schauroth, Major unb Eskadronchrf im Leib-Tragonrr-Regiment Nr. 24 wurde vom 1. August d. IS ab aus £*rn Monate zur Drenstleist»- bei dem Mrofcbmog fornmanbiei: FunVionen des kürzlich verstorbenen Großh. i'-cneral-Adiutanten v Wachter übernehme« Gustav r Schauroth ist gebürtig in* :RubalitaM, steht im 4*. Lebensjahre, studierte luuae S mester Iura, gab aber das Studium aus und schlug o»e Qjft.>rerSlauf- bahn ein, die er un 24. Tragoner-Regiment begann. Einige Jahre stand er als Rittmeister bei den 13. Husaren ix Frankfurt a. R. wurde aber in sein ftüheres Regiment zurückocffc-r Der Vater Schauroth-, Freiherr Clemens v Seh, stand scho« mit dem hiesigen Hofe in Beziehungen. 1c. Maiitz, 4. August. Die sozialdemokratische WahlkreiSorgavisation Malnz-Lppenhcim hielt eine von Delegierten gut besuchte Konferenz ab, in der u. A. für bie un ' . * ttr.) i •21 -- •• 'der ',er und ci c ein ft Kt el^hnge LieSb . ; guter Q 'R -chloß F' (u dem ft rrorxilen. , jr. 1 ';r ^4e iu ■’’.-.-.-inbern i'^asarl i41!3 b k. e*] 'DreS! tittt Bibnt ynb tim jiamnttn yi drundhe M, b t vo! flwtcnrmcn. *rtt kich v It sich im S Ter M Wett' Tor fi’td felbft "c^'xr. ptal Hefti i rincrd Ta : frtaitt. tut ys*M w lie n xikiis, iKwbai fnqt rgen Siu Durbt T.it einer Nl cncü lcktt. irr Kflfert de en t bis jetzt etwa 30 B Zähren hatte sich bc Dame zu schießen, bleibt rätselhaft. Die 20 jährige Tochter Frieda deS Rechnungsuhrers Wukmtz aus Neuhaus bei Schwerin a. Warthe wurde als Leiche von der Warthe angeschwemmt. Es liegt vermutlich ein Lustmord vor, da der Hals Stichwunden ausweist. In Ober-Straban bei Groß-Wartenberg (Schlesien,' brannte eine Wirtschaft mit sämtlichem Vieh und der ganzen Ernte nieber. Ter 17jährige Neffe her Besitzerin, der zu Besuch weilte, wurde als Brandstifter verhaftet. Set ferner Verhaltung bedrohte er einen Gendarmen mit dem Revolver. . In BiSrnarckshütte (Oberschlesien) wurde ein Isiahrlgev Mädchen von ihrem Onkel aus dcm 4. Stock aus dem e st o ß en, als es sich zu diesem hinauSbeugte. Es , vuiv darauf. Auf "her Schneckoppc ist in der Nacht zum Sonntag Schnee niedergegangen, und auch am Sonntag wechselte mäßiger Schneefall mit kräftigem Schneegestöber, so daß der Koppen- gipsel sich wiederholt weiß färbte. Auch am Montag nachmittag gab es Schneefall. . ... ~ _ Vom Totenkirchl int Kavergebirge stürzte der dresdener Tourist Karl Finke tätlich ab. Auf dem Jsrnger bei Meran verunglückten der Gefck-äflssührer Andorier und der Tapezierer Hemncs. Andorser ist tätlich, Hemnes leichter ver- Kinder Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr 1 Literarisches. — Die deutschen Kolonien. (Land und Leute.) Zehn Vorlesungen von Tr. Adolf Heilborn. („Aus Natur und Geftles- toelt." Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen auS allen Gebieten des Wissens. 98. Bändchen.) Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage. Mit vielen Abbildungen im Text und zwei Starten. Verlag von G. B. Teubner in Leipzig. — OriginaL-DrahtmeLörLttsen. Paris, 5. Aug. In den ersten Tagen des Oktober wird ein neues M i l i t ä r l u f t s ch i f f von 3000 Kbm. Inhalt mit seinen Versuchen beginnen. Es soll den Namen Ville de Bordeaux sichren. Tas Luftschiff Bayard wird in den nächsten Tagen zum Aufstieg in Stand gesetzt. Algier, 5. Aug. Ter Schaden, der durch das Erdbeben in Constantine verursacht ist, beläuft sich auf mehr als 1 Million Franken. Tas Erdbeben dauerte sechs Sekunden. Tie Zahl der Toten beträgt 11. Sinin.: Tie in klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betressenden Krankheit auf von anLwartS nach Gießen gebrachte Kranke komincn. j". ■t -Nborft ?■ ■/ nach Abzug von Es starben an: Zusammen: Tuberkulose Krebs anderer Geschwulst Gehirnentzündung AlterSschivächc__ Summa: urde durch den hiesign : Woche vermißte Pfse» bürtig aus Ktzenheic ibe hatte dem Rindvii »aus Furcht vorStra' ‘ii fielb unb Wald ur. |en durch^i. iug. fant> Iji'i istuchen bei yfanaU rtsburg resemcküdn Pfarrers, ihr Umfang Märkte. fc. Frankfurt a. M., ö. Aug. Schweinemarkt. (Crg.- Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkaufe standen 1254 Schweine. Bezahlt ivurden: für Schweine 1. Onal. 68—00 Pfg., Lebendgewicht 52,0 bis 00 Pfg.; 2. Qualität 67—00 Pfg., Lebendgewicht 51,5-00 Pfg., 3. Qual. 58—60 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstaud. sj Kirchhain, 4. Ang. Auf beut heute hier abgehalteneu Fohlenmarkt standen insgesamt 80 Fohlen zuin Verkauf. Der üanbcl ging flott. Bei der Prämiierung erhielten erste Preise auf Langfohlen Konrad Wolf-Kirchhain unb auf einjährige Fohlen R. Römer-Kirchhain. Mit bem Fohlenmarkt war auch eine Verlosung verbunden. *e. WübeX /ch ein Dru-isch 1 fahrige Soh, 'ach,4. Aug. Zurre, rs, Zahmen, S0le£ anj‘^uB und dürj W Unser Krie. nges Eisschießen ah -ch°" 91* eines reqr e das fröhliche TreL Snöe des vorigen 31c- er Tierarzt, Heu lsstn und bei Sattlei. en. )ur Beigeordneter, statt. Der seithmc- $3, während Christ ett; somit ist Letzten: Gingesan-t. (Für Form unb Inhalt aller niuei üuici Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung-) Die Kohlweißlinge sind in diesem Jahre in sehr großer Anzahl vorhanden und legen ihre Eier an unsere Garten- und Feldgemuse. Aus den Eiern entwickeln sich in kurzer Zeit die gefräßigen Raupen, und es ist zu befürchten, daß das von uns mühsam gepflanzte und gepflegte Gemüse von diesen Tieren auf. gezehrt wird. Man sollte deshalb mit aller Macht an die Vertilgung dieses Ungeziefers resp. der Eier gehen, wozu gerade letzt die beste Zeit ist. Die Eier sind goldgelb und hängen in kleinen Partien teils unten, teils oben an den Gemüseblättern. 4.urch Zerdrücken und Zerteilen mit einem Messer oder einem Stückchen Volz sind die Eier leicht unschädlich zu machen. Auch kann man die Blatteilchen, an welchen die Eier hängen, ausbrechen, in einen Eimer sammeln unb verbrennen. Tie Arbeit kann sehr gut von Kindern ausgeführt werden. Wer al,o fein gutes Gemüse erhalten will, mache sich rasch an die Arbeit, bevvr die Raupen ausgeschlüpft sind und das Entfernen betreiben eine viel mühsamere Arbeit ist. Einsender dieses hat bereits seinen ganzen Garten von Ranpeneiern gereinigt unb holst dadurch, von der Vernichtung seines Gemüses verschont zu bleiben. v. W. Die letzte Zeit hat an die Stelle der mehr ober weniger gefühlsmäßigen Kolonialschwärmerci oder Kolonialabneigung bic lieber- icuaung in immer weitere Kreise treten lasten, bau weder mit der einen noch mit der anderen der Sache gebient M, baß vielmehr vor allem eine möglichst eingehende Kenntnis der wirklichen Ver- bältniffc, der geographischen und wirtschaftlichen Grundlagen ihrer Entwicklung für den notrociibig ist, der in der Frage eer Kolonien mitrcbcii will Diesem hierdurch gegebenen Beduriiiis übersichtlicher Orientierung hat offenbar das vorliegende «öud'lcm aut entsprochen, da es in kurzer Zeit in neuer Austage öorliegt. Es schildert nach einer kurzen Darstellung der brandenburgstm- preußiscken Kolonialunternehniungcn an der Westküste Urriw-J die einzelnen deutschen Schutzgebiete unb legt dabei das »auf»' qcmid»t auf die geographische und cthiwgravbncvc Bewircibimg. Tas Land selbst nach feiner Bodengestaltung unb Bodenbesthaneu- beit, nach Klima unb Bewässerung, nach Naturerzeugnisten und Wegbarkeit wird anschaulich dargestellt, ^aran fchUetzt fich eine eingehende Beschreibung der bodenständigen Bevölkerung nach ihren körperlichen und geistigen Eigentümlichkeiten, nach der Eigenart ihrer Sitten und Gebräuche, Sprache und Dichtung, -chonteits- sinn und Glauben, Kleidung unb Wohnung, Arbeit unb vergnügen. Erst im Anschluß baran wirb die Molonmerung durch die Deutschen behandelt, wobei die wirtschaftliche Bedeutung der einzelnen Gebiete auf Grund der neuesten Ergedni,,e gewürdigt wirb, auch die Kämpfe um den Besitz entsprechende Berück,ichtigung finden. Dem Werteten sind zahlreiche Abbildungen nach Photo- graphischen Originalen, Karten unb Noten bet, piele, sowie cm ausführliches Literaturverzeichnis beigegeben. Bet der am SöinSio; hl siegte der Sohn Litsch, mit 40 Stimme lt welcher 38 Stimme ti'g, und es ist, wie nir i cingereicht. Gestern ereigneten M e. Der Sohn des Milö Lin ltonzert der Siebener Liederlranze; in viedenkops. Ter Gesangverein „Licterkranz" in Gießen gab am Somr- tag in K'ramers Berggarten in Biedenkopf ein Konzert, öerr Franz Bauer, bet Leiter ber Gießener Sänger, ist einer der ältesten unb treuesten Kurgäste Biedenkop's, der seit mehr denn anderthalb Jahrzehnten in jedem Sommer dort Erholung sucht. Tcr Reinertrag des Konzertes soll für den Fremdenverkehrsverein bestimmt fein. Dieser Umstand sowie der gute Rul des Vereins bürgten von vornherein für einen guten Besuch des Konzerts und — so lesen wir im „Hinter!. Anz." — die groben Raume des Berggartens zeigten beim auch das erfreuliche Bild einer zahl- reichen Versammlung. Unb weiter liest man m.bem.genannten Blatte wörtlich: Tas Programm enthielt hauptfachlich Manner- dwre, zwischendurch unb zu Beginn aber auch Klavier- unb Violm- borträge. Sowohl die Instrumental- als die Geiangsnummein waren mustergültig in jeder Beziehung, Herr Bauer onenbarte fick) als ein Meister auf ber Geige und als cm vortre,slick)cr Zingent, unter deffen Leitung der Gießener „Liederkranz es zu vollendeter Blüte gebracht hat. Ein Chor klang,n,eher, gutgeschulter und künstlerisch geleiteter Stimmen ist immer ein Genust. Tie reinen Harmonien, tee — ber Stimmung des liebes folgenb sich willig in jede Form schmiegen, die au,- und uwdcrwogen wie Ebbe und Flut, wie Licht unb schatten, sie bergen belebende-wat- mende Kraft, sie tragen Staube unb Behagen in du -seele des Hörers. Ter Gießener „Licterkranz" erfüllt die Anforderungen, die man an einen guten Chor stellen muß: er verfugt ub« 6lanz- vollcs Stimmaterial und musikali,ch emplinbenbc ganger, er unter* steht einem Dirigenten, ter Energie unb Feinfühligkeit in gleich bedeutendem Maße zur Ökltung bringt unb ber es oerftanben hat, den Verein auf eine künstlerische Hohe zu bringen. ..T>ie dw Chöre in ihrer frischen unb ungekünstelten Vortrag^wem, ihrer warmen Empfindung dem andlÄstig laufchenbcn ^Publimm gefielen, davon legte ber rauschende Beifall Zeugnis ab, ber den mustergültigen Leistungen icbesmal gespendet wurde. Jnsbe,on- bere waren es wohl 'die warmherzigen Volkslieder, Die in ihrer schlichten Weise dem Auditoriuni so sehr zu Harzen ,prachen. uts einen vollendeten Künstler auf dem Klavier lernten mir üerrn Ä-ischer kennen, ter neben ber Deethovcn-Lonate, die er im Vereine mit Herrn Bauer ganz vorzüglich zum Vortrage brachte, einige klassische Stücke ipiche, deren hervorragend idionc Ausführung ten lauten Applaus vollauf verdiente, den das Publikum dem K'ünsUer zollte. * HestigeErbstöße wurden in Constantine (Algier) in ter Nacht vondNontag auf Ticnstag verspürt u. riefen eine große Panik unter ter Bevölkerung hervor. In der (Ebene von Mcmsurat ist ein Riß von 200 Mater Länge unb 50 Zentimeter Breite entstanden. Tas arabische Stadtviertel ist stark beschädigt- Per- sonenuufälle sind in Constantine nicht zu verzeichnen, dagegen verlautet, daß mehrere Personen in den umliegenden Ortschaften verschüttet worden sind. Tas Militär Hospital mußte geräumt wertem Tie Mauern der Zuavenkaserne drohen cinzustürzeil. Am Rathaus, bei» Gesä-üftsräumen des Credit Foncier, bem Theater unb bem Marktgedäude find die Mauern geborsten. * D i e v e r f ch l u ck t e E r f i n d u n g. Ein eigenartiger Vorfall wirb aus Befaneon gemeldet: Dort war feit einiger Zeit in dem Greifcnheim Saint-Jean-L'Aumonier ein alter Uhrmacher untergebracht, der in der letzten Zeit sich sehr erregt zeigte und seinen nahen Tod mit großer Bestimmtheit voraussagte. Dieser trat denn auch infolge eines heftigen Blutsturzes ein, weshalb die Leichenschau angeordnet wurde. Tcr Arzt stieß in der Magengegend auf einen harten Gegenstand, forschte diesem nach, zog aber die Hand mit einer sihwercn Schnittwunde rasch zurück. Diese stammte von einem Rasiermesser, das der alte Sonderling verschluckt hatte. Erst bei einer genaueren Besichtigung des Rasiermessers bemerkte der Arzt dessen völlig neuen und überaus geschickt erdachten Mechanismus, der ihut so bemerkenswert erschien, daß er das Ding der Sammlung der Uhrmacherschule in Besauyon überwies. Der alte Mann hatte sich von jeher auf Erfindungen verlegt, damit aber wenig Glück gehabt. Seine letzte Erfindung erschien ihm so wertvoll, daß er sie um jeden Preis geheimhalten wollte, weshalb er sich in Ermangelung eines sicheren Versteckes dazu entschloß, sie in feinem Magen aufzubewahren. Offenbar war der alte Uhrmacher ein Philosoph, der sich sagte, daß man fein valent LMischer WeiNachmis (gießen. Gartcnstraße 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: a. bei diesigen Arbeitgebern: 1 Maschinist, 1 älterer Bauschlosser, 1 landwirtschastl. Arbeiter, 1 jüngerer Hausbursche, 1 Auslauter, 2 Dienstmädchen. Lcbrlingc: 1 Tapezierer gegen Vergütung, 1 Schreiner, ein Mechaniker, 1 Installateur. b. bet auswärtigen Arbeitgebern: 10 Steinbrecher, 1 Schreiner, 3 landwirtsch. Arbeiter, 1 Schmied, Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Schmied, 1 Sattler. Es suchen Arbeit: Bs/8 1 Steinbrecher, 3 Schreiner, 2 Buchbinder, 1 Maschinenschlosser, 1 Tapezierer, 3 Bauschlosser, 1 Zigarrenmacher, 2 Former, 3 Heizer u. Maschinisten, 1 Spengler, 1 Fuhrlnecht, 2 Schneider, 1 Installateur, 3 Arbeiter, 2 Hausburfchen, 5 Lauffrauen, 3 Waschfrauen, 3 Lausmädchen, 3 Dienstmädchen, 2 Haushälterin». Lehrlinge; 1 Schlosser. «te Sthi», T™» M @ie X‘V*I *t 30, < l t a. M 5: Nlmi 25 Singe ’Meiben tzecbst d. I. stattfindenben hessischen Landtagswahlen der Grundsatz gut geheißen wurde, die Linke zu stärken und eine Verständigung mit den Freisinnigen in die Wege zu leiten gegen eine reaktionäre Koalition, bestehend aus Nationalen und Zentrum, um eine Verfassungsänderung zu verhindern. () Marburg, 4. Aug. Eine recht ulkhaste Semesterschlußfeier veranstalteten heute die Teutonen. Sie galt hauptsächlich wieder dcm historischen Teutonenbären aus dem Värenbrunneti am Lutherhausc in der Barfiißerstraße. Der Brunnen war prächtig dekoriert und der Bär trug blaue Mütze unb Teutonencouleur. Als die Musensöhne abends Don der feucht-sröblichen Fäßchenpartie kamen, bekam der Bär seine glänzende Ovation. Die Musik spielte das bc- lannte Teutonen-Bärenlied unb dann folgte die „tiefdurch- dachte" Festrede, die mit einem brausenden Hoch auf den Bären schloß. Ein feierlicher Umzug beschloß die Huldigung, der es an Zuschauern nicht fehlte. k. Schloß Ludw igSeck (Bezirk Casiel), 4. August. Am 2. August beging hier der Großherzoglich Hessische Ober- üammerherr Volprecht Riedesel Freiherr zu Eisen- vach und Freifrau Elisabeth geborene von Harnier (aus cchzell i. d. Wetterau) das Fest der silbernen Hochzeit. Während der Feier brach auf dem hiesigen Rittergut Groß- teuer auS, das mit Mühe am Umsichgreifen gehindert wurde und einen Teil der Stallungen in Asche legte. Land- wirtschastliche Maschinen und große Futteroorräte wurden ebenfalls ein Raub der Flammen. Der Pächter deS Gutes, Oekonom Kaufmann, erlitt durch den Brand bedeutenden Schaden. fc. Mainkur, 4. August. In Fechenheim erkrankte der elfjährige Sohn deS Maurers Karl Bennccker am T y p h u s. Wiesbaden, 4. August. Wie der Wiesb. Gen.-Anz. auS guter Quelle erfährt, wird der Kaiser ani 10. August in Schloß Friedcichshos erwartet und hier am 11. August mit dem König von England einige Stunden zusammen verweilen. Vermischtes. "Dresden, 4. Aug. Gestern brach dicht beim Friedrichs- ftäbter Bahnhof ein großes Feuer aus, welches 3 Gruub-- itütfc unb einen Holzlagerplatz vernichtete. Von letzterem sckstugen bic Flammen turmhoch auf, unb bic ganze Stabt würbe von dem Branbherb her, ter im Westen liegt, bis nach ber Vogelwiese, bic voll Menschen war, verqualmt. Menschen sinb nicht umgekommen. Dagegen haben viele Hühner unb Tauben sowie anteres Vieh ihren Tob in bett Flammen gefunden. — Heute früh spielte sich im benachbarten Potschappcl ein Liebesbratna ab. Ter Motellcur Felix Schneider feuerte auf seine frühere Verlobte Tora Schubert einen Reoolvcrschuß ab. Darauf jagte ft sich selbst 2 kugeln in bic Brust unb brach tot zusammen. Tas Mädchen hatte das Verlöbnis gelöst. Die Kugel auf die Schubert Prallte an dem Kvrfctt ab und hat sic nur leicht gc- — Gemalte Gesichter. Aus Paris wirb uns berichtet: Ein Thcaterbirekkor, dem cs nicht entgangen war, daß eine Reihe 'einer Schauspielerinnen zwar die Kunst der Toilette vollkommen beherrschten, allein die Kunst des Schminkens auf die Bedingungen der Bühne nur schlecht abzutönen wußten und des Guten dabei meist zuviel taten, hat jetzt eine Neuerung eingeführt, die wahrscheinlich bald Nachahmer finden wird; er hat einen Sachverständigen engagiert, einen Künstler, der den Damen bei der schwierigen Aufgabe eines kunstgerechten Schminkens zur Seite stehen wird. Anfangs beschränkte er fich auf einige kleine Winke und Ratschläge, die von den Bühnenkünstlerinnen mit lebhaftem Dank ausgenommen wurden. Ater jetzt hat er einen großen Re- forinverfuch unternommen und alle Mitglieder des Theaters davon überzeugt, daß es ungleich prattischer und wirkungsvoller ist, anstatt der kosmetischen Schminke das Gesicht mit einem Pinsel zu bemalen, wobei es viel leichter ist, Teint und Gesichtsausdruck dem Rollencharakter anzupassen. Die Versuche scheinen außer- orbcntlid) günstige Resultate ergeben zu haben, unb so hat dieser „Inspektor des kosmetischen Dienstes" auch außerhalb der Bühnen eine Zukunft; einige Gesellschaftsdamen haben seine Kunst, rote ber Gilblas verrät, bereits in Anspruch genommen. — O pericrte Korpulenz. Tie Sonden unb Seziermesser ber amerikanischen Chirurgen haben ben Wettkampf mit dem Meißel des Phidias aufgenommen. Tie Aerzte haben em neues Mittel gegen die Fettleibigkeit gefunden: die Skulptur, das Ausmeißeln der zu korpulenten Mensck-enkörpcr. Ter erste, an dem diese kühne Operation vorgenommen wurde, war Andreus Bazzle, dessen Fettleibigkeit so sehr angewachsen war, daß er für sein Leben befürchten mußte, und sich daher den Acrzten anüertraute. Er war der dickste und schwerste Bürger von Vir- ginien, wog er doch nicht weniger als 400 Ps'und. Der Chirurg, der eine Behandlung übernehmen sollte, schlug dem Ticken erne Operation vor. „Tas Fett, das Sie belastet, hat keinen Zweck unb ist keine Lebensnotwenbigkeit, ich werbe es heransschneiden." Gesagt, getan. Der Chirurg schnitt zwei Oeffnungen zu beiten Seiten tes Unterleibes, unb von hier ans bie Arbeit beginnens, entfernte er bie über bem Magen gelagerten großen Fettschichten. Die Wunben würben bann vernäht, unb Anbreas Bazzle wog nahe an 100 Pfunb weniger. Wie ber Newyork American in einer Schilderung dieser Wunderkur berichtet, hat die Operation großes Aufsehen gemacht; er illustriert sie auf seinen großen Seite» in Bilderserien, bic den einst dicksten Mann von Vir- ginicn vor unb nach ber Operation barftelkn, und bic erkennen lassen, mit welcher Gründlichkeil der Arzt den überschüssigen Segen ber Natur beseitigt M le^t’3» Polami (Oesterreich) brannte ein Anwesen ab. $ci_ den Anfranninngsaibeiten wnrbcn die verkohlten Leichen des Besitzers Erben und feiner zwei Söhne geinnden. Die Unterfuchnng ergab, daß Erben, nachdem feine Frau mit dem jüngsten Kinde ihn wegen schlechter Behandlnng verlassen hatte, bie beiden Knaben getötet und das Haus in Brand gesteckt hat, worauf er sich erhängte. Ter neue britisch Kreuzer , Fndomitablc" stellte nut einer durchschnittlichen Gesckfwindigkcit von 25,13 Knoten bei einer 07- stündigen Fahrt einen neuen atlantischen Rekord auf. In St. Petersburg wurde bem Fürsten Obolenski, bem Chef bcs Kabinetts des Kaisers, ein Portefeuille nut wertvollen, ber Zaren familie gehörenden Dokumenten und Staatspapicr en gestohlen. . Während einer A u t o m o d i l w e t t s a hr t m Brooklands (England- stürzte Burfords sJJlcrcete5ioagcn, der mit ibOKilo- rneter Geschwindigkeit fuhr, über eine Böschung m den Wey- sluß, wobei ter Chauffeur getötet und ter Mechaniker schwer verletzt wurde. Drei weitere Motorunfälle mit tätlichem Ausgang ereigneten fich am 3. b- Mts. in England. In Sa n Francisco wurden durch einen Automobil- Unfall fünf Personen getötet. Beim Hinabsahren von einem Hügel hatte die Fußbremse versagt, unb bas Automobil sauste gegen einen Baum. , „ ,. Den bei der Explosion in ber Geianvticl.astswaa;e zu Peking erhaltenen Wunden sind ber Gefreite Schneider und ein französischer Feldwebel erlegen. Schwer verwundet liegen Vizcfeld- webel Poschmann und acht Franzosen danieder. Bei der Explosion von Ehamiklien (Chicago) int Bullmgton- bock sinb 6 Häuser-Gevierte im Getreideviertel abgebrannt. Zwei Millionen Bushcls Gctreibe wurden zerstört, außerdem 100 Transportwagen vernichtet. Ter Gesamtverlust beträgt etiva. 3 Millionen Dollars. Acht Personen sind tot, 50 verletzt. 16' un i luc ba§ hff **£?!! lä w» deNsxs. )Ull9 der Äiü. ein ^nbe lvöchentl. Ueberficht der Todesfälle i.d. Stadt Sietzen. 31. Woche. Boni 26. Juli bis 1. August 1908. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 (inkl. 1600 Mann Militär.) Cterblichkeitszisscr: ll,97%e, 4 Örtsfreinden: 5,13 J/oo. oder sein Genie erst nach seinem Tode anerkennen werde, und er scheint sich darin nicht getäuscht zu haben. ♦ Das Rauchen der Damen. Tie Mode des Zi- garcttenrauchens bei Tarnen macht in dieser Saison selbst in dem Lande des „Shocking" große Fortschritte. Daß Damen der höchsten Kreise die Tabakröllck)en elegant zwischen spitzen Fingern halten und den blaugrauen Rauch den schönen Lippen entschweben lassen, hätte man noch vor wenigen Jahren in der feinen englischen Gesellschaft für unmöglich gehalten. Jetzt wird dieses Schauspiel ganz alltäglich, und eine elegante Londoner Firma verkauft 100 Proz. Tarncn- zigaretten mehr in diesem Jahre als im vorigen. Tie Königin von Spanien hat eine große Anzahl kostbarer, mit ihrem Wappen geschmückter Kisten mit Zigaretten verfertigen lassen, die sie an ihre Hofdamen verschenkte. Kleine Tagcschronik. Mit der jüngsten Tochter des Fürsten Philipp zu (Eulenburg, Gräfin Toia z» Eulenburg, hat sich der Burggraf 'Alfred zu Lohn a-Pkallmitz, Majoratsherr auf Mallmitz verlobt. In Nürnberg schied ter Grundstücksmakler Moritz Kaufmann jun. freiwillig aus dem Leben. Er ist das Opfer unglücklicher Börsenspekulationen, die ihn in Vermogensvcrfall brachten. Noch vor Jahressiist war er Millionär. In N o r d e r n e y f ch o tz ein 'Menfch auf der Slrandpromenade auf eine aus Bremen gebürtige Dame, die Frau eines Bank- beamten, und erfchob sich dann felbst. Tie Dame konnte sich noch bis in die Portierloge des Konverfationshaufes schleppen, wo sie bewnstilos znfamnienbrach. Ter Selbstmörder ist, ivie sich au§ einem in femer Tafche vorgefundenen Schreiben ergab, ber Schneibergefelle Braun ans Stuttgart, der, aller Mittel entblößt, die Tat aus Lebensüberdruß beging. Was ihn veranlaßt hat, auf die Vriefkaften öcr Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben nnberücksichttgl.) Abonnent. 1) Beim Treppenaufgang geht der Herr vor bet Dame, beim Hinuniergchcn ist es umgekehrt. 2) In Amerika geht der Herr aiü der Außenseite des Trottoirs, bei uns ist es noch immer üblich, daß der Herr die Tante stets auf seiner rechten Seite gehen läßt. .... , R. L. 108. Diesen Rang hat mir der Armeemspizient Prof. Roßberg. Tie 'Mnsildirellorcn haben nicht den LculnanlSrang. 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