Dienstag 4. Kebrrrar 1908 landwirtschaftliche Kreise bestimmt. A. 2. anmutige Nacherzählungen t und anregend geschriebene Schild Oberhessen aus ihrer Mtli> teils ausschließlich für Sie betrafen: A. 1. unterhaltsam derungen geborener tärze it; von ober-' hexischen S ch w ä n k e n und Sagen. B. 1. Wie wirkt ein, wie wirken zwei, wiedrers Aus SLcsdS un- LanS. Gießen, 4. Februar 1908. Unser erstes Preisausschreiben. Vor dem Lörihnachtsfesle haben wir unser erste? Preisausschreiben zur Förderung des geistigen LebcnS auf dem Lande erlassen. Die Aufgaben rmsereS Wettbewerbs, die wir unseren Lesern unterbreiteten, waren teils allgeiiieiner Natur, Resolution nicht zulassen werde. Auch im Gemeinderat der Stadt Paris brachte der Konservative Rendu eine Resolution ein, worin der portugiesischen Königsfamilie Teilnahme ausgesprochen wird. Der Vorsitzende verweigerte jedoch das Wort zur Begründung dieser Resolution. Die äußerste Linke ries: „Wir senden den portugiesischen Republikanern unsere Grüß e." Um dem Zwischenfall ein Ende zu machen, erklärte der Vorsitzende, daß er schon im Namen der Stadt Paris, deren Gäste die portugiesische Königssamilie gewesen sei, der Königin-Witwe Amalie und dem König Manuel das Beileid ausgedrückt habe. Der kifiaboner Königsmorö. Alle Staatsoberhäupter und Parlamente haben der \ schwergeprüften portugiesischen Königsfamilie ihr Beileid < ausgesprochen und in der ganzen gesitteten Welt kommt j die Abscheu über diese Bluttat zum Ausdruck. Mag König Karl von Portugal auch insofern nicht ganz ohne Schuld ' sein, als er seinem ersten Ratgeber, dem rücksichtslosen Franco, allzusehr vertraut hat, und mag er auch darin nicht ganz korrekt gehandelt haben, daß er bei Regelung seiner zerrütteten Finanzverhältnisse nicht den durch die Verfassung vorgeschricbcnen Weg eingehakten hat, so kann das alles doch noch niemals ein solches Verbrechen rechtfertigen. Die Hauptschuld trifft freilich Franco, der es unterlassen hat, den König von der wahren Stimmung in der Bevölkerung und von der der königlichen Familie drohenden Gefahr zu unterrichten. Die Empörung gegen Franco ist denn auch jetzt im Lande sehr groß und es sind bereits Angriffe aus seine Wohnung gemacht worden, wobei es zu lebhaftem Gewehrfeuer zwischen den Angreifern und der Polizei gekommen ist und 15 Personen getötet worden sind. Dem wruen von Admiral Ferreira do Amaral gebildeten Kabinett wird Franco nicht mehr angehören, und es heißt, daß Franco gestern bereits Portugal verlassen habe. Neben Franco wird noch einer zweiten Persönlichkeit die Schuld an den blutigen Ereignissen des Samtags zugeschrieben, dem Oberhofmarschall des königlichen Hofes. Wie sich jetzt herausstellt, ist das Gelingen des Attentates auf den König und den Kronprinzen aus e i n V e r - säumnis des O b e r h o f m a r s ch a lls zurückzuführen. Kurz nämlich, bevor das Königspaar die Fahrt nach Lissabon antreten sollte, erhielt der Oberhofmarschall von dem Chef der Lissaboner Polizei die Mitteilung, daß eine weitverzweigte Verschwörung bestehe, die gegen das Leben des Königspaares gerichtet sei, und daß die Ausführung eines Attentates bei der Rückkehr des Königspaares nach der Hauptstadt geplant sei. Der Oberhofmarschall aber unterließ es, den König von dieser Mitteilung der Polizei in Kenntnis zu setzen. Die Polizei hatte keine Maßregeln zum Schutze der königlichen Familie getroffen, und so war es möglich, daß eine große Zahl von Verschwörern in den Straßen dem König auflauern und auf ihn in aller Form ein Gewehrfeuer eröffnen konnte. Der Oberhofmarschall hat gleich nach dem Attentate Selbstmord verübt, weil er sich eine Schuld an dem Tode des Königs und des Kronprinzen beimaß. Wer eigentlich die Mörder gewesen sind, darüber scheint bisher noch nichts ermittelt worden zu sein. Nach der „Voss. Ztg." haben nämlich die drei in Lissabon verhafteten angeblichen Königsmörder höchstwahrscheinlich mit dem Morde nichts zu tun. Es sind ein italienischer Musiker des Opernorchesters, ein eleganter junger Mann, der entrüstet seine Unschuld beteuert, und ein Zeitungsberichterstatter, der beruflich bei der Ankunft des Königs anwesend war. Bei der durch das Attentat hervorgerufenen Verwirrung sollen 12 Personen erschossen worden sein. Ob die Königsmörder darunter sind, weiß man noch nicht. Unter diesen Umständen schwirren die abenteuerlichsten Gerüchte durch das Land, und es wird u. a. gesagt, daß zwei portugiesische Regimenter im Verdacht seien, mit den Republikanerri in Verbindung zu stehen. Man sei einerVerschwörung auf der Spur, die den Zweck gehabt hätte, den König und den Thronerben auf ein Schiff zu bringen und außer Landes zu schaffen. Bewaffnete sollen auch versucht haben, zwei Kompagnien Infanterie zum Abfälle zu bewegen; diese hätten sic jedoch mit Schüssen zurückgewiesen. Der Thronprätendent Dom Miguel ist über den Königsmord empört und versichert, daß seine Anhänger absolut nichts mit dem Morde zu tun hätten. Er werde nichts unternehmen, was in Portugal irgendwelche Bewegung Hervorrufen könnte. Alle aus Portugal nach Spanien kommenden Reisenden werden streng überwacht. Den Blättern zufolge kamen die Züge aus Portugal gestern ohne Reisende und Gepäck an. Bürgerwehr hält die Grenzstation Valencia de Alcantara besetzt. Wie das Reutersche Bureau erfährt, ist übrigens, um Mißverständnissen und irrtümlichen Folgerungen vorzubeugen, der Befehl erteilt worden, daß nur das Flaggschiff des jetzt in Vigo befindliche natlantischenGeschwaders, ein Kreuzer, nach Lissabon gehen soll, anstatt der ganzen englischen Flotte, die programmgemäß gestern im Tajo ankommen sollte. Der Z e i t p u n k t für d e n Z u s a m m e n t r i t t der Cortes ist iwcb nicht festgesetzt. Admiral Ferreira do Amaral, der Direktor' des Marine-Arsenals, setzt seine Bemühungen, ein neues Kabinett zu bilden, fort. Nach einer Havasmeldung soll die voraussichtliche Zu- samnrensetzung des neuen Kabinetts folgende sein: Präsident ohne Portefeuille: Llömiral Ferreira do Amaral; Krieg: Mathias Mines; Justiz: Alpoim; Finanzen: Tercira Sonza; Inneres: Keiras; Auswärtiges: Wen- ceölao Linna; Oeffentliche Arbeiten: Jozö Azevodo; Marine : Antonio Cabral. Wie berichtet wird, hatte der Kö ni g vor dem Verscheiden noch die Kraft zu flüstern: „Ist die Königin gerettet?" Die öffentliche Ausstellung,der Leichen des Königs in der Uniform eines Generalissimus und Stimmungsbild aus dem Reichstage. Berlin, 3. Februar. Der Militäretat. Der Beginn der heutigen SiKUNg des Reichstags stand unter dem Eindruck des portugiesischen Königsmordes. Um die Kundgebung der deutschen Volksvertretung feierlicher und offizieller zu gestalten, war der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Herr v. Schön, erschienen, der nach den Worien des Präsidenten den Saal verließ. Die Sozialdemokraten begnügten sich wie schon früher bei ähnlichem Anlaß nicht damit, der Kundgebung des Reichstags fern zu bleiben, sondern veranstalteten einen Auszug aus dem Saale. Dieses ungezogene Verhalten, für das es eine Rüge durch einen Ordnungsruf nicht gibt, entlockte einem Mitglied der Rechten einen kräftigen Pfuiruf. Auf der Tagesordnung steht der Militäretat, zum ersten Male ohne den zu seiner Erholung von schwerer Krankheit im Süden weilenden Kriegsminrster. Auf der Bundcsrats- estrade drängten sich die Uniformen: aus der preußischen Seite der Chef des allgemeinen Kriegsdevartcments, Generalleutnant Sixt von Arnim, der Leiter der Geld- verpslegung der Truppen, Generalmajor vonValletdes Barres, Herr v. Lochow als Verwalter des Bekleb- dungswejens, und den Bleistift in der Hand, folgte den Reden Oberstleutnant Go l z, um dem Kriegsminister Bericht zu erstatten. Uno Bebel sprach; wie immer, redete er seine anderthalb Stunden. Auch der Kriegsminister hätte für des Kronv zweiten L,. . ... einem zu diesem Zwecke in eine Kupelle umgewandelten Saale beginnen. Die Beerdigung ist auf dennäch- sten Samstag festgesetzt. Der Gesundheitszustand der Königin ist im Gegensatz zu den verbreiteten Gerüchten verhältnismäßig gut. Tie Stadt Lissabon gewinnt allmählich ihr gewöhnliches Aussehen wieder. Die öffentlichen Gebäude und die Königlichen Schlösser werden unausgesetzt vom Militär und der Stadtgarde bewacht. Die von Franco verbotenen Zeitungen sind nicht wieder erschienen; die anderen Blätter enthalten sich seit dem Verbrechen jeder Betrachtung über Politik und beschränken sich daraus, ihren Abscheu über das schreckliche Attentat zum Ausdruck zu bringen. Während man in der ganzen gesitteten Welt, wie eingangs ertvähnt, das Lissaboner Verbrechen nur mit Abscheu behandelt und dem jungen Könige und seiner Mutter das herzlichste Beileid nicht versagt, ist es allein dem ungarischen Abgeordnetenhause und den Sozialisten in Frankreich Vorbehalten geblieben, Beileidsbezeugungen ostentativ abzulehnen. Eme vom Präsidium des ungarischen Abgeordnetenhauses geplante Traucr- kundgebung anläßlich des Ereignisses in Portugal, mußte infolge des Betretens mehrerer Mitglieder der Kossuth- partei im letzten Augenblick unterbleiben. Bor Beginn der Sitzung erschien eine Deputation von Abgeordneteil bei dem Vizepräsidenten Navay, dem sie erklärte, daß sie einen eventuell beabsichtigten Nachruf für den portugiesischen König und den Kronprinzen oder eine Beileids kundgeb u n g nicht ohne Wider spruch lassen könnte, da der König von Pormgal verfassungswidrig regiert, und sogar die Bersas.ung suspendiert habe. Um etwaige peinliche Zwischenfälle zu vermeiden, unterblieb sodann die Beileidskundgebung. In der gesirigen Sitzung der f r anz ö sis ch en K'a rn- mer gab die Erttärung über die Lissaboner Tragödie Anlaß zu einernZwischenfall. Der Minister des Auswärtigen Pichon hatte das Wort ergriffen, um der Portu- giesischen Regierung und der Königlichen Familie die Gefühle des Abscheus über das Attentat und das Beileid der Kammer auszudrücken, als plötzlich der sozialistische Abgeordnete Se m b a t den Minister mit den Worten unterbrach, das Attentat ist durch die Diktatur veranlaßt. Diese Worte ernteten zunächst den Beifall der äußersten Linken, riefen aber auf den übrigen Bänken scharfe Mißbilligung hervor. Der Minister des Auswärtigen Pichon fuhr fort indem er erklärte, es sei notwendig, daß die Kammer darin übereinstimme, das Lissaboner Attentat zu verdammen. Hierauf verlangte Sembat das Wort, was ihm von dem Kammerpräsidenten abgeschlagen wurde. Ter Präsident erklärte sehr erregt, es sei unzulässig, eim Verbrechenzuverherrlichen. Die Kammer applaudierte stürmisch, während ein Sozialist ruft: „es war nur ein Berufsunfall". Das Verhalten der Sozialisten wird in den Wandelgängen der Kammer sehr lebhaft diskutiert. Mehrere sozialistische Deputierte, unter ihnen auch der sozialistisch-radikale Deputierte Magnaud, haben eine Resolution eingebracht, in der die Kammer dem portugiesischen Volke ihre republikanischen Sympathien und ihre Wünsche für die Herstellung eines RegimesderFreiheit ausdrückt. Man glaubt jedoch, daß Kammerpräsident Brisson eine Abstimmung über diese SSusiaMO« Paris, 3. Febr. General Dal st ein ist als Nachfolger Bompards zum französischen Botschafter in Petersburg auscrsehen. London, 3. Febr. Aus Punta Arenas wird gemeldet, daß die a merikanische Flotte am Sonntag in die Meerenge von M a g e l l a n eingelaufen ist. \tW tjuften, yerschl^E' a, »Mot, fialiatalrh, Manhet(- „ ,, SÜ--AE blC,CD ; tbren E iten amAte Itcn iei&it Der Panei i MenA '„jje c- le^aiarrb p des Kronprinzen in der Uniform eines Hauptmannes der diese Rede wohl kaum eine andere Antwort gehabt als -anciers wird voraussichtlich von heute ab in General Sixt v. Arnim, der darauf verzichtete, den Ein- * ' dru ck der Aebelschen Rede durch irgend eine Bemerkung ab- nt Ä 1 ,ctiÄ5 ’Q(fal ijth 3 r ^trägt bi» ,le verteilen, mcn den Uj>, i ^ger Rindvieh ! uni Wüte 6» »; S«i Särbejiri n- “Kon 34 in r etner in-femga, ™S«e, di, Wt. JaSfe ,L f» Suiten- nt ’ Selter, "den, izokcl-Grüd \ sr -Linden, Groh Mnn-Großen-Li» m- Die & "en in Grünbei; Son besondere! Vogelsberger ßuoj: 11 Düsseldorf, auf dieses &. ezirk Gießen aller dcr Bezirk sH -Burginühlc eine »50 Mack, Chris :lbe einen 3. Prei- .. Preis 150 Mari schäft einen Lar mahnt, auf der Er teilt mit, dai ? mit der neun sen sei und hoh t von der Karniua rnmberg wird eir itt. Bezüglich de Haltung Mit zeh VemMse ssl ■bcn. LtaMmr 'reine sind, la iaß dort biete ;er BürgeriM schauen früher p lvischen Heu- wi war zum W iaö Reichskoloni^ als Schlenke-M weslafrika or> , ob diese Gebirge eit Lüdmestafriü- Nr. 2V Erstes Matt 158. Jahrgang Der Siebener Anzeiger Bezugspreis: erscheint täglich, nujjer MH monatlich75Pi.,viertel- SonntasiZ. - Beilagen: a jA ▲ A. Jk A W A. A jährlich Dtk. 2.20-, durch W-S-LMIntAetAnAr NitiAtAAr»ass zweimal inonntl. Land- gsp gst, W W kraL NA 'wXd/* Zeilenpreis: lokal 15 Pf«, wirtschaftliche Aeitfcagen w v auswärts 20 Pieimiq. Fernsprech - Anschlüsse: R Verantwortlich für die Redaktion 112, w- * *99 -er -er aa für den politischen Teil: sSS General-Anzeiger für Gberhefsen «sse Annahme von Anzeigen 1 ® ’ u. Land" und »Gerichts- für die Tagesnummer yo-attonsdrnS und Verlag der VrShl'fchen Unlv.-Vuch- und 5teindruckerel. R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Schnlstrahe 7. bis vormittags 10 Uhr. 6 ‘ chwächen zu wollen. Eine neue Erscheinung in den Militärdebatten des Reichstages ist der bayerische Generalmajor z. D. Häusler, der in den Reihen des Zentrums sitzt und wie schon in der Kommission unter Berufung auf seine Erfahrungen für die zlveijährige Dienstzeit bei den reitenden Truppen cinirat Der Mckitärbevollmächiigte Generalmajor von Geb sattel, der Nachfolger des türzlich versiorbeuen Generals v. Endres, erwiderte ihm als Bayer und als Kavallerist. Was es außer diesem bajuvarrschen Duell noch gab, war eine gründliche Wiederholung der eingehenden Berl-andlungen der Brwgetwmmissiotl, als deren Nieder- chlag dem Plenum allein zum Gehaltstitel des Kriegs- minifters nicht weniger als 9 Resolutionen Vorlagen. Von den Parteien kamen noch die Konservativen und Nationalliberalen zum Worte, und wie es in der Natur der Sache lag, konnten die Herren von Bayern und Graf Oriola, abgesehen von der F-rage der Verkürzung der Dienstzeit, auch den Resolutionsforoeruilgen der anderen Parteier: in der Hauptsache zustimmen, die in früheren Jahren zum Teil die Unterschriften ihrer eigenen Fraktions,reunde tragen haben. Stimmungsbild aus dem preusj. A^geotviMeiHass. Berlin, 3. Februar. Wie das Mädchen in der Fremde in einem Tal bei armen Hirten, erscheinen in jedem jungen Jahre bei der preußischen Etatsoebat.e laute Klagen üver das gewerbliche Unterrichtswesen. So auch wieder am Montag, wo der Handels- und Gewerbeetat in zweiter Lesung unter Dach georacht wurde. Au neuen Gesichtspunkten förderte die Debatte nicht überwältigend viel zutage; aus dem Gebiete des geioerblichen Forchitoungsschulwesens brachte der Freisinnige Hoss die alten Forderungen der Liberalen vor, die auch von anderen Parteien geteilt wurden: obligatorischer Fortbildungsschulunterricht, Tagesunterricht, l-aupmmtliche Be,chäi:igung der For.bildungsschullehrer usw. Mg. Dr. Müller-Berlin totes unter der Zustimmung des ganzen Hauses auf einen der Hauptmängel der Baugetoertschulen, die unzureichende kaufmännische Ausbildung der Schüler hin, aus die er auch die jüngsten Kalamitäten im Baugewerbe wenigstens teilweise zurück führte. Von freisinnigen Rednern tourve auch d:e Reform ves Kunstgewerbeschulwesens eindringlich gefordert, und der Minister zeigte scch wieder als modern denkender Staatsmann: Er prägte eine hübsche Sentenz, die vermutlich bald als ge- ftügeltes Wort dte 3tuni)e machen wird: „Mit Philistern! kann man das K'unstgelverbe nicht fördern 1" Und er betonte, daß die moderne Richtung, die ntanchen alten Zopf beseitigt habe, mit der Tradition gletchberechligt fein müsse. Eine Anschauung, die selbst der billigen wird, der mit dem Abg. Hammer die Auswüchse des „inodernen Stils", die Band- tteich. Berlin, 3. Febr. Wie die „Köln. Volksztg." aus sicherer Quelle erfährt, hat der Reichsschatzsekretär v. Stengel bereits sein Abschiedsgesuch ein-» gereicht. Die Genehmigung sei in den nächsten Tagen zu erwarten. Herr v. Stengel hoffe, schon in den nächsten Tagen Berlin verlassen zu können. Als Kandidat für den freiwerdenden Posten wird der Direktor der Dresdener Bank, Geheimer Obersinanzrat a. D. Waldemar Müller genannt Auch der Name des Frankfurter Oberbürgermeisters Adickes wurde von verschiedenen Seiten genannt — Oberst v. Glasenapp, Kommandeur des 1.Seebataillons, übernimmt demnächst den Posten des Inspekteurs der Marineinfanterie. Joachim Gehlsen 7. Der Herausgeber der eingegangenen „Deutschen Neichsglocke", Joachim Gehlsen, ist heute im Charlottenburger Krankenhause gestorben. Gehlsen gab zuletzt die „Stadtlateme" heraus und war im literarischen Niveau recht weit hinab gestiegen. Seine letzte beachtete Rolle spielte er im Beleidigungsprozeß des Fürsten Bülow gegen den Schriftsteller Brand, eine Rolle, um die ihn wohl niemand beneidet hat Göttingen, 3. Febr. 300 südhannooverschec Tabakpflanzer und -Arbeiter protestierten in einer Versammlung gegen die Banderole st euer und forderte.n die progressive Einkommensteuer. ZentnerKunstd unger pro Normalmorgen auf den Ertrag und auf den Reinertrag? B. 2. Wie folgen Früchte richtig nacheinander, nm die höchsten Erträge an Körnern, Wurzeln und Knollen zu bringen? Während sich an der Beantwortung der landwirtschaftlichen Preisfragen vorerst nur wenige beteiligt haben und auch nur eine kleine Anzahl von Schilderungen aus der Militärzeit uns zugegaiigen ist, hat die Preisaufgabe A. 2. sehr lebhaften Anklang gefunden. Die Menge der unS vorliegenden, zum Teil sehr umfangreichen Manuskripte erfordert zur Durchsicht und gründlichen Prüfung einige Zeit. Das Ergebnis der Prüfung werden wir nach Beendigung dieser Arbeiten mitteilen. ** Vom Großh. Hof. I. K. H. die Großherzogin hat sich am Montag vormittag mit der Prinzessin Dorothea zu Sol ms - Hohen so lms-Lich und in Begleitung der Hofdame Freiin von Rotsmann auf einige Tage zum Besuch ihrer Schwester nach Leipzig begeben. — Prinz Ludwig von Battenberg traf am Montag abend 10 Uhr aus Malta in Darmstadt ein und nahm im Neuen Palais Wohnung. Der Prinz begab sich n. d. Darmst. Ztg. zur Beerdigung des Fürsten zu Erback)-Schönberg nach Schönberg, wird abends nach Darmstadt zurück kehren und mehrere Tage verweilen. ** Hoftrauer. Wegen des Ablebens des Königs Carlos und des Kronprinzen von Po r tu g a l ist auf Befehl S. K. H. des Großherzogs eine Hoftrauer bis zum 20. Febr. einschl. ungeordnet worden. Die Damen erscheinen in schwarzen seidenen Kleidern mit weißem Kopsputz und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform einen Trauerflor um den linken Oberarm. ** Uebertragen wurde dem Hiniptlehrer Jakob Alt zu Alsfeld eine Lehrerstelle an der Gemeinde schule zu Mühlheim (Kr. Offenbach): bent Lehrer Will). Ra iß zu Sprendlingen eine Lehrcrslelle an der Gemsindeschule zu Brauerschwend. ** Hessische Industrie. Prinz Friedrich Will)elm von Preußen bestellte bei den Opel werken in Rüsscisyeirn ein dreisitzig es Automobil (Toppe lphäton) in Luxusausiührung. ** Freunde des Wintersports seien daraus aufmerksam gemacht, daß zurzeit die Schneeverhältnisse im Vogelsberg zur Ausübung des Skisports sehr gut sind. ** Irreführende Gewichtsangaben. Aus Interessentenkreisen ist wiederholt Klage darüber geführt worden, daß Tee und andere Waren ausländischen Ursprungs, namentlich Marmelade, Quäker--Oats, Maizena, Mondamin und Fleischextrakt im Kleinhandel vielfach in fertigen Packungen feilgehalten werden, auf denen das Gewicht lediglich in russischen oder englischen Pfunden angegeben ist. Da es dem großen Publikum nicht zum Bewußtsein kommt, daß es nach dem ausländischen Gewicht eine geringere Menge erhält, als dem gleichnamigen deutschen Gewichte entspricht, so werden Waren in solchen Packungen wegen ihrer scheinbaren Billigkeit naturgemäß bevorzugt. Auch soll häufig die Gewichtsangabe auf der Packung nur dem Rohgewicht entsprechen, die Packung selbst aber aus so starkem Stoffe hergestellt sein, daß zwischen Rohgewicht und Reingewicht ein recht belangreicher Unterschied besteht. Es ist daher n. d. Darmst. Ztg. beabsichtigt, auf Grund des Gesetzes für Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs Bestimmungen zu erlassen, wonach im Klein- >handel mit diesen Waren in festen Packungen das Kleingewicht in Kilogramm, Bruchteilen von Kilogramm oder Gramm auf der Packung leicht erkennbar angegeben sein muß. Bon den Wandernden. In der Herberge zur Heimat fanden im Monat Januar im ganzen 1519 Personen Unterkunft, von denen 868 gegen Arbeitsleistung ohne Bezahlung Herberge und Naturalverpflegung erhielten. 651 Gäste der Herberge bezahlten. Die Preise der Herberge sind sehr billig. Es stehen den müden Handwerksburschen dort Betten von 25—40 Pfg. zur Verfügung, aber auch Zimmer mit Bett zu 50—75 Pfg. Kaffee gibt es die Tasse mit Brötchen schon zu 10 Pfg. und die Portion mit Frühstück zu 40 Pfg. = Allendor s a. d. Lahn, 2. Febr. Der Kriegerverein beging gestern abend unter starker Beteiligung der Bürgerschaft im Luhschen Saale die Feier von K a i s e r s Geburtstag. Der Vorsitzende begrüßte die Versammlung und brachte nach seiner Rede ein Hoch auf den Kaiser aus, das begeistert ausgenommen wurde. Dann sang die Versammlung das Lied „Heil dir im Siegerkranz". Darauf kamen mehrere lebende Bilder zur Aufführung, die von Lehrer Lack eingeübt waren und die Leiden und Schrecken des Krieges der Versammlung vorführten. Auch einige humorvolle Stücke wurden der aufmerksamen Zuschauermenge dargebracht. Konrad Brück von Leihgestern schilderte in einer Rede die Beschwerden, die unsere braven Kämpfer 1870/71 auszustehen hatten. Zuletzt brachte er ein Hoch auf die hiesigen Veteranen aus, von denen einer, Johannes Franz, am 16. August 1870 bei Gravelotte den Heldentod gefunden hat und em anderer, Ludwig Volk, sich im heißen Kampfe das eiserne Kreuz verdient hat. Der rege, 52 Mitglieder zählende Verein beabsichtigt, im Lause dieses Jahres einen Schießvlatz anzulegen. Auch wird Lehrer Keil-Kleinlinden in dieser Woche einen Vortrag halten. § Bersrod, 3. Febr. Bei der.Versteigerung der hiesigen Gemeindejagd auf sechs Jahre wurde der vierfache Betrag erzielt. Sie stieg von 320 auf 1280 Mk. Meistbietender blieb Geheimerat Naumann -Gießen. W. Allendorf a. d. Lda.> 3. Febr. Unsere Gemeind ejagd, die 582 Hektar Wald und 834 Hektar Feld umfaßt und bisher an den Apotheker Welcker von hier für 680 Mk. Jahrespacht abgegeben war, ist bei der Neuverpachtung an zwei Liebhaber zugeschlagen worden, und zwar: Bezirk 1 an den alten Pächter zu 515 Mk. und Bezirk 2 an H. Wagner IV. hier für 580 Mk. Die gesamte Pachteinnahme für die Gemeinde beträgt also in den nächsten sechs Jahren 1095 Mk., das ist ein Mehrerlös von jährlich <415 Mark. -t- Friedberg, 3. Febr. Ein schwerer Automobil- Unfall hat heute hier cm junges Menschenleben gefordert. Ern a ch t j ä h r i g e r Kn a b e, der auf der stark abschüssigen Straße vom Hinteren Burgausgang herab Schlitten fuhr, geriet da, wo diese Straße in spitzem Winkel in die Landstraße Gießen—Frankfurt emmünbet, unter ein gerade dort vorbeisahrendes Automobil und war, am Kopfe schwer verletzt, sofort tot. Tas Automobil, ein noch in unfertigem Zustand befindliches, laut Aufschrift aus einer Drobefavrt begriffenes Vehikel, gehörte den Adlerwerken zu Frankfurt a. M. und war von zwei Angestellten der Fabrik bedient, die von dem Unglück sichtlich tief erschüttert waren. Nach der Beschaffenheit der Oertlichkeit scheint sie keine Schuld zu treffen; die abschüssige Straße von der Burg herab ist längsseits von einer Mauer eingefaßt, die den herankonimenden Schlittenfah rer für die auf der Landstraße befindlichen unsichtbar macht und es ist eine, leider nicht genügend gewürdigte, große Gefahr damit verknüpft, wenii Schlitten plötzlich dort die lebhaft befahrene Landstraße in ihrer ganzen Breite kreuzen. () Laubach, 3. Febr. Gestern hielt nach langer Pause der christlich-soziale Verein für Laubach und Umgegend im Gasthause zur Traube eine von etwa 80 Personen, meist Handwerkern und Kleinbauern, besuchte Versammlung ab, zu der zur Beratung gemeinsamer Ausgaben auch die Deutschsozialen und Reformer (auch Gäste) eingeladen waren. Oberlehrer Dr. Werner aus Gießen verbreitete sich über „Mittelstandspolitik". Das große Pensum, das er zu erledigen beabsichtigte, veranlaßte ihn zu allzu großer Beeilung. Ausbau der direkten Steuern, von Reichsdividendensteuern, Kohlen- und Kaliausfuhrzoll, Wertzuwachs- und Warenhaussteuern, Zollschutz für die Landwirte, Befähigungsnachweis und besseres Submissionswesen wurden von ihm besprochen. Auszusetzen hatte der Redner an der nationalliberalen Partei die Zwiespältigkeit ihrer jüngst zutage tretenden Meinungen im Parlament und preußischen Abgeordnetenhaus und auch die Kreisblätter mußten seine Kritik über sich ergehen lassen. Im weiteren ließ er sich im Tone Stöckers über die Judenfrage aus, diese sollten „nicht Herren, sondern Gäste" im Deutschen Reiche sein. Eine Entgegnung wurde ihm im letzten Falle durch den Pfarrer Nebel, infolgedessen der Redner sich zur Einschränkung seiner Bemerkungen veranlaßt sah. An der weiteren Debatte beteiligten sich der Vorsitzende, Pfarrer Fritsch (Ruppertsburg) und Pfarrer Schich (Queck- born), der den Laubachern wegen ihrer letzten Reichstagswahl eine gute Zensur erteilte und sich auf die Anpreisung einer sozialen Wochenschrift, die in vielen Exemplaren verteilt wurde, beschränkte. x Nieder-Ge münden, 1. Febr. Am Sonntag wurde am hiesigen Orte der Geburtstag unseres Kaisers fefttich begangen. Vormittags versammelten sich die Mitglieder des Kriegervereins zur Kaiserparade mit gemeinsamem Kirchgang. Kurz nach 6 Uhr abends erklang Musik und Trommelwirbel in den Straßen, worauf sich die Mitglieder des Kriegervereins und die Gäste im Saale des Gajrwirts Schäfer zur Abendunterhaltung sammelten. Das Programm bestand aus zwei Einaktern und mehreren sehr gelungenen Solo- und sonstigen Vorträgen, außerdem wurde eine ganze Reihe patriotischer Lieder gesungen. Der 2. Vorsitzende, Leutnant d. R Herbst gedachte in der Festrede ° des Verhältnisses unseres Kaisers zu Heer und Flotte, zeichnete markant die jetzige äußere und innere politische Lage des Vaterlandes und brachte zum Schluß ein dreimaliges Hurra für den obersten Kriegsherrn aus, in das die F-estversammlung begeistert einstimmte. Hieran schloß sich die Tanzbelustigung an, in vorgerückter Stunde sand auch noch ein Parademarsch in der Vereinskolonne und ein solcher im Laufschritt mit Damen statt, was zur allgemeinen Belustigung viel beitrug. () Marburg, 3. Febr. Ter Umbau des Hauptbahn h o f s ist jetzt fotveit gediehen, daß von morgen ab der Geschäftsverkehr in den neuen Nordflügel verlegt und das alte Gebäude abgerissen wird. () Neustadt,. 3. Febr. Zu einem Rencontre zwischen Förster und Wildere.r kam es am Freitag im sog. Wasenberger Holz. Der Wilderer schlug den Förster zu Boden und entfernte sich dann schleunigst. Ter letztere kam jedoch wieder zu sich und gestern wurde der Wilddieb, ein 18- jähriger Bursche von hier, in seiner Wohnung verhaftet und das Geivehr beschlagnahmt. Oermif^ko. * T ie Verurteilung Ltznarsbestätigt. ^iach einer Berliner Meldung der Münchener „Allgem. Ztg." hat der K a i s e r durch Entschließung vom 29. Januar das gegen den Grafen Lynar ergangene Urteil des Kriegsgerichts, das bekanntlich auf ein Jahr drei Monate Gefängnis lautete, bestätigt. W. Essen, 3. Febr. Im Hause Borbeüerstraße 10 überraschte ein Dienstmädchen einen jungen Mann, der anscheinend stehlen wollte. Dceser verletzte das Dienstmädchen lebensgefährlich durch Stiche in den Unterleib, die Brust und den Hals; darauf schnitt er sich selbst den Hals ab. — In der Kurzen Straße schlitzte ein Schlosser namens Wischuda einer dort wohnenden Prostituierten den Leib auf und lötete sich dann durch einen Stich in den Hals. — In dem Stahlwerke der Hendrcchshütte in Hattingen explodierte ein mit Ilässigem Ehen gefüllter Behälter. Ein Ingenieur und fünf Arbeiter wurden schwer verbrannt. * Schnee stürme. In ganz Süd-Ungarn wütet seit 48 Stunden ein schwerer Schneesturm. Die Eisenbahnzüge treffen m.t großen Verspätungen ein. — Bei einem Schneesturm im Süden Orans wurde beinahe eine ganze Kompagnie des ersten Regiments der französ. Fremdenlegion vernichtet. Die Kompagnie war zwischen Bergent und Fort Hassa durch einen furchtbaren Schneesturm überraicht worden. 21 Mann, darunter auch Deutsche, wurden erst nach mehreren Stunden aus dem tiefen Schnee herausgeschaufelt. Tie Mehrzahl gilt trotz aller rasch angewandten Mittel für verloren. Die Suche nach dm Vermißten wird fortgesetzt. Der Hauptmann der Kompagnie fand mit etwa 20 Mann in einem Torse Zuflucht. * Vo r dem Duell in den Tod. lieber eine Ossiziers- tragödie, die sich in der kleinen Garnisonstadt Tieuze abgespielt hat, wird gemeldet: Der Leutnant Rossmann in Dieuze hat sich in der vorletzten Nacht erschossen. Wie verlautet, stand Rossmann kurz vor einem Duell mit einem Offizier. Die Ur,achen der Herausforderung jum Zweikampf sollen in nicht militärischen Gründen zu suchen sein. Kleine Tageschronik. In Attendorn bei Arnsberg wurden der Arbeiter Flusche und eine Frau Selter verhauet unter dem Verdacht, den 'Mann der Setter und die Frau des Flusche, sowie ein Kind Setters ermorde! zu haben. Tie Leiche Setters wurde vor längerer Zeit aus dem Fluß Bigge gezogen; man hatte indes zunächst Setbslmord oder Ungtucksiatt angenommen. Wegen Unterschlagung wurde der sozialdemokr. Gewerk- schaslssetretär und Kassierer der Orisoerwaltung Danzig des Zentralverbandes der Maler TentschlandS, Maler Otto Volckner, verhaltet. Er hatte der Gewerkfchastskasse 1024 Mk. unterschlagen. Tie Witwe deS ermordeten Müggelsee-Försters Schwarzenstein ist aus dem Försterhause bei Rahmsdori-Muhle verschwunden. In Leipzig wurde die Leiche einer unverehelichten, übel- beleumundeten Person namens Schröder entdeckt. Sie lag an- gekleidet und blutüberströmt auf dem Belte. Die Schröder tft am Freitag zuletzt gesehen ivorden. Sie sollte exmittiert werden. In Würzburg tötete die Mutter des wegen betrügerischen Bankerotts und Wechsel'älschung verhauen Bankiers Oskar Lehnstedt ihr siebenjähriges Enkelkind in der Nacht durch Leuchtgas. In Stola mea (Galizien) rächten sich die Schüler des polnischen Gymnasiums an einem Professor für dessen Strenge dadurch, daß sie ihn überfielen, in einen Sack steckten, mit Stecken prügelten und schwer verletzt in einen Straßengraben warfen. Ter Professor ist an den Verletzungen gestorben. Vor feinem Tode konnte er noch einen der Täler namhaft machen, der verhaftet wurde. Spielplan der vereinigten zranksurter Ztadttheater. Opernhaus. Dienstag den 4. Februar *): „Madame Sutterfh/. Mittwoch den 5. Januar: Zum ersten Male: „E i n W a l z e r t r a um." Donnerstag den 6. Februar: „Fidelio." Freitag den 7. Februar geschlossen. Samstag den 8. Februar: „Ter Evangelimann." Sonntag den 9. Februar, nachmittags halb 4 Uhr: „Ter Frei» schütz." Abends 7 Uhr: „Ein Walzertraum" Montag den 10. Febr., abends halb 8 Uhr: „Madame Butterfly." Schauspielhaus. Dienstag den 4. Februar •): Zum Besten der Chor-Pensions« anstalt der Frankfurter Stadttheater: Zum ersten Male (Uraufführung): „Bet uns da d r ü b e n." Kolonial-Lust- fpiel in vier Akten von Max Reimann und Otto Schtvarz. Mittwoch den 5. Februuar, nachmittags halb 3 Uhr: „Wilhelm Teil." Abends 7 Uhr: „Der Andere." Donnerstag den 6. Februar, abends halb 8 Uhr: „Die Rabenstemerin." Freitag den 7. Februar: „Mmna von Barnhelm, Samstag den 8. Februar, zum erfteninale wiederholt : „Bei uns da drüben." Sonntag den 9. Februar, itachmiltags halb 4 Uhr: „Der Dieb." Abends 7 Uhr: „Bei uns da Drüben.* Montag den 10. Februar: „Erdgeist." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends uni 7 Uhr. Märkte. Gießen, 4. Febr. Mariiverlcht. Auf heutigem Wocben- mailte kostete: Buller pr. Pfd. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St« 8—9 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Käfemalte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen p. Pfd. 18—24 Pfg., Linsen v. Pfd. 25—40 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Gänse pr. Pfd. 60—70, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Ochsensteisch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuy- imd Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 88 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleifch pr. Pfd. 61—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.50—6.00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Mk^ Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 0-00 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Aepfel per Ztr. 10—25 Mk., Birnen per Ztr. 10—25 'Mk. Nüsse 100 Stück 40—00 Pfg., per Ztr. 0—00 'Mk. Marktzen von 8—2 Uhr. Geschäft gut. — Kartoffelmarkt-Bericht vom 3. Februar 1908, Friedberg (Hessen): Role Sone 'Mk. 1.90-2.15, Magnnm bomini 2.35—2.55, weiße runde 1.90—2.15, Gelbfleischige, weiße, 2.25 bis 2.40. Marburg: rote Sorte Alk. 0.00, Magmtm bonum Mk. 0.00, weiße runde Mk. 0.00. Frankfurt a. Ak.: Rote Sorte Mk. 1.90—2.10, Magmim bonum 2.40 — 2.65, weiße runde 1.90 bis 2.10, Gelbfleischige, rote, 2.25—0.00, weiße 3.00. Wiesbaden: Magnum bonum 3.00, weiße runde 2.85. ’IH annheim: Maguum bonum Mk. 2.65—2.75, Gelbfletschige, blaue 3.25—3.50, tote 4.20 bis 4.30. Hagen: Magmim bonum 3.30—0.00. Gelbfleischige rote 0.00—0.00, weiße 3.25-3.4Köln: Rote Taber 'Mk. er SrisMenHe Weil Bezirk Gießen: Zinßer, Ploch, Arndt, Geyer,Meyerhoff, Koppe, Remewald, Winther, Alker, Kipper, Wagner, Schäffer. Bei beul Lrniitütsvereiii: Meyerhoff, Geyer, Ploch, Stuhl, Arndt, Wagner, Kipper, Schäffer. Lei berKmiMlistsklisseöes Wem!8rm|'ltin= Jagd-Verpachtung. Montag, den 10. Februar d. F., nachmittags 2 Uhr, 'oll auf dem hiesigen Bürgermeisterei - Bureau die der Gemeinde Attendorf a. Lahn zustehende Wald- und Feldjagd auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Allcndorf a. Lahn, am 1. Februar 1908. 768 Großhcrzogliche Bürgermeisterei Allendorf a. Lahn. Volk. Holzverftergerung. Freitag, den 7. d. Mts., vormrtt. von 9*/2 Uhr an, soll im Rödgener Gememdewald, in verschiedenen Distrikten nachverzeichneles Holz versteigert iverden: Alk® an Grammophone garantiert echt, mit \ Hartgummi-Platten. Phonographen Ii p h Für „Badesi-Baden“ Sprudelndes Tahltasser ans den ßrosslitrzoilichen Thermalquellen unter Staatsaufsicht abgcfüllt wird, für Giessen und Umgegend solventer gesucht. Nur Firmen, die bei der betr. Kundschaft eingeführt sind u. möglichst eigenes Fuhrwerk besitzen, werden berücksichtigt- Die vorzügliche Qualität des Wassers, welche jedes Konkurrenz-Produkt in den Schatten stellt, sichert einen Massenabsatz, der durch 6SP/i wirklich grosszügige Reklame noch unterstützt wird. Bewerbungen zu richten au „Baden-Baden Co. IXd?% Baden-Baden. Schweinefleisch 46 Pf«. Iß4/? getrennt auf Schnittholz Montag, den 10. Februar 1008, nachmittags 2 Uhr, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, wo alsdann unter Bekanntgabe der allgemeinen Bedingungen, Eröffnung, zu der sämtliche Submittenten eingeladen sind, stattstndet. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Kämmerer zu Londorf, von welchem auch auf 23er» J.JLOO „ y 90 Rm. Buche, 6 Rm. Eiche, 2 Rm. Kiefer-Scheit Fichte-Knüppel 1 Saloneiurichtung, (Sofa mit 2 Segeln (Seidegobelin), Schrank, Tisch, Spiegel, vier Stühle, 1 gr. Teppich, ldkickel-, 1 Nipp- und 1 Spieltisch), ein HoLzverfteigernug in der fürstliche» Oberförsterei Lich. Dienstag, den 11. Februar, vormittags 9'/, Ubr in den Distrikten Schwarzwald, Mühlberg und Kühunter: Scheiter, rm: 147 Buchen, 2 Elchen, 2 Kirschbaum, 5 'Nadelholz- Knüppel, rm: 192 Buchen, 140 Eichen, 8 Hartlaubholz, 7 Nadelholz; Stöcke, rm: 66 Buchen, 21 Eichen, 5 Nadelholz? NeiSholz-Ltzellen: 4250 Buchen, 590 Elchen, 10 Stadelholz. — 77 Eichen — 4,23 Fm. (Pfosten und Wagnerholz): 2 Kirschbaum — 0,46 Fm.; 1 Elzöcer = 0,11 Fm.; 1 Fichte — 3,44 Fm. (48 cm, 19 m), 6 Flch- tenbaubotz = 2,99 Fm.; 4 Eichcn-Dcrbstaugcn = 0,23 Fm. Die Zusammenkunft ist auf dem Fußpfad Lich—Albach gegenüber dem Albacherhof fBreitenrod-Kühunter». Anfang im Kühunler. 55 „ ii 20 „ ii 1 ii 29 „ „ 13 „ „ Stock 2020 Wellen Buche, 1070 Wellen Eiche, 100 Wellen Ftchte Jagdverpachtung. Samstag, den 15. Februar d. Fs., nachmittags 2 Uhr, soll auf dem Gemeindehaus zu Rödgen die Gemeinde- Wald- und Feldjagd auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Rödgen, den 3. Februar 1908. 770 Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. Stein. Eichenstammholz Verkauf. Aus den Waldungen der Gemeinde Kesselbach soll nachverzeichnetes Holz im Submissionswege vergeben werden: !Bci 6er Bckicbs-Miikeii- W-erFmchMiiNie. Für Giessen und Mein- Linden : Kipper, Geyer, Ploch, Wagner, Schäffer. Bei der Bckiebs-Kmkeu- küffe Der Firm Migspsr Für Giessen und Klein- Linden: Wagner, Kipper, Geyer, Ploch, Arndt, Stuhl, Schäffer. Bei üer Betriebs-Kraiikeii- kchc Her Firm SeyligeMck & !iic. ' Für Giessen und Klein- Holzversteigerung. Donnerstag den 6. Februar l. Js., vormittags von 9 Uhr an, soll im hiesigen Gememdewald in den Distrikten Dorfwiese und Unter nachverzeichnetes Holz meistbietend versteigert werden: 23 Eiche Stämme mit 4,67 Fm. 1 Esche „ „ 0,45 6 Fichte „ „ 3,59 1165 „ Reisstangen „ 14,83 Berdrngung Das Setzen und Reinigen der Oefen in den städtischen Gebäuden im Rechnungsjahr 1908/09 soll Mittwoch, den 12. Februar d. Js., vorm. 10 Nhr öffentlich verdungen werden. .. Bedingungen liegen auf unterem Bureau zur Empcht onen. Angebote au, Bordruck, der daselbst erhältlich, find biö zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zufchlagösrlst 14 Tage. Gießen, den 3. Februar 1908. Städtisches Hochbauamt. Gerbet. Holz-Verfteigerungen der Gräflichen Oberförsterei Lanbach. 1. Montag den 10. Februar nach Zusammenkunft lO’A Uhr an der Kreuzung der Kreisstrahe Raubach—schotten mit dem Vicinalweg Freienseen—Gonterskirchen, aus 1) Cielökops: Buche, rm: 550 Scheiter, 101 Prügel, 79 Stöcke, 88 Reiserprügel, 25 Erte- prügel, 22 SLadelstücke. 2) Fetdchcu: Buche, rm: 3,9 Scheiter 2. KU, 7,8 Prügel 2. Kl., 21 Stöcke 1. Kl.. 33 Reiserprügel. 3) Kohlreijer aus genannten Schlägen und Holz unter 9tr. 2 unvorgczeigt im Eselskopf. 2. Dienstag den 11. Februar nach Zusammenkunft 10V3 Uhr an den Hirschröther Wiesen aus 1) Htrschroth: Buche, rm: 487 Scheiter Lu. 2. Kl., 153 Prügel, 93 Stöcke, 128 Reiserprügel. 2) Lcnzcsberg und Hubbcrg: Buche, rm: 5 Scheiter, 122 Prügel, 6 Stücke, 25 Reiserprügel, 44 Stamm-, 48 Zovfreiser, 137 Eichen- prügel, 12 Eichenstammreiser. Stämme: 2 Birten 12/17 lg., 21/23 Mine = 1,31 6nt, 1 Kirschbaum 10 lg., 29 cm Dchuu = 0,66 Fm. Stangen: 2 Eschen 10 lg., 11 cm Dchm. — 0,19 Fni., 67 Fichten 3. Kl. = 2,45 Fm. 3) Sittacb: Buchen, rm: 12,2 Scheiter 2. Kl.. 49 Stöcke, 77 Reiserprügel, 26 Elchenscheit, 18 Eichen- und Kirschbaumprügel, 3 Eichenstämme 5—6 m lg., 45—62 cm Dchm. (Maserholz). 4) Kohl- reiser, flachenweisc. Das Holz unter 9tr. 2, 3, 4 wird unvorgezeigt ausgeboten, das mit Kalk bespritzte Holz nicht versteigert. LB3/. tat Dt Thompson’8 SEIFENPULVER Wig=gcenrn Monatsraten von 2 Divan, laeschw. Som, 1 runder Tisch, 1 Konsol, 1 oo. Spiegel, 1 pol. Kleiderschrank, 1 Som (blau), 1 Nähmaschine, em Fahrrad u. a. m. IL($iuc Partie Schubwareu, als: Schaftenstieiel-, Herren-, Damen- und Mädchensuefel, Hausschuhe, Knabenschuhe, u. a. m. Die Berfteigerung der Schuh- Waren findet bestimmt statt. Geißler. GerichtsvollL-eber. Verlangen gratis und frei. Postkarte genügt. 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